Leichte Muse

Leichte Muse (im 20. Jahrhundert)
Operrette - Schlager - Musical

 

Die  Operette 

  • Wolfgang Amadeus Mozart verwendet den Begriff Operette 1782 als Gattungsbezeichnung für seine Oper „Die Entführung aus dem Serail“
  • Das Wort Operette ist eine Verkleinerungsform von Oper und ist eine Kombination von gesprochenem und gesungenem Wort und der zeitliche Rahmen der Stücke ist wesentlich kürzer als bei der Oper (nur 1 bis 2 Std.) und somit kurzweiliger
  • Ab der Mitte des 18. Jh. ist der Begriff gleich bedeutend mit den Bezeichnungen Singspiel, Musiquettes, Komische Operette, Komisches Singspiel oder Komische Oper
  • Im Jahr 1856 nennt Jacques Offenbach sein Werk „La rose de St.-Flour“ Operette und löste damit, den bisher unspezifischen Namen Opérette-bouffe von 1848 ab und erklärt diese Art von Musik zur eigenen Kunstform (galt als Opernlinie)
  • Die Operette hatte drei Zentren in der sich die Kunstform unterschiedlich entwickelte

1. Die Pariser Operette  
Jacques Offenbach Ludovic Halévy schuf die ersten humorvollen-unterhaltsamen Musikwerke. Es entstanden Bühnenstücke von zweifacher Attraktivität, in denen die musikalischen Feuerwerke und der charmant verpackte, aber dennoch pointiert formulierte Text zu einer unwiderstehlichen und brillanten Einheit verschmolzen. Jacques Offenbach (s. Bild) wird zur Zentralfigur der Pariser Operette, der in seinem Stil klassische Musik mit dem Chanson zu verbinden suchte. Offenbach veröffentlichte seit 1856 Operetten, doch am 21. Oktober 1858 gelang ihm sein Meisterwerk „Orphée aux enfers“ (Orpheus in der Unterwelt), das in Paris uraufgeführt wurde. Die Parodie auf die Antike brauchte allerdings eine gewisse Anlaufzeit, bis das Publikum das Thema verstand.

Neben Offenbach machten sich Florimond Hervé, Edmond Audran, André Messager (1853-1929) und Robert Planquette einen Namen. Planquette schrieb 1877 mit „Les Cloches de Corneville (Die Glocken von Corneville )“ die erfolgreichste Operette seiner Zeit.  

Komponisten und ihre Hauptwerke
Jacques Offenbach (1819-1880): Orphée aux enfers (Orpheus in der Unterwelt)- 1858; La Belle Hélène (Die schöne Helena)- 1864;  La Vie Parisienne (Pariser Leben)- 1866;  La Grande-Duchesse de Gérolstein  (Die Großherzogin von Gerolstein)- 1867;  La Périchole -1868;  Madame Favart -1878; Les Contes d'Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen)-1881
Edmond Audran (1842-1901): Serment d`amour (Der Liebesschwur)- 1886; La Poupée ( Die Puppe )-1896  
Alexandre Charles Lecocq (1832-1918): La fleur du thè – 1868; Giroflé-Girofla - 1874      
Robert Planquette (1848-1903):  Les Cloches de Corneville (Die Glocken von Corneville ) - 1877

2. Die Wiener Operette  
Wien als europäisches Kulturzentrum, fühlte sich zunächst dem behäbigen Kulturerbe (Wiener Klassik) verpflichtet. Die Operette hatte deswegen einen schweren Stand und selbst die erfolgreichen Werke Offenbachs fanden bei den Wiener keinen Anklang. Die wesentlichste Anregung erhielt die Wiener Operette aus dem Volkstheater. Komödien von Ferdinand Raimunds und Johann Nepomuk Nestroys waren sehr beliebt und der zeitgenössische Walzer von Josef Lanner und Johann Strauß/ Vater begeisterten das Volk.  Am 24. 11. 1860 wird „Das Pensionat“ von Franz von Suppé aufgeführt, die genau jene Elemente verbindet und als die Geburtsstunde der Wiener Operette gilt. Angemerkt sei, Franz Lehárdass diese aufgepeppte Operette ansonsten stark an die „Schöne Helena“ von Offenbach erinnerte. Mit Johann Strauß/ Sohn, einen beliebten und erfolgreichen Komponisten seiner Zeit, kommt die Operette nun deutlich unter Walzereinfluss. Am 10. 02. 1871 wurde „Indigo und die vierzig Räuber“ aufgeführt, in einem prägenden verträumt - melancholischen Walzertonfall. Zu einem Welthit wurde erst „Die Fledermaus“, die am 05.04. 1874 uraufgeführt wurde. Mit Franz Lehár (s. Bild) beginnt die dritte Periode der Wiener Operette, dessen Werk die „Die lustige Witwe“, am 28.12. 1905 aufgeführt wurde und als Meilenstein in der Geschichte der Operette gilt. Ab 1912 machte der Ungar Emmerich Kálmán mit ungarischen Folklore-Klängen auf sich aufmerksam. Die Operette „Die Csárdásfürstin“ erlebt am 17.11.1915 einen triumphalen Erfolg. Zwischen 1918 und 1938 verlor die Operette allerdings an ihrer musikalischen als auch textlichen Spritzigkeit und dennoch entstehen einige unvergängliche Meisterwerke. Unter anderem Lehárs „Land des Lächelns“ oder Kálmáns „Gräfin Mariza“. Angesichts der aufkommenden Revue und dem Musical wurde die Operette bedeutungslos.
 
Komponisten und ihre Hauptwerke  
Franz Lehár (1870-1948):  Die lustige Witwe -1905; Der Graf von Luxemburg -1909; Eva -1911;  Der Zarewitsch - 1927; Die blaue Mazur - 1920; Paganini -1925; Das Land des Lächelns -1929  
Johann Strauß / Sohn (1825-1899): Die Fledermaus -1874; Eine Nacht in Venedig - 1883; Der Zigeunerbaron - 1885; Wiener Blut - 1899
Karl Millöcker (1842-1899): Der Bettelstudent -1882; Gräfin Dubarry - 1884
Emmerich Kálmán (1882-1953): Die Csárdásfürstin - 1915; Die Bajadere - 1921; Gräfin Mariza – 1924
Franz von Suppé (1819-1895):  Die schöne Galathee - 1865; Fatnitza - 1876; Boccaccio - 1879
Leo Fall (1873-1925): Der fidele Bauer – 1907; Die Rose von Stambul - 1916; Madame Pompadour- 1922
Carl Zeller (1842-1898):  Der Vogelhändler -1891;
Richard Heuberger (1850-1914): Der Opernball - 1898      
Ralph Benatzky (1884-1957):  Im weißen Rößl - 1930;
Fred Raymond (1900-1954): Maske in Blau - 1937

 
3. Die Berliner Operette  
Grundlage der Berliner Operette ist ein kulturell aufgeschlossener, aber militaristischer Regent. Er hegte den Wunsch nach einer Militärmusik und ließ die Marschmusik entstehen. Die Komponisten in Berlin ließen diese Klänge in ihrer Operette einfließen und verliehen ihr ein unverkennbares Charakteristikum. Inhaltlich reflektierten die Werke einen gesellschaftlich kulturellen Kontext und spiegelten die Berliner Lebensart wieder. Das zeigte sich nicht Paul Lincke © akg-images zuletzt im Sprachgebrauch, dass vielfach aus dem Berliner Milieu stammt und an der handfesten verbalen, wie auch musikalischen Sprache, die keinen Hang zu Sentimentalitäten zeigte.
War der Walzer die Musik der Wiener, so wurden der Marsch und die polnische Polka (als Tanzelement) wesentlich für die Berliner Eigenart. Der Erste, der dieser veränderten Form eine musikalische Gestalt verlieht, war Paul Lincke (s. Bild), der am 01. 05. 1899 mit „Frau Luna“ seinen Siegeszug durch Berlin antrat. Zahlreiche Lieder von ihm wurden zu Evergreens.Auf seinen Spuren wandelten später Jean Gilbert und Walter Kollo. Insgesamt war die Zeit der Operette im Abklingen und nur eine starke Berliner Szene verhinderte das vorzeitige aus. Was jedoch blieb, waren etliche Lieder, die als Schlager überlebten und Evergreens wurden („Ja, das haben die Mädchen so gerne“, „Puppchen, du bist mein Augenstern“, „Es war in Schöneberg im Monat Mai“).
 
Komponisten und ihre Hauptwerke
Paul Lincke (1866-1946):  Frau Luna - 1899;  Im Reiche des Indra - 1899; Berliner Luft - 1904; Prinzess Rosine - 1905; Casanova - 1913; Ein Liebestraum - 1940
Walter Kollo (1878-1940): Wie einst im Mai -1913; Auf Flügeln des Gesanges – 1916; Drei alte Schachteln - 1917; Die Frau ohne Kuss -1924
Jean Gilbert (1879-1942 ): Die keusche Susanne - 1910;  Polnische Wirtschaft - 1911
Edmund Eysler (1847-1949): Die Schützenliesel - 1905; Die fromme Helene - 1921
Leon Jessel  (1871-1942): Schwarzwaldmädel – 1917; Schwalbenhochzeit -1921
Eduard Künneke (1885-1953):  Der Vetter aus Dingsda - 1921; Glückliche Reise - 1932     
Hugo Hirsch (1884-1961): Die tolle Lola - 1919;
  • Das Ende der Operetten-Ära zeichnete sich sowohl in den Berliner Operetten eines Paul Lincke als auch in den späteren amerikanischen Werken der 1920er Jahre ab. Immer öfter fehlt der rote Faden einer durchgehenden Handlung stattdessen wurden Show-Effekte wichtiger. Die Operette ähnelt mehr und mehr einer Revue, in der einzelne Nummern aneinandergereiht wurden. Ebenso wichtig waren einprägsame Schlager, die nach wenigen Tagen jeder im Ohr hatte und oft bis heute bekannt geblieben sind. Solche Schlager wurden oft populärer als deren ursprüngliche Operette. Alle jene Entwicklungen gingen in den 20er Jahren beinahe nahtlos in die neue zeitgemäßere Form des Musicals und dem Lebensgefühl über.
  • In einigen Staaten Europas entwickelten sich eigenständige Operettenformen, wie in Ungarn der Népszínmü, der ein musikalisches Volksstück bezeichnet. In Kroatien, Italien, Spanien bildet sich die Form der Zarzuela (komisches Musiktheater). Das englische Künstlerduo William S. Gilbert (Text) und Arthur S. Sullivan (Musik, 1842-1900) begründen mit der Musical Comedies eine brillante Kombination von Wort und Ton. Sullivans Kompositionen waren vom englisch-wienerischen Esprit und durch einfallsreiche Texte Gilberts geprägt, die mit typisch englischen Wortspielen die zeitgenössische Gesellschaft karikierten.
Weitere erwähnenswert Operettenkomponisten
Robert Stolz (1880- 1975): Wenn die kleinen Veilchen blüh’n – 1932;  Zwei Herzen im ¾ Takt- 1933;  
Heinrich Strecker  (1893- 1981): Ännchen von Tharau – 1933; Der ewige Walzer - 1938
Kurt Weill (1900- 1950): Der Kuhhandel – 1935; The Firebrand of Florence - 1944
Nico Dostal  (1895 - 1981):  Manina  - 1942; Doktor Eisenbart - 1952;  Der dritte Wunsch - 1954
Ludwig Schmidseder  (1904 - 1971): Die oder keine – 1939; Abschiedswalzer - 1949
Paul Burkhard  (1911 – 1977): Feuerwerk – 1950; Spiegel, das Kätzchen - 1956
 

Musikalische Darbietungsformen

Kabarett (Kleinbühne):
Es treten Solokünstler oder Kleingruppen (Kleinkunst) auf, die im übersichtlichen Rahmen in Klubs ihr Programm gestalten // bevorzugte Kulturformen sind hierbei der Humor (Satire, Comedy) Lyrik (Vortrag, Lesung), Musik (Gesang, Instrumental) oder Zauberei

Varieté (Bühne):
Gründete sich ursprünglich in Kneipen, wo auf einem Podest ein Programm angeboten wurde und später dort typisch ein Klavier zur Begleitung stand // durch die hohe Resonanz wechselte das Programm in den Gaststättensaal, wo während der Veranstaltung gegessen und getrunken werden konnte; das Bühnenprogramm war eher beiläufig und bot kurzweilige Unterhaltung, einer Mischung aus Musik (Gesang, Instrumental), Tanz (erotisch, frivol), Artistik (Jongleure, Zauberer), Humor (Komiker, Satiriker) und einem Moderator (Ansager) oder Conférencier (humorvolles Überleiten)
 
Show (Bühne):
Theatersitzordnung und bewusstes präsentieren des Programms, einer 
unterhaltsamen Mischung verschiedener Kunstformen (Humor, Artistik, Tanz und Musik); der Vortragende wurde hierbei besser als Künstler gewürdigt
Revue (Bühne):
Theatersitzordnung, bei der die Unterhaltungselemente (Artistik, Humor,  Musik, Tanz) einer Show in einem Thema oder einer Handlung verpackt werden// bei einer Themenrevue wird mindestens das Bühnenbild nach einem Motto errichtet und ein Moderator schafft dabei die passenden Überleitungen zu den künstlerischen Beiträgen, es wird versucht der Veranstaltung einen Rahmen zu geben // die Handlungsrevue erzählt eine Geschichte in der die künstlerischen Beiträge eingeordnet und zur Nebensache werden; die Geschichten sind oftmals einfach gestrickt und heben somit doch den künstlerischen Beitrag, der im Wesentlichen den Gesang meint oder spezifische Tanzeinlagen

Revuefilm:
Bei der verfilmten Revue erfreute sich die Handlungsrevue ab den 1930er Jahren im Kino einer großen Beliebtheit; thematisch bewegt ist die Revue häufig in einer
Gegenwartskomödie, wobei die Showelemente überwiegen, und moderne Schlager und ein Revuetanz den typischen Kern bilden (bis 1960er Jahre)
Musikfilm:
Ein Lied (Hit) wird zum Leitmotiv eines meist heimatverbundenen Dramas und erklingt mindestens einmal im Film; nicht immer werden mehrere Lieder gesungen

Schlagerfilm (Musikkomödien):
In der zentralen Handlung steht ein Schlagerstars
(Heintje, Roy Black) und singt in erster Linie seine neusten Schlager und es wird typisch, dass er als Akteur ein sympathisches Image erhält; allein dadurch ist der Erfolg der Filme garantiert und kurbelt gleichzeitig den Schallplattenverkauf an.

Der Schlager

Begriff / Definition:  Schlager (englisch: Hit = Schlag ⇒ einschlagender Erfolg)
Schlager ist eine Form der Unterhaltungsmusik, deren Strukturen sich aus dem Volkslied ableitet und kurze Lieder, mit eingängigen Melodien und/ oder einfachen Texten sind. Der Begriff wurde 1870 in Wien für besonders beliebte Operettenlieder benutzt, im Sinne von schlagartigem Erfolg. Ein Schlager meint jedes Lied, das eine größere allgemeine Menschenmenge begeistert oder zumindest von ihr gern gehört wird.

Wesen des Schlagers

* … ist der Oberbegriff der Unterhaltungsmusik für volkstümliche Lieder, die vorrangig unterhalten wollen und leichte Musik genannt wird
* … ist eigentlich nicht auf einen Sprachraum begrenzt, sondern strebt nach neuen Impulsen, 
ist experimentell und lässt sich vom 
        vorherrschenden Zeitgeist leiten und inspirieren
* … reflektieren meistens direkt oder indirekt die gegenwärtige Gesellschaft, sind aber in 
ihrer Einfachheit zeitlos (immer gültig): ⇒
        da textliche Inhalte immer wiederkehren ⇒ 
der Modegeschmack lässt Lieder immer wieder neu aufleben (bearbeitet, modernisiert, neu
        interpretiert) ⇒ oder bleiben ewig jung (Evergreens)
* … sprechen alle Gefühlsregungen des Menschsein an, ist somit perfekter und ehrlicher 
Begleiter im Alltag; findet für jeden Seelenzustand
        ein passendes Lied ⇒ trifft 
unsere Seele, lässt uns Träumen, Lachen, Tanzen, aber auch Weinen, spendet dennoch Trost, gibt Rat und ist
        immer ein Kurzurlaub für die Seele, baut Gefühle auf und stärkt 
sie (lädt die Lebensbatterien auf)

Wesen der Volksmusik
Ursprünglich aus der Folklore einer Volksgruppe entstanden - - - Folklore bezeichnet zudem die Lebensart und -weise, sowie den Sprachgebrauch einer Region und Lebenserfahrungen, die sich in den Liedern widerspiegeln (= typische Eigenarten)  - - - über fahrende Sänger, und Gaukler verbreiteten sich beliebte Lieder überall und wurden immer mündlich weitergegeben und daher wurden die Originale häufig verändert, wodurch verschiedene Versionen eines Liedes die Runde machten - - - erst mit der Niederschrift auf Notenblätter bekam ein Volkslied eine grundlegende Fassung - - - Volkslieder waren in der Regel durch den Sprachraum begrenzt, da das Volk die Lieder verstehen wollte, verbreiteten sich deutschsprachige Volkslieder überwiegend auf die Länder Österreich, Schweiz und Deutschland - - - Typisch für Volkslieder ist, dass sie vorrangig zum Zuhören gedacht sind, was einen gewissen Unterhaltungswert (Tanz) nicht ausschließt und manche Lieder bewusst zum Frohsinn einladen - - - häufig werden Lieder auch im regionalen Dialekt gesungen und festigen damit deren lokale Bedeutung (kulturell, moralisch)

Hauptunterschiede zwischen Schlager und Volkslied

  • der Schlager will vorrangig unterhalten und spricht aktuelle Zeitthemen an
  • Schlager wollen eine größtmögliche Menschenmenge ansprechen
  • demzufolge werden Dialekte in den Liedern vermieden, damit jeder sie versteht
  • der Schlager widmet sich speziell einem Genre (z. B.: Liebe, Frohsinn, Fernweh, Satire u.s.w.), wogegen in einem Volkslied mehrere Dinge möglich sind

Begriffe:
Gassenhauer:  Entspricht dem heutigen Superhit und bezeichnet ein Lied, dass sich wie ein Lauffeuer durch das Nachsingen und -Pfeifen in den Straßen (Gassen) verbreitete und die Bevölkerung einer Stadt (und Gegend) begeisterte.
Populäres Lied (Popsong):  Popsong wurde durch den Zeitgeist zu einem eigenständigen Begriff für jugendliche Songs, die genaugenommen ebenso Schlager sind. Es sind musikalisch und textlich Songs, die dem jugendlichen Geschmack und Thematiken betreffen und in der Regel in einer ausländischen Sprache (englisch) gesungen werden. Mit dem Rock’n Roll (50er) wurde es sinnvoll zwischen Pop und Schlager zu unterscheiden, da sich wesentliche Punkte im Musikgeschmack stark voneinander entfernten.
Chanson:  Waren Anfangs eigenständige Lieder (aus keinem Musikwerk) und bewusste Schlagerschöpfung, die im Varieté und kleinen Gaststätten vorgetragen wurden. In Bars und Cafés entstand daraus eine eigenständige Kunstform, die nicht nur unterhalten wollte, sondern mit inhaltlichen Aussagen und eigenwilliger Interpretation (Gesang) zum nachdenklichen Zuhören animieren wollte.

Entwicklung zum Schlager

Sowie bei der Volksmusik blieben die Anfänge des Schlagers auf regionaler Ebene begrenzt, da ein kommerzieller Bedarf nicht vorhanden war. Es fehlte ein einflussreiches Publikum, dass solche Lieder besser verbreitet hätte und einen Verkauf von Notenblättern vor 1870 waren eher selten. Relativ schnell hatte sich dagegen die klassische Musik verbreitet, weil der Absatzmarkt durch die herrschende Klasse gegeben war.
Es gehörte zum Prestige eines Herrschers die angesagte Klassik anbieten zu können. Länderübergreifend galt Musik somit als äußeres Element, um eine Herrschaft darzustellen, gleichbedeutend mit Prunk, Macht und Ehre. Je imposanter die Statussymbole waren, desto höher war das Ansehen und daran wurde die Macht eines Herrschers bewertet. Die Mächtigen strebten deshalb nach den besten Künstlern (Komponisten, Musiker, Sänger), die sie unter Vertrag nahmen und ihnen prunkvolle Kulturpaläste bauten. Natürlich wollte jeder Regent den Anderen überbieten und ließ nach Neuheiten suchen oder versuchten den Klassik-Highlights einen besonderen Rahmen zu geben oder spektakulär aufzuführen.
Mit der Operette änderte sich das grundlegend, weil die Lieder zu volkstümlich und gewöhnlich klangen. In strengreligiösen (orthodox, katholisch) Staaten wurden die Stücke sogar als moralisch verwerflich angesehen und nicht aufgeführt. Wegen der Nähe zur Revue galt die Operette auch nicht als Kunstform, sondern als unsittlicher Straßensingsang.

Selbst die aufgeschlossenen Nordeuropäer (Skandinavien) konnten sich nicht für die Operette erwärmen. Europa teilte sich musikalisch und nur in Mittel- und Westeuropa setzte sich die Operette durch. Aber auch hier spaltete sich die Musikform in Regionen auf. Die Can-Can-Wildheit aus Paris dominierte in Westeuropa (Frankreich, England), wobei sich in London eine eigene satirische Szene durchsetzte. In Mitteleuropa mochte man dagegen die Wiener Walzerspielarten und im preußischen Berlin bereicherten Polkaklänge die Musik. Der Sprachgebrauch und Stil der Operette verschärfte die regionalen Gegensätze und dominierte lokal. Um Berlin herum herrschte die eigene Musik vor und rückte die Wiener Operette an den Rand, und Pariser Stücke oder Musik aus London wurden kaum gespielt. Grundlegend war, dass die Operette zur Musik der breiten Masse wurde und sich in dem Musikstil (Dialekt, Wesensart) wiederfinden wollte. Lieder mit ausländischer Sprache waren erst recht ein Tabu.
Übrigens war damals Englisch keine Sprache für Musik, sondern nur italienisch oder französisch. Weltweit hatte sich inzwischen das Varieté durchgesetzt und Zuschauer aus allen Gesellschaftsschichten konnten wegen des geringen Eintrittspreises den Operettenliedern lauschen. Losgelöst vom Operettenstück wurden Lieder Teil der Show und Komponisten schrieben für das Varieté eigene Lieder (Chansons) und die populärsten wurden zu Gassenhauer. Speziell die Operettenschlager verbreiteten sich um 1860, wie ein Lauffeuer, wurden in der ganzen Stadt bekannt und Tanzkapellen trugen sie in die ländlichen Gegenden. Mit ihnen wurden ebenso die Chansons populär, die man zunächst für Operettentitel hielt. Insgesamt blieben Schlager zunächst regional begrenzt, bedingt durch die jeweilige Operettenszene (Wien-Berlin-Paris).
Allerdings gelangten erfolgreiche Operetten, als Kunstwerk, überregional auf herrschaftliche Bühnen und die Schlager daraus konnte dort zu Gassenhauer werden. Übrigens, wurde so manches Chanson, das zur Operette passte von den Komponisten nachträglich eingefügt. Dazu sollte man wissen, dass oftmals der Komponist eines einzelnen Titels nicht bekannt war oder er für wenig Geld sein Produkt an namhafte Operettenkomponisten verkaufte. Zumindest wurden Musiker dazu inspiriert operettenorientierte Lieder schreiben. Über das Varieté konnten die Lieder bekannt werden und im zunehmenden Maße blieben Songs eigenständige Schlager. Das galt vor allem für die Lieder in Bars und Cafés. Hier entstand ein ganz besonderer Stil, als harmonische Untermalung einer beruhigenden gastlichen Atmosphäre und Musik zum Zuhören steigerte den Umsatz für jene Gastwirte.
Das losgelöste Lied entwickelte einen eigenen Stil und der Begriff Chanson wurde zu einer selbstständigen Kunstgattung der Musik. Die besten Chansons wiederum kamen ins Varieté, und obwohl es schon Lieder zum Zuhören gab, vollzog sich nun erst ein richtiger Trend. Speziell in Berlin wurden Lieder im Dialekt erfolgreich, überall begeisterte man sich an frivolen Texten und die Gattung der Geschichtenlieder entstand, die speziell als Küchenlieder oder Moritaten bekannt wurden. Der losgelöste Schlager bekam seine verschiedensten Facetten und lokal entwickelten sich dialektische Stilarten heraus, die einen stark volkstümlichen Charakter trugen. An der Waterkant (Nordsee) umspülten die Lieder ein melancholisches Wellengeplätscher, während am Rhein ein Glas Wein zum Schunkeln animierte und in den bayrischen Bergen wurde fesch und sittsam gejodelt und geblasen. Neben den regionalen Einflüssen brachten Matrosen wichtige Impulse aus dem Ausland mit und inspirierten die Schlagerkomponisten. Ein bisschen Fernweh und ein wenig Großmachtdenken machten den folkloristischen Stil ferner Lieder interessant. Schaute man sich zu-nächst in Europa um und ließ das ungarische Paprikafeuer brennen oder die französische Zügellosigkeit oder den spanischen Stolz oder die italienische Sonne scheinen, so ergötzte man sich an den fremden unzivilisierten Kulturen. Ideologisch geprägt tanzte man nun zu den afrikanischen Urwaldtrommeln und brachte zugleich die Verachtung gegenüber den Negern (Ureinwohner) zum Ausdruck. Sie kokettierten mit asiatischen und arabischen Klängen, deren Bevölkerung als maskierte Untermenschen gesehen wurden und deren Schlagertexte das unterschwellig vermittelten. Wenn sie vom niedlichen freundlichen Chinesen sangen, schwang auch immer eine Portion Unberechenbarkeit mit. Sie vermittelten ein Bild, dass jeder lächelnde Chinese hinter dem Rücken stets ein Messer bereithielt.
Aus den zivilisierten USA kamen jedoch andere und immer wieder neue Klänge nach Europa. In gewisser Weise stand deren Musik in der europäischen Musiktradition und dennoch floss die Musik nur schwer in den Schlager ein. Grund dafür waren die ungewohnten Klang-strukturen, die zunächst keine nachhaltigen Emotionen auslösten, sondern eher befremdlich wirkten. Noch ablehnender stand die Schlagerszene der afroamerikanischen Musik gegenüber. Der rhythmische Ragtime wurde völlig ignoriert und selbst der Dixieland, der Weißen, etablierte sich mit großer Verspätung. Erst nach dem 1. Weltkrieg änderte sich das Musikverständnis, durch die Ernüchterung der Kriegsfolgen.
Gesellschaftlich rechnete das Volk mit der Aristokratie und den veralterten Werten und Idealen ab. Die USA als Vorzeigestaat einer modernen Gesellschaft wurden nun idealisiert und der Schlager bekam ein neues Gesicht. Die Einflüsse der amerikanischen Musik schaufelten zugleich der Operette sein Grab. Die typischen Spielarten (Walzer, Polka, Marsch usw.) wollte keiner mehr hören und wurden als Überbleibsel des nun verhassten Kaiserreiches gesehen. Der eigentliche Schlager erlebte in den 20er Jahren den richtigen Durchbruch. Lieder stammten nicht mehr aus einem Musikwerk, sondern waren Einzelstücke, die für die Unterhaltung gedacht waren. Verstärkt druckten die Verlage Schlager auf Notenblätter, zumal sich der Verkauf zum riesigen Geschäft entwickelte.

Hinzu kam das Radio und wurde zum ultimativen Medium für die Verbreitung von Schlagern. Das Radio war das Tor zur Welt und brachte die Kultur ins Wohnzimmer. Jeder der es sich leisten konnte schaffte sich so ein Gerät an und wurde einem Schallplattenspieler vorgezogen, da ein Radio keine weiteren Nebenkosten verursachte. Obwohl sich die Schallplattentechnik bedeutend weiterentwickelt hatte, war sie für den Durchschnittsbürger zu teuer. Nur reichere Bürger konnten sich perspektivisch einen Schallplattenspieler leisten, und als Folgekosten Schallplatten dazu kaufen. Zukünftig wurde dem Schlager wesenseigen, dass er flexibel und variabel war und ist.
In den 30er Jahren dominierten Swingelemente im Schlager und die späteren Jugendmusikstilarten fanden ebenso ihr Echo. Allerdings wurden manche Soundarten verspätet im Schlager umgesetzt und in einer geglätteten und harmonischen Form dargeboten, die tanzbar sein musste. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung des Schlagers entnehmen sie bitte den weiteren Abschnitten der Zeitbetrachtung.

Die  Musicals

Das Musical ist im Grunde die Fortführung der Operette mit moderner Musik. Es ist besonders der Jazz und seine Spielarten (Swing), verbunden mit dem Revuetanz aus dem Varieté, die das Musical so beliebt machte.
In der bevölkerungsreichsten Stadt New York (damals), entstand am Broadway das Kulturzentrum des Landes (USA). Neben einem Opernhaus amüsierten sich die Amerikaner in zahlreichen Varietés. Hier erhielten die amerikanischen Komponisten ihre Inspiration und wurden zur leichten Musik animiert.
Auf der stetigen Suche nach dem Besonderen, um sich als Komponist hervorzuheben, bedienten sie sich an den zahlreichen Musik- und Spielarten ihres Umfeldes.
Speziell aus der entstandenen Countrymusik und der Jazzmusik der Farbigen holten sie sich maßgeblich ihre Impulse. Statt die europäische Musik zu kopieren, entstand eine eigenständige Musikkultur. In der amerikanischen Form der Operette flossen vorrangig Jazzrhythmen ein und der Varieté-Showtanz wurde perfektioniert.
Schon um 1900 entstanden am Broadway (New York) eigenwillige Revuespiele mit moderner Musik. In der Urform zog ein Conférencier mit humorigen Übergängen durchs Programm. Ab den 1920er Jahren bekam das Musical als Kunstform sein spezielles Gesicht. Es stand eine Handlung im Mittelpunkt und die Musik vertiefte eine Emotion ohne das Stück zu stoppen. In der Operette dagegen unterbrach die Musik die Story, wesentlich war lediglich, dass ein Lied zur bisherigen Handlung passte. Im Musical flossen dagegen die Worte einer Szene nahtlos in den Song oder dem Showakt (Tanz) ein.
Um 1924 wurden „Lady, Be Good“ von George Gershwin und 1927, „Show Boat“ von Jerome Kern (nach literarischer Vorlage von E. Ferber) aufgeführt. Besonders „Show Boat“ enthielt sozialkritische Töne und thematisierte die Stellung der Afroamerikaner in den USA. Mit dem Tonfilm verlagerte das Musical sein Schwergewicht auf die Revue und verkaufte Illusionen in prachtvollen (teils erotischen) Kostümen und fantasievollen Verkleidungen.

Zu den meist filmischen Studioproduktionen gehörten eine ebenso glanzvolle Dekoration der Kulisse und Frauen, die zu einem Traum tanzten. Es wurde eine heile Welt verkauft, wo das Böse stets verlor. Auf der Bühne waren solche aufwendigen Aufführungen nicht möglich.

Die  bekanntesten Komponisten bis 1940
Cole Porter (1891 -1964):  Gay Divorce- 1932; Let It To Me – 1932; Anything Goes - 1934;
George Gershwin (1898 - 1937):  Lady Be Good – 1924; Funny Face - 1927;  Girl Crazy - 1930 
Richard Charles Rodgers (1902 - 1979): Babes in Arms – 1937; Too Many Girls – 1939; Pal Joey - 1940 

Erst um 1940 wurde das Musical wieder vorrangig auf der Bühne gespielt und kehrte dort zur Kunstform zurück, mit dem Hauptakzent einer durchgängigen Handlung. Mit „Oklahoma“, „Annie get your gun“, „South Pacific“ wurde angesichts des 2. Weltkrieges die patriotische Richtung unterstrichen und wurden deswegen für die Bühne arrangiert. Ein Grenzfall ist „Der Zauberer von Oz“, dass mehr einem Musikfilm entspricht und nur vom Lied „Somewhere over the Rainbow“ zehrte. Durch die Interpretation von Judy Garland wurde der Song zum Welthit und zum Evergreen, wobei die zeitlose Fantasystory auch heute noch begeistert. 1948 kommt das Buchmusical „Kiss me, Kate“ (Cole Porter) auf die Bühne, in Anlehnung an das Stück von William Shakespeare „Der widerspenstigen Zähmung“. Ebenso bediente sich Frederick Loewe bei „My Fair Lady“ (1956) einer literarischen Vorlage von G. B. Shaw. Das Musical wird ein grandioser Erfolg und gilt als Maßstab für ein klassisches Musical. In der „West Side Story“ von 1957, verpackte Leonard Bernstein das Romeo & Julia -Thema in einen Jugendbandenkrieg der 50er Jahre und der Hauptsong „Maria“ trägt klassische Züge einer Arie. In Frankreich findet das Musical „Irma La Douce“(Marguerite Monnot) großen Anklang. 1955 erschien Cole Porters „High Society“, als Bühnenmusical, das ein Jahr später als Musikfilm mit Bing Crosby & Grace Kelly ein Welterfolg wurde.

Die bekanntesten Komponisten 1940 – 1960
Irving Berlin (1888 - 1989): This Is The Army – 1942;  Annie Get Your Gun – 1946; Call Me Madam - 1950
Richard Charles Rodgers (s. oben): Oklahoma – 1943; Carousel – 1945; South Pacific - 1949
Cole Porter (s. oben): Kiss me, Kate – 1948; Can Can – 1953; Die oberen Zehntausend - 1956
Julius Kerwin Styne (1905 – 1994): Blondinen bevorzugt - 1949; Gypsy – 1959; Funny Girl – 1964

In den 60er Jahren erlebte das Musical seine Blütezeit. Die Revuemusical „Hello Dolly“ (1964), „Funny Girl“ (1964), „Sweet Charity“ (1966) und „Cabaret“ (1966) begeisterten ein Millionenpublikum und wurden alle verfilmt. Ebenfalls sehr erfolgreich war das Storymusical „Anatevka“ (1964). Mit „Hair“ brachte Galt McDermot moderne Soul- und Rockrhythmen ins Musical. Darüber hinaus veranschaulichte er das Lebensgefühl der Hippiejugend und übte leise Kritik an den Vietnamkrieg, deshalb wurde „Hair“ erst 1979 verfilmt. Mit „Mary Poppins“ (1964) gelang den Sherman Brüdern das erste wirkliche Kindermusical. Der Zeichentrickfilm von Walt Disney „Das Dschungelbuch“ (1966), entsprach vom Aufbau ebenfalls einem Musical, wenn auch ohne echte Schauspieler.

Auswahl von erfolgreichen Komponisten 1960 - 1970
Gerald "Jerry" Herman (*1931): Hello Dolly – 1964; Mame – 1966
Jerry Bock (1928 – 2010):  Anatevka (Fiddler on the Roof) – 1964
John Kander (* 1927): Cabaret – 1966; Zorba – 1968; Chikago – 1975
Galt MacDermont (* 1928): Hair - 1967; 2 Gentleman of Verona - 1971
Cy Coleman (1929 - 2004): Sweet Carity – 1966; Barnum - 1980
 
In den 70er Jahren stieg Andrew Lloyd Webber (Bild) zum erfolgreichsten Musicalkomponisten aller Zeiten auf. Mit „Jesus Christ Superstar“ (1971) provozierte er unabsichtlich die Kirche, für die Jesus als Popstar unakzeptabel war. Ebenso für heftige Kritik sorgte „Evita“ (1976), trotz der kritischen Handlung. Es wurde die Meinung vertreten, dass man einer Lebedame und Gattin eines faschistischen Diktators, keine populäre Plattform bieten dürfte. Real gesehen war und ist Evita Peron für das argentinische Volk eine Heilige, da sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten sich sozial aufopferungsvoll engagierte. Beide Werke wurden große Welterfolge.
Mit dem Revuemusical „A Chorus Line“ (1975) machte sich Marvin Hamlisch einen Namen und beleuchtete inhaltlich den harten Alttag im Showtanzgeschäft. Ein weiterer Aufreger in den 70ern war das erste Rockmusical die „Rocky Horror Pictures Show“ (Richard O’Brian -1973). Neben der beißenden Satire wurden hier Moralvorstellungen zelebrierte, die so manchen Sittenwächter auf die Palme brachten. Seit der Verfilmung 1975 wurde jede Aufführung (bis heute) zu einer Kult-Veranstaltung. Sowohl auf der Bühne als auch im Kino, erscheinen die Fans kostümiert mit Utensilien und tanzen dazu ausgelassen den Time Warp (Zeitsprung). Abschließend sei „Greace“ erwähnt, dass 1971 auf die Bühne kam und 1979 verfilmt wurde. Durch die Protagonisten Olivia Newton John und John Travolta wurde der Musicalfilm ein gigantischer Erfolg.
 

Andrew Lloyd Webber (*1948): die erfolgreichsten Werke mit Zusatzangaben
Jesus Christ Superstar (1970) (Text: Tim Rice) (basierend auf dem Bibelbericht der Passion Jesu Christi)
Evita (1976) (Text: Tim Rice) (basierend auf Eva Peróns Lebensgeschichte)
Cats (1981) (basierend auf T. S. Eliot's Old Possum's Book Of Practical Cats von 1939)
Starlight Express (1984) (Text: Richard Stilgoe, erweiterter Text: Don Black)
Das Phantom der Oper (1986) (Text: Richard Stilgoe/Charles Hart) (basierend auf Gaston Leroux von 1911)
Sunset Boulevard (1993) (Text: Don Black) (basierend auf dem Billy-Wilder-Film von 1950)


In den 80er Jahren dominierte Andrew Lloyd Webber die Musicalszene, mit „Cats“ (1982), „Starlight Express“ (1994) und dem „Phantom der Oper“ (1986). Inhaltlich entsprachen die Bühnenwerke mehr einem Revuemusical, bekamen allerdings ihre Besonderheit durch die fantastischen Handlungswelten. Erfolgreiche Filmmusicals wurden „Xanadu“ (1980), „42nd Street“ (1980), „Ein Käfig voller Narren“ (1983) und „Footloose“ (1984).
Nach dem literarischen Meisterwerk von Victor Hugo „Les Miserables“, setzte der Franzose Claude-Michel Schönberg 1980 den Roman musikalisch eindrucksvoll um. In Anlehnung an Puccinis „Madam Butterfly“ schuf Schönberg 1989 das Musical „Miss Saigon“.
In Deutschland stach Birger Heymann hervor, der nach dem Drehbuch von Volker Ludwig, das Popmusical „Linie 1“ (1988) komponierte. Die satirische Milieustudie beeindruckt inhaltlich und musikalisch. Sie gibt Einblicke in das berliner Alltagsleben, mit all seinen auch negativen Facetten und bietet einen abwechslungsreichen Mix zeitgemäßer Soundarten. Der Musicalfilm wurde besonders in Ostasien sehr populär.
1989 wurde das Zeichentrickmusical „Arielle“ von Walt Disney ein Welterfolg. In den 90er Jahren knüpfte er mit weiteren Produktionen an den Erfolg an. Zeichentrickfilme, wie „Der Glöckner von Notre Dame“ (1992) und „Die Schöne und das Biest“ werden zu Filmhits, aber der „Der König der Löwen“ (1997), stellt alles in den Schatten. Mit Elton John holt sich Walt Disney erstmals einen Popmusikkomponisten und setzt damit moderne Akzente im Musical. Mit der Musik von Phill Collins „Tarzan“ wird 2008 ein weiterer Zeichentrickfilm ein Megaerfolg. Alle Walt-Disney-Musicals wurden danach erfolgreich zu Bühnenwerken umgearbeitet, wobei „Der König der Löwen“ und „Tarzan“ zu den größten Publikumsmagneten wurden. Die Disney Musicals wurde so populär, dass die klassischen Musicals es in den 90er Jahren schwer hatten. Die Bühnenwerke „Elisabeth“ (1992 - Sylvester Levay), „Sunset Boulevard“ (1993- Andrew Lloyd Webber) und „Tanz der Vampire“
(1997- Jim Steinman) schafften es, sich gegen die Disney-Produktionen durchzusetzen.
In Deutschland produzierte ein Team um Peter Maffay ein Kindermusical. Bereits 1983 hatte Maffay (zusammen mit Rolf Zuckowski) die Idee zum dem kleinen Drachen Tabaluga und 1999 entstand daraus das Bühnenstück „Tabaluga und Lilli“.
Ebenfalls 1999 setzte ein neuer Musicaltrend ein. Alan Janes und Rob Bettinson hatten 1998 die Idee, die Musik von Buddy Holly in einer Musicalstory aufzuführen. Der große Erfolg von „Buddy“ (1998), inspirierte Catherine Johnson zu einem Drehbuch und verarbeitete Song der Gruppe Abba. Das Musical „Mama Mia!“ wurde zum Kassenschlager auf der Bühne, im Film und als Video. Aufgrund des gigantischen Erfolges folgten auf den Bühnen im neuen Jahrtausend zahlreiche Popmusicals.  

Auswahl der erfolgreichsten Musicals
1927   Show Boat 1971   Jesus Christ Superstar
1943   Oklahoma 1973   Rocky Horror Pictures Show
1946   Annie get your gun 1975  A Chorus Line
1948   Kiss me, Kate 1978   Evita
1956   My Fair Lady 1982   Cats
1957   West Side Sory 1984   Starlight Express
1964   Hallo Dolly 1986   Das Phantom der Oper
1964   Anatevka 1994   Die Schöne und das Biest
1966   Cabaret 1997   Der König der Löwen
1967   Hair 1999   Mama Mia
Die Top-Ten der Musical (bis 2000)
1.  My Fair Lady (1956)  6.  A Chorus Line (1975) 
2.  Cats (1982)  7.  The Rocky Horror P. S. (1973)
3.  Phantom der Oper (1986)  8.  Cabaret (1966)
4.  Evita (1978)  9.  Starlight Express (1984)
5.  Hair  (1967) 10.  West Side Story (1957)
Bedeutende Revue/ Musicalstars
 Maurice Chevalier (1899 - 1972)                         Fred Astaire (1899 - 1987) mit Partnerin Ginger Rogers
 Josephine Baker (1906 - 1975)                           Marika Röck (1913 - 2004)                          Frank Sinatra (1915 - 1998)
 Judy Garland (1922 -1969)                                 Esther Williams (*1923)                              Sammy Davis jr. (1925 - 1990)
 Caterina Valente (*1931)                                    Liza Minnelli (*1946)                                   Barbara Streisand (*1942 )
Auswahl von Popmusical bis 2012
 Mama Mia (1999 - Abba)                                                                     Saturday Nigth Fever (1999 – Bee Gees)
 We Will Rock You (2002 – Queen)                                                     Daddy Cool  (2006 – Boney M.)
 Ich war noch niemals in N. Y. (2007- Udo Jürgens)                            Ich will Spaß  (2008 – NDW- Musik)
 Über Sieben Brücken (2009 – DDR-Rock)                                          Hinterm Horizont (2011- Udo Lindenberg)
Die erfolgreichsten Bühnenmagneten – Musical (2000 bis 2015 – in Deutschland)
 1. Der König der Löwen                      (Walt Disney) - seit 2001 immer noch Publikumsmagnet
 2. Das Phantom der Oper                   (von 1986) – begeistert ebenso ein treues Publikum
 3. Tarzan                                               (Walt Disney) – 2006 Premiere, seit 2013 in Deutsch sehr erfolgreich
 4. Mama Mia                                         (von 1999) – durch die starke Filmversion, sinkende Zuschauerzahlen auf der Bühne
 5. Sister Act                                           (2006 Premiere) – seit 2010 in Deutsch auf Erfolgskurs
 6. Hinterm Horizont                             ( Udo Lindenberg - Musical) – seit 2011 kontinuierlicher Erfolg
 7. Starlight Express                              (von 1984) – ungebrochen, noch ein Publikumsmagnet 
 8. Dirty Dancin                                     (Musicalversion von 2008) – seit 2008 in deutscher Version
 9. Rocky Balboa                                    (2012) – erstes deutsches Musical am Broadway
10. Tanz der Vampire                           (Premiere 1997 in Wien) – ab 2000 in Deutschland