6.5. Die europide Rasse

Die  Europide Rasse ( Europa, Arabien, Indien)

( Bilder stammen aus dem "Brockhaus-Lexikon 1911" und ist auf der Quelle: http://www.zeno.org unter "Menschenrassen" zu finden)

Zentrales Herkunftsgebiet Zentralasien, speziell über das Kaukasusgebiet
Älteste Frühmenschenfunde
Name Alter Fundort
Homo erectus                               1.700.000 Jahre  Georgien
Homo antecessor  1.200.000  bis 780.000  Jahre   Spanien, Burgos
Homo heidelbergensis              600.000  Jahre    
           500.000  Jahre  
           400.000  Jahre 
Deutschland, Mauer
Spanien
Frankreich, Tautavel
Homo erectus               400.000  Jahre      Marokko, Salé
Homo heidelbergensis              350.000  Jahre   
    500.000 oder 250.000  Jahre  
          250.000  Jahre
Deutschl., Steinheim
Griechenland
England
Homo erectus (o.H. heidelbergensis)              200.000  Jahre Indien
Archaischer Homo sapiens            160.000  Jahre 
           130.000  Jahre 
Marokko
Israel
Homo neanderthalensis            120.000  Jahre  
          100.000  Jahre
Israel
Kroatien
Homo sapiens             100.000  Jahre Israel,  Karmel & Qafzeh
Homo neanderthalensis              70.000  Jahre  
            60.000  Jahre
     48.000 oder 30.000  Jahre
              40.000  Jahre   
Frankreich, Italien, Spanien
Irak, Israel, Frankreich
Russland
Deutschland, Israel
Homo sapiens (Cro-Magnon)              40.000  Jahre   
             35.000  Jahre   
             5.300  Jahre
Frankreich, Spanien, Italien
Frankreich, Aurignacien
Österreich (Ötzi)

Expansion
!!! Vor 8 Millionen Jahren: Infolge plattentektonischer Vorgänge in Asien wurden die Hominiden aus Zentralasien gedrängt, deren
     Hauptströme nach Europa  und Pakistan zogen.
!!  Vor 5 Millionen Jahren: Das Zusammendriften Europas und Afrikas, sowie das Auftauchen Arabiens und das entstehen Anatolien
     (Türkei) grenzten den Lebensraum der Spezies drastisch ein: In Europa: Wegen starker Erdbeben im Süden und Kälte im Norden
     war nur in Südwesteuropa (Nordspanien, Norditalien und Südfrankreich) Leben existenziell möglich.
     In Südrussland: Der Klimawandel in Pakistan vertrieb die Lebensform nach Westen und dessen südliche Verbreitung wurde durch
     das Auftürmen des Kaukasus gestoppt.

!   vor 2 Millionen Jahren: Aufgrund der Lebensumstände mussten sich die Hominiden rasch entwickeln, um zu Überleben.
    Die asiatische Gattung Homo erectus bildete eigenständige Arten heraus. In Europa ⇒ den Homo antecessor und im Kaukasus den 
    Homo georgicus.

1. Welle – vor 700.000 – 250.000 Jahren: Der Homo heidelbergensis breitete sich von Spanien über Europa  aus (bis nach England, Deutschland, Griechenland) und eine noch ursprünglichere Homo erectus Art siedelte  nach Nordafrika über, die sich dort weiter entwickelten und archaischer Homo sapiens genannt werden.
2. Welle – vor 130.000 –  40.000 Jahren: Mit der Anpassung an die Lebensumstände im Norden Arabien bildete sich der Homo neanderthalensis heraus, deren Mehrheit über den Balkan nach Europa auswanderte. Wegen den besseren Lebensbedingungen siedelten sie sich bevorzugt in Frankreich und Deutschland an. Einige Neandertaler blieben (Israel) und haben vermutlich Ägypten besiedelt. Aus den in Pakistan verbliebenen Hominiden bildete sich eine Homo erectus Art in Indien deren Einordnung noch immer strittig ist.
3. Welle – vor 100.000 Jahren bis heute: Bereits vor 100.000 Jahren brachte die Evolution den Homo sapien in Israel hervor und verdrängte zudem den Homo neanderthalensis. Nach den bisherigen Knochenfunden siedelte er sich erst vor 40.000 Jahren im zentralen Europa an. Zeitgleich lebten dort die Nachfahren des Homo heidelbergensis, die sich zum Cro Magnon (Homo sapiens) entwickelten. Möglicherweise besiedelten die Cro Magnons überwiegend Südeuropa und aus den Neandertalern wurden Homo sapiens (in der Verschmelzung mit anderen Frühmenschen), die in Nordeuropa eine Heimat fanden. Andere Varianten sind möglich, weil bisher die Herkunft der Europäer nicht sicher geklärt werden konnte. Der Europäer könnte beispielsweise auch aus einer separaten Evolution hervorgegangen sein, könnte arabische Wurzeln gehabt haben oder ist gar über Russland nach Norddeutschland eingewandert. Letztendlich gab es so oder so eine Vermischung.

 

Prägende Grundbedingungen:

  • Nach der langen Eiszeit wuchsen in Europa dichte Wälder, in denen sich ein ausreichender Tierbestand ansiedelte. Im Schutz der Bäume lebten überwiegend kleinere Tiere und damit entsprechende Raubtiere. Rotwild (Rehe, Hirsche) dominierten und betrachteten die Wiesen in den Lichtungen als Paradies. Die gefährlichsten Räuber waren Luchse, Wölfe und Bären. In den Wäldern gab es viele Seen, Bäche und auch viele Sümpfe.
  • In weiten Teilen Nordeuropas herrschte die Tundra vor. Dem Rückgang der Eiszeit folgte die grüne baumlose Landschaft. Durch die südliche Wärmeströmung entstanden die besagten Wälder, wogegen sich im kalten Norden ein spärlicher Pflanzenwuchs hielt. Zogen anfangs noch Mammutherden durchs Land, so wurde ihr Lebensraum zwischen Eis und Wald immer enger. Zudem wurden sie von Säbelzahnkatzen und Menschen gejagt. Mit dem Aussterben des Mammuts war ebenso das Ende der Säbelzahnkatzen vorprogrammiert. Den Giganten Europas folgten wesentlich kleinere Tiere.
  • In Südeuropa erholte sich eine subtropische Klimazone, in deren steiniger Landschaft nur wenige Pflanzen wuchsen und es demzufolge kaum größere Tiere gab.
  • Das aus den Fluten emporgestiegene Arabien bot besonders im Norden eine fruchtbare Savanne. Die Tierwelt war hier erst im Entstehen und zuerst kamen vorrangig Gebirgstiere (Ziegen, Schafe) aus Anatolien und dem Kaukasus. Nirgendwo sonst auf der Welt wuchsen so zahlreiche Getreidearten und war ein bequemer großflächiger Anbau möglich.
  • Für die Evolution der Frühmenschen war noch eine fünfte Landschaft entscheidend. Das Indus- und spätere Gangesdelta, es ernährte mit seinem subtropisches Klima eine Vielzahl von Tieren. In der wasserreichen Savannenlandschaft und der Nähe des Dschungels gab es allerhand Pflanzen, Obst und Getreidearten. Neben den unzähligen Raubtieren tobten hier auch zahlreiche Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Orkane u.ä.)

Grundsätzliche Folgen:
Europa, allgemein: Der Rückgang der Eiszeit eröffnete den eingepferchten Hominiden neue Lebensräume im Norden. Die entstehenden Waldflächen trennten Nord- und Südeuropa.
Nordeuropa: Die karge Vegetation und die starken Klimaschwankungen zwangen den Frühmenschen zu außerordentlichen Überlebensstrategien (Kleidung gegen Kälte; die trägen Großtiere verschwanden, stattdessen gab es flinke Kleintiere).
Mitteleuropa: Eignete sich hervorragend für die Jagd, aber die dichten Wälder verhinderten zunächst eine kulturelle Weiterentwicklung (kein geeignetes Werkzeug für Rodungen).
Südeuropa: Häufige Erdbeben und Vulkanausbrüche wirkten sich negativ auf die ohnehin karge Steinlandschaft aus. Für die Frühmenschen waren hier enorme Denkleistungen erforderlich. Meeresfische garantierten vorrangig das Fortbestehen des Menschen, bevor sie kulturell gewachsen die Kleintierhaltung (Schafe, Ziegen) entwickelten.
Arabien: Die Frühmenschen folgten den Gebirgstieren Anatoliens in die arabische Savanne und entdeckten die Vorteile der klimatisch stabilen Flora und Fauna. Erst mit der Kleinviehzucht setzte eine rasante kulturelle Entwicklung ein.
Indien:
Die Ebene hielt für den Menschen exquisite Lebensbedingungen bereit, aber immer wieder schlug die Natur mit heftigen unberechenbaren Unwettern zu. Infolge solcher Katastrophen rafften Krankheiten zahlreich die Menschen dahin. Ebenso musste hier der Urmensch schnellstens Möglichkeiten finden, um diesen Naturangriffen zu trotzen.

Kulturelle Entwicklung:

  • Die Gegebenheiten Arabiens erlaubten das Halten von mittelgroßen Vieherden. Allerdings wuchsen die Grünflächen nicht schnell genug nach und die Hirten mussten mit ihrem Vieh von Weide zu Weide ziehen. Typisch für Arabien wurde die Nomadenkultur. Erst viel später, mit dem Anbau von Getreide wurden die umherziehenden Stämme sesshaft und entwickelten eine höhere Kultur.
  • Um 5.000 v.Chr. bauten sich die Menschen Städte, bevorzugt in Mesopotamien. Zeitgleich siedelte sich in Ägypten eine Kultur an. Wegen des Mangels an Holz wurden hier die Gebäude mit Lehm und später mit Steinen gebaut. Die feindliche Konkurrenz machten Verteidigungsanlagen wichtig. Mit den Anbau von Getreideflächen wurden den Nomaden wichtige Weideflächen geraubt. Existenziell bedroht sahen sie sich gezwungen sich kriegerisch zur Wehr zu setzen. Mit dem Ackerbau stieg nicht nur der Lebensstandard und die Zahl der Menschen in den Städten, sondern eine höhere Kultur machte sie auch waffentechnisch den Nomaden überlegen. Dennoch wurde insgesamt für alle Menschen der Lebensraum immer enger (Übervölkerung) und gefährdete die Nahrungsversorgung, wodurch sich das Konfliktpotenzial erhöhte.
  • Für indische Stämme wurden große Gemeinschaften überlebenswichtig. Wie bei den mongoloiden Asiaten mussten menschliche Verluste durch die enormen Naturgewalten und der Wildnis kompensiert werden, um den Entwicklungsstatus zu halten. Insgesamt erhöhte sich dadurch die Bevölkerungszahl drastisch. Die Natur beruhigte sich und kleine Felder und Kleintierhaltung machten die gefährliche Jagd im Dschungel unnötig. Etwa 3.000 v.Chr. entstanden erste Städte und beendeten die steinzeitliche Ära.
  • Der nächste kulturelle Sprung der Europiden fand in Griechenland statt. Hierzu sei die Rolle Kretas und Phöniziens erwähnt. Wissenschaftlich nicht geklärt, könnten massive Erdbeben Griechenland zerdriftet haben und südlich die ägäische Inselwelt geschaffen haben. Dieser Umstand würde erklären, warum bereits 6.000 v.Chr. eine steinzeitliche Kultur auf Kreta lebte? Wie die mongoloiden Insulaner mussten sie sich zügig Überlebensstrategien überlegen. Sie waren gezwungen den Fischfang zu intensivieren und das hieß, Boote zu bauen. Möglicherweise sind sie das erste europide Seefahrervolk und könnten sich an der libanesischen Küste angesiedelt haben. Dort kamen sie mit den ersten Hochkulturen in Kontakt und brachten dieses Wissen zurück nach Kreta. Aus den libanesischen Siedlungen wurden die Phönizier, die um 1.000 v.Chr. ein Handelsimperium aufbauten. Im Laufe der Zeit siedelten sie sich an der nordafrikanischen Küste entlang an. Wichtig ist besonders die Rolle von Kreta, als Mittler der Welten. Sie brachten dem griechischen Festland entscheidende Impulse, wie dem Ackerbau. Über dem Seeweg ermöglichte Kreta den Handel zwischen Griechenland, Ägypten und den jeweils herrschenden Kulturen Mesopotamiens. 2.500 v.Chr. entstanden dank der minoischen Kultur (Kreta) auf dem griechischen Festland erste Städtegemeinschaften.
  • Für die mitteleuropäischen Wälder besaßen die Frühmenschen anfangs nicht das geeignete Werkzeug für das Roden von Waldflächen. Der Jäger & Sammler Kultur fehlte dadurch ein wichtiger Antrieb. Die Grünflächen Nordeuropas dagegen eigneten sich ideal als Weideland. Schnell nachwachsendes Futter förderte die Tierhaltung und ließen die Frühmenschen sesshaft werden. Von der Natur abgehärtet und den Herden gut ernährt wuchs die Bevölkerung rasch heran. Allerdings wurde der Lebensraum enger, da sich vom Süden her die Wälder ausbreiteten und der Norden noch zu kalt war. Die Bäume nahmen den Stämmen die weiten Wiesen und der Lebensraum wurde enger, sodass die Stärkeren die schwächere Bevölkerung vertrieb (Nahrungskonkurrenten). Von Nordeuropa oder/und der Ukraine wanderten die Vertriebenen südwärts und siedelten sich an Gewässer an, stets dort wo es kleinere Weideflächen gab. Sie arrangierten sich um 2.000 v.Chr. mit den Wäldern, gingen vorrangig auf die Jagd und sicherten ihre Ernährung mit kleinem Viehbestand und bewirtschafteten Gemüsebeete. Von den Griechen werden sie später Keltoi (Kelten, - die Großen) genannt. Das weiterentwickelte Südeuropa (Griechen, Römer) hatte entscheidenden Anteil an den kulturellen Aufschwung der Kelten. Sie erlernten moderne Techniken und besaßen bessere Werkzeuge, als die nördlichen Stämme. Trotzdem schafften sie nicht den Sprung in eine Hochkultur. Zum einen lag es daran, dass die keltischen Stämme untereinander verfeindet waren und bestenfalls nur kurzzeitige Zweckgemeinschaften gründeten. Zum anderen waren die Kulturen des Südens (Rom, Griechen) an keine nördliche Großmacht interessiert und über den Handel nahmen die Supermächte Einfluss darauf. Den Kelten folgten andere Völker aus dem Norden (Germanen, Goten). Doch erst mit dem Frankenreich schafften die Nordeuropäer den Schritt aus der rückständigen Stammeskultur. Und das war erst 500 (n.Chr.) unserer Zeit.

Gemeinschaft & Glaube 
Arabien:
Hirtengott: Beim Gesellschaftsaufbau der Nomaden drehte sich alles um die Schafherden, so auch beim Handeln untereinander. Der enger werdende Lebensraum und die Konkurrenz um die Weideflächen für die Tiere, führten zur Feindschaft zwischen den Stämmen. Wegen der zentralen Bedeutung der Herde, konzentrierte sich der Glaube bei den Nomaden auf einen begleitenden Gott. Für die Wanderer wurden andere Götter unwichtig, weil nur am Zustand ihrer Herde Glück und Unglück interpretiert wurden. Außerdem setzte sie den Segen eines eventuellen obersten Schöpfergottes voraus, der den Hirtengott zum direkten Ansprechpartner für die Menschen autorisierte. Der semitische Hirtenbund, der sich Israel nannte, ging sogar noch einen Schritt weiter und betrachtete seinen Gott, als einzigsten Gott und mit dem kulturellen Aufstieg wurde er als weltweit alleiniger wahrer Gott interpretiert.
Götterkult: Mit dem Ackerbau wurden Menschen sesshaft und bildeten eine Städtekultur. Ihr Gott war ein lokaler Gott, der ihnen den Wohlstand bescherte. Häufig wurde ein Fruchtbarkeitsgott verehrt. Die steigende Bevölkerungszahl in den Städten führte zu erhöhten Problemen (Nahrung, Machtstreben, Hygiene, Krankheiten, Kriminalität). Über dem Götterglauben interpretierten Priester den Willen der Götter und gaben somit gesellschaftliche Regeln (Gesetze) vor. Speziell Krankheiten wurden als Gottesstrafe angesehen, nicht immer war der Erkrankte auch ein Sünder, der ihren Gott verärgerte. Es war Sache der Priester eine Krankheit zu bewerten. So konnte der Todkranke auch ein zielloses Opfer des Gottes sein, der damit andere Strafen wollte oder sich über die Herrschaft erzürnte. Im Rahmen der Bewertung legte der Priester Maßnahmen fest und grundsätzlich war es Pflicht den Gott mit Opfergaben milde zu stimmen, nicht selten war ein menschlicher Opferkult.  
Götterwelt: Gesellschaftlich vollzog sich eine Klassentrennung, mit dem egoistischen Streben der Herrschenden nach Reichtum und Macht. Die Gier nach mehr trieb die Herrschenden dazu Nachbarstädte unter ihre Gewalt zu bringen. Die gewachsene Bevölkerung machte es möglich und es gab genügend Soldaten für einen Feldzug. Bei einer expandierenden Reichskultur rückte nun wieder die gesamte Götterwelt in den Kontext. Das hatte den Vorteil, die Besonderheit des angebeteten Gottes zu unterstreichen oder ihn als obersten Gott zu proklamieren. Die Götter der besiegten Stadtkulturen hörten entweder auf zu existieren oder wurden als rebellischer Untergott definiert. Überhaupt wurde es nötig dem Hauptgott spezifische Helfer (Untergötter) zu geben. In Anlehnung am strukturellen Aufbau der ersten Ausbeutergesellschaft wurde eine entsprechende Götterwelt geschaffen. Im Bereich der sich bildenden Reiche Vorderasiens blieb die Götterwelt insgesamt übersichtlich und war auf einen Hauptgott ausgerichtet. Ihm zu Ehren wurden riesige Heiligtümer, Tempel und Statuen errichtet. Der Hauptgott wurde als launisches und selbstsüchtiges Überwesen gesehen, dass sich ein Favorit (Volk) aussuchte. Die Priester legten daraufhin ganz besonderen Wert auf den Opferkult, um das Wohlwollen des angebeteten Gott zu erreichen. Der Wohlstand galt als Lohn der Gottheit, dem jedoch der Mensch eigentlich egal war und nur als Mittel oder Spielball seinen Zwecken diente. Welche Ziele eine Gottheit hatte war Interpretationssache der Priesterschaft, zumindest strebte eine Gottheit die globale Herrschaft über alle Menschen der Erde an. Über den Glauben schufen sich die Priester ein unantastbares Image und sollten ihre Weissagungen einmal nicht zutreffen, so wurden gehäßige Untergötter dafür verantwortlich. Diese Sicht war für die Priester sehr praktisch, konnten damit alles erklären und ihre Machtstellung untermauern (waren mitunter mächtiger als der Regent) und ihren Wohlstand heben.

Südeuropa:
Griechische Mythologie: Inspiriert von den Hochkulturen versuchten die Städte am ägäischen Meer eine ähnliche Kultur aufzubauen. Das karge steinige Land begrenzte jedoch die Möglichkeiten und ließ zunächst nur kleinere Städte zu. Dementsprechend standen nicht genügend Menschen für einen Krieg zur Verfügung und zwang die Städte zum friedlichen Handel. Ein Städtebündnis wurde erforderlich, um einwandernde Völker vom Norden zurückzudrängen. Die vom Handel begünstigte Stadt Athen wurde Hauptstadt und Sitz des Wahlkönigs. Die Gegebenheiten machten ein Überdenken der Götterwelt notwendig, die in jener Kultur das Wissen förderte und Athen zum Handelszentrum aufstieg (siehe Anmerkung gr. Mythologie). Wechselnde Bündnisse brachten zwei griechische Hauptzentren hervor, Athen und Sparta. Sparta formte das relativ fruchtbare Peloponnes zum Flächenreich. Im Rahmen seiner Handelsbeziehungen lockte Athen die anderen Städte zum Bund. Im Attischen Bund stieg Athen zur Seemacht auf, konkurrierte mit den Phöniziern und kolonialisierte das Mittelmeer und Schwarzes Meer. Südeuropa (Iberer, Etrusker) und die Südukraine (Skythen) wurden daher maßgeblich von der griechischen Kultur beeinflusst und trieben mit ihnen regen Handel. Nordafrika (Karthago) stand mehr unter dem Einfluss der Phönizier. Mit dem Imperium wuchsen der Wohlstand, die Kultur und die Bevölkerungszahl, wodurch Kriege möglich waren. Besonders im Konflikt zwischen Sparta und Athen gab es zahlreiche Kämpfe unter den Städten und in den Kolonien. Anders als in Mesopotamien entwickelte sich hier eine klare Götterwelt, mit einem herrschenden Pantheon mit Zeus als oberster Gott. Intrigen und Machtkämpfe innerhalb der Götterfamilie brachten allerlei Fabelwesen, Halbgötter und Helden hervor. Sie erklärten warum etwas ist, so wie es ist, mit eindruckvollen Geschichten (Mythos). Und weil Götter unberechenbar sind suchten sich die Städte einen Schutzgott oder Göttin aus.
Wie schon erwähnt, sorgten wechselnde Bündnisse für verschiedenen Versionen von den mythologischen Geschichten und beinahe jede Stadt interpretierte ein sagenhaftes Ereigniss anders. Erst der Schriftsteller Homer versuchte dem Mythos ein einheitliches Gesicht zu geben. Da er er aber mögliche Varianten eines Mythos nicht ausschließen konnte, ließ er den entsprechenden Spielraum zu und erwähnte mögliche Varianten. Übrigens: Um 1200 v.Chr. könnte der Trojanische Krieg stattgefunden haben. Obwohl Wissenschaftler den Krieg anzweifeln, war dieser Konflikt möglicherweise der Start zur Handelsmacht Athen. Troja kontrollierte bis dahin die wichtigen Handelswege nach Osten und gelangte dadurch zu Reichtum und Macht. Mit dem Fall von Troja standen den Griechen die Landwege zu den Hochkulturen offen und konnten per Seeweg unkontrolliert ins Schwarze Meer (z.B.: zu den Amazonen). Die Illias (Kampf um Troja) war zugleich ein Beleg dafür, wie mächtig ein vereintes Griechenland sein könnte. Leider gingen die Fehden zwischen den Stadtherrschern weiter und erst mit den Persern hatten die Griechen wieder einen gemeinsamen Feind.

Indien:
Hinduismus: Isoliert entstand in der Indus-Ebene eine eigenwillige Kultur, deren Städte ein friedliches Miteinander führten. Es gab zunächst keinen Grund für Kämpfe, da es dort genügend Lebensmittel gab. Die unterschiedlichen Gefahrenquellen forderten ein zweigeteiltes Götterbild. Für unmittelbare Ereignisse (wilde Tiere, Unfälle) betete man Schutzgottheiten an. In großen Katastrophen (Überschwemmungen, Seuchen, Erdbeben) sah man das Handeln der mächtigen Götter, die sich launenhaft in das menschliche Leben einmischten. Motiviert durch die Häufigkeit und Form der Ereignisse forderte der Glaubenskult auch Menschenopfer. Mitunter rekrutierte ein Priester sogar eine Untergrundarmee, die bereit war ungeachtet des eigenen Lebens Aufträge im Namen der Gottheit durchzuführen (Attentate, Überfälle). Trotz verheerender Naturereignisse wuchs die Bevölkerung stark an und machte eine regelnde Ordnung notwendig. Anders als in China entstand hier eine starre Kastenstruktur, die klare soziale Schichten definierte. Arm zu sein bedeutete minderwertig zu sein und nur im Dienen (einem Herrscher, oder Gottheit) konnte ein Aufwerten eines Lebens stattfinden. Das Kastenwesen führte dazu, dass einige Klassenschichten einen eigenen Gott definierten. Innerhalb einer Stadt wurden daher mehrere Gottheiten verehrt. Zahllose Götter kennt die indische Kultur und erst im Übergang zur Hochkultur stellte die Priesterschaft wesentliche Götter heraus. Es gelang ihnen aber nicht einen allgemeinen Glauben zu entwerfen, dafür prägten sie für die Kasten kompromisslose Lebensrichtlinien. Diese Glaubensgesetze verstehen sich als Weisungen der Hauptgottheiten, zu denen religiöse Gemeinschaften ebenso Richtlinien der Nebengottheiten beisteuerten. Hinduismus versteht sich daher als ein Sammelbegriff aller Glaubensformen in der mindestens ein Hauptgott (Brahma, Vishnu, Shiva) anerkannt wird. Typisch für das ausgeprägte Kastensystem ist der geringe Wert eines Menschenlebens unterer Kasten. Der einflussreichste Regent/Fürst (Maharadscha) wurde häufig zum Führer (König) des Städtebündnisses gewählt, aber mit wachsendem Wohlstand häuften sich untereinander Kriege mit wechselnden Allianzen. Doch wie in Athen sorgten Jahre des friedlichen Handels für eine ausprägte Kultur, in der die Weisheit und das Wissen einen hohen Stellenwert hatten.

Nordeuropa:
Wegen der unwirtlichen Lebensumstände kamen die Nordeuropäer nicht über eine Stammeskultur hinaus. Die Konfrontation mit der Natur machte ihre Ohnmacht deutlich. Selbst in der Eisenzeit war es mühsam gegen die Natur zu bestehen, trotz besserer Werkzeuge. Die Dämonen waren somit allgegenwärtig und die Götter schienen überfordert. Aus diesem Verständnis heraus entwickelte sich hier ein Opferkult, der die Götter um Beistand gegen das Böse anflehte (s. Anmerkungen germanische Götterwelt).
Über die Ursachen vom Auswandern von Kulturen, gibt es in der Wissenschaft verschiedene Vorstellungen. Favorisiert werden die Szenarien von einem massiven Kältevorstoß von Norden her (Klima) oder die Vertreibungen durch dominante Stämme. Möglicherweise trieben verheerende Seuchen oder ein katastrophaler Einbruch der Versorgung die Menschen fort. Eine erste Kultur nordischer Stämme zog nach Mitteleuropa und wurden später als Kelten bezeichnet. Deren Götterwelt ist bis heute unklar, da es nur wenige Überlieferungen gab und das Volk schnell unter griechisch-römischen Einfluss geriet. Fundamentiert ist aber die Rolle von Druiden (Geistliche), die einen großen Einfluss hatten und denen magische Kräfte nachgesagt wurden (z.B.: Merlin, aus der Arthuslegende). Typisch für die Nordstämme wurden kurzzeitige Zweckbündnisse gegen Feinde und bildeten damit Völker, die sich gegen übermächtige Gegner kurzzeitig Verbündeten. Letztlich wurden keltische Stämme nach Westen getrieben und besiedelten das heutige Frankreich und Großbritannien.
Eine weitere Kultur rückte vom Norden her nach Mitteleuropa, deren Stämme den Sammelbegriff Germanen erhielten. Unbedacht verursachten die Römer einen Bumerang-Effekt. Sie vertrieben die Völker und Stämme der Germanen nach Nordosten. Die dort lebenden Stämme wurden nach Südosten vertrieben, teilten sich und fielen als Goten ins römische Reich ein. Auf ihren Weg vertrieben die Goten andere Stämme, die nach Nordosten flohen und zu Slawen wurden. An den Küsten Nordeuropas wurden weitere Stämme über die See nach Skandinavien getrieben. Mit den dortigen Bewohnern bildete sich später das Volk der Wikinger heraus (auch Normannen oder Waräger genannt). Die Rivalität und der Glaube unter den nordischen Stämmen verhinderten den Aufbau eines Reichsystems. Obwohl Kelten, Goten und Germanen unter den römischen Diktatoren litten, fanden sie sich nur kurzzeitig zu einer Zweckgemeinschaft zusammen. Siegte ein Volk (Schlacht im Teutoburger Wald) hatte es mehrere Jahre Ruhe vor den Römern, dennoch schmiedete diese Erkenntnis nicht die Stämme zusammen, sondern trennte sich meistens im Streit. Nicht selten bekämpften sie sich gegenseitig und handelten sogar mit ihrem Erzfeind (Römer) Bündnisverträge aus. Deshalb kann man sagen, dass grundsätzlich die Unabhängigkeit einer Stammeskultur höchste Priorität hatte.

Einen wesentlichen Anteil daran hatte ihre freiheitliche Gottesvorstellung von Asen und Vanen. Aus Feuer und Eis schufen die Götter die Welt und brauchten die Menschen, um gegen das Böse (Jöten) der Welt zu kämpfen. Für ihren Kampf brauchten sie tapfere Menschen, die sich die Gunst der Götter verdienten und sich göttliche Hilfe verdienten. Es war der heroische Stolz, der von den Göttern spätestens in Wallhalla gewürdigt wurde und es war dann egal, ob man ein freier oder versklavter Mensch war. Letztendlich zählten seine Taten. Mit dieser Lebenseinstellung huldigten sie ihre Götter, sowie ihre Ehre und ihren Stolz. Damit verbunden war ihre Herkunft und kam ein verschmelzen mit einem anderen Stamm einem Identitätsverlust gleich. Letztendlich bedeutete es, dass die Germanen kein Problem damit hatten mit den Römern zu handeln und eigentlich auch nicht mit einer Oberherrschaft der Römer, solange ihre Stammeszugehörigkeit erhalten blieb. 
Die Römer mussten also lediglich den germanischen Glauben und ihre Kultur respektieren. Mit dem freiheitlichen Grundverständnis verweigerten sie sich mit Bedacht der römischen Gesellschaftsordnung, übernahmen jedoch vorteilhafte Errungenschaften. Mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches breiten sich die Goten und Germanen aus und verdrängten die Kelten in Frankreich. Erst kamen die Goten und dann der germanische Stamm der Franken. Lediglich eine römische Enklave (bei Paris) unter Stadthalter Syagrius leistete im Bündnis mit den Galliern erfolgreich Widerstand. In der Gegend des heutigen Belgiens siedelten sich vertriebene fränkische Stämme an und Clodewig schaffte es sie zu vereinen und wurde zum König gewählt. Dem umsichtigen Herrscher war klar, wie instabil der Bund war, außen drohte die Goten und innen fehlte es an einer festen Reichsstruktur.
Mit der Eroberung der römischen Enklave wollten er die Probleme lösen und musste dazu die keltischen Gallier für sich gewinnen. In der Enklave waren aber Gallier bereits den Römern gleichgestellt, dennoch herrschte der römische Adel. Den Widerspruch nutzend versprach König Clodewig die absolute Gleichstellung in seinem Reich. Schließlich wurde der römische Adel vertrieben und Clodewig setzten die Gleichstellung zwischen Franken und Galloromanen durch. Außerdem behielt er die bewährte römische Reichstruktur bei und betrieb ein Vermischen der Bevölkerung. Ein grundlegendes Problem wurde der unterschiedliche Glauben zwischen Germanen, Kelten und Römern. König Clodewig fand im christlichen Glauben den geeigneten Kompromiss, der vom Wesen den Glaubensformen der Nordvölker entgegen kam. Außerdem verbreitete sich die Religion bereits über ganz Europa und hatte sich sogar gegenüber der römischen Götterwelt durchgesetzt. Trotz erheblicher Widerstände wurde der christliche Glaube zur Staatsreligion und umschloss eine stabile Reichsstruktur. Schon nach wenigen Jahren stieg das Frankenreich zur europäischen Macht auf, mit steigendem Wohlstand und einem Volk das sich zum Christentum bekannte.

Fazit:

  1. Die Entwicklung der Europiden (ausgenommen Indien) war immer ein Überlebenskampf, bei der die eigene Rasse zur existenziellen Gefahr wurde. Besonders die Gier nach Reichtum und Macht wurde zum kulturellen Antrieb und schuf gesellschaftliche Klassenstrukturen.
  2. Die Interpretation des Glaubens verhalf der Priesterschaft zur absoluten Macht und galt praktisch als Gegengewicht zur weltlichen Herrschaft. Als Willensverkünder der Götter hatten sie den Einfluss einen unbequemen Regenten zu stürzen, vorrangig aber unterstützten sie die Herrschaft bei der Unterdrückung des Volkes oder schürten gezielt Feindschaften und segneten Kriege gegen andere Völker.
  3. Ein unversöhnlicher Widerspruch durchzog die Gesellschaft, wobei sich die Einen als Herrscher über ein Volk sahen und die Anderen waren die Beherrschten. Gerade gegenüber den Eroberten (Städte, Stämme, Völker) praktizierten die Herrschenden die Sklaverei, die eine unzumutbare Demütigung für einen Menschen war, da sie den Betroffenen die Identität nahmen (Stammeskultur). So harrten die Ohnmächtigen solange aus, bis ein Führer sie zum Aufstand führte und/oder sie sogar zum herrschenden Volk machte. Der Begriff der Ehre spielt hierbei eine große Rolle und ist tief im Unterbewusstsein verankert. Ein Anpassen an einen Fremdherrscher ist dabei mehr Überlebensstrategie und lässt die eigentliche Herkunft bis zum Tag „X“ schlummern.
  4. Ein gespanntes Verhältnis zwischen den Völkern beeinflusst allerdings nicht den Handel. Einmal abgesehen von den Vorteilen des Warentausches, kann ein Volk eine wirtschaftliche Stärke oder Handelsmonopol aufbauen, die wiederum vorteilhafte Allianzen gegen den Hauptfeind möglich machten. Zudem kann ein Gegner über den Handel ausspioniert werden. Der Handel (Wirtschaft) entpuppt sich hier als feinere Art der Kriegsführung.
  5. Die europide Rasse ist stets auf Identitätssuche. Sie akzeptiert nur für eine gewisse Zeit ein zentralistisches Staatssystem. Unabhängig von der Glaubensart oder dem Gesellschaftssystem werden Menschengruppen ausbrechen und sich ihrer Wurzeln erinnern. Besonders ist das der Fall, wenn jene Gruppe sich unterdrückt fühlen, vom Regierenden nicht mehr erreicht werden oder sie ansonsten keinerlei Vorteile für sich erkennen.

Resultierende Grundanlagen  (mit den Bezug zur Gegenwart )
1. Anpassungsfähigkeit: Gezwungen vom natürlichen Wandel und abgehärtet vom stetigen rauen Klimawandel, kann sich der Europide auf die unterschiedlichsten Bedingungen einstellen. Keiner anderen Rasse gelingt es, sich so schnell anzupassen. Außerdem wurde stets die Erfindungsgabe angekurbelt. Sie entwickelten Methoden (Hilfsmittel, Kleidung) für ein verbessertes Leben im entsprechenden Umfeld. Ob eisige Arktis, heiße Wüste oder feuchter Dschungel, die Europäer gewöhnten sich rasch an das entsprechende Umfeld.
2. Feindselige Grundhaltung: Auf der Basis der Lebenserhaltung mündete der Kampf um die Ernährung in spannungsgeladene Gesellschaftsordnungen. Bei keiner anderen Rasse wurde das Prinzip von Herrschen und Beherrschten so deutlich getrennt. Häufig waren es die geistlichen Oberhäupter, die Grundprinzipien der Menschenwürde schufen und somit die Willkür der Herrschenden etwas eindämmten. Hierbei stand die Erkenntnis im Mittelpunkt, dass ein Mindestmaß an Menschlichkeit eine Gesellschaft stabilisierte. Wesentlich für das Gerechtigkeitsverständnis des Menschen wurden die Begriffe Stolz und Ehre. In drei Formen sind sie psychisch präsent und sind als Spannungsfaktor eine unkalkulierbare Größe. Es sind die Volksidentität, die Zweckgemeinschaft und der idealistische Rahmen. Zu jeder Zeit haben daher die Mächtigen versucht, dem Volk ihr Verständnis von Stolz und Ehre einzuimpfen. (Ausführungen dazu finden Sie im Kapitel 6.6. „Fazit und Anmerkungen“)
3. Freiheiten im Glauben: Glaube ist bei den Europiden keine konstante Größe und passt sich inhaltlich der menschlichen Entwicklung an. Durch den gesellschaftlichen Wandel werden und wurden religiöse Grundsätze aktualisiert. Nicht selten hatten sich dabei die Glaubensführer ein Machtpotenzial aufgebaut und waren deshalb nicht zu notwendigen Reformen bereit. Sie reagierten auf Veränderungen ablehnend, sofern sie die propagierte Glaubenslehre und das Machtpotenzial infrage stellten. Im Mittelalter verfügte die katholische Kirche noch über die Macht die Gegner zu beseitigen. So wurden abtrünnige Herrscher mit einem Kirchenbann belegt, in deren Konsequenz die Regenten ihre Herrschaft verlieren konnten. Glaubenskritiker und Forscher bekamen es, wie alle unbequemen Personen, mit der Inquisition zu tun und wurden als Ketzer verbrannt. Die spätere Reformationsbewegung schränkte den weltlichen Einfluss der Kirche ein und wurde zum Werkzeug der Mächtigen.
Schon zur Zeit der antiken Hochkulturen wurde der Götterkult zu politischen Zwecken missbraucht. Einen wesentlichen Wandel gab es im antiken Griechenland, die Wissen und Kultur als wollwollende Gabe der Götter sahen. Der Schriftsteller Homer stellte in der Ausarbeitung der griechischen Mythologie unterschwellig die These heraus: Du kannst tun, was du willst, es gibt immer einen Gott, den du verärgerst. Im Umkehrschluss hieß das, dass der Mensch sich auf seine Fähigkeiten besinnen sollte. Der Mensch verfügte demnach über Freiheiten im Rahmen des gesellschaftlichen Lebens und sollte um das Wohlwollen der Götter buhlen. Noch weitläufiger interpretierten die Römer ihre Freiheiten und ehrten ihre Götter durch ihren Wohlstand und ihrer Kultur. Im Erfolg ihres Handelns begriffen sie das Wollwollen der Götter und einige Herrscher sahen sich als Vertreter der Götter auf Erden. Mit dem Christentum kam eine ganz neue Glaubenslehre.
Sie stellte die Gleichwertigkeit des Menschen in den Mittelpunkt und einem Gott der den Menschen ein Angebot machte ihm zu folgen. Gott war mit den Menschen und schickte seinen Sohn Jesus, der den Menschen den humanistischen Geist lehrte und über den heiligen Geist sollten sie weltweit eine gerechte Weltgemeinschaft gründen. Allerdings im Sinne der nachfolgenden christlichen Herrscher interpretierte die Kirche den Glauben und eigentlich wurde lediglich die Sklaverei abgeschafft. Die katholische Kirche entfernte sich dabei von den Grundsätzen des christlichen Glaubens, begründete die Rechtmäßigkeit von Reichtum und Macht sowie die Notwendigkeit von Kriegen. Sie vertrösten das Volk auf ein kommendes Gottesreich (Apokalypse) und einer Gerechtigkeit nach dem Tode im Himmel. Die Zweifel an einer höheren Gottesmacht waren immer präsent, besonders in den Zeiten der Not. Aber es waren zugleich die Zeiten, in den Sehnen und Hoffen auf eine göttliche Macht am stärksten waren. Die Menschen erlaubten sich nach Bedarf zu Glauben. Sofern Wohlstand und Glück im Hause wohnten, lebte der Durchschnittseuropäer von Gott entfernt. Aber als Soldat im Schützengraben des 1. Weltkrieges flehte man ihn um Hilfe an. Vielleicht liegt das an der Institution Kirche, die einen Widerspruch zwischen Gottes Wort und der Realität schuf.
Wenn schon die Kirchenfürsten die christliche Lehre in ihrem Sinne auslegten und Gott sie dafür nicht bestrafte, dann kann jeder den Glauben nach seiner Überzeugung leben. Wenn aber Gott gar nicht strafte, dann gibt es auch kein Gott. Diese Überlegung wurde ursächlich für eine atheistische Denkweise. Heute scheint sich Glaube auf das wesentliche besonnen zu haben. Es fällt aber auf, dass Regierungen versuchen Glaube in ihre Zwecke einzubinden. Sie spielen mit der Illusion und dem Hoffen auf eine überirdische Macht, die unter den Menschen noch stark verbreitet ist. Nach dem Motto „Vielleicht gibt es ja doch einen Gott!“, klammert sich die Menschheit an eine nicht greifbare und doch vielleicht existierende Macht, die ihnen in ihren Nöten hilft, Trost spendet oder Kraft für ihre Lebensart spendet. Trotz der aufklärenden Wissenschaftlichkeit sinkt die Zahl der Gläubigen nur langsam. 
4. Spontaner Lerntrieb: Das Denken der Europäer war durch seine extremen und urzeitlich bedingten Lebenssituationen besonders gereift. Ständig waren sie gezwungen sich auf eine veränderte Lage einzustellen. Auf wiederkehrende Ereignisse fanden sie eine Lösung und entwickelten erfolgreiche Methoden für die Zukunft. Vorteilhaft war, dass sie kein starrer Glauben behinderte, sondern ihnen genügend Flexibilität im Geist erlaubte. Lediglich die feindliche Grundhaltung untereinander wirkte sich entwicklungshemmend aus. Stammesrivalitäten, Zersplitterungen und Standesfeindschaften blockierten eine konstruktive Entfaltung der Gesellschaft. Ein wesentlicher gesellschaftlicher Entwicklungsschub wurde mit dem Frankenreich erreicht. Bisher gelang es keiner nordischen Volksgemeinschaft (Kelten, Goten, Germanen) ein dauerhaftes Reich zu gründen. Im Jahre 480 stießen die germanischen Franken auf die Enklave des Stadthalters Syagrius (bei Paris). Im Gegensatz zu den anderen Germanenstämmen setzte König Clodewig auf die Gleichwertigkeit zwischen Galloromanen und Franken und übernahm die römische Verwaltungsstruktur. Er veränderte wohl überlegt und konstruktiv die Verwaltungs- und Regierungsstruktur und schuf damit die Grundlage der feudalistischen Staatsform. Kernpunkt der Reformierung war die Abschaffung der Sklaverei und die rechtliche Gleichstellung aller Bewohner im Reich. Die Stammesführern (Fürstentümer) bekamen einzelne Verwaltungsbezirke, verbunden mit entsprechenden Privilegien. Die eigentlich bildende Kraft des Staatsgefüges war jedoch der Glaube.
König Clodewig setzte dabei auf auf einen modernen Glauben, der sich seinerzeit ungebunden in der bekannten Welt verbreitete, obwohl die Glaubenszentren im römischen Reich lagen. Der fränkische Herrscher setzte den christlichen Glauben als geistige Grundlage durch. Wahrscheinlich war ihm bewusst, dass die bisherigen verschiedenen Götterwelten nur Unfrieden bringen würden. Durch den wachsenden Wohlstand akzeptierte die Bevölkerung den christlichen Glauben, der vom Grundwesen her dem bisherigen nordischen Götterglauben ähnelte.
Zudem hatte König Clodewig einen Glauben zur Staatskirche gemacht, mit dem sich die Bevölkerung eroberter Gebiete arrangieren konnte. Über das Frankenreich hatten es die Nordvölker gelernt eine tolerante Reichskultur zu bilden (eroberte Völker einzubinden und nicht zu versklaven) und wie wichtig eine geistige Grundlage ist. Der Aufstieg der katholischen Kirche steht damit im unmittelbaren Zusammenhang der Reichsbildung in Europa. Als aber die Kirche durch ihre Macht den Fortschritt behinderte folgte die Reformation. Aus dem spontanen Lernen resultierten Erkenntnisse und beseitigten alles, was den vermeintlichen Fortschritt behinderte. Beim Europäer hat Fortschritt immer egoistische oder existenzielle Gründe. In Punkto Gesellschaftsordnung behinderte später die Aristokratie das aufstrebende Bürgertum. Die Kapitalisten unterstützten nun das Volk gezielt beim Kampf gegen die Ungerechtigkeiten im Feudalismus. Sie brauchte das Volk, um die Macht des Adels zu begrenzen und um selbst ihre Ziele durchsetzen zu können. Das kämpfende Volk wurde jedoch mit ein paar Zugeständnissen abgespeist (z.B.:Abschaffung der Leibeigenschaft). 
Lernen heißt beim Europäer auch seine Denkleistung in Kriegstechniken zu verschwenden. Der Machttrieb wurde zu einem wesentlichen Antrieb von Herrschern, letztendlich um die Welt zu beherrschen. Zumindest erhöhten erfolgreiche Kriege den allgemeinen Wohlstand. Für einen Krieg waren moderne Waffentechniken erforderlich, um eine zahlenmäßig unterlegene Armee zu kompensieren. Europa war Jahrhunderte lang das Schlachtfeld der Weltgeschichte, dabei reifte eine Waffentechnik heran, die den Europiden dazu motivierte die Welt zu erobern. Wie schnell und variabel sich der Europide umstellen kann beweißt die sogenannte Globalisierung. Jetzt werden Länder nicht mehr erobert und ausgebeutet, sondern wirtschaftlich in Abhängigkeiten gebrach und deren Politik dirigiert.
  

Folgeentwicklung
In der Summe von Grundmerkmalen der Europiden waren jene Kulturen ein stetiger Unruheherd. Macht und Wohlstand waren die Antriebsmotoren und Extreme veränderten die Gesellschaften. Bei keiner anderen Rasse war das qualitative Entwicklungsschema so ausgeprägt. Oftmals standen Diktatoren am Ende einer historischen Qualität.

 


Qualität (= spezifische Phase mit mindestens einem ursprünglichen Entwicklungsmerkmal)
Qualitätsstufen: Anlass zur Erneuerung ⇒ Aufbau eines neuen stabilen Systems ⇒ Blütezeit eines Systems (kulturell, wirtschaftlich, politisch) ⇒ Extreme = explodierende Widersprüche und Machtstrukturen, die zum Entwicklungsstillstand führten = Ende einer Qualität, mit dem Herausbilden einer Erneuerungskraft.

Beispiel-Sozialismus:
Anlass:
War die menschenverachtende Politik vom russischen Zaren Nikolaus der II., der dadurch den revolutionären Aufstand von 1917 provozierte. Nachdem die bürgerliche Revolution keine grundlegende Änderung brachte folgte die kommunistische Revolution. Die Idee von einer gerechteren Gesellschaft gründete sich bereits um 1850 und Karl Marx entwarf dazu die sozialistische Theorie, die von W. I. Lenin präzisiert wurde und sich spezifisch auf die Realität in Russland bezog und sich radikal gegen jede Ausbeutung verwarte.
Aufbau: Da es kein vergleichbares Modell (anderen Staat) gab, musste experimentiert werden, zumal sich die Theorie von der Praxis deutlich abhob. Ständig mussten Gesetze und Richtlinien geändert werden oder rücksichtslos durchgesetzt werden. Das führte zu einer instabilen Lage, die von den Widersachern ausgenutzt wurde. Die Konterevolution verlief jedoch nicht zufriedenstellend für die Imperialisten und es erfolgte eine internationale Invasion. Als Sowjetunion stabilisierte die kommunistische Regierung das Land. Der Aggressor Deutschland sollte mit dem 2. Weltkrieg das kommunistische Regime in der Sowjetunion stürzen und erreichte genau das Gegenteil.
Blütezeit: Die sozialistische Idee begann sich weltweit durchzusetzen und erreichte in den 60er Jahren seinen Höhepunkt. Die sozialistische Staatengemeinschaft war weiter gewachsen, die Kolonien befreiten sich von den Imperialisten und in den kapitalistischen Staaten mussten die Regierungen (z.B. wegen Studentenunruhen) weitere demokratische Zugeständnisse machen.
Extreme: Die sozialistische Staatengemeinschaft sah sich in ihren Kurs bestätigt und verlor dabei eine reale Sicht über die Dinge und brachte sich in eine wirtschaftliche Teufelsspirale. Plötzlich stand ihnen ihre eigene Philosophie im Wege und hatte es versäumt, rechtzeitig auf die Zeichen der Zeit zu reagieren. Inzwischen verstanden es die Kapitalisten ihr Volk mit Wohlstand zu blenden und entdeckten zugleich in der Bevölkerung einen profitablen Markt.
Ende: Der Wohlstand und das Demokratieverständnis in den kapitalistischen Staaten, kamen den Bedürfnissen näher als die sozialistische Bevormundung. Im Vergleich dazu gingen den sozialistischen Machthabern die Argumente aus und waren auch nicht bereit zu einer oppositionellen Erneuerung. Außerdem hatte sich die sozialistische Staatengemeinschaft in eine Wirtschaftskrise hineinmanövriert, die zusätzlich den Unmut der Bürger entzündete. Krampfhaft versuchten die sozialistischen Regierungen, den Niedergang aufzuhalten. Die meisten Regime verzichteten auf den Einsatz militärischer Gewalt und machten demokratische Wahlen möglich.

 


Zusammenfasssung, Fazit und Zusätze ⇒ siehe im nachfolgenden Abschnitt !!!