03. Schlagerinterpreten Spezial

3.  Schlager  - Interpreten Spezial

Die Jahre 1945 – 1959

1. Bärbel Wachholz: aufsteigender Schlagerstar Ende der 50er Jahre mit Liedern von Gerd Natschinski
    Hits:  Damals (1959), Das wünsch ich mir (1958), Ich steige dir aufs Dach 
(1959), Junge Leute… (1958)

2. Fred Frohberg: der Freddy Quinn des Ostens, mit Seemannsschlagern von Gerd Natschinski
    Hits: Zwei gute Freunde (1958), Die Sterne der Heimat (1957), Einsam liegt 
ein Schiff im Hafen (1956)

3. Herbert Roth & Ensemble: Volksmusiker der seine thüringische Heimat besang und deren Lieder dort zu Volkslieder wurden
    Hits: Rennsteiglied (1951), Kleines Haus am Wald (1956), Am schönen Saalestrand (1955)

4. Helga Brauer: neben Bärbel Wachholz die populärste Sängerin am Ende der 50e Jahre
    Hits: Küss mich einmal, küss mich zweimal (1958), Das sag ich nur zu dir (1959), …Lipsi … (1959)

5. Lutz Jahoda: der komödiantische volkstümliche Sänger mit böhmischen Wurzeln
    Hits: Die Blasmusik von Kickritzpotschen (1959), Semmelknödelpolka (1958)

Desweiteren:
Julia Axen: Eine Welt ohne dich“ - 1958  //   Irma Baltuttis: Die kleine Schenke dicht am Hafen“- 1953
Cornel Trio:    Holdrio, liebes Echo“- 1950  // 
Klaus Groß:    Küss mich Angelina”- 1957
Soja Siewert:   Du liebe kleine Möwe“- 1955  //  Heinz Becker:  „Blue Tango“ – 1952
Orchester Gerd Natschinski:Donna Vatra“- 1953 //  Werner Hass:   „Pinguin Mambo“- 1955
Gitta Lind:       Du bist so jung, du bist so schön”-1958

Anmerkung: Bis zur intensiven Förderung der eigenen Schlagerszene (Ende der 50er Jahre), wurden vor allem Schlager der BRD
nachgesungen, meistens solche, die dort nicht so populär waren. Aufgrund dessen war es nicht immer möglich DDR und BRD Schlager
zu trennen.

Biografisches

Bärbel Wachholz        * 20.10. 1938 in Angermünde  //    † 13.11. 1984 in Berlin
Die gelernte Fotolaborantin, nahm Gesangsunterricht und wurde Sängerin beim Tanzorchester Max Reichelt  - - - ab 1957 trat sie als
Solistin auf und entwickelte sich zur populärsten Schlagersängerin der DDR - - - 1962 wurde sie dafür staatlich ausgezeichnet - - -
bis 1969 folgten zahlreiche Auftritte in Funk und Fernsehen, obwohl ihr Erfolg langsam endete  - - - Aufgrund einer schweren Diabetes
zog sie sich 1970 zurück - - - suizidgefährdet verstarb 1984, indem sie aufhörte sich Insulin zu spritzen - - - es erschienen 40 Singles
und 2 LP’s in der DDR.

Top-Hits:    Das wünsch' ich mir (1958);  Weil er ein Seemann war (1959);  Damals (1959);  Die Nacht ist viel zu schön (1959);
Das kann ich niemals vergessen (1960);  Wie schade (1960); 
Treu sein (1961);  Ich hab Musik im Blut (1961);  Cape Town Boy (1963);   
Ich steige dir aufs Dach (1963);  Abends kommen die Sterne (1963);  Sole, sole (cov. 1964); 
Das ist halb so schlimm (1966); 
Wo ist der Mann (1966); Der Fehler lag bei mir (1966);  So war es, und so wird es immer sein (1967)                 

                                   

Helga Brauer      * 02. 05. 1936 in Leipzig     //   † 15. 06. 1991 in Leipzig
Die gelernte Zahntechnikerin nahm 1954 an einem Gesangswettbewerb auf der Insel Rügen teil - - - es folgten öffentliche Auftritte und
sie erhielt 1956 einen Gesangsausbildungsvertrag bei Amiga - - - 1957 erschien ihre erste Single und sorgte 1959 mit ihrem Hit „Heute
tanzen alle jungen Leute“ für einen Gewissen Erfolg des Modetanzes Lipsi - - - sie heiratete Walter Eichenberg, der alle weiteren Lieder
für sie schrieb und nebenher  coverte sie gern die Schlager von Siw Malmkvist - - - nach 1970 trat sie nur noch gelegentlich mit ihren Hits

für Bühne, Funk und Fernsehen auf.

Top-Hits:  Hör' mein Herz (1958);  Küß mich einmal, küß mich zweimal (1958); Junge Leute brauchen Liebe (1959); 
Das sag’ ich nur zu dir (1959);  Heute tanzen alle jungen Leute (1959); Ein Pärchen von damals (1960); Danke für die Blumen (cov. 1961); 
Das Tagebuch von schönen Max (1962);  Schwarzer Kater Stanislaus (cov.1963); Liebeskummer lohnt sich nicht (cov. 1964); 

Mit dem strahlendsten Lächeln der Welt (1966);  Einer ist für den andern da (1967) 

 

Lutz Jahoda    *18. 06. 1927 in Brno (Tschechien)
Die Eltern des Einzelkaufmanns entdeckten sein schauspielerisches Talent, förderten ihn und die Bühnenauftritte führten ihn unter
anderem nach Wien und kam schließlich nach Berlin - - - dort wirkte er 1955 an den ersten TV-Sendungen des DFF mit - - - schon bald
machte er sich einen Namen als Gesangskomiker und wurde zum gefragten Sänger - - - neben seiner Liebe zur böhmische Blasmusik
fand er auch zu modernen Rhythmen - - -
in der Folgezeit publizierte er die Blasmusik, bekam in 70er Jahren seine eigene Fernsehshow
„Mit Lutz und Liebe“ und gehörte neben Heinz Quermann zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des DFF - - - er war Buchautor, entwarf
Fernsehsendungen, war selbst Moderator und förderte viele neue Talente - - - er blieb bis 2002 im Hintergrund für den MDR aktiv und zog
sich dann ins Privatleben zurück.

Auswahl seiner Lieder:  Semmelknödel-Polka (1958); Die Blasmusik von Kickritzpotschen (1959);  I bin a stiller Zecher (*1960);    
 Ladislaus, komm, pack deine Fiedel aus (1960); Jeden Sonntag gibt's Krawall (1960);  Wenn die Elisabeth (*1961);     
 Ich bin ein Postillon d'amour (1961);  Das kann doch nur der Egon sein (1962); Kartäuser Knickebein-Shake (1963);   
 Ich bin die Ruhe in Person (1964);
Die sparsame Nanett (1964)                                                                           
Anmerkung: bemerkenswerte Neuinterpretationen alter Lieder sind unterstrichen

 

Herbert Roth      *14. 12. 1926 in Suhl    //       17. 10. 1983 in Suhl    
Dem gelernten Friseurmeister begeisterte frühzeitig die volkstümliche Musik und er begann Lieder für seine thüringische Heimat Lieder
zu schreiben - - - mit Waltraut Schulz gründete er 1951 ein Ensemble - - - schnell wurde er im ganzen Land bekannt und begeisterte das
volkstümliche Publikum - - - für DDR Verhältnisse verkauften sich seine Platten in Rekordhöhe und auch in der BRD (Bayern, Hessen)
waren seine Lieder sehr beliebt - - - allerdings verpönten DDR-Kritiker und Jugendliche die Musik als Heimatschnulzen - - - erst gegen
Ende der 50er Jahre wurde er gebührend geehrt und erhielt einige staatlichen Auszeichnungen - - - bis kurz vor seinem Tode machte er
Musik und schrieb auch Schlager für andere Sänger.

Die bekanntesten Lieder:  Rennsteiglied ; Kleines Haus am Wald ; Am schönen Saalestrand ; Im Thüringer Land ; Der alte Schmückewirt ; 
Wanderlust ; Mit Rucksack, Hut und Wanderstock ; Auf der Oberhofer Höh'                 
Anmerkung: zeitliche Zuordnung war nicht möglich

 

Fred Frohberg     *27. 10. 1925 in Halle           01. 06. 2000 
War 1937 Sängerknabe im Stadt-Singe-Chor Halle - - - studierte 1946/47 Gesang und Gitarre in Erfurt - - - gewann einen Gesangs-
wettbewerb 1948 und wurde dauerhaftes Mitglied des Rundfunk Tanzorchester Leipzig
- - - mit Seemannsliedern gelang ihm 1955 der
Durchbruch und wurde zum beliebten Schlagersänger - - - in den 60er Jahren nahm er an mehreren Schlagerwettbewerben erfolgreich teil
und zog sich 1967 ins Privatleben zurück - - - in den 80er Jahren versuchte er ein Comeback, aber mehr als Oldiesänger, bis zu seinem
Tod im Jahr 2000.

Auswahl seiner Lieder: Zwei gute Freunde ; Die Sterne der Heimat ; Einsam liegt mein Schiff im Hafen ; Steuermann, halte Kurs ;
Gleich unter den Sternen ; Tina-Marie                                                                        
Anmerkung: zeitliche Zuordnung war nicht möglich

 



 

Die Jahre 1960 bis 1969

1. Helga Brauer: Schlagerstar durch ihre Coversongs von Siw Malmkvist (Schweden)
    Hits:  Danke für die Blumen (1961), Schwarzer Kater Stanislaus (1962), Küsse nie 
nach Mitternacht (1965)

2. Bärbel Wachholz: Nach wie vor die Ikone des DDR-Schlagers bis 1967
    Hits: Treu sein (1961), Abends kommen die Sterne (1963), Das kann ich niemals
vergessen (1965), Der Fehler lag bei mir (1967)

3. Frank Schöbel: stieg gegen Ende der 60er Jahre zum absoluten Star auf
    Hits: Blonder Stern (1964), Lieb mich so, wie dein Herz es mag (1967), Verzeih den Kuss (1968)

4. Ruth Brandin: beständige Sängerin mit breiten Repertoire von Modern bis Klassisch
    Hits: Morgenstunde hat Gold im Munde (1965), Mich hat noch keiner beim Twist geküsst (1964)  

5. Chris Doerk: wurde als Duettpartnerin von Frank Schöbel auch zum solistischen Schlagerstar
    Hits: Männer die noch keine sind (1968), Was erleben (1967), Die alten Räuber (1969)

Desweiteren: 

Jenny Petra:   Weiße Wolken, blaues Meer und du“ – 1961; „So kam Johnny zu mir“ - 1962   
Perikles Fotopoulos (GRI):   „Salute“- 1962; „Schlafe gut, Helena“ – 1962; „Stern der Liebe“ - 1962
Hartmut Eichler:    Süßer kleiner Teufel“ – 1962;  „Täglich ein paar nette Worte“ - 1963         
Lutz Jahoda:   Karthäuser Knickebein Shake“ - 1963; „Ich bin die Ruhe in Person“ - 1964
Günther Geisler:   Die Primaballerina meiner Träume“- 1963; „Was willst du denn in Rio“ - 1962   
Rica Deus:    „Weiße Wolken wandern“ – 1963; „Halt mich fest Matrose“ - 1963
Christian Schafrik: Immer wieder ein roter Mund“ – 1964; „Ich bin immer für dich da“ - 1964
Ina Martell: Zwei Küsse beim nach Hause gehen“ – 1965; „Wiederseh’n“ – 1965;
Karin Prohaska: Jung gefreit hat nie gereut“ - 1966;  „Oft kommt unverhofft“ - 1966         
Michaelis Chor:  Reisen, Reisen in die weite Ferne“ – 1967; „Blau ist die Nacht“ - 1968 

Britt Kersten: „Blond wird groß geschrieben“ - 1968; „Wenn ich glücklich bin“ - 1969
Andreas Holm: Ich geb’ ein Fest“-1969; „Bin schon vergeben“ - 1965
Nina Lizell: Rauchen im Wald ist verboten“- 1969; „Küssen tu ich lieber“- 1969; „Fahr mit mir Auto“ - 1969

Interpreten mit einem Hit:

Michaela Kreyssler & Rolf Ludwig - Du hast `nen kleinen Mann im Ohr (1960) //  Monika & Ruth - Das Lied vom Plattenschrank 
(1961)  // Mary Halfkath  - Der alte Hut von Jerry Flynn  (1963)  //  Heidi Kempa  - Roter Mohn wird wieder blüh’n (1963) //
Robby Lind - Weil du heut Geburtstag hast  (1966)  // Will Brandes(Kinder) Ich hab keinen Zylinder  (1966) //
Britt & Bert - La Bostella bei Tante Ella  (1968);

Und der internationale Hit „Letkiss“ von Roberto Delgado (1965), nach einem finnischen Modetanz, der in der DDR ganz besonders
beliebt war.      

Anmerkung: Eine eigene Schlagerszene hatte sich etabliert und Twistrhythmen sollten als Ersatz für den verbotenen Beat dienen.
Einige Interpreten hatten das Privileg ausländische Songs zu covern. Helga Brauer (s. oben) wurde dadurch zum Star und Ruth Brandin
war ebenso mit Coversongs bekannt. Die deutsche Fassung vom Petula Clarke Hit, „Downtown“  durch Ina Martell wurde durch ihre
Interpretation ein riesiger Hit.
Übrigens, wurde die Schwedin Nina Lizell, über die maritime TV-Show „Klock 8, achtern Strom“ zur
erfolgreichsten Interpretin eines nichtsozialistischen Landes. Gegen Ende der 80er
Jahre war sie dort Dauergast und war mit ihren
Liedern ab 1968 im Radio präsent. Obwohl sie zu keiner DDR-Hitparade zugelassen war, stand sie stets auf der Wunschliste der Zuhörer
und Zuschauer.

Erwähnt sei auch, dass die Familie des Griechen Perikles Fotopoulos 1953 in die DDR übersiedelte und somit als DDR-Sänger galt.
Mit dem Erfolg vom Tschechen Karel Gott und dem Jugoslawen Bata Illic in der BRD, galten beide Künstler als kapitalistisch orientiert
und wurden in den 60er Jahren kaum bis gar nicht in den Medien gespielt.

Biografisches

Frank Schöbel    *11. Dezember 1942 in Leipzig

War Sohn einer Opernsängerin, die sein Talent erkannte und ihm Gesang lehrte - - - an der Musikschule Leipzig lernte er Klavier,
Akkordeon und Gitarre spielen - - - eigentlich sollte er dem Thomaner-Chor beitreten, er lehnte aber ab - - - der gelernte Mechaniker
nahm dann an dem Talentwettbewerb von Heinz Quermann teil, worauf er 1961 zum Schlagersänger ausgebildet wurde - - - er sang 1962
beim Orchester Heinz Müller und war während und nach seiner Armeezeit Mitglied des Erich-Weinert-Ensembles - - - mit dem
Berufsausweis 1964 kam es zu ersten Rundfunkaufnahmen als Sänger - - - „Blonder Stern“ und „Looky Looky“ wurden 1964 zu großen
Twist-Hits - - - mit dem Beatverbot wechselte er zunächst ins Schauspielfach - - - ab 1968 gründete er eine eigene Band - - - bereits 1967
lernte er Chris Doerk kennen und mit dem Duett „Lieb mich so, wie dein Herz es mag“ gelang ihnen 1967 ein großer Hit - - - beide wurden
Hauptdarsteller im Musikkultfilm „Heißer Sommer“ (1968) - - - der große Erfolg machte sie endgültig zu Schlagerstars, die solistisch, aber
auch als Duett sehr erfolgreich waren und schließlich heiraten - - - 1971 ließ man das Fernsehpublikum entscheiden, welche Version von
Wie ein Stern“ die bessere war; sie entschieden sich für die Soloversion von Frank Schöbel, die zum seinem größten Hit aller Zeiten wurde
- - - mit Hits in Serie dominierte er in der DDR-Schlagerszene, bis zum Ende der DDR; allerdings ließ der Erfolg in der zweiten Hälfte der
80er Jahre deutlich nach - - - Privat trennte sich Chris Doerk von ihm und Aurora Lacasa wurde seine Ehefrau - - - mit Aurora und ihren
gemeinsamen Kindern entstand die erfolgreichste LP von Amiga; „Weihnachten in Familie“ (1985), verzeichnete regelmäßig Rekord-
umsätze zur Weihnachtszeit und die gleichnamige Fernsehsendung (m. Wiederholungen) erreichte eine enorme Einschaltquoten - - -
aber auch Aurora und Frank trennten sich schließlich - - - nach der Wende trat er nur gelegentlich in Erscheinung, blieb aber musikalisch aktiv.

LPs:  Chris und Frank (1969),  Wie ein Stern (1972),  Frank Schöbel (1973),  Nicht schummeln Liebling (Filmmusik 1973),
 Songs für dich (1974),  Freunde gibt es überall (1974),  Komm wir malen eine Sonne (1976, Kinderlieder),  Ich bleib der Alte (1977),    
Frank international (1980), Wovon ich träume (1981),  Weihnachten in Familie (1985), Ich brauch dich so (1986),      
Wir brauchen keine Lügen mehr (1989), 
 Jetzt oder nie (1995),  Sternenzeiten (2014)
Singles der 60er Jahre:   Looky-Looky (1964);  Blonder Stern (1964);  Party Twist (1964);  Teenager-Träume (1964);
Außer Rand und Band (1965);  Schau lieber weg (1966);  Es gibt nicht nur dich (1966);  Gib nicht auf (1966);  
 Lieb mich so, wie dein Herz es mag (*1967);  Gabriele (1967);  Woher willst du wissen, wer ich bin (*1967);  
Nur im Böhmerwald (1968);  Verzeih den Kuß (1968);  Abends in der Stadt (*1969);  Einmal in der Woche (*1969) 

Anmerkung: fett gedruckt die Top-Erfolge und * bedeutet Duett mit Chris Doerk   // 

 

Ruth Brandin    * 27. 02. 1940 in Altenwedding, als Ruth Langhammer

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie, interessierte sich zunächst für Sport und besuchte die Sportschule Magdeburg - - -
nachdem man bei ihr einen Herzfehler feststellte, wurde sie Krankenschwester und ging 1957 nach Berlin - - - im Klinikum Buch
lernte sie die Sängerin Jenny Petra kennen, die sie an Amiga vermittelte - - - 1958 folgte ein Fördervertrag, sie wurde 1959 Mitglied
des Damenquartetts Kolibris und zusammen mit Monika Grimm (als Monika & Ruth) wurde sie mit dem Hit „Das Lied vom alten
Plattenschrank“
überall bekannt - - - 1964 wurde sie als Conny Froboess der DDR aufgebaut mit Twist-Songs - - - diesbezüglich
waren ihr auch Coverversionen erlaubt („Lady Sunshine“- Conny Froboess; „Blondes Haar am Paletot“-Dorthe) - - - durch den
nachlassenden Erfolg, zog sie sich 1974 von der Bühne zurück und wurde Leiterin des bekannten Tanzcafe Nord an der Schönhauser
Allee (Berlin) - - - 1985 verließ sie die DDR und kehrte nach der Wende zurück und ging ihrem Privatleben nach.

LP: Teenagerparty mit Ruth (1964), Alles klar zur großen Reise (1967), R.B.- das Beste 1961-1971 (1997)  

 

Chris Doerk     * 24. 02. 1942 in Königsberg (Ostpreußen)

Die gelernte Gebrauchsweberin wurde Mitglied des Erich-Weinert-Ensembles und lernte dort Frank Schöbel kennen - - - als
Duettpartnerin von Frank Schöbel und solistisch stieg sie zum Schlagerstar auf - - - besonders der Musikfilm „Heißer Sommer
machte sie populär - - - mit dem Engagement für Chile (gegen die Militärjunta) entwickelte sie eine Vorliebe für das latein-

amerikanische Lebensgefühl - - - ihr Weg führte sie nach Kuba und dort zu einer neuen Liebe - - - nach der Trennung von Frank ließ
ihr Erfolg abrupt nach, zumal sie sich verstärkt der kubanischen Folklore zuwandte - - - sie wanderte nach Kuba aus, scheiterte dort
privat und kehrte 1986 zurück - - - sie widmete sich der Malerei und schottete sich von der Öffentlichkeit ab - - - nach einer Versöhnung
mit Frank Schöbel sangen sie 2011 ein Duett „Du bleibst ein Teil meines Lebens“.

Ihre Soloerfolge: Männer die noch keine sind (1967), Die alten Räuber (1969),Die Schranke (1971), Jedes junge Mädchen wird mal
geküsst (1972), Die Rose von Chile (1973), Die Sonne kommt immer wieder (1973) 

 

Ina Martell   (*27. 02. 1944 in Berlin, eigentlich Dorothea Polzin)

Sang im Kinderchor des Berliner Rundfunks und als gelernte Laborantin nahm sie an der Junge-Talente-Bewegung teil und wurde vom
Rundfunk entdeckt. - - - 1965 startete sie mit der Coverversion des Peggy March-Titel „Mit 17 hat man noch Träume“, doch den größten
Erfolg hatte sie mit der deutschen Version vom Petula
Clarke Song „Downtown“ - - - ein ersten eigenen Hit hatte sie mit „Wiederseh´n“
(Schöne/Hamburger), der
in der Jahreswertung der Schlagerrevue Platz 5 erreichte. - - - 1966 schloss sie sich den Kolibris, um mehr
Bühnensicherheit zu bekommen. - - - Über das DDR-Fernsehen erhielt sie ihren Berufsausweis. - - - In der zweiten Hälfte der 60er Jahre
wurde sie zum Publikumsliebling und sollte auch ursprünglich im Musikfilm  „Heißer Sommer“ mitspielen, sie sagte aber ab. - - - Mitte der
70-er Jahre war sie selbstsicherer und arbeitete
in Rostock am Theater. - - - Nur noch gelegentlich trat sie in TV-Sendungen auf. - - - Ende
der 80-er Jahre wollte sie ein Comeback starten, aber die Wende verhinderte das. - - - Sie zog sich ins Privatleben zurück und
leitet in
Rostock ein Bestattungsinstitut.

Hit-Auswahl: „Mit 17 hat man noch Träume“ (1965-cover); „Downtown“ (1965- cover); „Wiedersehen“ (1965);  „Zwei Küsse beim
Nachhause gehen“
(1965);  „Wenn du Hochzeit hast“ (1967); „Wann kommt der Tag“ (1968); „Doch mein Herz hat geweint“ (1968);
„Blumen aus Eis“ (1969); „Fang meine Träume ein“ (1969) „Der Zug fährt ab“ (1970); „Ich war die Frau Heinrich VIII.“ (1971)

 

Rica Déus     (* 1937 in Hamburg, eigentlich Erika Scheele)

Tochter einer Operettensängerin, die eigentlich Schauspielerin werden wollte, doch ihr Vater schickte sie auf die Handelsschule. - - -
Im Urlaub auf Sylt gewann sie 1955 einen Gesangswettbewerb und wollte nun Sängerin werden. - - - Als singende Kellnerin im
Hamburger Lokal „Tabu“ wurde sie entdeckt, hatte dann Auftritte im Hamburger "Delphi-Palast" und bekam 1958 von DECCA-
Telefunken ihren ersten Plattenvertrag. - - - 7 Platten wurden produziert, gepaart mit Auftritten in Funk und Fernsehen.  - - -  Im Juni
1959 gastierte sie in Kühlungs-born und Heringsdorf und lernte 1960 dort  den Saxophon-Musiker Dieter Andreas kennen und verliebte
sich in ihn. - - - Es folgten gerichtliche Vertrags-Prozesse und konnte im November 1961 nach Ost-Berlin. - - -  Der DDR Rundfunk und
auch Amiga nahmen viele Lieder mit ihr auf. - - - Ab 1964 war sie eine feste Institution (Gastgeberinn) der TV-Hafenbar „Klock 8, achter
Strom“ - - - Mit der Wende kam das Ende der Sendung und sie lebt heute zurückgezogen in Berlin.

Song –Auswahl:Ob in Bombay, ob in Rio“ (1963-cover); „Einmal weht der Südwind wieder“ (1963-cover); „Ich frage den Wind“ (1963);
Ein Matrosenherz“ (1963); „Er gab mir eine Rose“ (1963); „Weiße Wolken wandern“ (1964); „Halt mich fest, mein Matrose“ (1964);
Mondschein im Hafen“ (1965); „Wann du wiederkommst“ (1965); „Kleine Stadt“ (1966); „Die Zeit holt niemand ein“ (1967);
Abends wirst du an mich denken“ (1968); Die Liebe kommt wie der Wind (1969); „Ein Seemann verlernt das Küssen nie“ (1975);



 

Die Jahre 1970 bis 1975

1. Frank Schöbel: Schlagerkönig der 70er Jahre
    Hits: Wie ein Stern (1971), Gold in deinen Augen  (1971),  Schreib es mir in den Sand (1971), Ich geh vom Nordpol zum Südpol
    (1973),  Mädchen du bist schön (1970), Sieh mal einer 
an, diese Kleine (1971), Als sie nichts geschehen  (1972),
   
 Ja, der Fußball ist rund wie die Welt  (1974)

2. Chris Doerk: Publikumsliebling im Bereich Schlager
    Hits: Jedes junge Mädchen wird mal geküsst (1972), Die Schranke  (1971), Frauen ziehen Männer an (1973), 
   
 Die Hängematte (1974), Links von mir rechts von mir  (1970 m. Frank Schöbel)  

3. Monika Hauff & Klaus Dieter Henkler: erfolgreichstes Duett der DDR, auch international
   Hits: Gib dem Glück eine Chance (1974), Heut ist wieder Vollmond (1972), Früh geht die Sonne auf (1971)

4. Andreas Holm: der ewige Sonnyboy, der sich selbst nicht ganz ernst nahm
    Hits: (7 x) Morgenrot - Abendrot (1974), Heute ja, morgen nein (1971), Kein Feuer brennt so heiß (1974)   

5. Aurora Lacasa: ein Leben auf Wanderschaft mit musikalischen Denkmalen
    Hits: Wenn die Wandervögel zieh'n (1974), Nimm den Zug der Sehnsucht heißt (1973,) Kommt herein (1974

Desweiteren: 

Ivica Serfesi: Maria Helena” - 1972; „Meerblaue Augen“ - 1973; „Silberne Nächte in Monte Negro“ - 1974
Nina Lizell:   Der Mann mit dem Panamahut“ - 1973; „Ein kleiner Teufel“- 1970; „Ein Zwei drei“- 1975
Peter Albert: Bis zum Horizont war alles blond“ - 1974; „Ausverkauf im Fundbüro“ - 1974
Thomas Lück:Drei Häuser von hier“ - 1970; „Wo kommt der Schnee auf dem Kilimandscharo her“- 1976;
Dagmar Frederic und Siegfried Uhlenbrock: Du hast gelacht“ - 1970; „Fang doch die Freude“ -1971

Regina Thoss: Rom - ta – rom“ - 1971;  „Wie ein Tag im April“ – 1977; „Sonntag kommt er zu mir“ - 1975
Bisser Kirow: Macht alle Türen und Fenster auf“ - 1973; „Das ist Musik für mich“ - 1973
Britt Kersten: Einmal fang ich dich ein“ - 1972; „Männer müssen Männer sein“ - 1972     

Hans Jürgen Beyer: Tag für Tag“ - 1974; „Diese Lied zieht mit mir“ - 1975
Michael Hansen: Wer hat sie gesehen“ - 1971;  „Ich laß mir meine Liebe nicht nehmen“ - 1973 

Ljubka Dimitrovska: Wenn Musik erklingt“- 1974; „Cibu-Ciba“ – 1970;  „Es gibt keine Liebe mehr“ - 1979

Interpreten mit einem Hit: 

Vari Zwillinge „Zwilling sein ist schwer“- 1971  // Ilka Lux „Ich will dich für mich allein“ – 1971 //
Sonja Schmidt Ein himmelblauer Trabant“ – 1971 //  Jirgi Korn  Yvetta“ – 1972  //
Aurora Lacasa & Thomas Lück  („Das kann nur Liebe sein“ - 1972)

Anmerkung: Mit der osteuropäischen Rockmusik bereicherten auch Schlagerinterpreten aus dem sozialistischen Ausland die Szene.
Insgesamt erlebte der DDR-Schlager seinen Höhe-punkt und im Radio waren auch Künstler aus kapitalistischen Staaten zu hören.
Neben Nina Lizell (SWE), waren Mireille Mathieu (FRA) und nun auch Karel Gott (CSR) häufig im Rundfunk zu hören oder
traten in TV-Sendungen auf. Über die Kulturfunktionäre wurden
der politische engagierte Dean Reed (USA), der Rock’n Roller Josef
Laufer (CSR) und die Entertainerin Helena Vondrackova (CSR) über die Medien als Stars angepriesen, was allerdings nur bedingt gelang.

Biografisches

Monika Hauff & Klaus Dieter Henkler
Monika Hauff ist am 17. 04. 1944 in Werningerode // Klaus Dieter Henkler ist am 19. 01. 1944 in Seenenau geboren Singegruppe
Story: Klaus erlernte das Akkordeon, Gitarre und Klavier spielen und war 1968 Mitbegründer einer Singegruppe in  Magdeburg und
hatten mit „Die Erde soll blühen“ einen Hit - - - Ebenfalls 1968 lernte er Monika kennen, die
beschlossen fortan gemeinsam zu singen
- - - Monika war medizinisch-technische Assistentin (MTA) und sang
nebenher bei verschiedenen Gruppen - - - 1967 nahm sie am
Schlagerfestival der Ostseeländer und belegte den
ersten Platz („Du glaubst mir nicht“) - - - mit dem Lied „Tausend Fragen“ (1968)
starteten sie Duett und wurden in kürzester Zeit zum beliebtesten Duett der DDR - - - Sie nahmen an verschiedenen Gesangswett-
bewerben teil und hatten diverse internationale Auftritte (u.a. in der TV Sendung „BIOs Bahnhof“ - 1978) - - - ihr Repertoire erstreckt
sich über Chansons, Folklore, Country und Pop - - - ihre größte Popularität erlangten sie in der DDR mit ihren Stimmungsschlagern - - -
sie sind heute noch aktiv und konnten bis heute 20 Millionen Tonträger verkaufen.    
 LP-Auswahl:  H & H  (1974),  Guten Tag, mein Freund (1977),  Kein schöner Land (1982),  Das war ein Meisterschuss (1988), 
Mit einem Rucksack voller Musik (1993),  Ein kleines Lied (2002),  Als ich dich heute wieder sah - Unsere schönsten Lieder (2005) 

 

Andreas Holm       * 22. 10. 1942 in Berlin, als Hans Joachim Hirschler

Er sang im Knabenchor der Deutschen Staatsoper und wurde beruflich Friseur - - - er sang nebenher bei  verschieden Gruppen mit und
nahm an Talentwettbewerbe teil, ehe er an der Musikschule Friedrichshain seine
Ausbildung machte  - - - 1965 durfte er beim Berliner
Rundfink vorsingen und startete mit dem Lied „Mein
Herz ist ein Kompass der Liebe“ - - - nach ersten Erfolgen in den 60er Jahren,
wurde er besonders in den 70er Jahren bekannt - - - nach dem Tiefpunkt mit dem Ende der DDR, arbeitete er ab 1997 intensiv mit
Thomas Lück zusammen - - - neben gemeinsamen Auftritten (für den MDR), produzieren sie hin und wieder eine CD. 

Hit-Auswahl:  Nur ein Kuss genügt (1967); Bin schon vergeben (1968); Ich geb´ ein Fest  (1969);  Heute ja, morgen nein (1971);
Wenn sie lacht (1973);  (7x) Morgenrot-Abendrot (1974);  Nie war ein Tag so schön (1975); Varadero (1976); Concita Fererez (1979)
 

LP: Andreas Holm (1975), Non Stop (1980),  Die großen Erfolge (2007)

 

Aurora Lacasa    * 24. 03. 1947 in Paris

Die Tochter spanischer Journalisten mussten vor der Franco-Diktatur fliehen - - - von Paris gingen sie nach Ungarn und flohen auch
von dort, aufgrund der Unruhen von 1956 - - - in der neuen Heimat DDR schloss sich Aurora 1968 der Singebewegung (Oktoberklub)
an - - - die Jugendsendung Basar vermittelte ihr eine Gesangs-ausbildung in Berlin (1970) - - - kurz darauf nahm Amiga die ersten Songs
mit ihr auf - - - „Nimm den Zug der Sehnsucht heißt“(1973) und „Wenn die Wandervögel ziehn“ (1974) wurden zu Evergreens, einer
Mischung aus Pop und Schlager - - - Sie wurde auch international ein gefragter Star durch ihr reiches Repertoire an Liedern
- - -
Privat war sie zuerst mit Thomas Lück zusammen, heiratete später Frank Schöbel - - - Sie hatte enormen Anteil am Erfolg an der Sendung
und Platte „Weihnachten in Familie“ - - - sie trennte sich schließlich auch
von Frank Schöbel und kehrte aus familiären Gründen bis 2006
zurück nach Spanien - - - heute versteht sie
sich als bildende Künstlerin (Malerei) und tritt gelegentlich als Chansonsängerin auf.

Weitere Songhits:  Immer wieder diese Liebe (1971); Das kann nur Liebe sein (1972 m. Thomas Lück); Guten Abend, hier bin ich (1973
m. Thomas Lück);
Hier, wo das Meer zu Ende ist (1974); Lasst mich fahren (1975); Kommt herein (1976); Der erste, der kommt (1976);
Geh so, wie du kamst (1979); Zu Haus ist da, wo dein Herz ist (1979)

LP:   Aurora Lacasa (1976),  Zu Haus ist, wo mein Herz ist (1979), Weihnachten in Familie (1985),
Nimm den Zug der Sehnsucht heißt (2011)

 



 

Die Jahre 1975 bis 1979

1. Frank Schöbel: Weiterhin Schlagerstar Nr. 1
    Hits:  Komm wir malen eine Sonne (1975),  C'est la vie, so ist  das Leben (1975),  Alles im Eimer - Christina Marie (1977),
    Oh Lady  (1977),  Zwei schöne Jahre (1978), Kristina (1979)             

2. Hauff & Henkler: Erfolgreichstes Duo in der DDR
    Hits: Keine Bange wir holen eine Zange (1975), Das war ein Meisterschuss (1977), Wenn eines Tages dein Prinz kommt (1979),
    Mit Pauken und Trompeten (1977)

3. Monika Herz: Fernsehliebling mit gefühlvollen Liedern, die Schlagerprinzessin der Herzen
    Hits: Kleiner Vogel (1977), Charlie ade  (1978), Ich wünsch mir Rosen im Schnee (1976), Mingo  (1978)     

4. Muck: von der „Kleinen Linda“ zum „Damals war’s“ Moderator, der immer bodenständig blieb
    Hits: He, kleine Linda (1976), Schokolade (1976),  Baby warte (1978), Oh Lilli (1977)   

 5. Andreas Holm: beliebter Sänger, mit Hang zum Partylied 
    Hits: Varadero (1976), Wo bist du (1975), Dingeling (1979), Concita Fererez (1979)     

Desweiteren:  

Sandra Mo & J. Gregor:Hätt' ich noch mal die Wahl“ - 1976; „Komm mit auf die Reise“ - 1978
Roland Neudert:  „Guten Tag schönes Kind“ - 1976; „Kleine Insel ich komm wieder“ - 1979
Jürgen Walter:  „Schallali schallala - es tut nicht mehr weh“ - 1976; „War mir doch…egal“ - 1978

Regina Thoß:   „Die Liebe ist ein Haus“ - 1976; „Ich bin auf dem Weg zu dir“ - 1978
Nina LizellLass mich bitte nicht warten“ - 1975; „Ich kann dir nur Liebe geben“ - 1976

Hans Jürgen Beyer:  Hab ich das alles nur geträumt“ - 1975; „Vier …Mädchen im Haferstroh“ - 1977
Thomas Lück:Caramaba Caroline“ - 1977 „Komm auf meine Hazienda“ -1979
Angelika Mann: „Ich wünsch mir ein Baby“ – 1975; „Sieben Zwerge“ - 1976; „Champuslied“ - 1977;

Interpreten mit einem Hit:   
Gerd Christian:  Sag ihr auch“ – 1979  // Evelin: Oh Henry N.“ – 1978  //  Klari Katona: „Mein Onkel Janos“- 1975 //
Gojko Mitic: „Löscht das Feuer“ – 1977 // Norbert Gebhardt: Es war gerade Maskenball“ – 1979

Anmerkung: Zunehmend etablierte sich die nationale Popmusik in der Schlagerszene. Besonders die Gruppe Karat und Puhdys wurden
zu Dauergästen von TV und Radio-sendungen. Speziell die Grenzfälle Gaby Rückert, Veronika Fischer und Angelika Mann inspirierten
die Schlagerszene zu modernen Rhythmen. 

Biografisches

Monika Herz      * 05. 12. 1951 in Letschin (Brandenburg), eigentlich Monika Schmidt

Als Gebrauchsgrafikerin wurde sie Mitglied des betrieblichen Volkskunstensemble im Eisenhüttenkombinat (Eisenhüttenstadt) - - -
Sie erhielt eine Gesangsausbildung und nahm 1970 an der TV-Sendung Herzklopfen kostenlos (Talentsuche) teil, worauf sie 1971
zu Rundfunkaufnahmen eingeladen wurde - - - 1973 produzierte
Amiga ihre erste Single, „Zärtlich sollst du bleiben“ - - -
da zu der Zeit eine andere Monika Schmidt bekannt
wurde, nannte sie sich nun M.Herz  - - - Obwohl sie zahlreiche TV-Auftritte hatte,
dauerte es noch bis 1977,
als sie mit „Kleiner Vogel“ ihren ersten großen Schlagerhit hatte - - -  Mit „Charlie ade“ (1978) folgte ein
weiterer großer Hit, der sie zum Publikumsliebling machte, durch ihre bescheidene und ehrlich wirkende Art - - - 1989 zog sie sich aus
privaten Gründen zurück und Aufgrund der Wende, war Musik aus der DDR nicht mehr gefragt und erst recht nicht Schlager - - -
 2002 entschloss sie sich zu einem Auftritt mit ihrem Sohn und
Aufgrund der Begeisterung ihr gegenüber, wagte sie gelegentliche Auftritte.

Weitere Hits: Wir seh´n uns in Berlin (1973); Alle sind Geburtstagskinder (1974); Feuer in der Nacht (1976); Ich wünsch´ mir Rosen im
Schnee
(1976); Das Meer singt sein Lied (1977); Mingo (1978); He, du mit deiner Gitarre (1979); Carnavalito (1979)

LP: Melodie Poesie (1976),  Bitte tanz mit mir (1978), Mit den besten Wünschen (1979), Für meine Seele (2007 m. Sohn David),    
Meine größten Erfolge (2008) 

MUCK    *19. 02. 1948 in Dresden und heißt eigentlich Hartmut Schulze Gerlach

Muck ist in Dresden geboren und in Radebeul aufgewachsen, er war Betonbauer, Kraftfahrer, Winzer und  jobbte als Briefträger - - -
er war für viele Bands tätig und kam so zur Peter Baptist Combo tätig, wo sein Gesangstalent entdeckt wurde - - - 1973 wurde er Mitglied
beim Gerd Michaelis Chor und trat solistisch unter seinen Spitznamen (Muck) in Erscheinung - - - das humorige Lied „Isabell“ (1974)
wurde überraschend zum
Schlagerhit, worauf er nun eine Solokarriere anstrebte - - - da Gerd Michaelis den Chor 1976 verlies, übernahm 
Muck den Chor (Cantus-Chor) - - - als er mit „He, kleine Linda“ (1976) den Schlager des Jahres sang, widmete er sich allein seiner Karriere
- - - neben seinem einzigartigen Gesang, mit enormen stimmlichen Umfang, wollte
er auch den Freiraum für das Komponieren haben - - -
nachdem sein Erfolg langsam abebbte, übernahm er
1981 Nachwuchs-TV-Sendung Sprungbrett als Moderator, bis zur Wende - - - danach
versuchte er erfolglos als Thommy Raiker ein Comeback - - - ab 1993 moderierte er die MDR Sendung „Damals war’s“ mit enormen Erfolg
bis heute ⇒ Sender wie RTL und SAT1 kopierten das Konzept der Sendung und machten daraus ihre Oldie Showsendungen (kurzzeitiger
Erfolg mit gigantischen Einschaltquoten).

Weitere Hits:  Oh, Lilli (1976); Schokolade (1976); Tini, verzeih mir doch (1977); Baby, warte (1977); July (1978); Bruder Tom (1979);
Chin-Chin, Julia (1980); Wandern wir mal (1982)

LP:   Muck (1977),   Muck 2 (1979),   Episoden (1982),  Eine Sekunde der Ewigkeit (1986), Hey, kleine Linda (2000 m. Linda Feller)

 

Thomas Lück      * 14.02. 1943 in Dranske (auf Rügen), eigentlich Frieder Lück

Nachdem seine Familie nach Berlin zog, wurde er dort Elektromechaniker - - - mit 18 Jahren wurde er Sänger Manfred-Lindenberg-
Sextett - - - während seiner Armeezeit gründete er eine Band und der Rundfunk wurde auf ihn aufmerksam - - - - 1965 sang er den Titel
Nimm den Nachtzug“ ein und sang 1966 im Fernsehen das Lied
Hallo, Fräulein Sonnenschein“ - - -  fortan erreichte er mit humorvollen
Titeln vordere Platzierungen in den Schlagerhitparaden - - -  zwischenzeitlich war er als Darsteller in Filmen und als Moderator zusehen - - -

Ab 1969 hatte er einige große Hits und war oft Gast in TV-Sendungen - - - in privater Hinsicht lief es nicht so erfolgreich,  er war mit
Petra Kusch-Lück verheiratet, ihr folgte 1970 Aurora Lacasa, war dann 1975 mit Nina Hagen liiert, hat 1999 letztmalig geheiratet und lebt
inzwischen auch von ihr getrennt - - - wesentlich erfolgreicher verlief seine musikalische Laufbahn, insbesondere durch die Freundschaft
zu Andreas Holm - - - in den
80er Jahren versuchte er dem NDW-Trend zu folgen - - - mit der Wende setzte seine musikalische Talfahrt
ein 
- - - mit der Ostalgie wagte er mit Andreas Holm einen Neuanfang, beide treten bis heute erfolgreich, vor einem kleineren Publikum
auf und sind häufiger im MDR präsent.

Weitere Hits: Das war im Jahr 1199 (1968); Lass doch bloß den Schlankheitstee (1969); Lauter dufte Puppen (1969);
Drei Häuser von  hier (1970); Immer wenn der Hahn kräht (1970); Heute so, morgen so (1971); Kunigunde (1975); Wo kommt der Schnee
auf den Kilimandscharo her
(1975); Caramba, Caroline (1977); Komm auf meine Hazienda (1979); Kurschatten (1983)



 

Die Jahre 1980 bis 1989

1. Monika Hauff & Klaus Dieter Henkler: Top-Duo der DDR
    Hits:  Abends in der City (1981), Kleine Leute, kleine Leute (1982), Paule pack den Pinsel aus (1983), Sommernacht und roter Wein
    (1984), 
Taverne (1985)

2. Helga Hahnemann: der vielseitige Publikumsliebling in der DDR
    Hits: Jetzt kommt dein Süßer (1983), Wo is mein Jeld nur jeblieben  (1986), 100 mal Berlin (1987), Berlin - du bist die größte
    Quasselstrippe (1984), 
Keine Liebe mehr (1989)                                                               

3. Frank Schöbel: immer noch ein Schlagerstar in der DDR
    Hits: Mit mir könn’ses ja machen (1982), Man kann sich dran gewöhnen (1981), Wir brauchen keine Lügen mehr (1989), 
    Wenn ein Stern verlischt (1984), Die Fans sind eine Macht (1987)

4. Olaf Berger: Newcomer, der auch nach der Wende erfolgreich blieb
    Hits: Es brennt wie Feuer (1986), Es kommt so oder so (1987), Verzeih mir meine Tränen (1988),  Regen fiel ins Paradies (1986),
    Unsterblich sein (1986),  Gefangen von Gefühlen (1987)

5. Inka: Die Tochter des Starkomponisten wurde nach der Wende erfolgreiche Moderatorin (RTL)
    Hits:  Spielverderber (1985), Ist das Liebe (1985), Eine Lady sein (1987)

6. Ina Maria Federowski: Sängerin die sich mehr zur volkstümlichen Musik orientierte
    Hits: Gegensätze zieh'n sich an (1981), Man lernt nie aus (1980), April, April (1984)

7. Jörg Hindemith: Kurzes Rock’n’Roll – Sternchen, das schnell verblaste
    Hits: Bitte, bitte Hanni (1983), Heut kommt Marie zurück (1984), Blonder Stern (1983) 

Weitere Interpreten mit ihrem größten Hit in den 80er Jahren:  

Muck:  „Wandern wir mal“ – 1982  //    Maja-Catrin Fritsche:Doch da sprach das Mädchen“ – 1981
Thomas Lück:  Kurschatten“ – 1983  //   Andreas Holm: Wochenendsong“ – 1981 
Wolfgang Ziegler
 „Verdammt“ – 1988  //   Ekkehard Göpelt:  Wenn du nicht weiter weißt“- 1988
Roland Neudert: Hallo Rosalie“ – 1983  //  Ivica Serfesi: „In meinen Armen liegst du richtig“ – 1980 
Monika Herz: „Die Rose aus Glas“ – 1984  //   Regina Thoß:  Bitte geh nicht fort“ – 1986  
Jürgen Walter: „Träume“ – 1986 //   Lippi -Wolfgang Lippert: „Erna kommt“ – 1983 
Gerd Christain: Das eigene Gesicht“ – 1981 // 
Beppo Küster:  „Absolute Stille“ – 1985 
Achim Mentzel: Gott sei dank ist sie schlank“ – 1980 //  Ines Paulke: Himmelblau“ - 1988

Interpreten mit einem Hit:

Jürgen Hart:  Sing mei’ Sachse sing“ – 1980  // Regine Doberschütz:  Solo Sunny” – 1980 
de Plattföot: „Disco up'n Dörp” – 1982  // Tina:  Urlaub auf dem Meeresgrund“ – 1983
Dagmar Frederic:  Ein schneeweißes Boot“ – 1988  // Arnold Fritsch: Verlierer“ - 1989

Anmerkung: Der Einfluss der Popmusik, brachte den herkömmlichen Schlager zum Erlahmen. Selbst die Erfolgsverwöhnten Stars wie
Frank Schöbel und das Duo Hauff & Henkler konnten musikalisch kaum noch überzeugen. Dafür gab es viele neue Gesichter,
mit
frischem modernen Sound, die allerdings nur kurzzeitig von sich reden machten (Hindemith, Federowski, Inka, Berger, Ziegler).

Der Schlager wurde zu einer Randerscheinung und die volkstümliche Musik dominierte. Passend dazu erklärt sich der Erfolg von
Helga Hahnemann, die im marktschreierischen
Stil einer Claire Waldoff (um 1910) ihre Gassenhauer im Berliner Dialekt witzig herüber
brachte und textlich originell das ungeschminkte Leben schilderte.

Biografisches

Helga Hahnemann      * 08. 09. 1937 in Berlin //  20. 11. 1991

Sie war ein Multitalent (Entertainerin, Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin) - - - 1956 bis 1959 besuchte sie die Schauspielschule
Berlin, trat 1959 im Kabarett der Leipziger Pfeffermühle auf und war ab 1961 für das Fernsehen aktiv - - - Ende 1970 erhielt sie im
Berliner Rundfunk eine eigene Sendung, mit Humor und im Berliner Dialekt wurde „Helgas Top(p)-Musike“ eine der beliebtesten
Radiosendungen - - - sie wirkte in zahlreichen Komödien mit und wurde besonders bekannt, als Erna Mischke im TV-Serienschwank
„Maxe Baumann“ - - - erstmalig moderierte sie 1979 die TV-Show „Ein Kessel Buntes“, sie gab der Sendung einen humorvollen
unverkrampften Stil, was das Publikum begeisterte - - - weitere Moderationen folgten und in den 80er Jahren machte sie humorvoll als
Sängerin auf sich aufmerksam - - - 1991 starb der mehrfache Publikums-liebling der DDR an Lungenkrebs - - - sie wurde liebevoll
„Henne“ genannt und ihr zu Ehren schufen die Zeitschrift Super-Illu und der MDR den jährlichen Publikumspreis Goldene Henne, d
er erstmalig 1995 vergeben wurde und bis heute vergeben wird.

Schlager-Hits: Dicke da (1984); Berlin (größte Quasselstrippe uff de Welt -1984); Een kleenet Menschenkind (1984);
Jetzt kommt dein Süßer (1984); Wo is mein Jeld (1986); 100-mal Berlin (1986); Big Helga (1989);
Es gibt keine Liebe mehr (1990);
LP:  Jetzt kommt die Süße (1983),  Helga - dicke da (1986),  Big Helga (1989)     

 

Olaf Berger     *24. 12. 1963 in Dresden

Der gelernte KFZ-Mechaniker spielte eine Zeit lang in der Band seines Vater - - - bei einem Nachwuchswettbewerb wurde er Preisträger,
worauf seine Solokarriere begann - - - die Debütsingle „Es brennt wie Feuer“ wurde 1986 sofort ein Hit und darüber hinaus wurde er von
der Fernsehzeitschrift „FF-Dabei“ zum beliebtesten Sänger gekürt - - - der Erfolg hielt bis zur Wendezeit an, nach einer kurzen Durststrecke
nahm sich Jack White seiner an und setzte seine Karriere 1993 fort - - - er gehört heute zu den namhaften Größen im Schlagerbereich.

Auswahl –Hits: Es brennt wie Feuer (1986); Es kommt so oder so (1987); Verzeih mir meine Tränen (1987);  Insel der Zärtlichkeit (1988)
LPs-DDR: Es brennt wie Feuer (1985), Lebenslänglich du (1987)

 

Inka (Bause)        *21. 11. 1968 in Leipzig

Sie ist eine Tochter des Erfolgskomponisten Arndt Bause - - - in den 70er Jahren wohnte sie mit ihren Eltern in Berlin, besuchte dort die
Musikschule in Friedrichshain, spielte Geige und nahm ab 1983 Klavier- und Gesangsunterricht - - - mit der Debütsingle „Spielverderber
landete sie 1984 sofort einen Super-Hit - - -
trotz nachlassendem Erfolg erschien 1987 ihr Album „Inka“ - - - als zweites Standbein gedacht,
wurde sie zur Moderatorin aufgebaut - - - nach der Wende waren ihre musikalischen Erfolge durchwachsen und eigentlich
nur im
Sendegebiet des MDR noch sehr populär - - - beliebter war sie mit ihrem Charme als Moderatorin - - - seit 2005 wurde sie zur
Starmoderatorin beim RTL TV-Format und Quotenhit „Bauer sucht Frau“.

Ihre Hits:  Spielverderber (1987); Ist das Liebe (1987); Eine Lady sein (1987); Tränen (1988)

 

Anmerkung!!!  
Die Seite basiert auf den Stand von 2012 und für den biografischen Teil waren folgende  Internet-Seiten besonders hilfreich:

www.ddr-tanzmusik.de           www.Liedderzeit.de        www.wikipedia.de