7.1. Betrachtung über das Leben

Die lebende Erde

Früher oder später, aber gewiss immer, wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie
selbst ist. 
                                        
Johann Heinrich Pestalozzi  (Schweiz. Pädagoge u. Philosoph, 1746 – 1827)

7.1. Betrachtung über das Leben

Am Anfang steht die Frage, was ist Leben?
Leben unterscheidet sich von toten Stoffen darin, sich fortpflanzen und entwickeln zu können. Durch einen selbst organisierten Stoffwechsel kann sich etwas entfalten. Wir reden dann von Organismen, wie Pflanzen, Tiere und Menschen. Ausgangspunkt dafür sind aber immer die wesentlichen Elemente Wasser, Feuer (Wärme) und Luft (Gase).
Aber wird nicht auch der Feldstein am Wegesrand durch die Natur geschliffen? Jedoch kann sich aus einem Stein nichts entwickeln (oder?). Verändern wir jedoch die Betrachtungsweise und Reden von atomphysikalischen Vorgängen, dann muss ein Stein erst einmal entstehen.  
Wenn man das Leben qualitativ zurückbetrachtet, dann hat jede spezifische Lebensform seine Zeit und ein prägnantes Merkmal. Der Mensch ist das jüngste Wesen, das aufgrund der körperlichen Konstruktion durch sein Denken das Umfeld verändern kann. Seit mehreren Millionen Jahren bevölkern Tiere den Planeten, deren qualitativer Vorteil die Fortbewegung ist. Wesentlich länger wachsen Pflanzen auf der Erde und erfüllen ihre stationären Aufgaben. Jedoch die meiste Zeit wurde und wird die Erde von Feuer, Wasser und Atomen geprägt.
Vor 4,5 Milliarden Jahren wurde unsere Welt als Feuerplanet geboren und schuf systematisch die Grundlage für das Leben. Die meisten Wissenschaftler gehen von einem Zufall aus, aber die logische Entwicklung spricht für einen Plan. Jeder wissenschaftliche Pionier benötigt eine Wissensbasis und unser Planet schöpft seine Erkenntnisse aus dem Sonnensystem.
Auf dieser Grundlage können erfolgversprechende Experimente gewagt werden. Gerade bei den Vorkämpfern der Forschung ging so mancher Test daneben oder/ und führte zu überraschenden Nebenwirkungen. Im Gegensatz dazu sind die Versuchsmöglichkeiten der Erde begrenzt. Jede Aktion des Planeten hat in der Regel globale Auswirkungen. Und dennoch verfügt sie über Funktionsweisen grundsätzliche Fehler zu korrigieren und kleinere Fehltritte regelte das natürliche Umfeld selbst. Im Prinzip basiert alles vom Tun der Erde, sie ist die Mutter allen Seins. Somit ist das Spiel der Elemente (Moleküle, Atome) als Lebensform zu betrachten. Im Zusammenspiel bändigten flüssige und gasförmige Stoffe das Feuer. Sie kühlten die Erdoberfläche ab, worauf Wasser, Luft und feste Substanzen entstanden. Eine besondere Atomverbindung schufen Aminosäuren, der Ursprung für die Organismen. Das Wasser der Meere reinigte sich intensiver durch Kleinstorganismen und felsiges Festland zerberstete zu Sand. In qualitativ höherer Form filterten Wasserpflanzen die Schadstoffe aus den Meeren heraus, und damit diese nicht selbst zum Problem wurden, kamen als Gärtner die Fische. An den Ufern der Gewässer wurde aus dem feuchten Sand fruchtbaren Boden und Gewächse eroberten das Land. Sie säuberten effektiv die Atmosphäre und verbreiteten sich durch die Insekten schneller landeinwärts. Damit das Gleichgewicht bewahrt blieb, entwickelten sich im Wasser Raubfische und an Land kamen Reptilien, die sowohl Gärtner und auch Jäger waren. Sie sorgten dafür, dass die Pflanzen nicht an sich selbst erstickten und sich die Population von Insekten, Käfer oder Spinnen in Grenzen hielt. Und so ging die logische Entwicklung immer weiter, mit dem Ziel die Erde abzukühlen. Pflanzen, Tiere und Menschen sind demzufolge nur ein kleiner Teil der lebenden Natur.
Bildlich gesprochen, bewegen sich die Kontinente wie Arme und Beine. Steine und Sand sind die Haut, die an verschiedenen Stellen eine besondere Funktion besitzen und sich bestimmten Situationen (Eiszeit) anpassen. Die Meere entsprechen dem Lebenselixier Blut, die Seen sind Versorgungskammer der Organe und sorgen örtlich für die entsprechende Funktionalität. Flüsse sind der Schweiß und die Nervenbahnen, die ihren bestimmten Zweck erfüllen, deren Lauf zu ändern oder gar zu stoppen kann unberechenbare Folgen nach sich ziehen. Vulkane sind wie Eiterpickel, die explosionsartig schädliche Substanzen aus dem Körper schleudern und mit den Erdbeben wächst die Erde. Seit den Dinosauriern ist die bewohnbare Fläche auf etwa 25 % angewachsen, allerdings beweisen lässt sich diese These nicht so recht.
Mit unserer Definition von Leben ist es schwer vorstellbar, dass die Erde eine Lebensform ist. Aber gibt es nicht große Bewertungsunterschiede zwischen Pflanzen, Tiere und Menschen? Reicht unser rationales Denken aus, um das irrationale zu verstehen?
Nicht nur, dass die Natur die älteste Form von Leben ist, so sind wir Menschen im Vergleich nur unbedeutende winzige aber gefährliche Parasiten. Oder anders gesagt:
Alle Lebensformen entsprechen Bakterien, die den Körper reinigen und heilen, selbst schädliche Bakterien tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Aber der Mensch hat sich leider zu einem Virus entwickelt, der den Körper Erde existenziell bedroht und bekämpft werden muss.
Der Mensch stört zunehmend den Reifeprozess der Abkühlung.

Normalerweise wächst die Erde gegenwärtig kaum noch, sondern sie erkaltet. Es nährt sie Wasser, Luft und Sonne, wobei Pflanzen, Tiere und Menschen die Sättigung verstärken. Der Mond ist der Schutzschild und ihre Verwandten sind die Planeten des Sonnensystems. Leben ist nüchtern betrachtet, ein atomarer biologischer chemischer Prozess aus dem etwas entsteht und im Zusammenspiel mit anderen Elementen reagiert, also lebt. Somit kann der Feldstein am Wegesrand zur Lebensform Sand zerfallen.

Die Lebenserwartung
Wie relativ Leben ist, zeigt sich in der Lebenserwartung. Somit werden in der Regel Bäume deutlich älter als Tiere. Der Mensch hat seine durchschnittliche Lebenserwartung seit der Evolution mehr als verdoppelt. Wird der Mensch im Weltdurchschnitt etwa 70 Jahre alt, so erreichte ein Urmensch selten 30 Lebensjahre. Dank der medizinischen Möglichkeiten, der Hygiene, dem beseitigen natürlicher Gefahrenquellen und dem Nahrungsüberfluss, erreichen Menschen in den Industriestaaten (z. B.: Europa) ein Durchschnittsalter von 80 Jahren. Dort, wo die Zivilisation, seine Ursprünglichkeit bewahren konnte, liegt dagegen die Lebenserwartung nur bei 35 Jahren. Der Mensch ist somit fähig sogar sein Lebensalter zu manipulieren. Ohne diese Fähigkeit würde der Mensch einen hinteren Platz in der Lebenserwartungsskala einnehmen. Ebenso sinkt durch den Einfluss des Menschen zugleich die Lebensdauer von Pflanzen und Tieren. Obwohl es bislang keine gesicherten Erkenntnisse gibt, wurden die Tiere in der Erdurzeit wesentlich älter. So schätzt man, dass viele Saurierarten zwischen 100 bis 200 Jahre alt werden konnten. Auch die eiszeitlichen Vorgänger von Katzen und Hunde könnten etwa 50 Jahre erreicht haben. Selbiges gilt für die Bäume, die in grauer Vorzeit alle über 1.000 Jahre alt wurden. Indem der Mensch den Pflanzen und Tieren den Lebensraum nahm und alles betonierte, stieg deren Gefährdung und es verringerte sich die Lebenserwartung. Erstaunlicherweise erreichen alle Tiere und Pflanzen in einer direkten urzeitlichen Nachfolge ein stattliches Alter, wogegen neuere und vor allem gezüchtete Tiere (Schwein und Rind) und Pflanzen (Obstbäume) ein verhältnismäßig geringeres Alter erreichen. Bliebe noch die Altersbestimmung von leblosen Objekten. Die Pyramiden in Ägypten stehen seit über 4.000 Jahren. Ist das ein Indiz für die unendliche Lebensdauer von Steinen?
Vor 5 Millionen Jahren entstanden die Alpen und heute wird der Zerfall eines Gebirges immer offensichtlicher. Müssen wir in puncto Steine in anderen Dimensionen rechnen?
Was sind schon ein paar Millionen Jahre angesichts des jungen Erdalters von 4,5 Milliarden Jahre? Im übertragenen Sinne entsprechen Granitsteine dem Riesenmammutbaum (lange Lebensdauer) und Stahl (wird porös) bestenfalls einer Birke, und wir Menschen kämen über das Alter einer Eintagsfliege nicht hinaus. Leben, steht wie die Lebenserwartung in einem erdgeschichtlichen Zusammenhang.
Wenn wir Menschen auch in der Lage sind, die Lebenserwartung künstlich zu verändern, so ist das unbedeutend im Ablauf der Welt. Doch wenn die Erde uns zunehmend als Virus betrachtet, so wird sie uns fortspülen, wie sie es in ihrer Geschichte mit Störenfrieden immer wieder getan hat. Die Dinosaurier sind bislang die prominentesten Opfer der Natur. Zu sehr wird dabei vergessen, dass bei den zahlreichen Säuberungen der Natur, erst vor etwa 9.000 Jahren bei einem weiteren Massensterben das Mammut und der Säbelzahntiger ausgestorben sind.

                                               Mögliche durchschnittliche Lebenserwartung
2500 Jahre
2000 Jahre
1000 Jahre
700 Jahre
600 Jahre 
500 Jahre
300 Jahre 
Riesenmammutbaum, „Anden-Tanne“
Küsten-Sequoie
Zeder, Linde
Eiche
Tanne, Kiefer
Ulme, Ahorn, Kastanie
Pappel, Buche
200 Jahre
180 Jahre
Grönlandwal
Riesenschildkröte
120 Jahre
100 Jahre 
Wal, Karpfen, Sumpfschildkröte, Birke
Kakadu, Papagei, Krähe, Steinadler, Perlmuschel
80 Jahre
70 Jahre 
50 Jahre
Elefanten, Wildgänse
Uhu,
Mensch (Weltdurchschnitt)
KrokodilHecht, Schwan, Apfelbaum, Nashorn,
40 Jahre
30 Jahre 
20 Jahre
Frosch, Pferd, Schimpansen
Delphin, Riesenschlange, Hirsch, Löwe
Seehund, Auster, Hai, Forelle, Enten, Rind
15 Jahre
10 Jahre
über 5 Jahre
Katze, Hund, Schwein, Fuchs
Regenwurm, Kaninchen, Eichhörnchen, Fischotter
AmeiseHeuschrecke, Igel, Weinbergschnecke,  Schwalbe
unter 5 Jahre
unter   1 Jahr
 20 Tage
1 Tag
Goldhamster, Maus, Ratte
Wespe, Kreuzspinne, Biene
Stubenfliege
Schmetterling, Eintagsfliege
Lebenserwartung ursprünglicher Arten
Urbäume 500 Jahre (meint alle Baumarten die nicht vom Menschen kultiviert worden sind, z.B. Obstbäume)
Wassertiere 100 Jahre (meint alle Tiere im und am Wasser, speziell jene Arten mit urzeitlicher Tradition)
Wildvögel 90 Jahre (meint alle älteren flugfähigen Wesen)
Säugetiere 50 Jahre (meint Säuger in der urzeitlichen Tradition, wobei z. B. Urzeit-Katzen eine höhere Lebenserwartung besaßen, als
alle heutigen Katzenarten)
Mensch 40 Jahre (orientiert sich an der Lebenserwartung von Menschen im natürlicherem Umfeld)
Insekten u.ä. Sonstiges = unter 5 Jahre (meint Insekten und ähnliches, mit einer zweckgebunden Lebenserwartung)
Anmerkung:  Die Angaben der Lebenserwartung sind ohne Gewähr, da es keine einheitliche Daten darüber gibt !!!