3.1. Geburt der Erde

Man muss sich durchsetzen können, von der Geburt an. Die Geburt selbst ist ein Akt der Durchsetzung, der erste und
folgenreichste von vielen.“                                                                                                                               ( Kurt Marti )

Schneemann-Vergleich

Im Zusammenspiel von Sonne und Jupiter entstand ein Feuerplanet, aus dem unser Planet geboren wurde. Seit dem Urknall entsteht im Universum Materie, die sich entwickelt und stets ein experimenteller Akt ist. Durch die verschiedensten Einflüsse und Gegebenheiten bildet sich ein Produkt, das bestenfalls anderem ähnelt aber nicht gleicht.

Wenn sie beispielsweise einen Schneemann bauen wollen, muss zunächst Schnee vorhanden sein und bei Pulverschnee bekommen sie schwer eine Kugel gerollt. Wie groß der Schneemann werden kann, hängt von der vorhandenen Menge, der verfügbaren Schneefläche und Schneebeschaffenheit ab. Wie sich was entwickeln kann, basiert auf gegebene Faktoren und Umstände. Auch in unserem Sonnensystem sind die Grundlagen vorgegeben und lassen nur bestimmte Möglichkeiten zu. Setzen wir den Schneemann Vergleich fort und stellen uns vor, dass Sie eine große Schneewiese (Sonnensystem) zur Verfügung haben. Das reicht aus um mehrere Objekte (Planeten) aufzubauen. Letztendlich bleibt Schnee übrig (z. B. Asteroidengürtel), woraus sich kein weiterer Schneemann mehr herstellen lässt. Sie können nun auf weiteren Schneefall hoffen oder die bestehenden Objekte verschönern, erweitern, oder stabilisieren (= Monde). Haben Sie leichtfertigerweise die Schneemänner bei Tauwetter errichtet, werden ihre Gebilde ziemlich schnell schmelzen und die Wiese (schwarzes Loch) wird das Wasser aufsaugen. Somit unterliegen die Zeitdauer und die Entwicklungsfähigkeit von Sonnen, Planeten, aber auch ganzen Galaxien den jeweiligen Gegebenheiten. Zahlreiche kosmische Gebilde haben deswegen eine unterschiedlich lange Lebensdauer und zahlreiche Konstruktionen scheitern deswegen schon im Ansatz. Solche misslungenen Himmelskörper werden entweder vom Schwarzen Loch aufgesogen oder explodieren. Letzteres kann wieder funktionierende Systeme (Schneemänner) aus dem Lot werfen. In unserem Beispiel könnte ein Schneesturm zerstörerisch wirken und Unrat, Schneeschmutz und Eis mit sich führen. Andererseits könnte damit Material für einen neuen Schneemann vorhanden sein, deren Substanzen (Elemente) nun völlig anders sind.

Unser Sonnensystem erreicht voraussichtlich ein Höchstalter von acht bis neun Milliarden Jahre und hat derzeit die Hälfte des Lebens hinter sich. Laut der Wissenschaft entstand unser Feuerplanet Erde etwa 60 Millionen Jahre später als die Sonne (vor etwa 4,5 Milliarden Jahre). Da der Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren stattfand, gilt unser Sonnensystem mit seinen 4,56 Milliarden Jahre als ein junges System. Von daher kann angenommen werden, dass im Aufbau auf einen gereiften Bauplan zurückgegriffen werden konnte. Auf der Grundlage eines vorhandenen Erfahrungsschatzes konnte relativ schnell das Sonnensystem aufgebaut werden. Die Erde und ist neben der Venus einer der jüngsten Planeten im System. Die renommierte Wissenschaft geht davon aus, dass die Erde, im Gegensatz zum Mars, eine funktionierende Methode von Leben hervorbrachte. Andere Forscher orientieren sich an die vorhandenen Monde und dem Zustand der Planeten. Der mondlose Merkur und die Venus weisen eher Merkmale auf, die auf ein Anfangsstadium der Planetenentwicklung hinweisen. Die Erde könnte vor allem Orientierungshilfe für den Planet Venus sein. Andererseits vertreten einige Forscher die Zufallstheorie und meinen, dass die außergewöhnliche Konstruktion der Erde eine Möglichkeit von vielen gewesen ist. Vergleichbar den Zutaten für ein Gebäck, deren Rezept sie ungefähr kennen und ihnen zufällig ein schmackhafter Kuchen gelingt. Aber vielleicht hatten wir durch den Mars doch ein Rezept, das beim Aufbau der Erde verbessert wurde.

Aufbau der Erde

Sowohl Sonnensystem, als auch Erde haben die gleiche atomare Grundstruktur.

      Der Innere Kern  =  Sonne =
       Protonkern

      Der Äußerer Kern = Innensystem=
      mit Neutronen

      Die D-Schicht = Asteroidengürtel=
      Kernmantel

      Der Unterer Mantel = äußeres System
      = Elektronen

      Die Übergangszone + Oberer
      Mantel = Kuipergürtel  =
      Atomaußenhülle

       Die Ozeanische & Kontinentale
       Kruste
mit Atmosphäre  =
      Oortschen Wolke  =
      Atomschutzhülle

 

                    Bild- Quelle:
   http://www.sternwarte-kraichtal.de/unser-planet.html

     

 

Die deutlichen Parallelen im Aufbau zwischen Atommodell, Sonnensystem und Erdaufbau zeugen von einer logischen Basis, dem Grundcode für alles Entstehende. Zumindest sind in unserem Sonnensystem alle Planeten nach diesem Atommodell strukturiert. Lediglich das Fundament aus den Gegebenheiten begrenzt die Baumöglichkeiten und dennoch lässt sich das Projekt Planet variantenreich gestalten. Aber wie bei jedem Bau können sich Fehler einschleichen, die nicht mehr korrigierbar sondern nur noch kompensierbar sind.

Wie bei einem Embryo, bestimmt die genetische Erbanlage das Baugerüst, die weitere Entwicklung wird von verschieden Faktoren geprägt. So können falsche Ernährung, Rauchen oder eine fehlerhafte genetische Übertragung zu einer Behinderung des Neugeborenen führen. Dennoch wird der Körper versuchen, Defizite auszugleichen. Die Erde besitzt einen ähnlichen Mechanismus, um auf Fehlentwicklungen zu reagieren.

Der Feuerplanet

Vor 4,5 Milliarden Jahren hatte die Erde den endgültigen Massepunkt erreicht und ein neuer Planet wurde geboren. Ähnlich einem Neugeborenen, ist die Erde mit sich selbst beschäftigt, ein heißer Planet, der gerade lebenswichtige Grundstrukturen aufbaut. Der Alltag eines Neugeborenen besteht eigentlich nur aus Schlafen und Essen. Dabei fordert es seine Mahlzeiten und sein Unwohlsein (Notdurft) mit schreien ein. Ein Planet reagiert ähnlich.

Schlafen = die Erde sucht sich eine Umlaufbahn um die Sonne; in einem geordneten Gravitationsfeld kommt es besser zur äußeren Ruhe und kann sich vom inneren Stress beruhigen (Verbrennung); durch die Eigenrotation wird ein zusätzlicher Kühleffekt ausgelöst und zugleich ein schützendes Magnetfeld aufbaut.

Essen = die gewaltigen inneren Reaktionsprozesse müssen verarbeitet werden, um nicht zu explodieren; zudem heizen kosmische Gase, Staub und Meteoriten den Feuerball an; die vielen Verbrennungsaktionen führen zu einer schnellen Ermüdung; fieberhaft begegnet die Erde den bedrohlichen Situationen, wirkt überfordert und befindet sich im stetigen Stress; nur langsam zwingt sie die Prozesse in geordnete Bahnen.

Notdurft = durch die Reaktionsabläufe bilden sich Abfallprodukte die vornehmlich als Gase ins All verpuffen; gleichzeitig geraten Gase ins Gravitationsfeld der Erde und bauen eine erste Atmosphäre auf à die Luftschicht erfüllt dabei drei wichtige Funktionen:
       1. Schutzschicht, vor kosmischer Strahlung und freien Teilchen (Gase & Staub)
       2. Nährstoffreserve; ausgestoßene Gase werden gebunden (wiederverwendbar) 
       3. Abkühlungsmechanismus aufbauen; Gase werden flüssig und kühlen durch Regen

Beim Säugling Erde wechseln sich ruhige mit einer stressigen Reaktionsphase ab. Erst nach  Milliarden von Jahren gelingt es der Erde ein stabiles System zu schaffen und lernt die Reaktionsabläufe zu beherrschen. Besonders der Flüssigkeitskreislauf beschleunigte die Entwicklung.

Flüssigkeitskreislauf

  •  Gase werden von der Erde ausgestoßen werden durch die Gravitationskraft der Erde gebunden ein Gasgemischmantel bildet sich und baut eine Atmosphäre auf
  •  Je nach der Eigenschaft (Schwere, Dichte) der Stoffe, bilden sich unterschiedliche Ebenen in Schichten vorsortiert, reagieren ungleiche Gasstoffe miteinander
  •  einige Gase bilden Flüssigkeitsverbindungen in nebelartige Gebilden formen sich Stoffkombinationen zu Wolken, vermutlich Verkettungen mit Wasserstoff
  •  Anmerkung: Zu jener Zeit gab es keinen Sauerstoff, demzufolge konnte sich kein Wasser bilden, wohl aber flüssige Stoffverbindungen, aus Elementen die feuchte Gase bildeten!
  •  Aus den Nebelverbindungen entstanden Wolken, bis deren maximaler Massepunkt erreicht wurde oder es durch andere Faktoren (Wind, Druck) abregnete
  •  zunächst verdampfte jeder Regentropfen noch bevor er die Erdoberfläche erreichte
  •  erst nach Millionen von Jahren zeigte dieser fortwährende Prozess erste Abkühlerfolge, zumindest dürfte eine stabile und kühlende Atmosphäre entstanden sein

!!! Der beschriebene Flüssigkeitskreislauf ist in der Wissenschaft umstritten. Nach der mehrheitlichen Ansicht kann nur Wasser Regen erzeugen und laut ihren Berechnungen ist Wasserdampf erst vor 3,9 Milliarden Jahre entstanden und das ohne Sauerstoff, denn es frühestens vor 3,5 Milliarden Jahre gab. Es gibt Hypothesen darüber, wie das funktioniert haben soll. Der Knackpunkt der Thesen beruht auf der Logik der heutigen Weltsicht.

Keiner kann die kosmischen Bedingungen erahnen, die beim Urzustand der Erde herrschten. Eventuell konnte selbst flüssiges Eisen in die Atmosphäre aufsteigen, wegen einer geringen Erdanziehungskraft. Flüssige Stoffe konnten also kilometerweit in die Atmosphäre geschossen werden und sanken vielleicht erst nach Stunden und regneten eventuell sogar als abgekühlte feste Stoffe auf die Erde nieder. Die extremen Temperaturen auf unserem Feuerplaneten und eine geringe Erdanziehungskraft dürften fast alles möglich gemacht haben.

Kosmische Kälte

Ein weiterer Kühlmechanismus könnte das Magnetfeld der Erde gewesen sein. Über die magnetischen Schwachstellen (Nordpol - Südpol) könnte so eine Art Sogeffekt entstanden sein. Hierbei floss kosmische Kälte in die Erdatmosphäre und beschleunigte den Flüssigkeitskreislauf. Die Wissenschaft hatte festgestellt, dass die Erde im Laufe der jüngeren Geschichte mehrfach die Orte der Pole wechselte. Da die Erkenntnisse über den Anfang der Erdurzeit sehr lückenhaft sind, könnte es sein, dass es solche Pol-Wechsel bei der Geburt der Erde viel häufiger gab. Vermutlich gab es auch Kältezeiten, die erheblich die Atmosphäre kühlte und mit dem Wechseln der Pole im Zusammenhang stehen könnten.
Die Wissenschaft belegt allerdings die Erste nachweisbare Kaltzeit vor 2,3 Milliarden Jahren, die vermutlich noch kein Schnee und Eis kannte. Jedoch ein Temperatursturz um 10 C° könnte in der Ur-Phase extreme Folgen ausgelöst haben. Die sogenannte Eiszeit ist also kein Phänomen der jüngeren Erdgeschichte, sondern ein stetiges Ereignis auf der Erde.
Sicherlich gab es vor 4 Milliarden Jahren mehrere solcher Perioden, die heute nicht mehr nachweisbar sind und eventuell in Form eines Kältesturms über die Erde fegte.