Die 50er Jahre - Politisch

Die 50er Jahre (Politische Betrachtung)

0.  Allgemeine Betrachtung

Die Themen der Zeit  (50-er Jahre)
1. Korea – Krieg (25.06. 1950 – 27.07. 1953)
2. McCarthys – Kommunistenjagd  in den USA ( 1947 – 1954)
3. Rassismus / USA & Südafrika
4. Kollektivierung (LPG)  in der DDR
5. Joseph Stalins Tod - 1953
6. Volksaufstand  (Unruhen) 1953 in der DDR
7. Aufstände in Polen und Ungarn 1956
8. Wiederbewaffnung der BRD - 1955
9. Die Sueskrise 1956 
10. Algerienkrieg:

0. Allgemeine Betrachtung

Der Kalte Krieg der Systeme verschärfte sich und wurde auf der Weltbühne ausgetragen. Die Sowjetunion auf der einen und die USA auf der anderen Seite, sie zogen die Fäden im Weltgeschehen. Dabei bedrohte zunehmend der kommunistische Geist die imperialen Mächte.
Die Kolonien Asiens und Afrikas strebten nach ihrer Unabhängigkeit und besonders in Korea und Vietnam führten Kommunisten den Widerstand an. Auch in Europa drohte die Gefahr eines sozialistischen Griechenlands.
Innenpolitisch betrieb die USA über Senator McCarthy eine Kommunistenverfolgung, deren Grenzen zur Bürgerrechtsbewegung fließend war. Höhepunkt war der Fall Rosenberg, der zum juristischen Skandal ausartete und die Welt empörte. Das stalinistische System der UdSSR dagegen knebelte die Demokratiebewegungen in seinen Vasallenstaaten. Unruhen in der DDR, Polen und Ungarn rollten sowjetische Panzer nieder. Entsetzt reagierte die Welt darauf, verunsicherten die Unabhängigkeitsbewegungen und die Kommunisten in der kapitalistischen Welt. Italienische und französische Kommunisten distanzierten sich zunehmend vom Moskauer Kurs. Und nach Stalins Tod schien sich der sowjetische Kommunismus langsam zu reformieren.
Das kam der DDR zugute, die von mehreren Staaten als souveränes Land anerkannt wurde.
Der DDR blieb aber insgesamt die rechtmäßige Anerkennung als Staat verwehrt. Als rechtmäßig demokratisch gewählte Regierung wurde die Bundesrepublik angesehen und erhielt über die westlichen Alliierten den Vertreteranspruch für Deutschland. Das hieß unter anderem, die DDR durfte nicht an der Fußballweltmeisterschaft teilnehmen und deren Sportler mussten bei Olympischen Spielen unter dem Banner der BRD starten.
Trotz der Isolation durch die Westmächte stabilisierte sich das Land, der Lebensstandard stieg langsam und im Umgang mit dem Volk wurde das Regime etwas liberaler. Im Vergleich zur BRD, gingen vielen der Demokratisierungsprozess und die Wohlstandssteigerung zu langsam. Es waren vor allem Fachkräfte, die der DDR den Rücken kehrten. Durch diesen Exodus wurde die Staatssicherheit immer aktiver und überwachte verstärkt das eigene Volk.
Die Bundesrepublik dagegen erlebte einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung, der sich deutlich im Lebensstandard niederschlug. Im Rausche des Wohlstandes gab es nur mäßigen Protest gegen die Gründung der Bundeswehr und deren Eingliederung in die NATO. Auch ein Verbot der KPD interessierte kaum einen. Viel lieber sonnte man sich fußballerisch als Weltmeister und die Aufhebung der Visumpflicht gestattete das Reisen ins Ausland. Italien wurde das beliebteste Reiseland der Deutschen. Sie lauschten musikalisch der Swing-musik und die Jugend begeisterte sich für den Rock’n Roll.  Western-, Heimat- und Monumentalfilme locken in die Kinos und das Fernsehen setzte sich langsam durch und außerdem wurde die Currywurst und das Toast Hawaii erfunden. Der Bundesbürger wollte Leben und die Zeiten des Krieges vergessen. Die Arbeitsbedingungen verbesserten sich stetig und die Arbeitslosigkeit sank rapide, sodass Mitte der 50er Jahre Gastarbeiter aus Italien kamen. Obwohl die 50er Jahre international ein politisch kaltes Jahrzehnt war, zeichnete sich am Horizont ein neuer Zeitgeist an. In der Konkurrenz zum Sozialismus entwickelte sich in den kapitalistischen Staaten ein Demokratieverständnis, das nicht mehr umkehrbar war.

1. Korea – Krieg (25.06. 1950 – 27.07. 1953)

Mit der Kapitulation Japans im 2. Weltkrieg wurde zugleich Korea militärisch geteilt. Durch Verhandlungen mit den Alliierten wurde der 38. Breitengrad als Grenze festgelegt. Der Norden war von sowjetischen Truppen besetzt und der Süden durfte noch von Japan verwaltet werden. Kurz darauf entzogen die Amerikaner den Japanern die Oberhoheit über Korea und gaben den Weg frei für ein vereintes Land, ließen aber keine kommunistische Exilregierung zu.
Im Norden rief die kommunistische Regierung die Demokratische Volksrepublik Korea (KVDR) aus und erhob Anspruch auf ganz Korea. Die amerikanische Verwaltung Südkoreas betrachtete das Regime des Nordens als nicht gewählt und verlangte demokratische Neuwahlen für das gesamte Land. Nachdem diesbezügliche Verhandlungen 1947 scheiterten, ließen die USA separate Wahlen in Südkorea durchführen. Mit dem behindern der Kommunisten siegte eine bürgerliche Allianz und gründete 1948 die Republik Korea. Nach abwechselnden Grenzverletzungen eskalierte der Konflikt zwischen beiden Staaten und am 25. Juni 1950 überschritt die nordkoreanische Volksarmee die Grenze.
US-Präsident Truman ließ sofort alle US-Bürger mit der Luftwaffe evakuieren und setzte die US-Truppen in Japan in höchste Alarmbereitschaft. Die USA beraumte eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats an und wollte für ein militärisches Eingreifen autorisiert werden. Trotzdem die UdSSR mit ihrem Vetorecht die Abstimmung verhinderte wurden
US-Truppen von Japan nach Korea verlegt und am 27. Juni ordnet US-General Douglas MacArthur Luftangriffe auf nordkoreanische Streitkräfte südlich des 38. Breitengrades an. Als Seoul am 28. Juni von Nordkorea erobert wird, befahl der US-Präsident den Einsatz von Bodentruppen in Korea. Bedingt durch die Situation das Nordkorea als Angreifer verurteilt wurde, legitimierte die UNO den militärischen Einsatz der USA und ließ die Hilfe internationaler Einheiten zu.
Als Erstes griffen australische Truppen in den Krieg auf Seiten Südkoreas ein. Es folgten Militäreinheiten aus Belgien, Luxemburg, Kanada, Kolumbien, Äthiopien, Frankreich, Niederlande, Griechenland, Neuseeland, den Philippinen, Südafrika, Thailand, Türkei und Großbritannien. Trotz der Hilfe schrumpfte das südkoreanische Territorium auf ein kleines Gebiet rund um Pusan zusammen und wurde unter hohen Verlusten gehalten. Mit einer waghalsigen Landung bei Incheon (b. Seoul) schnitten die Amerikaner den Nordkoreanern die Nachschublinie ab, wodurch im September 1950 die südkoreanische Truppenallianz zur Gegenoffensive übergehen konnte und die nordkoreanischen Streitkräfte aufrieb. Schnelle Gebietsgewinne hatten zur Folge, dass versprengte nordkoreanische Soldaten als Partisanen aktiv wurden. Ungeachtet dessen überschritten südkoreanische Truppen am 30. September den 38. Breitengrad. Da die UNO-Truppen nur das Mandat zur Befreiung Südkoreas hatten, wurde ihnen am 7. Oktober die Erlaubnis erteilt für ein vereintes Korea zu kämpfen. Aufgrund dessen entsandte die Sowjetunion Jagdfliegereinheiten und fügte der US-Luftwaffe unerwartete Verluste zu. Ungeachtet dessen näherte sich die Bodenoffensive von der Mandschurei, wodurch am 19. Oktober China in den Krieg eingriff. Die Gefahr eines neuen Weltkrieges stieg enorm.
Vom 26. November bis 13. Dezember 1950 tobte die Schlacht um das Chosin-Reservoir und zwang die südkoreanische Allianz zum Rückzug. Am 1. Januar 1951 sammelten sich die nordkoreanischen Verbündeten zur Offensive und wieder musste Seoul geräumt werden.
Erst im März 1951 wurde die Stadt von der UN-Allianz zurückerobert und mündete am 38. Breitengrad in einen Stellungskrieg. Die letzte große und blutigste Schlacht dauerte vom 13. September bis zum 15. Oktober 1951 an.
Als Schlacht von Heartbreak Ridge wurden die Kämpfe bekannt, die hohe Verluste auf beide Seiten kostete, ohne wesentliche Stellungsvorteile. Der gegenseitige Wunsch nach einem Waffenstillstand brachte die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch.

Da die Forderungen der Nordallianz für den Süden inakzeptabel waren, entschloss sich die US-Luftwaffe für ein bombardieren Nordkoreas mit Billigung der UNO und sollte die Sowjetunion und China zum schnelleren Einlenken zwingen. Die US Air Force verwüstete daraufhin Nordkorea und testete dabei die Wirkung des Kampfstoffes Napalm. Etwa eine Million Zivilisten wurden Opfer der Bomben oder verbrannten durch das Napalm. Am 27. Juli 1953 erreichte die UNO ein Waffenstillstandsabkommen, obwohl die Sowjetunion bereits seit dem 10. Juli 1951 Verhandlungen anboten.
Wie nach dem 2. Weltkrieg, wurde der 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea festgelegt, sowie eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze, die von UNO-Beobachter überwacht werden sollte.
Die Bilanz des Krieges zählte zwischen 4 bis 4,5 Millionen Opfer und fast doppelt so vielen Verletzten. Neben der vollständigen Zerstörung der Industrie und gewaltigen Schäden in der Landwirtschaft waren nach dem Krieg über 3.000.000 zivile Opfer zu beklagen. 40.000 UN-Soldaten kamen schätzungsweise ums Leben, darunter waren 36.000 US-Amerikaner. Mehr als 500.000 koreanische Soldaten (Nord & Süd) und etwa 200.000 Freiwillige aus China.

Eine große Zahl von Opfern geht auf Kriegsverbrechen zurück. Auf beiden Seiten wurden erbarmungslose und menschenverachtende Gräueltaten an Zivilisten und Kriegsgefangene verübt. Bekannt wurde das Massaker von Nogeunri, bei der eine US-Einheit 400 Zivilisten niederschoss, die sie angeblich für Guerillas hielten. Unbekannt sind die Opfer des chinesischen und russischen Militärs, die auf 100.000 geschätzt werden. Nach dem Krieg starben mindestens eine halbe Million Koreaner an Hunger, Seuchen oder an Racheurteilen (Kollaborateure, Agenten, Feindhelfer). Der Krieg in Korea wird im Nachhinein als einer der furchtbarsten Kriege des 20. Jahrhunderts angesehen, der in seiner Verachtung von mensch-lichem Leben die Brutalitäten des 2. Weltkrieges überbot. Heute (2012) befindet sich Korea immer noch im Waffenstillstand, da ein Friedensvertrag bislang nicht geschlossen werden konnte.

2. McCarthys – Kommunistenjagd  in den USA ( 1947 – 1954)

Der Antikommunistische Kurs der Regierung Truman in den USA verschärfte sich in den 50er Jahren. Der Senator Joseph McCarthy erhob sich zum Chefankläger in der Zusammenarbeit mit dem Komitee für unamerikanische Umtriebe. Nachdem die Kommunisten aus den Behörden und dem öffentlichen Leben vertrieben wurden, galt es die Sympathisanten aufzuspüren. Sie sollten den kommunistischen Geist auszumerzen und richtete sich gegen alle unerwünschten Denkweisen, somit auch gegen die Forderungen der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ethel und Julius RosenbergDer KP der USA wurde 1949 vorgeworfen, Aktionen zum Sturz der Regierung vorzunehmen und klagte einige Mitglieder an. Bei der darauffolgenden juristischen Farce wurden alle Angeklagten verurteilt und sogar einige ihrer Anwälte, wegen angeblicher Missachtung des Gerichts. Aufgrund des Verfahrens löste sich die kommunistische Partei auf und ging vorerst in den Untergrund. In dem Zusammenhang wurden kommunistische Gewerkschaften verboten und jede andere Organisation drohte ähnliches, sofern sie kommunistische Mitglieder hatten.
Zahlreiche Beamte, Politiker, Künstler und Wissenschaftler mussten öffentlich ihre Gesinnung erklären. Schon bei dem geringsten Verdacht verloren sie ihre Stellung, manche wurden aus den USA ausgewiesen und einige erhielten sogar Haftstrafen. Der Schriftsteller Thomas Mann, der in die USA emigrierte, verließ deshalb wieder das Land und dem weltbe-rühmten Komiker Charlie Chaplin wurde 1952 die Rückreise in die USA verwehrt.
Das dunkelste Kapitel der Kommunistenjagd begann am 06. 03. 1951. Dem kommunistischen Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg (s. Bild) wurde unterstellt für die Sowjetunion spioniert zu haben. Sie sollten maßgeblich dafür verantwortlich gewesen sein, dass die UdSSR ab 1949 Kernwaffen produzieren konnte. Das Urteil im Indizienprozess empörte die Welt, da die juristische Beweislast fraglich war und kein Todesurteil rechtfertigte. Trotzdem wurde das Urteil am 19. 06. 1953 vollstreckt. Das Urteil wurde Anlass einer weltweiten Empörung und auch in den USA fanden die Bürger den Mut gegen McCarthys Hexenjagd zu protestierten. Zudem veränderte sich die Situation in der Weltpolitik zu Ungunsten der USA und machte es erforderlich die Strategie zu wechseln. Der Koreakrieg brachte nicht den gewünschten Erfolg, die Völker Asiens und Afrikas strebten nach ihren Vorstellungen von  Freiheit und Unabhängigkeit und die Truman Doktrin (s.u.) wurde von den meisten jungen Nationalstaaten als Einmischung verstanden. 

Da die europäischen Kolonialmächte in Afrika und Asien zunehmend an Einfluss verloren und sich die Länder dafür der Sowjetunion zuwandten, musste die USA seine Politik ändern, zumal die Truman Doktrin abschreckend wirkte. Um das Vertrauen der Völker zu gewinnen änderte sich die Außenpolitik und boten ihre Hilfe gegen terroristische Feinde an, statt einem eigenmächtigen Handel. Als selbst erklärter Musterstaat von Demokratie und Freiheit, wurde es nötig im eigenen Land undemokratische Verfahrensweisen zu ändern, die in Asien und Afrika Skepsis hervorriefen. Zum einen gehörte dazu die Rassentrennungspolitik und zum anderen McCarthys Kommunistenjagd.
Die neue Regierung unter Präsident Eisenhower stellte dazu die Weichen. Zugeständnisse in der Bürgerrechtsfrage wurden veranlasst und der Lebensstandard angehoben. Präsident Eisenhower entzog 1954 McCarthy die Legitimation und beendete die Kommunistenjagd. Im Nachhinein stellten sich zahlreiche Urteile gegen Prominente, als überzogene Willkür heraus. Es wurde ebenso bekannt, dass zahlreichen Haftstrafen die entsprechende Beweislast fehlte und sich einige Todesurteile nur auf Unterstellungen bezogen. Auffällig war, dass es besonders harte Urteile gegen farbige Bürgerrechtler gab. Ihnen wurde häufig Landesverrat oder Spionage vorgeworfen, ohne richtige Beweise.
McCarthy sah in der Bürgerrechtsbewegung die akute Gefahr, dass die Afroamerikaner eine sozialistische USA erzwingen könnten. Mit der Amtsenthebung hatte sich McCarthy vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen und glitt unter dem psychischen Druck in die Alkoholsucht ab, an deren Folgen er 1957 starb.
Die kommunistische Partei kam aus dem Untergrund hervor, stand aber unter FBI Kontrolle. Der Präsident Eisenhover betrachtete die Kommunisten nach wie vor als Kriminelle, tolerierte sie aber. Es war aber wirkungsvoller die Kommunisten über die Medien zu diffamieren und über einen luxuriösen Lebensstandard deren Argumente zu ersticken. An den Wahlergebnissen lasen die Regierenden den Erfolg ihrer Strategie ab und konnten weltweit mit der kapitalistischen Demokratie punkten. Die USA Kommunisten wurde als Lakaien der Moskauer KPdSU gesehen, die in deren Sinne ideologische Hetze betrieben.
Insgesamt spielten deshalb die Kommunisten politisch in den USA keine Rolle. Selbst die Bürgerrechtsbewegung distanzierte sich von ihnen, um einer gesellschaftlichen Vorverurteilung zu entgehen.


Truman Doktrin
In der Rede vom 12.03.1947 vom Präsident Truman, betont er das Recht auf den demokratischen Willen der Völker, für eine frei gewählte Lebensform und erklärt, welche demokratischen Voraussetzungen mindestens gegeben sein müssen. Im weiteren Wortlaut greift er alle diktatorischen Regierungssysteme an, in der eine Minderheit über die Mehrheit bestimmt und griff konkret, das kommunistische System an. Truman sieht daraufhin sein Land berufen, als Beschützer der Demokratie weltweit Eingreifen zu dürfen. Damit legalisiert er im eigenen Land die Verfahrensweise von Senator McCarthy und ein weltweit militärisches Handeln. Obwohl er es nicht konkret erwähnt, glich diese Rede einer Kriegserklärung an die Sowjetunion und die USA sah sich berechtigt, überall dort einzugreifen, wo die Sowjetunion agierte. (Griechenland, Iran, Korea, DDR).


3. Rassismus / USA & Südafrika

In den USA wurden nach dem Bürgerkrieg (1865) zwei Zusatzartikel in die Verfassung eingefügt und sprachen den Afroamerikanern die Bürgerrechte und das Wahlrecht zu. Doch vor allem in den Südstaaten wurden dagegen Grundsätze beschlossen, die jene Verfassungsrechte aufhoben. Zudem gründete sich 1865/66 der Ku-Klux-Klan, der mit Gewalt die Farbigen in ihre alte Rolle zwang. Schließlich wurde 1896 die Segregation (Gesetze der Rassentrennung) festgelegt und als Negride (Bezeichnung für die dunkelhäutige afrikanische Rasse) standen ihnen nicht die vollständigen verfassungsmäßigen Rechte zu. Sie galten zwar als Bewohner der USA, konnten aber als niedrigere Rasse (wie die Indianer und Chinesen) nicht der weißen Herrenrasse (Europiden) gleichgesetzt werden. Lediglich wurden ihnen als Einwohner die grundlegenden Rechte der Demokratie zugestanden und hieß konkret nur, dass sie keine Sklaven mehr waren. Wiederholt entbrannte durch die Humanisten der Streit über den Rassebegriff oder ob man die Negriden in die Gesellschaft integrieren und mit den Weißen gleichsetzen sollte.
Solche Vorstöße standen oft in zwielichtigen Zusammenhängen, deren Hintergründe oftmals profitabler Natur waren. Im 2. Weltkrieg wurden sie als Soldaten gebraucht und man machte ihnen Hoffnung. Nach dem der Krieg vorbei war, wurden sie mit ein paar Zugeständnisse abgespeist, aber weiter an der Rassentrennung wurde festgehalten. In den 40er und 50er Jahren ging die Bürgerrechtsbewegung der NAACP unter Thurgood Marshall neue Wege, um ihre Rechte einzuklagen. Laut dem Gesetz der Rassentrennung sollten beide Rassen gleich behandelt werden. In mehreren Verfahren konnten Ungleichbehandlungen belegt werden, aber noch windeten sich die Gerichte mit Spitzfindigkeiten heraus.
Mit dem Wechsel der außenpolitischen Strategie unter Präsident Eisenhower, wurde innenpolitisch eine Kehrtwende in der Rassenpolitik notwendig. Besonders bei den Ländern Afrikas ging mit dem Rassismus die Glaubwürdigkeit und Aufrichttp://www.biography.com/imported/images/Biography/Images/Profiles/P/Rosa-Parks-9433715-1-402.jpghtigkeit der USA verloren.

Für die Afroamerikaner überraschend, fällte 1954 der Oberste Gerichtshof ein historisches Urteil und erklärte die Rassentrennung an einer Schule in Kansas als verfassungswidrig. Obwohl das Urteil nur für eine Schule galt, empfanden die Farbigen das Urteil, als großen Sieg. Die eigentliche Geburtsstunde der Bürgerrechtsbewegung ist das Jahr 1955/56, wo zahlreiche Aktionen für Aufsehen sorgten. Speziell ging Rosa Parks (Bild) in die Geschichte ein. Sie weigerte sich, in einem Bus in Montgomery, ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Daraufhin wurde sie verhaftet, worauf der Baptistenpfarrer Martin Luther King zum Busboykott aufrief.
Am 13. November 1956 verurteilte der Oberste Gerichtshof das Busunternehmen wegen einem Verstoß gegen die Verfassung. Dieser Erfolg gab der Bürgerrechtsbewegung die Grundrichtung vor und orientierte sich beispielgebend am friedlichen Protest von Mahatma Gandhi (Indien).
Ein wichtiger Meilenstein der Bürgerrechtsbewegung waren die Vorgänge am Little Rock (Arkansas). Neun schwarzen Schülern wurde hier der Zugang zur weißen Central High School verweigert. Mit Truppen der Nationalgarde ließ der Gouverneur von Arkansas den Zugang absperren, was sich zugleich als Drohung gegen mögliche schwarze Proteste verstand. Nachdem der Präsident erfolglos mit den Rassisten verhandelte, setzte Eisenhower 22 Tage später eine Luftlandedivision ein, worauf sich die Nationalgarde zurückzog und den schwarzen Schülern den Zugang ermöglichte und den regulären Unterricht überwachte.

Das Ereignis schlug hohe Wellen und setzte den Umgang mit dem Rassismus auf die Tagesordnung. Mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams, dem gewaltlosen Widerstand und dem friedlichen Protest, wurde nachhaltig das Aufheben der Segregationspolitik gefordert. Martin Luther King wurde der Anführer der Bewegung. In den 60er Jahren sollte sich die Bürgerrechtsbewegung mit den Studentenunruhen vermischen.

Aus den südafrikanischen Provinzen Natal, Kapkolonie, Oranje-Freistaat und Transvaal wurde 1910 die Südafrikanische Union gegründet. Unter britischer Oberhoheit genoss die Union eine gewisse Autonomie, in der die weiße Bevölkerung die Union leitete. Nichtweiße hatten kein Wahlrecht und wurden auch ansonsten benachteiligt. Im Jahr 1948 gewann die Nationale Partei die Parlamentswahlen und hielt sich bis 1994 an der Macht.
Sie konkretisierte und verschärfte die Rassentrennung und verhalf den Buren (ndl.= Bauern, umfasst alle europäischen Siedler) zum politischen und wirtschaftlichen Aufstieg. Der konsequenten Umsetzung der Rassentrennung, folgte die ethnische Klassifizierung in Weiße, Asiaten (Inder), Farbige und Schwarze. Farbige waren Mischlinge, Bastarde von Weißen, denen ein paar Vorteile zuerkannt wurden. In der Praxis war eine solche Einteilung in Farbige und Schwarze kaum möglich, da die Bewertung der Hautfarbe subjektiven Eindrücken unterlag. 1950 wurde die Trennung der Wohngebiete festgeschrieben und Mischehen verboten und für das Betreten weißer Gebiete mussten Nichtweiße eine amtliche Genehmigung vorweisen können. Trotz der Repressalien genossen die Nichtweißen einen höheren Lebensstandard, als die Afrikaner in den Anrainerstaaten. Deswegen kam es zu einer erhöhten Zuwanderung, die wiederum blutige Konflikte mit den Einwanderern schürte.
1955 verfügte die Regierung hochtrabend eine Bildungsreform für die Nichtweißen. Anstelle von Mathematik und Englisch sollte den Kindern die Landwirtschaft gelehrt werden. Der Staat war an gebildete Schwarze nicht interessiert, wogegen der ANC protestierte und ab den 60er Jahren verboten wurde. Noch unter britischen Einfluss durften die schwarze Urbevölkerung sich Organisieren und gründete 1912 den ANC. Sie bestand aus der schwarzen Mittelschicht und den schwarzen Adeligen der Zulus (vorkoloniale Herrscher) und waren mehr auf eigene Vorteile bedacht, und erkannten die Vorherrschaft der Weißen an.
Die wechselvolle Geschichte des ANC steht im engen Zusammenhang mit der Form der Apartheid (Ordnung der radikalen Rassentrennung). Nachdem der ANC zur Untergrundorganisation wurde, kämpften sie mit Sabotageaktionen gegen das Rassisten-Regime. Nach mehreren Bluttaten des Regimes nahmen der offene Protest und die Unruhen zu. Aber erst in den 90er Jahren dankte die Apartheidregierung ab und 1994 gewann der ANC die ersten freien Wahlen in Südafrika.

4. Kollektivierung (LPG)  in der DDR

Die Gründung der LPG wurde notwendig, da die Versorgung der Bevölkerung unzureichend war. Durch die Bodenreform bewirtschafteten die Neubauern zu kleine Felder und der Viehbestand war zu gering. Oftmals fehlte es den Neubauern an landwirtschaftlicher Erfahrung oder eine entsprechende technische Ausstattung war nicht gegeben. Somit wurde und konnte der rationelle Einsatz von Mähdreschern oder Melkanlagen nicht genutzt werden.
Dort wo sich die VEG durchgesetzt hatte konnte rationeller zusammengearbeitet werden. Durch den garantierten Besitz
von Grund und Boden, konnten allerdings Missstimmungen und Streitigkeiten eine optimale Nutzung behindern. Die sowjetische Kolchose wurde zum Vorbild einer effektiven Landwirtschaft. Die Kollektivierung (Gemeinschaftsgeist) und Spezialisierung (Trennung der landwirtschaftlichen Bereiche) brachte in der Sowjetunion eine hohe Produktivität ein.
Im Juli 1952 beschloss die SED die Gründung der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft). Im Gegensatz zur VEG konnte jeder Werktätige, Mitglied werden und die Neubauern mussten den größten Teil des Ackers und des Viehbestandes an die Gemeinschaft abtreten. Bauern die Maschinen oder/und große Stallungen besaßen sollten sie an die Gemeinschaft abtreten und finanzstarke Bauern wurden zu Finanzbeiträgen genötigt. Im Gegenzug gehörte ihnen weiterhin formell Grund und Boden oder wurden in Genossenschaftsanteile umgemünzt, die im Rahmen der Altersvorsorge ausgezahlt wurden.
Die LPG garantierte neben den tariflichen monatlichen Leistungslohn eine staatliche Rente. Von den Vorteilen eines Angestelltenverhältnisses waren zahlreiche Bauern nicht überzeugt und weigerten sich der LPG beizutreten. Der freiwillige Eintritt durch Überzeugungsarbeit brachte nicht schnell genug den gewünschten Erfolg. Zunehmend übte der Staat massiven Druck auf die Privatbauer aus oder Verweigerer standen im Fadenkreuz der Staatssicherheit. Für jene Einzelbauern erhöhte sich stetig das Abgabesoll und/ oder ihre Waren wurden bemängelt oder erhielten aus einen anderen Grund weniger Geld. Bei der MTS (Maschinen-Traktoren-Stationen) wurden sie benachteiligt. Häufig oft standen ihnen keine Maschinen zum Ausleihen zur Verfügung und eigene Maschinen wurden verspätet oder gar nicht repariert. Am Rande der Existenz mussten viele selbstständige Bauern aufgeben oder wanderten in ihrer Verzweiflung in den Westen aus.
Bis zum Ende des Jahrzehnts hatte die SED ihr Ziel erreicht. Ab 1960 wurde die zweite
Stufe der Rationalisierung durchgesetzt. Die Genossenschaften angrenzender Orte wurden zur Groß-LPG und spezialisierten die Bereiche Tierhaltung und Pflanzenproduktion heraus. Nach den anfänglichen Widerständen erkannte die Mehrheit der Bauern den Vorteil der LPG. Im Gegensatz zu den Einzelbauern hatten die LPG-Mitglieder geregelte Arbeitszeiten, konnten Urlaub machen und je nach dem Wirtschaften wurde ihnen eine Jahresendprämie gezahlt. Zudem blieben den Bauern kleine Ackerflächen für den Eigenbedarf und bezogen preiswert Futter für eine private Viehhaltung über die LPG. Außerdem wurden sie beim Eigenheimbau unterstützt, konnten zum Studium delegiert werden und Frauen wurden durch Kindergärten entlastet. Weiterhin standen genossenschaftliche Erholungseinrichtungen zur Verfügung.
Bei Mitgliederversammlungen konnte jeder seine Meinung äußern und obwohl die Partei das Ziel bestimmte, ließen sie sich von hartnäckigen Widerständen beeindrucken.
Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die LPG nach bundesdeutschem Recht aufgelöst und auf der Basis der Bodenreform von 1945, bekamen die Bauern ihr Grund und Boden zurück. Doch dann wurde das Gesetz „Rückgabe vor Entschädigung“ beschlossen und so konnten die ehemaligen Besitzer vor 1945, ihre Ländereien und Grundstücke zurückfordern.
Dieses Gesetz verursachte erheblichen Ärger und so manche Bauern verloren plötzlich ihren Besitz und fühlten sich von den ehemaligen Großgrundbesitzer des Westens enteignet. Da aber das wiedererwerben des Landbesitzes mit erheblichen Nebenkosten verbunden war, verzichteten viele Eigentümer auf ihr Recht. Jene die auf ihr Recht behaarten, bekamen es mit wütenden Bauern und Dorfbewohnern zu tun und erhielten somit kaum Unterstützung, zumal die ehemaligen Anwesen (Gebäude) stark sanierungsbedürftig oder nicht mehr vorhanden waren. Viele Nachfahren von ehemaligen Großgrundbesitzer konnten auch nicht ihren Anspruch geltend machen. Obwohl eine große Zahl von Eigentümern auf ihren Anspruch verzichtete, so lähmte die Ungewissheit die Produktion. Der ganze Hickhack bewirkte aber, dass die Landwirtschaft im Osten handlungsunfähig war und dazu kam, dass die neuen Verkaufsketten die westdeutsche Landwirtschaft bevorteilten. Ostdeutsche Produkte wurden gezielt ausgebremst, verschwanden plötzlich aus dem Sortiment der Supermärkte. Um sich auf den Markt durchzusetzen schlossen sich nun wieder viele Bauern freiwillig zusammen und mit der Forderung der Ostbürger nach regionale Produkte, etablierte sich die ostdeutsche Landwirtschaft erfolgreich. Die LPG erwachte als GmbH zu neuen Leben, allerdings ohne der gewohnten sozialistischen Absicherung.

5. Joseph Stalins Tod - 1953 Joseph Stalin

Am 5. März 1953 verstarb Stalin im Alter von 74 Jahren. Eine gewaltige Trauerbezeugung bevölkerte den Roten Platz, sodass vor dem Lenin-Mausoleum ein dichtes Gedränge entstand, sodass dabei Personen zu Tode kamen. Die Ursache für die hohe Verehrung liegt zum einen Teil am Personenkult und zum anderen an den verbesserten Lebensbedingungen des Volkes. Der Kult ließ ihn unfehlbar erscheinen und demzufolge machten nur seine Gefolgsleute Fehler. Staatsbeamte unter Stalin saßen daher stets auf einen Schleudersitz und ungeachtet des Status einer Person, drohte bei Versagen die Hinrichtung. Das Führen eines so großen Staates verlangte ein kompromissloses Handeln, auf diese Weise wurde die Korruption von Staatsdienern eingeschränkt und vergiftete nicht die sozialistische Idee.
Im Gegensatz zur Zarenzeit ging es der Bevölkerung wesentlich besser, auch wenn nach westlichen Maßstäben das Volk eher ärmlich lebte. Zumindest brauchte keiner mehr hungern und jeder konnte sich einen bescheidenen Wohlstand aufbauen. Und wenn man nicht die Staatsmacht verärgerte, konnte die Bevölkerung gewisse Freiheiten genießen. Die einseitige Berichterstattung der Medien zeichnete ein irreales Bild über die Wirklichkeit.

Euphorisch wurde über wirtschaftlichen Erfolge berichtet und überschwänglich die sozialistischen Demokratie gefeiert, wo mit Hilfe der Diktatur des Proletariats ein kommunistischer Geist erwachte.
Über den Dschungelfunk (Hörensagen) erfuhr das Volk von den wahren Missständen.

Zu Stalins Zeiten befand sich die Wirtschaft in einer tiefen Krise, wobei in erster Linie die Folgen des 2. Weltkrieges nachwirkten. Hinzu kam der Konfrontationskurs der USA, der im Kalten Krieg nichts unversucht ließ, um die UdSSR ideologisch und wirtschaftlich zu schädigen. Neben den innenpolitischen Problemen waren sie Schutzmacht der Staaten in Osteuropa. Die große Gefahr bestand darin, dass speziell in der deutschen Ostzone der Sozialismus scheitern könnte. Damit bestand die Gefahr, dass auch das kommunistische Experiment in ganz Osteuropa gefährdet war und dadurch wiederum, die angeschlagene Wirtschaft der Sowjetunion unkalkulierbare Unruhen hervorrufen könnte. Hierin liegt eine wesentliche Ursache für das kompromisslose Handeln der Sowjetmacht, dass sich wie ein Tier in die Enge getrieben fühlte. Erbarmungslos richtete sich ihr Befreiungsschlag gegen Oppositionelle, Andersdenkende und bestechliche Funktionäre. Tausende wurden als Kriminelle hingerichtet und schätzungsweise landeten mindestens eine Million Menschen in den sibirischen Straflagern und mussten unmenschliche Haftbedingungen ertragen. Viele Strafgefangene starben, an den Umständen und jene die Überlebten, waren gebrochene und todkranke Menschen.
Nach dem Tod Stalins änderte sich die kommunistische Strategie, zumal der Kommunismus international im Aufwind war und die Handelpartner der Sowjetunion zunehmend Länder in Afrika und Asien wurden. Wie die USA, musste ebenso die Sowjetunion über die Innenpolitik für sich werben, um auf die unabhängigen Staaten politischen Einfluss nehmen zu können. Die stalinistische Diktatur minderte das Ansehen in der Welt und brachte dem sowjetischen Demokratieverständnis viel Skepsis entgegen.
Innerhalb der KPdSU entbrannte ein Richtungsstreit, bei dem sich die Reformer langsam durchsetzten. Die Funktionäre begriffen auch, dass das Kopieren des Stalinismus in den anderen sozialistischen Staaten zu einer gefährlichen Situation führte. Zu wenig wurde die kulturelle Basis und die Volksmentalität beim sozialistischen Aufbau beachtet. Auf dieser Grundlage forderte Moskau die DDR-Regierung auf, schnellstens den Regierungskurs zu wechseln. Unter der Regierung von Nikita Chruschtschow zogen sich die Reformierungsmaßnahmen in der Sowjetunion bis 1956 hin. In Hinblick auf das weltweite Ansehen distanzierte sich das Moskauer Regime von Stalin und klagte zunächst seine Verbrechen gegenüber der eigenen Partei an. Nachfolgend wurde das Land vom Stalinkult gesäubert.
Das Grab Stalins wurde aus dem Lenin-Mausoleum entfernt und an der Kremlmauer beigesetzt, die Stadt Stalingrad wurde in Wolgograd umbenannt und Skulpturen Stalins wurden überall entfernt. Auf die Bedeutung von Joseph Stalin wurde ungern eingegangen und lediglich als historische Persönlichkeit geehrt. Die Funktionäre waren bemüht ihn nicht als Held darzustellen und wollten ihn auch nicht als grausamen Despoten hinstellen. Aus heutiger Sicht kann Stalin nicht einseitig als grausamer Tyrann gesehen werden, sondern es sollten die Umstände analysiert werden und schließlich braucht jeder Diktator die Basis einer Gefolgschaft.


Anmerkung:
Kommunismus (lat. communis = gemeinsam) à hat zum Ziel eine klassenlose Gesellschaft, ohne dem Privat-eigentum an Produktionsmitteln und einem umerzogenen Menschen, der den egoistischen Geist zügelt und dem gemeinschaftlichen Leben dient = eine Art moderne Urgesellschaft mit einer leitenden Instanz.
Die Anarchie verfolgt einen ähnlichen Weg und setzt auf die Vernunft des Menschen, sodass keine Leitung/ Herrschaft notwendig ist.
Sozialismus (lat. socialis = kameradschaftlich) ist im Prinzip der Weg zum Kommunismus. Grundlegend ist eine Umgestaltung der Gesellschaft, die den Menschen zu einem verantwortlichen Miteinander leiten will und sich gegen jede Form der Ausbeutung richtet. Karl Marx und Friedrich Engels formulierten dazu ihre Philosophie und gaben die Grundrichtung der gesellschaftlichen Erneuerung vor. Trotzdem ist die Umsetzung der Idee immer ein Experiment, zumal Karl Marx auf der Basis seiner Zeit die Theorie erstellte und damit seine Lehre zeitbezogen angepasst werden musste.


6. Volksaufstand  (Unruhen) 1953 in der DDR

In der DDR spitzte sich die Lage dramatisch zu. Die Planwirtschaft schrieb rote Zahlen und verausgabte sich mit dem Aufbau der Schwerindustrie. Um die wirtschaftlichen Defizite auszugleichen forderte der Staat von den Bauern, Handels- und Gewerbebetrieben höhere Abgaben. Im Zuge dessen mussten Steuererhöhungen und Gehalts- und Prämienkürzungen hingenommen werden. Das Volk murrte hörbarer, zumal die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie nicht den Bedarf abdecken konnte.
Die Kollektivierungsmaßnahme von 1952 löste bislang nicht das Ernährungsproblem. Dazu verursachten maßgeblich rebellierende Bauern erhebliche Ernteeinbußen im Herbst 1952. Statt die Wogen durch Gespräche zu glätten, reagiert der Staat kurzsichtig mit Härte und erhöhte seine Abgabeforderung. In der Summe drohte der DDR im Frühjahr 1953 eine ernste Ernährungskrise. Enttäuscht vom Sozialismus kehrten zahlreiche Bürger der DDR in Richtung Westen den Rücken und gefährdeten damit die Wirtschaft. Dazu heizten Verhöre, Verhaftungen, Drohungen und Straflager (die überquollen) den Volkszorn an. Ungeachtet dessen beschloss das Zentralkomitee der SED im Mai eine Normerhöhung von 10 %.
Die Sowjetunion zitierte daraufhin die DDR-Führung nach Moskau und Wladimir Semjonow forderte die SED dringend zum Kurswechsel auf. Semjonow soll vorgeschlagen haben, alle Steuer und Preiserhöhungen aufzuheben; Handwerker, Einzelhändler und private Industriebetriebe sollten die Rückgabe ihrer Geschäfte und Betriebe beantragen können; konfiszierte Maschinen waren zurückzugeben; alle politischen Verhaftungen und Urteile sollten überprüft werden und die Kampagne gegen die Kirche eingestellt werden.
Nur zaghaft wurde der empfohlene Kurs umgesetzt und rehabilitierte zunächst die Christen (Rückgabe von Gebäuden, Haftentlassung, Schüler wurden zum Abitur zugelassen). Die stalinistisch orientierte Regierung tat sich schwer Reformen umzusetzen, zumindest unterließen sie willkürliche Stromabschaltungen (wie bisher). An der umstrittenen Normerhöhung hielt die Staatsführung fest, worauf es zu kleineren Protestversammlungen und Demonstrationen kam. Anstatt deeskalierend zu reagieren, rechtfertigte die Regierung über die Gewerkschaftszeitung Tribüne die Normerhöhung. 
Am Dienstag, dem 16. Juni legten an zwei Berliner Großbaustellen die Bauarbeiter vom Block 40 in der Stalinallee und dem Krankenhausneubau in Friedrichshain die Arbeit nieder. Der Westberliner Sender RIAS war über den abgesprochenen Streik informiert und berichtete darüber. Es formierte sich ein Protestzug zum Gewerkschaftsgebäude, wo die Funktionäre den Arbeitern die Anhörung verweigerten. Beim anschließenden Marsch zum Regierungsgebäude vergrößerte sich die Zahl der Demonstranten und erzürnte Stimmen forderten den Rücktritt der Regierung und forderten freie Wahlen. Enttäuschend für die Demonstranten, teilte lediglich ein Regierungsvertreter die Rücknahme der Normerhöhung mit. Die wütende Menge sah darin ein Täuschungsmanöver und verlangte ein offenes Gespräch mit den Regierenden. Nachdem die Funktionäre ablehnten marschierte der Protestzug zum Strausberger Platz und rief dort zum Generalstreik auf. Die Berichterstattung vom RIAS trug entscheidend dazu bei, dass sich die Protestbewegung von Berlin über die ganze DDR ausbreitete.
Am Morgen des 17. Juni erstreckte sich der Protest über die gesamte DDR und es brachen an manchen Orten schwere Unruhen aus (in der BRD als Aufstand des 17. Juni bezeichnet).
Die Belegschaften zahlreicher Betriebe streikten und formierten sich zu Demonstrationszügen. Da der RIAS ausschließlich über die Proteste in Berlin berichtete, ahnte noch keiner die nationale Dimension der Auflehnung. In über 500 Orten kam es zu Streiks und Kundgebungen, die zum Teil von schweren Gewalttätigkeiten gegen Parteifunktionäre oder Angriffen auf Einrichtungen (Amtsgebäude, Polizeidienststellen) begleitet wurden.
Aufgrund der Spontanität und dem nachträglichen Vertuschen durch das SED Regimes, gibt es keine gesicherten Angaben. Schätzungsweise nahmen eine Million Menschen aktiv an den Protesten teil. Allein in Berlin wurden bei Zusammenstößen 46 Polizisten verletzt, es gab zwei schwere Brandanschläge und es entstand ein Sachschaden von 500.000 Mark. Bei schweren Übergriffen wurden in mehreren Orten Stasi-Mitarbeiter, SED-Mitglieder und Polizisten demütigend gequält oder gelyncht. Mindestens zwei Staatsbeamte wurden ermordet, aber die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Vermutlich wurden 20 Funktionäre getötet und mehr als 100 erheblich verletzt. Eine solche Schmach wollte sich das DDR-Regime nicht eingestehen und verschwieg die Übergriffe.
Während des 17. Junis flüchtete die DDR-Regierung nach Karlshorst unter den Schutz der sowjetischen Kommandantur. Um 14 Uhr erklärte Ministerpräsident Otto Grotewohl im DDR-Rundfunk, amtlich die Rücknahme der Normenerhöhungen und verurteilte gleichzeitig die Unruhen als provokativen Akt faschistischer Agenten und griff versteckt den Sender RIAS an, der zum Katalysator der Unruhen wurde. Im Gegensatz zum RIAS hielt sich der SFB (Radio) eher bedeckt. Ebenso hielten sich die Alliierten Schutzmächte mit einer Meinung zurück.
Die sowjetischen Behörden verhängten den Ausnahmezustand über die DDR und verkündeten das Kriegsrecht, wodurch die UdSSR die Regierungsgewalt übernahm und erst am 11. Juli 1953 wieder aufhob. Die einrückenden sowjetischen Truppen demonstrierten mit Panzer ihre Präsenz, dass ausreichte um die Demonstranten zu beeindrucken. Die Kundgebungen lösten sich auf und es kam zu keinem nennenswerten Konflikte mit dem Militär.
Am späten Nachmittag hatten die sowjetischen Truppen das Land weitgehend unter Kontrolle. Hier und da flammten in der Folgezeit kleinere Proteste auf, erreichten aber nicht mehr die Ausmaße, wie am Vormittag. Bei den Unruhen wurden etwa 70 Demonstranten getötet. Sie wurden Opfer bei Angriffen auf Amtsgebäude oder dem Vereiteln einer Gewalt-tat, durch die Polizei oder wurden Opfer der sowjetischen Ordnungsaktionen.
Bei der folgenden Verhaftungswelle wurden 6.000 Personen inhaftiert. 1.526 Bürgern wurde der Prozess gemacht (2 Todesurteile, 3 x lebenslänglich, 112 x Haftstrafen von 5 bis 15 Jahren, 1370 x Haftstrafen bis 5 Jahre, und etwa 40 Freisprüche).
Das SED-Regime wertete die Unruhen als Putschversuch von außen, anstatt wenigstens eine Mitschuld einzuräumen. Selbst Kommunisten die Kritik übten und dringend Reformen forderten wurden kurzerhand von der Partei ausgeschlossen. Das Regime wollte offenbar einen Richtungsstreit verhindern, wodurch die schwellende Ruhe doch noch zum Aufstand ausarten konnte. In den Medien wurden die Unruhen bagatellisiert und als Sieg der sozia-listischen Idee über die revanchistische Provokation dargestellt. Genaue Fakten über die Unruhen sind sehr vage und basieren auf Augenzeugenberichte, aber sicherlich konnte von einem Aufstand nicht die Rede sein. Dennoch machte die Bevölkerung ihrem Ärger Luft, war aber nicht bereit zu den Waffen zu greifen. International war das Echo verhalten.

Die USA befand sich noch im Koreakrieg und ein politischer Umbruch deute sich an, deshalb war ihre Kritik zurückhaltend. Briten sahen das Eingreifen des sowjetischen Militärs sogar als legitim an. Objektiv gesehen, fanden am 17. Juni örtlich massive Ausschreitungen statt, die vom SED-Regime selbst verursacht worden sind. Deshalb muss jedes einzelne Opfer dem damaligen Regime in Rechnung gestellt werden, auch wenn der RIAS durch das Aufputschen der Bevölkerung eine Mitverantwortung trug.

7. Aufstände in Polen und Ungarn 1956

Arbeiteraufstand in Poznan im Juni 1956 
Der Aufbau eines kommunistischen Polens wurde unter Parteichef Boleslaw Bierut mit harter Hand, selbstherrlich und rücksichtslos durchgeführt. Der Diktator führte das Land in eine schwere Wirtschaftskrise, war verantwortlich für erhebliche Missstände, Willkürmaßnahmen und einer mangelhaften Versorgung. Als er im März 1956 starb, hinterließ er ein instabiles Polen. Anstatt das brodelnde Unbehagen zu beruhigen, verloren sich die Parteigenossen im Richtungsstreit. Bereits seit dem Sommer 1955 klagten die Stahlarbeiter immer wieder über unwürdige Arbeitsbedingungen, wetterten gegen eine Normerhöhung für die es keine Basis gab und sie wollten endlich einen gerechten Lohn für ihre Arbeit.
Obwohl vor Ort auf Arbeiterversammlungen Zugeständnisse ausgehandelt wurden, widerrief eine höhere Instanz die Vereinbarungen und löste somit den wütenden Protest aus.

Am 28. Juni 1956 demonstrierten 100.000 Menschen gegen die Arbeitsnormen und verlangten bessere Lebensbedingungen. Anstatt zu verhandeln, schickte die Regierung das Militär. Die Mehrheit beugte sich dem Militär und löste den Protest auf.
Einigen Demonstranten war es gelungen sich über Polizeistationen zu bewaffnen und leisteten heftigen Widerstand im Häuserkampf. Am Ende starben 57 Menschen und 700 wurden verhaftet. Im ganzen Land war die Empörung über die Ereignisse in Poznań groß und überall entbrannten spontane Proteste, die vielerorts von Ausschreitungen begleitet wurden. Einerseits konnte die Armee und Polizei für Ruhe und Ordnung sorgen und anderseits wartete die Bevölkerung gespannt auf die Wahl des neuen Parteichefs und einen gerechten Prozess-verlauf gegen 58 Aufständische.
Im Oktober wurde der Reformer Wladyslaw Gomulka Regierungschef, der sofort den Prozess gegen die Aufständischen einstellen ließ und es sollten die alle Urteile gegen politische Gefangene überprüft werden. Bis zum Jahresende formulierte er weitere Reformen, die auf eine verbesserte Lebensweise der Bevölkerung zielte, die Vereinbarungen vor dem Aufstand für gültig erklärte und der Arbeiterschaft größere Mitspracherechte einräumte. 
Der KPdSU (Sowjetunion) war der Gomulka Kurs zu liberal und befürchtete, dass Polen aus der sozialistischen Gemeinschaft ausbrechen könnte. Moskau brachte sein Missfallen zum Ausdruck und drohte mit einem militärischen Einschreiten. In einer Rede unterstrich aber der neue Regierungschef die feste Bindung Polens an die UdSSR, mit der sich der Kreml-Chef Nikita Chruschtschow zufriedengab.

Volksaufstand 1956 in Ungarn
Nach Stalins Tod bekamen die Reformkräfte unter Imre Nagy Oberwasser und zwangen den Diktator Rákosi Teile der Macht abzutreten. Mátyás Rákosi hatte sich durch den Personenkult und dem Terror der AVH unbeliebt gemacht. Ungarns Wirtschaft war zwar unter ihm im Aufwind, sparte jedoch am Lebensstandard der Bevölkerung.
Unter Nagy stieg der Lebensstandard spürbar an, doch die Wirtschaft stagnierte. Im April 1955 setzten sich die Stalinisten erneut durch und tauschten im Zuge der Endstalinisierung http://www.hdg.de/lemo/img_hd/bestand/objekte/biografien/nagy-imre_foto_LEMO-F-6-096_dpa.jpg(in der Sowjetunion) in Ungarn nur die Namen aus. Rákosi trat zugunsten Ernő Gerő zurück. Daraufhin entwickelte sich ein Studentenprotest, der nach Vorbild der polnischen Regierung Gomulka, eine Erklärung verfasste. In dem Aufruf forderten die Studenten am 22. Oktober 1956 freiheitliche Grundrechte, ein Mehrparteiensystem und die nationale Unabhängigkeit.
Am 23. Oktober folgten 200.000 Demonstranten den Appell und versammelten sich vor dem Regierungsgebäude und gaben den Forderungen Nachdruck. Vom Protest in die Enge getrieben ernannte das Parlament den Reformer Imry Nagy (s. Bild) erneut zum Ministerpräsidenten. Allerdings griffen die sowjetischen Streitkräfte ohne Ersuchen der ungarischen Regierung ein und eröffneten das Feuer auf Demonstranten. Daraufhin entlud sich der Volkszorn, worauf sich die sowjetischen Truppen zurückzogen. Dennoch griffen am 24. Oktober die Unruhen auf das ganze Land über und erreichten die Ausmaße eines Aufstandes. Neben einem landesweiten Generalstreik bildeten sich Revolutionsräte und große Teile des Militärs verbündeten sich mit den Aufständischen. Die Regierung setzte Ernő Gerő ab, während die Staatssicherheit (AVH) vor dem Parlament, auf sich nähernde Demonstranten schießen ließ (etwa 100 Tote).
Am 27. Oktober wurde Imre Nagy zum Regierungschef ausgerufen, der sofort die AVH auflöste und den Volkszorn für gerechtfertigt erklärte. Auf der Grundlage der Anerkennung des Aufstandes, stellte er freie Wahlen in Aussicht. Auf Geheiß Moskaus sollte sich das sowjetische Militär zunächst weiterhin zurückhalten. Die Gefahr eines Bürgerkrieges war zu groß und das Ansehen der UdSSR stand auf dem Spiel. Schließlich verkündete, die Regierung Nagy, am 1. November die Neutralität Ungarns. Damit hatte Nagy den Bogen überspannt und Chruschtschow beauftragte die sowjetischen Truppen mit der Niederschlagung des Aufstandes. Zunächst wurde das Regierungsgebäude besetzt. Vom 4. bis 15. November tobten heftige Kämpfe in Budapest und nach offiziellen Angaben starben dabei 2.500 ungarische Kämpfer und 720 sowjetische Soldaten.
Die Dunkelziffer soll um ein Vielfaches höher liegen. Während der Kämpfe hoffte Ungarn auf die Hilfe der Westmächte, die jedoch ausblieb. Für die Westmächte war Ungarn strategisch unbedeutend, zudem hatten die Briten und Franzosen ihre Probleme in Nordafrika. Nach der Zerschlagung des Aufstandes flohen über 200.000 Menschen über Österreich in den Westen. Imre Nagy und der Verteidigungsminister Pál Maléter wurden als Anführer des Aufstandes hingerichtet. Weitere 350 Personen wurden in diesem Zusammenhang ermordet.

8. Wiederbewaffnung der BRD - 1955

Nach dem 2. Weltkrieg beschlossen die Alliierten die völlige Endmilitarisierung Deutschlands. Im Zuge des Kalten Krieges, gab es nach der Gründung der BRD, von Seitens der USA, ein großes Interesse an der Aufstellung westdeutscher Streitkräfte. Konrad Adenauer teilte die Auffassung und ließ 1949 die Diskussion um die Wiederbewaffnung aufflammen, die unter heftigen Protest der SPD abgelehnt wurde. Die Notwendigkeit zur Grenzsicherung dagegen wurde gebilligt, worauf sich 1951 der Bundesgrenzschutz gründete.
Den USA war das zu wenig und heizte die Diskussion um die Wiederbewaffnung erneut an. Es kam zwar zu Demonstrationen und Protesten, doch die Mehrheit der Bundesbürger genoss lieber den Aufschwung und folgte den Argumenten der Regierung. Gegen die Stimmen der SPD entschied sich der Bundestag für einen deutschen Verteidigungsbeitrag. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der Weltlage, forderte der Oberkommandierende der NATO, General Matthew B. Ridgway, am 13. Januar 1953, die sofortige Aufstellung deutscher Streitkräfte. Im Sinne des Verteidigungsbeitrages leistete die Bundesrepublik zunächst nur einen finanziellen Beitrag. Auf der Londoner Konferenz wurde 1954 der Beitritt der BRD zur NATO beschlossen. Am 30. Juni 1955 wurde ein Abkommen über die gegenseitige Verteidigungshilfe zwischen den USA und der Bundesrepublik unterzeichnet, dass auch eine Stationierung von Atomwaffen vorsah.
Offiziell trat die BRD am 9. Mai 1955 der NATO bei und wurde von den USA mit Waffen ausgerüstet. Ab dem 10. Oktober 1955 wurden die ersten freiwilligen Soldaten vereidigt.
Am 22. Mai 1956 trat die Ergänzung zum Grundgesetz-Artikel 87 a in Kraft und regelte die allgemeine Wehrpflicht.
Eine ständige Kritik begleitete die Wiederbewaffnung und nahm an Heftigkeit zu, als bekannt wurde, dass ehemalige Offiziere der Wehrmacht und Anhänger des NS-Regimes zu den ersten Freiwilligen gehörten und Führungsaufgaben übernehmen sollten. Die Regierung verteidigte sich mit intensiven Schulungsmaßnahmen aller freiwilligen Rekruten.
Sie betonten, dass sie jedem Soldaten die demokratischen Werte der Bundeswehr verdeutlicht haben.
Im Gegenzug zur Bundeswehr gründete sich am 18. Januar 1956 die Nationale Volksarmee (NVA) in der DDR. Bereits am 14. Mai 1955 gehörte die DDR zu den Gründungsmitgliedern des Warschauer Paktes, deren Mitglieder genaugenommen Vasallen der Sowjetunion waren.

9. Die Sueskrise 1956  (Oktober 1956)

Im Herbst 1956 eskalierte der Konflikt zur militärischen Intervention einer Allianz aus Großbritannien, Frankreich und Israel in Ägypten. Anlass war die Verstaatlichung der britisch-französischen Sueskanal-Gesellschaft durch den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser. Der Suezkanal war wirtschaftlich für Großbritannien von größter Bedeutung. Abdel Nasser strebte vor allem danach sich aus dem britischen Einfluss zu lösen. Nachdem Verhandlungen über die Nutzungsrechte ergebnislos verliefen, schmiedeten Frankreich und Großbritannien Pläne zum Sturz des ägyptischen Präsidenten. Frankreich war besonders daran interessiert, die ägyptische Hilfe für die algerische Befreiungsbewegung zu stoppen.
Zunächst wollten die Kolonialmächte international ihr Gesicht wahren und schickten Israel in den Stellvertreterkrieg, die sich ihrerseits von der arabischen Umklammerung lösen wollten. Als Friedensbringer wollten Briten und Franzosen die Konfliktparteien trennen.

Sie forderten Israel und Ägypten auf die Sinai-Halbinsel militärisch zu räumen und sich 10 Meilen vom Suezkanal zurückziehen. Ägypten wies die Forderung zurück, worauf Briten und Franzosen einen Kriegsgrund hatten. Am 31. Oktober 1956 griff die britisch/ französische Luftwaffe ägyptische Flughäfen an und landete Truppen am Sueskanal. Die Invasion brachte die ägyptische Armee an den Rand der völligen Vernichtung. Die USA und die Sowjetunion klagten das anglo-französische Unternehmen vor der UNO an. Briten und Franzosen waren von der Anklage der USA völlig überrascht.
Angesichts des zusammenbrechenden Kolonialreiches der Europäer suchte die USA gute Beziehungen zur Dritten Welt, um ihrerseits Einfluss auf die Staaten Afrikas und Asiens zu gewinnen. Die UNO forderte Briten, Franzosen und Israelis auf sich aus Ägypten zurückzuziehen. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen drohte die Sowjetunion den Briten und Franzosen mit einem Atomschlag gegen ihre Städte. Die Invasoren zogen sich zurück und Abdel Nasser ging gestärkt aus dem Konflikt hervor. Mit der engeren Bindung an die Sowjetunion, stieg er im Nahen Osten zur Führungsperson der arabischen Welt auf. Neben der Sowjetunion stärkte die USA erheblich ihren Einfluss in der Krisenregion und Israel wurde zur wichtigsten Marionette US-amerikanischer Außenpolitik. Infolge des Krieges war der Suezkanal erst im April 1957 wieder passierbar und die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien waren die großen Verlierer.

10. Algerienkrieg: (1. November 1954 bis 19. März 1962)

Nach 2. Weltkrieg eskalierte der schwelende Konflikt zwischen einheimischen Muslime und Algerienfranzosen, und schlug wegen der Neusiedler in gegenseitige Gewalt um. Beruhigende Maßnahmen gegenüber der Muslime stellten sich als List heraus, worauf sich die Untergrundpartei FLN bildete und am 01.11. 1954 mit einer Reihe von Terrorakten den Befreiungskrieg begann. Das französische Militär antwortet mit überzogenen Gewaltakten gegenüber der Bevölkerung und nach dem Massaker von Philippeville (20. 08. 1955), bekam der Widerstand einen regen Zulauf. Am 30. 09. 1956 wurde Algier das Ziel von Terroranschlägen. Daraufhin schlug General Jacques Massu mit einer Serie von Folterungen und Hinrichtungen gegenüber Verdächtigen unverhältnismäßig zurück.
Die brutale Vorgehensweise zerschlug 1957 große Teile des Widerstandes. In der Welt und in Frankreich wurden die Gräueltaten des Militärs scharf verurteilt, worauf das Parlament Pläne über ein unabhängiges Algerien vorschlug.
Die Algerienfranzosen waren darüber verärgert und ihr General Massu drohte dem Mutterland Frankreich militärisch und forderte den Pro-Algerien Politiker Charles de Gaulle als Präsident. Das französische Parlament gab dem Druck nach. Präsident Charles de Gaulle reiste nach dem Amtsantritt sofort nach Algerien und ließ dort ein Referendum durchführen. Eine eindeutige Mehrheit sprach sich für die Einheit von Algerien und Frankreich aus.

Bei der Wahl kam es jedoch zu erheblichen Unregelmäßigkeiten. Speziell der massive Druck auf Muslime bei der Wahl veranlasste die FLN zu verstärkten Aktivitäten. Eine Serie von Anschlägen in Algerien und Frankreich bewegte das Pariser Parlament General Maurice Challe mit der militärischen Offensive nach Algerien zu schicken. Die aufgestockten Truppen in Algerien führten eine radiale und rücksichtslose Säuberungsaktion durch. Zwei Millionen Algerier wurden bis Ende 1959 in Lagern zwangsinterniert, um sie vom Widerstand zu trennen. Das grausame Vorgehen des Militärs entfachte erneut weltweite Empörung und De Gaulle musste Handeln. Er befürwortete die begrenzte Unabhängigkeit Algeriens und das französische Volk stimmte zu.
In Algerien indes wuchs der Widerstand gegen diese Entscheidung und es ging sogar soweit, dass das Militär in Algerien zu einem Bürgerkrieg mit Frankreich bereit war. Angesichts massiver Demonstrationen in Frankreich, war das algerische Millitär zum Einlenken bereit. Lediglich die Terrorgruppe OAS wollte weiterhin die Rücknahme des Referendums erzwingen und die FLN war mit dem Angebot aus Paris auch nicht einverstanden.
In der Folgezeit zogen terroristische Anschläge der FLN und der OAS eine blutige Spur durch Algerien. Der wachsende Druck der Öffentlichkeit veranlasste De Gaulle die Unabhängigkeit von Algerien zufriedenstellend auszuhandeln.