8.2. Von Samuel 2 bis Esther

8. Das Deuteronomistische Geschichtswerk

8.2. Von Samuel 2 bis Esther

6. Das 2. Buch Samuel
7. Die Bücher Könige 1 und 2
8. Die Chronik Bücher 1 und 2
9. Das Buch Esra
10. Das Buch Nehemia
11. Das Buch Esther

6. Das 2. Buch Samuel

4. David wird König   (2. Samuel 1-8)

1. Ein Amalekiter überbrachte David die Nachricht von Sauls und Jonathans Tod. Er brüstete sich damit (angeblich) Sauls Todeswunsch erfüllt zu haben und überreichte David Sauls Krone. David ließ ihn jedoch töten, weil sich ein desertierter Amalekiter anmaßte einen König zu töten (=nur Gott allein durfte seinen erwählten Regenten töten). Danach gedachte David in einem Klagelied den Tod von Saul und Jonathan.

2. David wurde in Hebron zum König über Judäa ernannt. Der Feldhauptmann Abner ließ im Norden Sauls Nachkommen Isch-Boscheth zum König ausrufen. In einem tödlichen Wettkampf mit je 12 Kämpfern, sollte die wahre Nachfolge geklärt werden, jedoch der Kampf mündete in einen Bruderkriege. Ein Sohn von Joab bedrängte dabei Abner, der den Kampf auswich, da er ihm aber nachsetzte fand er den Tod. Joab schwor Abner Rache dafür und nahm Abners rechtfertigende Worte nicht an.

3. Der Bürgerkrieg, der darauf ausbrach, wehrte lange und David zeugte viele Söhne. Eines Tages wurde Abner vom Nordkönig beschuldigt, über Sauls Nebenfrauen, nach dem Thron zu greifen. Empört wandte er sich von König ab und bot David seine Dienste an. David forderte zur selben Zeit von Isch-Boscheth, seine Frau Michal zurück, dass ihm gewehrt wurde. Nachdem Abner zu Gast bei König David war, lauerte Joab ihm auf und ermordete ihn, als Sühne (Blutrache) für seinen toten Sohn. König David war entsetzt darüber und verfügte aber nur ein Bußgewand für Joab (war für David ein wertvoller Hauptmann) und Abner ließ er vom Volk betrauern.

4. Nachdem Tod von Abner war die Macht von König Isch-Boscheth gebrochen und zwei seiner Feldherren ermordeten ihn. Sie hofften für ihre Tat bei König David belohnt zu werden, aber er ließ sie hinrichten, weil sie sich an einen König vergangen haben. Zum Kodex in der Antike, zählte der Königsmord als widerwärtigstes Verbrechen (s.2-1.). Somit gehörte es zum Anstand, dass König David seinen Gegner würdig begraben ließ.

5. König David wurde daraufhin König aller Israeliten und wollte Jerusalem zu seiner neuen Hauptstadt machen. Doch die Jebusiter weigerten sich und waren sich ihrer Mauern so sicher, dass „Blinde und Lahme“ sie verteidigen könnten. Hauptmann Joab eroberte die Stadt für König David, der dort weitere Nachkommen zeugte. In seiner Regentschaft wehrte er mit Gottes Hilfe zwei Angriffe der Philister ab.

6. David beschloss die Bundeslade aus Kirjath-Jearim (siehe 7. /geraubte Heiligtum), nach Jerusalem zu holen. Als jedoch ein Levit das Heiligtum anfassen wollte, tötete ihn Gott. Auf Stangen brachten sie die Bundeslade nach Jerusalem (Stiftshütte, heiliges Zelt) und anschließend tanzte David und das Volk ums Heiligtum. Michal war über die Ausgelassenheit von David entsetzt, wodurch die Tochter Sauls, ihrem Mann David keine Kinder schenkte.

7. David hatte den Wunsch Gott ein Haus (Tempel) zu bauen, doch der Priester Nathan verkündigt ihm daraufhin Gottes Worte. Gott braucht keinen Wohnsitz, weil er noch ein mobiler Gott sein will, zumal das vorgesehene Reich noch nicht erobert ist und demzufolge instabil ist. Seine Nachkommen sollen ihm ein Haus bauen, wenn sich Gottes ersprechen erfüllt hat. Bis dahin soll nicht der König Gott ein Haus bauen, sondern wird Gott dem König ein Haus bauen. 

8. Angaben über die Kriege Davids und seinen Staatsbeamten, und dass er die Philister zurückdrängte, sowie das von Gott vorgesehene Territorium erobert hat. 

5. Die Thronfolger Davids  (2. Sam 9-20)

9. Als letzten Nachfahren Sauls, würdigt David den lahmenden Sohn Jonathans und lässt Mephiboscheth (4) an seinem Tisch sitzen. Damit demonstriert David seine Ehrerbietung gegenüber dem Königshaus Sauls, dessen Untergang er nicht gewollt hat.

10. David schickt eine Trauerdelegation zu den Ammonitern, deren König gestorben war. Sein Sohn bezichtigt sie aber der Spionage, wodurch der schwelende Konflikt zwischen beiden Reichen wieder aufflammt. Mit den Aramäern als Verbündete, wagt der junge König, der Ammoniter die Konfrontation. Doch die starken Aramäer werden geschlagen und kündigen den Bund mit den Ammonitern.

11. Bathseba: Der Krieg gegen die Ammoniter mündet in zeitaufwendige Belagerungen. David blieb deshalb in Jerusalem und sah eines Nachts eine schöne Frau beim Baden. Sie war aber die Frau von Urias, dennoch begehrte er sie und teilte das Nachtlager mit ihr. Schließlich wurde sie von ihm schwanger. Um die Sünde zu vertuschen ließ David Urias, unter einem Vorwand, zu sich kommen und hoffte, dass er die Gelegenheit nutzen würde, sich zu seiner Frau zu legen, aber er tat es nicht. Daraufhin verfügte David, dass Joas ihn mit einer todbringenden Aufgabe betrauen soll. Und Urias starb im Kampf und nachdem Bathseba Totenklage gehalten hatte, nahm David sie zur Frau.

12. Der Prophet Nathan macht David, mittels eines Vergleichsfalls, die Sünden klar, die er begangen hatte. Gottes Zorn wird deshalb auf das Haus Davids lasten und sein Sohn von Bathseba wird sterben. Für David selbst, verfügt Gott Gnade und hofft, dass der König künftig besonnener handelt. Kernpunkt seiner Sünde war, die moralische Missachtung des Ehestatus und die Verwerflichkeit der Hinterlist gegenüber einem Arglosen. Das Kind von Bathseba starb, doch David schwängerte sie erneut und sie bekam einen Sohn, den sie Salomo nannte. In der Zwischenzeit war die Königstadt der Ammoniter sturmreif belagert und David leitete den Angriff, eroberte die Stadt und versklavte die Bewohner.

13. Amnon, der Lieblingssohn Davids, begehrte Thamar, die Schwester seines Bruders Absalom. Er überlegte sich eine List und vergewaltigte Thamar und jagte sie danach fort. Absalom hasste Amnon dafür, doch König David urteilte nicht und Amnon blieb straffrei. Anlässlich zur Schafschur (Fest) lud Absalom seine Brüder ein und nutzte die Gelegenheit, um sich an Amnon zu rächen. Nachdem er ihn tötete, floh er vor Davids Zorn.

14. Hauptmann Joab hatte Verständnis für die Tat Absaloms und so schickte er zu David eine Frau. Sie klagte darüber, dass ihre Söhne in Streit gerieten und keiner da war, der den Streit schlichtete und so erschlug ein Sohn den Anderen. Nun fordert man aber den Tod des Verbliebenen, doch wer soll dann noch die Familie nähren. David erkannte, dass sie von Joab geschickt wurde und verstand. Joab durfte Absalom zurückholen, aber der König weigert sich ihn zu sehen. Schließlich zwang Absalom Joab zu vermitteln, dass ihn sein Vater empfangen sollte und ihn seinen angestammten Platz zuweist (Nachfolge).

15. Nachdem David ihm die Nachfolge vorenthielt, nutzte Absalom die Spannungen zwischen den Norden (Israel) und den Süden (Juda) aus und wiegelte das Volk auf. Absalom baute eine Verschwörung gegen König David auf. Bevor der Putsch losbrach, floh David mit seinem Gefolge aus Jerusalem. Auch viele seiner Anhänger wollten ihm nachfolgen. David schickte jedoch die Leviten mit der Bundeslade zurück und auch all die Unbewaffnete, die für David mehr als Spione nützlich sein konnten.

16. In der Wüste wuchs die Schar von Davids Anhänger, begegnet aber auch verbitterte Saul-Anhängern, deren Zorn er gnädig begegnet. In Jerusalem ist das Volk verunsichert über den neuen König. Der Weise Ahithophel rät Absalom ein Zeichen zu setzen und er sollte die Nebenfrauen Davids öffentlich schänden. Absalom demonstrierte damit den unwiderruflichen Bruch mit seinem Vater und dem Hause Davids.

17. Ahithophel rät Absalom weiterhin, seinen Vater sofort nachjagen zu lassen, um David zu töten. Huschai dagegen warnt vor Davids Kampferfahrung und man sollte zunächst einmal die Streitmacht sammeln, als überstürzt ein Fiasko zu erleben. Absalom hört auf Huschai, wodurch der Agent für David Zeit gewann und ihn warnen konnte. Ahithophel, war sich der Folgen bewusst, durch Absaloms abwarten, und nimmt sich sein Leben. David konnte durch die Warnung, dem gesammelten Heer ausweichen und seine eigene Streitmacht stärken und wurde dabei vom Volk unterstützt.

18. Auf Joabs Rat sollte David nicht an der Schlacht teilnehmen, sondern in der sicheren Stadt warten. David gab den Befehl Absalom lebend festzunehmen. In der Schlacht siegten Davids Truppen. Mit seinen langen Haaren brachte sich Absalom bei seiner Flucht in eine missliche Lage. Joab setzte sich über die Order Davids hinweg und tötete den Usurpator (= der Widerrechtliche). Er schickte einen Mohr (Schwarzafrikaner) zu David, der ihm vom Tod Absaloms berichten sollte. Der Mohr wurde daraufhin symbolisch zum Überbringer schlechter Nachrichten

19. Als David, um Absalom trauerte, machte ihm Joab deswegen Vorwürfe. Durch das Verhalten des Königs würden die Taten der Kriegsleute geschmälert, schließlich haben sie ihr Leben eingesetzt, um den Feind zu vernichten. Da war es Unrecht, um den Feind zu trauern. Joab erinnert ihn daran ein Staatsmann zu sein, der seine persönlichen Gefühle öffentlich kontrollieren sollte. Doch David sammelte ohne würdigende Rede das Heer und sein Volk und ging zurück nach Jerusalem. Doch dort herrschte immer noch der Konflikt vor. Weiterhin fühlte sich Israel (Nordstämme) von Juda (Südstämme) bevormundet.    

20. Für Israels war König David, ein König von Juda und sie befürchteten nun auch noch ihr Land zu verlieren. Unter der Führung von Sheba erhoben sich die Nordstämme, aber Hauptmann Joab schlug den Aufstand nieder. Als Joab die Stadt des Anführers belagerten, köpften die Bewohner Sheba und öffneten ihre Tore.

6. Nachträge    (2. Sam 21 -24)        

21. Im Lande brach eine große Hungersnot aus und die Stadt Gibeon sah darin die Strafe Gottes, weil die Sünde des Hauses Saul noch nicht gesühnt war. Sie brachen den Bund, den Gibeon mit Josua geschlossen hatte (Jos 9). Der Text könnte die Schutzpflicht und die Unantastbarkeit durch das Volk Israel meinen und dass die Stadt zur Heiligen Stadt ausgebaut werden sollte. David übergab ihnen die letzten männlichen Nachkommen Sauls, aber verweigerte ihnen Mephiboscheth, Jonathans Sohn. Nachdem die letzten Nachkommen in Gideon gehängt wurden und ihre Leichen beweint wurden, begann es zu regnen und es endete die Not. David ließ danach die Toten zu Sauls Grab bringen. Bei weiteren Kämpfen mit den Philistern rettete ein Kämpfer Davids Leben und der König erkannte, dass er zu alt zum Kämpfen war und blieb in Jerusalem.

22. Davids Danklied für Gott, der ihn aus den Händen aller Feinde gerettet hatte.

23. Fortsetzung des Dankliedes und Auflistung aller Helden Davids und ihrer Taten.

24. Gegen die Bedenken von Joab und Gottes Zorn, lässt David eine Volkzählung durchführen. Gott schickt daraufhin die Pest und straft diese Sünde. Um Gott zu besänftigen, errichte David einen Altar und brachte Gott Opfer dar, worauf Gott ihm verzeiht. Eine Volkzählung hatte in der Antike den Makel, einer Machtdemonstration des Herrschers, zumal eine Besitzregistrierung damit verbunden war. Auf dieser Basis konnnte der Regent die Steuern festlegen und in der Aufschlüsslung seines Volkes (Handwerker, Bauern usw.) Strategien für seine Macht entwickeln. Doch der König sollte sich als Gottes Werkzeug sehen und Gott in jeglicher Hinsicht dankbar sein. Denn Gott lenkt und leitet sein Volk und muss daher nicht gezählt werden. Daher soll der König Gottes Weisungen erfüllen und nicht selbst den Verführungen der Macht erliegen und sich anmaßend als göttlicher Herrscher aufspielen.

Die Autoren jener Zeit haben David (hebr. = der Liebling) auch in der Königszeit positiv dargestellt und ist eigentlich nur, aufgrund seiner Triebhaftigkeit sündig geworden. Der deuteronomistischenhttp://www.unserekirche.de/data/images/520/300454632656.jpg Leitlinie entsprechend, wurde die Volkzählung zu seiner Amtszeit hinzugefügt, um die Verführung der Königsmacht zuverdeutlichen. Aber auch hier bereut er seine Sünden, sodass ihm Gott verzeihen konnte. Als der einzige glorreiche König, wird er von den Gläubigen immer wieder als Messias gesehen. Der Retter, mit dem wohlwollen Gottes, hat dem Volk Israel ein stabiles Reich gegeben. An ihm müssen sich künftige Retter (Messias) messen lassen, auch wenn es hier und da historische Unstimmigkeiten gibt und einige Darstellungen sicher übertrieben sind.

 Bild: David gegen Goliath / aus www. de.wikipedia.org  

7. Die Bücher Könige 1 und 2

Ursprünglich waren die Königsbücher ein geschlossenes Werk und umfasste historisch die Regentschaft von Salomo bis zum Zerfall der geteilten Reiche. Im zentralen Kern steht hierbei der Tempelbau und beantwortet die Frage, warum Gott es zuließ, dass sein Haus zerstört werden konnte? Deuteronomistisch geprägt, wird das Hauptaugenmerk auf die Sünden des Volkes Israel gerichtet. Grundsätzlich betonen die Autoren immer wieder die Sünden der Könige von Israel und meinen speziell ihre Heiligtümer (Goldenes Kalb) in Dan und Bethel. Erst im 2. Buch der Könige, Kapitel 17, werden die Sünden Israels noch einmal zusammengefasst. Die Verfehlungen von Juda werden dagegen heruntergespielt (zumal die priesterlichen Autoren aus Juda stammten). Das Ende von Juda wird auch Israel unterstellt, sie haben als Samaritaner das Volk auf abtrünnige Wege geführt. Dennoch steht am Ende der neue Bund mit Gott, der angeblich nur Juda, als sein Volk eine Chance einräumt.

Anmerkung: Die Bücher verweisen stets auf die Chronik-Bücher und so haben sich hier die Autoren nur jene Episoden herausgepickt, um die Sünden des Volkes Israels zu verdeutlichen.

Salomo (1. Könige 1 – 11) 

Unter König Salomo kommt das Reich zu seiner Blütezeit. Die guten Beziehungen (Salomos Frau Ägypterin) zu Ägypten sind ein Garant für die politische Stabilität, wobei Israel für Ägypten ein strategischer Pufferstaat zu den mesopotamischen Mächten war. Der enorme kulturelle und wirtschaftliche Aufschwung basierte auf der Freundschaft zu Ägypten. Im biblischen Text wird Salomos Weisheit hervorgehoben, die zum Reichtum führte, der sich in seinen Großbauten wiederspiegelte. Wie für jedes antike Reich typisch, so errichtete auch Salomo einen prunkvollen Gottes-Tempel und Königspalast.
Historisch wird die Existenz von Salomo bezweifelt, nur wenn es ihn gegeben hat, so erklärt sich, warum das Reich zusammenschrumpfte. Für ein so kleines Reich, lebte Salomo über seine Verhältnisse und musste Ländereien verkaufen und Steuern erhöhen, wodurch der soziale Unfriede wuchs und die Spannungen zwischen den Stämmen wieder zunahmen. Die biblische Schrift beschränkte sich darauf, ihm vorzuwerfen, dass er fremde Einflüsse zuließ und somit den Bund mit Gott gefährdete. 

1. Mit einer schönen Frau zu Pflege und zum Vergnügen, wollte man David Lebensgeister erhalten, aber für letzteres ist David nicht mehr in der Lage. Empört über die Gespielin, fürchtet sein Sohn Adonia, um seine Königsnachfolge. Unterstützt von Joab und anderen Verschwörern, beschließt Adonia sich über ein Feierzeremoniell vorzeitig zum König ausrufen zu lassen. Der Prophet Nathan und seine Lieblingsfrau Bathseba erinnern König David an sein gegebenes Wort. Daraufhin salbt David Salomo öffentlich zum König und macht der Verschwörung von Adonia ein Ende. Die Rebellen beugen sich Salomo und erbitten Gnade, die ihnen Salomo gewährt.

2. Auf dem Sterbebett warnt David seinen Sohn vor Männern, denen er Gnade schenkte, aber für Salomo eine große Gefahr währen. Wohlüberlegt räumt er seinen Widersachern zwar eine Chance ein, doch Salomo weiß, dass er ihnen habhaft werden wird. Adonia versucht Salomo zu hintergehen und wollte die Gespielin Davids zur Frau, um seinen Anspruch auf die Krone geltend zu machen. Mit dieser List stempelte er sich zum Verräter und konnte von Salomo zu Tode verurteilt werden. Hauptmann Joab suchte Schutz am Heiligtum und äußerte, dass er hier sterben möchte, dessen Wunsch nahm Salomo wörtlich und ließ ihn dort töten. Auf diese Weise entledigte sich Salomo seinen Gegnern.  

3. Gott erscheint Salomo im Traum und ist angetan davon, dass Salomo ihn um Weisheit bat, statt um Macht und ein langes Leben. Kurz darauf sollte Salomo einen Streit um ein Kind beenden. Da sich die Frauen nicht einigen können, beschließt Salomo das Kind mit dem Schwert zu teilen, daraufhin verzichtet die Eine auf ihren Teil. Salomo spricht ihr daraufhin den Sohn zu, weil nur sie, wie eine wahre Mutter handelte und aufopferungsvoll auf ihr Anteil verzichtete.

4. Auflistung von Beamten und Amtsleute der Regierung Salomos

5. Beschreibt Größe und Umfang von Salomos Hofstaat (z.B.: Bedienstete, Nahrungsbedarf). Salomo betraut den phönizischen Baumeister Hiram mit dem Bau des Gottes-Tempel, die dazu benötigten Materialien (Steine/Holz) wurden beschafft.

6. Beschreibung vom Bau und der Ausstattung des Tempels, sowie Gottes Wohlwollen.

7. Beschreibung über den Bau des Königspalastes und zweier Prunksäulen vor dem Tempel.

8. Feierliche Einweihung des Tempels und die Bundeslade wurde in den Tempel gebracht. Salomo spricht ein langes Gebet und würdigt dabei noch einmal die vielen Taten Gottes und das sich sein Versprechen erfüllt hat, und erneuert die Bundeszusage.

9. Gott dankt im Traum Salomo und warnt zugleich davor ihm abtrünnig zu werden. Gott kündigt, unter anderem, die Tempelzerstörung an, wenn sein Volk oder das Königshaus den Bund mit ihm bricht. Erwähnt werden dann verschieden Regierungsmaßnahmen: Lohn für den Baumeister Hiram; Salomo baut für seine ägyptische Frau die Stadt Geser aus; einige Handelswege und Städte werden ausgebaut; er errichtet am Roten Meer (zwischen Ägypten und Arabien) einen Hafen und lässt mit Schiffen die Gegend erkunden; intensiver Aufbau von Handelsbeziehungen; speziell Jerusalem wird zur prunkvollen Reichshauptstadt.

10. Die Königin von Saba kommt auf ein Staatsbesuch und ist begeistert von Salomo und dessen Reichtum. Im Text wird der Reichtum von Salomo übertrieben dargestellt und ehrt ihn als prunkvollsten König in der gesamten Welt (mehr Verschwendungssucht).

11. Die Sünden von Salomo werden genannt. Gott ist zornig über seine vielen ausländischen Frauen, dass Salomo über sie auch deren Götzen verehrte und in einigen Städten sogar Statuen von Götzen bauen ließ, auf Wunsch der heidnischen Bewohner. In Respekt vor König Davids Werk beschließt Gott, dass das Strafgericht noch nicht Salomo treffen soll, sondern seine Nachfahren. Im Süden des Reiches rüstet Hadad, von Edom zum Kampf gegen Israel und im Norden ist es Reson, der Aramäer. Im Reich rebelliert Jerobeam gegen Salomo, der dann nach Ägypten flüchtet. Schließlich starb Salomo und sein Sohn Rehabeam wurde zum König ernannt.

Salomo erlag den Verführungen der Macht über seine Gabe der Weisheit. Selbstherrlich sah er sich als gottgleicher Herrscher und wollte auch von den Menschen, mit anderen Göttern, verehrt werden. Damit degradierte er Gott zu einem von vielen und die Kulte der fremden Götter verführten das Volk. Die Götzen entfremdeten vom wahren Glauben. Wirtschaftspolitisch war seine Strategie profitabel und garantierte seinem Land Frieden. Mit der multikulturellen Ausrichtung förderte er den Handel, die Kultur, schuf Schutzbündnisse und pflegte freundschaftlichen Beziehungen zu Ägypten (wahrscheinlich als Vasall). Seine Verschwendungssucht wurde schließlich zu Keim des Untergangs, der seinem Volk zu hohe Lasten aufbürdete und die aufkommenden Probleme ignorierte.

Nach dem Tod von Salomo (1. Könige 12 – 16)

12. Rehabeam zog nach Sichem, um sich auch vom Norden (Israel) als König bestätigen zu lassen, aber sie wollten ihn nur anerkennen, wenn er die Lasten auf das Volk verringert. Diese Bitte empfand Rehabeam als Rebellion und statt auf den Rat des Senats zu hören, erhöhte er sogar die Lasten für das Volk. Aufgebracht davon, ermordet das Volk den Fronvogt (Steuereintreiber). Rehabeam wollte daraufhin den Norden mit Waffengewalt zum Gehorsam zwingen. Der Ältestenrat (Senat) und die Priesterschaft genehmigen nicht den Bruderkrieg. Der aus dem Exil zurückgekehrte Jerobeam wird indes im Norden zum König ernannt und treibt die Reichsspaltung voran. Er errichten in Bethel und Dan zwei Heiligtümer (Goldenes Kalb) und ernennt Priester, die sich dazu berufen fühlten und mussten keine Leviten sein (Diese Maßnahmen werden als schwere Sünden bewertet).

Von nun gab es das Königreich Juda (Süden) und Israel (Norden)!

13. Israel: Ein heiliger Mann aus Juda versuchte Jerobeam seine Sünden klar zu machen, worauf der König in Wut geriet und den alten Mann bedrohte. Daraufhin versteinerte sich Jerobeams Arms und er flehte den Mann an. Als er von ihm abließ, wollte Jerobeam ihn zum Dank mit Essen bewirten. Da ihm Gott verboten hatte in Israel zu essen, lehnte der alte Mann ab und ging fort. Ein Priester aus Bethel beschwindelte den alten Mann und er ließ sich zum Essen verführen, worauf Gott zornig wurde. Auf seinen Heimweg wurde der alte Mann von einem Löwen angefallen. Der Priester aus Bethel bereute seine List und begrub den Leichnam bei sich. Jerobeam blieb unbelehrbar und sündigte weiter.

14. Israel: Als der Sohn Jerobeams krank war schickte er seine Frau zum Propheten Ahia. Statt der erwarteten Hilfe, verkündete Ahia das Strafgericht Gottes über Jerobeams Nachkommen, wegen seiner schweren Sünden. Jerobeams Sohn starb, doch der König selbst starb nach 22 Amtsjahren einem Alterstod.
Juda: Aber auch König Rehabeam sündigte schwer, er ließ es zu, dass Götzenbilder aufgestellt wurden und duldete verwerfliches im Tempel (Tempelhurer = Homosexuelle). Strafend ließ Gott die Ägypter ins Reich einfallen und beraubten das Land (vermutlich eine Strafexpidition, da der Vasall Juda mit seinem Tribut in Rückstand war). Zudem kam es nun doch, zu bewaffnete Konflikte zwischen Juda und Israel.

15. Juda: Unter König Abia ändert sich wenig, nach Rehabeams Tod. Nach Abia folgt der König Asa, der die Götzenbilder beseitigen lässt und den Tempel von den Tempelhurern befreit. Strategisch schließt er ein Bündnis mit den syrischen Kleinstaatbund, der darauf seine Beziehungen zu Israel aufkündigt. Israel: Der neue König Nadab wird von Bascha ermordet, der zum König wird und alle vom Hause Jerobeam töten lässt.

16. Israel: König Bascha sündigt jedoch ebenfalls, worauf der Hauptmann Simri das Haus Baschas ausrottet. Im Gegenzug zu der Verschwörung bekämpft Hauptmann Omri den Rebellen. Nachdem Simri von den Omriden umzingelt war, begeht er Selbstmord. Das Reich teilt sich danach Tibni und Omri, die miteinander auch die Macht teilten. Nachdem Tibni starb war Omri König über ganz Israel (Omridendynastie). Ihm folgte seine Sohn Ahab, der dem Land einen großen Aufschwung bescherte, doch die Priester warfen ihm große Sünden vor. So nahm er sich eine Ausländerin (Isebel) zur Frau, paktierte mit Feinden und ließ ihre Kulte im Lande zu. Doch der Gipfel bestand im Wiederaufbau der verfluchten Stadt Jericho.

Der Prophet Elia (1. Könige 17 bis 2. Könige 1)

17. Der Prophet Elia trat plötzlich auf und verkündet König Ahab eine Dürrezeit. Gott schickte Elia zu einem Ort, wo Elia überleben konnte (Raben versorgten ihn, an einem Bach). Dann ging er nach Zarpath (Phönizien) zu einer Witwe und bewirkte Wunder, die nur über den wahren Gott möglich waren und zeigte, dass Gott im Gegensatz zu den Götzen ein barmherziger Gott ist (Vermehrung Mehl und Öl; Auferweckung des toten Sohns).

18. Die Hungersnot herrschte und Elia zeigte König Ahab, welcher der wahre Gott ist. In einer Art Wettstreit zwischen Baal-Priestern und Gottespriestern sollten sie auf dem Berg Karmel ihren Göttern opfern, damit Regen die Dürrezeit beendete. Aber nur auf das Opfermahl von Elia reagiert Gott. Nach diesem Beweis, fordert er das Volk auf die Baal-Priester zu töten und kurze Zeit später begann es zu regnen. Es wird hier Isebel, die Frau von Ahab erwähnt, die laut dem Text, zuvor die Priester Gottes hat töten lassen. Es klingt an, dass Ahab Elia für einen Magier hält und nicht von Gottes Werk überzeugt ist.

19. Isebel geriet in Zorn darüber, dass Elia den Tod der Baal-Priester zu verantworten hatte und er flüchtet vor ihr nach Juda. Am Berg Horeb glaubte er versagt zu haben, doch ein Engel gab ihm wieder Lebensmut und verwies auf die Macht der Worte, die bleiben werden, statt irgendwelcher Zeichen (Erdbeben, Feuerregen). Elia wird beauftragt Elisa zu suchen und ihm zum Propheten zu salben, der sein Werk fortsetzen soll.

20. König Berhadad (Aram = aramäischer Kleinstaatenbund) bedroht Israel und mit Gottes Hilfe wurden die Invasoren besiegt. Statt den besiegten König der Aramäer zu töten, ist König Ahab gnädig zu ihm und schließt sogar ein Bund mit Aram. Ein Priester rügte König Ahab dafür, weil er Gott nicht gehorchte (Ahab sollte alle Gegner töten).

21. König Ahab begehrte den Weinberg von Naboth für den Eigenbedarf und wollte Naboth dafür entschädigen. Als sich Naboth weigerte, empörte sich Isebel darüber (Königsrecht) und bezichtigte ihm kurzerhand der Gottes- und Königslästerung. Auf der Basis von zwei falscher Zeugen wurde Naboth gesteinigt. Elia klagte darauf den König Ahab an, für seine Mitverantwortung an den Mord und verkündete Gottes Strafgericht über ihn. Da Ahab aber demütig sein unrechtes Handeln bereute, milderte Gott das Strafgericht.

22. Diese eingefügte Micha-Geschichte unterbricht den Elia-Text nach der Leitlinie einer historischen Abfolge. König Josaphat (Juda) und König Ahab beschlossen einen Feldzug gegen Aram und befragten dazu die Priester. Die Priester befürworteten den Krieg, aber der Prophet Micha warnte vor einem Scheitern und klagte in einem Gleichnis (Lügengeist) die falschen Priester an. König Ahab ließ jedoch den Propheten Micha in den Kerker werfen, da der König ihn sowieso für einen bösen Propheten hielt. In einer unentschiedenen Schlacht wird König Ahab  allerdings tödlich getroffen. Juda: Die Regentschaft und die Sünden von König Josaphat werden kurz benannt. Israel: Zum Nachfolger von König Ahab wird König Ahasja, der weiter sündigt.

Damit schließt das 1. Buch der Könige, deren Texte deuteronomistisch geprägt sind und den historischen Tatsachen widersprechen. So war das Bündnis zwischen Israel und Aram ein überlebenswichtiger Schachzug gegenüber der assyrischen Großmacht. Um 853 v.Chr. zerschlug das Bündnis einen Angriff vom Assyrerkönig Salmanasser und konnten so ihre Autonomie bewahren. Angemerkt sei auch, dass der Einfluss der Philisterbraut Isebel im Bibeltext stark übertrieben sein dürfte und nur dazu diente, die spätere Bluttat an ihr zu rechtfertigen.

Speziell im nachfolgenden Text, ist es wichtig zwischen biblischer Interpretation und historischen Tatsachen zu unterscheiden. Häufig sind biblische Sünden in der historischen Realität eine existenzielle Notwenigkeit.

2. Buch der Könige

2-1. Zu der Zeit, als die Moabiter ihre Vasallentreue kündigten, da stürzte der König Ahasja aus dem Fenster und war schwerkrank. Ahasja suchte Hilfe beim Baal-Heiligtum von Ehron (bekannte Heilungsstätte der Philister), worüber Elia dem König verärgert Vorwürfe machte. Gott verfügte, dass Ahasja sterben sollte, daraufhin wollte Ahasja den Propheten zwingen ihm zu helfen. Gott schützte Elia und vernichtet mit einem Feuer, die Männer, die ihn verhaften wollten. Und wie verkündet starb König Ahasja.

Der Prohet Elisa (2. Könige 2 – 2. Könige 13)

2-2. Elia macht Elisa zu seinem Nachfolger und führt ihn zu Orten, die seinen Glauben stärken sollten. Er führte Elisa in die verfluchte Stadt Jericho, zum Götzentempel nach Bethel und zeigte Gottes Macht, indem Elia den Jordan-Fluss teilte. Anschließend holte Gott Elia zu sich (starb) und Elisa war nun der Prophet Gottes. Mit Gottes Hilfe vollbrachte Elisa Wunder, die Gottes Allmacht demonstrieren und das Volk belehren sollten. So machte Elisa Fluch und Segen deutlich. An einem Ort machte er Wasser wieder trinkbar und an anderer Stelle richtete er unerzogene Kinder, die ihn verspotteten (kein Respekt zeigte), die vom Bären gefressen wurden. Anmerkung: Im Jordanland dürfte es weder freilebende Bären, noch Löwen gegeben haben. Beide Tiere galten als exotische Bestien, die sich einige Könige hielten, um ihre Macht über sie zu demonstrieren.

2-3. Joram, der neue König von Israel und Josaphat (Juda) verbesserten ihre Beziehungen und beschlossen einen gemeinsamen Feldzug gegen die abtrünnigen Moabiter. Aufgrund der Dürre gab es Probleme mit der Versorgung der Streitkräfte und baten Elisa um Rat. Elisa war aber nur bereit Josaphat zu unterstützen, da Joram, die Sünden seiner Väter fortsetzte. Gott legt Wasseroasen für das Heer an, damit die Moabiter besiegt werden konnten. Während der Belagerung der letzten Stadt opferte der König von Moab seinen Sohn, worauf Israel und Juda die Belagerung abbrachen.

Anmerkung zu Menschenopfer: Menschenopfer waren nichts Ungewöhnliches im Altertum und doch waren sie von Kult zu Kult unterschiedlich. Im altorientalischen Raum gab es zwei Formen von Menschenopfer, für den zuständigen Gott und dem allmächtigen Gott. Grundsätzlich gab es einen allmächtigen Obergott, EL, im Pantheon (Götterfamilie), der verteilte spezifische Aufgaben an seine Familie. Für die Menschen war BAAL der Hauptgott, der Untergötter hatte, aber die Menschen konnten auch andere Götter des Pantheons verehren. Somit verehrten die Menschen/Völker ihren spezifischen Schutzgott und das war nicht immer Baal. Je nach dem welchen Schutzgott ein Volk verehrte, versuchten einige Kulte ihren Gott regelmäßig mit Menschenopfer (Jungfrauen) gnädig zu stimmen. Bei existenziellen Nöten flehte man jedoch zu EL und für ihm kam nur ein besonderes Opfer in Frage (Königssohn). Der höchsten Form der Bitte, traten die Gegner häufig mit hohem Respekt gegenüber. Da eine Reaktion des Obergottes EL unklar war, warteten die Gegner ab oder zogen sich zurück, denn sie wollten auf keinen Fall EL verärgern. Nach der Ansicht des Volkes Israels verehrten sie den Allmächtigen (Zebaoth) El (=Elohim) und wenn sich ein anderes Volk an ihm wendet, so muss Israel das akzeptieren. Demzufolge brachen sie die Belagerung ab, um Gott nicht zu erzürnen, statt auf ein Zeichen/Urteil zu warten.

2 - 4. Weitere Wunder unterstreichen Elisas Heiligkeit (Gottes Wohlwollen). Er macht Wasser zu Öl, damit eine Witwe ihre Schulden bezahlen und ihre Kinder behalten konnte. Nachdem Elisa bei einer reichen Frau wohnte und gut versorgt wurde, erfüllte er ihr den Wunsch nach einem Sohn. Nach einiger Zeit wurde der Sohn der Sunamiterin krank und sie holte Elisa und er erweckte, dass inzwischen tote Kind zum Leben. Danach kam Elisa nach Gilgal wo Hunger herrschte und er verschaffte den Menschen Nahrung.

2- 5. Der aramäische General Naamans litt an einer Hautkrankheit und er erfuhr von den Wundertaten Elisas. Er schickte nach ihm, doch nur sein Diener Gehasi kam mit einer Anweisung wieder, worüber der General verärgert war. Dennoch folgte er der Anweisung und wurde wieder gesund. Der Diener Gehasi verlangte von Naamans einen Lohn für das Wunder und er gab ihm reichlich dafür. Elisa war empört über Gehasi, weil nicht er das Wunder vollbracht habe, sondern sämtliche Wunder nur über Gott möglich sind. Gott will aber für seine Barmherzigkeit keinen Lohn, sondern sie sollten lediglich Gott im Glauben erkennen. Also sollte Gehasi das ergaunerte Geld behalten, aber zur Strafe bekam er die Hautkrankheit des Generals. 

2 - 6 bis 2 -7. Es folgen nun symbolische Texte, die in die Geschichte von der Belagerung von Samaria münden und die Zuversicht und Kraft des Glaubens unterstreichen sollen.
Die Geschichte vom schwimmenden Eisen verdeutlicht, dass es immer Anfeindungen und Behinderungen im Glauben geben wird, aber wenn man auf die richtigen Propheten hört, wird er sie sehend machen (so das Eisen schwimmt). Die Metapher von Sehen und Blindheit setzt sich bei den aramäischen Räubern fort, die Elisa täuschen wollen und sie somit blind in die Gefangenschaft geraten. Da der König auf Elisas rat gnädig ist, fallen die aramäischen Räuber nie wieder ins Land ein.
In der eigentlichen Geschichte von der Belagerung der 
Stadt Samaria wird das Thema Gottvertrauen aufgegriffen. Die Lage in der Stadt erscheint hoffnungslos und Hunger, Krankheit und selbst Kannibalismus raffen die Menschen dahin. Doch Elisa mahnt zur Geduld und sieht gegenüber den „Blinden“ die Rettung. Tatsächlich flüchten die Aramäer plötzlich, weil sie ein großes Heer aus Ägyptern und Hethitern „Sehen“, um Samaria zu helfen, die es real nicht gibt.

2 - 8. Elisa warnt die Sunamiterin (2-4) vor einer Hungersnot. Der König Joram erfuhr von der Frau, die Elisa viel bedeutete und beschenkte sie Reich, um über sie Elisas Wohlwollen zu erkaufen. Gottes Zorn darüber war groß, da Joram nicht ihn anflehte und nicht sah, dass Elisa sein Diener ist und kein Hexenmeister. Als der aramäische General Hasael um Elisas Hilfe für den kranken König von Aram (Syrien) bat, sah Elisa das Strafgericht Gottes über Israel. Die Aramäer würden den Krieg und viel Leid über Israel bringen, aber der König von Aram wird sterben, dafür würde Hasael, der neue König von Aram sein. Dennoch half Elisa ihm.
Juda: In diesem Zusammenhang ist der Verbündete Juda ebenso sündig. Das wird vor allem über die Namen klar. Joram wird König von Juda, aber Joram heißt auch der König von Israel. Nach Jorams Tod wird Ahasja König von Juda, aber der Name Ahasja steht auch für einen israelischen König. Juda wandelt also auf den abtrünnigen Wegen, wie Israel und das Reich scheint zu zerfallen (Edomiter streben Autonomie an).

2 - 9. In Elisas Auftrag wird Hauptmann Jehu zum König gesalbt, der sich nun berufen fühlt gegen König Joram zu rebellieren. Im Vergleich zum Verschwörer Simri, rechtfertigt Jehu, der Sohn Josaphats (Juda), seine Revolte mit Gottes Gunst. König Joram ließ in Jesreel gerade seine Wunden vom Kampf gegen die Aramäer versorgen und König Ahasja (Juda) besuchte ihn in seinem Palast, als Jehu mit seinen Getreuen einfiel und Jehu beide Könige tötete. Danach veranlasste er, dass man Isebel, die verhasste phönizische Braut Ahabs, aus den Fenster stürzen und ihren Leichnam den Hunden vorgesetzt werden soll.

2 -10. Aus Angst vor Jehu befolgte der Senat seine Anweisungen und  sie ließen alle Söhne von Ahab köpfen. Als Jehu in die Stadt einzog, ließ er die Dynastie der Omriden ausrotten und ihm fielen die Brüder von Ahasja (Juda) in die Hände und ermordete sie ebenfalls. Anschließend lud er alle Baal-Priester zu einem großen Fest ein, um Baal zu huldigen. Mit dieser List versammelten sich alle Baal-Priester und Jehu ließ sie alle töten. Gott ehrte ihn für die Tat und wurde als Mann aus Juda der König von Israel und vier seiner Nachkommen wollte Gott gnädig sein, auch wenn sie sündigten.

Anmerkung: Die ständigen Kriege mit dem syrischen Kleinstaatenbund (Aram) scheinen von den Autoren stark übertrieben und waren bestenfalls räuberische Überfälle von aramäischen Banden. Wahrscheinlicher ist ein starkes Bündnis, um der drohenden Großmacht der Assyrer zu widerstehen. Doch das Bild einer glorreichen Zeit sollte aber zerstört werden. Die Revolution von Jehu hatte weniger religiöse Hintergründe. Wahrscheinlicher ist, dass sich ausländische Händler im Land breit machten und sowohl wirtschaftlich, als auch politisch der ausländische Einfluss stieg. Begünstigend für Jehu, brachte das Königtum das Volk gegen sich auf. Der Wohlstand der Herrschaft, steigende Abgaben (Steuern) und eine Hungersnot steigerten die Wut des Volkes und in ihrer existenziellen Not, schien Jehu der Erlöser zu sein. Und wie immer (so auch in der Gegenwart), begeistert sich das Volk sehr schnell für eine Idee und fand auch schnell einen Sündenbock. Das Blutgericht über die Verhassten, ist historisch gesehen, nichts Ungewöhnliches und erst recht nicht für jene Zeit. Im Falle von Isebel, ist es egal ob es stimmte, was man ihr nachsagte. Isebel symbolisiert die verhassten Ausländer, die für das Elend des Volkes verantwortlich gemacht wurde.

2 -11. Juda: Athalja, die Tochter von Isebel, nahm nun für Jehus Bluttat Rache gegenüber dem Hause Josaphats und tötete alle königlichen Nachfolger. Als Königin mündete ihre Rache in Machtgier. Trotz ihrer Blutherrschaft überlebte Joas und als die Zeit reif war, setzte die Priesterschaft Joas auf den Thron und ließen Athalja töten. Nach dem Putsch begannen die Priester mit der kultischen Reinigung vom Baal-Glauben.

2 - 12. Als Joas König war, verfügte er eine Abgabe, womit Reparaturen am Tempel durchgeführt werden sollten. Aber die Priester behielten das Geld für sich, worauf König Joas verärgert den Priestern verbot vom Volk steuern zu verlangen. Reumütig bezahlten sie nun die notwendigen Ausbesserungsarbeiten mit ihrem Geld. Als dann die Aramäer das Land bedrohten, zahlte ihnen König Joas einen Tribut, worauf sie wieder abzogen. Doch Joas wurde Opfer einer Verschwörung und Amazja wurde König von Juda.

2 - 13. Israel: Königsnachfolge von Jehu über Joahas zu König Joab, die alle sündige Könige waren, aber Gott hielt sein Versprechen (4 Nachfolger) gegenüber Jehu. Der Prophet Elisa starb an einer Krankheit, doch sagte er zuvor dem König Joab drei Siege gegen die Aramäer voraus, wo inzwischen Benhadad König von Aram (Syrien) war.

Israels Untergang (2. Könige 14 – 2. Könige 17)

2 – 14. Juda: Der König Amazja tötete die Mörder von Joas und unterwarf die rebellischen Edomiter. Anschließend führte er Krieg gegen Israel und verlor die Schlacht. Amazja wurde gefangen genommen und Israel plünderte Jerusalem. Jerobeam wurde König von Israel und ließ Amazja wieder frei, aber in Juda wurde er ermordet, für die Schmach gegen Israel. Zum neuen König wurde Asarja ernannt. Israel: König Jerobeam eroberte verlorene Gebiete zurück und nach seinem Tod folgte ihm Sacharja als König. 

2 – 15. Juda: Asarja wurde von Gott mit einer Hautkrankheit bestraft, da er nicht gegen den Baal-Kult im Lande vorging und ihm folgte Jotham als König. Israel: König Sacharja wurde von Schallun gemeuchelt, der dann von Menahem ermordet wurde. Menahem wurde König und die Assyrer, unter Tiglath-Pileser (= Pul), bedrohten das Land. Nach der Zahlung eines Tributs, blieb Israel autonom. Dem König Menahem folgte Pekachja, der von Pekach ermordet wurde und schließlich Hosea die Macht an sich riss. Juda: Im Text werden weitere Königsnachfolger genannt bis zum König Ahas.

2 – 16. Juda: König Ahas wurde als einziger König von Juda sehr negativ dargestellt, obwohl er (historisch gesehen), lediglich die Autonomie Judas erhalten wollte. Statt sich gegen die Assyrer zu stellen, ging er ein Bündnis mit ihnen ein. Gemeinsam wurden nun die Aramäer geschlagen und veranlasste den Priester Uria, den Tempel Gottes nach dem Altar von Damaskus umzugestalten. Die Tempelschändung, ohne Protest der Priester, war vermutlich eine vertrauensbildende Geste gegenüber den Assyrern. In der biblischen Darstellung war aber König Ahas ein verfluchter Sünder.

2 - 17. Israel: König Hosea trieb als Vasall von Assyrien ein falsches Spiel und verbündete sich mit den Ägyptern. König Salmanasser von Assyrien eroberte Samaria und Israel hörte auf zu existieren. Nachfolgend werden die Sünden Israels zusammengefasst und erklärt, warum Gott Israel in Feindeshand gegeben hatte. Im letzten Abschnitt wird erläutert, warum sich das Volk nicht mehr Israel nennen darf, sondern von nun an Samaritaner (Samariter) sind (speziell durch die assyrische Vermischungspolitik der Völker).

Judas Untergang (2. Könige 18 – 25)

2 – 18. Juda: Hiskia ist König, der das Land vom Baal-Kult reinigt und einen Konflikt mit den Philistern austrug. Vermutlich konnte Juda den Tribut an Assyrien nicht mehr leisten und kündigt die Vasallentreue. Daraufhin schickte der assyrische König Sanherib seine Streitmacht gegen Juda. König Hiskia kratzt alles Gold zusammen, schändet sogar den Tempel, um Assyrien milde zu Stimmen. Assyrien wollte jedoch Juda erobern, da sie dem König ein Komplott mit Ägypten vorwarfen. Laut der Schrift, machten sich die Assyrer über Gott lustig.

2 – 19. Der Prophet Jesaja verkündete dem König Hiskia die Hilfe Gottes. Nachdem aber die Assyrer, während der Belagerung, die Verbündeten unschädlich machten, sank seine Zuversicht zu Gott. Angeblich schickte Gotteine Engelsarmee in der Nacht und sie ermordete 185.000 assyrische Soldaten, worauf der Rest panikartig flohen (realistischer ist jedoch eine Seuche oder ein Giftanschlag). König Sanherib wurde für diese Schmach in Assyrien ermordet.

2 – 20. Hiskia wurde todkrank und flehte zu Gott und Jesaja verkündet seine Gnade. Hiskia wurde gesund und es kamen Gesandte aus Babylon, die um ein Bündnis gegen Assaur buhlten. Jesaja prophezeit daraufhin Gottes Strafgericht, dass Babylon großes Leid über Juda bringen würde und Jerusalem zerstören wird. Gott verschont Hiskias Amtszeit, für seine Sünden und nach seinem Tod wurde Manasse König.

2 – 21. Manasse ließ den Baal-Kult wieder zu und vermutlich hat er Propheten hinrichten lassen (Jesajas Tod?), die er als Aufwiegler betrachtete. Amon folgt Manasse als König und setzt die Politik weiter fort, doch priesterliche Verschwörer ermorden ihn, worauf das Volk empört die Mörder tötet. Hierin sieht Gott die Abkehr des Volkes von ihm, aber dem Volk waren die Vorzüge der neuen Politik wichtiger als Gott. Josia wird König.

2- 22. Josia erzwingt in Juda umfangreiche Reformen und stellt den Gottesglauben wieder in den Mittelpunkt. Er lässt den Tempel ausbessern, wobei die Priester ein altes Gesetzbuch finden (Deuteronomium). Der König liest darin und erkennt die Sünden seiner Väter und bittet Gott demütig um Verzeihung. Gott ist daraufhin bereit sein Strafgericht weiter aufzuschieben und Josia wird als ein wahrer Gottes-König gepriesen.

2 – 23. Als einziger König ruft er das ganze Volk zusammen und liest aus dem Gesetzbuch vor (Moses-Verfügung). Angelehnt an die Gesetze, vollzieht Josia seine fundamentalistische Reform. Die Gesetz werden konsequent durchgesetzt, so wird der Baal-Kult wieder abgeschafft und der Sabbat durchgesetzt. Wohlwollend wiederrief Gott sein Strafgericht. In Mesopotamien kämpften inzwischen Assyrien und Babylon um die Herrschaft und der ägyptische Pharao Necho wollte den Assyrern helfen. Aber Juda stand zu Babylon und so stellte sich Josia den Ägyptern entgegen. Josia starb beim Kampf und sein Nachfolger Joahas wurde von den Ägyptern nicht akzeptiert. Unter ägyptischer Kontrolle setzten sie Eljakim ein, der sich als König Jojakim nannte. Joahas aber, wurde als Gefangener nach Ägypten gebracht und starb dort. Jojakim duldete wieder die fremden Kulte im Land und das Volk litt unter einer erhöhten Steuerlast.

2 -24. Unter König Nebukadnezar besiegte Babylon die Ägypter. Jojakim wechselte daraufhin die Seite und leistete Babylon den Lehnseid. Da sein Vater Josia zu Babylon hielt, durfte Jojakim König von Juda bleiben. Doch einige Kleinstaaten ringsum bezichtigten Juda des Verrats und griffen das Land an. Mit Babylon im Bund stabilisierte sich Juda, aber auch fremden Einflüsse kamen ins Land und Jojakim ließ warnende Propheten als Aufrührer verfolgen. Als der König starb wurde Jojachin König und er schmiedete mit Ägypten Pläne gegen Babylon. Nebukadnezar ließ Jerusalem daraufhin belagern, worauf der König und die Oberschicht als Gefangene nach Babylon gebracht wurden. Jerusalem wurden geplündert. Babylon machte Mattanja zum König, der Zedekia genannt wurde. In dieser Zeit entweihte Babylon den Tempel mit seinen Götzen.

2 – 25. Auch Zedikia schmiedete eine Allianz mit Ägypten gegen Babylon, doch erneut erfuhr Babylon davon und belagerte Jerusalem. Die ägyptischen Hilfstruppen wurden geschlagen und ein Fluchtversuch von Zedikia scheiterte. Der König wurde grausam bestraft und die Stadt Jerusalem und der Tempel wurden dem Erdboden gleichgemacht. Das meiste Volk wurde nach Babylon deportiert. Nur das niedere Volk durfte weiter in Juda leben. Als die Chaldäer Babylons Verwalter ermordeten, flohen von den wenigen,die meisten nach Ägypten, da die Chaldäer das Land für ihre Dienste (Babylon) beanspruchten. In Babylon wurde der König Jojachin begnadigt und sogar Gesellschafter des babylonischen Königs.

Die Autoren haben abschließend eine Hoffnung offen gelassen, dass mit dem König Jojachin ein besseres Gottesreich entstehen könnte. In der deuteronomistischen Aussage wird jedoch klar, dass sich das Gottesvolk im Glauben erst bewähren muss und sich ehrlich zu Gott und seinen Gesetzen und Anordnungen bekennen und leben muss. Jojachin steht symbolisch für einen kommenden Gotteskönig (seine Nachfolger), der Gottes Volk über die Welt führen wird. Hiermit enden die Königsbücher, in der Geschichte religiös verklärt und eine Grundlage des Glaubens wurde, der sich in seiner Folge schwer damit tat, sich auf die Zeichen der Zeit (Entwicklungen) einzustellen.
Übrigens, die Bundeslade blieb von nun an verschollen und keiner weiß, ob die Lade bei der Zerstörung des Tempels verbrannte oder gerettet wurde und vielleicht nach Ägypten kam?

8. Chronik – Bücher 1 & 2

Die Texte beinhalten ein umfangreiches Register von Namen und wiederholen Geschichten aus den Königsbüchern. Allerdings weichen einige Texte inhaltlich ab und es finden sich hier und da Texte, die nicht in den Königsbüchern ausgeführt werden. Anzumerken ist, dass öfter von der Sünde in den Opferhöhen die Rede ist und meint das Heiligtum auf Garisim.
Zur besseren Orientierung beachten Sie bitte folgende Kennzeichnung.
R= Namensregister, Auflistungen //  K= Version oder Bezug zum gleichen Text im Buch Könige // G= andere Version bzw. nicht enthaltener Zusatz im Königstext

1. Buch Chronik

1. R. Stammbaum von Adam bis Abraham und die Geschlechter der Söhne Abrahams
2. R. Die Geschlechter von Juda mit umfangreichem Namensregister
3. R. Die Söhne Davids und die Könige von Juda und die Nachkommen Jechonjas
4. R. Die Geschlechter vom Stamm Juda und Simeon
5. R. Die Geschlechter vom Stamm Ruben, Gad und dem halben Stamm Manasse
6. R. Die Geschlechter vom Stamm Levi und die levitischen Sängerfamilien, sowie den Nachkommen von Aaron und dem Wohnsitz
        der levitischen Geschlechter

7. R. Die Geschlechter von Isaschar, Benjamin, Naphtali, Manasse, Ephraim und Asser
8. R. Nachtrag zu dem Geschlecht Benjamin und der Sippe Juda
9. R. Bewohner Jerusalems nach Stämmen. Die Ämter und Aufgaben der Leviten und Namensregister der Sippe Sauls in Gibeon
10. K. Geschichte um Sauls Tod in der letzten Schlacht und sein Begräbnis
11. K. David wird zum König gesalbt und die Eroberung von Jerusalem durch Hauptmann  Joab. G. Kurzgeschichten über Davids
      Helden. R. Auflistung der Helden Davids.

12. R. Davids Mitstreiter zurzeit von Ziklag und Krieger die dazu kamen (Hebron).
13. G. Bundeslade soll nach Jerusalem, wird aber in Obed-Edom zwischengelagert.
14. R. Davids weitere Söhne. G. Episode vom Sieg gegen die Philister mit Gottes Hilfe.
15. K. Bundeslade wird nach Jerusalem geholt. R. Namensauflistung der Beteiligten.
16. K. Aufstellung, Ordnung und Schutz der Bundeslade und Davids Danklied.
17. K. Gottes Segen und die Order (Tempelbau) an David. Davids Dankgebet an Gott.
18. R. Auflistung der Beute (Schlachten) und Abgaben für den zukünftigen Tempel.
19. R. Davids Staatsbeamte und detaillierte Angaben über den Krieg mit den Ammoniten.
20. G. Schilderung von Kämpfen gegen die Philister
21. G. Davids sündige Volkszählung. Hier darf sich David eine Strafe auswählen und entscheidet sich für die dreitägige Pest.
      David kauft für Gott ein Grundstück, wo später 
der Tempel stehen soll, aber zunächst errichtet David dort einen Altar.
22. G. David intensiviert die Vorbereitungen für den Tempelbau und beauftragt Salomo, als zukünftiger König mit dem Bau des
      Tempels (andere Version).

23. R. Auflistung der Leviten, ihre Ämter und Abteilungen, sowie der Unterweisung, dass Gott künftig im Tempel von Jerusalem
      wohnen wird (Jerusalem wird Priesterzentrale).

24. R. Aufschlüsselung der 24 Abteilungen der Priester und die Familien der Leviten.
25. R. Aufschlüsselung der 24 Abteilungen der levitischen Sänger.
26. R. Bestimmung/Festlegung der Torhüter (Wächter des Tempels) und Benennung der levitischen Schatzmeister, Amtsleute und Beamte.
27. R. Die Führer der Heeresabteilungen, die Stammesfürsten und königliche Beamte.
28. G. David stellt dem Volk Salomo als neuen König vor, der Gott einen Tempel bauen soll. 
     
Salomo erhält von David einen Tempelentwurf (keine Verschwörung erwähnt).
29. G. Die Fürsten entrichten freiwillig eine finanzielle Beigabe, worüber das Volk erfreut ist und auch David lobt den hohen Zuspruch für
     
den Tempelbau, und spricht ein Dankgebet. Salomo wird König und David stirbt. Damit endet das Chronik-Buch 1.

Das 2. Buch Chronik enthält ausführlichere Geschichten zu den bekannten Texten der Königsbücher. Nach der Reichsteilung widmet sich die Schrift ausschließlich den Königen von Juda, mit verweisen auf prophetische Bücher.

2-1. K. Salomos Opfer und sein Gebet um Weisheit (Kön. 3). R. Heeresstärke, Reichtum.
2-2. K. Salomos Vertrag mit Hiram von Tyrus zum Bau des Tempels (Kön.5).
2-3. K. Bau des Tempels (Kön.6) und die Säulen vor dem Tempel (Kön.7).
2-4. K. Beschreibungen der Innenausstattung im Tempel (Kön. 7).
2-5. K. Die Einweihung des Tempels (Kön. 8).
2-6. K. Salomos umfangreiches Gebet zur Einweihung des Tempels (Kön. 8).
2-7. K. Salomos Festopfer (Kön. 8) und Gottes Antwort auf Salomos Gebet (Kön. 9).
2-8. K. Weitere Maßnahmen Salomos (ausführlichere Angaben) – (Kön. 9)
2-9. K. Besuch der Königin von Saba, mit Andeutung einer Affäre. R. Aufschlüsselung des Reichtums Samomo. 
       Salomos Tod mit dem Verweis auf andere Bücher.

2-10. K. Rehabeam und die durch ihn verursachte Spaltung von Juda und Israel (Kön.12).
2-11. G.  Der Prophet Schemaja verhindert hier den Bruderkrieg und wegen der Treue zum davidischen Königshaus fliehen die
         Priester und Leviten aus Israel. Somit muss der König
Jerobeam (Israel) Priester ernennen die keine Leviten sind.
2-12. K. Raubzug Ägyptens als Strafe Gottes für die Sünden Rehabeams. Nach der Reue von Rehabeam wird er ein großer König
         von Juda, der das Land stabilisiert (Kön. 14).

2-13. K. Ausführliche Geschichte von König Abia, dem Nachfolger Rehabeams (Kön. 15). G. Der Krieg Juda – Israel.
          Der Hinterhalt von Israel und die Hilfe Gottes für Juda.

2-14. K. König Asa, sein Krieg gegen die Kuschiter und die kultische Säuberung (Kön.15).
2-15. G. Der Prophet Asarja uns König Asas Reformen, da Unfriede herrschte im Lande.
2-16. K. König Asas Komplott mit Aram gegen Israel (Kön. 16). G. Die Kritik deswegen (sich nicht auf Gott verlassen zu haben) 
          empfindet Asa als Provokation und sperrt den 
Seher Hanani ein (im Königstext heißt es dazu, dass Asa den Glauben verlor).
2-17. G. König Josaphat, kurze Darlegung seiner Macht und Erfolge (Regierung).
2-18. K. Aus der Sicht Josaphat. Das Bündnis mit Ahab und Michas (Prophet) Warnung vor einem Krieg gegen die Aramäer und
         der Tod von Ahab in einer Schlacht.

2-19. G. Der Prophet Jehu macht Josaphat Vorwürfe wegen dem Bündnis mit den Gottlosen (Israel). Josaphat ordnet im Sinne 
         Gottes die Rechtssprechung, die ausschließlich den 
Gesetzen Gottes folgen und die Priester im Streitfall eine Lösung finden sollen.
2-20. G. Mit Gottes Hilfe besiegt Josaphat die Moabiter und Ammoniter, hält aber am Bund mit Israel fest. Zur Strafe vernichtet Gott
         die Schiffsflotte (Handel) von Juda.

2-21. G. König Joram folgt und er heiratet Ahabs Tochter. Unter seiner Herrschaft kommt es Unruhen und Überfällen und der Prophet
         Elia sagt ihm schwere Krankheiten voraus, 
aufgrund seiner Sünden. Joram stirbt einen qualvollen Tod und Invasoren töten seine
         Nachkommen. Joahas bleibt übrig und nennt sich nach einen israelischen König Ahasja.
2-22. G. Mit dem Einfluss der Mutter Athalja, nimmt Ahasja freundschaftliche Beziehungen zu Israel auf. Ahasja wird in Israel ein
         Opfer von Jehus Revolte (anders dargestellt). 
Athalja, die Mutter von Ahasja und Tochter von Isebel, ergreift daraufhin wütend
         die 
Macht und lässt aus Rache, für Jehus Blutgericht in Israel die königlichen Erben Judas töten. 
         Der Priester Jojada konnte jedoch Joas verstecken.

2-23. G. Ausführlicher wird der Sturz von Athalja beschrieben und Joas wird König.
2-24. K. König Joas lässt Tempel ausbessern, genehmigt aber Götzenkult und lässt kritische Priester richten. Joas wird von Fürsten
         ermordet (politische Gründe) (2. Kön. 12).

2-25. K. König Amazjas Krieg gegen Israel. Er gerät in Gefangenschaft und Jerusalem wird geplündert. Amazja wird freigelassen und 
          in Juda ermordet (2 Kön. 14).

2-26. K. König Usia (= Asarja) stabilisierte das Reich, überschritt seine Opferkompetenzen und wurde von Gott mit einer Hautkrankheit
          bestraft (2. Kön. 14).

2-27. K. König Jotham wohlgefälliges Handeln in Kurzform (2. Kön. 15).
2-28. K. König Ahas und seine Götzensünden und die vielen Konflikte, durch das Taktieren gegen die Großmacht Assyrien (2. Kön. 16).
2-29. K. König Hiskia veranlasste die Tempelreinigung und ordnete den Dienst im Haus Gottes (2. Kön. 18). 
         R. Namensliste und Ordnungsritual / Ablauf.    

2-30. G. Regeln für das Passahfest werden erneuert und Götzenheiligtümer vernichtet.
2-31. G. + R. Ausführungen zu der Versorgung von Priester und Leviten, und Namensliste.
2-32. K. Assyrer belagern Jerusalem und die wundersame Rettung (2. Kön. 18). Gott schenkt Hiskias etwas mehr Lebenszeit.
         Gottes Verärgerung über Hiskias Bündnis mit Babylon.

2-33. K. König Manasse wurde zunächst rückfällig im der Götzenverehrung, war aber nach seiner Gefangenschaft (Assyrer) geläutert
         (2. Kön. 21). Es folgte König Amon, der w
ieder sündigte und von seinen Gegnern ermordet wurde.
2-34. K. König Josia der glorreiche König. Er ließ den Tempel und Jerusalem von den Götzen reinigen und fand Moses Gesetzbuch.
         Josia las öffentlich aus dem Gesetzbuch vo
r und begann mit seinen umfangreichen fundamentalistischen Reformen (2. Kön. 22).
2-35. K. Josia setzte konsequent Gottes Gesetze durch. Schließlich kam der ägyptische Pharao Nacho und wollte Assyrien helfen im
          Kampf gegen Babylon, aber Josia stellte sich den
Ägyptern entgegen und Josia starb dabei (2. Kön. 23).
2-36. K. In Kurzform werden die letzten Könige Judas abgehandelt, Joahas, Jojakim und Jojachin (2. Kön. 23). Mit König Zedekia folgt 
         der Untergang Judas und Deportation des
Volkes nach Babylon. G. König Cyrus von Persien erobert Babylon und unter seiner
         He
rrschaft darf das Volk Juda heimkehren und Jerusalem wieder aufbauen.

9. Das Buch Esra

Das Buch Esra handelt zur Perserzeit (zwischen 538 bis 458 v. Chr.) und hat zum zentralen Thema den Wideraufbau des Tempels. Die Schrift soll deutlich machen, dass Gott einen neuen Tempel befürwortet, aber nicht mehr ein Königreich. Die Könige haben alle samt versagt und haben sich von der Macht verführen lassen und sich nicht mehr an die Weisungen Gottes gehalten. Über die jüdischen Gemeinden soll sich das Volk Gottes bewähren und der Tempel dient dazu, zentrale Glaubensfragen für die Gottesdienste zu klären. Nach historischer Ansicht wurde mit dem Tempelbau 520 v.Chr. begonnen und etwa 515 v.Chr. abgeschlossen. Die biblischen Bezüge zur Historie sind häufig nicht stimmig. Angemerkt sei das zwischen Tempelbau und dem Wirken Esras etwa 60 Jahre liegen.

Tempelaufbau
1. Der liberale König Cyrus, von Persien, erlaubt den Juden die Heimkehr nach Jerusalem. 
    
In mehreren Wellen kann die Stadt und der Tempel wieder aufgebaut werden.
2. Verzeichnis der Heimkehrer mit ihrem Besitz.
3. Errichtung eines Altars in Jerusalem und der Beginn des Tempelbaus.
4. Streitereien und Widerstände gegen den Tempelbau erzürnen Gott, der nicht mehr in Jerusalem wohnen möchte und stärkt
   
deshalb den politischen Widerstand. Gegner der Juden warnen die persischen König Kambyses und Darius davor, dass durch den 
    Glauben 
Jerusalem immer ein Unruheherd war. Daraufhin wurde der Tempelbau gestoppt.
5. In einem langen Brief bitten die Juden König Darius, den Tempel weiter bauen zu dürfen.
6. Sie erinnern ihn an das schriftliche Versprechen von König Cyrus, worauf der König von Persien, die Erlaubnis wieder erteilt.
    Nachdem die Juden den Tempel fertig gebaut hatten
feierten sie, zu ehren Gottes, das Passahfest.

Esras und die Misch-Ehen
7. Esras Stammbaumlinie wird bis Aaron zurückverfolgt. Inzwischen ist Artaxerxes (auch Arthahsasthas genannt) König und an ihm
    schreibt Esra einen Brief und möchte mit den 
letzten Juden von Babylon nach Judäa ziehen. Der König erteilt ihm die Erlaubnis, 
   doch 
legt er klare Regeln fest (Trennung von staatlichen und religiösen Befugnissen).
8. Verzeichnis aller Rückkehrer mit Esra. Vorbereitungen für den etwa 100 Tage Marsch nach Jerusalem und die Ankunft in der
    heiligen Stadt (458 v. Chr).

9. Esra beklagt, dass viele Juden Mischehen eingegangen sind und macht ihnen Vorhaltungen.
10. Esra fordert umgehend solche Ehen scheiden zu lassen, damit das Gottesvolk rein bleibt. Den Juden wurde nicht nur der
     Gemeindeausschluss angedroht, sondern auch ihr Besitz 
würde konfisziert werden.
     Verzeichnis aller Juden, die sich von ihren ausländischen 
Frauen und Kinder trennten.      

10. Das Buch Nehemia

Das Buch Nehemia handelt ebenso in der Perserzeit, um 445 v. Chr. Hier steht im Mittelpunkt der Stadtmauerbau um Jerusalem und deren Anfeindungen. Nehemia, fungiert als Stadthalter von Jerusalem, als Vasall des Perserkönigs Artaxerxes.

1. Nehemia, der in Babylon lebte, erfuhr vom katastrophalen Zustand der Stadt. Historisch war Jerusalem öfter Ziel von Raubzügen, aber auch Opfer innerer Unruhen. Der Stadt fehlte eine schützende Mauer. Besonders die „Entronnenen“ (verschonte Juden beim Fall von Jerusalem) sahen in den „Rückkehrern“ (Exiljuden aus Babylon) eine existenzielle Bedrohung (Nahrung, Sozial). Dadurch wurde die Stadt immer wieder zerstört.
2
. Der persische König erlaubte Nehemia sich um die Stadt zu kümmern und gab ihm die Genehmigung für eine Stadtmauer. Bislang wurde das Jerusalem verweigert, da man in eine befestigte Stadt Jerusalem eine Gefahr sah. Nehemia autorisierte sich mit dem Königs-Dekret vor dem Stadthalter Sanballat, von Samaria. In Jerusalem begeisterte er die Einwohner für den Bau der Stadtmauer.
3. Der Bau der Stadtmauer und eine Liste von Bauleuten. Argwöhnisch betrachtete Sanballat und seine Verschworenen den Bau der Mauer und sahen darin eine Gefahr.
4. Der Stadthalter Samarias bedrohte die Stadt, worauf die Bewohner die Arbeit einstellten, aber Nehemia stärkte ihren Glauben. Somit bauten sie weiter und bildeten auch Verteidigungskämpfer aus.
5. Das Volk beklagte seine Not, worauf Nehemia die Wohlhabenden aufforderte, dem Volk entgegenzukommen (Schuldenerlass, Preisnachlass, Pacht- und Lehensverzicht).
6. Der Stadthalter Sanballat versucht Nehemia zu beseitigen und fordern von ihm Rechenschaft, für einen angeblichen Bruch mit Persien. Nehemia reist aber nicht nach Samaria, sondern rechtfertigt sich schriftlich. Inzwischen wurde die Stadtmauer fertig gestellt.
7. Maßnahmen zur Sicherung der Stadt. Verzeichnis der Zurückkehrer aus Babylon und erwähnenswerte freiwillige Beiträge zum Tempelbau.
8. Der Priester Esra verlass Gottes Gesetze (Moses) und Nehemia war Stadthalter und sie gelobten in Gottes Sinne zu handeln und feierten danach das Laubhüttenfest.
9. Während der Feier verlass Esra weiterhin Gottes Wort und das Volk sah seine Sünden ein. Esra erinnerte an Gottes Taten und gemeinsam verurteilten sie das halsstarrige Handeln ihrer Väter (Könige) und sprachen einmütig ein Bußgebet.
10. Auflistung der Namen/Sippen, die sich verpflichten Gottes Gebote zu befolgen.
11. Verzeichnis der Einwohner Jerusalems und der Landbevölkerung.
12. Liste von Priester und Leviten. Die Einweihung der Stadtmauer. Verfügung über die allgemeinen Abgaben an die Priester und Leviten durch die Amtsleute.
13. Juda weist alle Fremden aus ihren Wohnorten aus. Nehemia geht gegen Ordnungswidrigkeiten im Tempel vor und stellt Verstöße gegen den heiligen Sabbat unter Strafe. Noch einmal verbietet Nehemia ausdrücklich die Ehe mit ausländischen Frauen.

11. Das Buch Esther

Das Buch Esther versteht sich als liturgisches Buch und begründet das Purimfest. Die Geschichte spielt zur Zeit des persischen König Xerxes (485 – 465), also vor den Büchern Esra und Nehemia. Kernpunkt ist die Ehe zwischen der Jüdin Esra (Hadassa) und Xerxes, und dem Wirken von Mordechai. Theologisch wird die Kraft Gottes in der Diaspora (Verstreutheit, in anderern Ländern) verdeutlicht, der über Esther und Mordechai sein Volk vor dem Untergang bewahrt.

1. Xerxes (Ahasveros) feiert ein Fest und schickt nach der König Vasthi, doch sie verweigert sich. Da sie es wagte dem König nicht zu gehorchen verstößt Xerxes sie. Zudem erlässt er ein Dekret, dass alle Frauen ihren Männern folgsam sein müssen.
2. Um sich eine neue Frau auszuwählen, sollen ihm die schönsten Jungfrauen des Reiches vorgeführt werden. Mardochai, ein jüdischer Hofangestellter, bringt seine Adoptivtochter Esther mit und die Wahl des Königs fällt auf sie.
Mardochai entdeckt eine Verschwörung 
und über Esther warnt er König Xerxes, der entsprechend handelt.
3. Der Judenhasser Haman wird zum höchsten Beamten des Königs und der Jude Mardochai verweigert ihm den Kniefall (den höfischen Respekt). Haman schürt darauf eine Intrige und überzeugt den König davon, das alle Juden eine Gefahr sind. Aufgrund dessen erlässt Xerxes die Verfügung, dass alle Juden zu töten sind.  
4. Mardochai überredet Esther, dass sie mit dem König reden sollten, damit er den Erlass zurücknimmt. Nur sie würde er empfangen und ihr zuhören.
5. Esther geht zum König und lädt ihn und Haman zum Essen ein. Bewusst hält sie beide mit ihrem Anliegen hin. Eigenmächtig lässt Haman für Mardachai einen Galgen errichten.
6. Der König erinnert sich an Mardochai, der ihn vor der Verschwörung warnen ließ, ohne Lohn zu verlangen. Xerxer wies Haman an, Mardochai zu ehren, statt ihn zu hängen.
7. Esther offenbart bei einem weiteren Essen, dass sie Jüdin ist und deckt das falsche Spiel von Haman auf. Der König ließ daraufhin Haman an der Stelle für Mardochai hängen.
8. Der König ehrte Mardochai und Esther, aber einen gegebenen Befehl konnte der König nicht zurücknehmen (würde ihn unglaubwürdig machen). Stattdessen verfügte er das Verteidigungsrecht der Juden, gegen alle die sie bedrohten.
9. Historisch sehr fraglich bekämpften die Juden, mit Gottes Hilfe, ihre Feinde und sogar in der Hauptstadt Susa richteten sie ein Blutbad an. Die Autoren unterstrichen die Rache der Juden, die eine Art Selbstverteidigung war, aber unterstrichen gleichzeitig ihre Treue zu Persien („aber die Güter fassten sie nicht an“). Nach der Rache feierten die Juden ein Fest und nannten es Purimfest (Pur = Los; Haman ließ den Pogrom gegen Juda auslosen).
Historisch ist anzumerken, dass für Xerxes der Krieg gegen die Griechen das eigentliche Problem war. Geschwächt von den Niederlagen musste Xerxes gegen verschiedene Aufstände vorgehen http://suzeweinberg.typepad.com/.a/6a00e553b1ae5d883301b8d0e2c5cf970c-500wi
und wurde ein brutaler Herrscher, der schließlich ermordet wurde. Die Geschichte von Esther ist eher etwas märchenhaft überfremdet und hat es historisch vermutlich nicht gegeben.
10. Abschließend wird Mardochai als Minister von Xerxes hervorgehoben, der beim Volk s
ehr beliebt war und in den Aufzeichnungen der Perser angeblich erwähnt wurde.
Auch der Fakt scheint sehr unglaubwürdig. Obwohl wieder einmal keine historische Daten im Bibeltext auftauchen, wurde Xerxes in den letzten Königsjahren nachweisbar vom Volk gehasst. Also war auch ein Mardochai, wenn es ihn gab, nicht sonderlich beliebt. Übrigens fanden sich keine Hinweise auf Esther und Mardochai in persischen Schriften.
                                                                                                        Bildquelle:  
Esther klagt Haman an // www.suzeweinberg.typepad.com