02. Begriffe - Fakten - Namen

2. Begriffe / Fakten / Namen
1. Bilanz der DDR -Musik
2. Begriffe & Namen

1. Bilanz der DDR-Musik
Zahlen/Rekorde/ Bemerkenswertes
 

Erfolgreichste Tonträger:
1.400.000 TT  „Weihnachten in Familie“ - erfolgreichste LP der DDR (mit Frank Schöbel, Aurora Lacasa und deren Kinder)
1.100.000 TT  „Rock’N’Roll Musik“ - erfolgreichste LP der Puhdys  (begehrteste und lange Zeit einzige englischsprachige
                        LP mit gecoverten Rockhits)

   950.000 TT „Der blaue Planet“ - die erfolgreichste Rock LP der DDR, von Karat (in der BRD = 300.000 TT und weitere 
                        250.000 TT nach 1990)

   700.000 TT „Computer Karriere“ - Puhdys LP (zweitbeste Rock-LP der DDR)
   250.000 TT „Green“ - populärste Jazz-LP mit Manfred Krug
   180.000 TT „Spar dein Wein nicht auf für morgen“ - beste Liedermacher LP, mit Gerhard Schöne

                             (TT= Tonträger = Single, LP, Kassette, CD u..)

Schallplattenmarkt 1955 bis 1989
1. Es wurden 97 Millionen Tonträger verkauft, mit einem Repertoire von mehr als 30.000 Titeln aller Tonträger (inklusive Kassette)
    und brachten dem Land einen Umsatz von 
1,2 Milliarden DDR-Mark ein, woran Amiga einen erheblichen Anteil hatte.

2. Etwa 2.200 LPs wurden in der DDR verkauft, darunter waren nur 600 Rock- und 90 Pop Langspielplatten vom Label Amiga.
    Weiterhin erschienen etwa 5.000 Singles, die fast 
alle Amiga-Produktionen (= Unterhaltungsmusik).

3. Den größten Anteil an LP-Produkten hatte das Label Eterna, das für die ernste Musik (= klassische Musik) zuständig war.
    Somit stammten 60% aller Tonträger vom Label 
Eterna und nur 26 % vom Label Amiga. Den höchsten Umsatz erzielte jedoch
    Amiga 
(50%) gegenüber Eterna (26%).

4. Interessantes zum Label Amiga: Nach bisherigen Recherchen wurden in der Zeit zwischen der Amiga-Gründung (1947) und der
    Gründung der DDR (1949) etwa 220 Singles produziert 
und danach bis 1955 weitere 250 - 300 Singles. Etwa 30 Rock/Pop-LPs
    von westlichen Bands 
wurden angeboten, die mehrheitlich als spezifische „Best of - LP“ für den DDR-Markt gepresst wurden.
    Nur wenig mehr LPs wurden zudem von westlichen Künstlern (Schlager, 
Chanson) angeboten. Zu bedenken ist dabei, dass das
    Label Nova zuständig für zeitgenös
sische Musik war und demzufolge ebenfalls LPs mit westlichen Interpreten/Gruppen
 
   produzierte, für das Genre Jazz, Blues, Folk und Chanson.

5. Erste ausländische Pop-LP war von The Beatles (1965) und die erste westliche Schlager LP mit Caterina Valente (1965).
    Nach dem Beatverbot wurden in der DDR keine ausländischen 
Popplatten angeboten, wohl aber Weltmusik, wie z.B.:
    Doris Day und Frank Sinatra. 
Mitte der 70er Jahren wurde wieder begonnen auch westlich Popmusik (Abba, Rubettes, Elton
    John)
anzubieten und den Bedarf an künstlerisch wertvoller Musik (Santana, Jimmy
 Hendrix) zu stillen.
    In den 80er Jahren wurde allgemein das Angebot schrittweise verbessert. 
Grundsätzlich reichte nach wie vor die Stückzahl einer
    angebotenen LP nicht aus, um die 
Nachfrage zu befriedigen. Speziell bei populären Interpreten/ Gruppen (Tina Turner), standen
    die Interessenten bereits Stunden von der Öffnung eines Schallplattenladens an und 
es bildeten sich lange Schlangen, um eine der
    raren westlichen LPs zu erwerben.

6. Etwa 450 bespielte Kassette erschienen, von denen der überwiegende Teil zum Genre Pop-Rock-Schlager gehörten und meistens
    eine Kassettenversion von LP’s waren. Gedacht für 
alle, die keinen Schallplattenspieler besaßen.

Spitzenreiter im Verkauf:
Puhdys = 15 Millionen Platten  // Karat = 7 Millionen Platten //  City = 3 Millionen //  Silly = 950.000 Platten.

Diese vier Gruppen durften zur DDR-Zeit auch LP’s in der BRD produzieren.
Die erfolgreichste LP in der BRD war „Der blaue Planet“; verkaufte sich 300.000-mal und auch der Titelsong wurde als Single
210.000-mal verkauft.

Angemerkt sei: Da es in der DDR keine verlässlichen Hitparaden gab, spielen die Aspekte zur Bestimmung des Bekanntheitsgrades
eine wesentliche Rolle. Man kann deshalb davon
ausgehen, dass der bekannteste Song der der DDR-Musik das „Rennsteiglied“ ist.
Herbert Roth veröffentlichte das Lied am15. 04. 1951 in Hirschbach bei Suhl, vermutlich erschien es 1952 bei Eterna auf einer
volkstümlichen Platte. Amiga brachte das Lied als Single heraus, wahrscheinlich um 1953/54. Da sich auf der Platte keine Jahreszahl
befand, muss das
Jahr 1962 als Jahr der Veröffentlichung angesehen werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass das „Rennsteiglied“ in den 60er Jahren auch in der BRD (Bayern) und der CSSR erschienen ist, leider
gibt es dafür keine Belege. Zumindest wurde das Lied in
der immer wieder einmal veröffentlicht. Inzwischen ist dieses Lied ein
Volkslied geworden
und ist schon deswegen, das populärste Lied der DDR-Musik.

Nach der Wende
Erst mit der Ostalgie (um 1993) entbrannte wieder eine hohe Nachfrage an DDR-Musik. Mehrere Sampler erschienen und die großen
Stars der Musik-Szene konnten nun auf CD
ihre alten Hits neu präsentieren. Eine Vielzahl von Amiga-Platten wurde neu in CD-
Qualität angeboten.
Ein Quelle besagt, dass zwischen 1990 und 2005 unter den Markennamen Amiga etwa 35.000 Titel (Songs) auf
2.000 CD-LPs und 5.000 Single-CDs erschienen und insgesamt,
Sony einen Umsatz von 40 Millionen D-Mark einbrachte.
Da aber Sony Musik, unter den Namen Amiga, auch die alten DDR-Gruppen mit ihren neuen Liedern produzierte muss die Anzahl
von Titeln relativiert werden. So hatten die Puhdys vier
neue Alben bis 2005 produziert (etwa 45 Titel) und auch Karat, Silly und
City hatten neue
CDs produziert. Nach wie vor werden immer noch weitere CDs mit DDR-Rockmusik prodoziert, wie die
erstellte CD-Sammlung von 2010 mit den 100 größten Osthits (Voting-Charts).  

Cover-Versionen
Da die DDR lange Zeit keine eigene Schlagerszene hatte, kopierten die Interpreten der DDR diverse BRD-Schlager. Besonders in
den 50er Jahren entstanden zahlreiche Covern-Versionen
von westlichen Schlagern. In den 60er Jahren ließ das, durch eine eigene
Szene stetig nach, so
dass ab den 70er Jahren kaum noch westliche Lieder gecovert wurden.
Weniger bekannt ist, dass auch westliche Interpreten DDR-Schlager coverten. Hierzu finden sie nachfolgend eine kleine Auswahl:

Titel
Jahr
Original
Jahr
Kopie
Gitarren klingen leise durch die Nacht
1959
Günter Geißler
1959
Jimmy Makulis
Ich steige dir auf's Dach
1959
Bärbel Wachholz
1963
Francoise Hardy
Der Stern der Liebe
1962
Perikles Fotopoulos
1963
Gitta Lind
Karthäuser Knickebein Shake
1963
Lutz Jahoda
1963
Will Brandes
Die Primaballerina meiner Träume
1963
Günter Geißler
1964
Billy Boys
Abends kommen die Sterne
1963
Jane Swärd
1964
Ulla Wiesner
Ich hab' keinen Zylinder
1964
Will Brandes
??
Hazy-Osterwald-S.
Erst kam ein verliebter Blick
1965
Michael Heymann
1965
Marika Kilius
Bin schon vergeben
1965
Andreas Holm
??
Ted Herold
Ich such mir meinen Bräutigam …
1965
Karin Prohaska
1966
Helen Shapiro
Das schönste Mädchen der Welt
1966
Günter Geißler
1967
Peter Orloff
Immer wenn du lachst
1966
Britt Kersten
??
Hazy-Osterwald-S.
Die Sonne bringt es an den Tag
1966
Regina Thoss
??
Nana Mouskouri
Es ist nie zu spät
1967
Kaus Sommer
1967
Peter Orloff
Regen in der Nacht
1968
Michael Hansen
1968
Udo Jürgens
Der Mädchenchor
1970
Frank Schöbel
1972
Peter Alexander
Gib dem Glück eine Chance
1974
M. Hauff & K.-D. Henkler
1976
Tina York
Über sieben Brücken
1978
Karat
1980
Peter Maffay
Gott sei Dank ist sie schlank
1979
Achim Mentzel
1984
Ralf Bendix
Sing, mei Sachse sing
1980
Jürgen Hart
??
Jacobs Sisters
Berührung
1981
Gaby Rückert
1981
Ingrid Peters
Ich bin der letzte Kunde 1982 Silly ?? Frank Zander
Erna kommt
1982
Wolfgang Lippert
1984
Hugo Egon Balder
                                                                                ?? = Jahreszuordnung unklar

 

2. Begriffe - Namen der DDR-Musik

AMIGA   ( Schallplattenfirma )

Im Auftrag vom sowjetischen Oberkommando wurde Ernst Busch (Spanien-Kriegsveteran und Interpret von Arbeiter und Kampfliedern) mit der Gründung einer Plattenfirma betraut. Am 03.02. 1947 wurde das Label Amiga, zusammen mit Eterna (ernste Musik) gegründet. AMIGA sollte insbesondere den wachsenden Bedarf an Schlagermusik in Westberlin decken.
Zu den ersten großen Namen der Anfangszeit von Amiga, gehörten Peter Igelhoff, Bully Buhlan, Rita Paul und Detlev Lais. Aufgrund der Spannungen (Berlinblockade -1948) zwischen den Alliierten zogen sich die Stars von Amiga zurück und wechselten zum West-Berliner Plattenlabel Odeon. Amiga verlor damit auch den lukrativen Absatzmarkt in Westberlin. Das Unterhaltungs-Label wurde dann mit der Staatsgründung 1949 dem VEB Deutsche Schallplatte unterstellt. Margot Friedländer und das Cornel-Trio waren zunächst die neuen dominierenden Namen bei Amiga.
Bis 1953 war Amiga ein Teil der Schallplatten GmbH „Lied der Zeit“, einem halbstaatlichen Unternehmen aus Schallplattenproduktion und Musikverlag. Schließlich änderten sich die Eigentumsverhältnisse, wodurch das Unternehmen zum staatlichen VEB „Lied der Zeit“ wurde. Der VEB Deutsche Schallplatte gründete 1955 für bestimmte Kulturbereiche fünf Schallplatten-Labels.

ETERNA: ernste Musik à klassische Musik, Oper, Instrumentalwerke, Soloinstrumente
NOVA: zeitgenössische Musik à Chansons, Jazz, Weltmusik, Blues
SCHOLA: Lehrmaterial à für Schulen, Universitäten, Ausbildungsstätten
LITERA: künstlerische Worte à Hörspiele, Märchen, Umsetzung literarischer Werke
AURORA: nationale und internationale Arbeiter- und Kampflieder, Protestsongs
AMIGA: Unterhaltungsmusik à Schlager, Pop & Rock und populäre Unterhaltung

International setzte sich ab 1948 die ökonomischere Vinyl-Schallplatte gegenüber der Schellackplatte durch. Zudem einigte man sich international auf ein Einheitsmaß für die Single (1953) und die LP (1955) durch. In der DDR jedoch produzierte Amiga bis 1961 weiterhin Schellackplatten und bis 1960 überwiegend Singles. Das lag vor allem am Markt, da die wenigen Schallplattenspieler in der DDR nur Schellackplatten abspielen konnten und neue Abspielgeräte für den Bürger zu teuer gewesen wären. Ab 1960 setzten sich nun auch die Vinylscheiben durch. Allerdings um 1960 wurden erste LP (20cm) in Schellack produziert, bis auch hier 1962 die Vinylplatte (30cm) zur Standartnorm wurde.
Die musikalische Entwicklung nahm ab 1955 einen enormen Aufschwung. Waren zunächst die Namen Herbert Roth und Fred Frohberg in aller Munde, so entwickelte sich ab 1958 eine Garde moderner Interpreten ( Bärbel Wachholz, Helga Brauer). Wurden bisher überwiegend BRD-Schlager einfach nur nachgesungen, bekam der neue DDR-Schlager sein eigenes Gesicht. Für Amiga vergrößerte sich dadurch der Umsatz, der in den 60er Jahren noch deutlicher ansteigen sollte. Um 1963 erfolgte die musikalische Aufarbeitung der Vergangenheit auf Sampler-LPs (eine LP = zwei Jahre). Nicht jede Schlager LP erschien dabei in Stereoqualität oder in ausreichender Stückzahl (anders verhielt es sich bei Eterna).
Im Unterhaltungsbereich gab es ökonomische Einschränkungen und Amiga durfte nicht marktorientiert, sondern bedarfsorientiert Schallplatten produzieren. Für die beiden Beatsampler „Big Beat“, die sich einer regen Nachfrage erfreuten, wurde keine Nachpressung erlaubt. Wegen den sich anbahnenden Beatverbot (1965) wurden die noch übrigen Platten schnell vom Markt genommen. Propagiert als Jugendmusik, wurden Lieder der Singebewegung und Schlager mit einer modernen Rhythmik (Shake = Twist). Die Entwicklung zur modernen Musik war jedoch nicht aufzuhalten, zumal die anderen sozialistischen Staaten (Polen, Ungarn) gute Erfahrungen mit der Rockmusik gemacht haben.
Die Funktionäre erlaubten Amiga mehr Freiheiten zur Förderung einer eigenen Szene. Mit den 70er Jahren stieg das Angebot von Amiga stetig an und mit den „Hallo“-Sampler ab 1972 trafen sie den Geschmack vieler Jugendlicher. Amiga konnte etwa 350.000 Platten verkaufen. Bei den 16 Ausgaben handelte es sich noch um überwiegend um Gruppen aus Ungarn oder Polen. Ab 1973 produzierte Amiga Porträt-Alben von inzwischen namhaften einheimischen Bands oder Künstlern. Begehrt waren die Erstlingsalben von der Klaus Renft Combo, Panta Rhei, Electra und den Puhdys. Den höchsten Absatz (auch international) erzielte Amiga mit den volkstümlichen Klängen von Herbert Roth, allerdings sind hierzu keine Zahlen verfügbar.
Zensurpolitisch war Amiga dem Kulturministerium unterstellt und besaß gewisse Freiheiten. Das äußerte sich darin, dass Amiga bestimmte Interpreten und Gruppen aus dem kapitalistischen Ausland anbieten durfte. Ab Mitte der 70er Jahre konnte Amiga LPs mit populären Interpreten/Gruppen aus dem westlichen Ausland produzieren (Abba, Rubettes, Elton John). Dennoch war das Angebot an westlichen Platten bescheiden und Gruppen wie Santana und Jimmy Hendrix waren nur für eine bestimmte Zielgruppe interessant. Im nationalen Rockbereich dominierten die Puhdys (15 Mio. Platten), vor Karat (7 Mio.), City (3 Mio.) und Silly (950.000). Da die DDR-Musik nun auch im Ausland gefragt war, durften einige Künstler sogar in die BRD. Zu den Bevorteilten gehörten die Puhdys, Frank Schöbel, Karat, City, Silly oder Monika Hauff & Klaus-Dieter Henkler.
In den 80er Jahren verbesserte sich das Angebot an internationaler Popmusik. Die Kultur-Funktionäre zeigten sich gegenüber der Musik immer liberaler, angesichts der politischen Situation. Ebenso wurde der Kulturaustausch mit der BRD intensiviert. Trotz großer Skepsis ließen die Funktionäre sogar Udo Lindenberg in die DDR und große internationale Namen, wie Bruce Springsteen und Bob Dylan waren zu Gast. Im Gegenzug tourten viele DDR-Interpreten und Gruppen durch Europa, meistens in die BRD, und brachten der DDR-Wirtschaft hohe Gewinne ein. Amiga profitierte dabei am Platten-Vertrieb ins Ausland, wobei sich die Plattenproduktion in Inland verringerte, aufgrund einer stark sinkenden Nachfrage.
Besonders die LP „Blauer Planet“ von Karat erzielte in der BRD einem großen Absatz. Nach der Wende versuchte man Amiga abzuwickeln und verkaufte das Label an den Kieler Autohändler Wolf Urban, dessen Konzept aber nicht aufging. Ende 1993 übernahm BMG-Ariola das gescheiterte Projekt und durch die aufgekommene Ostalgie wurde Amiga zu neuen Leben erweckt und untersteht heute Sony Music Entertainment.
Die Bezeichnung Amiga wurde dabei Markenzeichen verwendet, für die ehemalige DDR-Musik, aber auch für neuere ostdeutsche Produktionen.

BASAR    ( Jugendfernsehsendung)

Start Januar 1965, als Jugendsendung konzipiert, berichtete das Format überwiegend aus dem kulturellen Leben der DDR und den anderen sozialistischen Ländern. Ab 1971 öffnete sich die Sendung für die Rockmusik und Gruppen erhielten Auftrittsmöglichkeiten (z.B.: Puhdys). 1972 wurde BASAR durch RUND abgelöst.

BEATKISTE    (Radiosendung)

Die Beatkiste war die erste Wertungssendung (Hitparade) nationaler und internationaler (sozialistische Länder) Pop- und Rockmusik auf Stimme der DDR. 1972 wurde sie jeweils am Donnerstag von 19.12 Uhr bis 20.30 Uhr gesendet. Zuvor wurde auf dem Sendeplatz Franks Diskothek (1971) und Franks Beatkiste ausgestrahlt, moderiert von Frank Schöbel. Wegen der Doppelbelastung widmete sich Frank Schöbel ausschließlich seiner Schlagerkarriere und Claudia Ninnig übernahm 1972 die Moderation, unter dem neuen Namen. Zunehmend geriet die Moderatorin ins Visier der Stasi und wegen angeblich politisch unkorrekten Äußerungen musste sie gehen. Für sie kam Harry BaIkow-Gölitzer, der 1984 in die BRD ausreiste. Von nun an wechselten ständig die Moderatoren. Am 29. 03. 1990 wurde die letzte Sendung ausgestrahlt.

BERLINER-ROCKSOMMER    (Veranstaltung)

Der Zentralrat der FDJ, mit der Unterstützung der Kulturdirektion Berlin, veranstaltete ab 1984 jährlich Open Air-Festivals. Neben den nationalen Künstlern, traten auch ausländische Interpreten auf, auch aus dem westlichen Ausland. Programmgestalter Detlev Haak hatte großen Anteil am Erfolg des Festivals. Unter anderen traten Gruppen auf, wie The Christians, Uriah Heep, Kevin Coyne, John McLaughlin, Heinz Rudolf Kunze, The Other Ones, Ten Years After und Golden Earring.

BERUFSAUSWEIS   (wichtiges Dokument)

Der Berufsausweis war die Voraussetzung für die professionelle Arbeit als Musiker. Ausgestellt wurde dieser vom Rat des Bezirkes, Abteilung Kultur. In der Regel war ein abgeschlossenes Musikstudium die Voraussetzung dafür. Außerdem mussten Berufsmusiker dazu ihren Lebensunterhalt rechtfertigen, das heißt sie mussten einen Nachweis führen, ob sie von der Musik leben konnten oder über alternative Einkünfte verfügten. Konnten sie keine Einkünfte oder eine Tätigkeit nachweisen, so erhielten sie keine Berufserlaubnis oder es wurde ihnen eine Arbeitsstelle zugewiesen. Angemerkt sei dazu, dass es in der DDR eine Arbeitspflicht gab. In der Regel waren somit Musiker berufstätig und eigentlich Hobbymusiker. Nur die wirklichen Stars der Musikszene konnten von ihrer Musik leben. Zahlreichen Musiker übten aber häufig so genannte Alibiberufe aus. Das heißt, sie hatten zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung, waren aber nur auf dem Papier (Arbeitsvertrag) in einem Betrieb beschäftigt. Über den Kulturfond eines Betriebes wurden Musiker bezahlt und zugleich waren sie zu kostenlosen Gegenleistungen für den Betrieb verpflichtet.
Hatte man nun so einen Berufsausweis waren Auftritte garantiert. Die Kulturbehörde organisierten dann Auftritte in Klubhäusern, Tanzgaststätten und bei Betriebsfeiern, und konnten einen Musiker an Amiga oder ans Fernsehen vermitteln. Den Beruf des Managers gab es eigentlich in der DDR nicht, es war daher ratsam für einen Musiker, sich nicht zu sehr auf die behördliche Vermittlungsagentur zu verlassen. Aus unterschiedliche Gründen waren die Aktivitäten der Behörden häufig nicht optimal, so dass ein Musiker für seine Karriere auch selbst etwas tun musste.
Laienmusiker durften lange Zeit nicht öffentlich auftreten, konnten aber über Talentwettbewerbe gefördert werden oder beim Vorspielen bei der entsprechenden Kulturbehörde eine Sondererlaubnis erhalten, die einem Berufsausweis entsprach.  

BLUESMESSE     (kirchliche Veranstaltung )

1976 hatte Günter „Holly“ Holwas (Hollys Bluesband) die Idee in der Kirche Bluesmessen zu organisieren. Beabsichtigt war eine Mischung aus Gebeten, Predigten, Diskussionen und musikalischen Beiträgen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde das Konzept 1979 realisiert. In enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche und durch dem Pfarrer Rainer Eppelmann, fand die erste Bluesmesse in der Berliner Samariter Kirche statt. Aufgrund des großen Zuspruchs weiteten sich die unregelmäßig stattfindenden Veranstaltungen auf andere Kirchen aus (Zionskirche, Erlöserkirche und Gethsemanekirche).
Die Künstler spielten meistens ohne Gage, häufig ohne Berufserlaubnis und waren mit ihren Liedtexten selten Staatskonform und wurden deshalb argwöhnisch von der Staatssicherheit beobachtet. Ein befürchtetes Verbot der Bluesmessen gab es nicht und der Staat ließ die Kirche und die Musiker unter Aufsicht gewähren. Zu den namhaften musikalischen Mitstreitern der kulturell-kritischen Veranstaltungen zählten unter anderen Regine Dobberschütz, Bettina Wegner, Stefan Diestelmann, Stephan Krawczyk und die Mitglieder der Berliner Bluesrockband MONOKEL. Später durften auch Punkbands, wie Namenlos, Die Firma und Element of Crime dort spielen.
1987 überfielen 30 Skinheads die Bluesmesse in der Zionskirche, die jedoch von engagierten Gästen verscheucht wurden. Gründe waren angebliche Pöbeleien von Punkern im Haus der jungen Talente, am Tag zuvor. Die um die Kirche postierten Polizei- und Stasikräfte sahen dem Skinheadüberfall tatenlos zu. Erst nach der Beendigung der Veranstaltung, als sich eine Massenschlägerei entwickelte, wurden 14 Skinheads verhaftet, die dann in einem Schauprozess zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden.

BONG    (Fernsehsendung-Musik)

Bong ist Nachfolger des „Schlagerstudios“ ab 1983 im DDR-Fernsehen. Verstärkt wurde Pop- und Rockmusik angeboten und junge Nachwuchskünstler fanden dort einen Platz. Regisseur Karl-Heinz Boxberger und der Moderator Jürgen Karney präsentierten ein sehr lockeres, humorvolles Sendeformat. Die Fernsehsendung wurde für viele Gruppen und Interpreten zum wichtigen Sprungbrett ihrer Karriere.

CHANSONTAGE    (Veranstaltung)

Die Chanson-Tage wurden seit 1973 in Frankfurt/Oder durchgeführt. Liedermacher und Chanson-Interpreten wurden von den Bezirkskommissionen für Unterhaltungskunst delegiert und traten in verschiedenen Wettbewerben auf.

 DT METRONOM   ( Radiohitparade )

Im Januar 1972 wurde die Wertungssendung, des Berliner Rundfunks, innerhalb des Jugendstudios DT 64, ins Leben gerufen. Christine Dähn und Ute Boeden waren erste Moderatoren des schlagerlastigen Formats. Mit Moderator Gottfried Flemig änderte sich das schlagartig und es wurden mehr Rockmusik gespielt. Die Sendung war ein fördernder Begleiter (wie die Beatkiste), der sich in den 70er Jahren entwickelnden eigenständigen DDR-Rockmusik. Die Hitparade war am Dienstag ab 18.00 Uhr zu hören und stellte neben nationaler Musik auch Songs aus dem sozialistischen Ausland vor. Ab 1983 übernahm Lutz Bertram die Moderation und wurde nun sonntags, ab 20.00 Uhr gesendet. Jeweils zum Jahresende wurde das Metronom-Journal ausgestrahlt, in der alle Titel gespielt wurden, die zuvor 8 x in der Wochen-Wertung vertreten waren (eine Art Jahrescharts des Berliner Rundfunks). Das DT Metronom wurde 1986 vom neu eingerichteten Jugendradio DT64 übernommen.

DUETT - MUSIK FÜR DEN RECORDER    ( Radiosendung)

Der Mitschnittservice des Berliner Rundfunks wurde wochentags von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr gesendet. In Zwei Blöcken wurde jeweils ein Interpret oder eine Band mit biografischen Informationen vorgestellt. Meist handelte es sich, um internationale Interpreten und ihren Schallplatten. Beispielsweise wurde die A-Seite der LP „Imagine“ von John Lennon vorgestellt, die nicht im Handel erhältlich war. Die Sendung erfüllte eine Ersatzfunktion für nicht vorhandene Westplatten und war demzufolge als Mitschnittquelle (Kassetten-Aufnahme) sehr beliebt und hatte Kultcharakter. Die Sendung war eine der wenigen Möglichkeiten in der DDR, um originale LPs von namhaften Künstlern aus dem kapitalistischen Ausland aufnehmen zu können. Die entsprechenden Aufnahmen wurden als Schätze gehandelt und mehrfach kopiert und gesichert.

ELF 99      (Jugendfernsehsendung )

Im September 1989 startete das Jugendmagazin im 2. Programm des DDR-Fernsehens und wurde Begleiter in der Wendezeit. Die Teammitglieder Ingo Dubinski, Victoria Herrmann, Jan Carpentier, Angela Mohr, Marcel Obua, Steffen Twatdowski waren zwischen 25 und 30 Jahre alt und lagen daher mit der Jugend auf einer Wellenlänge.
Noch zu DDR Zeiten wagten sie es unbequeme Fragen zu stellen und wurden im Zuge der Veränderungen immer provokanter gegenüber dem sozialistischen System. Sie legten auch den buckelnden Respekt gegenüber politischen Prominenten ab und deckten schonungslos Missstände und Sachverhalte im DDR-Alltag auf. Unter anderem haben sie es gewagt, das Tabuthema über die Prager Botschaftsflüchtlinge anzusprechen, riskierten aber noch keine offene Staatskritik.
Neben den Themen gehörten eine Abenteuerserie und westliche Musikvideos zum festen
Bestandteil des Programms und zogen zahlreiche jugendliche Zuschauer an. Von Montag bis Freitag ging ELF 99 zwischen 16 und 18 Uhr auf Sendung. Nach der Wende übernahm ELF 99 das komplette 2. Programm des DDR-Fernsehens und ihre Beiträge nahmen an Bissigkeit zu. Der neue SED-Chef Egon Krenz und auch die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley wurden regelrecht in die Zange genommen, da sich die Moderatoren als Stimme der Jugend begriffen. „Mit ihren respektlosen Reportagen mauserte sich die rosa Springmaus schnell zum bissigen Mediendrachen“ (Zitat: TAZ vom 01. 09.1990). Eben, weil sie sich auch in der BRD nicht der propagierten Meinung unterordneten, wurde die Sendung zusammen mit den anderen DDR-Medien abgewickelt (aufgelöst). Trotz einer Flut von Zuschauerprotesten ging das Team letztmalig Silvester 1991 auf Sendung. Bereits 1990 musste ELF 99 die Frequenz mit RIAS TV und später mit SAT 1 teilen, bevor der ORB (Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg) das gesamte Programm übernahm.

GITARREROS     (Rockprojekt ) 

Projekt einer Superband (1985/86) für die Initiative ,,Rock für den Frieden“. Die Organisatoren Michael Höft und Detlev Haak, konnten folgende Musiker für das kurzeitige Projekt gewinnen: Gisbert Piatkowski (NO 55), Uwe Haßbecker (Stern Meißen), Bernd Römer (Horst-Krüger-Band), Jürgen Fohle (Pankow), Hans Jürgen Reznicek (Silly), Stefan Dohanctz (Pankow), Ulrich Swillms (Karat), Toni Krahl (City), Tamara Danz (Silly) Herbert DreiIich (Karat), Mike Kilian (Rockhaus) und Reinhard Petereit (Rockhaus). Nach dem Auftritt bei „Rock für den Frieden“ und der großen Begeisterung des Publikums, folgte eine großartige Tournee durch die DDR und Amiga veröffentlichte den Live-Mitschnitt:
LP: It's Only Rock'n'Roll = Die Gitarerros live (1986)

HALLO     (LP - Sampler Reihe)

Ab 1972 veröffentlichte Amiga eine Serie mit landeseigener und osteuropäischer Rockmusik. Von 1972 bis 1976 erschienen 16 LPs, die ein erfolgreicher Versuch waren, den Querschnitt der Rockmusik zu dokumentieren. Sie waren zum Teil Sampler, der populärsten Gruppen oder widmeten speziell 3 bis 5 Erfolgsgruppen, mit ihren aktuellen Songs. Anfangs waren auf jene LPs ausschließlich Gruppen aus Ungarn, Polen und der CSSR. Mit der Popularität der eignen Szene änderte sich das.
Anzahl der Sampler pro Jahr: 1972 = 7 LP's; 1973 = 4, 1974 & 1975 je 2 LP's und 1976 nur noch eine. Grund für den Rückgang waren neue Sampler-Projekte (Rhythmus /Jahreszahl) und erste Solo - LP’s populärer Gruppen.

HALLO - DAS JUGENDJOURNAL      (populäre Radiosendung)

Das Jugendmagazin von Stimme der DDR war montags bis freitags zwischen 19.10 Uhr und 20.20 Uhr zu hören. Beliebte Standards waren die Beatkiste (Dienstag) und die Notenbude (Donnerstag). Highlight war die Freitagsverlängerung (20.30 -21.30 Uhr), vom „Band fürs Band“. In dieser Zeit gab es spezielle Berichte über internationale Rockgruppen, verbunden mit viel ausgespielter Musik (Beatles, Led Zeppelin, Rolling Stones). Die Reportagen über die Gruppen wurden im Sinne der Funktionäre kritisch eingefärbt und so wurden die Rolling Stones beispielsweise fortwährend als niveaulose und perverse Band bezeichnet.
Der Jugendliche lernte schnell die überzogenen Kritiken über die westlichen Bands zu ignorieren und erfuhr bei der Musikbetrachtung höchst Interessantes zur Bandgeschichte, über die Entstehung mancher Titel, oft verbunden mit einer guten Übersetzung der englischen Liedtexte ins deutsche. Kurz vor der Wende, wurde aus dem Sender „Stimme der DDR“, der Jugendsender „DT 64“ (1986), indem das Jugendjournal integriert wurde. Nach der Wende wurde der Sender abgewickelt (aufgelöst) und beim MDR als Jugendsender „Sputnik“ neugeboren.

JUGENDTANZ      (Begriff)

Trotz Beatverbot (1965) war der Bedarf an Tanzmusik ungebrochen. In den 60er Jahren war es üblich, dass Gruppen zum Tanz aufspielten (keine Schallplattenunterhaltung). Für den Jugendtanz waren Schlager und der Shake (DDR-Bezeichnung für Twist) offiziell erlaubt. Das bescheidene Angebot an hiesiger Tanzmusik durfte schließlich mit westlichen Schlagern bis zu einem Anteil von 40 % gefüllt werden. Für die verbotenen Beatbands, bot sich damit die Gelegenheit, weiterhin musikalisch aktiv sein zu können. Speziell in ländlichen Gegenden testeten sie die Grenzen aus und spielten die internationalen Beat-Hits nach. Mitunter wurden auf den Dörfern 100% der verbotenen Beatmusik gespielt, was sich schnell herumsprach und die Jugend aus der Stadt anlockte. Natürlich bekamen es die Funktionäre mit, doch sie tolerierten es stillschweigend, solange keine Probleme gemeldet wurden oder sonstige negativen Erscheinungen den Staat zum Handeln zwangen.

LIEDERMACHER in der DDR    (Begriff)

Der Begriff diente im deutschsprachigen Raum (seit den 60er Jahren) zur Bezeichnung von Künstlern, bei denen die Textliche Aussage im Vordergrund stand. Meistens trugen sie ihre Lieder solistisch mit sparsamer Begleitung (meist Gitarre) vor und widmeten sich aktuellen, politischen und kritischen Themen. In der DDR entwickelte sich die Liedermacherszene aus der Folk- und Singe-Bewegung heraus und hatte gegen Ende der 70er Jahre eine gewisse Eigenständigkeit erreicht.
In den 80er Jahren war die Liedermacherszene ein fester und starker Bestandteil der DDR-Kultur. Wegen ihrer textlichen Ausrichtung spielten sie ihre Lieder für ein zuhörendes Publikum. Deswegen wurden Liedermacher von den Behörden besonders stark kontrolliert und die Lieder einer strengen Zensur unterworfen. Da sich einige Liedermacher nicht eingrenzen lassen wollten, wurden sie mit Auftrittsverboten belegt, manchmal auch verhaftet oder die Ausbürgerung verfügt. Gescholtene Liedermacher bekamen bei den Kirchen die Möglichkeit öffentlich aufzutreten. Zu den prominentesten Opfern der inhaltlich, künstlerischen Beschneidung und damit verbundenen Konsequenzen zählten: Gerulf Pannach, Wolf Biermann, Bettina Wegner, Stephan Krawczyk , aber auch Gerhard Schöne, Barbara Thalheim, Kurt Demmler, Gerhard Gundermann, Christian-Rau und Arno Schmidt.

LIPSI     (Pseudotanz)

Den musikalisch-tänzerischen Modetanz entwickelten der Musiker Rene Dubianski und das Tanzlehrerehepaars Christa und Helmut Seifert. Der künstliche Tanz wurde Anfang 1959 bei der Tanzmusikkonferenz in Lauchhammer popularisiert und war als sozialistische Alternative gegenüber dem wilden amerikanischen Twist gedacht. Der Name des Tanzes im 6/4 Takt leitete sich ab, aus dem lateinischen Begriff Lipsia für Leipzig.
In hoher Erwartung ließen die Funktionäre den Tanz zum Patent anmelden und hofften auf einen internationalen Durchbruch. Der Tanz erwies sich als Flop, zumal es kaum passende Hits dazu gab. Für die Jugend wirkte der Tanz ohnehin steif und konstruiert, daher lehnten sie ihn ab. Noch erbärmlicher war ein weiterer Versuch mit dem Tanz Orion, der schon im Ansatz keinem begeisterte Gefiel und daraufhin die Popularisierung gestoppt wurde.

MELODIE UND RHYTHMUS       (Musikzeitschrift )

Die monatliche Musikzeitschrift zum Preis von 1,25 M enthielt vor allem Berichte, Kritiken, Biografien über die eigene Musikszene und die der sozialistischen Staaten. Außerdem enthielt das Journal zahlreiche Kleinanzeigen für den Pop- und Jazzbereich (Notenblätter, Bücher, Instrumente). Zudem war es die einzige Zeitschrift, die sich überhaupt mit westlicher Popmusik auseinandersetzte. War der Umfang auch sehr gering, so tauchten manchmal auch kleine Fotos von den internationalen Popband auf.

NEUES LEBEN    (Jugendmagazin)

Das Jugendmagazin erschien monatlich zum Preis von 80 Pfennigen. Es enthielt Berichte über jugendgemäße Themen, wie Mode oder Popmusik (ab 70erJahre). Im Mittelpunkt stand aber die Agitation, z. B.: wie werde ich Berufssoldat der NVA oder Horrorberichte über den „faulenden und stinkenden“ Kapitalismus in der BRD. Beliebte Standards waren „Professor Bormann“ (Fragen zur Sexualität), Kariklau (eingesandte Karikaturen), Rätsel & Türklinke (Karikaturen und Sprüche) und „Schreibst du mir -schreib' ich dir“ (Kontaktanzeigen).
Wie bei der Jugendzeitung „Junge Welt“, suchte sich der Jugendliche nur die Themen heraus, die ihn wirklich interessierten, der größte Teil der Zeitschrift blieb ungelesen. Im März 1991 wurde das Magazin eingestellt. Trotz modernem Konzept war das Interesse gering, zu stark wirkte das ideologische Image der Zeitschrift nach.


 

Osteuropäische Rockmusik        (Begriff / Fakten)

Angesichts der Ereignisse in der Tschechoslowakei (Prager Frühling-1968), musste auch die Jugend der DDR beruhigt werden. Eine steigende Zahl der Jugend solidarisierte sich mit der Demokratiebewegung und verurteilte die sowjetische Vorgehensweise. Um die Jugend nicht zu verärgern, die in Unruhen münden könnten, kamen die Funktionäre den Wünschen der Jugend entgegen, unter anderem auch in der Jugendmusik.
Angesichts der guten Erfahrungen mit Rockmusik in den anderen sozialistischen Staaten, begannen die Kulturfunktionäre nun mit der Förderung der Rockmusik. Bis zur Bildung einer eignen Szene sollte Rockmusik aus den sozialistischen Staaten den Bedarf stillen.Überwiegend waren es Rock-Gruppen aus Ungarn und Polen, die Anfang der 70er Jahre in den Jugendsendungen im Radio dominierten. Die meisten Songs waren stark von folkloristischen Einflüssen geprägt, orientierten sich am Jazzrock und wurden zunächst landessprachlich gesungen. Mit dem Erfolg der Musik wurden zahlreiche Songs noch einmal in Deutsch produziert. Eine Sammlung der Hits, aus dem sozialistischen Ausland, realisierte Amiga ab 1972 mit der „Hallo“-Reihe (später auch DDR-Gruppen).
Mit „Anna Maria“ landeten die Roten Gitarren (Polen) einen Superhit in der DDR und blieben die erfolgreichste kommerzielle Band, die zunehmend zum Schlager tendierte. Für die rockorientierte Jugend war allerdings Omega (Ungarn) die absolute Nr. 1. Nachdem sich in der DDR eine eigene Rockszene gegründet hatte, ließ der Einfluss von Gruppen aus dem sozialistischen Ausland spürbar nach. Hinzu kam ein Stilwechsel jener Erfolgsgruppen, die ihre Musik zum kommerzialisierten oder ihren Stil komplett änderten.
Ein Paradebeispiel dafür ist die Band Hungaria (Ungarn), sie beeindruckten mit dem Hard-rocksong „Die Nacht der drei Schönen“, verlagerten sich dann zum Beat („Komm ich brauche deine Liebe“) und landeten letztendlich im Country-Stil („Den Platz neben mir“). Der Einfluss der Rockmusik aus den sozialistischen Staaten ließ bis Mitte der 70er Jahre stark nach. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre war es die ungarische Gruppe Fonograf, die mit Liedern im Country-Stil einige Erfolge hatten. Im Schlagerbereich sah das etwas anders aus. Bis zum Ende der DDR gab es osteuropäische Interpreten, die mit ihrer Musik in der DDR populär waren oder wurden.

Die bekanntesten osteuropäischen Interpreten/ Gruppen in der DDR

Omega      (ungarische Rockband)http://www.progarchives.com/progressive_rock_discography_band/708.jpg

Band 1972:  Laszlo Benkö (ld, key), Gabor Presser (key), Janos Kobor (voc), Tamas Mihaly (g),  György Molnas (b), Joszef Laux (dr)  
Kurz-Story: 
Gründete sich 1962 in Budapest und wurde Ungarns Beat- und Rockband Nr. 1 - - - bis zur Erfolgsbesetzung von 1972 gab es diversen Umbesetzungen - - - Bandkomponist Gabor Presser setzte Anfang der 70er Jahre auf eine Mischung aus Rock mit Jazzelementen und ungarischer Folklore - - - 1969 entstand ihr Superhit  „Gyöngyhaju Lani“, dass in der DDR 1970 ein Megahit wurde, als „Das Mädchen mit dem Perlenhaar“ und auch in der Coverversion von Frank Schöbel „Mädchen schreib es mir in den Sand“ - - - die Band war in der DDR mit weiteren Titeln sehr erfolgreich und Amiga veröffentlichte eine Art „Best of Album“ 1972 - - - der große Erfolg führte zu Querelen in der Band und 1980 wandelte sich der Stil zum New Wave - - - 1987 löste sich die Gruppe auf - - - Aufgrund der großen Nachfrage starteten sie in den 90er Jahren ein erfolgreiches Comeback  - - - 1999 gaben sie im Budapester Nationalstadion ein legendäres Konzert und touren seitdem durch Europa. 

deutschsprachige Songs:  Nach einem schweren Jahr (1970), Sie ruft alle Tage herbei (1970), Unterbrochenes  Konzert (1971),
Untreue Freunde (1971), 10.000 Schritte (1971), Reise auf em grauen Fluß (1972), 
Oh Barbarella (1973, Nur ein Wort (1975)

Rote Gitarren       (polnische Beatband)https://img.discogs.com/di74rr1Fk_EdSRqUGIa7dGZCkJA=/fit-in/300x300/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(40)/discogs-images/R-6045824-1418208886-3507.jpeg.jpg

Band 1970: Seweryn Krajewski (g, voc), Bernard Dornowski (b, voc), Dominik Konrad (fl, g, voc), Jerzy Skrzypczyk (dr) 
Kurz- Story:  Gründete sich 1965 und eiferten den Beatles nach - - -  nach mehreren Umbesetzungen fand die Band mit Krajewski eine stabilisierende Größe - - - von 1970 bis 1979 zählten sie zu den beliebtesten Bands in der DDR mit ihrem melodischen Beat - - - „Anna Maria“ wurde ihr absoluter Megahit in der DDR - - - sie wechselten ihren Stil in Richtung Schlager und ähnelten im Stil den Flippers und Amigos (BRD) 

Erfolgreiche deutschsprachige Songs:  Solche schöne Augen (1970), Heut kennst du mich nicht mehr (1970), Es brennen die Berge
und Wälder (1972), Consuela (1972), 
Überall bist du (1973), Hochzeit (1976), Draußen beiden Weiden (1975), Weißes Boot (1977), 
Weißt du noch (1977), Auf dem Dach dieser Welt (1978)

Weitere populäre Interpreten mit einer Auswahl ihrer Hits

Ungarn
Zsuzsa Koncz:   Endlich endlich / Farbstifte / Irgendwann bin auch ich verliebt / He, Mama / He, fang mich ein / Der Spiegel /   
                            Du bist noch nicht mein Mann / Mama, bitte sag mir / Er hat ihr niemals geschrieben
Hungaria:         Die Nacht der drei Schönen / Oh, Bangladesh / Steffi komm / Komm ich brauche deine Liebe / Den Platz neben mir /
                           Die Farben der Natur / Glaub es nie
Kati Kovacz:    Wind komm bring den Regen her / Es wird dunkel wenn kein Feuer brennt / Schaukeljunge
Fonograf:          Anna / Mädchen du Feine / Es tut mir Leid / Mädchen in der ersten Reihe / Ich geh dem Wind entgegen
Gjon Delhusa:   Mein erstes Mädchen / Ticke Tom / Die Bouzouki und ihr Lied / Berge und Steine
Illes:                   Wo ist Julia / Das Gewitter verzog / Laufschritte / Warten, aber Kati kam / Komm geh mit mir
Bergendy:           Verzeih, dass ich dich Liebe / Komm wieder Wanderer / In einem unbekannten großen Wald
Locomotiv GT:   Silbener Sommer / Hilf mir einzuschlafen / Geh nie wieder / Das Lied
General:                Heißer Tag / Hier war ich Kind / Die Säge      
Neoton Familie:    Komm Liebe komm

 

Polen
Maryla Rodowicz:     Marja / Der Teufel sitzt vor’m Paradies / Träum deinen Traum
2 plus 1:                       Heuernte / Schlaf ein und fang die Träume / Hej , ich fang den Sommer / Sei so frei
Halina Frackowiak:    Weiße Wolken am Himmel / Alle Herrlichkeiten des Sommers / Stundenlang
Skalden:                      So viele Züge kommen / Wo soll ich dich suchen / Der Hirtenjunge ist gestorben
Anawa:                          Wichtig sind Tage, die unbekannt sind / Unsere Welt / Glaube daran
Czeslaw Niemen & SBB:   Unsere Sommerliebe / Seltsam ist die Welt / Du bist nicht mein
Breakout:                      Wind mit schwarzem Haar / Heute hast du alles / Aber ich sag dir nichts davon
Budka Suflera:            Blaue Taube / Fang neu an /Straßenbahnblues
Trobadours:                Vera Vera / Herrliches Land

 

Sowie …
Vaclav Neckar & Bazillen (CSSR):         Krokodil Theophill / Doktor Dam di dam / Jorika / Nautilus
Pavol Hammel & Prudy (CSSR):           Medulienka / Die sechs Weisen / Abrakadabra
Weißer Knopf (Jugoslawien):                 Wenn ich ein weißer Knopf wär / So, jetzt will ichs erst recht!
Singende Gitarren (UdSSR):                  Salapilsz / Halt (von der DDR-Medien erfolglos als Superband angepriesen)

 


 

Ostrock = DDR Rockmusik         (Begriff einer speziellen Spielart)

Wird heute als Begriff für den spezifischen Stil der DDR-Rockmusik verwendet, der sich in den 70er Jahren gebildet hatte und maßgeblich durch fünf Fakten beeinflusst wurde, wodurch sich seine charakteristische Eigenart entwickelte.

1. Beatverbot (1965): blockierte eine normale Entwicklung der Jugendmusik.
2. Landessprachlichkeit: verlangte ansprechende oder originelle Texte und eine Einheit von 
Musik und Text.
3. Osteuropäische Musik: überbrückende Rockmusik aus Ungarn und Polen mit großem 
Einfluss, auf die sich bildende DDR Rockszene
4. Gereifte Musiker: Die Pioniere der sich entwickelnden Rockszene, waren überwiegend 
Musiker, ehemaligen Beatgruppen mit
    Berufserlaubnis. Als gestandenen Musiker strebten 
sie eine künstlerisch niveauvolle Musik an und orientierte sich deshalb an Jazz, Soul
    und 
den vielen Stil-Arten des Progressiven Rocks.
5. Zensur: Wegen des massiven Eingriffs in die textlichen Freiheiten, durch die Kultur - 
Behörden wichen die Texter in literarische
    Nischen aus und versuchten mit Zweideutig
keiten oder lyrischer Verpackung sich zu äußern. Neben Gedichten, Märchen und litera-
    rischen Geschichten benutzten sie historische Begebenheiten in den gesellschaftskritische Töne eingeflochten wurden.

In der Summe dessen entstand eine Musikszene, die man als getragene Kunstmusik bezeich-nen könnte. Die meisten Rocksongs eigneten sich kaum zum Tanzen, sondern zum Zuhören.
Nicht zufällig entstanden zahlreiche Balladen, da in dieser Form die textlichen Botschaften deutlicher vermittelt werden konnten. Unter Botschaften sind nicht nur staatskritische Untertöne gemeint, sondern der Rotstift (Zensur) des Staates setzte auch bei Texten an, die nicht dem sozialistischen Geist oder Tabuthemen entsprachen. Die Gruppen der DDR kannten diese Grenzen und ihnen waren die Folgen bewusst, wenn man sich nicht daran hielt. Mit höchster Vorsicht verfassten sie unverfängliche Texte, mit versteckten Seitenhieben auf die Gesellschaft oder experimentierten mit der Musik, die gezielt Emotionen auslösen sollte.
Es gab aber auch Gruppen, wie die Klaus Renft Combo und die Puhdys, die sich textlich schon bewusst dem Alltag stellten und ihre Lieder vor den Kulturbehörden rechtfertigen mussten. Politische Veränderungen bewirkten dann auch, einen etwas liberaleren Kurs der Regierenden gegenüber der Rockmusik. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre bildete sich dadurch ein breiteres musikalisches Angebot. Neben der Rockmusik bildeten sich Gruppen, die sich nun an der Country und Popmusik versuchten. Einige Gruppen versuchten die textlichen Grenzen zu durchbrechen. Die Klaus Renft Combo legte sich zu sehr mit dem Staat an und wurde verboten. Auch Karat bewegte sich zunächst textlich auf unerwünschten Wegen. Die Band wechselte dann ihren Stil und versteckte Kritik in lyrische Songs. Karat wurden mit diesem Stil sehr erfolgreich und perfektionierte ihn.
Mit dem westdeutschen NDW-Sound verbreitete sich in der DDR eine neue Art von Musik, die in ihrem Wesen mit der traditionellen Rockmusik brach. Da die neuen Bands den Westen zu stark kopierten, ebbte ihr Erfolg auch schnell ab und hinterließ kaum Spuren. Lediglich Gruppen, wie Silly und City, gelang es eindrucksvoll die traditionelle Rockmusik mit dem New Wave zu verbinden und entwickelten somit die spezifische DDR-Musik weiter. Allerdings war die Popmusik der DDR inzwischen zur Randerscheinung geworden und die Wende versetzte ihr den Todesstoß. Nur wenige Rocksongs der 80er Jahre noch populär.
Im DDR-Revival (Ostalgie) erinnerte man sich wieder an die glorreiche Zeit der Rockmusik in der DDR und nur die traditionellen Gruppen wurden mit dem Prädikat Ostrock gehrt.

RADIO DDR    → Tippparade →  Musikalische Luftfracht     (Radiosender)

Die Tippparade eine Wertungssendung von Radio DDR, war nach der Beatkiste die zweit-älteste Pophitparade der DDR. Angesagter war in den 70er Jahren die Sendung Musikalische Luftfracht, die Erste und einzige Wertungssendung mit internationalen Hits, also auch aus kapitalistischen Ländern. Allerdings beschränkten sich die westlichen Hits überwiegend auf die Popmusik aus Schweden, Dänemark, Österreich und den Niederlanden. Nur ab und zu verirrten sich Hits aus Großbritannien. Merkwürdig war jedoch, dass auf Platz 1 immer Songs aus der DDR oder dem sozialistischen Ausland landeten. Zumindest war es eine der wenigen Sendungen, in der die Chance groß war, aktuelle westliche Hits zu hören.

ROCK FÜR DEN FRIEDEN    (Veranstaltung)

Unter dem Anspruch einer Friedensmanifestation der Rock- und Popinterpreten des Landes, fanden von 1982 bis 1987 dreitägige Veranstaltungen im Berliner Palast der Republik statt. Neben den nationalen Interpreten nahmen auch Künstler des Auslands teil. Hintergrund der Veranstaltung war die Gefahr eines Atomkrieges durch das nukleare Wettrüsten der Weltmächte. Die DDR machte im sozialistischen Sinne die USA dafür verantwortlich und argumentierte, dass die UdSSR wegen des Gleichgewichts zum Mitrüsten gezwungen war. An dieser Veranstaltung nahmen auch Gruppen aus der BRD teil.
1984 kam es zum Eklat, als die Kölner Band BAP ihren Auftritt kurzfristig absagte, weil sie den Titel ,,Des halv spill mer he“ aus dem Programm nehmen sollten. Zur gleichen Zeit bekam Udo Lindenberg ein Konzertangebot von der DDR Kulturbehörde. Vorangegangen war Lindenberg's musikalische Auftrittsbitte „Sonderzug nach Pankow“. Spektakulär folgte ein gegenseitiger symbolischer Geschenk-Austausch (Lindenberg - Honecker), wodurch die Behörden eine Genehmigung erteilten. Da die Funktionäre einen Eklat fürchteten, durfte Udo  nicht bei Rock für den Frieden auftreten. Vor einem ausgesuchten Publikum und einem zensierten Programm wurde das Konzert in Ausschnitten im Fernsehen übertragen. Bei seinem Konzert hielt sich Lindenberg letztendlich nicht an seine Auflagen. Für die DDR war das Grund genug, vorerst keine weiteren BRD-Interpreten/Gruppen bei Rock für den Frieden auftreten zu lassen.
Entsprechend zur Veranstaltung wurden LPs mit ausgesuchten Songs veröffentlicht. Erst 1987 konnten wieder BRD-Künstler, neben Gruppen aus dem westlichen Ausland (Latin Quarter, Luis Moholo, Salsa Picante) bei Rock für den Frieden auftreten. Nachdem einheimische Rockmusiker immer lauter zu denken wagten, wurde daraus die Veranstaltung „Jugend im Palast“ (1988). Als Rockveranstaltung, kam es dennoch zum verstärkten Widerstand gegen die Auflagen der Kulturbehörde und machten ihrerseits Druck, kritische Songs singen zu dürfen. Übrigens, wurde alle namhaften Bands der DDR dazu aufgefordert ein Friedenslied zu komponieren oder zu singen, dass den US-Imperialismus anklagen sollte. Jene, die sich weigerten, wurden sanktioniert (standen im Fokus der Stasi; führte zur Bandauflösung). Es entstanden dabei einige sehr gute Songs, wie „Das Buch“ von den Puhdys, die zugleich zeigten, wie man die staatliche Auflage umgehen konnte und ein allgemeines Lied für den Weltfrieden schaffen konnte.

RUND      (TV-Jugendsendung)

In Vorbereitung der 10. Weltfestspiele wurde die Fernsehsendung 1973 eingeführt. Geplant waren lediglich 6 Sendungen, aber aufgrund der großen Resonanz wurde das Format weiter-geführt. Rund verstand sich als politisches Unterhaltungsmagazin für junge Leute. Somit bestand der Hauptteil der Sendung aus politischer Agitation, dennoch war der Anteil an in- und ausländischer Rockmusik verhältnismäßig hoch. Jugendliche ließen die Propaganda über sich ergehen, weil dies die einzige Sendung war, in der populäre Rockbands zu sehen waren. Zudem trat als Sahnestückchen ab und zu eine westliche Band auf.
Im Grunde war Rund nur deswegen ein Medienerfolg. Zu den absoluten Highlights gehörten Status Quo, Slade, Bonny Taylor, Gianna Nannini, aber auch Omega und Puhdys. Auch immer dabei war etwas aus der Sowjetunion (oft ein Folkloreensemble) und Dean Reed, der singende Vorzeige-Kommunist aus den USA, den die Funktionäre gern zum Star machen wollten (misslang aber).

SCHLAGERREVUE      (Radiosendung)

Die Schlagerwertungssendung von Radio DDR I wurde seit 1953 gesendet, zu Beginn als Schlagercocktail und von Heinz Quermann moderiert. Die Schlagerrevue war die am längsten existierende Sendung des DDR-Rundfunks und blieb bis zum Schluss 1989 eine reine Schlagersendung.

SCHLAGERSTUDIO    (TV-Sendung)

Die Schlagerwertungssendung des DDR-Fernsehens entstand 1970 und löste die Tippparade (60er Jahre) ab. Mit dem Moderator Chris Wallasch (Theaterwissenschaftler), bekam die Sendung ab 1972 eine hohe Popularität, dass zeigte das Echo von etwa 25.000 Briefe oder Postkarten pro Ausgabe. Die Sendung wurde ebenso in Ungarn und der CSSR ausgestrahlt. Höhepunkt war die Jahreshitgala (Top 20): „Einmal im Jahr“ am Ende des Jahres.
1983 wurde die Sendung durch Bong abgelöst, mit höheren Anteilen von Popmusik.