6.3. Die negride Menschenrasse

Die Negride Menschenrasse / spezifische Art

(Bilder stammen aus dem "Brockhaus-Lexikon 1911" und ist auf der Quelle: http://www.zeno.org unter "Menschenrassen" zu finden)

Menschenrassen. I. 1. Australierin. 2. Australierin. 3. Papua. 4. Frau vom Bismarckarchipel. 5. Buschmannweib. 6. Akka. 7. Niam-Niam. 8. Herero. 9. Bantu-Zulu. 10. Madagassin. Sansibar-Zulu 11. Togonegerin. 12. Sudannegerin. 13. Feuerländerin. 14. Karayá. 15. Araukanerin. 16. Maori. 17. Samoanerin. 18. Dajak. 19. Batak. 20. Javanin.

Zentrales Herkunftsgebiet   Ost- und Südafrika
Älteste Frühmenschenfunde
Name Alter Fundort
Homo egaster   (o. H. erectus )
archaischer Homo sapiens    
archaischer Homo sapiens       
Homo sapiens  
archaischer Homo sapiens   

Homo sapien   
600.000 Jahre
300.000 bis 150.000 Jahre
190.000 Jahre

125.000 Jahre
120.000 Jahre

  40.000 Jahre 
Äthiopien
Sambia 
Äthiopien
Südafrika
Tansania
Australien

Expansion:
!!!  langsame Verbreitung nach Norden bis Mitte Sudan und einer möglichen westlichen Wanderung über die damaligen Savannen
      entlang des heutigen Südens der Sahara

!!!  zur dominierenden Frühmenschenart Afrikas wurde der Homo sapiens, dessen zentraler Kern Südafrika wurde und die
      Übervölkerung zu zwei Hauptsiedlungswellen führte

1. Welle, vor etwa 100.00 Jahren: Besiedlung der Westküste bis zum heutigen Senegal
2. Welle, vor etwa 60.000 Jahren: Auswanderung über die Antarktika nach Australien
3. langsames besiedeln des Dschungels im zentralen Süden Afrikas

 

 

 

 

 

 

Afrikanische Savanne Tarangire NP

Prägende Grundbedingungen

  • Ursprünglicher Lebensraum Savanne (Ostafrika)
  • Variierender Pflanzenwuchs zwischen Trockenzeit und Regenzeit; im Winter dominierten weite Graslandschaften und der Frühling sorgte für ein artenreichen Pflanzenwuchs, die Sommerphasen waren lebensbedrohlich, Pflanzen vertrockneten und flache Gewässer trockneten aus; trotz der Dürrezeit blieb die Savanne ein Paradies für Pflanzen
  • Wegen des üppigen Pflanzenwuchses gab es in den Gebieten eine reiche Tierwelt; es dominierten Huftiere (Antilopen, Zebras, Elefanten, Ziegen, Schweine) und Raubtiere (Löwen, Schakale, Hyänen), dazu zahlreiche Vögel (Straus, Marabu, Schwalbe, Geier, Adler) und in stabile Gewässer Krokodile und Flusspferde; natürlich gab es auch Fische, zahlreiche Insekten, Spinne, Würmer, Schlangen und ähnliches
  • Für bestimmte Affenarten war die Savanne ein idealer Lebensraum, somit bot sich auch den Hominiden ein reichgedeckter Tisch

Grundsätzliche Folge

  • Wegen der Vielzahl gefährlicher Tiere benötigten die Hominiden schnellstens Hilfsmittel zur Verteidigung und das Bilden größere Gemeinschaften wurden überlebenswichtig
  • Gemeinschaften waren lange Zeit auf Sippengröße begrenzt, da mit einem erhöhten Nahrungsbedarf zusätzliche Probleme verbunden waren ⇒ grundlegend war es wichtig sich gegen Raubtiere zu wehren und größeres Wild jagen zu können
  • Durch die Trockenzeit verringerten sich die Nahrungsressourcen, wodurch andere Sippenaus existenziellen Gründen zu Feinde wurden (Nahrungskonkurrenten)

Steinzeitliche Kultur

  • Die Natur zwang menschliche Wesen zum Verwenden von Hilfsmitteln (Werkzeuge, Waffen) und das Gründen von Gemeinschaften (Sippe); aus dem Grunde entwickelten die Negriden sehr schnell eine steinzeitliche Kultur (vor 2,5 Mio. Jahren); da es in der ebenen Savanne kaum Höhlen gab, mussten sich die Frühmenschen im offenen Gelände ansiedeln, dass zusätzlich das Überlebensdenken anregte
  • Wirksamere Waffen, bessere Werkzeuge und das Entdecken neuer Möglichkeiten (wie dem Feuer) begrenzten die natürlichen Gefahren; eine stabile Gemeinschaft konnte sich nun vergrößern und das Lebensniveau erweitern (größeres Jagdrevier, Ausbauen der Siedlung, Kleintierhaltung, Haltbarkeitstechniken und anderes); als Stamm stand nicht mehr das existenzielle Überleben im Vordergrund, sondern das Gemeinschaftsleben
  • Das Streben nach Macht gründete die Volksgemeinschaft, da eine Herscherclique für sich einen höheren Wohlstand anstrebte (gründen von Versorgungssiedlungen, Handel mit anderen Stämmen, kriegerische Überfälle auf der Basis egoistischen Strebens)
  • Eine Weiterentwicklung zur Hochkultur war nicht möglich, da der Savanne die entsprechende Voraussetzungen fehlten eine große Menschenmenge (Stadt) zu ernähren:

Viehzucht: Es waren keine dauerhaft entsprechenden Weideflächen für die Herdenviehzucht vorhanden, zudem gab es zu viele Raubtiere und zu wenige Huftiere eigneten sich für eine Herde; lediglich die Kleintierhaltung war möglich, da man in der Siedlungsnähe die Tiere besser kontrollieren und beschützen konnte; dennoch gab es Nomaden die mit Kleinherden durch die Lande zogen. 
Ackerbau: Lange Trockenphasen minimierten den Ertrag von Getreide und ließen keine großflächige Felderwirtschaft zu; ein Roden von Bäumen und Buschwerk hätte den Erdboden zusätlich ausgetrocknet und in eine Wüste verwandelt, außerdem konnten große Flächen nicht vor der Vielzahl von Pflanzenfressern beschützt werden; daher war Ackerbau (kleine Flächen) ebenfalls nur im geschützten Umfeld von Siedlungen möglich.

Fazit:

  1. Entwicklungsstillstand aufgrund fehlender und fördernder Impulse, deshalb konnten nur kleine Reiche entstehen, dessen Hauptstadt einen ländlichen Charakter beibehielt. Die Größe eines Reiches war abhängig von der Anzahl der tributpflichtigen Siedlungen bzw. den Einflusssphären einer entsprechenden Machtstruktur. In der Regel herrschten kleine Stammesareale vor.
  2. Modernere Techniken (Waffen, Werkzeuge) erlaubten das Besiedeln anderer Klimazonen. Wurde bislang der unübersichtliche Dschungel wegen der hohen Lebensgefahr gemieden, so machten beispielsweise hohe Schutzzäune die Dörfer sicherer. Mit besseren Waffen gerüstet standen die Chancen gut, sich gegen Raubkatzen, Gorillas und Schlangen wehren zu können. Überhaupt lockte der Urwald mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot ohne Dürrezeiten, dafür blieb der Lebensraum Urwald stets gefährlich
  3. Über den Handel mit anderen Stämmen konnte sich die herrschende Schicht einen höheren Luxus erzwingen und sich beispielsweise ein Steinhaus bauen, bunte Keramik und glitzernden Schmuck anfertigen lassen.
  4. Kämpfe zwischen verfeindeten Stämmen hatten meistens existenzielle Hintergründe, hinzu kam das autonome Bestreben, der bis dahin abhängigen Dörfer oder feindliche Angriffe (Übernahme), wodurch die Versorgung der Hauptstadt bedroht war. Seltener spielten hier egoistische Machtinteressen der Herrscher eine Rolle, eher hetzten die Schamanen den Anführer eines Stammes gegen einen anderen auf (Anlass, in der Regel ein Götterstreit).
  5. Kriege wurden selten offen geführt, wegen der geringen Bevölkerungszahl von Stämmen. Kam es jedoch zur Schlacht, standen sich oft weniger als hundert Krieger gegenüber. Im Normalfall wurden feindliche Dörfer überfallen, um der gegnerischen Hauptsiedlung eine lebenswichtige Quellen zu nehmen. Deren Bewohner wurden meisten massakriert oder versklavt und das Dorf selbst wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Primäre Grundanlagen der Negriden

1. Natürlichkeit: Da eine höhere kulturelle Qualität nicht möglich war, blieben sie mit ihrem natürlichen Umfeld auf einer Ebene. Sie mussten sich mit der Natur arrangieren, da sie ihr ausgeliefert waren (Raubtiere, Krankheiten) und so strebte ihre steinzeitliche Lebensart eine Verschmelzung mit der Natur an. Sie begriffen sich daher als Teil der Schöpfung und lebten mit ihr im Einklang. Und ein Verstehen ihres Umfeldes verlieh ihnen besondere Fähigkeiten und Begabungen.
2. Naturlesen: Sie lernten es auf kleinste Details zu achten, die ihnen wertvolle meist überlebenswichtige Informationen gaben. Sie konnten an der Art der Wolken erkennen, ob sich ein Unwetter näherte oder an flüchtendem Wild ablesen, ob ein Tier von einem Löwen verfolgt wurde oder ein massives Erdbeben drohte? Sie kannten die Eigenarten der Tiere und machten es sich zunutze, fanden durch sie Wasserquellen in trockenen Gegenden oder wussten, wie man wilde Tiere besänftigen konnte. Aus der genauen Beobachtung des natürlichen Umfeldes lernten sie, die Geheimnisse der Natur für sich zu nutzen.
3. Psychische Kräfte: Das gefährliche Umfeld nährte einen extremen Götterglauben der Blutopfer forderten, damit ihre Handlager (Dämonen) sie verschonten. In ihrer Rolle als Mittler entdeckten die Schamanen Fähigkeiten mit einer besonderen Wirkung. Sie experimentierten mit Pflanzen und konnten Krankheiten heilen. Sie verfügten aber auch über unerklärliche magische Kräfte. Am bekanntesten ist hierbei der Voodoo-Kult, der aus Westafrika stammt, und über den Sklavenhandel in die Karibik kam, wo er heute seine bekannteste Form erlangte. Voodoo versteht sich als Religion, die über die Götter mit Toten reden bzw. Verstorbene wiederbeleben können. Ferner kann mit einer gesegneten Voodoo-Puppe geistig kranke Menschen geheilt werden, nicht aber eine Kontrolle über eine Person ausüben. Entgegen der publizierten Hollywood Fantasie, soll neben dem Heilungseffekt das Austreiben böser Energien möglich sein. Ein Dämon konnte hierbei aus dem menschlichen Körper verjagt werden, der von einer Person besitz ergriffen hatte und sich in Form von untypischen Verwirrtheits- oder Affektzuständen zeigte.
4. Glaubenswelt: Jeder Stamm hatte seine spezifischen Naturgottheiten, die sich in der Art untereinander ähnelten und deren Anzahl unterschiedlich war. Da Negride weniger Opfer von Naturgewalten (Erdbeben, Vulkane) wurden, lebten ihre angebeteten Gottheiten eher im nahen Umfeld. Mit ihrer Kenntnis von der Natur ließen sich alle Bedrohungen und Ereignisse des Tages erklären und demzufolge gab es für sie keine himmlischen Götter. Ihre primäre Angst galt der unberechenbaren Nacht. In der Dunkelheit trieben die Dämonen ihr Unwesen, die von unsichtbaren Göttern geschickt wurden, die in der Erde lebten. In ihren Vorstellungen erlaubten ihnen die Naturgottheiten unter bestimmten Voraussetzungen in einem Gebiet zu Leben. Der Schamane interpretierte dabei den Willen oder Unwillen der Götter. Auf jeden Fall sollten Opfergaben die Gottheiten milde stimmen, damit kein Fluch das Lager gefährdete (Krankheiten, Seuchen, Missernten, Viehsterben oder fehlendes Jagdglück, aber auch ausbleibender Regen).
5. Menschenwert: Der niedrige Lebensstandard, Krankheiten, eine bedrohliche Wildnis und die häufigen Stammeskämpfe behinderten ein Anwachsen der Bevölkerung. Obwohl ein Menschenleben einen hohen Stellenwert genießen müsste, sind religiöse oder existenzielle Notwendigkeiten übergeordnet. Wenn die Götter ein Menschenopfer forderten, so hat es für den Geopferten eine Ehre zu sein, für den Erhalt der Gemeinschaft zu sterben. Das sichern der Gemeinschaft hatte absoluten Vorrang vor dem Schicksal des Einzelnen. Aus diesem Grunde mussten auch Nahrungskonkurrenten getötet werden. Nur wenn ein akzeptables Leben möglich war, konnten fremde Stämme geduldet und mit ihnen gehandelt werden. Andererseits ließen sich ganze Stämme unterjochen, wenn eine fremde Macht ihnen ein lebenswertes Leben zubilligte. Bei den bescheidenen Ansprüchen entwickelte sich kein starres Herrschersystem, so das diese austauschbar war. Aufgrund dessen hatten die späteren europäischen Kolonialmächte ein leichtes Spiel. Bei einigen Stämmen stieg mit den Europäern sogar der Lebensstandard, trotzdem sich die Negriden versklavten.
6. Familienbande: Eine naturbedingte Genügsamkeit prägt umso stärker eine familiäre Bindung. Die Gemeinschaften mit festen Regeln (Hierarchie) schufen nicht nur eine geborgene Atmosphäre, sondern sie waren und sind zugleich Impuls und Triebkraft des Lebens. Die kleinste Zelle ist die Großfamilie, mit Großeltern, deren erwachsene Kinder (mit Ehepartner) und deren Kinder. Sie wohnen entweder in einem Haus oder nahe beieinander. Zum näheren Umfeld gehören die direkten Verwandten und die Herkunftsfamilie des Ehepartners. Das erweiterte Umfeld schließt alle verwandtschaftlichen Linien ein. Das heißt zu einer Sippe bzw. Clan gehören meistens mehr als 100 Personen. Zwischen den drei Verwandtschaftstufen besteht eine enge Bindung, in der auch ein Ältestenrat über grundsätzliche Dinge entscheidet. Auf der Ebene wird auch die Akzeptanz einer übergeordneten Macht geregelt. Jeder Stammesherrscher ist daher gut beraten den Vorsitzenden eines Familienclans im Regierungssenat einzubinden. In den heutigen Städtegemeinschaften wird eine zentralistische Gewalt nach europäischem Muster aufgebaut und ignoriert daher die anderen Sippen. Dadurch werden immer wieder akute Probleme erzeugt. Zum einen bevorzugt der Bürgermeister zwangsläufig seinen Familienclan und zum anderen schotten sich die anderen Sippen mit einem eigenen Herrschaftsbereich ab und kontrollieren ganze Stadtteile. Im Prinzip zersplittert die Stadt in kleine Machtparzellen, die nicht selten die bestehenden Gesetze ignorieren. Solange diese Machtverhältnisse gegenseitig akzeptiert werden, ist ein friedliches Nebeneinander garantiert. Wechselseitige Geschäfte und Verehelichungen schaffen fast eine freundschaftliche Atmosphäre, die aber schnell kippen kann. Alles was irgendwie als Angriff auf den Clan verstanden wird, kann blutige Unruhen entfachen.

Historische Entwicklung:

Die Negriden lebten relativ isoliert von der Außenwelt. Erst etwa 3.000 v. Chr. ergab sich im Norden (Äthiopien) ein Kontakt zur expandierenden ägyptischen Hochkultur. Ein grundlegender Impuls ging zunächst nicht von ihnen aus. Die Ägypter wurden zudem nicht als eine existenzielle Bedrohung empfunden, auch wenn sie häufiger negride Menschen jagten und versklavten. In der Folgezeit entwickelte sich ein Mächtespiel (Nubien, Saba, Ägypten) in der Negriden zwangsläufig miteinbezogen wurden.
Die Stammesführer verbündeten sich mit den europiden Mächten lernten deren Wohlstand kennen und demzufolge auch den Umgang mit den modernen Waffen und Kriegsstrategien. Menelik, ein Günstling der Königin von Saba kam an den Hof Salomos (Israel) und wurde mit der Staatsführung vertraut gemacht. Gesandt vom israelischen Hof sollte er die aksumitische Provinz verwalten. Aus dem semitischen Außenposten begründete er das unabhängige Reich Äthiopiens (um 1.000 v. Chr.). Neben Äthiopien, wo Ackerbau und Viehzucht möglich war, schaffte es keine weitere  negride Macht eine Hochkultur zu gründen. Über Jahrhunderte hinweg genügte ihnen ihre Stammeskultur, bis die Europäer kamen (16. Jh.). Sofern sich die Kolonialherren nicht existenziell in ihr Leben einmischten, erduldeten die Negriden ihr Schicksal. Auf der Grundlage ihres Verständnisses demutsvoll die Götter zu besänftigen, war es das geringste Übel ihren neuen Herrschern zu dienen. Auf ein bescheidenes Leben getrimmt entwickelten sie kaum einen wirklichen Freiheitsdrang, zumal die unterdrückten Stämme zu keiner Einheit fanden. Letztendlich hatten die Stämme kein Problem damit Stammesangehörige als Sklaven zu verkaufen, oder Sklavendienste zu leisten. Dagegen konnten Verbote ihrer Götterkulte, Riten oder Sitten massive Spannungen hervorrufen. Unbedachte Handlungen, die als Beleidigung oder Missachtung ihrer Götter angesehen wurden, konnten unberechenbare Aufstände hervorrufen. Speziell die erzwungene katholische Missionierung entfachte häufig blutige Unruhen. Heute haben sich in Afrika zwar verschiedene Religionen etabliert, doch die Mehrheit der Gläubigen pflegt nebenher die ursprünglichen Götzenkulte.

Die Negriden ließen sich einerseits in der langen Kolonialzeit beinahe widerstandslos von den europäischen Mächten bevormunden und unterdrücken. Andererseits lernten sie nützliche Dinge kennen. Vorrangig waren sie an Waffen und der strategischen Kampfführung interessiert. Dieses Wissen benutzten sie vorrangig, um feindliche Stämme zu bekämpfen. Im Wechselspiel des 2. Weltkriegs spielten sich die Europäer gegenseitig als Befreier der Afrikaner auf und schürten den Haß für ihre Zwecke.
Im sinnlosen Blutbad begriffen die Stämme, wie sie von den Europäern benutzt wurden und sie erkannten auch, dass durch den 2. Weltkrieg die kolonialen Mächte militärisch geschwächt waren. Ein neuer Zeitgeist ergriff sie, der wesentlich von der sozialistischen Idee getragen wurde und zum Aufbegehren gegen ihre Peiniger führte. Guerillakämpfe und Aufstände waren die Folge, die zum Erfolg und in die Autonomie führten. Seit den 1960er Jahren erlangten die afrikanischen Staaten zunehmend ihre Unabhängigkeit, nicht selten durch den stützenden Einfluss sozialistischer Staaten (Sowjetunion). In der imperialistischen Welt brachen revolutionäre Spannungen (Studentenunruhen) aus und erzwangen zudem einen neuen humanistischen Zeitgeist (gegen Imperialismus, Kolonialismus und Krieg).
Im Zuge dessen hatten die Bürger der Kolonialmächte kein Verständnis mehr dafür, dass ihre Soldaten im fernen Afrika für die Monopolisten starben. Notgedrungen entließen die Großmächte die Kolonien in die Unabhängigkeit, aber handelten noch günstige wirtschaftliche Klauseln aus. Das koloniale Erbe wog schwer und hinterließ in jeglicher Hinsicht überforderte Sieger. Die Jungen Nationalstaaten Afrikas waren meist auf fremde Hilfe angewiesen. Doch die ausländischen Mächte verfolgten primär wirtschaftliche Ziele und beuteten das Land erneut aus. Zudem entsprach das Kopieren einer sozialistischen oder kapitalistischen Staatsform nicht ihrem Naturell. Kennzeichnend für negride Staaten wurden oftmals Terrorregime oder ohnmächtige Demokratien in denen eine unüberschaubare Korruption ein stabiles Staatsgefüge unmöglich machte. Zudem flammten immer wieder blutige Stammesfehden auf. Nach 50 Jahren Autonomie ist das Grundgefüge fast aller negriden Staaten noch instabil. Ein Hauptfaktor dafür ist die permanenten Einmischungen der modernen Welt, die einer neuen Bevormundung gleichkommt und es Globalisierung nennen.