7.2. Von Jakob bis zum Exodus

7.2. Von Jakob bis zum Exodus

A. Vätergeschichte Jakob (Gen. 27 - 36 )
B. Vätergeschichte Joseph (Gen. 37 - 50)
C. Exodus (2. Buch Moses)

A. Vätergeschichte Jakob 
Bild: Jakobs Traum – Gemälde von Josepe de Ribera (1639); Quelle: www.bibelwissenschaft.dehttps://www.bibelwissenschaft.de/fileadmin/buh_bibelmodul/media/wibi/image/am_WILAT_Himmelsleiter_4.jpg

Gen. 27: Jakobs List der Segnung
Der alte sehgeschwächte Vater Isaak bittet seinem Sohn Esau ein Wildbrett, für ein Mahl zu erlegen, dafür will er ihn dann seinen Segen als Erstgeborener geben. Das hört Rebekka und schmiedet mit Jakob eine List. Sie täuschen den Vater und Jakob gibt vor Esau zu sein. Der Plan gelingt und Jakob erschleicht sich Isaaks Segen. Als Esau sein Mahl dem Vater bringt, wird Isaak sein Irrtum klar. Statt aber Jakob für die Täuschung zu bestrafen, erklärt er Esau, dass er seinen gegebenen Segen nicht mehr zurücknehmen könne. Esau akzeptiert die Entscheidung des Vaters und hofft das Isaak ihn dennoch segnen wird. Die Enttäuschung ist jedoch groß, als ihm Isaak den Segen verweigert, weil er nur einen Sohn den Segen geben darf. Da Jakob sich den Segen rechtsgültig erschlichen hat, soll Esau darüber hinaus sogar noch als dienender Bruder Jakob zur Seite stehen. Daraufhin war Esau außer sich vor Zorn und drohte seinen Bruder Jakob (= der Betrüger) den Tod an, für die gesamte Schmach, die er erlitten hat.
Das allgemeine Gerechtigkeitsempfinden wird hier scheinbar auf eine harte Probe gestellt. Wie kann es sein, dass der durchtriebene Jakob für seine List belohnt wird und der rechtschaffende Esau leer ausgeht. Und wieso duldet Gott so eine Ungerechtigkeit. Zunächst einmal, gehörte es damals durch aus zu der Praxis Texte mit provokanten Inhalten zu versehen, sodass die Geschichten für Diskussionsstoff sorgten. Um nun die Geschichte richtig einzuordnen, ist es notwendig die historische Gegenwart der Verfasser zu kennen. Alle Väter-Geschichten richten grundsätzlich ihren Fokus darauf, wie das Volk Israel, durch die Väter, zu Gottes ausgesuchtes Volk wurde und wie der Status anderer Völker zu Israel ist.
In Gen. 25 wird Esau als Lieblingssohn von Isaak bezeichnet, der aufgrund dessen sich eine Braut aussuchen durfte. Esau heiratete aber eine Hethiterin (Gen. 26), die nun nicht der vorgezeigten Linie Gottes entsprach. Somit war Isaak über Esaus Brautwahl enttäuscht, aber auch darüber, dass Esau sein Erstgeburtsrecht (Gen. 25) an Jakob verkaufte. Trotzdem verhielt sich Isaak traditionsbewusst und war bereit seinen Sohn Esau zu segnen.
Dass er von Jakob überlistet wurde, könnte Isaak nun als Glücksfall gewertet haben, sogar als göttliches Wirken (einmischen). Im Gegensatz zu Esau war es Jakob möglich, einen gottgefälligen Weg zu gehen, damit sich die Prophezeiung erfüllte und Jakob sich eine Braut im Land der Väter sucht. So gesehen wurde Esau für seine Fehler abgestraft und hat sich selbst ins Abseits manövrierte. Je stärker egoistische Triebe/Handeln dem Selbstzweck dienen, desto stärker sinkt auch die Zahl der Befürworter (Freunde, Anhänger). Jakob verfolgt dagegen größere Ziele und geht mit seiner Listigkeit auch Risiken ein (ein Fluch Isaaks über Jakob wäre möglich gewesen).
Letztendlich hat die Geschichte einen realen Bezug zur Gegenwart. Esau wird als Urvater des Volkes Edom bezeichnet, wodurch Edom ein Brudervolk von Israel ist und sich von seinem Status her, dem Bruder Israel zu fügen (unterordnen) hat. Diese Wertigkeit wurde als ursächlich für eine wechselhafte Beziehung zwischen den Völkern angesehen, die zwischen Feindschaft und Freundschaft tändelt.
Am Ende des 27. Kapitels rät Rebekka ihrem Sohn Jakob, er solle zu seinem Bruder Laban auswandern, damit Esau seine Morddrohung nicht wahr machen konnte. Fast nahtlos schließt sich Kapitel 28 an und gehört bis Vers 10 zu der gleichen inhaltlichen Linie. Möglicherweise gehören Gen. 26,34 bis Gen. 28,9 zu einer Geschichte oder Textstellen wurden gestrichen, sodass es ursprünglich 3 Kapitel gab.

Gen. 28: Jakobs Flucht nach Haran
Über die Idee, dass Rebekka den Sohn Jakob nach Haran zu ihren Bruder Laban schicken will, ist Vater Isaak hocherfreut. Mit der Warnung keine Kanaaniterin zu heiraten, hofft Isaak, dass Jakob eine Tochter Labans zur Braut wählt und gibt ihm seinen Segen mit auf den Weg. Das aber hört Esau und ist tief betrübt und demonstrativ nimmt sich Esau eine Tochter von Ismael zur Frau. Davon abgesehen, dass ein Mann damals mehrere Frauen heiraten konnte, wird hier der bittere Bruch zwischen Vater und Sohn deutlich. Wie Ismael kommt sich Esau verstoßen vor und beide werden zu Verbündete, deren Väter sich durch ihre Frauen leiten ließen und die rechtmäßigen Söhne verstießen.
Diese Zeilen bekräftigen die Sichtweise von Kapitel 27, dass Esau seinen Anspruch als Lieblingssohn für Isaak verwirkt hatte und stattdessen Jakob in seiner Gunst aufstieg. Um dieses Verständnis zu untermauern wurden später die Verse von der Himmelsleiter dazu gefügt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Ortsbezeichnungen, die später kultischen Zwecken dienten. So zog Jakob von Beerseba los und auf seinem Weg legte er sich müde zur Ruhe. Da träumte er, wie er eine Himmelsleiter sah, an der Engel auf- und abstiegen und oben thronte Gott, der Jakob eine reiche Nachkommenschaft prophezeite und ihm seinen Bund anbot. Die Steine auf die er schlief, richtete er anschließend zu einem Stein-Mal und nannte diese Stätte Bethel (= Haus Gottes). Mir diesen kurzen Versen stellen die Verfasser klar, dass Jakob im Sinne Gottes handelt und wandelt.

Gen. 29: Jakob begehrt Rahel zur Frau 
Jakob trifft im Land der Urväter ein und fragt an einem Brunnen nach Laban, dem Bruder seiner Mutter. Ein solcher Brunnen in der weiten Steppe, hatte damals den Status eines Marktplatzes. Hier trafen sich die Hirten, tauschten sich aus oder machten Geschäfte. Zu diesem Brunnen kam auch Rahel, eine Tochter Labans, in die er sich sofort verliebte. Jakob begleitete Rahel, stellte sich bei Laban als Verwandter vor und warb um Rahel. Da Jakob über keine Mitgift verfügte, sollte er Laban als Knecht dienen. Nachdem Jakob seine Dienstzeit abgeleistet hatte, hoffte er Rahel heiraten zu können. Aber Laban schickte ihm seine älteste Tochter Lea ins Hochzeitszelt.
Da traditionell die Braut verschleiert ins dunkle Zelt kam, erkannte Jakob erst am nächsten Morgen, dass er getäuscht wurde und beklagte sich darüber. Laban hatte jedoch Jakob für seine begehrliche Sünde abgestraft. Jakob hätte wissen müssen, dass Laban, nur nach alter Sitte handeln kann. So musste immer erst die älteste Tochter (Lea) verheiratet sein, bevor die jüngere Tochter (Rahel) verheiratet werden kann. Jakob hatte also versucht Laban zu einem unlauteren Handel zu überreden, um das ungeschriebene Gesetz zu umgehen. Da Jakob aber Rahel liebte, ließ er sich auf eine erneute Dienstzeit ein, um Rahel heiraten zu können.
Die Zahl 7 als Dienstzeit versteht sich hier symbolisch, sodass Jakob maximal jeweils 2 Dienstjahre ableisten musste. Zwischen den Zeilen wird Jakob auch für seine Sünden gegenüber Esau abgestraft, da Jakob sich mehrfach seinen Status (Erstgeborener, Gesegneter) ergaunerte und symbolisch ausgesagt wird, dass sich jede Sünde früher oder später rächt.
Am Ende der Geschichte hat Jakob 2 Frauen, dass zur damaligen Zeit nicht unüblich war. Eine Sünde war jedoch, dass Jakob seine Frau Rahel bevorzugte und Lea kaum beachtete. Dieser Egoismus erzürnte Gott und machte Rahel unfruchtbar und nur Lea schenkte ihrem Mann Jakob vier Söhne. Die Söhne Ruben, Simeon, Levi und Juda sollten später die Stammväter israelischer Völker werden. 

Gen. 30: Jakobs Nachkommen und Reichtum
Erneut gehen die Texte ineinander über und vom inhaltlichen Sinn her umfasst das Kapitel 30, die Texte von Gen. 29, 31 bis Gen. 30, 24. Die Schriftgelehrten ihrer Zeit konstruierten hier den Väterursprung von 11 israelischen Völkern. Die Geschichte wurde dabei bedacht zusammengestellt und spiegelt eine Wertigkeit bzw. Aussage über die späteren Völker wieder. Die entsprechende Interpretation ergibt sich aus den späteren Texten.
Grundlegend sei angemerkt, dass mit Levi und Juda zwei Völker personifiziert worden sind und auch Ruben und Simeon sind mehr als Völkernamen zu sehen. Der Wert der 4 Söhne der Mägde, ergibt sich aus dem Status ihrer Herrin (Lea & Rahel). Letztendlich ist aber die Bewertung über die weiteren Texte eine Interpretationssache. Somit ist auch die Bedeutung der später geborenen Söhne Leas eine Betrachtungssache. Da die unfruchtbare Rahel nun plötzlich doch schwanger wurde, hebt für Jakob den Sohn Joseph in einen besonderen Status.
In der Geschichte heißt es, dass Rahel nicht schwanger wurde. Sie fühlte sich minderwertig, zumal es traditionell für eine Frau eine Schande war unfruchtbar zu sein. Rahel überredete deshalb Jakob zu einer Leihmutterschaft. Gerade in gehobenen Kreisen war es eine gängige Praxis, dass die Magd (hebr. Ausdruck f. Sklavin), für ihre Herrin ein Kind bekam. So zeugte Jakob mit der Magd Bilha die Söhne Dan und Naphthali, die ebenso Stammväter israelischer Stämme wurden. Lea fürchtete nun um ihren Status, da sie keine weiteren Kinder bekam und überredete Jakob dazu, mit ihrer Magd Silpa Kinder zu zeugen. Aus der Beziehung resultierten die Söhne Gad und Asser, die ebenfalls Stammväter wurden.
Schließlich brachte Leas Sohn Ruben Liebeswurzeln vom Felde mit, die ihre Fruchtbarkeit wieder herstellen könnte. Davon erfuhr Rahel und versuchte sie Lea abzuhandeln, doch Lea wehrte verbittert ab, da Lea immer noch darüber verärgert war, dass Rahel die bevorzugte Frau für Jakob war. Bei den Liebeswurzeln handelt es sich vermutlich um die Früchte der Alraune, die seinerzeit als fruchtbarkeitsteigernd angesehen wurden.
In der Geschichte wird Lea daraufhin wieder schwanger und gebar die Söhne Isaschar und Sebulon. Gesondert wird die Geburt von der Tochter Dina genannt, deren Schicksal in Gen. 34 bedeutsam wird. Schließlich sah Gott die Trauer von Rahel und ließ sie schwanger werden. Überglücklich darüber, kam somit ihr Sohn Joseph zur Welt und auch Jakob war sehr froh, dass Rahel nun fruchtbar war. Hiermit endet zunächst die Geschichte über Jakobs Nachkommen (es fehlt noch Benjamin) und das Kapitel erzählt nun noch eine Nebengeschichte.
Ab Vers 25 wird ein Handel zwischen Laban und Jakob erzählt. Nach theologischer Ansicht wurde der Text mehrfach überarbeitet und so verändert, dass ein verwirrender Wortmix übrig blieb. Letztendlich läuft alles auf Jakobs Rache hinaus, für Labans List um Rahel. Jakob äußert gegenüber Laban den Wunsch in seine Heimat gehen zu wollen. Obwohl Jakob ein Verwandter von Laban ist, hat Jakob keinen Anspruch auf Besitz, sondern ist rein rechtlich ein Vasall Labans. Da Jakob mit seiner Sippe erheblich Labans Reichtum vermehrt hat, ist dieser in der moralischen Pflicht ihn dafür zu entlohnen. Scheinheilig verzichtet Jakob auf den Lohn und wollte mit seinen Leuten (Frau, Nachkommen, Bedienstete) von dannen ziehen. Für Laban wäre das aber unehrenhaft gewesen und wollte ihm als Lohn Vieh (Ziegen, Schafe) geben. Jakob schlug ihm daraufhin einen lukrativen Handel vor, der auf dem ersten Blick Jakob benachteiligte und Laban ein reines Gewissen ermöglichte. Mit Gottes Hilfe stellten sich, die sonst kräftigen (einfarbigen) Tiere, als kränklich heraus und in großer Zahl wurden gesprenkelte Tiere geboren, wodurch Jakob ein reicher Mann wurde.

Gen. 31: Jakobs Nachkommen und Reichtum
Die Söhne von Laban waren über die durchtriebene List von Jakob verärgert und trachteten ihm nach seinen Leben. Jakob erkannte die bedrohliche Situation und wollte mit seinen Gefolge flüchte. In einem Gespräch erklärte er seinen Frauen, dass nicht er Laban überlistet hat, sondern Gott ihn zum Handel geleitet hat. Im Traum sah er wie sprenklige, gefleckte und bunte Tiere massenweise umhersprangen, statt der üblichen weißen und schwarzen Tiere. Außerdem, rechtfertigt sich Jakob damit, dass Laban den Lohn für Jakob 10 Mal verändert habe, um ihn zu benachteiligen. Die Töchter waren daraufhin bereit, dass Land ihres Vaters zu verlassen und im Sinne Gottes in Jakobs Heimatland zu ziehen (Land von Vater Isaak).
Anmerkungen:
1. Vers 7, über den 10-maligen Lohn, ist ein Indiz dafür, dass das Kapitel 30 ursprünglich umfangreicher war (Handel um den Lohn) und später stark gekürzt wurde.
2. Nach altorientalischer Sitte war ein Vasall (Jakob) rechtlich eingeschränkt und durfte erst seiner Wege gehen, wenn sein Herr (Laban) ihn freigab. Der Besitz von Jakob war somit auch nicht frei verfügbar. Jakob war gebunden an den Einflussbereich von Laban und durfte daher nicht ohne Labans Erlaubnis fortziehen und schon gar nicht, dass ganze Vieh in ein fremdes Land mitnehmen (entsprach dem Status ->Republikflucht).
3. Nach dem Vollzug einer Ehe hatte der Brautvater gegenüber seinen Töchtern die Pflicht, ihnen einen angemessenen Anteil vom Brautpreis auszuzahlen. Dies scheint laut Text nicht erfolgt zu sein. So gesehen, betrachteten die Töchter (Lea, Rahel) das Vieh als ihren Anteil und war somit persönliches Eigentum und unterstand nicht mehr der regionalen Oberhoheit.
In der Geschichte flieht Jakob mit seiner Sippe wiederrechtlich und natürlich werden sie von Labans Leuten gestellt. Einen besonderen Frevel erlaubte sich Rahel und raubt Labans Hausgott als Erinnerungsstück (Diebstahl). Bevor Laban mit seinen Leuten Jakob erreichte erschien ihm Gott im Traum und verbot ihm Jakob etwas anzutun. So beschränkte sich Laban darauf Jakob Vorhaltungen zu machen, dass man über alles hätte Reden können, aber Jakob rechtfertigte sich damit, dass er da seine begründeten Zweifel hatte. Verärgert beschränkte sich Laban auf die Rückgabe des Hausgottes. Jakob, der sich keiner Schuld bewusst war, erlaubte Laban, sein Lager zu durchsuchen, obwohl ein solcher Vorgang als demütigend empfunden wurde. Da Rahel sich auf den Hausgott setzte und vorgab schwanger zu sein, fanden Labans Leute die Skulptur nicht. Für Laban mündete seine Verfolgung somit in ein Fiasko und wollte Retten was noch zu retten war. Laban erinnerte Jakob an die gemeinsamen Vorfahren und das seine Frauen und das Vieh eigentlich ihm gehörten. Aber Laban wollte Jakob in die Souveränität entlassen und mit ihm wenigstens einen ewigen Bund schließen, auf der Basis gemeinsamer Vorfahren. In Gilead errichteten sie ein Steindenkmal, als Zeugnis des Bundes und in Mizpa wurde ein Gedenksteinhaufen errichtet, der den Töchter Laban den Status in Jakobs Sippe garantiert.
In diesen Vers ist auch die Rede vom „Schrecken Isaaks“ und meint damit Gott, der seine Macht gegenüber anderen Völkern demonstrierte (z.B.: Philister-König). Die Bezeichnung taucht später bei der Vereinigung der israelischen Stämme auf und wird ein Argument, dass Gott zwar verschiedene Bezeichnungen bekam, jedoch immer derselbe Gott blieb. 

Gen. 32: Die Furcht vor Essau und der Kampf am Jabbok
Jakob zog weiter ins Land seiner Väter, doch dort herrschte sein Bruder Essau, der sicherlich noch über Jakob erzürnt war. Jakob entwickelte listig einen reumütigen Plan und schickt Essau in Etappen Geschenke, um ihn erst einmal milde zu stimmen. Jakob selbst wird am Fluss Jabbok von einem Wächter aufgehalten. Nachdem Jakob ihn besiegte, ehrte ihn der Wächter ehrfurchtsvoll, da er Gottes Gunst in Jakob erkannte. Im Sinne Gottes sollte Jakobs Sippe von nun an Israel (Gottesstreiter) heißen. Die Stätte dieser Begegnung sollte sich künftig Pniel (Angesicht Gottes) nennen. 
Der Kampf am Jabbok geht zurück auf eine Dämonenlegende, die umstrukturiert wurde und symbolisch von finsteren Mächten berichtet, die den Gläubigen entgegentreten. Erst wenn der Glaubende den Kampf dagegen wahrhaft aufnimmt, wird ihm Gottes Hilfe nahe sein und Gott wird sich im Besiegten, dem erlösten Dämon zeigen.

Gen. 33: Versöhnung mit Essau
Angesichts der militärischen Übermacht begegnet Jakob seinen Bruder Essau unterwürfig und bereut seine Sünden (Gen. 27), und ehrt Essau als rechtmäßiger Nachfolger Isaaks. Essau vergibt seinen Bruder und verzichtet großzügig auf Jakobs Geschenke (Schmerzensgeld) und ist bereit mit seinem Bruder im Land seines Vaters Isaak zu leben. Doch räumlich siedelten sie getrennt. Essau blieb im südlichen Jordanland, im Einflussbereich der Philister und Jakob siedelte sich im Norden bei den Kanaanäern an.

Gen. 34: Die Schändung Dinas in Kanaan
Sichem, der Sohn des Herrschers der gleichnamigen Stadt (in Kanaan), begehrte Dina und nach der Schrift, soll er sie vergewaltigt haben. Nach dem geltenden kanaanäischen Recht, durften sich die Söhne der Oberschicht ihre Frauen unter den Untergebenden aussuchen. Nach israelischen Recht war immer das Einverständnis des Familienoberhaupts nötig. Ein Konflikt war somit vorprogrammiert. Sichems Vater Hemor, verhandelte deshalb mit Jakob, um den Konflikt, nach israelischer Ansicht, aus der Welt zu schaffen. Angesichts der militärischen Stärke der Kanaanäer lässt sich Jakob auf ein nachträgliches Brautgeschenk ein, fordert aber die Beschneidung von Hemors Sippe, also allen Männern der Stadt Sichem. Der Sohn von Hemor liebte Dina so sehr und überzeugte seinen Vater, worauf die Beschneidung der Männer durchgeführt wurde. Aufgrund der Beschneidung waren aber die Männer der Stadt zunächst kampfunfähig, daraufhin fielen die Männer von Simeon und Levi über sie her und erschlugen sie. Jakob fühlte sich daraufhin wortbrüchig und befürchtete blutige Rache. Aber seine Söhne verwiesen auf die Schandtat des Kanaanäers, der Dina entehrte und sie dem Volke Israel minderwertig machte.
In dieser Geschichte ist es unerheblich, ob Dina wirklich vergewaltigt wurde oder mit Sichem freiwillig verkehrte. Ohne Zustimmung des Familienoberhauptes war der Beischlaf in jedem Fall eine unverzeihliche Sünde. Dazu kam, dass Sichem unbeschnitten war und dadurch Dina verunreinigte, wodurch Dina nicht mehr zu Gottes Volk gehören konnte. Der Frevel verlangte nach einer Blutrache und im Text wird Kanaans Schandtat an das gesamte Volk Israel betont. Eine Verbindung beider Völker ist daher undenkbar, aber die Geschichte erklärt auch, warum sich die Kanaanäer Beschneiden ließen. Letztendlich wurde hier ein neues Indiz für die unüberbrückbare Feindschaft gegenüber Kanaans geschaffen, selbst wenn der Gegner übermächtig sein sollte. Bewusst wurde auch der Name Sichem gewählt, eine bedeutende Stadt in Kanaan, die von den Israeliten und mit Gottes Hilfe besiegt worden ist.

Gen. 35: Jakob zieht nach Bethel
Auf Gottes Weisung sollte Jakob mit seiner Sippe von Sichem nach Bethel ziehen. Zuvor gebot er ihm, dass sich sein Volk von allen kanaanäischen Einflüssen trennen sollte. So wurden auch heidnische Symbole (Götzen) vergraben, wodurch symbolisch der Geist der kanaanäischen Sünde dort weiter wohnte. Die babylonischen Schriftgelehrten manifestierten damit Sichem, als verruchten Ort. Somit war es später eine schwere Sünde des Nordreiches (um 900 v.Chr.), Sichem zu seiner Hauptstadt zu machen und dort sogar Heiligtümer zuzulassen. Im Vertrauen auf Gott zog Jakobs Volk los, dass sich nun Israel nennen sollte und waren sich sicher, dass Gott die Rache der Kanaanäer (Blutbad in Sichem) verhindern würde.
Unterwegs (V.16) wurde der schwangeren Rahel ein Sohn geboren, den sie Ben-Oni (Sohn des Schmerzes) nannte und verstarb kurz danach, an den Folgen der Geburt. Jakob allerdings änderte den Name des Neugeborenen in Ben-Jamin (Sohn des Glücks). Damit war der 12 Sohn (Zahlensymbolik) geboren. Volkstümlich steht heute der Name Benjamin für den jüngsten männlichen Nachkommen/ Nachzügler. Die eigentliche Jakobgeschichte endet an dieser Stelle und in einem Nachsatz, werden noch einmal die 12 Söhne genannt und deren Beziehung zu den Stammvätern. Kurz erwähnt wird der Beischlaf des ältesten Sohn Ruben mit Bilha, der Magd Rahel. Diese Sünde wird später bei Jakobs Segnung der Söhne (Gen. 49) bedeutend.

Gen. 36: Geschlechtsregister Essau
Für die Schriftgelehrten seiner Zeit war es wichtig eine Linie der Nachfahren Essaus zu erstellen. Neben bedeutenden Männer und Frauen wurden auch Regenten aufgeführt. Sinn und Zweck dieser spezifischen Auflistung, ist es nahestehende Verwandte zu benennen, die aber nicht zum Volk Israel gehören. Daher verstehen sich die Edomiter (Edom) für Israel als Brudervolk, aber nicht als Volk Gottes. Die Edomiter haben sich mit anderen Völkern (Kanaan, Philister) gepaart und sind daher in ihrem Geist verunreinigt.

B. Die Vätergeschichten Josephhttp://www.mgb-home.de/Josef-wird-verkauft.jpg
Bild: Joseph wird als Sklave verkauft / Quelle: www.mgb-home.de

Gen. 37: Joseph der Träumer
Joseph war der Lieblingssohn von Jakob und deshalb fühlten sich die anderen Söhne zurückgesetzt. Als Joseph dann noch von seinen Traum erzählte, waren seine Brüder zusätzlich erzürnt. Er sah, wie die Korngarben seiner Brüder sich vor seiner Korngarbe verneigten. Bei seinem kosmischen Traum verärgerte er sogar seinen Vater Jakob, dass sich demnach die ganze Welt vor Joseph verneigen wird. Eines Tages beauftragte Jakob Joseph nach seinen Brüdern zu sehen, ob sie bei Sichem ihr Vieh gut hüteten. Dort fand er sie nicht und ein Mann sagte ihm, dass sie in Dothan seien. Offensichtlich haben seine Brüder gegen die Order des Vaters verstoßen und weideten ihr Vieh an einer unerlaubten Stelle.
Bereits vom Neid durchzogen waren seine Brüder nicht gut zu sprechen auf ihn und mussten nun noch fürchten, dass er sie beim Vater anschwärzen könnte. Daraufhin wollten sie ihn ermorden, aber Ruben (der Älteste), hielt sie von der Bluttat ab. Stattdessen sollte Joseph in einer Grube gesteckt werden und hofften auf ein natürliches Schicksal, sodass man ihnen keine Bluttat vorwarfen könnte und des Todes sterben müssten. Als Joseph näher kam, fielen sie über ihn her und zogen ihm seine fürstlichen Kleider aus und warfen ihn in die Grube. Schließlich kam eine Karawane vorbei, die nach Ägypten zog. In Abwesenheit von Ruben kam Juda auf die Idee, Joseph für 20 Silberlinge an die Händler zu verkaufen. Danach zerrissen sie seine feine Kleidung und tränkten sie mit Tierblut und brachten die Sachen ihrem Vater Jakob. Jakob musste annehmen, dass Joseph von einem wilden Tier gefressen wurde und beklagte bitterlich deren Tod. 

Gen. 38: Juda und die Witwe Thamar
Die folgende Geschichte ist ein späterer Einschub. Möglicherweise wollten die Schriftgelehrten zweierlei ausdrücken. Zum einen wird Juda für sein Tun (verkauf Joseph) bestraft und zum anderen wird erneut unterstrichen, dass aus einer Verbindung zwischen Israel und Kanaan nicht gutes resultieren kann.
Juda und seine Sippe trennte sich von seinen Brüdern und zog südwärts. Dort heiratete er die Kanaaniterin Schua und hatte Nachkommen. Doch zwei Söhne waren böse und Gott ließ sie sterben, so dass Thamar zweimalige Schiegertochter wurde. Eigentlich sollte sie den jüngsten Sohn Schela heiraten, aber Juda entschied, dass sie Witwe bleiben sollte. Erbost darüber, täuschte Thamar Juda, die sich verschleiert als Hure anbot und da er nicht bezahlen konnte, ließ sie sich ein Pfand geben. Als Thamar schwanger wurde, bezichtigte man sie der Hurerei.
Hure=Prostituierte: Es war eine Todsünde für verheiratete Frauen und Witwen sich zu prostituieren und wurde mit der Steinigung bestraft, doch für herrschaftliche Frauen war der Feuertod vorgesehen. Unverheiratete Frauen, die sich als Hure betätigten, waren dagegen straffrei, wurden aber gesellschaftlich als Abschaum angesehen. Dennoch hatten sie ein Anrecht auf Bezahlung für ihre Dienste.
Juda, der seine Gespielin für eine Hure hielt, war völlig überrascht als sich Thamar mit dem Pfand rechtfertigte. Juda war somit der Vater des Kindes, musste sie begnadigen und seine eigene Schande eingestehen. Indirekt wird davor gewarnt sich verführen zu lassen, denn die Folgen können fatal/peinlich sein. Thamar symbolisiert damit, dass sie durch die Sünden anderer zur Sünderin wurde. Deshalb sollte geprüft werden, ob eine Sünde ein Verbrechen ist oder ein Fehltritt, bedingt durch die Sünden anderer. Später im NT wird sie durch den Spruch gerechtfertigt: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“

Gen. 39: Joseph im Haus von Potiphar
Hier geht die Joseph-Geschichte weiter. Gott war mit Joseph, dem durch sein Geschick alles gelang (All-Round-Talent). Potiphar kaufte Joseph als Sklave, wo er sich schnell die Gunst seines Herrn erwarb und zum ersten Diener aufstieg. Eines Tages war die Frau, des reichen Ägypters, von Josephs schöner Gestalt angetan und wollte mit ihm sexuell verkehren, aber Joseph werte die Avancen ab und betonte den Treueid zu seinem Herrn. Erbost darüber stellte sie ihm eine Falle, konnte ihm seine Kleider entreißen und bezichtigte ihn, sie sexuell bedrängt zu haben. Angesichts der Kleidung als Beweisstück, glaubte der Fürst seiner Frau und ließ Joseph ins Gefängnis werfen.

Gen. 40: Traumdeutung im Gefängnis
Der Mundschenk und der Bäcker waren beim Pharao in Ungnade gefallen und wurden zu Joseph in dieselbe Gefängniszelle gesteckt. Beide Gefangenen hatten einen Traum und Joseph bot ihnen an sie zu deuten. Demnach sollte der Mundschenk begnadigt werden, aber der Bäcker würde am Galgen gehenkt werden. Beide Prophezeiungen erfüllten sich und obwohl der Mundschenk versprochen hatte, für Joseph beim Pharao vorzusprechen, vergaß er sein Ehrenwort und Joseph blieb weiter zu Unrecht im Kerker. Wesentlich ist bei dieser Geschichte, dass Joseph seine Traumdeutung als eine Gabe Gottes hervorhebt. Im Altertum gab es einige weise Traumdeuter, die sich als Scharlatane entpuppten oder mit fragwürdigen Methoden (Gelehrte, Magier) arbeiteten. Doch ohne Gottes Befähigung gelang den vermeintlichen Weisen nur ein Zufallstreffer.

Gen. 41: Die Träume des Pharao
Der Pharao träumte von 7 fetten Kühen, die später von 7 mageren Kühen gefressen wurden und ähnliches verhielt sich mit den 7 vollen Ähren und den 7 vertrockneten Ähren (Getreide). Da keiner seiner Weisen, die Träume deuten konnte, erinnerte sich der Mundschenk wieder an Joseph und berichtete den Pharao von ihm. Nach 2-jähriger Haft trat Joseph vor den Pharao und betonte noch einmal, dass er nur durch die Gabe seines Gottes die Träume deuten könne. Joseph prophezeite dem Pharao und damit Ägypten, dass nach 7 reichen Erntejahren 7 Dürrejahre folgen werden und großer Hunger herrschen würde.
Aus Dankbarkeit für diese Deutung ernannte ihn der Pharao zu seinem Stellvertreter und beauftragte ihn die Speicher (Silos) für die Notzeit zu füllen. Zudem gab er ihm die schöne Agenath zur Frau. Bevor nur die Dürrezeit anbrach schenkte Agenath ihrem Joseph die Söhne Manasse und Ephraim (später Väter von Völkern). Da Joseph die Kornspeicher unterstanden, linderte er zunächst Ägyptens Hungernot, aber auch aus anderen Teilen der Welt kamen sie, um Korn zu kaufen. Joseph vermehrte dadurch den Reichtum des Pharaos und er selbst wurde zu einer einflussreichen Persönlichkeit. In der Geschichte hat der Pharao kein Problem mit einem fremden Gott, wichtig ist ihm die innere Sicherheit, die durch eine Hungersnot gefährdet wäre. Für den jüdischen Leser ist vor allem wichtig, dass sich Gott erneut als alleiniger Gott beweist und daher die ägyptischen Götter nur Götzen sein können. Und weil das so ist, kann jeder gläubige Mensch Josephs Beispiel folgen. Wer genügend Geduld, Demut und Bescheidenheit aufbringt, der kann mit Gottes Hilfe und Beistand alles erreichen.

Gen. 42: Jakobs Söhne kommen nach Ägypten 
Da auch in Kanaan große Not herrschte schickte Jakob seine Söhne nach Ägypten. Aus Sicherheitsgründen behielt Jakob Benjamin bei sich. In Ägypten erkannte Joseph seine Brüder, aber sie ihn nicht und hielten ihn für einen reichen Ägypter. Joseph wollte sie prüfen, ob sie gereift sind und so warf er ihnen vor Spione zu sein. Er ließ sie ins Gefängnis werfen und bestand darauf, dass ihr Bruder Benjamin sie aus der Geiselhaft erlösen könne. In ihrer Angst begriff Ruben im Kerker, dass sie nun für ihre Bluttat bezahlen müssten und erinnerte die Brüder an Joseph, den sie gegen seinen Willen verkauft hatten. Joseph hörte das und ließ die Bruder frei und behielt nur Simeon als Geisel. Die anderen Brüder ließ Joseph heimgehen und versteckte im Korn, dass mitgebrachte Geld (Kaufpreis). Zuhause erzählten sie ihrem Vater Jakob von dieser merkwürdigen Begegnung mit dem reichen Ägypter, der Benjamin im Austausch für Simeon haben wollte. Da Jakob um das Leben von Benjamin fürchtete, wollte er lieber Simeon opfern, als seinen geliebten Sohn.
In der Geschichte kommt noch einmal deutlich zu Ausdruck, dass Jakob die Söhne Rahels (Joseph, Benjamin) mehr liebte als die anderen. Das orientalische Verständnis vom Wert der Nachfolge kommt hier zum Tragen. Jeder Sohn hat seine Funktion in der Sippenordnung und der Status ergibt sich aus der Beziehung zu den Frauen. Rahel war Jakobs Favoritin und demzufolge auch deren Söhne. Die anderen Söhne folgen einer Rangordnung ⇒ die Söhne von Lea, Rahels Magd Bilha und Leas Magd Silpa und dann nach dem Alter. Ruben, als der Älteste besitzt das Vertrauen vom Vater, die anderen Söhne zu führen (Entscheidungshoheit). Der nächste im Rang ist Simeon (Zweitältester), der als Vertreter von Ruben nachrückt. Somit wurde bewusst Simeon als Geisel gewählt, da Ruben die anderen Brüder führen musste.
Das heißt, Ruben galt als der direkte Ansprechpartner, über ihn wurde der Geiselkontrakt geschlossen und war verantwortlich für die Einhaltung. Die Rangordnung entspricht letztendlich einem Getriebe, wonach jedes Zahnrädchen seine spezifische Funktion hat. Anders gesagt, auch ein Fußballtrainer hat seine Favoriten (Lieblingsspieler), dennoch weiß ein guter Trainer, dass Erfolg nur über ein intaktes Gesamtteam zustande kommt.

Gen. 43: Erneute Reise nach Ägypten
Die Vorräte waren aufgebraucht und erneut musste Getreide in Ägypten gekauft werden. Die Söhne Jakobs bestehen nun darauf, dass Benjamin sie begleitet. Jakob fürchtet aber um seinen Sohn, doch Juda verspricht mit seinen Leben für Benjamin zu bürgen. So machten sie sich auf den Weg mit gemischten Gefühlen, weil sie eigentlich ihr Wort gebrochen hatten und Benjamin nicht sofort zum reichen Ägypter schickten. Sie nahmen daher viele Geschenke und Geld mit und auch das Geld, dass sie in ihrem Korn fanden (hielten es für ein Versehen). Aber der Ägypter empfing sie freundlich und lud sie zum Mittagsmahl ein und ließ sogar Simeon bei ihnen sein.

Gen. 44: Joseph stellt seine Brüder auf eine harte Probe
Reich beladen lässt er sie zunächst heimwärts ziehen, doch dann befahl er seinen Vertrauten ihnen nach zu eilen und sie des Diebstahl zu bezichtigen. Die Brüder beteuerte ihre Unschuld und wollten gern ihr ganzes Gold den Vertrauten überlassen. Schließlich ließ er ab von den Vorwürfen und verlangte aber die Herausgabe eines wertvollen Bechers. Joseph ließ diesen Becher zuvor in Benjamins Gepäck unterbringen. Folgerichtig wurde Benjamin als Täter bezichtigt und es erwartete ihn die Todesstrafe dafür. Nun folgt eine flammende Rede von Juda, der um Benjamins Freilassung warb und stattdessen selbst die Strafe für Benjamin auf sich nehmen wollte. Nun wusste Joseph, dass seine Brüder dazugelernt hatten und für einander einstanden.

Gen. 45: Joseph gibt sich zu erkennen
Joseph gibt sich seinen Brüdern zu erkennen und schließt sie in die Arme. Die Prüfungen sollten keine Rache sein, sondern er wollte seine Brüder testen, ob sie ihr Tun bereuten und sich geändert haben. Letztendlich sah er in ihnen die Werkzeuge Gottes, wodurch er nach Ägypten kam und ein wohlhabender geschätzter Mann wurde. Er lud nun seinen Vater und die gesamte Sippe ein, nach Ägypten zu kommen, um dort ohne Not leben zu können. Der Pharao hörte davon und bestätigte Josephs Einladung, sodass das Volk Israel in der Provinz Gosen (Land am Nildelta) leben könne. Freudig berichteten die Brüder Josephs, ihrem Vater davon, der es anfangs nicht glauben konnte, doch schließlich konnte er es kaum erwarten seinen geliebten Sohn Joseph vor seinem Tod noch einmal zu sehen.

Gen. 46: Reise und Ankunft in Ägypten
Zögernd macht sich Jakob und seine Sippe auf den Weg, und bei Beerseba spricht Gott zu Jakob. Er ermutigt ihn nach Ägypten zu gehen, weil sie dort ein großes Volk werden und dann ins verheißene Land zurückkehren. Ab Vers 8 schließt sich eine nachträglich eingefügte Genealogie an und benennt 70 Nachfahren Jakobs, die in Ägypten siedeln werden. Die Zahl 70 symbolisiert dabei die Vollkommenheit und Ganzheit eines Völkergeschlechts.
In Ägypten begegnen sich Joseph und Jakob, die sich innig umarmen. Anschließend wies Joseph dem Volk Israel das Pachtland zu, mit Genehmigung des Pharaos. Aber das Volk von Ägypten stand Fremden (besonders Nomaden) skeptisch gegenüber und es drohten ihnen Anfeindungen. Sie sollten deshalb nie vergessen, dass sie immer Hirten waren und immer sein werden und dass ihnen das Land vom Pharao gegeben wurde.

Gen. 47:  Das Volk Ägypten verkauft sich
Offiziell musste der Pharao das Ansiedeln des Volkes Israel genehmigen und ließ Jakob und Joseph formell vorsprechen. Für die Zeit üblich, bedankte sich Jakobs beim Pharao mit Segenswünschen (höchste Form der Dankbarkeit). Allerdings stand Segen immer in Verbindung mit einem Gott und mancher Regenten fühlten sich eher provoziert, wenn sich der Segen nicht auf den Gott bezog, denn er bevorzugte. In der Geschichte bleibt es unerheblich, so auch der Name des Pharaos, weil historische Bezüge den Leser nicht von der Geschichte ablenken sollten. Wichtig war. Dass das Volk Israel in Ägypten siedeln durfte und das über alles Gott stand, der alles lenkte und beeinflusste.
Ab Vers 13 wird Josephs Wirtschaftsstrategie geschildert, um den Hunger in Ägypten zu begegnen. Nachdem das Volk von Ägypten kein Geld mehr hatte, um Getreide zu kaufen, verkauften sie ihr Vieh an Joseph. Als auch die Tiere aufgebraucht waren, sollten sie sich zur Leibeigenschaft verpflichten und später den 5-ten Teil ihre Ernte dem Pharao geben. Joseph fungierte als Wirtschaftsminister, der Ägypten für den Pharao reich und abhängig machte. Lediglich den Priestern räumte Joseph Sonderrechte ein (behielten ihren Besitz). Der Text berichtet somit, wie sich die ägyptische Form der Sklavengesellschaft entwickelte. Zur damaligen Zeit galt die ägyptische Kultur, als das fortschrittlichste und stabilste Staatssystem. Für den Leser wird nun absichtlich der Eindruck vermittelt, dass Joseph dafür die Basis schuf und er wiederum von Gott gelenkt wurde. Abschließend wurden die Zeilen von Jakobs letztem Wunsch eingefügt, der sein Ende nahen spürt. Jakob bittet Joseph ihn nicht in Ägypten zu begraben, sondern ihn ins Land seiner Väter (Abraham, Isaak) bringen soll.

Gen. 48: Jakobs Segen über Ephraim und Manasse
Jakob wurde kränklich und die Kraft seiner Augen ließ nach, deshalb wollte er vor seinem Sterben Josephs Söhne segnen. Die Söhne Josephs sollten somit den 12 Söhnen Jakobs gleichwertig sein. Jakob erteilte, aber den jüngeren Ephraim den rechten Segen, anstatt Manasse. Joseph wies Jakob auf den Irrtum hin, der werte aber ab und prophezeite, dass Ephraims Volk größer werden würde, als das von Manasse. Das Volk Ephraim stellt später den Hauptanteil der Bevölkerung im Verbund des Nordreiches.

Gen. 49: Jakobs Segen über alle Söhne
In seinem Segen rechnet er gegenüber Ruben (Beischlaf mit Bilha), Simeon und Levi (Blutbad von Sichem) deren Sünden auf und ehrt dagegen Juda in den höchsten Tönen. Den anderen Söhnen prophezeit er deren Entwicklung und hebt Josephs Tun und Wirken hervor. Zum Abschluss bekräftigt er seinen Wunsch bei Hebron begraben zu werden, dort wo auch Abraham, Isaak und deren Frauen begraben liegen. Kurz darauf verstarb Jakob.

Gen. 50: Jakobs und Josephs Tod
Mit symbolischem Gehalt wird von der Trauerzeremonie berichtet und dem Begräbnis bei Hebron. Die überzogene Darstellung soll den Wert von Jakob in der Vätergeschichte unterstreichen. Diesbezüglich ist Ägyptens Anteilnahme an Jakobs Tod stark übertrieben, lediglich die Genehmigung des Pharao, dürfte eine übliche formelle Geste gewesen sei. Für den gläubigen Leser war es jedoch wichtig, dass sich das Kulturreich Ägypten vor Jakob und damit vor Gott verneigte.
Nachdem Jakob Tod war, fürchteten die Brüder Josephs Rache für ihre Sünden und gaben einen letzten Wunsch ihres Vaters vor, dass Joseph ihnen verzeihen möge. Joseph war erschüttert von dieser Lüge, doch er betonte noch einmal, dass ihr Handeln Gottes Werk war und Gott ihn in Ägypten groß werden ließ. Deshalb sollten seine Brüder auf die Stimme Gottes achten, der sie nach Kanaan führen wird und ihnen ein eigenes Land schenken wird. Er bat seine Brüder seine Gebeine mitzunehmen, wenn der Tag gekommen und er gestorben ist. Mit 110 Jahren starb Joseph und er wurde zunächst in Ägypten beigesetzt.
 

C. Exodus  (2. Buch Moses) http://media3.news.ch/news/680/253630-vjftjydt.jpg

Einleitendes

Hauptabschnitte:
1. Abschnitt: Befreiung aus Ägypten  (Ex. 1 – 18)
2. Abschnitt: Bundesschluss  (Ex. 19 – 34)
3. Abschnitt: Anweisungen     (Ex.  25 – 40)

Historische Basis:
Pharao Ramses der 2. (1290 – 1224 v. Chr.) hat die Israeliten zu Fronarbeitern gemacht. - - - Der Pharao musste sich gegen die aufstrebenden Seevölker (Kreta) wehren und befriedete die Situation, indem er ihnen Land an der Küste Kanaans gab, wodurch die Philister entstanden. - - - Zudem drängten Wüstenvölker (Nubien, Libyen) ins Reich und Ramses musste mir harter Hand regieren und versklavte viele von ihnen, deren Sklavenüberschuss zu arbeiten an Prunkbauen (auch Pyramiden) eingesetzt wurde. - - - Nach dem Tod von Ramses herrschte Merneptah (1224 – 1214), dem relevanten Zeitraum der Moses-Geschichte.

Zentrales Thema:
Kernpunkt ist Bund Gottes mit dem Volk Israel. Damit verbunden sind zweifelnde Menschen und deren Abfall und Rückkehr zu Gott, sowie die Bestrafung oder Vergebung durch Gott, mit der Erneuerung des  Bundes.

Zentrale Inhalte:
die Offenbarung an Mose im brennenden Dornbusch  // die 10 Plagen über Ägypten  // 
der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten // die Stiftung des Passah  // der Durchzug durch das Schilfmeer  //  der Psalm des Mose // Bundesschluss am Sinai // die 10 Gebote und das Bundesbuch // Gesetze und Anweisungen über den Bau eines Heiligtums // das „Goldene Kalb“

Inhalt in Kurzform:
Das Volk Israel verliert seine Privilegien in Ägypten - - - Moses wird geboren und wächst bei einer Tochter des Pharaos auf - - -  Moses muss fliehen und wird von Gott auserkoren sein Volk aus Israel zu führen - - - Nachdem der Pharao Israel nicht gehen lassen will, schickt Gott über Ägypten 10 Plagen - - - Daraufhin lässt der Pharao das Volk Israel gehen, doch schon bald bereut der Pharao seinen Beschluss und jagt ihnen nach - - - Gott verleiht Moses die Kraft mit seinem Hirtenstab das Meer zu teilen - - - Das Volk Israel kann somit fliehen, aber die Ägypter jagen ihnen nach, doch Gott lässt über sie die Fluten hereinbrechen und ertränkte die Ägypter - - - Auf dem weiten Weg durch die Wüste speiste Gott sein Volk mit Manna (Himmelsbrot) - - - Auf dem Berg Sinai bekam Moses von Gott die 10 Gebote, aber in deren Abwesenheit schuf sich das Volk ein Goldenes Kalb und erzürnte Gott und Moses - - - Nach einem Strafgericht erneuert Gott den Bund mit dem eigensinnigen Volk Israel (Hebräer).

Die Befreiung aus Ägypten

1. Abschnitt: Moses Berufung durch Gott (1-5)

Ex. 1: Pharao lässt Israels Nachwuchs töten: Zunächst werden die israelischen Stämme aufgezählt, bevor die Beweggründe des Pharaos gegen das Volk Israel genannt werden. Er sieht durch das starke Anwachsen und den Einfluss der Israeliten sein eignes ägyptisches Volk in Gefahr. Der Pharao hebt die Privilegien des Volkes Israel auf, die nun künftig Fronarbeit leisten müssen. Zudem sollen die Hebammen den männlichen Nachwuchs Israels töten. Nachdem die Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg brachte, sollen nun alle männlich geborenen Kinder Israels in den Nil-Fluss geworfen werden.

Ex. 2: Eine Pharaos Tochter adoptiert Moses: Eine Frau vom Stamm Levi hat einen Sohn geboren und zu seinem Schutz, legte es das Baby in ein Kästlein und versteckte es im Schilf am Nil. Dort fand es die Tochter des Pharaos und suchte und fand die Mutter des Kindes. Die Tochter des Pharaos machte die Mutter zur Dienerin und gemeinsam zogen sie den Jungen groß. Der adoptierte Sohn wurde Moses (= Der aus den Wasser gezogene) genannt.
Als Moses groß war, sah er einen Aufseher, wie er einen Hebräer (Israel) zu Unrecht quälte, worauf Moses den Ägypter erschlug. Von Moses Tat erfuhr der Pharao, sodass Moses fliehen musste. In Midian (Wüstengegend beim Gebirge Horeb) verhalf er den Töchtern des Priesters Jethro (auch Reguel oder Hobab genannt) an einer Tränke zu ihrem Recht. Jethro gab Moses Zippora zur Frau. Inzwischen war der alte Pharao gestorben, aber unter den neuen Pharao, wurde die Pein für die Hebräer noch unerträglicher und das Volk flehte Gott um Hilfe an.

Ex. 3: Gott wählt Moses zum Anführer: Als Moses die Schafe hütete, sah er in einem brennenden Dornbusch ein Trugbild. Die Erscheinung stellte sich ihm als Gott vor, ohne einen direkten Namen zu nennen{Die häufig verwendete Bezeichnung Jahwe in diesem Zusammenhang, versteht sich als hebräisches Wortspiel für sein = gebräuchlichste Metapher ⇒ ich werde sein, der ich sein werde}. Gott sah das Leid seines Volkes und Moses sollte Israel aus Ägypten führen, ins gelobte Land. Moses zweifelte daran befähigt zu sein und ob man ihm glauben würde. Gott ermutigte ihn und wies Moses an, erst mit den Ältesten der Stämme zu reden und dann beim Pharao vorzusprechen, dass er das Volk Israel ziehen lässt. Israel sollte zudem für die Fronarbeit entsprechend entlohnt werden. Sollte sich der Pharao weigern, sollte Moses ihn vor Gottes Zorn warnen.

Ex. 4: Die Zweifel Moses: Der Text konkretisiert noch einmal die Zweifel. 1. Sie werden ihm nicht glauben, deshalb kann Moses auf drei Wunderzeichen zurückgreifen -> sein Hirtenstab, der zur Schlange wird -> seine Hand, die er mit einem Ekzem versehen kann -> und das Nilwasser, dass durch seine Hand zu Blut wird. 2. Er ist kein Redner, doch Gott will ihm die richtigen Worte in den Mund legen. 3. Dennoch fühlt er sich nicht geeignet, darauf wurde Gott zornig und bestimmte, dass Moses Bruder Aaron für ihn auftreten soll, aber nur durch Moses soll Gottes Wille geschehen.
Moses Hirtenstab wird dabei zum Machtsymbol Gottes. Konkretisiert wird auch die Warnung an den Pharao, wenn er das Volk Israel nicht ziehen lässt, wird sein erstgeborener Sohn sterben. Moses zieht daraufhin mit seiner Familie nach Ägypten. Unterwegs begegnen sich freudig die Brüder und Aaron, der von Gott bereit instruiert ist, verneigt sich vor Moses. Zwischendurch verwirrt Vers 24 – 26, wo Gott Moses töten will. Möglicherweise fehlt hier ein entsprechender Text dazu. Für den Gläubigen wird aber schnell klar, dass Moses gegen ein grundsätzliches Ritual verstoßen hat und Gott müsste deswegen Moses töten. Moses Frau verstand aber Gottes Zorn, dass der Blutbräutigam ihrem Sohn drohte und ließ schleunigst ihren Sohn beschneiden, worauf sich Gottes Zorn legte.
Der Begriff Blutbräutigam versteht sich hier offenbar als Unreinheit, durch die nichterfolgte Beschneidung des Sohnes {Im hygienischen Sinne, droht die Gefahr von Geschlechtskrankheiten, Begleiterscheinungen}. Die ganze Familie gehörte somit nicht zum Gottesvolk. Aufgrund dieser Sünde wäre es ein Verbrechen, wenn sich Moses mit seiner Familie unter das Volk Israel gemischt hätte. Und schon gar nicht wäre Moses berechtigt als Verkünder Gottes aufzutreten (eine Todsünde die verhindert werden müsste).  

Ex. 5: Die Verhandlungen mit dem Pharao: Die Verhandlungen von Aaron und Moses mit dem Pharao verkehren sich ins Gegenteil. Aufgrund der Forderungen erhöht der Pharao für das Volk Israel den Tagessoll. So sollten die Ziegelbauer künftig gehäckseltes Stroh selbst herstellen und trotzdem das Tagessoll erfüllen. Das Volk Israel beklagte sich beim Pharao, wegen der unerfüllbaren Norm, doch der wehrt ab und macht Moses Forderungen dafür verantwortlich. Die Verärgerung des Volkes bekommt Moses zu spüren, der sich wiederum bei Gott beklagt.

2. Abschnitt: Die 10 Plagen über Ägypten (6-12)

Ex. 6: Gott bekräftigt seine Zusage: Gott verspricht über Moses, sein Volk von der Knechtschaft zu befreien und sie ins gelobte Land zu führen. Angesichts der harten Repressalien des Pharaos glaubt das Volk Moses nicht, deshalb soll er und Aaron erneut mit dem Pharao reden. Im Text folgen nun die Auflistung der Söhne Israels und deren relevanten Nachkommen.

Ex. 7: Der Wunderstab und beginn der Plagen: Gott bestimmt Moses als Gottes Vertreter auf Erden und Aaron zum Propheten des Herrn. Bei der Unterredung mit dem Pharao warnen sie ihm vor Gottes Strafgericht und demonstrieren Gottes Stärke mit einem Wunder. Moses ließ dazu seinen Hirtenstab fallen, der sich in eine Schlange verwandelt. Doch unbeeindruckt jagte sie der Pharao fort.
1. Plage: Tags darauf verwandelte Moses das Nil-Wasser in Blut, sodass alle Fische starben.
2. Plage: Nachdem der Pharao nicht einlenkte, wimmelte es bald überall von Fröschen.

Ex. 8: Plage 3 und 4: Nachdem die Wissenden (Zauberer, Magier, Weise) des Pharaos den Plagen machtlos gegenüberstanden, lenkte der Pharao ein. Doch als die Plage vorbei war, hielt er sich nicht an sein Wort.
3. Plage: Stechmücken plagten das Land, verschonten aber die Israeliten.
4. Plage: Stechfliegen folgten und der Pharao zog erneut sein gegebenes Wort zurück.

Ex. 9: Plage 5 bis 7:
5. Plage: die Viehpest tötete die Tier der Ägypter.
6. Plage: Die Blattern (Hautkrankheit) breitete sich über die Ägypter aus.
7. Plage: Ein Hagelunwetter zog tödlich mit Blitzen übers Land, sodass viele Menschen und Tiere, die nicht überdacht (geschützt) waren starben. Der Pharao bezeichnete sich nun sogar als Sünder, aber sobald das Unwetter vorbei war, widerrief er alles was er sagte.

Ex. 10: Plage 8 und 9: Moses kündigte dem Pharao eine Heuschreckenplage an, worauf der Pharao versuchte mit Moses zu feilschen, um nicht alle gehen zu lassen, doch Moses wich nicht von seiner Forderung ab.
8. Plage: Die Heuschrecken zogen über das Land und fraßen alle Nahrungsmittel und alles was grün war, verschonten aber die Provinz Gosen, dass Land der Israeliten. Erneut gab der Pharao sein Versprechen Israel ziehen zu lassen, doch wieder hielt er sich nicht daran.
9. Plage: Finsternis kam über das Land und der Pharao begann erneut zu handeln.

Ex. 11: Ankündigung der 10. Plage: Als 10. Plage kündigt Gott den Tod der Erstgeborenen unter den Ägyptern an. Gott würde deshalb um Mitternacht von Haus zu Haus bei den Ägyptern gehen und drinnen würden die erstgeboren Sterben, auch im Palast des Pharao.

Ex. 12: Das Passah-Fest: Regeln und Ordnung zur Durchführung des Passahfestes. Passah (Pessach, Pascha) bedeutet „Vorüberschreiten“ und ist ein wichtiges jüdisches Frühlingsfest. Es symbolisiert den Beginn der Befreiung des Volkes Israels aus Ägypten (durch Gottes vorüberschreiten / Ex. 11). Im Gedenken daran, wird das Passah-Fest im April gefeiert und gleichzeitig beginnt in dem Monat der jüdische Kalender. Die Schriftgelehrten seiner Zeit gaben mit dem Einfügen der Passah-Ordnung der 10. Plage einen zeitlichen Rahmen.
Vers 29 bis Vers 42 berichtet nun von Gottes Strafgericht, worauf der Pharao bedingungslos auf alle Forderungen Moses eingeht und sein Volk mit allem Hab und Gut wegziehen darf. Laut Bibel zogen 600.000 Männer fort, nicht dazugezählt waren Frauen und Kinder. Ebenso soll das Volk Israel 430 Jahre in Ägypten gelebt haben. (Historiker gehen davon aus, dass die Bibelangaben stark übertrieben sind und etwa 16.000 Personen zum Treck gehörten). Abschließend wird festgelegt, wer am Passah-Fest teilnehmen darf und wer nicht.
Übrigens, die 10 Plagen über Ägypten, stehen vermutlich im Zusammenhang mit einem weit entfernten Vulkanausbruch, der bestimmte Effekte verursachte, aber real nicht so vernichtend stattfanden, wie in der Bibel geschildert. Zumindest finden sich keine historischen Belege (ägyptische Aufzeichnungen) über ein solch konzentriertes Inferno. Die einzelnen Plagen haben alle einen natürlichen Hintergrund und ereilten hin und wieder Ägypten in mildere Form. Die Rotfärbung des Nils könnte eine Algenpest gewesen sein oder Vulkanstaub färbte das Wasser rot.

3. Abschnitt: Am Schilfmeer (13-15)

Ex. 13: Der Mazza-Abend: Mit dem Mazza-Abend beginnt das Passahfest, zum Gedenken an das Ende der Knechtschaft in Ägypten. Da Gott die Erstgeborenen der Ägypter sterben ließ, so sollten aus Dankbarkeit alle Erstgeborene Israels Gott gehören. Die Tiere sind Gott zu opfern oder vergleichbare Tiere. Menschensöhne sollen Gott dienen (Priester, Prediger) oder zumindest ein Zeichen Gottes tragen (löst sie vom Anspruch Gottes). Das Volk soll an diesem Abend kein gesäuertes Brot essen. Ab Vers 17 wird darüber berichtet, dass Gott sein Volk auf den Weg nach Kanaan auf einen Umweg führte. Um einen möglichen Konflikt zu vermeiden, sollte sein Volk nicht durch das Land der Philister ziehen und so zogen sie durch die Wüste zum Schilfmeer (eventuell ist damit das Sirbonische Meer, im Nildelta nahe des Mittelmeers, gemeint).

Ex. 14: Die Furt Gottes durch das Meeres: Der Pharao bereute seinen Entschluss Israel ziehen zu lassen und verfolgte sie mit seinen Streitwagen (Militär). Als Israel, am Ufer des Schilfmeeres, die Ägypter kommen sahen verloren sie aus Angst ihren Glauben. Doch Gott teilte über Moses Hirtenstab das Meer, sodass sein Volk trockenen Fußes das andere Ufer erreichte. Doch über die Ägypter, die in dieser Furt hinterher eilten, ließ er die Wassermassen zusammenbrechen und alle Ägypter ertranken. Möglicherweise gab es ein Erdbeben, in deren Folge eine Furt durch einen großen See oder Fluss entstand und nach kurzer Zeit wieder zu geschwemmt wurde. Ein solches tatsächliches Ereignis könnten die Schriftgelehrten für ihre wundersame Rettung stark übertrieben benutzt haben, denn das sich real ein Meer teilte erscheint sehr unwahrscheinlich. Zudem fehlen weitere Belege über solch ein Wunder.

Ex. 15: Moses Lobgesang: Der größten Teil des Kapitels, ist geprägt vom Lobgesang Moses für die wundersame Rettung am Schilfmeer. Nach dem Fest ziehen sie durch die Wüste und erreichen durstig Mara. Das Wasser war dort aber ungenießbar und Gott machte es wieder trinkbar. Zudem gab er seinem Volk dort erste Regeln vor (werden aber nicht genannt). Anschließend ziehen sie weiter nach Elim einer sehr fruchtbaren Oase.

4. Abschnitt: Der Zug durch die Wüste (16-18)

Ex. 16: Manna, das Himmelsbrot:  Als Israel weiter durch die Wüste zog, bereuten sie ihr tun und angesichts ihrer leeren Mägen, sehnten sich zurück nach Ägypten, wo ihnen nie der Hungertod drohte. Gott sah das Murren seines Volkes und er ließ am Abend Wachteln zu ihnen fliegen. Am Morgen danach glänzte etwas im Wüstensand und das Volk fragte, „Was ist das?“ (= „man hu“, woraus Manna = Himmelsbrot wurde). Moses sagte ihnen, dass dieses Brot von Gott kommt und sofort gegessen werden müsse, aber das Volk hörte nicht auf ihn und wollte einen Vorrat anlegen, doch schnell war das Brot verdorben. So musste das Volk im Glauben noch erzogen und gefestigt werden. Schließlich sammelten sie jeden Morgen das Manna für den Tag, nur am Samstag konnten sie für Sonntag (Sabbat) einen Vorrat anlegen. Eines Tages wurde Moses zornig, da das Volk erneut seine Worte ignorierte. Gott half ihm, sodass das Volk fügsamer wurde und für den weiten Weg nach Kanaan füllten sie das Manna in Tonkrügen.

Ex.17: Das durstige Volk und er Angriff der Amalek: Eines Tages dürstete das Volk nach Wasser und wieder meckerten sie und bereuten es aus Ägypten gezogen zu sein. Mit Hilfe Gottes schlug Moses auf einen Stein aus dem Wasser sprudelte. Kurz darauf wurden sie von Amalek (Volksstamm) angegriffen und Moses schickte ihnen Kämpfer entgegen. Von einem Berg aus leitet Moses den Kampf, mit seinem Hirtenstab und Gottes Hilfe, bis Israel die Truppen von Amalek besiegt hatte und deren Rest floh.

Ex. 18: Jethro und Zippora kommen: Der Schwiegervater und Moses Frau Zippora finden Moses Lager. Moses freute sich sehr darüber, zumal Zippora seine Söhne mitbrachte. Jethro ließ sich Moses von Gottes Taten berichten, worauf er sich freudig zu Gott bekannte und ihn für den einzig wahren Gott preiste. Als Moses tags darauf Gerichtstag hielt, fiel seinem Schwiegervater auf, dass sich Moses um sämtliche Rechtsprechungen kümmerte. Jethro schlug ihm vor, dass Moses ein grundlegendes Recht verfassen sollte und rechtschaffene Personen aussuchen solle, die kleine Rechtssachen klären, sodass er sich nur um die großen Rechtsangelegenheiten kümmern müsse. Moses folgte seinem Ratschlag und Jethro zog kurz danach wieder in seine Heimat. 

 Der Bundesschluss  (Ex. 19 – 34)

Rechtsordnung
Ex. 21: Über die Rechte hebräischer Sklaven // Vergehen gegen Leib und Seele (physische und psychische Bedrohungen oder Angriffe) // Schaden durch Tiere und der Verlust von Tieren (speziell durch Diebstahl).
Ex. 22: Vergehen gegen das Eigentum (Diebstahl, Raub, Zerstörung) // Vergehen, die mit dem Tod zu bestrafen sind (Hexerei, Unzucht mit Tieren); Rechtsschutz für die Schwachen und Wehrlosen // Gebote zum Bekunden der Gottesfurcht.
Ex. 23: Gebote zur Gerechtigkeit und Nächstenliebe (kein Fremdenhass) // Gebote für das Sabbatjahr (Ruhezeit für Felder) und dem Sabbat (arbeitsloser Sonntag)// Jahresfeste und Opfervorschriften; ⇒ Abschließend zur Rechtsordnung folgen Mahnungen und Verheißungen für die Zukunft.

Ex. 24: Der Bundesschluss am Sinai: Moses verkündet am Altar Gottes Worte und in einem Opferungszeremoniell bekannte (Eid) sich das Volk zu Gott. Danach wurde Moses von Gott aufgefordert zu ihm auf den Berg zu steigen, um die Gebote des Herrn zu empfangen.

Gesetze für die Stiftshütte (Tempel-Ersatz)
Ex. 25: Gaben für die Stifthütte // Festlegungen zur Bundeslade (heilige Kiste) // Tische für die Schaubrote (=12 Brote als Opfergabe, wo jedes Brot ein Stamm symbolisiert) // Festlegungen zu den Altar-Leuchtern.
Ex. 26: Einrichtung und das Gestalten der Stiftshütte (Teppichen, Vorhänge usw.)
Ex. 27: Wesentliches zum Brandopferaltar // die Gestaltung des Vorhofes zur Stiftshütte und welches Öl für die Leuchter verwendet werden sollte.
Ex. 28: Festlegungen zur Bekleidung der Priester in der Stiftshütte.
Ex. 29: Die Weihe des Priesters und des Altars, und die täglichen Opfer.
Ex. 30: Der Räucheraltar // Festlegung der Steuern für das Heiligtum // das kupferne Becken // Festlegungen zum Salböl und zum Räucherwerk.
Ex. 31: Berufung von Kunsthandwerkern für die Stiftshütte // Gebot der Sabbatfeier // ⇒ Das Kapitel mündet am Ende wieder in die Geschichte (Die 10 Gebote). Moses erhält von Gott auf dem Berg Sinai zwei Steintafel (Schiefertafeln) mit den Geboten des Herrn.

Ex. 32.: Das goldene Kalb: Moses war zu lange fort und das Volk wollte ein Heiligtum, um Gott zu preisen. Aaron ließ daraufhin ihr Gold sammeln und ließ ein Goldenes Kalb gießen. Gott war erzürnt über diesen Frevel, doch Moses konnte ihn milde stimmen, da sein Volk nicht wusste, was es dort Tat. Als Moses sah, wie das Volk zügellos um das Goldene Kalb tanzte, wurde auch er zornig und zerbrach vor Wut die Steintafeln. Anschließend beschimpfte er Aaron, der sich keiner Schuld bewusst war. Dann ließ er das Kalb vernichten und beauftragte die Leviten, jeden zu töten, der sich noch im heidnischen Rausch befand (lt. Bibel wurden 3.000 Mann getötet). Schließlich sprach Moses zum Volk, machte ihnen ihre Sünde klar und wollte bei Gott um Gnade für sie bitten. Diese Text wurde hier absichtlich von den priesterlichen Schriftgelehrten (um 550 v. Chr.) eingefügt, um eine ursächliche Sünde des Nordreiches (um 750 v. Chr.) herauszustellen, die zum Untergang führten (das Nordreich hätte wissen müssen, dass Gott auf ein Goldenes Kalb sehr zornig reagiert).
Ex. 33: Moses begehrte Gottes Angesicht: Gott verzieh seinem Volk, wollte aber die halsstarrigen Israeliten nicht begleiten. Moses Zelt sollte die Stiftshütte sein, indem Gott nur mit ihm reden wollte. Moses befürchtet sein Volk nicht führen zu können, wenn Gott sie nicht leitet. Selbst wenn er Zeichen sehen würde, woran sollte er Gott erkennen. So wünscht sich Moses Gottes Angesicht zu sehen, doch Gott verweigert ihm das, Moses sollte ihn an seiner Güte (Flair, Gespür) erkennen.
Ex. 34: Erneuerung der Gebote: Moses sollte nun erneut auf den Berg Sinai steigen, um die zerbrochenen Steintafeln zu ersetzen. Im Gegensatz zu den „10 Geboten“ beschränkt sich der Text auf einige Zusätze, wie Sabbatordnung und Opferung. Die anderen Gebote werden als bekannt vorausgesetzt. Wesentlich ist hier die Erneuerung des Bundes mit Gott, obwohl die Israeliten ein aufsässiges und eigensinniges Volk sind.

Errichtung einer Stiftshütte (Ex 35 - 40)
Ex. 35: Sabbatordnung // freiwillige Gabe für die Stiftshütte // Beauftragung und Verpflichtung von Kunsthandwerkern für die Ausstattung.
Ex. 36:  Fortsetzung über die Kunsthandwerker // reguläre Herstellung eines Heiligtums.
Ex. 37: Noch einmal über die Bundeslade, Tisch für die Schaubrote und den Leuchtern, sowie Räucheraltar, Salböl und Räucherwerk.
Ex. 38: Brandopferaltar und das kupferne Becken // der Vorhof und die Aufwendungen für das Heiligtum (Wer was dazu beisteuert und in welcher Menge).
Ex. 39: Die Kleidung der Priester. Am Ende überprüft Moses die Stiftshütte und ist mit allem sehr zufrieden.
Ex. 40: Aufrichtung und Einweihung der Stiftshütte. Auch Gott ist mit der Stiftshütte sehr zufrieden und erkennt sie als heiligen Ort an.