06. DDR-Lexikon O-Z

DDR – Pop & Rock Lexikon   (von O bis Z) 

                     ( Von Obelisk bis Zöllner)

Anmerkung:
Auflistung von Interpreten, Gruppen und Orchester mit den Bekanntheitszusätzen:
    [A] = populärer Interpret oder Gruppen in der DDR-Musikszene
    [B] = relativ bekannte Interpreten oder Gruppen, mit wenig Präsenz in den Medien 
(Radio, TV), dennoch durch spezifische Eigenarten
              populär, z.B.: spektakulärer 
Auftritt, eindrucksvolle Konzerte, Musikstil auf Schallplatten oder es handelte sich um staatlich
              gescholtene Künstler, die über Kirchenkonzerte bekannt wurden
    [C] = bekannt bei Insidern und durch die Undergroundszene

O


 

OBELISK                   [C]                     (Rockband)

Die Band wurde 1973 gegründet und erhielt 1979 ihren Berufsstatus. Mit der Besetzung: Andreas Fregin (key), Rainer Kühn (g), Andreas Reichelt (tb), Matthias Philipp (dr), Berndt Schumacher (sax) und Jürgen Marx (b), hatten sie 1978 ihren größten Erfolg in der DDR. Besonders bei der Werkstattwoche der Jugendtanzmusik in Suhl (1978) beeindruckten sie sehr. Seit 1979 arbeitete Obelisk als feste Begleitband für Angelika Mann, bis sie sich 1984 auflösten.      
Titel: Obelisk (1977), Im Zuge (1977), Motto (1979)   

 

OKTOBERKLUB           [A]                (Singegruppe)

1966 als Hootenannyclub gegründet, nannte sich die Singegruppe 1967 in Oktoberklub um und gehörte zu den Wegbereitern der Singebewegung. Häufig wechselnde Besetzungen /Umsetzung waren typisch für den Oktoberklub. Wesentlichen Anteil am Erfolg hatte Hartmut König, der auch mit Hilfe von Thomas Natschinski den Klassiker der Singebe-wegung „Sag mir wo du stehst“ schrieb. Besungen wurden Alltags-Thematiken im Sinne der DDR Obrigkeit und waren im Prinzip Agitationslieder. Der Klub war auch Initiator des „Festivals des politischen Liedes“, das ab 1970 stattfand. Viele Mitglieder des Ensembles machten später Karriere: Jürgen Walter, Reinhold Andert, Gina Pietsch, Aurora Lacasa, Barbara Thalheim, Tamara Danz und natürlich Hartmut König, aber auch Bettina Wegner. Neben König gehörten zu den wichtigsten Texter der Anfangsjahre Kurt Demmler und Reinhold Andert. Im Laufe der 70er Jahre nahm die Resonanz bei den Jugendlichen stark ab und dennoch wurde das Ensemble bis zum Ende der DDR am Leben erhalten.
Auswahl - LPs: Der Oktoberklub singt (1967), Aha Oktoberklub (1973) 
Erfolgstitel: Sag mir wo du stehst // Was wollen wir trinken, sieben Tage lang // Mann und Frau, Frau und Mann, kommt wir fangen mit
der Arbeit an // Wir sind überall auf der Erde 

P


 

PANKOW                [A]                   (Waveband)

Die ehemaligen Mitgliedern der Veronika Fischer Band bzw. VIER PS: Frank Rille (dr), Rainer Kirchmann (key), Jürgen Ehle (g) und Hans-Jürgen Reznicek (b); wollten 1980 eine neue Band gründen. Dazu suchten sie einen solistischen Frontmann und fanden ihn in Andre Herzberg (voc). Herzberg machte aber zur Bedingung, dass die Band Texte seines Bruders übernehmen und das Konzeptstück „Paule Panke“ vertonen sollte. In Anlehnung an seinen heimatlichen Stadtbezirk in Berlin, nannte sie die Band Pankow (1981) und schrieben ein Stück DDR-Rockgeschichte.  
Nach monatelanger Bearbeitung und Komplettierung des „Paule Panke“-Manuskripts, wurde 1982 das Rockspektakel uraufgeführt und Songs daraus, gehörten über Jahre zum festen Programmpunkt der Band. Herzbergs Bruder arbeitete fortan unter dem Pseudonym Frauke Klauke. Auf LP erschien „Paule Panke“ aber erst 1989 (ein Live-Mitschnitt von 1982), da den Kulturbossen das Rockmusical missfiel. In dem Werk wurde zu real der sozialistische Alltag eines Jugendlichen geschildert, die nicht mit ideologischen Grundsätzen der sozialistischen Erziehung vereinbar waren. Die Musik des Werkes orientierte sich stark am NDW- Stil des Westens. Auf Single durfte Pankow die Lieder „Egal“ (1982) und „Inge Pawelczik“ (1982) produzieren.
1983 erschien die erste LP der Band, mit genehmigten Songs aus dem Musical und dem Material aus früheren Jahren, vor der Bandgründung. 1985 verließ Frank Rille die DDR, für ihn kam Stefan Dohanetz (dr). Nach der Veröffentlichung einer weiteren Konzept-LP „Hans im Glück“, sowie der LP „Keine Stars“, verließ Hans-Jürgen Reznicek die Band. Mit dem früheren Rockhaus Bassist Ingo Griese entstand eine der aufregendsten DDR-Rock LP's der 80er Jahre „Aufruhr in den Augen“ (1988). Auf der LP befand sich auch der zeit-weise verboten Pankow-Titel „Langeweile“, wegen der Textzeile: „Das selbe Land zu lange geseh'n, dieselbe Sprache zu oft gehört, zu lange gewartet, zu lange gehofft, zu lange die alten Männer verehrt“. Das dieses Lied mit dem Text überhaupt gespielt wurde, konnte 1988 als eine Sensation bezeichnet werden.
Die Musiker von Pankow waren 1989 ebenfalls Mitunterzeichner der Rockerresolution. 1990 stieg Herzberg aus, um solistisch weiter zu arbeiten. Es kam Jens Jensen (g, bg, voc ) und auch Ingo Griese ging. In den 90er Jahren spielte Pankow neben drei eigenen CDs auch eine Platte mit Barbara Thalheim ein, ehe sie sich 1998 auflösten. Aber für bestimmte Events wurde die Band immer wieder mal ins Leben gerufen. 2009 starteten sie ihre bislang letzte Tournee.
Weitere-Hits: Die wundersame Geschichte von Gabi (1983), Werkstattsongs (1983), 
Er will anders sein (1984), Isolde (1986),
                        Gib mir ein Zeichen (1989), Langeweile (1989)  

 

PANTA RHEI             [A]              (Jazz-Soul und Rockformation)

1971 wurde die Gruppe von Herbert Dreilich (voc, g), Henning Protzmann (b) und Ulrich Swillms (key) gegründet, die zuvor als die ALEXANDERS spielten und nach der Auflösung KARAT gründeten. Mit dem Namen sollte die Änderung der Stilrichtung deutlich und die Gruppe vergrößert werden. Anfangs war der Schlagzeuger Johannes Lemke von den ALEXANDERS mit dabei und es wechselten in und aus der Band, Veronika Fischer (voc), Bernd Richter (tp), Ralph Stolle (pos), Lothar Kehr (sax) und Joachim Schmauch (sax). Anfang der 70er Jahre gehörten sie neben den Puhdys und der Klaus Renft-Combo zu den führenden Gruppen des Landes. Trotz wechselnder Besetzung blieb die Band erfolgreich, aber nachdem Veronika Fischer 1973 die Band verließ, setzte eine musikalische Krise ein. Nachdem auch die Bläser gingen wurde die Gruppe 1975 aufgelöst. Die Musik der Band war wegen ihren Jazz und Souleinflüssen im kommerziellen Bereich wenig präsent.  
LP: Panta Rhei (1973), Songs: Hier wie nebenan (1972), Aller fließt (1973)   

PETER-HOLTEN-SEXTETT          [B]                       (Rockband)

Band: Dieter Wiesjahn (b), Victor Heyse (voc, g), Bernd Bangel (g, voc), Peter Grasnick (key, g, voc), Michael Peglau (key),
            Brigitte Grasnick (voc), Bernd Schwitzke (dr)

Story: 1970 gegründet, legte sich der Bandleiter Peter Grasnick, das Pseudonym Holten zu. Da er zu jener Zeit Jura studierte, sollte sein Name für die Amtswürde geschützt bleiben und nicht durch Zweiteinflüsse (Musik) beschädigt werden (Auf-bzw.-Abwertung). Bis 1975 entstanden bekannte Rocksongs: „Ritter vom eisernen Pferd“, „Überall bist du“, „Straßen, die dich weiterführen“ - - - das Ehepaar Grasnick verlies dann die Band, worauf die übrige Besetzung im April 1975 die Gruppe Babylon gründete - - - Peter und Brigitte Grasnick stellten eine neue Band zusammen, aber schon nach drei Rundfunkproduktionen kam es 1978 zu Streitigkeiten, die zur Auflösung 1979 führte. Das Ehepaar Grasnick machten mit Norbert Sprenger als erfolgreiches Countryrocktrio weiter (Brigitte & Co).  

PHONOLOG                 [C]                     (New Wave Band) 

Phonolog wurde 1977 in Berlin gegründet und änderte ständig die Besetzung. Um 1984 gab es einige Erfolge in den Medien, speziell durch ihre Sängerin Eva Kyselka, aber kein Song erschien bei Amiga. Im Umbesetzungswirrwarr tauchten sie 1986 erneut in den Radiocharts auf. 1988 zog es Eva vor, eine Solokarriere zu beginnen, ohne großen Erfolg (wurde aber später als Chansonsängerin bekannt). Die Band löste sich daraufhin auf.
Titel: Simsalabim (1983), Kleine Jungen (1986), Mein Lied (1986)

PETER & COTT'N           [B]                    (Countryduo)

Peter Paulick (*1946) und Henry Kotowski (*1944) waren 1976 bis 1978 als Duo in der Countryszene des Landes recht erfolgreich. Das Gitarren- & Gesangsduo produzierte eingängige populäre Titel, die vor allem durch die prägnante Stimme Kotowskis an Wert gewannen. Nach der Trennung des Duos, gründete Peter Paulick Peter & Paul  und Henry Kotowski machte als Cott'n und Co. weiter.
Titel: Ade Maria (1976), Regenlaune (1977), Du brauchst einen Freund (1977)

PETER & PAUL             [B]                          (Popduo)

Peter Paulick und Thomas Friedrich versuchten sich als Simon & Garfunkel Verschnitt. Mit relativem Erfolg blieben sie über Jahre konstant. Parallel komponierte Paulick für andere Interpreten, wie dem Duo Monika Hauff & Klaus Dieter Henkler, Uwe Jensen oder Aurora Lacasa, sowie für seine ungarische Frau, der Sängerin Aniko.
LP: Peter und Paul (1981), Begegnungen (1985 m. Aniko)          

PETIT CATS               [C]                    (Rock & Roll-Band)

1984 gegründet, spielten sie Rock & Rol1-Musik, tauchten im DEFA-Film „Zwei schräge Vögel“ auf und wurden mit den Titeln „Patricius“ (1986), „Tageslärm und Stadtcafe“ (1986) und „Katrin“ (1986) bekannt. Im Mittelpunkt der Band stand Sybille Strauß und 1987 wurde die Band aufgelöst. 

POSSENSPIEL              [A]                     (Comedyband)

Basis-Mitglieder: Malte Freyer (b), Hans Knippenberg (g, voc), Detlef Topolinski (dr)

Story: 1980 gegründet, bezeichneten sie ihren Stil als Kabarettrock und galten als chaotischsten Bands der DDR- Musikszene - - - 1981 hatten sie erste Fernsehauftritte und waren wegen ihrer Originalität schnell bekannt - - - Trotz einiger Umbesetzungen prägte die Basis den Stil und Heinz Jürgen Meyer mit seinem Gesang wurde zum typischen Markenzeichen der Ulkrocker - - - erste Rundfunkaufnahmen waren „Kreuzworträtsel“ und „Auf dem Titelfoto vom ND“ ( Coverversion von „The Cover of the Rolling Stone“), die sofort bekannt wurden - - - 1986 erschien ihre erste LP (zusammen mit MTS), die reißenden Absatz fand - - - plötzlich und unerwartet starb  Heinz Jürgen Meyer 1989 und zudem kam die Wende, worauf der Erfolg rapide abnahm - - - dennoch machten sie weiter und veröffentlichten weitere CD.
LP: Erste komische Interessengemeinschaft (1986 mit MTS), Nieder mit den Gummibären! (1990), Tanz der Kakalaken (1992), Knippe (2007)

PRINZIP                  [A]                ( Hardrockband)

Erstband: Jürgen Matkowitz (g, voc ), Frank Czerny (b, voc), Reinhard Miehatsch (dr)

Story: 1974 in Berlin gegründet, stieg das Trio zu einer begehrten Live-Band auf - - - 1976 ersetzte Klaus Scharfschwerdt den Schlagzeuger und 1977 kam Rainer Kirchmann als Sänger. Das musikalische Spektrum erweiterte sich durch die Neuzugänge und auf ihrer erste LP „Feuerrock“ (1978) spiegelte sich die ganze Bandbreite wieder, zwischen klassischem Hardrock und keyboardlastiger, melodischer Rockmusik - - - 1979 ging Scharfschwerdt, dafür kam Bernd Hauke und 1980 kam für Kirchmann Ralf Bursy - - - mit Bursy wurde die Musik wieder rockiger und nachdem er ging (Solokarriere), ebbte der Erfolg der Band deutlich ab - - - 1990 löste sich die Band auf. 
Hits: Sieben Meter Seidenband (1975), Supernummer (1977), Feuerrock (1978), Flieg, 
flieg Engel (1979), Mama (1985),
          Komm zu mir (1985) Sehnsucht (1986
)

LP: Feuerock (1978), Der Steher (1980), Wir reiten im Sturm (1983), Phönix (1988)

PUHDYS                 [A]                       (Rockband)

Band:  Peter Meyer (*1940, keyb, fl, sax), Dieter „Maschine“ Birr (*1944, g, voc), Dieter „Quaster“ Hertrampf  (*1944, g, voc),
             Harry Jeske (*1937, b), 
 Günther Wosylus (*1944, dr)

Story: Die Band geht aus der UDO WEDEL COMBO hervor, die sich 1965 gründete. Nachdem Wedel ging stellten die übrigen Mitglieder aus den Anfangsbuchstaben den neuen Bandnamen zusammen: P (Peter), U (für Udo Jakobs), H (Harry) und D (Dieter) und fügten ein YS für den Klang hinzu. Noch bevor die Band loslegte, gab es kleinere Umbesetzungen und wurden zwischenzeitlich sogar aufgelöst.
Mit der Besetzung (siehe oben) gaben sie am 19. 11. 1969 ihr erstes Konzert im sächsischen Freiberg und gilt eigentliches Gründungsdatum der Band. Musikstilistisch eiferten sie ihren Vorbilder Deep Purple, Uriah Heep und Led Zeppelin nach. Durch den großen Live-Erfolg schrieben die Fans an das Fernsehen und übten auf die Jugendsendung Basar druck aus, die sich beeindruckt von der Fanpost gaben und die Band in der Sendung spielen ließen. Als Bedingung legten sie jedoch fest, dass die Gruppe nur eine deutschsprachige Eigen-komposition spielen durfte. Mit Hilfe von Texter Wolfgang Tilgner entstand 1971 „Türen öffnen sich zur Stadt“, der wochenlang Platz 1 in den Jugendradiocharts belegte.
Es folgte der Songs „Geh dem Wind nicht aus dem Weg“, der in den Jugendcharts des Rundfunks ein großer Hit wurde und sie zur beliebtesten Band des Landes aufsteigen ließ.
Aufgrund ihrer Popularität, sollte die Band, zwei Titel von Peter Gotthardt für den DEFA-Film Die Legende von Paul und Paula“ (1973 - Regie: Heiner Carow) einspielen.

Der Film wurde zum Kulthit, insbesondere durch die zwei Songs der Band, die sich zu Megahits entwickelten. Angemerkt sei, dass für den Film ursprünglich „Spicks and Specks“ von den Bee Gees und „Look wat you dun“ von Slade geplant waren. Aus kostengründen komponierte Peter Gotthardt ähnliche (Kopien) Lieder und Ullrich Plensdorf schrieb dazu die Texte. Es entstanden die Lieder „Wenn ein Mensch lebt(1) und „Geh zu ihr(2), die heute als Klassiker der DDR-Rockmusik gelten. Beide Lieder haben Bezüge zur Bibel, von der sich Plensdorf inspirieren ließ. ⇒  1. „Jegliches hat seine Zeit“ (Prediger 3,1-8); 2. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (5.Moses 8,).  

Mit dem kommerziellen Durchbruch folgten Hits in Serie und dank einer stabilen Besetzung wurden sie zur erfolgreichsten Band der DDR. Weltweit konnten sie über 15 Millionen Tonträger verkaufen und wurden zum Vorbild einer ganzen Musikergeneration. 1976 durfte die Band als erste Rockband der DDR in der BRD auftreten und konnte auch dort begeistern. Aus privaten Gründen verließ Drummer Günther Wosylus 1979 die Band, für ihn kam Klaus Scharfschwerdt.
Mit der Neuen Deutschen Welle (80er) stagnierten die Entwicklung und der Erfolg der alten Bands der 70er und neue Gesichter beherrschten die Szene. Auch der Erfolg der Puhdys kam ins Wanken, die bis dahin die Szene beherrschten. 1983 hatte sie es ihrem Schlagzeuger zu verdanken, dass sie mit einem Wave-Titel wieder ganz oben waren. Der Titel „TV-Show“ (1983) zählte sogar zu den besten Song des Genres in der DDR.
1984 spielten die Puhdys bei Rock für den Frieden mit und entgegen der gewünschten staatlichen Vorgabe, schufen sie mit „Das Buch“ eine eindrucksvolle Friedenshymne für die gesamte Menschheit.
Die Frontmänner Hertrampf und Birr veröffentlichten dann in den 80er Jahren jeweils ein Soloalbum (Birr „Intim“, Hertrampf „Liebe pur“) mit mäßigen Erfolg. Nachdem 1986 eine weitere Solo -LP „Ohne Schminke“ von Dieter Birr erschien, verbreiteten sich Trennungsgerüchte breit. Mit der Wende und dem mangelnden Erfolg, löste sich die Band im Herbst 1989 tatsächlich auf. Im Zuge der Ostalgie und neuen Inspirationen setzten die Puhdys zum Comeback an. Zunächst begeisterten sie auf ausverkauften Konzerten mit ihren alten Hits und waren mit ihren neuen Liedern erfolgreich. Obwohl die Band nicht mehr so populär, wie in der DDR wurde, so sind ihre Konzerte stets gut besucht und ihre Alben verkaufen sich ohne Werbung oder Promotion-Video recht gut. Herausragend wurde ihre ultimative Sporthymne für den Eishockeyklub Berliner Eisbären („Hey, wir woll’n die Eisbär’n seh’n“ - 2011) und der Titelsong „Es war schön“ vom Album (2014). Für 2016 kündigte die Band ihren Ruhestand an.

DDR-Hits:  Türen öffnen sich zur Stadt (1971);  Wenn ein Mensch lebt (1973);  Geh zu ihr (1973);   Vorn ist das Licht (1973);    
Ikarus (1974);  Steine (1975);   Lebenszeit (1976);  Erinnerung (1977);  Alt wie ein Baum (1977);  Wenn Träume sterben (1977);  
Wilde  Jahre (1978),  Doch die Gitter schweigen (1979);  Kein Paradies (1979); Melanie (1980);  Bis ans Ende der Welt (1980);
He, John (1981);  Der Außenseiter (1982);  Sehnsucht (1983); TV-Show (1983); Rockerrente (1984);  Das Buch (1984);

Schlaf mit mir (1985);  Kleiner Planet (1989);  Ich will nicht vergessen (1990)

Interessantes: zu DDR-Zeiten veröffentlichten sie 16 LPs, darunter zwei englischsprachige (Rock’n Roll - 1976; Far from Home - 1981) //
das skurrilste Lied ist „Jodelkuh-Lotte“ auf
der LP „Puhdys 2“ // bis zum Jahr 2015 veröffentlichten die Puhdys im vereinigten
Deutschland 19 Alben, darunter viele Livemittschnitte und „Best of …“ - Zusammenstellungen //
Außerdem entstanden nach der Wende
26 Singles, wovon nur 12 CDs als neues Material angesehen werden kann, die anderen Singles sind Hymnen für Sportvereine,
Versionen zu ihren alten Hits oder Coverversionen

Erfolgsalben BRD: Wilder Frieden (1999 - Pl. 29), Undercover (2003 - Pl.18), Alles hat seine Zeit (2005- Pl.21)  
aktuelle Alben: Es war schön (2012), heilige Nächte (2013)

R


 

RAINER BLOSS COMBO          [C]                     (Rockband)

Band: Rainer Bloß (b), Gisela Dreßler (voc), Peter Neumann (voc), Alexander Kirfe (fl, g), Dieter Ernst (dr)

Story: 1972 als Studentenband an der Musikhochschule Weimar gegründet, war die Band im Zuge der aufstrebenden Rockentwicklung schnell in den Medien vertreten. 1972 war auch ihr erfolgsreichstes Jahr, zumal die Band 1973 zerfiel. Der Bandgründer Rainer Bloß wechselte dann zur Gruppe WIR und verließ 1978 die DDR. In der Bundesrepublik war er in den 80er Jahren erfolgreich als Arrangeur, Komponist und Musiker. Zusammen mit Klaus Schulze führte er die Popband Alphaville zum Erfolg.
Titel: Sonntag in der alten Allee (1972), Das schönste Mädchen unserer Stadt (1972), Komm in die Stadt (1972)     

REFORM                   [B]                          (Rockband)

Nachdem sich die Klosterbrüder 1975 aufgelöst hatten, gründete Jörg Blankenburg (g) die Gruppe. Zu den weiteren halbwegs beständigen Größen zählten noch Stefan Trepte (voc, key) und Mike Demnitz (b). Trotz vieler Umbesetzungen konnte die Band zwischen 1979 und 1985 einige Erfolge verbuchen. Kurzzeitig gehörte auch Günther Fischer der Band an. 1985 verließ Blankenburg aus gesundheitlichen Gründen die Gruppe, die sich dann 1986 auflöste.
LPs: Reform (1979), Der Löwenzahn (1982), Uhren ohne Zeiger (1985)    

REGGAE PLAY             [B]                   (Comedyband )

Die Magdeburger Reggaeband wurde im Februar 1980 gegründet. Neben einer witzigen Bühnenshow prägten zahlreiche Besetzungswechsel das Profil. Das einzige konstante Mitglied war Lutz Winkler. 1981 wurden sie als beliebteste Band vom Jugendmagazin „Neues Leben“ ausgezeichnet. Mitglieder des Ensembles waren unter anderen Tobias Morgenstern, Jürgen Rohmeis, Arnulf Wenning, Reinhard Fißler, Klaus Wehrmann, Heinz Prüfer und Harald Pieler. 1988 erschien ihre einzige LP „Ich bin ganz anders?“.
Songs „Fahrradtour“,„Eisfee“, „Draußen warten“ , „Ich bin ganz anders“  

(Klaus) Renft Combo         [A]                  (Rockband)

Erfolgsband: Klaus Jentzsch (*1942, b, g, voc), Thomas Schoppe (*1945, g, voc), Peter Gläser (*1949, g, voc),
                       Peter Kschentz (*1941,key, g, fl), 
Christian Kunert (*1952, key, p), Jochen Hohl (*1945, dr)

Story: Nach dem Aufheben des allgemeinen Beatverbots durfte Klaus Jentzsch wieder eine Band gründen - - - der ehemalige Name BUTTLERS war Geschichte und in Würdigung seiner Mutter nutzte er ihr Geburtsname Renft als Bandname. 1967 wurde die Klaus Renft Combo gegründet, es kam aber keine konstante Besetzung zustande.
Erst 1970 entstand mit der genannten Besetzung (oben) Stabilität, wobei Kunert erst 1972 hinzukam. Gerulf Pannach wurden die Stammtexter der Band, wobei Kurt Demmler einige Texte da zusteuerte. Es folgten Hits in sehr unterschiedlicher Art, mal kämpferisch, mal Rockig und mal melancholisch. Amiga produzierte 1973 ihre erste LP. Im Radio waren bereits einige Titel schon zu Hits geworden. Ihre Bandbreite belegen der witzige Song „Baggerführer Willi“, das originelle „Gänselieschen“ und das engagierte „Ketten werden knapper“. Schnell stiegen sie zur absoluten Topband der Jugend auf. Zahlreiche Fernsehauftritte und Konzerte steigerten ihre Popularität und waren zunächst bekannter als die Puhdys.
1974 folgte eine weitere LP „Renft“, die Rockklassiker enthielt, wie „Zwischen Liebe und Zorn“ (1972) und „Wer die Rose ehrt“ (1973), standen nun aber im Schatten der Puhdys. Ende 1974 wagte sich die Band an Tabu-Themen heran, wie der Wehrdienstverweigerung („Glaubensfragen“) oder Republikflucht („Rockballade vom kleinen Otto“). Die staatliche Zensurbehörde wertete die Songs, als staatsfeindliche Provokation und lehnte die Titel für die dritte LP ab. Zudem wurde die Band eindringlich gewarnt, weiter solche Lieder zu schreiben und es wurde ihnen untersagt die zensierten Lieder öffentlich zu spielen.
Der kritische Songschreiber Pannach und Jentzsch bauten zu sehr auf ihre Popularität und erhofften sich ein Einlenken durch den demokratischen Kurs der Honecker Regierung. Als sie es wagten das Lied vom „kleinen Otto“ doch zu spielen, wurde Pannach mit einem Berufsverbot belegt und die Gruppe Renft wurde noch einmal verwarnt. Unbeeindruckt traten sie im Sommer 1975 in Leipzig auf und hielten sich insofern an die staatliche Auflage, dass sie den verbotenen Song nicht spielten. Dafür ließen sie Pannach auftreten, der den Text vom unerlaubten Lied rezitierte. Damit hatte Renft den Bogen überspannt und im September 1975 teilte die Medien kurz mit: „die Gruppe Renft ist als nicht mehr existent anzusehen.“
Pannach und Sänger Kunert wurden 1976 verhaftet. Es wurden ihnen verschieden staatsfeind-liche Delikte vorgeworfen und konnten zwischen Ausbürgerung oder einer hohen Haftstrafe wählen. 1976 reisten sie aus und Klaus Jentzsch folgte ihnen in die Bundesrepublik. Peter „Cäsar“ Gläser und Jochen Hohl schlossen sich der Leipziger Band Karussell an, die als Nachfolgeband von Renft angesehen wurde und einige Lieder der Renft-Combo übernahm.
1989 verließ auch Gläser die DDR, aber Jochen Hohl blieb bis zum Schluss bei Karussell. Thomas Schoppe schlug sich derweil mit Gelegenheitsjobs durch und verließ 1978 die DDR.
Mit dem Mauerfall wurde die Idee geboren die Renft Combo für eine Revivaltour zu gründen, aber Gläser und Kunert sagten kurz vor der Tour ab. Für die Beiden spielten dann Robert Hoffmann und Lutz Heinrich. Die Tour war 1990 ein großer Erfolg, aber schnell verlor man sich in Streitigkeiten. Es folgten anschließend weitere Versuche die Band Widerzubeleben, jedoch erfolglos. Tragisch war der frühe Tod der Renft-Mitglieder: Gerulf Pannach (1998), Peter Kschentz (2005), Klaus Jetzsch (2007) und Peter Gläser (2008).
LP: Klaus Renft Combo (1973), Renft (1974)
weitere Hits:Nach der Schlacht“, „Als ich wie ein Vogel war“, „Apfeltraum“, "Kinder ich bin nicht der Sandmann“, „Wandersmann“,
                       „Trug sie Jeans“, „Wiegenlied 
für Susann“, „Weggefährten“, „Ermutigung“  

ROCKHAUS             [A]                ( New Wave Band)

Erstband: Mike Kilian (voc, g), Reinhard Petereit (g, voc), Ingo Griese (b),  Michael Haberstroh (dr)

Story: Gegründet 1978 von Schülern der Musikschule Berlin-Friedrichshain - - - ihre Musik orientierte sich an Funk und New Wave - - - erste Erfolge gelangen ihnen mit den Titeln „Bonbons und Schokolade“ (1981) und „Disko in der U-Bahn“ (1983) - - - sie wurden zu Teeniestars, aber der Wehrdienst einige Mitglieder zwang die Band 1984 zu einer Pause, dennoch erschien 1985 ihre LP „Alles klar…?“ - - - mit dem Neustart 1986 änderten sie ihren Stil und Griese ging, dafür kamen Karsten Mohren (key) und Reinhard Repke (b) - - - es folgte die erfolgreichste Phase mit dem Hit „I.L.D.“ (ich liebe dich), der bei DT 64 zum Hit des Jahres 1988 gekürt wurde - - - die gleichnamige LP überzeugte Publikum und Kritiker gleiche-maßen, Rockhaus war einer der populärsten Rockbands des Landes geworden - - - aber vom Desinteresse der Wendezeit war auch Rockhaus betroffen - - - 1990 wurde zwar ihr Album „Gnadenlose Träume“ produziert, aber ihre Erfolge blieben bescheiden - - - 1989 löste sich die Band nach einigen Umbesetzungen auf - - - Erneute Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
LPs: Bonbons und Schokolade (1983),  Alles klar ... ? (1985), ILD (1988), Gnadenlose Träume (1990), Wunderbar (1995), Treibstoff (2012)
Weitere Hits: Vergiß mich (1985), Gefühle (1987), Nur aus Liebe (1988), Mich zu lieben (1989), Wohin? (1990)  

RODGER, KERSTIN             [B]             ( Popsängerin)

Am 19. 05. 1962 in Klein Machnow geboren, sang 1980 bei einer Nachwuchssendung (Heitere Premiere) und hatte 1984 einen großen Hit, „Bis es wieder kribbelt“.

ROSALILI              [B]                          (Popband)

Als Schülerband gründeten sie sich 1985 in Berlin, von den Puhdys Söhnen Hendryk Röder (b) und Andreas Birr (voc, dr). Ihnen schlossen sich an, Holger Jagsch (voc, g), Jörn Güttler (voc, g) und Henry Finkenwirt (voc, b). Ab 1986 arbeitete Birr im Hintergrund und für ihn kam Alexander Dietz (dr). Sie spielten leichte Rockmusik, in Anlehnung an Bryan Adams (Vorbild) und wurden von ihren Eltern (Puhdys) produziert. Nach der Wende hielt sich der Erfolg in Grenzen. Röder und Birr begannen 1997 mit dem Projekt Bell Book & Candle und es gelang ihnen mit der Sängerin Jana Groß ein One-Hit-Wonder, „Rescue Me“.
Titel: Rosalili (1986), Süße Sünde (1986), Jagd auf Liebe (1988)  

RÜCKERT, GABY            [A]                   (Popsängerin)

Geboren am 01. 07. 19951 in Berlin, war eine der populärsten Sängerinnen der DDR. Die gelernte Krankenschwester studierte an der Musikhochschule Weimar und Mitte der 70er Jahre folgten erste Rundfunkaufnahmen. Der Erfolg stellte sich erst mit der Zusammenarbeit mit Thomas Natschinski ein. Ab 1978 entwickelte Gaby ihre eigentlichen Stärken in Richtung liedhaften Pop. Mit Songs, wie „Berührung“ (Tophit 1980), „Schneewittchen hat's gut“ (1980), „Teil mit mir“ (1981) und „Guten Tag“ (1982) sang sie sich in die Herzen einer breiten Zuhörerschar (Jung und Alt).
Ihre größten Hits komponierte Thomas Natschinski, die Ingeburg Branoner getextet wurden. Bis 1983 war sie als Solistin im Tourneeprogramm von Frank Schöbel tätig. Ab 1987 bot sich ihr die ehemalige Holger Biege Band an, aber die Zusammenarbeit war nur von kurzer Dauer. Sie schloss sich der Gruppe Drei an und heiratete den Frontman Ingo Koster. Insgesamt ebbte ihr Erfolg deutlich ab und zog sich mit der Wende völlig aus dem Musikgeschäft zurück. Gaby wurde wieder Krankenschwester, ehe sie mit Ingo Koster 1995 ein Comeback startete. Beide sind heute als Schlagerduo unterwegs.
LPs: Berührung (1980), Guten Tag (1982)

S


 

SCHABULKE PROJEKT            [B]                         (Comedyband)

Die Comedienband entstand 1987 in Potsdam und hießen zuvor Orions. Sie waren eine Kombination aus Band und Schallplattenunterhalter, aus dieser Mischung heraus entstand eine komische Rockmusik mit einer ansprechenden Discoshow. Reiner Schneider (g), Hubert Woite (voc), Thomas Philipps (key, voc) und Detlef Rathke (Discjockey, b), griffen satirisch Alltagsprobleme auf und setzten sie mit kabarettistischen Mitteln und bühnenwirksamen Verkleidungen um. Schnell wurden sie populär und es kam zu Fernsehauftritten und Rundfunkaufnahmen. „Winterhit“ war ihr erfolgreichster Song, der auch als Video produziert wurde.   
Weitere Songs: Sommerhit (1987), Bockwurstlied (1987)              

SCHESELONG                [B]                               (Popband)

Das Magdeburger Rockkabarett wurde 1981 gegründet, mit Michael Kranz (g, voc), Klaus Schäfer (voc), Dirk Münster (g, voc), Michael Homann (b) und Bernd Pfeifer (dr). Witzig, originell und dennoch mit melodischen Feingefühl machten sie von sich Reden. Sie lösten sich zur Wendezeit auf.
LP: Scheselong 82-87 (1987) // Erfolgssong: Den letzte Walzer für uns zwei (1982)

SCHIKORA, UVE – Combo                [B]              (Komponist, Rockband)

Am 20. 03. 1947 in Freital geboren, studierte an der Musikhochschule in Dresden und erhielt dort eine klassische Ausbildung zum Orchestermusiker. In den 60er Jahren spielte er in verschiedenen Amateurbands, bis er 1970 die Uve-Schikora-Combo in Berlin gründete. Die Band wurde schnell erfolgreich und 1972 erschien ihre LP „Das Gewitter“, die als erste Rock-LP in der Geschichte der DDR-Rockmusik angesehen wird. Die Erfolgsbesetzung bestand aus: U. Schikora (voc, key), Michael Schubert (g, voc), Jürgen Matkowitz (g), Jürgen Diessner (b), Bernd Müller (org), Reinhard Miehatsch (dr). Parallel arbeitete die Band bis 1973 als Begleitband von Frank Schöbel.
1976 blieb Schikora während einer Kubareise (mit Chris Doerk), bei einer Zwischenstation im kanadischen Genter im Westen. Von dort ging er nach München und arbeitete dort als Autor, Arrangeur, und Produzent für verschiedene Interpreten des Schlager- und Popbereiches (Jürgen Marcus, Ireen Sheer, Michael Holm, Howard Carpendale, Vicky Leandros, Paul Anka, David Hasselhoff, Tony Christie und andere). Für seine Arbeiten erhielt Schikora insgesamt 7 Goldene und 5 Platin Schallplatten. Nach der Wende veröffentlichte er das semiklassische Werk „Zusammenspiel“ des Ensembles Rosso Bianco und verarbeitet darin seine ganz persönliche Sicht auf den Mauerfall.
DDR-Songs: Das muss Liebe sein (1970), Schön war der Sommer (1971), Dein Gesicht (1971), Das alte Lied (1971), Weg der Liebe (1972), Heute wie gestern (1975)

SCHUBERT (Formation) BAND        [B]               (Rockband)

Sieghart Schubert gründete 1973 die Formation, die in den ersten Jahren mit drei Bläsern dem Jazz-Rock sehr nahe stand. 1975 spielten sie in der Besetzung S. Schubert (key), Eberhard Struch (g), Peter Rasym (b), Holger Biege (voc), Hans Joachim Müller (perc) und Wolfgang Stielke (dr), eine melodiöse Rockmusik. Der erste große Hit war „Sommer ade“, eine Holger Biege-Komposition. Es folgten diverse Umbesetzungen und Holger Biege verließ die Band.
Die Gruppe drohte auseinander zu brechen, aber mit Christian Schmidt (voc) und Katrin Lindner (voc) kamen 1976 zwei konstante Größen, die stabilisierend auf die Band wirkten. 1979 nannte sich die Gruppe Schubert-Band und Sängerin Katrin Lindner wurde in diesem Jahr als Rocksängerin Nr.1 von Stimme der DDR gewählt. 1981 erschien die erste LP „Heiße Tage“ und weitere erfolgreiche Rundfunkproduktionen folgten. Katrin Lindners bestätigte ihren Ruf als Beste singenden Rocklady, mit den Songs „Was soll ich werden“ und „Junge aus Liverpool“. Ab 1982 spielte die Schubert-Band nur noch als Trio und ab 1985 zog sich das (inzwischen) Ehepaar Schubert/Lindner aus dem aktiven Bühnenleben zurück und wurden Musikproduzenten.
Weitere Songs: Himmel und Erde (1978), … und wie weiter (1980), 
I’ve never been in love (1980)  

SCHUMANN, THEO           [A]                 ( Bandleiter, Beatband)

Theo Schumann wurde am 24. 07.1928 in Altenberg geboren. In den 50er Jahren war er Musiker im Orchester Schwarz-Weiß, bevor er Anfang der 60er Jahre eine eigene Jazzband gründete. Mitte der 60er Jahre wandte er sich der Beatmusik zu. Mit Titeln, wie „Watussi-Twist“, „Brockenhexe“ und „Abenddämmerung“ machten sie auf sich aufmerksam. Da ihre Musik als Schlager eingestuft wurde, waren sie vom Beatverbot 1965 nicht betroffen.
1966 erschien ihre erste Single „In meinen Gedanken“ und 1969 ihre erste LP. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. In der Besetzung, Theo Schumann (p, sax, org), Wilfried Peetz (g, voc), Achim Türpke (b), Petko Tomanow (p, org, sax) und Gerd Schönfelder (dr), gelang ihnen mit dem Beatsong „Verzeih“ 1970 der ganz große Hit. Kurz darauf wurde „Guten Abend Carolina“ zum Megahit 1971. Erfolgsverwöhnt ebbte jedoch 1972 ihr Erfolg ganz schnell ab. Nach ver-schiedenen Umbesetzungen bis 1976 wechselte Schumann wieder zur Jazzmusik. Am 26. 09. 1989 gaben sie ihr letztes Konzert und lösten sich auf und am 21. 07. 1990 starb Theo Schuman.
LPs: Theo Schumann Combo (1969), Für Junge Leute (1970), Guten Abend, Carolina (1971)        

 

SCIROCCO                  [B]                         (Beatband)

Die Potsdamer Band wurde 1970 zum vierten Mal gegründet, nun unter den Namen Scirocco - - - 1964 begannen sie als Crazies, hießen dann Tornados und Hoermens - - - jedes Mal musste sich die Band auflösen, wegen der „Verbreitung antisozialistischer Musik“ - - - über die Sendung Notenbank wurden sie allgemein bekannt und schufen 1972 mit „Sagen meine Tanten“ einen Dauerbrenner - - - Bandgründer Volker Thiele war die einzige konstante der Band, deren Besetzung sich stark änderte - - - ohne weitere Erfolge entschlossen sie sich in den 80er Jahren, als Oldieband durchs Land zu touren und tun das heute noch.
weitere Songs: Komm ich warte (1972), Wenn die Klingel tönt (1973), Weiße Taube (1977)

 

SET                         [B]                       ( Rockband )

Band: H. Kölling (voc, g,), L. Heinrich (g; voc), H. Schmidt (key), B. Seifert (b), B. Haucke (dr)

Story: 1972 in Leipzig gegründet, war die Band ab 1975 in den Medien präsent - - - ihr erster Hardrocktitel „Eisen“ (1975), sollte die stilistische Ausnahme bleiben - - - trotz zahlreicher Besetzungswechsel pflegte die Band einen rockigen, aber melodischen Stil - - - Thomas Bürkholz war für die Band besonders wichtig, zumal sie seine musikalischen Bühnenwerke am Leipziger Theatern einspielten - - - in den 80er Jahren begründete die Band ein eigenes Tonstudio, aber die Erfolge der Band waren eher bescheiden.
weitere Titel:  Huscha (1975), Wenn ich so ein Brett hätt’ (1975), 
Ich will halten die Zeit (1983)
 

SILLY                  [A]                     (Rock & Wave –Band)

Thomas Fritzsching (*1949, voc, g) gründete die Band als Familie Silly in Berlin, da nur Silly wegen des Anglizismus nicht zugelassen wurde (Silly = engl. konnte als einfältig oder albern übersetzt werden). Zudem legte sich die Band ein Katzenmaskottchen zu und nannten es Silly, worauf die Behörden keine Einwände hatten.
Zur ersten Besetzung gehörten Matthias Schramm (*'1949, ,bg), Ulrich Mann (*1953; key), Manfred Kusno (*1951, key) und Michael Schafmeier (*1949, dr). Sie entdecken Tamara Danz (*1952), die schnell zur Frontfrau wurde (1996 verstarb sie). Erste Titel entstanden für den Rundfunk, die noch eine Mischung aus Funk und Reggae waren. Ihr erster Hit war 1982 der Kneipensong „Der letzte Kunde“, bevor sie unter dem NDW-Eindruck 1983 ihren Stil änderten und unter den Namen Silly zur führenden Rockband des Landes aufstiegen. Wesentlichen Anteil daran hatte Lyriker und Rocktexter Kurt Demmler. Dann gingen Keyborder Mann und Kusno, dafür kam Rüdiger Barton.
Mit der LP und Titelsong „Mont Klamott“ landeten sie einen Megahit und die LP wurde als Platte des Jahres ausgezeichnet. Nachdem 1984 der Schlagzeuger wechselte (Herbert Junck kam für Schafmeier), erschien die LP „Liebeswalzer“ und unterstrichen ihre musikalische Qualität. 1986 folgte die LP und Titelsong „Bataillon d'amour" mit großem Erfolg. Nach weiteren kleineren Umbesetzungen erschien 1989 ihr letzte LP „Februar“, die mit kritischen Songs aufwartete.
Silly gehörte ebenfalls zu den Erstunterzeichnern der Rockerresolution und speziell Tamara Danz engagierte sich intensiv für den Demokratisierungsprozess in der Wendezeit. Nach der allgemeinen Durststrecke für DDR-Bands kehrte Silly 1993 zurück auf die Bühne und produ-zierten 1996 ein Album. Während der Produktion diagnostizierten die Ärzte bei Tamara Danz Brustkrebs. Kurz nach der Veröffentlichung der Platte, verstarb Tamara am 22. 07. 1996.
Erst im Herbst 2005 versuchten die drei letzten Bandmitglieder (Uwe Hassbecker,  Ritchie Barton, Jäcki Reznicek) ein Comeback mit verschiedenen Gastsängern. Mehr zufällig sang die Schauspielerin Anna Loos ein paar Titel und begeisterte mit ihrer Stimme das Publikum, die sehr an Tamara Danz erinnerte. Anna Loos wurde ab 2006 die Sängerin von Silly, die in den Charts große Erfolge verbuchen konnten und heute als die kommerziell erfolgreichste, ehemalige DDR Band gilt.

Weitere DDR-Songs: Die wilde Mathilde (1983), Ein Lied für die Menschen (1984), So’ne kleine Frau (1985), Verlorene Kinder (1989),
SOS (1990
) //                                                                            weitere LPs: Hurensöhne (1993), Paradies (1996)
Silly mit Anna Loos: LP „Alles rot“ (2010 – Pl. 3, 64 Wo); LP „Kopf an Kopf“ (2013- Pl. 2, n. notiert),
Single „Alles rot“ (2010 – Pl. 27, 10 Wo), Single „Deine Stärken“ (2013 – Pl. 19, 16 Wo) { 2014}    

SKEPTIKER          [C]                ( Punkrockband )

War die erste Punkband mit Fördervertrag und wurden 1987 in Berlin gegründet. Die Band bestand aus E. Balanskat (voc), A. Kupsch (g, voc), Ch. Buntrock (g, voc), A. Welfle (b) und M. Hofer (dr) und wurden so eine Art Vorzeigepunkband des Landes. Ende der 80er Jahre, hatten sich aber längst anderen Bands etabliert und so ergab es sich, dass die Band einen Fördervertrag erhielt. Das ermöglichte ihnen eine LP einzuspielen, die in der BRD aufgenommen wurde. Ihr Titel „Strahlende Zukunft“ belegte bei DT64 in den Jahresendcharts 1990 einen vorderen Platz. Nach der Wende spielte die Band in veränderter Besetzung weiter.      
LP: Harte Zeiten (1990)         

SPUTNIKS               [A]                      (Beatband )

1963 aus den Telstars entstanden, gehörten die Sputniks zu den führenden Beatbands der 60er Jahre. Achim Döhring (g), Gert Hertel (g), Bernd Emich (b) und Henry Kotowski (dr, voc), spielten gängige westliche Beattitel nach und komponierten vor allem sogenannte Gitarrenbeats (meist instrumental). Döhring musste dann zur Armee und Hertel ging, dafür kamen 1965 Peter Nehls (g), Benno Penssler (g, voc) und Michael Fritzen (sax). Auf den ersten Beatsamplern Big Beat 1 und Big Beat 2, waren sie mit mehreren Titel ver-treten. Anfang 1966 musste sich die Band im Zuge des allgemeinen Beatverbots auflösen.
Titel: Gitarren-Twist (1964); Shazam  (1964), Mich hat noch keiner beim Twist geküsst 
(1964 m. Ruth Brandin), Sputnik-Thema (1964),
           Leila (1964 m. Perikles Fotopoulos) 

STEFAN, BRIGITTE             [B]             (Rocksängerin)

Die gelernte Friseuse wurde am 29. 04. 1952 in Chemnitz geboren und sang in verschiedenen Bands (bis 1976). Sie machte eine Ausbildung/ Unterhaltungskunst Dresden (1973-1974), bevor sie 1975 bis 1977 das Fach Gesang an der Musikhochschule Dresden studierte. In jener Zeit (1976) wurde die Gruppe Meridian gegründet. Als Berufssängerin, war sie mit Meridian vor allem in Sachsen und Thüringen recht erfolgreich (mit Chr. Lolis, A. Schmidt, Fr. Zückmantel, M. Langenfeld). Um 1981 wandte sich die Band der Neuen Deutschen Welle zu und war einige Zeit damit erfolgreich. Nach einigen Rundfunkproduktionen folgte 1985 endlich ihre erste eigene LP „Brigitte Stefan & Meridian (1985).
Titel: Wenn du denkst, ich bin doof (1982), Linie 6 (1982), Allein (1984)    

STERN COMBO MEISSEN         [A]          ( Progessive Rock und Artrockband)

Die legendäre sächsische Band wurde 1964 als Tanzkapelle von Martin Schreier (*1948, dr, Ltg), Nobert Jäger (*1944, key, perc) und Bernd Fiedler (*1948, b) gegründet und widmete sich gegen Ende der 60er Jahre verstärkt der Rockmusik. Ihre Vorbilder waren Jimi Hendrix, Chikago und Blood Sweat & Tears. 1970 arbeitete die Band mit Veronika Fischer zusammen, die 1971 zu Panta Rhei ging.
1973 erlangten sie den Berufsstatus und mit dem Einstieg von Thomas Kurzhals (* 1953, key) widmete sie sich verstärkt Klassikadaptionen, wie „Die Nacht auf dem kahlen Berge" (von Modest Mussorgski) und „Die vier Jahreszeiten“ (von Antonio Vivaldi). Mit Reinhard Fißler (*1949) als Sänger bekam die Band ihr eigenes Profil. Die hohe Musikalität der Band ließ schon früh die Kritiker jubeln. Die Band bestach mit ihren Adaptionen, wovon einige Titel Überlängen vorwiesen und ihre Musik insgesamt als Art Rock bezeichnet wurde.
Zwischen 1975 und 1979 spielte die Band einige hervorragende Titel im Rundfunk ein und es kam eine konstante Besetzung bis 1978 zustande:  M. Schreier, R. Fißler, Lothar Kramer (*1953, key), Thomas Kurzhals (*1953, key), B. Fiedler und N. Jäger. 1976 wurde der Song „Der Kampf um den Südpol“ ein großer Hit und 1977 erschien ihre erste LP. Bis 1979 errangen ihre Musikwerke ein über aus positives Echo, dass über die Landesgrenzen hinausging, auch in die Bundesrepublik.
Dem nachlassenden Erfolg wollte dann die Band mit neuen Stilarten kompensieren. Schließlich ließen sie sich von der Wave-Musik beeindrucken und änderten ihren Stil. Mit Uwe Haßbecker kam 1980 ein Musiker, der wieder die Klangfarbe Gitarre betonte statt elektronischem Sound. Zudem kamen Peter Rasym und Michael Behm in die Band. Intern kam es zu Streitigkeiten in der Band, da sich ihr Sound zu stark in Richtung NDW bewegte und dadurch ihr Image in Gefahr brachten. Die Differenzen mündeten 1984 in massiven Umbesetzungen und die Songs wurden nun auf hitparadenkompatiblen 3 Minuten getrimmt. Mit Ralph „IC“ Schmidt (voc), Matthias Philipp (dr), Andreas Bicking (key) und Michael Lehrmann (g), waren nun eine völlig neue Band entstanden. Fast die komplette Besetzung 70er wurde ausgewechselt.
Das Verjüngungskonzept schien aufzugehen, was vordere Hitnotierungen belegten. Doch jene Songs waren, wie Schall und Rauch, ohne bleibenden Wert. Stern Meißen hatte seine künstlerische Qualität verloren und war nur noch auf Kommerz ausgelegt. Ihr Erfolgsgarant Ralph Schmidt machte parallel als IC eine erfolgreiche Solokarriere. Martin Schreier fungierte noch als Chef, hielt sich aber im Hintergrund und produzierte in seinem Tonstudio, mit dem ehemaligen Kollegen Lothar Kramer neu Nachwuchsbands und Interpreten. Auch in der zweiten Hälfte der 80er Jahre konnte sich Stern Meißen durch IC weiterhin oben behaupten und war eigentlich zur Begleitband von ihm geworden. Spannungen in der Band führten 1989 zur Auflösung. Im Zuge des DDR-Rivivals (1993), schloss sich die Band (70er Besetzung), noch einmal zusammen und tourten mit Electra und Lift, durch die Lande (primär ehemalige DDR). Es folgten bis heute immer wieder einige Umbesetzungen.

LPs: Stern Combo Meißen (1977), Weißes Gold (1979), Der weite Weg (1979), Reise zum Mittelpunkt des Menschen (1981),
Stundenschlag (1982), Taufrisch (1985), Nächte (1987), Leben möchte’ ich (1999), Lebensuhr (2011), Sternstunden – die größten Hits (2011)

Weitere Songs: Der Alte auf der Müllkippe (1976), Das alte Schloß (1977-Adaption zu Modest Mussorski), Der weite Weg (1978),
           Der Motor (1979), Die Sage (1979), 
Also was soll aus mir werden (1980)

T


 

TEAM 4              [A]                         (Beatband)

Band: Thomas Natschinski (g, voc), Detlev Haak (g, voc), Martin Just (key), Fred Krüger (b), Gerrit Gräfe (dr)

Story: Im September 1964 als Schülerband in Berlin gegründet, sorgten sie schnell für Furore - - - in Hartmut König hatte Natschinski einen Freund, der ein hervorragender Texter war - - - der große Live-Erfolg veranlasste Amiga eine LP mit ihnen zu veröffentlichen - - - wegen des Beatverbotes wurde das Vorhaben verschoben und die Band, durch eine Namensänderung im Dezember 1966 aufgelöst - - - als besonderes Privileg durfte die Band unter dem neuen Namen Thomas Natschinski Combo weitermachen (siehe Thomas Natschinski) und nun entstand auch die LP „Die Straße“ (1968).
Songs, die später als Single erschienen: Lied von den Träumen (1966), Die Straße (1966), 
Es gibt nur dich (1966 – m. Frank Schöbel),
            Ich hab ihr ins Gesicht gesehen (1967)  

TRANSIT            [B]                   ( Rockband )

Die mecklenburgische Band um Egon Linde (*1944, g, voc) und Siegfried Scholz (*1941, key) wurde 1973 gegründet. Neben den beiden Stammmitgliedern gab es einige Umbeset-zungen. Ihre liedhaften Rocktitel waren deutlich geprägt von ihrer mecklenburgischen Herkunft. In den ersten Jahren versuchten sie es mit gitarrenorientierter Alltagslyrik, bevor sie sich um 1980 thematisch mit der Sagenwelt der Küstenregion befassten. Mit dem Lyriker Peter Hacks erschienen recht erfolgreiche Titel „Jona“ und „Ich fahr an die Küste“. Zu den weiteren Highlights der Band zählten neben melodischen Balladen, wie „Ein Mädchen wie du“ die vertonten Sagen „Bernsteinhexe“ oder „Hildebrandslied“.
LP: Bernsteinhexe (1982)       

TSCHERNIG, PETER             [A]            (Countrysänger)

Der führende DDR-Countrysänger wurde am 12.04. 1945 in Chemnitz geboren, war Elektromechaniker und spielte ab 1966 in verschiedenen Rockbands. 1977 kam er über die Berliner Gruppe Expreß zur Countrymusik. Nach mehreren Erfolgen begann er seine Solokarriere. Er wurde zum Vorzeige-Cowboys der DDR und unterstrich das mit zwei erfolgreichen LPs. Seine größten Hits waren „Taxi 408“ (1980) und „Mein bester Kumpel“ (1985). Nach der Wende betrieb Tschernig eine eigene Künstleragentur, organisierte Countrytreffs und war für den MDR aktiv.
LP/CD: Taxi 408 (1983), Irgendein Haken ist immer dabei (1987), 
Zwischen Himmel und Erde (1994)

V


 

VIER PS               [A]                         ( Poprockband)

Nach der Trennung von Veronika Fischer gründete Franz Bartzsch (key, voc) die Gruppe, mit Hansi Biebl (g, voc), Michael Kaszubowski (b) und Frank Hille (dr). Der Song „Vor unserem Hause“ wurde sofort ein großer Hit. Nachdem Hansi Biebl ging, spielten sie kurzzeitig als Trio weiter, ehe Jürgen Ehle (g) dazukam. 1979 versöhnten sich Bartzsch mit Veronika Fischer und waren wieder ihre Begleitband. Nachdem Bartzsch und Fischer in die BRD gingen, gründeten die restlichen Musiker die Gaukler Rock Band, die sich dann in Pankow umbenannte. (siehe Pankow)
Titel: Vor unserm Hause (1977), Zweigroschenlied (1978), Lied von der Märchenfee (1978)

W


 

WENNING, ARNULF            [B]               (Popsänger)

Geboren 1957 in Stendal, sang mit im Studiochor Magdeburg, studierte von 1979-1983 in Weimar Gesang. Seinen ersten Erfolg hatte er als Sänger bei Reggae Play. 1984 begann er seine Sololaufbahn und hatte 1986 mit „Eisdame“ seinen größten Hit. Für den Titel erhielt er sogar mehrere Preise (in Siofok/Ungarn und den Nachwuchspreis /Dresden). Bis zum Ende der DDR blieb er erfolgreich, dessen erste LP erst 1987 erschien.

WINNI  II                   [A]                       (Countryband )

Unter Leitung von Winfried „Winni“ Piepenburg (*1950, keyb, voc) 1975 in Potsdam gegründet, war die Band ein Vertreter des komischen Country-Rocks. Im Dezember 1975 wurden erste Rundfunkaufnahmen produziert. Zur Band gehörten: Thomas Spillner (g, bj, mand, voc), Michael Stappenbeck, Bernd Sarfert (bg, voc), Klaus Bachmann (dr). Mit dem ersten Hit „Was soll ich mit dem Akkordeon“ waren sie sofort überall bekannt und Gast auf vielen Veranstaltungen, so auch im Fernsehen). Die Lieder „Du musst wohl eine Hexe sein“ (1978) und „Ich geh kaputt“ (1979) untermauerten ihren Erfolg, der bis 1983 anhielt. Nachdem Spillner und Sarfert die Band verließen, setzte ein schleichendes Ende ein. Bernd Dewet kam und versuchte die Band stilistisch neu zu formen, aber mehr als eine erfolgreiche Ostseetournee (1982 - 1990) gelangen nicht. Nach der Wende spielte die Band erfolglos eine CD ein, worauf sie sich 1992 auflösten.
LP: Die große Damenwahl (1978) 

WIR                     [A]                             (Rockband)

Wolfgang Ziegler (keyb, p, g, voc) gründete 1970 in enger Zusammenarbeit mit dem Lyriker Jens Gerlach die Band. Aufgrund der stark wechselnden Besetzung war die Gruppe letztend-lich Zieglers Begleitband. Bekanntestes Mitglied war noch Katrin Schubert. Ab 1974 ver-suchten sie sich als Hardrockband und hatten 1975 Hits mit „Nach dem Konzert“, „Da schlug die Flamme“ und „Und so spielen wir woran wir glauben“. 1978 verlegten sich Ziegler auf Schlagerrock. Das Lied „Gartenparty“ wurde zwar ein großer Schlagerhit, verprellte jedoch die Rockfans. Durch den nachlassenden Erfolg wandelte Ziegler ab 1986 auf solistischen Schlagerpfaden und löste die Band auf und besiegelte somit das Ende der Band. (s. Wolfgang Ziegler). 
L
Ps: Im Spiegel deiner Augen (1977), Zeit (1978), Ebbe und Flut (1984)

Z


 

ZIEGER, PETRA            [A]                  (Rocksängerin)

Die blonde Rocklady wurde am 25. 03. 1959 in Erfurt geboren, war Schneiderin und absol-vierte in Erfurt ein Gesangsstudium. 1976 sang sie in einem Tanzorchester und wurde 1981 solistisch durch einen Nachwuchspreis (in Dresden) bekannt. Burkhard Lasch wurde auf sie aufmerksam und stellte mit ihr die Band Smokings zusammen. Besetzung: A. Schulte (key), J. Dobbersch (b), W. Nicklisch (g), A. Kirfe (g, sax, key, voc ) und Peter Taudte (dr).
Am NDW-Stil orientierte, hatte sie 1981 mit den Songs „Schmusen auf dem Flur“ und „Traumzeit“ zwei große Hits. 1985 verließ Petra Zieger die Band und machte wesentlich rockigere und anspruchsvollere Titel, als bisher. Nach der Wende veröffentlichte sie weitere CDs mit mäßigem Erfolg und war gern gesehener Gast bei verschiedenen Veranstaltungen und trat bei Wahlveranstaltungen für die CDU (Angela Merkel) auf.
LP/CD: Traumzeit (1984), Katzen bei Nacht (1987), Das Eis taut (1989), Lust (1992), Mit mir (2002), Nimm mich (2007)
w. Hitauswahl: Superfrau (1985), Katzen bei Nacht (1986), Der Himmel schweigt (1986)
 

ZIEGLER, WOLFGANG      [A]                    (Sänger)

Geboren am 08.10. 1943 in Rostock und war gelernter Motorenbauer. Von 1964-1970 spielte er bei der lokal beliebten Ostsee-Band Baltics mit, absolvierte 1970 eine Gesangsausbildung und gründete die Gruppe WIR (siehe WIR). Nach den guten Ansätzen als Rocksänger entschied er sich für den Schlager und war und ist seit 1986 solistisch aktiv.
LP: Halt mich (1988) // Songs: Verdammt (1988), Du fehlst mir sehr (1988)

DIE ZÖLLNER             [B]                   ( Rockband )

Nach der Auflösung der Berliner Band Chicoree gründete Dirk Zöllner (*1962, voc) 1987 zusammen mit Andre Gensicke (* 1961, key ) die Zöllner. Als Duo gestartet setzten sie ab Juni 1988 ihr engagiertes Projekt in die Tat um und entwickelten eine Band mit 10 bis 14 Musikern. Mit einem Funkrock-Konzept setzten sie sich in Szene, trotz des Erfolges arbeiteten die Gründungs-Musiker in anderen Bands und Projekten mit.
Die Wende überstand die Band schadlos. Ihre 1990 bei Amiga veröffentlichte CD war mit einem Eklat verbunden, da die Band die Titel bereits an eine andere Plattenfirma verkaufte. So erschien bei Musicolor 1991 die CD „Cafe Größenwahn“ mit fast identischen Titeln. Immerhin verkaufte sich (im Prinzip) die Zweitauflage noch 25.000-mal. Zu den Bandmitgliedern der Zöllner zählten, zu dieser Zeit (neben Gensicke und Zöllner): Oliver Hinze (g), Mario Kopowski  (bg), Roger Heinrich (dr), Andre Erdmann (sax),Frank Klebbe (äs), Frank Hultzsch (cb), Matthias Lauschus (voc, tp, perc) und Andre Siodla (voc). Nach der Wende erspielte sich die Band auch in den alten Bundesländern einen guten Ruf. Bis 1993 war die Auftragslage so gut, dass man von der Musik leben konnte. In der Folgezeit hielten sich viele Musiker mit musikalischen Nebenjobs über Wasser. Parallel zur großen Besetzung gab es noch die kleine Besetzung, mit Dirk Zöllner, Matthias Lauschus, Frank Kiebbe und Andre Gensicke. 1995 wurde eine Live CD veröffentlicht. Nach der CD „Bye Bye Chérie“ löste Dirk Zöllner die Band 1998 auf und widmete sich solistischen Aktivitäten.
LP: Die Zöllner (1990)