USA-Musik

USA - Musik
(Die neue internationale Musik)

In den USA wuchs im 19. Jahrhundert eine separate Musikszene heran, die später maßgeblich die europäische Unterhaltungsmusik prägte. Besonders die Musik der Afroamerikaner setzten dabei immer wieder richtungsweisende Akzente. Die Besonderheit der US-Kultur erklärt sich aus der Geschichte.

Nach dem Unabhängigkeitskrieg begann 1783 der Aufbau der USA. Die Unionsstaaten waren entschlossen, eine freiheitlich demokratische Republik zu schaffen. Nur verfügte die junge Republik über keine eigene kulturelle und gesellschaftliche Basis. Sie waren gezwungen sich auf ihre britischen Wurzeln zu besinnen, wodurch der gesellschaftliche Charakter der neuen Republik konservativ ausgerichtet war. Die fehlende Aristokratie wurde durch das neureiche Bürgertum ersetzt. Über das Parlament in Washington lenkten sie den Staatskurs und das regionale Bürgertum hatte genügend autonome Rechte, um in den jeweiligen Bundesstaaten individuelle Gesetze durchzusetzen. Territorial begrenzt wurde die Staatenunion von der französischen Kolonie Louisiana, das sich über die gesamte Mitte der heutigen USA erstreckte und flächenmäßig so groß, wie die Gründerstaaten der USA war.
1803 verkaufte Napoleon Louisiana (s. Karte)  an die USA, wodurch für die Amerikaner einerseits die Expansion nach Westen möglich war und zum anderen den Konflikt mit Spanien schürte. Der größte Teil des Westens (Kalifornien, Texas) gehörte zum spanischen Mexiko. Louisiana wurde in die Union eingebunden und das große Kolonialgebiet in kleinere Bundesstaaten aufgeteilt. Große Flächen des Neulandes waren unbewohnt bzw. gehörten den Prärieindianern. Rücksichtslos wurden die Ureinwohner von ihrem Land vertrieben.
Der Bedarf an Arbeitskräften und Siedlern stieg an und zahlreiche Europäer hörten den Ruf. Neben den Briten und Franzosen wanderten vor allem Iren, Deutsche und Italiener ins Land. Die US-amerikanische Republik wurde zum Vielvölkerstaat, deren sprachliches Bindeglied die englische Sprache wurde und ein Vermischen der Kulturen stattfand. Vermutlich verknüpften sich in den ländlichen Gebieten von Groß-Louisiana die englische und französische Folklore, wodurch ein neuartiger Musikstil entstand. In der Folgezeit geriet der Sound unter andere volkstümliche Einflüsse. Unter den Sammelbegriff Countrymusic wurde der neue Musikstil zusammengefasst. Eine eigene Volksmusik der USA war geboren und verbreitete sich im gesamten Süden und dem Westen der USA. Die neue Folklore wurde zum musikalischen Bindeglied der neuen US-Bürger. Für die Oberschicht im reichen Nordosten der USA war diese Musik zu gewöhnlich.
Die hohe Gesellschaft strebte nach dem adligen Luxus der Europäer und dazu gehörte deren Musik. In der Kulturmetropole New York wurde eine Oper gebaut und klassische Stücke europäischer Meister gespielt. Um 1810 gerieten die Ideale der jungen Republik in Gefahr, weil die Neureichen (Bourgeoisie) deutliche Klassenstrukturen zogen. Im Westen mündeten die Grenzkonflikte mit Mexiko in einen Krieg und die Siedlungspolitik führte zu bewaffneten Spannungen mit den Prärieindianern. Im eroberten Süden (Florida) erhoben sich zunächst erfolgreich die Seminolen (Indianer), zumal sich ihnen viele Sklaven anschlossen. Und im Norden (Kanada) brach ein erneuter britisch-amerikanischer Krieg aus. Zu guter Letzt entbrannte ein Wirtschaftsstreit zwischen den Nord- und Südstaaten.
Mit dem Aufheben der Sklaverei wurde ein Bürgerkrieg (1861-65) unvermeidlich. Weit über 50 Jahre kam die USA nicht zur Ruhe, wobei es mehrheitlich innere Konfliktherde waren. Gerade die Instabilität (Wilder Westen) formte ein republikanisches Nationalbewusstsein, das eine freiheitlich demokratische Ordnung vorsah und eine Gesellschaft ohne Klassenschranken anstrebte. Nach dem Bürgerkrieg rückten die US-Bürger näher zusammen und die Oberschicht wurde auf den republikanischen Boden zurückgeholt. Die multikulturelle Gesellschaft prägte nun deutlich ein eigenständiges Profil heraus. Musikalisch nabelte sich die USA von Europa ab, da um 1860 die Operette die europäische Musiklandschaft spaltete. Die regionale Ausrichtung der Musik erreichte nicht mehr den US-Bürger. Nationale Komponisten waren nun stärker gefragt eine eigene Musikszene aufzubauen. Sie experimentierten mit der Musikform Operette und versuchten ihr ein landestypisches Gesicht zu geben. Sie nutzten daher Impulse aus der Countrymusik und ließen dabei auch Klänge der Black Music einfließen. Dieser Mix eignete sich hervorragend fürs Varieté, die zunehmend eine Revue (Themenspiel) anboten. Jene musikalischen Aufführungen könnte man als Vorläufer des Musicals betrachten.
Wichtige Impulse in Richtung Kunstmusik wurden aus Kuba geholt. Bevor es 1898 zum spanisch-amerikanischen Krieg kam, hatten die USA bereits großen wirtschaftlichen Einfluss auf die karibische Insel Kuba. Für die betuchten Amerikaner ent-stand in Havanna ein Sündenparadies. Neben den unkontrollierten zügellosen Ausschweifungen der US-Oberschicht war Kuba zugleich die Inspirationsquelle für Komponisten. Sie verarbeiteten die lateinamerikanischen Rhythmen für eine konservative Hörerschicht. In den Metropolen der USA wurde der Sound damit angereichert und ließ eine eigenwillige Musikszene entstehen, aus dem neue musikalische Stil-Arten hervorgingen.
Die rassistisch geprägten USA förderten den musikalischen Import, da sie die Popularität der eigenen Black Music verhindern wollten. Im Prinzip war aber die lateinamerikanische Musik, ebenso die Musik von ehemaligen Sklaven.
Sie waren ebenfalls dunkelhäutige Ureinwohner Afrikas, die rechtlos und als Untermenschen für ihre weißen Herren schufteten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Erfolg der Black Music nicht mehr aufzuhalten und wie befürchtet, wurde der Rechtsanspruch auf die Bürgerrechte wieder zum Thema. Mehr im Untergrund entwickelte sich die Musik der Rechtlosen, die Klangwelt jener die an den Rand der Gesellschaft gedrückt wurden.

Black Music (dunkelhäutige Sklaven): Sie kamen um 1800 als Sklaven aus Afrika und wurden von ihren Besitzern, wie rechtloses Vieh behandelt. Die Rassisten werteten sie als unzivilisierte Untermenschen, die aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe als Wesen des Teufels gesehen wurden. Die menschenunwürdigen Übergriffe wurden als Züchtigung des bösen Geistes betrachtet. Gequält und heimatlos hatten sie nur ihre Folklore, die ihnen ein Reststolz bewahrte und ihnen ihre Identität gab. In einem hartherzigen Umfeld ohne Heimat wurde die Musik Dreh- und Angelpunkt ihres Seins. Einige Plantagenbesitzer der Südstaaten erkannten die hohe Musikalität der Sklaven und ließen sie für sich spielen, und sparten damit das Geld (Gage) für eine professionelle Kapelle bei Festen. Natürlich sollten sie nur die Lieder der Weißen spielen, aber unbewusst förderten jene Junker die Musik der Farbigen. Sie lernte Instrumente kennen, die sie aus Afrika nicht kannten, und erweiterten insgeheim ihre musikalischen Wurzeln in Form von Spirituals und Worksongs. Besonders das Klavier, die Trompete und der Kontrabass begeisterte sie.
Abraham Lincoln beendete (um 1860) die Sklaverei und räumte ihnen die Bürgerrechte ein. Während des Bürgerkrieges sahen sie sich als neue US-Bürger und glaubten am Ende ihrer Pein zu sein. Doch nach dem Krieg verabschiedeten die weißen Rassisten neue Gesetze und schränkten die Bürgerrechte der Schwarzen deutlich ein. Sie waren zwar keine Sklaven mehr, aber blieben für die Rassisten Untermenschen der niedrigsten Klasse. Selbst die sklavisch ausgebeuteten Chinesen oder die rebellischen Indianer (die man in Reservate steckte), besaßen mehr Bürgerrechte als die Farbigen (Schwarzen).
Ihre anfängliche Freude über die Abschaffung der Sklaverei verfiel in Traurigkeit (Blues), weil man ihnen eine Heimat versprach, in der sie dennoch fremd und rechtlos blieben. Trotzig schufen sie sich ihre Identität in der US-amerikanischen Gesellschaft und die Musik wurde zu ihrem Sprachrohr. Neben ihren kreolischen Ursprüngen nutzten sie bewusst verschiedene Inspirationsquellen für ihre Musik und verbanden sie und schufen den Blues.
Sie thematisierten Sachverhalte des Alltagslebens und intensivierten eine Aussage, durch das Wiederholen von Textstellen. Die Songs richteten sich selten gegen die Politik der USA, sondern prägten stärker eine eigene Lebensweise. Sie bauten sich ein entsprechendes Selbstbewusstsein auf und zeigten den Unterdrückten in den USA, wie sich Formen der gesellschaftlichen Integration realisieren ließen. Über den Blues bildete sich die Stilart Gospels heraus. Euphorisch wird der Gottesglaube zelebriert und mündet in einen lebendigen Gottesdienst. In der Hoffnung auf Gerechtigkeit stärken sie mit dem Glauben ihre Seele. Die lobpreisenden Gotteslieder sind häufig überzogen, weil sie nach Vollkommenheit streben. Durch die Rassisten verursacht waren die Schwarzen ganz besonders bemüht ihre dunkle Seele zu reinigen. Aus diesem Grund trägt ihre Form von Gotteskult einen stark selbstzerfleischenden Charakter.
Der Vorläufer Negro Spiritual erzählte bislang mehr Geschichten und beklagte auch ihr Leid, und alles wurde dann umrahmt vom christlichen Glauben. Die modernen Spirituals sind dagegen mehr weltlich orientiert und werden häufig in Form von Slogan (Sinnspruch) wiedergegeben und sollen Lebensweisheiten verinnerlichen. In der komplexeren Art steht ein Kerngedanke im Mittelpunkt einer Geschichte und soll Lebensmut und -Kraft spenden.
Die eigentliche Black Music entwickelte sich in der Hafenmetropole New Orleans.
Als ehemalige Hauptstadt der französischen Kolonie besaß die Metropole den koketten und entspannten Pariser Charme. Der rege Handel verursachte in den Hafenvierteln ein multikulturelles Gewimmel und schleuste karibische Immigranten ein. Dadurch bedingt erhielt die Musikszene zahlreiche Impulse. Farbige Musiker, die als Sklaven für ihre Herrschaft spielten, sorgten nun für gute Laune in den Hafenkneipen. Den profitorientierten Gastwirten war es häufig egal, was die Kapelle spielte, Hauptsache es förderte den Umsatz. Schnell war das Weiße Publikum von der farbigen Musik begeistert, aber die chaotische Mischung der Spielarten ließ aber keine neue Musik-Art erkennen. Alles, so auch die Musik der Farbigen, wurde als Country bezeichnet. Im nördlicheren Bundesstaat Missouri fanden farbigen Musiker die nötige Ruhe für ihre Musik und entwickelten die rhythmische Stilart Ragtime. Vermutlich aus einer Kombination aus französischen Chanson, karibischen Klängen und Blues verbreitete sich die Musik, wie ein Lauffeuer durch die Südstaaten.
Über St. Louis kam die Musik zurück nach New Orleans. Rassisten rückten auf den Plan und versuchten den Sound zu verhindern. Ungeachtet dessen entstand eine unbändige Musikbewegung und wurde vom Erfolg getragen. Einige Musiker der Südstaaten erinnerten sich an ihre musikalischen Wurzeln, wie dem Worksong. Der Begriff benannte ursprünglich die traditionell improvisierten Wechselgesänge ohne Instrumente. Dieses Gefühl einer experimentellen Improvisation wurde in der modernen Bezeichnung zum Wesensmerkmal für alle Inspirationsprodukte. In New Orleans kristallisierte sich aus den Einflüssen von Blues, Ragtime und Worksong eine spezifische Spielart heraus. Der New Orleans Jazz begeisterte erneut ein breites weißes Publikum und deren Popularität konnte um die Jahrhundertwende (1900), auch nicht von den Rassisten gebremst werden. Die farbige Musik setzte sich durch und die weißen Komponisten der Ostküste bedienten sich nun stärker an jene Melodien.
Tom Turpin, erster Star des Ragtime  (s. Bild).

In den USA Musik des 20. Jahrhunderts war die Musik der Farbigen stets wegweisend und bestimmte zunehmend die Musiklandschaft in Europa. Bis zum 2. Weltkrieg hatten die Kompositionen einen indirekten Einfluss auf die Musikszene der europäischen Staaten.
Anfang des Jahrhunderts war es der New Orleans-Jazz und der Ragtime, der die weiße Musik der USA prägte. Der bekannte Paartanz Foxtrott beispielsweise basiert auf Ragtime-Elemente und der spätere Dixieland (1910) ist eine Kopie des Ragtime.
Wie von den Rassisten befürchtet, rückte mit dem Erfolg der Black Music die Bürgerrechtsfrage gesellschaftlich auf die Tagesordnung. Prominente und Politiker diskutierten darüber, ob der Farbige inzwischen als zivilisierter Mensch gesehen werden konnte oder sich weiter in Demut bewähren müsse. In den Südstaaten wurden die Farbigen weiter als Sklaven behandelt und der rassistische Geheimbund Ku-Klux-Klan überwachte illegal mit brutalen Mitteln die Unterwürfigkeit der Schwarzen. Im Norden waren die Schwarzen zwar Freier, aber in den Gettos der Großstädte ging es ihnen kaum besser.
Die Großstadt Chicago wurde zur kriminellen Lasterhöhle, in der sich mehrheitlich Italiener ansiedelten und mit ihnen die Mafia-Clans. Ab den 20er Jahren beherrschten Verbrechersyndikate die Stadt und die Mafiafamilien bekämpften sich gegenseitig. Farbige gerieten zwischen die Fronten und wurden zum Werkzeug der Kriminellen. Gangster, wie der berüchtigte Al Capone, wirkten destabilisierend auf den Ort. Abseits von Recht und Ordnung konnte sich somit aber eine unkontrollierte Musikszene entwickeln. Die farbigen Musiker spielten zunächst den New Orleans-Jazz, doch der experimentelle Gute Laune Jazz entsprach nicht ihrer Lebenssituation. Sie gestalteten den Sound hitziger und härter, bevorzugen eine gradlinige Melodie und waren textlich provokant. Der Chikago-Black-Jazz war geboren.

Als Gegenstück dazu entwickelte sich dort eine europäische Form und wurde als Chikago White Jazz bekannt. Beide Musikstile wurden im Nordosten der USA zum Grundstein der Musicalmusik und es bildeten sich zahlreiche Orchester. Die bekanntesten weißen Jazzorchester waren die von Paul Whitman und Al Jolson. Und Duke Ellington dirigierte das erfolgreichste farbige Orchester. Zur Jahrhundertwende schwappten einige Songs nach England, aber kamen dort kaum weiter. Erst nach dem Ersten Weltkrieg fand auch das restliche Europa gefallen an der amerikanischen Musik. In Deutschland machte die Begleitband Chocolate Kiddies der Tänzerin Josephine Baker den Tanz Charleston bekannt. Die Instrumentalstücke begeisterten nicht nur die deutsche Nation. Textlich mochte der Deutsche englisch sprachige Songs nicht so sehr, aber deutsche Schlager mit amerikanischem Sound wurden immer beliebter. Gegen Ende der 20er Jahre erlebte der Dixieland sein Revival, zumal die Musik erst jetzt in Europa seinen Durchbruch feierte.
Auf dem Dixieland basierend entwickelten Musiker den Swing. Der rhythmisch betonte Musikstil begeisterte vor allem durch seine Tanzbarkeit. Besonders Großorchester erreichten bei den überwiegenden Instrumentalsongs eine ausgeprägte Musikdichte. Speziell formten sich dazu zahlreiche Big Bands, die aus etwa 17 Musiker bestanden, mit überwiegend Blasinstrumenten (Trompete, Saxophon), sowie Schlagzeug, Klavier und dem Bandleader (Leiter, Dirigent, Produzent). Dazu hielten sich die Big Bands vertraglich gebundene Interpreten (Sänger, Instrumentalsolisten). Einer der ersten Big Bands nannte sich Casa Loma Orchester, doch Geschichte schrieben andere Namen.


Die erfolgreichsten Swing Big Bands:
Benny Goodmann  - - - Glenn Miller  - - -   Duke Ellington  - - -  Count Bassie  - - -  Tommy & Jimmy Dorsey - - -  Artie Saw
Les Brown  - - -   Shep Fields  - - -   Chick Webb (Ella Fitzgerald)  - - -  Gene Krupa - - -  Lionel Hampton - - -  Woody Herman


Swing war zudem ein Musikstil, der sowohl bekannte weiße und schwarze Musiker hervorbrachte. In der weiteren Entwicklung nahmen weißen Komponisten Elemente des schwarzen Jazz aus ihrer Musik heraus, wodurch der Sound weicher und schlagerhafter orientiert war. Insgesamt verlor der Swing seine afroamerikanischen Wurzeln und die farbigen Musiker konnten sich damit nicht mehr identifizieren. Obwohl über die Musik und dem Sport viele Farbige ihre gesellschaftliche Anerkennung erfuhren, so blieben ihnen weiterhin grundlegende Bürgerrechte versagt. Und weil das so war, brauchten die Farbigen eine eigene Musik.
Sie betonten die Black Jazz Tradition und entwickelten neue Spielarten, wie den Bebop (1940). Die Musik der Schwarzen und Weißen trennten sich grundlegend, auch wenn einige farbige Künstler sich mit der weißen Swingmusik arrangierten.
Über Großbritannien wurde Swing ebenso in Europa zum beliebten Sound. Allerdings verbreiteten sich häufig nur die Instrumentalsongs, denn nach wie vor, bevorzugte das Publikum Lieder in ihrer nationalen Sprache. In Deutschland beispielweise, wurde Swing zur Basis des neuen Schlagers, und obwohl im Hitlerdeutschland amerikanische Musik verboten wurde, so waren viele Schlager deutlich mit Swingelementen durchzogen.
In den USA wurden Bing Crosby und Fred Astaire zu Starinterpreten der Swingmusik und gegen Ende der 30er Jahre erlebte der Sound seinen Höhepunkt. Komponisten, wie Cole Porter, George Gershwin und Irving Berlin schrieben die populärsten Songs jener Zeit.
Die Benny Goodman Big Band setzte neue Akzente und die Andrews Sisters begeisterten die Nation und 1939 glänzte Glenn Miller mit seinen unvergessenen Liedern. Mit seinem melodiösen und einfühlsamen Sound gelangen Miller zahlreiche Megahits, wovon einige noch heute Evergreens sind. Leider starb er viel zu früh im Krieg (1944, war im Flugzeug der abgeschossen Maschine).

Country (Bluegrass): Historisch kann die Swingära nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Land in einer schweren Wirtschaftskrise befand. Als Zeit der großen Depression (1929 - 1941) wird die Epoche bezeichnet. Die Wirtschaft stagnierte, die Arbeitslosigkeit stieg auf 25 % und der Reallohn sank auf 60 %. Die Armut und Existenzängste griffen um sich und die Kriminalität explodierte. Und einige Exzesse entfernten sich regional von Recht und Ordnung. 
Swing war eine Musik, die sich als Platte nicht jeder leisten konnte.
Der Mittelstand amüsierte sich mit Swing beim Tanzen und Betuchte genossen die neue Kunstform Musical. Besonders auf dem Lande in den Südstaaten war die Lage fatal. Musikalisch lenkte man sich mit dem Countrystil Bluegrass ab. Mit melancholischen Liedern voller Wünsche und Hoffnungen und heimatlichen Stolz schwelgten sie in Erinnerungen. Vorwiegend mit Banjo und mehrstimmigen Gesang schilderten sie einen Traum, um von den Realitäten abzulenken. Der Bluegrass schaffte es in die Hitliste des Billboard Magazin (ab 1936 ⇒ 1. Music Popularity Charts) und der bekannteste Song wurde “You Are My Sunshine”.

Der 2. Weltkrieg kam und war für die USA ein Glücksfall, da sie sich wirtschaftlich sanieren konnten. Damit sie genügend Soldaten dafür hatten, änderte der Staat seine rassistische Haltung und schickte erstmals Schwarze in den Krieg. Den Preis der vollen Bürgerrechte galt es zu gewinnen. Zumindest wurde es in Aussicht gestellt. Aber es kam letztendlich ganz anders. Die weitere Entwicklung der USA Musik entnehmen sie den entsprechenden Jahrzehnten, weil die USA Musik nach dem 2. Weltkrieg in Europa direkt präsent war. Bis 1945 spielte die USA-Szene eher eine untergeordnete Rolle, anders dagegen die Modetänze oder deren Inspiration für den Schlager.

Stars der Blackmusik:     

Blues 
Bessie Smith (1898 – 1937); Gertrude “Ma” Rainey (1886 – 1939); Alberta Hunter (1895 – 1984)   

New Orleans Jazz  
King Oliver  (1885 - 1935);  Jelly Roll Morton (1890 – 1941); Joe „King“ Oliver ( 1885- 1938 ); Kid Ory (1886 – 1973);
Buddy Bolden (1877 – 1930)

Black Chikago Jazz
Louis Armstrong  (1900 – 1971);  Ella Fitzgerald  (1918 - 1996);  Sidney Bechet (1897-1959); 'Benny' Moten ( 1916 – 1977)

Black Swing
Lester Young (1909 – 1959); Count Basie (1904 – 1984);  Duke Ellington  (1899 – 1974); Lionel Hampton (1908 – 2002);
Cab Calloway (1907 – 1994); Fats Waller ( 1904 – 1943); Charlie Christian (1918 – 1942); Benny Carter ( 1907 – 2003);
Lester Young (1909 – 1959)

Cool Jazz
Miles Davis (1962 – 1991); “Milt” Jackson (1923 – 1999); Percy Heath (1923 – 2005)

Bebop Jazz
 Charlie Parker (1920 – 1955); Dizzi Gillespie (1917 – 1993); Thelonious Monk (1917- 1982)

Hardbop
John Coltrane (1926 – 1967); Art Blakey (1919 – 1990); Horace Silver (*1928)

Free Jazz
Ornette Coleman (*1930); Dewey Redman (1931 – 2006);

Jazz Rock
 “Herbie” Hancock (*1940); Billy Cobham (* 1944) 

Wichtige Stationen der US-Musikszene bis 1945 

Legende Musik der
Indianer
Europäische
Musik
Afro-amerikanische
(Black) - Musik
USA-Musik
(Weiße Spielarten

 Jazz meint die verschiedensten Spielarten, die sich gegenseitig beeinflussten bzw. fremde Einflüsse verarbeiteten.
Die wichtigsten Spielarten und Weiterentwicklungen im Überblick:

Bebop Jazz  (1947 - 1950)  - - - Progressive Jazz  (1948 -1960) - - -  Cool Jazz (1950- 1960) - - - Mainstream Jazz (ab 1950) - - -
Hardbop Jazz  (ab 1955) - - - Free  Jazz  (ab  1960) - - -  Jazz Rock (ab 1970)