3.3. Kleinkind Erde

Egoist Kleinkind

Das Kleinkind lernt nun laufen und erkundet die begrenzte Welt, und wird vorrangig von der häuslichen Atmosphäre geprägt. Bewusst erforscht es die riesigen Räume der Wohnung, nimmt seine Eltern bewusste war, lernt deren Sprache und will mit ihnen kommunizieren. Die Eltern sind für das Kind Orientierungspunkt und Entwicklungsquelle. Indem der Sprössling ihnen nacheifert, sie imitiert und wohlwollende Methoden testet, nährt es sein Ego. In der Ich-Bezogenheit begreift es sich als Mittelpunkt im Umfeld und lernt die Sprache der Eltern nur deswegen, um leichter egoistische Ziele durchsetzen zu können.

Wenn die Eltern in dieser Phase versäumen Grenzen zu setzen, wird das Kind in seinem Drang uferlos werden und das Umfeld terrorisieren. Es sollte lernen sich zurückzunehmen und einzuschränken (Erziehung). Besonders im Kindergarten muss es sich mit Konkurrenten auseinandersetzen und hier zeigt sich am deutlichsten der Erziehungserfolg. Das heißt beispielsweise, es lernt Spielzeug mit anderen zu teilen und das es vorteilhaft wäre, mit Gleichgesinnten zu spielen. Wer dagegen egoistisch und verbissen darum kämpft, bringt sich in eine Abseitsposition, fordert Gewalt gegen sich heraus und legt den Grundstein für eine vielfältige psychische Störung.

Das Spielen selbst fördert das produktive Denken. Es stapelt Bauklötze übereinander, bis die hohen Türme wieder zusammenkrachen. Auch ohne elterliche Hilfe wird das Kleinkind begreifen, dass kleinere Türme besser halten, bzw. wie man sie stabiler baut. Mitunter wird es viele Heulkrämpfen und Wutanfällen geben, bis die Erkenntnis reift. Bevormundet fühlt es sich, wenn andere für ihn den Turm bauen, das Kleinkind wird diesen gekränkt zerstören. Anders sieht es aus, wenn es den eigenen Turm umreißt. Hier überwiegt der Eifer, das Erfolgsrezept noch einmal auszuprobieren. Ähnliches gilt für das Essen. Das Kleinkind fordert für sich das Essen der Eltern und verspricht sich, dadurch schneller Erwachsener und damit Überlegener zu werden. Es werden einige Tränen fließen und Zorn das Gesicht röten, bis das Kind begreift, dass es ein Schnitzel noch nicht beißen kann und einige Speisen gar nicht schmecken. Im übertragenen Sinne durchlebt ebenso unser Planet diese Kleinkindphasen.

 

 

 

 

   Quelle: Planetenposter.de

Kambrium  ( vor 545 - 495 Mio. Jahren )

In der Kambrium-Phase breiten sich die Algen über den Meeresboden aus und pflanzliche Schwämme haften verstärkt an Steinen. Im Gegensatz zu den Algen kämmen sie nicht das  Wasser, sondern sie sammeln Element und formen daraus organische Stoffe. Die tierischen Tentakel stammen möglicherweise von Schwämmen, genauso wie die Urfischchen. Das Leben im Meer wird artenreicher.

An Land zerbersten Witterungseinflüsse Gesteine zu Sand und Kies, sowie Mineralgemenge (wie Erz) kristallisieren sich heraus. Zur artenreichsten Lebensform werden die bereits vorhandenen Würmer und haben großen Anteil an der Entwicklung von Leben. Die wirbellosen Tierchen gelten immer noch als die Raubtiere jener Zeit und jagen den Einzellern auch im lockeren Meeresboden nach. Die Meere und Seen sind inzwischen zu Versuchslaboratorien geworden und es entstehen die verschiedensten Organismen. Bislang war genügend Platz für experimentelle Gebilde, doch nun war nicht mehr alles überlebensfähig. Eine zielgesteuerte Funktion war zu wenig, um langfristig existieren zu können.

Was soll man vergleichsweise mit einer Schreibmaschine, die nur den Buchstaben A drucken kann. Selbst der Druck von zehn Buchstaben sind zu wenig. In der heutigen Zeit haben die flexibleren Computer-Schreibprogramme die Schreibmaschinen überflüssig gemacht. Für die zukünftige Entwicklung in der Natur wurde es existenziell wichtig multifunktionaler zu werden und eine Fähigkeit zu entwickeln, sich auf veränderte Bedingungen umzustellen. Zahlreiche experimentelle Schöpfungen der Natur starben deswegen über kurz oder lang wieder aus. Das Kleinkind Erde bekommt seine ersten deutlichen Grenzen aufgezeigt.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass vor 545 Mio. Jahren die Erde eine spürbare Umpolung vornahm und ihr Magnetfeld umstrukturierte. In deren Folge überfluteten Meere die Landmassen. Es entstanden zahlreiche Flachgewässer und Sümpfe, die hervorragende Brutstätten des Lebens wurden und die Evolution beschleunigten. In solchen stillen Gewässern ging das Reinigen des Wassers bedeutend schneller voran und machte die bisherigen Lebensformen (Einzeller, Mehrzeller, Bakterien, Würmer, Algen und Schwämme) überflüssig. Zumindest mussten sie reduziert werden, damit kein totes (vergiftetes) Wasser entstand. Es bildeten sich Quallen, Schnecken, Spinnen und Krebstierchen, die einen Exodus des Wassers verhinderten. Die neuen organischen Kulturen kontrollierten konstruktiver das Gleichgewicht im Wasser, als die Würmer. Ihr Ernährungsbedarf war abwechslungsreicher und als Nahrungskonkurrenten töten sie sich gelegentlich auch gegenseitig. Die dominierenden Würmer gehörten mit zu den Verfolgten und der Meeresboden wurde zu ihrem sicheren Versteck. Auf ihrer Flucht ins Erdreich entdeckten sie bei ihren Bohrungen das Festland und wurden zur ersten Lebensform in Ufernähe. Das Kleinkind Erde hat nun laufen gelernt. Mittels vieler Experimente erwachte ein neues Leben und ein Überschwemmen des Festlandes wurde zum Versuch sich auszuweiten.

 

 

 

 

 

  Quelle: petrefaktum.de

Ordovizium  ( vor 495 - 440 Mio. Jahren )

Auf dem Festland verwitterte durch die basische Natur schneller Steine zu Kies und Sand. In der Phase vermengte sich Sand mit Mineralien und die hohe Luftfeuchtigkeit reicherte den Boden mit fauligen Elementen an. Ton- und eine Art Mutterboden entstand. Grünalgen in seichten Gewässern oder in Ufernähe fanden für sich kaum noch Nährstoffe. Die Lichtenergie half ihnen zu wachsen und erste richtige Pflanzen entstanden. Wegen dem Wechselspiel von Gezeiten und der Wassertiefe durch klimatische Veränderungen ragten einige Gewächse aus dem Wasser heraus. Sie entdecken dabei die Nährstoffquelle Luft.                                                        

In den Flachwassergebieten ging die Evolution mit großen Schritten voran, nicht aber in den weiten Meeren und großen Seen. Eine Übervölkerung mit alten Lebensformen drohte die Gewässer zu ersticken und mit toten Organismen zu vergiften. Die wenigen Urfischchen und Tentakel wurden nicht her der Lage und waren zudem in ihrer Entfaltung beschränkt.

Vor etwa 450 Millionen Jahren initiierte die Erde ein weiteres großes Massensterben. Vermutlich erneut durch eine Eiszeit hervorgerufen, schaffte die Natur Platz für die eingeengten und resistenteren Organismen (Neuwesen in Lauerstellung). Der Kälteeffekt dürfte sich wieder am heftigsten in den Bereichen von Nord- und Südpol abgespielt haben. Trotz des Dauerzustandes und das damit verbundene Absinken der Welttemperatur, blieb zumindest für die Lebewesen in Äquatornähe ohne Folgen.

Das Interessantes hierbei war, dass anscheinend die Kältezeit weniger ein globales Ereignis, sondern als Kettenreaktion vom Nord- und Südpol ausging. Orientiert am erfolgreichen Modell der Flachgewässer, wuchsen neuartige Lebewesen heran und entfalteten sich in Richtung Äquator. Meeresspinnen mutierten zu krakenartigen Ungeheuern, gefräßige Schneckenungetüme schlichen über den Meeresboden, Krebsasseln kümmerten sich um die Pflanzen und pilzartigen Großquallen killten die Bakterien. Am Ende des Ordoviziums beherrschten abnorme Arten die Gewässer, die zu übergroßen Wesen heranwuchsen. Der elf Meter lange Cameroceras (Krakenspinne) oder der übergroße Sacabambaspis (zahnloser Urfisch) sind Belege dafür, wie sich die Erde bemühte, sein Übervölkerungsproblem im Meer schnell zu lösen. In den Flachgewässern und an Uferbereichen zwangen wechselnde Wasserstände, Algen und Flechten dazu, über Wasser zu existieren. Sie entwickelten Überlebensmechanismen und entdeckten zugleich das Land als Lebensraum. Immer mehr Wasserpflanzen bahnten sich in deren Folge ihren Weg an die Wasseroberfläche.   

Unser Kleinkind Erde glaubt schon Gehen zu können und probierte selbstüberschätzend das Hopsen und Springen aus. Die Sprache wird verständlicher und die ersten Zähne erweitern den Speiseplan. Nach einigen schmerzhaften Stürzen und der Erfahrung, dass nicht alles essbar ist bzw. schmeckt, muss der Nachwuchs lernen seine Fähigkeiten nacheinander reifen zu lassen. Wie beim erfolglosen Turmbau mit Bausteinen wird das Kind neue Techniken ausprobieren. Die Erde überlegte sich ebenso geeignete Methode und zerstörte seinen anfälligen Turm mittels der Eiszeit. Nur ob das gewählte Vorgehen das Richtige war, wird sich im nächsten Entwicklungsschritt herausstellen.

 

 

 

 

 Quelle: Planetenposter.de

 Silur  ( vor 440 – 417 Mio. Jahren )

Aus dem zufälligen Effekt durch den Wasserstand richtet die Natur das Ebbe/Flut-System ein. Neben den Pflanzen werden auch Tierchen dadurch gezwungen, kurzzeitig an Land zu überleben. Die Tierchen gewöhnen sich zunehmend daran und entwickeln geeignete Techniken heraus. Für angefeindete Lebensformen, wie Tausendfüßler und Skorpione, wird das Ufer sogar zum Fluchtpunkt vor den Gefahren im Wasser. Trotzdem es in Ufernähe und seichten Gewässern noch keine echten Raubtiere gab, entfachten Nahrungsrivalitäten tödliche Kämpfe und schwächere Lebensformen blieb nur die Flucht an Land. In den Meeren wuchs eine große Artenvielfalt heran, darunter Kieferfische. Skurrile Formen entdeckten den Gabentisch Ufer und waren vorrangig an den Pflanzen interessiert. Da an den Flachgewässern und Seen sich die Vegetation und Kleintiere in unmittelbarer Nähe befanden, ohne trennenden Strand, mutieren größere Arten durch die Nahrungsvielfalt heran. Ihrem Überlebensinstinkt folgend verließen Krebse, Milben und Spinnen das Wasser. Noch intensiver als bisher wühlen sich die Würmer durch die feuchte Erde und drangen weiter auf dem Festland vor. Den perfektesten Schutzmechanismus entwickelten Muscheln, die unter Wasser bei Gefahren ihre Hartschale schlossen und über Wasser schützen es sie vor dem Austrocknen.

Das Leben im Wasser und an Land ging rasant voran. Noch stärker als Tiere verbreiteten sich die Pflanzen an Land. Längst nutzten sie die nährstoffreiche Luft und fanden Wege den Witterungsbedingungen (Regen, Wind) zu trotzen. Mit Hilfe von Wurzeln verschafften sie sich halt und konnten bei Trockenperioden das benötigte Wasser aus dem Boden saugen. Stabilere Farnpflanzen lösten die primitiven Algengewächse (wie die Cooksonia) ab und gedeihten prächtig im ufernahen Humusboden.

Am Ende des Silurs verläuft die Landnahme durch Tiere und Pflanzen scheinbar geordnet. Im Gegensatz dazu herrscht in den Meeren und Seen das Chaos. Die alten Lebensformen sind längst kein Problem mehr, dafür aber die zahlreichen und teilweise gigantischen Kreaturen. Um zu überleben, wurden einige Arten zu Allesfressern, waren aber keine Raubtiere. Sie fraßen und töteten lediglich Konkurrenten, jagten sie aber nicht bewusst.

⇒Wahrscheinlich wirkte über Millionen Jahre folgendes Prinzip: Übervölkerung ⇒ verursachte Nahrungsengpass ⇒ dadurch = Tiere verhungerten, ernährten sich von Aas und/ oder töteten und fraßen Nahrungsrivalen ⇒ letztendlich war die Tierwelt so drastisch reduziert, dass sie sich erneuern konnte.

Möglicherweise starben bei solchen Phasen stets einige Arten aus und dafür wuchsen anpassungsfähigere Wesen heran.        

Unser Kind Erde fand sich besser in seiner Umgebung zurecht. Kannte jeden Raum, konnte sich sein Brot selbst schmieren und braucht erst recht keine Windel mehr. Es hatte gelernt mit den Verboten der Eltern umzugehen, begriff bewusster die Grenzen und fand brauchbare Lösungen heraus. Das Errichten eines Turmes gelingt nun besser, von einem robusten Bauwerk ist das Kind jedoch noch weit entfernt.

Devon - Devonian  Quelle: Planetenposter.de

Devon  ( vor 417 – 354 Mio. Jahren )

Das Kleinkind geht bewusster in die Welt. Verwandte (Oma, Opa, Tante, Onkel) werden aufmerksamer gemustert, bewertet und Impulse aufgenommen. Im Kindergarten bewertet es die Erfahrungen mit anderen und schöpft aus der Quelle von Gleichgesinnten (Freunden). Die jeweiligen Beurteilungen von Personen ist keine gefestigte Größe, sondern eher launisch und wechselhaft. Ursache dafür ist die vorherrschende egoistisch Reife (Ich-Bezogenheit). Die Erde änderte in der Epoche häufig die Pole und somit auch das Magnetfeld.

Auf vier Entwicklungsebenen erfolgten massive Veränderungen:
Wassertiere: Der Artenreichtum wuchs weiter an und die Evolution erschuf Raubfische. Die Maßnahme sollte für ein solides und natürliches Gleichgewicht sorgen. Zeitgleich entwickelten sich viele Meeresbewohner zu riesigen Kreaturen. Zudem bereicherten Garnelen und Hummer die Gewässer und verschiedene Hai-Arten verbreiteten sich.  Bis zum Ende des Devon bauten die Haie eine dominante Schreckensherrschaft auf.

Pflanzenwelt: In den Flachgewässern und am Meeresufer (Buchten, Atolle) wuchs eine opulente Pflanzenwelt heran. Pilze und Moos ebnen den Weg ins Festland. Erste Gewächse trugen Blätter, trotzdem Farne dominierten und breiteten sich überall aus. Vor circa 360 Mio. Jahren wurden einige Arten bis zu 16 Metern hoch. Standsicherer als Farne waren jedoch baumartige Holzgewächse, die besser den Witterungskräften (Sturm) widerstanden. Im Unterschied zu den Gewässern gab es an Land kaum Tiere, die sich von den Pflanzen ernährten. Die Gewächse raubten sich somit gegenseitig das Wasser, wucherten unkontrolliert und nahmen niederen Pflanzen das Sonnenlicht. Folglich vermoderten Grünpflanzen, setzten Gifte frei, vertrockneten und behinderten anderweitig den Pflanzenwuchs. Konsequenterweise reagierte die Natur mit einem Pflanzensterben vor  360 Mio. Jahren. Der Auslöser des Pflanzensterbens ist umstritten. Entgegen einer Eiszeitthese favorisieren mehrere Akademiker eine klimatische Theorie. Ein drastischer Klimawandel verbunden mit einer starken Kontinentalverschiebung könnte den Vernichtungseffekt bewirkt haben? Besonders baumartige Gewächse fielen dem Wandel zum Opfer. Um die verwesenden Überreste kümmerten sich Bakterien, aus denen die Insekten hervorgingen. Sie reinigten und entgifteten rationeller das faulende Umfeld. Am Ende des Devon entstanden dadurch neuartige Pflanzen. Die Festlandsvegetation erholte sich.

Erdbedingungen: Die Festlandsstruktur hatte sich komplett südlich verlagert.Die Schollenbewegung bildete drei Großkontinente: Gondwana, Sibiria und Old America. Die Konzentration der wuchtigen Kontinentalmassen verursachte vermutlich ein heftiges Auseinanderdriften. Die anlegten Seen, Sümpfe und Flüsse veränderten sich oder verschwanden. Begleitet von verheerenden Erdbeben und Vulkanausbrüchen änderte sich das Oberflächenbild der Erdteile massiv.

Uferbrutstätte: Zum Hauptnistplatz des Lebens wurden die Binnengewässer (Sümpfe, Seen, Flüsse). Dagegen ging die Evolution an den Ufern tobender Meere träge voran. Lediglich in geschützten Buchten oder Korallenatollen konnte sich ein üppiges Leben entwickeln. In einer Symbiose von Pflanzen und Tieren schuf die Natur einen funktionierenden Motor für die weitere Evolution. Eine reichhaltige Pflanzenwelt wurde für Krebse, Skorpione und Spinnen das reinste Schlaraffenland und Insekten fanden Nährstoffe im Überfluss. Das blieb auch größeren Wassertieren nicht verborgen, die vom Neid getrieben ans Land robbten. Bei einigen mutierten die Flossen zu Füßen und besorgten sich so das begehrte Grünfutter. Die Vierfüßler perfektionierten die Technik, passten sich an und veränderten gleichzeitig ihr Atmungssystem. Die pflanzenfressenden Amphibien waren geboren und eroberten das Ufer. Aufgrund ihrer Größe, eigneten sie sich hervorragend dazu das Pflanzengleichgewicht zu bewahren. Zudem fraßen sie versehentlich Insekten oder Spinnen, die sich auf oder am Grünfutter befanden. Als geschmackliches Würzmittel reduzierten sie damit die Kleintiere.

 

Karbon - Carboniferous
Quelle: Planetenposter.de
Quelle: zum.de

         

Karbon  ( vor 354 – 292 Mio. Jahren)

Mit einem beachtlichen Rüstzeug ist das Kleinkind ausgestattet und Bausteine übereinander zu stapeln ist ihm langweilig geworden. Es wagt sich an komplexeren und gestalterischen Aufgaben heran. Neben schwierigeren Bauvorhaben versucht es sich im Malen und Singen. Vor allem will es sich bewegen und hat es anscheinend eilig, aus Angst irgendetwas zu verpassen. Rennend, hopsend und tobend erkundet es die Welt und Fußball kommt dem Drang am besten entgegen. Zwischen Mädchen und Jungen gibt es in der Phase eigentlich keine großen Unterschiede. Das Kind hat begriffen, dass sich die Welt nicht um sie dreht, sondern mit ihnen. Die Kinder orientieren sich besonders an die Eltern und ihr Einfluss leitet die Mädchen zum Puppenspiel und die Jungs eifern werkelnd ihren Vätern nach. Im Kindergarten werden Spielpartner wichtig, um den Bewegungsdrang auszuleben und dabei sind Gleichgesinnte (Freunde) besonders wichtig.

Für die Erde ist die Karbonzeit ebenso ein Reifeprozess und strebt mitunter zu schnell Veränderungen an. Obwohl manches ausuferte, verfolgt der Planet eine systematische Evolution. In den Meeren haben sich Haie bewährt und halten dort das Gleichgewicht. Leider tummeln sich zunehmend Ungetüme in den Gewässern. Riesige Kraken und walgroße Fische machen nicht nur den kleineren Lebensformen das Leben schwer, sondern schaffen bizarre und extrem gefräßige Sonderformen von Haien. Auf dem Festland erlangen die Insekten die Oberhand. Von den zahlreichen Arten werden die Libellen zu den Beherrschern der Lüfte. Wie im Wasser bilden sich an Land übergroße Wesen. Vor 300 Mio. Jahren flog bereits eine Riesenlibelle (in etwa ein fliegendes Moped), mit einer Spannweite von 75 cm umher. Schmetterlinge wurden 15 cm lang und hatten eine Flügelspannweite von 30 cm (das entspricht einer Vinylschallplatte) und so groß wie Ratten konnten einige Heuschreckenarten werden.

Für die Pflanzenwelt mögen diese Giganten ein Segen gewesen sein, denn wie Gärtner optimierten sie den Pflanzenwuchs und verhalfen zu deren Verbreitung. Die Vegetation bahnte sich infolgedessen immer tiefer einen Weg ins Festland hinein. Ein Nebeneffekt war ein erheblicher Anstieg des Sauerstoffgehalts in der Luft, durch die sich ausbreitende und kräftige Flora. Insgesamt herrschten Farnpflanzen vor, aber zunehmend wuchsen Holzgewächse, Blattpflanzen und erste Nadelbäume.

In der Ufernähe seichter Gewässer wuselte ein artenreiches Leben. Neben den Bodeninsekten (Ameisen, Läuse, Wanzen) lebten an Land vielerlei Arten von Würmern, Spinnen, Milben, Skorpionen und Krebse. Mit den Käfern bildet sich eine neue Spezies heran. Das Leben zog sich immer mehr ins Festlandinnere, aber für die Amphibien taten sich deutliche Grenzen auf. Die Tiere benötigen unbedingt die Nähe des Wassers und konnten so ihrem Futter nicht mehr folgen. Aber gerade deren hoher Grünfutterbedarf garantierte das konstante Gleichgewicht in der Natur. Im Landesinneren stieg die Gefahr einer Überwucherung der Pflanzen. Die Evolution formte daraufhin geeignete Amphibienarten zu Reptilien. Am Ende des Karbons konkurrierten Amphibien und Reptilien um die Festlandsherrschaft.


Reptilien - Amphibien:  Reptilien passen sich ihrer Umgebung mit einer Lungenatmung an und können besser Geräusche wahrnehmen. Als erste Wirbeltiere mit schlankem Körperbau sind sie deutlich beweglicher. Für ihre Nachkommen brauchen sie kein Wasser, sondern legen hartschalige Eier, die den Embryo mit Nährstoffen versorgt. Das Ei ist sauerstoffdurchlässig und schützt den Embryo vor dem Austrocknen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass das Larvenstadium (Kaulquappe) entfällt, und schlüpft sofort als Babyreptil aus dem Ei.

 

Perm - Permian

 

 

 

  Quelle: Planetenposter.de

 

Perm   ( vor 292 – 250 Mio. Jahren )

Die Perm-Epoche steht im Zeichen der Echsen (Reptilien). Am Rande der Entwicklung ist alles epochaler geworden. Übergroße Tiere wachsen heran und bevölkern die Gewässer und die Luft. Und am Festland setzte vor 270 Millionen Jahren das große Amphibiensterben ein. Eine Kombination aus Eiszeit und schleichenden Klimawandel verändert die Welt. Einerseits wurde das Klima heißer und trockener, und andererseits wurde am Südpol Wasser zu Eis. Viele Sümpfe und Flachgewässer trockneten aus und raubten den Amphibien die Lebensgrundlage. Der Prozess zog sich über 20 Millionen Jahre hin und betraf abwechselnd bestimmte Regionen. Das heißt, wenn in einer Region eine Hitzewelle alles austrocknete, so blieb anderen Orts fast alles beim Alten. Mittels einer Regenphase erholte sich die ausgetrocknete Region und ließ neue Pflanzen wachsen, dafür vertrockneten andere Gebiete.

Es spricht einiges dafür, dass die Erde, den Klimaeffekt gegen die zu stark wuchernden Festlandsgewächse einsetzte. Der Tod regionaler Tiere war ein notwendiges Übel und das Sterben vieler Amphibien ein Glücksumstand. Obwohl ebenso viele Reptilien starben, erwiesen sie sich insgesamt als robuster, da sie in längeren Hitzeperioden besser überleben konnten. Folglich bekamen die Echsen ein Übergewicht, das sie nicht mehr hergaben. Als Nahrungskonkurrenten wurden Amphibien zu natürlichen Feinden. Die Reptilien verdrängten und bekämpften sie, töteten und rotteten einige Arten völlig aus und trieben die letzten Amphibien wieder ins Wasser zurück. Mit der Unterstützung der Natur wurden die Reptilien zu den unangefochtenen Beherrschern der Welt und läuteten eine neue Zeitepoche ein. Das Erdmittelalter hatte begonnen.

Die Perm-Epoche entspricht einem Kind, dass sich keine Märchen mehr erzählen lässt und dem sich staunend eine immer größere Welt eröffnet. In diesem Zusammenhang entwickelt ein Kind seine erste Überzeugung, eine Sicht der Welt. Und obwohl ein Kind in dieser Phase noch leicht zu beeinflussen ist, so ist es nicht mehr Leichtgläubig. Es hat seinen ersten Weg gefunden und hofft als Schulkind mehr von der Welt zu erfahren.

Das Kontinentaldrifting

Im Vergleich der Erdschollenbewegung vor 260 Mio. Jahren bis vor 220 Mio. Jahren, zentralisiert sich die Festmasse in Nord-Süd-Richtung. Im Süden taut die vereiste Region auf und die Schollen Antarktika, Australien und Indien verschmelzen mit Gondwana zur kompakten Festlandsmasse mit Südamerika und Afrika. In einer breiten Verbindung zum Norden befindet sich der Festlandskomplex Laurasien (Nordamerika, Europa & teile Asiens) und bindet die restliche Großinselteile (wie Sibirien & China) an sich.

Tipp !!: Siehe bei Google-Bilder: Die Welt vor 260 Mio. Jahren

Überblick – Erdaltertum:

Erdzeitalter          -   Paläozoikum   (Erdaltertum)  -         545 – 250 Mio. Jahren
Formation Entwicklungsabläufe
 Kambrium      
v. 545 – 495 Mio. J.
545:  Algen und Schnecken bilden sich - - - Erde polt sich um
520:  Schnecken, Krebse & Spinnen bereichern Gewässer - - - Meere überfluten Landmasse
        
- - - beschleunigte Evolution
Ordovizium   
 v. 495 – 440 Mio. J.
470: Aus Grünalgen entwickeln sich erste Pflanzen
460: Gesteinssedimente verwittern zu Kies und Sand
450: Großes Artensterben (vermutlich Eiszeit)
Silur      
v. 440 – 417 Mio. J.
440: Kieferfische und große Artenvielfalt im Wasser - - - in Flachgewässern ragen Pflanzen aus dem
        Wasser

425: Ebbe/Flut Effekt zwang Tiere am Ufer zu überleben
420: Tausendfüßler & Skorpione flüchten aus dem Wasser; ihnen folgen Krebse, Spinnen & Milben 
         - - -  erste Pflanzen mit Wurzeln verbreiten sich am Ufer
Devon    
v. 417 – 354 Mio. J.
410: Landpflanzen - - - Moose & Pilze  - - - Urinsekten
400: Stabile Großkontinente bilden sich
390: Bedrohlicher Fischreichtum lässt Raubfische entstehen
380: Artenreiche dichte Pflanzenwelt gefährdet sich selbst
375: Erste Vierfüßler pendeln zwischen Wasser und Land
360: Großes Pflanzensterben an Land - - - Amphibien  erobern das Land und die Insekten die Luft
Karbon   
v. 354 – 292 Mio. J.
350: Libellen beherrschen die Luft - - - Haie das Wasser - - - Amphibien das Festland - - -
        Vegetation steigert die Sauerstoffanteile in der Luft

325: Reptilien machen den Amphibien den Lebensraum streitig und entwickeln sich in vielfältiger 
        Form

300: Alle Tiere mutieren zu Übergrößen Lebewesen (z.B.: Riesenlibelle)
295: Tintenfische werden zu Kraken und bizarre Hai-Monsterarten
Perm      
v. 292 – 250 Mio. J.
290: Käfer bilden sich artenreich - - - vielfältige Gewächse breiten sich von den Gewässern aus und 
        erobern das Festland (vorrangig Farne, dann Laubbäume und
erste Nadelbäume)
260: Großes Amphibiensterben durch Klimawandel, begünstigt die Reptilien und werden zum
       Beherrscher d
er Welt (z.B: Schildkröten, Schlangen, Krokodile und Vögel )
Anmerkung: Die Zahlenangaben in den Entwicklungsabläufen verstehen sich als Mittelwert, da ein Prozess immer eine Von-bis-Spanne besitzt
und lediglich die Evolutionsqualität beschreibt.