5.3. Erdschollenbewegungen - Teil 1

 

5.3.  Die  Erdschollenbewegung ( Teil 1)

A. Afrika, der konstante Kontinent

B. Antarktis, mit eisfreien Perioden

C. Australien, die Brücke von und zur Antarktis

Erde vor 20 Mio. Jahren     Erde vor 18.000 Jahren

Vorab sei angemerkt, dass die Ansichten über die Bewegungen der Landmassen bei Forschern stark variieren. Die Auffassungen über die Plattentektonik beruhen auf geologische Erkenntnisse und den heutigen Bewegungsabläufen von Erdteilen. Die widersprüchlichen Meinungenresultieren aus den Standpunkten von der Geschwindigkeit und Zielrichtung der Erdplatten, aber auch durch kontroverse Betrachtungen. Grundlage für meine Gedanken ist das Kartenmaterial von Dr. Ron Blakey (Northern Arizona University Flagstaff), über die Plattentektonik der Erde in der Erdurzeit (verwendet das Internet Lexikon Wikipedia bei „Kontinentaldrift“ und in dieser Form finden Sie Weiteres bei Google - Bilder unter dem Begriff „jan.ucc.nau.edu“)

Die obenstehende Karte beinhaltet die größten Erdschollenplatten von heute, deren Lage und Größe zum Verständnis der einzelnen Abschnitte wichtig sind.
Bitte benutzen Sie stets dazu einen Atlas und informieren Sie sich über die geologische Karte vom Jetztzustand der jeweiligen Kontinente, damit sie bestimmte Prozesse der Erdurzeit nachvollziehen können!

     INFO: Die Karte des Piri Reis (1513) zeigt eine eisfreie Antarktis    
    Siehe genaues dazu bei Google-Bilder.
    (oben mitte links ist Afrika; unten erstreckt sich die
Antarktis)

 

 

 

 

A.  Afrika

Nachdem sich Afrika von Südamerika und Indien getrennt hatte, veränderte der Kontinent kaum seine Position. Die Bewegungen der anderen Erdschollen wirkten sich jedoch drastisch auf das Klima aus und begünstigten die Evolution des Menschen. Vor 30.000.000 Jahren änderten sich die Meeresströmungen an der Ostküste und bewirkten ein Austrocknen der Landmasse. In den heutigen Gebieten von Äthiopien und Kenia bildete sich die Savanne. Der tropische Regenwald zog sich zurück und hinterließ hohe trockene Gräser, vielfältiges Buschwerk und einzelne Bäume. Die sich stark wandelnde Vegetation begünstigte Huftiere, die weite Weideflächen vorfanden und besser vor Gefahren flüchten konnten. Die Savanne wurde Heimat für die Urformen von Elefanten, Nasshörner, Büffel, Rinder, Pferde, Gazellen, Antilopen und Ziegen. Das große Angebot an Pflanzenfressern lockte die Raubtiere an, die allerdings bestimmte Fähigkeiten mitbringen mussten. Huftiere konnten in der Savanne sehr gut ihre Schnelligkeitsvorteile nutzen und formierten sich zu dichten Herden, dass ihnen zusätzlichen Schutz gab. Konnte der Gepard oder Leopard ebenfalls hohen Geschwindigkeiten erreichten, jagten Löwen im Rudel und kreisten ihr ausgesuchtes Opfer ein. In der Regel wurden verletzte, kranke oder isolierte Tiere gejagt, da gesunden Huftieren häufig die Flucht gelang.
Einige Affenarten fühlten sich ebenso wohl in der Savanne. Es gab für sie ausreichend Früchte und Wurzeln und konnten von ihren Feinde weniger überrascht werden, als im Urwald. Die Population der Affen blieb dennoch begrenzt, aufgrund der wenigen geeigneten schützenden Bäume. Für den starken Gorilla hatte die Savanne eher Nachteile. Die schleichenden natürlichen Veränderungen sind zur Realität geworden und es gab für sie  zu wenig Grünfutter, die mickrigen Bäume boten keine Tarnung und ein dauerhaftes Leben auf dem Boden, war für sie zu gefährlich.

Aber in den Urwald konnten sie auch nicht, da dort die heimischen Gorillas ihr Revier gegen die Nahrungskonkurrenten verteidigten. Besonders schwächere Tiere waren chancenlos, im Urwald eine neue Heimat zu finden und mussten sich mit den gegebenen Bedingungen arrangieren. In ihrer existenziellen Not erlernte der Ur-Gorilla Fähigkeiten, um in der Savanne überleben zu können. Schließlich reiften die Menschenaffen (Ur-Gorilla) zu Affenmenschen heran, benutzten bewusst ihre Hände zur Nahrungsbeschaffung oder der Abwehr von Feinden. Äthiopien und Kenia wurden zum ursprünglichen Lebensraum der Hominiden.
Den Norden Afrikas prägten vor 34 bis 24 Millionen Jahren Mangrovensümpfen, die sich für die Hominiden nicht eigneten. In dem feuchtwarmen Klima und der wasserreichen Landschaft gab es kaum richtiges Festland und überall lauerten Krokodile und Schlangen. Von den Säugetieren fühlten sich nur die Wasserratten und deren Verwandte heimisch. Trotz der vielen Bäume gab es für die Primaten verhältnismäßig wenig Nahrung und mieden demzufolge das Gebiet.
Vor 10 Millionen Jahren drifteten Eurasien und Europa aufeinander. Während des Vorgangs quetschten die Erdteile vor 6 Millionen Jahren die Arabische Platte aus dem Tethys Meer.
Etwa vor 5 Millionen Jahren stieß Europa bei Gibraltar und Arabien bei Djibouti auf Afrika. Der Zusammenprall löste heftige Reaktion aus, die über Tausende von Jahren andaurten, verbunden mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Bei Gibraltar türmte sich das Atlasgebirge auf und das fehlende Tethys Meer trocknete im Norden zunehmend die Sümpfe aus, zumal das Erdreich Nordafrikas zusammengepresst wurde (Seen & Flüsse verschwanden). Verheerender oder vielleicht beabsichtigt (?) war das Zusammenstoßen bei Djibouti. Das äthiopische Bergland türmte sich auf und teilte die Savanne in zwei Teilen, wobei zahlreiche Tiere und Affenmenschen starben. Nachdem sich die Tierwelt erholte, breitete sich die Savanne westwärts aus, als Folge der massiven klimatischen Veränderungen im Norden. Südöstlich war das Leben eingeschlossen von Bergen (im Süden vom ostafrikanischen Hochland). Dennoch war der Lebensraum (Somalia, Kenia) riesig. Die neuen Bedingungen erwiesen sich für die Hominiden als entwicklungsfördernd. In den Bergen fanden sie Höhlen und Areale, die sich gut vor wilden Tieren schützen ließen. Sie bildeten eine Art Hauptquartier und gingen von dort auf Jagd. In gesicherten Gemeinschaften konnte sich der Mensch besser entwickeln und deren Population stieg an. Die daraus resultierende steinzeitliche Gesellschaft lernte es der Natur zu trotzen und entwickelte effektive Jagdtechniken. Der Urmensch wurde langsam zum Beherrscher der Natur und demzufolge stieg die Zahl von Urzeitbewohnern langsam an. Der Mensch benötigte zum Überleben ein entsprechend großes Jagdrevier. Verstoßene und Vertriebene mussten sich somit eine neue Heimat suchen. Abgesehen davon, dass der Norden weiterhin eine lebensfeindliche Zone war, blockierte das äthiopische Bergland die Wege nach Norden. Einfacher war es sich nach Süden auszubreiten, an der Ostküste Afrikas entlang.
Anhand der Knochenfunde entwickelte sich in der ostafrikanischen Savanne und in Südafrika vor 1,7 Mio. Jahren der Homo egaster. Die ältesten Knochen in Afrika, vom dem folgenden höher entwickelten Homo sapiens fand man bisher nur in Südafrika. Die Frage ergibt sich, warum sich dort vor 80.000 Jahren die höhere Spezies entwickelte? Möglicherweise gab es Nahrungsprobleme und sie fanden eine Technik heraus Meeresfische zu fangen, bauten sich Floße oder primitive Baumboote. Zu jener Zeit könnte es dort Flachwasserregionen oder eventuell eine Inselkette oder eine Landbrücke zur Antarktis gegeben haben. Das sich Ausläufer in der Nähe von Südafrika befunden haben ist denkbar, aber auch das die Großinsel Madagaskar als Brücke fungierte (lag damals vermutlich bei Kap Horn/ Südafrika). Damit Menschen solche Gegebenheiten nutzen konnten, mussten sie über eine gewisse Entwicklungsreife verfügen. Der Homo sapiens war dazu in der Lage.
Abschließend sei erwähnt, dass in Marokko Knochen von einem Archaischen homo sapiens gefunden wurden, die etwas 160.000 Jahre alt sind. Jene archaischen Knochen deuten zwar auf eine Homo sapiens Entwicklung hin, können aber auch anders gedeutet werden. Es spricht vieles dafür, dass seine direkten Vorfahren aus Spanien kamen und nicht zur afrikanischen Evolution gehört. In Spanien wurden Fossilien eines Homo erectus gefunden, der etwa 1,2 Mio. Jahre alt ist. Relevante Funde in Westafrika gibt es dagegen nicht. Es bleibt daher festzuhalten, dass die afrikanischen Hominiden zunächst von Ostafrika nach Südafrika wanderten und sehr wahrscheinlich den Kontinent nordwärts nicht verließen. 

B. Antarktis

In seiner Geschichte erlebte der Großkontinent (mit Australien) als einzigster Erdteil massive Temperaturschwankungen. Von extremen tropischen Phasen sanken die Temperaturen drastisch und ließen den Erdteil über Jahrhunderte vereisen. In der relevanten Zeit trennte sich der Erdteil von Australien und es bildete sich ein stabiler tropischer Kontinent am Südpol heraus. Vor etwa 22 Millionen Jahren kühlte sich am Südpol das Klima fortschreitend ab und vernichtete dort die reichhaltige Flora und Fauna. Nach Auffassung der Wissenschaft lag vor 5 Millionen Jahren der größte Teil der Antarktis unter Eis. Unklar und demzufolge strittig ist, ob das Festland wirklich völlig vereist war oder in der Küstenregion Leben existieren konnte.
Die heutigen Pinguine und Robben könnten somit ein Evolutionsprodukt sein. Sie resultierten aus Ur-Lebewesen, die sich der Kälte anpassen konnten und nicht (wie behauptet) später aus Südamerika einwanderten. Der Eis-Kontinent birgt viele Geheimnisse in sich und gibt der Wissenschaft Rätsel auf. Über die Medien tauchten dazu Hypothesen auf, die der kategorischen Ansicht der Gelehrten widersprechen. Im Gegensatz zur Lehrmeinung halten es moderne Forscher für möglich, dass Ausläufer (Tentakellandmasse) der Antarktis in die Nähe von Afrika drifteten und wahrscheinlich deren Küstenregion mehrfach eisfrei war.
Im März 2009 bestätigten Bohrungen in der Westantarktis, dass vor 3,5 Millionen Jahren, diese Region über mehrere Tausend Jahre eisfrei war. Das Forscherteam um Dr. Frank Niessen und Dr. Gerhard Kuhn fand sogar Anzeichen, dass Zyklenhaft in Warmzeiten Teile der Antarktis auftauten. Inspirierend dazu war eine Seekarte von Piri Reis (eigentl. Muhiddin Piri ibn Hacı Mehmed), der bereits 1513 eine Karte besaß, worauf Teile der Antarktis kartografiert waren.
Diese Tatsache beschäftigte die Wissenschaft, da der Erdteil offiziell erst 1818 entdeckt wurde. Beim Überprüfen der Karte konnten Forscher die Echtheit der Karte nicht widerlegen. Selbst wenn die Karte eine Fälschung war, so war der kartografierte Küstenverlauf eine Sensation. Erst in jüngster Zeit gelang es mit modernsten technischen Mitteln, den Küstenverlauf unter den Eismassen der Antarktis zu bestimmen. Die Messergebnisse waren mit denen der Karte von Piri Reis identisch und lösten sprachloses Erstaunen hervor. Demnach konnte davon ausgegangen werden, dass auch die eingezeichneten Berge und Flüsse wirklich unter dem Eis existieren. Aber wie kam der osmanische Admiral an so eine Karte?
Trotzdem mit Christoph Kolumbus 1492 (Entdeckung Amerikas) die Enddeckungsperiode in der Seefahrt begann, gibt es Zweifel daran, dass die osmanische Schifffahrt 1513 zu solchen Reisen in der Lage war. Wie dem auch sei! Fakt ist, dass um 1513 weite Teile der Antarktis eisfrei gewesen sein mussten. Die gelehrte Meinung über den Eis-Kontinent sollte daher dringend korrigiert werden. Neben dem Aspekt einer eisfreien Antarktis gibt es die Ansicht, dass sich auf dem Kontinent weniger Eis befindet als angenommen, und stützt sich auf den Wintereffekt. Langanhaltende Winter mit dicken Schneeschichten bewirken einen schützenden Effekt für den Erdboden, der kaum gefriert. An der Nahtstelle zwischen Boden und Schnee bildet sich eine Eisschicht und schafft mit der Zeit kleinere Hohlräume. Das heißt, die Erdwärme schafft sich zwischen der Nahtstelle ein geschütztes Areal.
Nach diesem Prinzip bauen Eskimos ihre Iglus und wissen, dass sich in ihren Schneehütten eine relative und schützende Wärme bildet. Die Wärme bildet von innen heraus einen starken Eismantel, der erst ab einer bestimmten Temperatur schmilzt. In diesem Zusammenhang kann angenommen werden, dass sich im Dauerzustand der Antarktis über Tausende Jahre riesige Eishöhlen gebildet haben. Der Faktor Zeit könnte solche Höhlen, durch ein ansonsten unmerkliches Abtauen geschaffen haben. Möglicherweise wachsen dort niedere Pflanzen (Moos) und leben kleinere Tiere (Würmer). Mitunter könnte das Eis Licht in diese Höhlen bringen (vergleichbar mit Glas) und Eisspalten könnten den Zugang von Luft ermöglichen. Vieles ist denkbar, zumal sich in hiesigen Gebirgshöhlen zeigte, dass niedere Pflanzen und Tierchen auch ohne Licht auskommen.
Wenn Forschungen diese Theorie bestätigen könnten, würde das erheblich das befürchtete gegenwärtige Katastrophenszenario einschränken. Ein Abtauen der Antarktis würde somit nicht sintflutartige Wassermassen freisetzen und weite Teile der Erde überschwemmen. Die Antarktis würde das meiste Wasser ans eigene Festland und in die Strömungsverhältnisse der Meere der südlichen Halbkugel binden. Die große Gefahr für die Zukunft sind daher nicht die Überschwemmungen durch schmelzende Eismassen, sondern das die Atmosphäre stark mit Wasser angereichert werden würde. Gigantische und unberechenbare Wetterkatastrophen (Wirbelstürme, extreme Kälte) wären weltweit sehr wahrscheinlich. Doch dazu später mehr. 
Dementgegen sollte bedacht werden, dass sich die Antarktis vor 22 Mio. Jahre abkühlte und wahrscheinlich erst vor 5 Millionen Jahren ständig vereist war. Das heißt, der Einfluss der Antarktis auf das Leben der Erde ist geringer, als Forscher bislang annehmen und dann ist da noch die Karte von Piri Reis. Denkbar sind somit zumindest eisfreie Perioden in den Küstenregionen. Vorstellbar sind großflächige Gebiete auf denen Leben möglich war. Erd-Urgeschichtlich gesehen, könnten sich den Hominiden Frühformen Afrikas ein Weg zur Antarktis eröffnet haben. Vielleicht sank, wie schon erwähnt (Afrika), der Meeresspiegel oder es bildete sich eine Inselkette. Der Homo sapiens war intelligent genug die Lebensräume zu entdecken und überzusiedeln.
Vermutlich waren solche entsprechenden Bedingungen und fördernde Impulse vor 50.000 Jahren gegeben. Dann aber verschlechterten sich die Lebensbedingungen auf der Antarktis und die Rückkehr nach Afrika war inzwischen nicht mehr möglich. Durch das Klima ostwärts getrieben, schafften sie es nach Australien zu fliehen. Die ältesten Knochenfunde auf Australien ergaben ein Alter von 40.000 Jahren. Australien als ehemaliger Teil der Antarktis befand sich als Erdteil stets in der Nähe und wäre somit ein denkbarer Zufluchtsort. Andererseits könnte es sein, dass nur eine Gruppe von antarktischen Hominiden Australien besiedelt haben und ansonsten ein Leben auf der Antarktis stets möglich war. Eventuell gab es antarktischen Eskimos, die ausreichend Fisch und Robben zum Leben fanden und erst in den letzten hundert Jahren ein Leben dort unmöglich wurde.

Empfehlungen: 

Die Weltkarte des Piri Reis (1513): http://de.wikipedia.org/wiki/Karte_des_Piri_Reis
Weltkarte des Orontius Finaeus (1531): http://www.geographicus.com/blog/

C: Australien

Bis vor 65 Millionen Jahren waren Australien und Neuseeland Teil der Antarktis. Im Laufe des Tertiärs trennten sich die Landmassen, obwohl sich die Teile stetig mal wieder annäherten. Die längliche Insel veränderte im Spiel der Plattenbewegungen seine Form und Lage.
Vor etwa 20 Millionen Jahren lag Australien weit vom Kältepol entfernt und driftet nach Nordost und wurde zum Spielball der Kontinentalplatten. Die Insel drehte sich mehrmals um seine Achse und die Strömungsverhältnisse der Meere feilten zusätzlich an der nun rundlichen Form. Für die Flora und Fauna hatte das vernichtende Konsequenzen. Nach der Katastrophen-Ära trieb Australien vor 15 Millionen Jahren zurück zur Antarktis und blieb dort über Millionen von Jahren. Auf der Basis der ursprünglichen Anlagen erneuerte sich die Pflanzen- und Tierwelt. Hierzu gibt es zwei Hauptthesen.
Die erste Theorie besagt, dass aufgrund der geologischen und der klimatischen Ereignisse etwa 5 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte verloren gingen. Ein Großteil von Stammtieren konnte sich deshalb nicht entwickeln, daher fehlen auf Australien Huf- und Raubtiere, sowie Primaten. Zudem begünstigte die Meeresströmung ein feuchtwarmes Klima und schuf Sumpflandschaften (Mangrovenwälder). Zahlreiche Giftschlangen, Spinnen, Skorpione und Krokodile beherrschten die Natur und behinderten die Evolution von Säugetieren. Die Nähe zur Antarktis und deren Kälte hemmte zusätzlich die Entwicklung der Tierwelt.
Die zweite These geht davon aus, dass Australien und die Antarktis in ihrem gemeinsamen Stadium eine spezifische Pflanzen-und Tierwelt geschaffen hatten. Somit bildeten sich auf der Inselwelt Australiens, Neuseelands und Tasmanien prägnante Schöpfungen heraus, die es auf keinen anderen Kontinent in der Form gibt. Ob Koalabär, Känguru oder tasmanischer Beutelteufel und auch die giftigsten Spinnen und Schlangen sind dort zuhause. Letztendlich sind sie aber dennoch alle Evolutionsprodukte einer Urform.
Vor circa 2 Millionen Jahren trockneten große Flächen Australien aus und Graslandschaften entstanden. Verantwortlich dafür waren die Aktivitäten der Erdplatten, wodurch ein Leben nur im Norden möglich war. Später stellte vermutlich die Insel Tasmanien eine Art Landbrücke zwischen Australien und der Antarktis her. Klimatisch und vegetativ bedingt könnte sich die Pflanzenwelt der Antarktis nach Australien verbreitet haben. Die veränderte Vegetation im Süden Australiens lockte die Tierwelt und letztlich die Hominiden der Antarktis an. Natürlich sind andere Möglichkeiten denkbar, zumindest haben sich die Lebensbedingungen in Australien wesentlich verbessert. Als Erstes profitierten die unzähligen Vögel davon und es folgten die Säugetiere. In den Eukalyptusbäumen lebte der Koalabär, in der Savanne graste das Känguru und im stark eingegrenzten Lebensraum der Reptilien drangen die Ratten vor. Im kälteren Tasmanien lebte der Beutelteufel, der sich vor giftige Schlangen und Spinnen in Acht nehmen musste.
Im Gegensatz zu Australien hatte Neuseeland über lange Zeit überhaupt keine Tiere. Bereits vor 85 Millionen Jahren trennte sich die Insel von der Antarktis, also noch vor Australien. Andere Theorien halten Neuseeland für ein späteres Abspaltprodukt von Australien oder soll sich später aus den Fluten durch plattentektonische Reaktionen erhoben haben. Nach der geläufigen Abspaltthese blieb Neuseeland stark im Einflussbereich der Antarktis. Die plattentektonischen Wechselspiele setzten der Insel stark zu.
Vor 30 Millionen Jahren ertranken die trophischen Pflanzen, da die Insel im Meer versank. Nach dem Auftauchen erneuerte sich das Eiland und es dominierten Sumpflandschaften. Geraume Zeit später begann die arktische Kälte erneut das Leben zu vernichten. Die restliche Flora und Fauna wurde ein Opfer umfangreiche Plattenbewegungen vor 100.000 Jahren. Auf Neuseeland türmten sich Berge auf und forderten eine totale Erneuerung. Ein feuchtes und kühles Klima ließ auf den Inseln eine robuste Pflanzenwelt entstehen. Aus Australien siedelten sich Vögel an und von der Antarktis kamen Pinguine und Robben. Neuseeland ist heute ein Paradies für Vögel.

Was die Besiedlung beider Inseln mit Hominiden betrifft, so kamen sie (laut Lehrmeinung) von Afrika über Asien nach Australien und sind später nach Neuseeland gewandert. Dieser extrem lange Laufweg wird inzwischen stark angezweifelt. Die Theorie einer Verbreitung von Südafrika über die eisfreie Antarktis und der Landbrücke Tasmanien nach Australien erscheint dagegen glaubhafter. Zumal die Merkmale zwischen Aborigines und Afrikaner identisch sind. Anhand von Knochenfunden wurde Australien vor 40.000 (v.Chr.) Jahren besiedelt und Neuseeland dagegen erst um 1300 (n.Chr.). Neuseeland wurde also wesentlich später durch Polynesier besiedelt. Dafür sprechen die Gemeinsamkeiten der Ureinwohner Maori mit den anderen polynesischen Inselbewohnern. Durch die artspezifischen Merkmale wurden die beiden Inseln separat besiedelt. Afrikaner bilden den Urstamm der australischen Ureinwohner und Polynesier besiedelten das menschenleere Neuseeland.