7.1. Weitere Texte in der Genesis

 7.1. Weitere Texte in der Genesis

A. Geschichten zur Urgeschichte (Gen. 1-11)
B. Vätergeschichten von Abraham (Gen. 12 - 26)

A. Geschichten zur Urgeschichte
Die Texte zur Urgeschichte meint die Schriften vor und nach der Sintflut, die von ihrem Ursprung her im mythologischen Stil geschrieben wurden und in einem engen historischen Zusammenhang stehen. Wichtig sind daher die historischen Gegebenheiten, um den doppeldeutigen Sinn der Text zu verstehen (Königreich um  1.000 v.Chr.).

Genesis Kapitel 4:  Kain und Abel
Im Wortlaut ermordet Kain seinen Bruder Abel aus Neid, weil die Opfergabe Abels von Gott mehr angesehen wurde. Da Kain seine Tat vor Gott nicht eingesteht und leugnet, verflucht ihn Gott. Daraufhin wird Kain seine Tat bewusst und bereut sie. Gott gibt ihm eine zweite Chance und mildert seine Strafe, für die er letztendlich selbst verantwortlich ist. Schließlich gebietet Gott, dass niemand Kain für seine Untat richten (töten) darf. Ab Vers 14 wird dargestellt, wie rasant sich Kains Nachkommen entwickeln. Sie bauen Städte, beherrschen die Schmiedekunst (Fortschritt) und fördern die Musik (Kultur). Doch in ihrem egoistischen Streben würdigen sie sich selbst, erkennen nicht Gottes Tun und verließen somit den Glauben. Schließlich bekam Eva einen weiteren Sohn Seth, dessen Sohn Enoch wieder zum wahrhaftigen Glauben fand und Gott ehrte und seine Taten würdigte.

Dazu muss man folgendes Wissen:
1. Es handelt sich hier überwiegend um einen jahwistischen Text (um 1.000 v. Chr.), demzufolge ist die Geschichte mythologisch geprägt. Begriffe und Namen besitzen eine Mehrdeutigkeit und der Text kombiniert menschliche und historische Bezüge (Aussagen).

2. Alle Namen haben einen übertragenden Sinn. Wichtig hierbei sind die Namen: Abel = sinngemäß für „der Vergängliche“ (Kurzlebige); Seth = der „Ersetzende“ (Nachfolger für Abel); Kain = der „Schmiedende“ (sowohl als Sinnbild für den Fortschritt, als auch in der Bedeutung einen Plan schmieden). Henoch ist nicht nur ein Nachfahre Kains, sondern auch Name der ersten Stadt der Menschheit. Möglicherweise könnte damit die erste Stadt der Sumerer gemeint sein (Uruk).

3. Brudermord galt (bei vielen Völkern heute noch) in den vorderasiatischen Kulturen als unverzeihliche Todsünde, die nur mit dem Tod des Mörders zu sühnen war. Die israelische Kultur begann dahingehend umzudenken, indem sie das Mordmotiv dabei berücksichtigte. Somit wird verständlich, warum Gott den Fluch über Kain milderte, weil Kain reue zeigte und Gott eine gewisse Mitschuld trug.

4. Gott hat Abels Gottesopfer mehr gewürdigt, als das von Kain. Dadurch fühlte sich Kain abgewertet und ließ sich von seinem Neid leiten, statt auf Gottes beschwichtigende Worte zu hören. „Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben.“ Man muss also nicht der Beste sein, danach Streben einzigartig zu sein, daher muss sich keiner dafür schämen nicht etwas besondere zu sein, da es wichtiger ist im Glauben zu stehen und dem Neid zu widerstehen.  

Die mythologische Aussage
Eine der größten Gefährdung der Menschheit liegt in seinen egoistischen Trieben. Neid und Missgunst sind dabei Faktoren, die Unrecht zwischen den Menschen bewirken. In ihrem Streben entfernen sie sich somit von Gott, statt den Glauben in Bescheidenheit zu leben. Es kann halt nicht jeder der Beste sein, also sollte man in sich gehen und seinen Stand bzw. seiner Fähigkeit entsprechen. Wird man jedoch sündig, so sollte man zu seinen Taten stehen, (bekennen) damit die Strafe gemildert und dem reuigen Sünder eine neue Chance gegeben werden kann. Es genügt auch nicht seelenlos Gott zu würdigen, so wie es Kain tat und deshalb sein Opfer nicht gewürdigt wurde. Wer mechanisch (Riten, Sitten) den Glauben umsetzt und nicht den Glauben lebt, auch der entfernt sich von Gott. Je weiter nun die kulturelle und technische Entwicklung voranschreitet (Entwicklung), je größer ist die Gefahr für die Zivilisation sich von Gott zu entfernen und sich selbst als Gott zu fühlen oder imaginäre Götzen zu schaffen.

Die historische Aussage 
Im Text ist Abel ein Schafhirte und symbolisiert damit die Nomaden. Nach seinem Tod folgt ihm Seth und über Enosch bilden sich wieder Viehzüchter. Diese Nomaden bezeichnen somit den Ursprung der israelischen Stämme, die als gottesfürchtig charakterisiert werden. Kain dagegen ist Ackerbauer, symbolisiert daher den kulturellen Aufstieg in Mesopotamien. Städtebau und Eisenschmiede sind typische Kennzeichen einer Hochkultur. Demzufolge stehen Kains Nachfahren für die vorsintflutlichen Kulturen, speziell der mesopotamischen Kulturen, seit den Sumerern und der zeitgemäßen Anspielung auf die Kanaanäer. In deren Entwicklungsstreben lag immer die Gefahr sich von Gott zu entfernen und sich selbst als Götter aufzuführen oder Gott nur sporadisch zu ehren. Trotz positiver Entwicklungen, wie der Musikkultur durch Jubal, stieg zugleich die Sündenlast, die in ihrem egoistischen Streben Gottes Wege ignorierten und sich stattdessen eigene Götzen (Götter) schafften.
In Lamech‘s Lied klingt die Sündenlast an, indem er erkennt das Kains Sünden 7 Mal gerächt werden sollten, aber seine Sünden (Lamech) 77 mal. Das heißt, die Summe der Verfehlungen sind bis zur Flut, um ein vielfaches angestiegen. Die jahwistischen Schriftgelehrten werfen somit den früheren Kulturreichen vor, sich von Gott entfernt zu haben, auch wenn und vor allem weil, sie sich beachtlich entwickelt haben, aber zugleich von einem arroganten Egoismus vergiftet wurden. Damit deklassieren die Schriftgelehrten die alten Kulturreiche und werten ideell das israelische Volk auf. Sie unterstreichen dabei, dass jene angebeteten Götter der Kulturreiche, keine realen Götter sind, sondern definierbare (erfundene) Götzen, deren Kult im Sinne der Herrschenden stehen.
In den folgenden Texten wird dieser Gedanke weitergeführt und unterstreicht die Ansicht, dass es nur einen Gott gibt und der hat sich das Volk Israel als Gottesvolk ausgesucht. Auf der Basis des entstandenen Königreiches prophezeiten die Schriftgelehrten jener Zeit, dass Gott Israel über die gesamte bekannte Welt herrschen lässt. Wenn man jedoch den Text genauer analysiert, werden spätere Textkorrekturen deutlich, weil die Geschichte anders verlief und Israel nicht über die Welt herrscht, sondern zur Zeit der Priesterschrift kein eigenes Reich mehr besaß.

Genesis Kapitel 5: Genealogie von Adam bis Noah
Die biblische Genealogie umfasst die direkte Hauptlinie von Adam bis Noah und listet die bedeutendsten Personen auf. Es werden also keine Verzweigungen aufgeführt, die für einen Stammbaum typische wären, sondern weitere Nachfahren bleiben namenlos („zeugte Söhne und Töchter“). Im eingefügten priesterlichen Text wurde versucht die Bedeutung von Noah herauszustellen. So wurde Adams Sohn Kain nicht erwähnt, dafür aber der gottesfürchtige Seth, in deren Linie später Henoch und Lamech folgten. Anders als im jahwistischen Text (Gen 4), wird hier Henoch („er wandelte mit Gott“) als besonders gottesfürchtig hervorgehoben. In Kapitel 4 ist jedoch Enosch gottergeben und Henoch ist ein direkter Nachfahre des „verfluchten“ Brudermörder Kain.
Das Problem ist hierbei die versteckte Wortsymbolik, die verschiedenartig auslegbar ist. Im Wandel der hebräischen Sprache ist mit Enosch und Henoch offenbar dieselbe Person gemeint. Henoch bedeutet so viel, wie der Hingebende, der sich Gott zuwendende. Möglicherweise wollten die Priester, dem Stammbaum Kains (Gen 4), die gottesfürchtige Line Seth dagegensetzen, deren Linien sich bei Henoch kreuzte und beide Stammbäume mit Lamech endgültig zur verderbten Menschheit führte. Erst Noah, ist der Letzte und der Einzige, der von Gott als vertrauenswürdig (gottesfürchtig) erachtet wird. Für die Priester war es wichtig einen Stammbaum zu entwerfen, der im übertragenen Sinn alle Völker der bekannten Welt (Sumerer, Assyrer, Ägypter) damit einschließt, um Gottes Anspruch auf die Welt zu unterstreichen. Alle Menschen sind Gottes Schöpfung, die sich vor der Sintflut durch ihr böses Tun von Gott entfernten. Die priesterliche Genealogie zeigt dabei die Stammbaumlinie an, wodurch die Sintflut verhindert werden könnte. Aber mit Lamech erreicht auch diese hoffnungsvolle Linie den Höhepunkt der Sünde.
Als Nachweis für die Sündenlast bedient sich die Priesterschrift der Zahlensymbolik. Geamatrisch drücken die Alterszahlen das Verhältnis zu Gott aus und charakterisieren die Namen zusätzlich. Zudem werden absichtlich hohe Altersangaben (Methusalem 969 Jahre) verwendet, um die einstmalige Nähe der Menschen zu Gott darzustellen. Die beinahe Unsterblichkeit symbolisiert dabei, die möglich gewesene Rückkehr ins Paradies. Die Zahlen haben somit eine Mehrfachdeutung (s. „5. Zeichen-Zahlen-Symbolik“), die von den Gelehrten unterschiedlich interpretiert wurden und werden. Wichtig ist, dass die Zahlen keine realen Altersangaben von Personen sind und auch keine Epoche (geistige Nachfolger) bezeichnen. Die Zahlen haben in ihrem Kern vor allem eine symbolische Aussage. Die Genealogie spiegelt mit ihrer Symbolik einen Entwicklungsweg der Menschen wieder und macht den Anspruch Gottes auf die Welt deutlich.

Gen. 6, 1- 4:  Gottessöhne und Menschentöchter
Die Passage von den Gottessöhnen schloss sich ursprünglich am Kapitel 4 an und offenbart in knappen Worten den Gipfel der Sündhaftigkeit. Durch die eingeschobene Genealogie verschärft sich der Text von den Gottessöhnen in seiner Aussage. Da Henoch (Enosch) mit Gott wandelte, fühlten sich deren Nachfahren in Gottes Gunst und führten sich selbstherrlich als langlebige Götter auf. Sie nahmen sich verwerfliche Rechte heraus („nahmen sich Frauen, welche sie wollten“) und Gott strafte sie, indem er das Lebensalter der Menschen auf 120 Jahre senkte. Doch die Menschen waren davon nicht belehrt und das Geschlecht Lamech brachte weiter das bösartige auf die Welt, lediglich Lamechs Sohn Noah war eine Ausnahme.
Aber die anderen Nachkommen spielten sich als Gottessöhne auf und schufen Riesen, die über andere Menschen herrschten. Gottessöhne meinen letztendlich, die falschen Priester, die ihren eigenen Gott (vorstellten) schufen und sich selbst göttlich darstellten. Riesen sind dagegen, die weltlichen Herrscher, die durch die Priester ihren Stand errangen. Im übertragenen Sinne, sind damit die menschenverachtenden alten Hochkulturen gemeint. Und alle berühmten Helden der Vorzeit waren verblendet von den Götzen, wo in Wahrheit Gott den Helden half. Es klingt hier bereits an, dass die Großreiche der Gegenwart, weiter vom alten Geist verblendet waren. Weil Assyrer, Ägypter usw., aus der Sintflut nichts gelernt haben und weiterhin die Götzen anbeteten, konnten sie niemals zu Gottes Volk werden. Götzen, ist hierbei die Bezeichnung für falsche Götter, die nach jüdischer Ansicht nicht existieren oder von den Herrschenden erschaffen wurden. Nur ihr Gott ist der einzig wahre Gott, der sein ausgesuchtes Volk (Israel, Judäa) über die Welt herrschen lassen wird. Aber noch muss das Volk dafür die Reife erwerben.

Gen. 9, 18 - 29:  Noahs Fluch und Segen über seine Söhne
In wenigen Zeilen wird hier die ursprüngliche Feindschaft zwischen Israel und Kanaan erklärt. Die drei Söhne Noahs repräsentieren dabei die Völkerentstehung in der bekannten Welt. Im mythologischen Stil berichtet der Text vom Weingenuss Noahs, der danach halb entblößt in seinem Zelt lag. Sein Sohn Ham sah ihn in seiner Peinlichkeit und hatte nicht besseres zu tun, als anderen davon zu berichten. Noahs Söhne Sem und Japheth gingen daraufhin ins Zelt und bedeckten Noahs Nacktheit und verloren darüber kein weiteres Wort. Ham wurde wegen seines Tuns von Noah dazu verdammt, der Diener seiner Brüder zu sein.

Der historische Hintergrund bezieht sich auf die Konkurrenz/Anspruch zwischen Israel und Kanaan auf den Lebensraum Jordanland. Ham ist dabei der Urvater des Volkes Kanaan, Sem steht für das Volk Israel und Japheth symbolisiert die Philister (Handelsmacht). In der mythologischen Aussage wird hier vor dem Alkohol gewarnt und die Bloßstellung als elementare Sünde hervorgehoben. Der Wein hatte für die Kanaanäer eine hohe kultische Bedeutung und wurde als Rauschmittel missbraucht. Mit wenigen Worten, wird dem Volk Israel das Weintrinken erlaubt, aber vor blamablen Folgen gewarnt. Es wird zwischen den Zeilen empfohlen bestenfalls ein Becher Wein nur zu besonderen Anlässen zu trinken.
Der besondere Schwerpunkt dreht sich um die entwürdigende Bloßstellung und meint damit jede Art des Vorführens einer Person, der sich in einer misslichen Lage befindet. Damit ist sowohl das diffamieren, als auch das lächerlich machen gemeint. Zum respektvollen Umgang zwischen den Menschen gehört, die Persönlichkeit eines Menschen zu achten, statt ihn über seine Schwächen zu entwürdigen. Leider finden diese Zeilen in der heutigen Zeit immer weniger Beachtung. Viele Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet) treiben die Bloßstellung auf die Spitze und nennen es Spaß und Satire. Gedankenlos trampeln Comedy Künstler, Reporter und Moderatoren auf den Gefühlen von Menschen herum oder bringen sie in peinliche Situationen. Es wird heute nicht mehr darüber nachgedacht, wenn Spaß beleidigend wird, da die Menschen (Publikum, Zuhörer) sich gern am Missgeschick anderer ergötzen.

Gen. 10:  Die Völkertafel
Die später eingefügte Völkertafel versucht alle Völker der bekannten Welt in eine logische Kette zu bringen, die von Noahs Söhnen abstammen. Hiermit wird erneut betont, das alle Menschen der Welt zu Gottes Schöpfung zählen, aber im Gegensatz zum Volk Israel, haben sich die anderen Völker mit ihren Götzen von Gott entfernt. Japheth Nachkommen sind demnach alle Völker, die keinen direkten Einfluss auf das Jordanland hatten. So sind mit Madai, die Meder; mit Jawan (oder Jonier), die Griechen und mit Tarsis, die phönizischen Kulturen (Karthago, Philister) gemeint. 
In direkter Konkurrenz befinden sich jedoch die Semiten und Hamiten. Mit Hamiten (Ham) werden im Prinzip alle verhassten Völker Israels benannt. Das betrifft alle bekannten Völker Afrikas (Ägypten, Nubien/Sudan, Libyen), die Dynastien im Süden Mesopotamien (Akkad, Babylon) und Kanaan. Besonders hervorgehoben wird Nimrod und bezeichnet eine besonders grausame Dynastie von Babylon, deren Geist sich nach Assur verbreitete und später die Philister vergiftete. Historisch nicht immer korrekt, versuchen die Priester (um 500 v. Chr.) Erklärungen zu finden. Mit ihrer Deutung erklären sie warum die Philister mal Freund und mal Feind sind, obwohl die Ursachen dafür einen anderen Hintergrund haben (s. Geschichte).
Ebenso sind die Kanaanäer ursprünglich ausgewanderte Aramäer und sind demnach Semiten, aber die Völkertafel spricht ihnen diese Herkunft ab. Letztendlich spielt die historische Stimmigkeit in diesem Text keine Rolle, sondern dient lediglich dazu die Völker einzuordnen und die Bedeutung Israels, als Gottesvolk zu heben. Mit Semiten (Sem) sind hierbei die Völker gemeint, die keinen verwerflichen Ruf hatten.
Speziell bedeutsam sind das Reich Elam und das Volk der Aramäer. Elam war ein Kulturreich im heutigen Südwestiran und Aramäer war ein Sammelbegriff für die Nomadenvölker in heutigen Raum Nordsyriens. Nach neueren Erkenntnissen könnten die Aramäer auch südlich von Mesopotamien gelebt haben, bis sie von den Akkadern um 2.000 v.Chr. vertrieben worden sind. Ein Teil davon besiedelte daraufhin das Jordanland (Kanaan) und der Großteil wurde zunächst in die Wüste (Arabien) getrieben, bis sie nach Nordsyrien wanderten. Möglicherweise haben sich bereits um 1.500 v.Chr. einige Nomadenstämme ebenfalls im Jordanland niedergelassen oder drangen als Vertriebene (durch Assyrer) von Norden ins Jordanland ein.
Auffällig ist, dass bei der Bezeichnung der Semiten nur wenige Völker benannt und dafür Untergruppierungen der Aramäer erwähnt wurden. Möglicherweise wollten die Priester symbolisch Gottes Gunst auf die aramäische Linie einschränken, wodurch Israels Bedeutung hervorgehoben wurde. So gesehen, fixiert sich das Wort Semiten auf die Völker mit aramäischer Abstammung, also den Völkern Israels. Geschichtswissenschaftlich bezeichnet jedoch das Wort Semiten alle Völker Vorderasiens, die ihren Ursprung in Mesopotamien hatten.   

Gen. 11:  Der Turmbau zu Babel
Zunächst wird die Geschichte von den Menschen in Babel erzählt, die einen Turm bauen wollten, um Gott nahe zu sein. Gott schickte daraufhin die Sprachverwirrung. Ab Vers 10, folgt dann der Stammbaum von Sem bis Adam.
Erneut mischten die Schriftgelehrten mythologische mit historischen Aussagen. Mythologisch wird hier simpel erklärt, warum die Menschen unterschiedlich sprechen, wo sie doch alle denselben Ursprung haben (Noahs Söhne). Darüber hinaus wird zugleich der unterschiedliche Sprachgebrauch angedeutet. Nicht nur die Sprachen der Völker sind verschieden, sondern innerhalb eines Volkes entwickeln soziale Schichten eine eigene Sprache.
Um sich vom Volk abzuheben prägte beispielsweise die herrschende Schicht eine spezifische Wortwahl, wodurch Wörter entstehen, die das gemeine Volk kaum noch verstehen kann. In diesem Zusammenhang sollte betont werden, dass die Antike im Vergleich zu heute, nur maximal 25% der Worte von heute kannten. Allein das Wort „Böse“ umfasst deshalb eine Vielzahl von Begriffen, die heute das Wort „Böse“ näher beschreiben. Damals fand man dafür keine anderen Worte und brauchte sie auch nicht, da jeder eine eigene Vorstellung davon hatte. Aufgrund dessen versteht sich, dass alte Schriften sehr sparsame Texte haben und sich auf das Nötigste im Verständnis beschränken.
Im Turmbau zu Babel wird ein weiterer Aspekt heraus gestellt, der auf die Überheblichkeit der Menschen zielt. Im Rahmen des Fortschritts neigt der Mensch dazu, sich anmaßend mit Gott gleichzustellen („nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben“). Die Dreierbeziehung Gott-Mensch-Natur droht auseinanderzubrechen, der Mensch bringt die Schöpfung Gottes in Gefahr. Zudem klingt an, dass ein tödlicher Konflikt zwischen Herrschenden und Beherrschten entstehen wird. Die Stadt Babel würde sich als Zentrum der Welt etablieren und die Herrscher könnte sich als Gottessöhne darstellen und damit den wahren Geist Gottes unkenntlich machen. Damit dies alles nicht geschieht, beschließt Gott den Turmbau zu sabotieren. Aber letztendlich ist es die Arroganz der Menschen selbst, dass sie sich beim Bau des Turms nicht mehr verstehen.

Historisch ist mit Babel natürlich Babylon gemeint. Nach der propagierten Ansicht, soll hierbei das Babylon der Exilzeit (um 500 v.Chr.) gemeint sein. Das erscheint unlogisch, da der Turmbau zu Babel eine jahwistische Schrift ist und zu jener Zeit Babylon kein Supermacht war. Allerdings, unter König Hammurapi (1792 -1750) erlebte Babylon einst, seinen großen legendären Aufschwung, neben der politischen Macht wuchs die Stadt zum bedeutendsten Kulturzentrum seiner Zeit heran. Mit dem Codex des Hammurapi war eine beispielgebende Rechtordnung entstanden. Jedoch wurden viele Straftaten mit der Todesstrafe geahndet. Babylon hatte damit den Ruf einer besonders grausamen Herrschaft und einer unmenschlichen Sklaverei, die den Luxus der Stadt ermöglichte. Als Kulturstadt besaß Babylon stets einen Sonderstatus, selbst später unter assyrischer und persischer Herrschaft. Erst mit den Griechen verlor die Stadt seine kulturelle Bedeutung und mit der Seleukiden-Herrschaft (um 320 v.Chr.) zerfiel die Stadt und wurde vermutlich durch die Parther zur Ruinenstadt. Der relevante Zeitraum für den Turmbau zu Babel, war vermutlich um 1126 -1104 v.Chr., als Nebukadnezar I. die Stadt Babylon wieder zu einer militärischen Macht führte. Die Gefahr war groß, dass Babylon auch das Jordanland erobern könnte, aber die Assyrer stoppten die babylonische Expansion. Dennoch war Babylon der Inbegriff für Überheblichkeit, despotischer Herrschaft und grausamen Glaubenskult.
Mit diesem Image, eignete sich die Stadt hervorragend dazu Gottes Strafe darzustellen. Es hat zwar nie einen wirklichen Turmbau in Babel gegeben, aber dafür war die Stadt, wegen ihrer gigantischen und luxuriösen Bauwerke bekannt. Mit der Geschichte wurde zugleich eine Botschaft verbunden. Den luxuriösen Aufstieg von Babylon hatten sie Gott zu verdanken, aber anstatt ihn entsprechend zu ehren, wendeten sie sich ab und schufen sich ihre Götzen.
In Form der Assyrer wurde Babylon für seinen Hochmut bestraft und auch den Assyrern wird es nicht gelingen, eine alles beherrschende Macht zu werden. Im Tenor der Geschichte erklärt der Turmbau zu Babel auch, dass sich die Menschheit auf der Welt verteilen wird und es wird niemals eine weltbeherrschende Macht geben, es sei denn sie ist im Bunde mit Gott.
Mit dem Turmbau zu Babel endet die Urgeschichte im AT. Überleitend zur Vätergeschichte haben die Gelehrten im babylonischen Exil (um 500 v.Chr.) einen Stammbaum eingefügt. Die Genealogie zeichnet die direkten Nachfahren von Sem bis Abram (Abraham) nach. Wichtig hierbei ist, dass Terach mit seinem Sohn Abram und seinem Enkel Lot nach Kanaan zogen, wodurch die Geschichte des Volkes Israel begann.    

2. Vätergeschichte von Abraham  (Gen. 12 – 26)angel stoping Abraham
Bild: Abraham opfert Sohn _- Quelle: www.lds.org

Im 2. Teil der Genesis wird ein genealogischer Rahmen vorgegeben und deckt die Zeitepoche von 2.000 v.Chr. bis 1.400 v.Chr. ab. Der fiktive Stammbaum von Abraham bis Joseph untermauert den Anspruch Israels Gottes Volk zu sein, da Gott bereits schon mit den Stammvätern wandelte. Zu diesem Zweck wurden geeignete Geschichten/ Überlieferungen in Verbindung mit einer Väterfigur gebracht. Das bedeutet, keine der Vätergeschichten ist als Lebenslauf zu verstehen, selbst die Existenz der Personen ist historisch fraglich. Die Vätergeschichte erhebt aber auch gar nicht den Anspruch einer Biografie, sondern die Schriftgelehrten zeichnen den Weg ihrer Herkunft nach, in dessen Mittelpunkt Gott steht. Immer wieder wird dabei betont, dass Gott mit ihnen ist und dass die anderen Völker Gottes Gunst verwirkt haben.
Die Vätergeschichten sind literarisch deshalb ein Mix aus Mythos, Legende und Historie. Auch haben hier alle drei Epochen von Schriftgelehrten gewirkt und ihre Texte ineinander verflochten. Die Grundaussage ist immer dieselbe und begründet den Sonderstatus von Israel bzw. Judäa, Gottes Volk zu sein. Diesbezüglich wird die nachfolgende Betrachtung eine geraffte Inhaltangabe sein, die nur besonderen Schwerpunkte hervorheben.

Abraham

Gen. 12: Abrahams Auszug nach Süden
Zunächst ist im Text die Rede von Abram, der noch nicht den Ehrenzusatz Ham hat. Gott verspricht Abram, dass er ihn in ein Land führen wird, indem seine Nachkommen ein großes Volk werden würden. Also folgt Abram der Anweisung und zieht mit seiner Frau und seinem Neffen Lot ins Jordanland. Dort lebten aber schon die Kanaanäer und bald erlitten alle Menschen dort eine große Hungersnot und Abram zog weiter nach Ägypten.
Statt auf Gottes Wort zu vertrauen, verlässt Abraham das von Gott gezeigte Land. Abraham besteht somit nicht Gottes Prüfung und sieht nicht Gottes Plan Kanaan zu dezimieren, damit sich die Nachkommen Abrahams das Land aneignen könnten.
Abrahams Ängstlichkeit kommt zudem im zweiten Teil des Kapitels zum Ausdruck, als er in Ägypten um sein Leben fürchtet und sich nicht als Ehemann zu seiner schönen Frau Sarai bekennt. Er gibt sich als Bruder aus und wie befürchtet, begehrt der Pharao die schöne Sarai und als vermeintlicher Bruder wird er vom Pharao reich beschenkt. Als Ehemann wäre er sicher getötet worden, damit der Pharao moralisch Sarai zu seinem Weibe nehmen konnte. In dieser Geschichte wird die Stellung der Frau als Ware deutlich und lediglich der Status des Mannes zählt. Über den Bruder bzw. Vater wird eine Ware (Frau) angeboten und entweder bezahlt oder reich beschenkt. Der Ohnmächtige, sollte allerdings nicht den Mächtigen die Ware verweigern, weil dann der Ohnmächtige zum tödlichen Opfer werden könnte. Als Ehemann gilt die Ware Frau, als bereits verkauft und ist rechtlich nur über den Tod des Mannes wieder erwerbbar. Auch hier spielt der gesellschaftliche Status eine wesentliche Rolle. So gesehen ist Abrahams Verhalten ein intelligentes Täuschungsmanöver. In der Überlieferung allerdings straft Gott den Pharao, wodurch einmal mehr Gottes Macht über die Welt verdeutlicht wird. Der Pharao erkennt daraufhin die Wahrheit und macht Abram deswegen Vorhaltungen. Aber statt ihn zu Strafen, gibt der Pharao, aus Furcht vor Gott, Abram seine Frau zurück und lässt ihn reich beschenkt ziehen.

Gen. 13: Trennung von Abraham und Lot
Abram und Lot sind in Ägypten relativ wohlhabend geworden und wollten ihr Glück erneut im verheißenden Jordan-Land wagen. Inzwischen haben sie sich die Familien vergrößert und sind zu Stämmen (realer ist die Bezeichnung Sippen) geworden. Sippen bedeutet in diesem Zusammenhang auch Bedienstete (sie konnten es sich leisten sich Abhängige zu halten). Im engen Zusammenleben kam es jedoch unweigerlich zu Streitigkeiten, worauf sich die Sippen trennten. Lot zog mit seinen Gefolgsleuten zum unteren Jordan, zu den Städten Sodom und Gomorra. Abram blieb im Lande Kanaan und baute Gott bei Hebron einen Altar, worauf sich der Stamm Hebräer nannte.

Gen. 14: Krieg der Könige
Archäologisch nicht nachweisbar wird hier das Eindringen der Nordmächte (Babylon/ Elam) beschrieben, die sich die Erzquellen des Jordanlandes einverleiben wollten. Die Städtekönige des Jordanlandes versuchten die Invasion abzuwehren und scheiterten. Es klingt an, dass die Städtekönige sich untereinander uneinig waren und zu einem durchtriebenen Ränkespiel neigten. Symbolisch wird hier der Konflikt zwischen Sodom und Gomorra hervorgehoben, der dazu führte das Abrams Neffe Lot in Gefangenschaft geriet. Es war zu jener Zeit üblich ,die Unterlegenen zu deportieren, um sie zu versklaven und nicht benötigte Menschen zu töten. Dazu sollte man wissen, dass damals die meisten Städte unzureichend geschützt waren (keine Mauer) und die Einwohnerzahl häufig nur aus 2.000 Bewohner bestand. Aufgrund einer noch spärlichen Bevölkerungsdichte, war ein großflächiges Vasallensystem nicht möglich, weil es nicht zu kontrollieren wäre. Die militärischen Aktionen der mesopotamischen Hochkulturen ins Jordanland, beschränkten sich deswegen mehr auf Raubzüge und dienten wirtschaftlichen Interessen, also Erz und Sklaven. Der Tod von Soldaten war dabei immer ein herber Verlust, der häufig mit den neuen Sklaven kompensiert wurde. Mit einer untypischen Strategie gelingt es Abram mit seinen Leuten, Lot und seine Sippe zu befreien. In der Nacht überwältigen sie die übermächtigen Feinde, wo doch üblicherweise Kämpfe immer bei Tageslicht durchgeführt wurden. Denn die Nacht gehörte den Dämonen und den Feiglingen, somit war es schändlich bei Nacht anzugreifen. Doch wie sonst sollte man Unrecht begegnen, wenn der Gegner übermächtig ist.
Über Melchisedeck würdigen die Stadtkönige des Jordanlandes Abrams Aktion, als Gott gefälliges Werk. Melchisedeck (hebr. = König der Gerechtigkeit) wird als Oberkönig im Jordanland dargestellt und zugleich, als der Priester Gottes. Der König residiert in Salem, wodurch die besondere Bedeutung des späteren Jerusalem symbolisiert wird. Über den fiktiven Oberkönig erhält Abram Gottes Segen und voller Ehrerbietung gibt er den Zehnten.
Textlich vermutlich von den Priestern (um 500 v.Chr.) eingefügt, rechtfertigen sie die Abgabe (Steuer) zu Gottes ehren, den zehnten Teil (10%) des Erworbenen (Besitz, Ernte, Vermögen). Auch die Segensgabe von Brot und Wein ist ein späterer Einschub. Die Bedeutung des Oberkönigs Melchisedeck ist unklar und meint vermutlich einen ohnmächtigen König, dem es nicht gelingt die Könige des Jordanlandes zu vereinen. Somit wird sein Name bedeutungslos und spiegelt (im übertragenen Sinne) die reale Geschichte Israels wieder, die wegen ihrer Sünden und ihrer Uneinigkeit ihr Land verloren. In der Geschichte zahlt demzufolge Abram den Zehnten (Steuer) seinem zuständigen Herrscher, statt dem Oberkönig.
Ab Vers 21 versucht aber der König von Sodom einen durchtriebenen Handel. Er will die Kriegsbeute ohne Abgaben Abram überlassen, dafür will er seine Kriegsleute haben. Abram erkennt die List und ist nicht bereit seine Leute zu opfern oder sich daran zu bereichern. Schließlich war sein nächtliches Handeln eine Notaktion und sollte nicht zur Basis einer ehrlosen Kampfstrategie werden. Darum sollten seine Kämpfer mit einem gerechten Lohn nach Hause geschickt werden.

Gen. 15: Der Bund Gottes mit Abram
Abram beklagt sich bei Gott, dass er selbst keine Nachkommen hat, aber Gott prophezeit ihm, dass er Kinder haben wird, so viele, wie „die Sterne am Himmel“. Gott fordert ihm konkret zu bestimmten Opfergaben auf. Auf den symbolischen Zweck soll hier nur oberflächlich eingegangen werden, weil vieles Interpretationssache ist. Mit der Auswahl einer Mischung aus Nutzvieh und Wildtieren, könnte hier eine Entwicklungsaussage stehen. Wie der Widder durch die Zeit zur Hausziege und die Kuh zum höchsten Nutzvieh wurde, soll dem Volk Israel klar werden, dass sie eine gewisse Zeit brauchen, um ein gereiftes Kulturvolk zu werden. Und die Menschen werden lernen müssen, dass nicht jeder von Gott begünstigt kann sein (Turteltaube, einfache Taube). Philosophierend wird somit der Gedanke weitergetragen, dass die Errungenschaften verteidigt werden müssen („die Raubvögel stießen hernieder“) und so manches Mal Angst und Hoffnungslosigkeit (Dunkelheit) herrschen wird, aber der Herr wird ihnen den Weg (Träume) weisen. Im Prinzip ist die Zeit noch nicht reif und Abrams Volk muss noch (vier) hunderte Jahre lernen, um ein großes Kulturvolk zu werden. Es wird zwar nicht direkt erwähnt, aber Gott fordert Abram auf nach Ägypten zu gehen, um dort zu lernen, damit sich die Prophezeiung erfüllt (Davidisches Großreich).

Gen. 16: Hagar und Ismael
Da Sarai unfruchtbar war, überredete sie Abram dazu, über die Leibsklavin Hagar einen Sohn zu bekommen. Nach altorientalischem Recht durfte ein Mann über seine Leibsklavin ein Kind zeugen, wenn die Ehefrau unfruchtbar war. Die Slavin blieb aber immer eine Sklavin. Hagar war also mit der Schwangerschaft nicht aufgewertet und hatte somit kein Recht sich bedeutender als Sarai zu fühlen. Als sich Sarai darüber beklagte, sagte Abram: „Tu mit ihr, wie dir’s gefällt“ und drückt damit die Rechtlosigkeit der Sklaven aus. Bevor Sarai die Sklavin Hagar strafend demütigen konnte, floh sie in die Wüste. Nun wird eine elohistische Textpassage deutlich, indem ein Engel Hagar zur Umkehr bewegte. Geprägt von der kanaanäischen Umwelt fließen Gehilfen Gottes in dem Text ein. Engel sind für das Judentum außerirdische gesandte Überbringer (Boten), die von Gott erschaffen wurden, sowie die Cherubim und Seraphim. Aber nur die Schriftgelehrten der elohistischen Epoche lassen in ihren Texten Gehilfen Gottes auftreten. Über den Engel lässt Gott Hagar verkündet, dass sie und ihr Sohn Ismael ein großes Volk werden würde und soll deshalb zu Abram zurückkehren. Später wird hier hineininterpretiert, dass Gott Hagars Sohn Ismael zum Urahnen der Araber (Muslime) machen wird. Hagar kehrt darauf zurück, gebar Abram den Sohn Ismael (= der von Gott erhörte) und erduldet ihr Sklavendasein. Übergreifend zeigt sich Gott von Abram enttäuscht, weil dieser nicht abwarten konnte und sich von Sarai zur Leihmutterschaft überreden ließ.

Gen. 17: Aus Abram wird Abraham / Die Beschneidung  
Trotz der Enttäuschung (Leihmutterschaft) erinnert Gott Abram an den Bund. Abram, der sich aber keiner Schuld bewusst ist, bekräftigt deshalb mit reinen Herzen seine Treue zu Gott. Gott bestimmt das Abram (=der erhabene Vater) sich fortan Abraham (= Vater vieler Völker) nennen soll und sich somit die Prophezeiung zu erfüllen beginnt. Als ein wichtiges Zeichen des Bundes fixiert die Priesterschrift die Beschneidung der Penis-Vorhaut im Text. Demnach sollen Kinder ab den 8. Lebenstag am Penis beschnitten werden. Diese Praxis wurde bereits von einigen Nachbarvölker vollzogen, aber zum Glaubensritual erhob es die jüdische Kultur. Hintergrund der Beschneidung ist weniger der Glauben, als der hygienische Aspekt, wodurch später besonders Geschlechtskrankheiten reduziert wurden. Im weiteren Textverlauf kündigt Gott an, dass nun Abrahams Frau Sarai (= Gebieterin), als Sarah (=Fürstin) einen Sohn gebären wird und sie sollen ihn Isaak nennen.

Gen. 18: Gottesbesuch bei Abraham
Hier wird von einem Besuch berichtet und schnell wird klar, dass es Gott höchstpersönlich mit zwei Engeln ist. Nach den Ritualen der Gastlichkeit verkündet Gott erneut, dass Sara ein Kind gebären wird. Angesichts ihres hohen Alters zweifelt sie daran, worauf Gott sie belehrte: „Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“ Diese Kernfrage richtet sich symbolisch an das Volk Israel und fordert die Gläubigen auf, im Glauben zu stehen, statt zu zweifeln. Ab Vers 16 erwähnt Gott seinen Plan der Vernichtung von Sodom. Abraham argumentierte daraufhin, dass es doch ungerecht wäre, die Gerechten in der Stadt mit zu töten. Gott zeigt sich als gesprächsbereiter Partner und verspricht die Stadt zu verschonen, wenn die Engel (40, 30, 20) zehn Gerechte finden sollten. Auch dieser Aspekt ist wichtig im Glauben. Israels Gott ist kein selbstgerechter Gott, sondern ein überirdischer Vater mit dem man reden kann und bei gerechtfertigten Argumenten seine Entscheidungen überdenkt.

Gen. 19: Untergang von Sodom und Gomorra
Auf ihrer Analyse der Menschen von Sodom werden die Engel Gast bei Lot. Doch aufgebrachte Menschen bedrängen Lots Haus und verlangen die Auslieferung der Fremden. Mit dem Gebot des Gastrechtes weigert sich Lot und bietet stattdessen seine Töchter als Geiseln an. Die Aufgebrachten sind damit nicht einverstanden und greifen nun Lot an, daraufhin ziehen die Engel Lot ins Haus, treten heraus und schlagen die Leute, vor dem Haus mit „Blindheit“ (verwirren sie, lösen Furcht aus).
Der Aspekt des Gastrechtes wird durch diese Geschichte sehr eindrucksvoll belegt, wonach der Gastgeber die Pflicht hat, für das Wohl des Gastes zu sorgen und somit auch Garant für deren Sicherheit ist, sogar mit Einsatz des eigenen Lebens. Dieser Kodex ist extrem wichtig, weil allzu oft in der antiken Ära, ein Gastmahl zur tödlichen Falle wurde.  
Nach diesem Vorfall vor dem Haus, mussten die Engel und Lots Familie aus der Stadt fliehen, bevor sie erneut bedrängt werden würden. Die Engel wiesen Lots Familie an, sich während ihrer Flucht nicht umzuschauen. Als die Engel „Schwefel und Feuer regnen ließen“ schaute sich die Frau von Lot dennoch um und erstarrte zur Salzsäule. Misstrauen und Ungehorsam wurden bitter bestrafft und nur Lot mit seinen beiden Töchtern überlebten das Inferno. Die Städte Sodom und Gomorra wurde für ihre Sünden bestraft. Historisch ist nicht klar, ob es die Vernichtung und die Städte überhaupt gegeben hat. Außerdem dürfte das Ereignis keiner gesehen haben, um nicht zur Salzsäule zu werden, woher wussten die Schriftgelehrten, dass es Schwefel und Feuer regnete? Die Geschichte ist also höchstwahrscheinlich eine fiktive Geschichte, um Gottes Macht zu demonstrieren und das Volk Israel zu warnen. Gott hat zwar versprochen keine Sintflut mehr zu schicken, aber er kann jederzeit die sündigen Orte der Welt vernichten (die eine Gefahr für seine Schöpfung sind).    
Ab Vers 30 wird die Entstehung der Völker von Moab und der Ammoniter erzählt. In schändlicher Weise machen die Töchter Lots ihren Vater betrunken, um mit ihm einen Beischlaf durchführen zu können. Da weit und breit die Menschen vernichtet waren, machten sie sich Sorgen, um ihre Nachkommen und kamen deshalb auf diese Inzests-Idee. Inzest (Geschlechtsverkehr zwischen eng verwandten Menschen) gilt heute allgemein als Blutschande, aber in den alten Kulturen war dies eine durchaus gängige Praxis, um eine reine Nachkommenschaft (innerhalb der Adelsfamilie) zu gewährleisten. In der heutigen Zeit ist Inzest vornehmlich in Europa und Nordamerika verboten und strafbar, dagegen wird Inzest in den meisten Staaten der Welt toleriert. In der jüdischen Kultur ist Inzest mehr ein Tabuthema, um sich nicht festzulegen. Offiziell wird Inzest verurteilt, kann allerdings unter gewissen Umständen toleriert werden. Die Vorgehensweise von Lots Töchtern, wird jedoch als schändlich beurteilt und somit gehören die Völker Moab und Ammoniter zu den Völkern Israels, gelten aber als unmoralische Söhne Israel.

Gen. 20: Abraham bei Abimelech
Kapitel 12 wiederholt sich hier in anderer Form. Erneut gibt sich Abraham als Bruder von Sara aus, um einen eventuellen Mordanschlag zu entgehen und der Philisterkönig Abimelech nimmt Sara zur Frau. Über einen Traum erfährt Abimelech von Gott die Wahrheit, der ihn sogar droht. Es stellt sich die Frage, warum Gott so hart zu Abimelech ist, der doch nichts Unrechtes getan hat und Sara arglos zur Frau nahm. In der Geschichte wird ein Aspekt ausgeführt, dass bis in unserer heutigen Zeit ein Problem ist. Immer wenn Anordnungen oder Gesetze in der Praxis, den Ohnmächtigen zum Fehlverhalten zwingen, um sich zu schützen, ist der Mächtige für die Folgen verantwortlich und somit der Sünder. In Abrahams Fall sind es sittliche und moralische Werte, die real schändlich umgangen werden, wodurch Abraham gezwungen ist sich als Bruder von Sara auszugeben. In Abimelechs Reich kam es öfter vor, dass die Ehemänner schöner Frauen verunglückten (ermordet wurden), damit die Frauen rechtlich wieder frei waren und sie der Begehrende moralisch in Besitz nehmen konnte. 
Praktisches Beispiel dazu: Der Chef einer Reinigungsfirma beschließt, dass seine Reinigungskräfte statt 10 künftig 12 Räume zu reinigen haben, weil sich seiner Meinung nach, die verbesserten Arbeitsmittel eine höhere Leistung ermöglichen. In der Realität ist jedoch der Leistungsaufwand nur für jüngere Reinigungskräfte zu schaffen und selbst diese, sind nicht in der Lage ständig (täglich) diese Leistung zu vollbringen. Aus existenziellen Gründen ist die Dienstkraft dazu gezwungen Abstriche in ihrer Arbeitsqualität (Sichtreinigung und „runde Ecken“) zu machen. Der Unternehmer sieht sich so in seiner Forderung bestätigt, weil alle Arbeitskräfte die 12 Räume schaffen. Das geht solange gut, bis sich der Kunde über die mangelhafte Reinigungsqualität beklagt. In der Regel kündigt der Unternehmer einfach der kritisierten Reinigungskraft und ist meistens nicht zu einer objektiven Analyse bereit. Indem der Unternehmer das eigentliche Problem (Normerhöhung) nicht löst, ist er der Schuldige (Sünder), weil er seine Order nicht realistisch geprüft hat, ob sie qualitativ praktikabel ist und nicht die Dienstkraft dazu zwingt Unrechtes (Sauberkeitsmängel) zu tun.
Aus diesem Blickpunkt heraus ist also Abimelech der Sünder. Neu in der Geschichte ist, dass Gott Abraham in den Status eines Propheten hebt und ihm auferlegt, ob und wie Abimelech zu strafen ist. Abraham gibt sich mit reichen Geschenken zufrieden und Gott hebt den Bann über Abimelech auf. Übrigens macht die Geschichte deutlich, dass hier nicht Abrahams Lebenslauf erzählt wird, sondern Geschichten nach einem biografischen Grundgerüst angeordnet wurden. Neben der Zahlensymbolik dürfte Sara schon sehr alt gewesen sein und daher für Abimelech kaum begehrenswert gewesen sein. Zudem stellt sich die Frage, warum sich sein Neffe Lot, nicht mit seinen Töchtern Abraham angeschlossen hat.

Gen. 21: Vertreibung von Hagar
Das Kapitel besteht aus drei Abschnitten. Im 1. Teil wird Isaak als Sohn Saras geboren. Da Sara die Schwangerschaft in ihrem hohen Alter nicht für möglich hielt, belächelte sie Gottes Ankündigung, worauf sich der Name Isaak (= der Belachte) ableitete. Im 2. Teil war Isaak geboren und Sara sah in Hagars Sohn eine Konkurrenz und forderte Abraham auf, Hagar mit ihrem Sohn wegzuschicken. Da Abraham wusste, dass dies der sichere Tod für die zwei gewesen wäre, holte er sich Gottes rat. Gott versicherte ihm, dass Hagar mit ihrem Sohn ein großes Volk werden würden und Abraham schickte sie in die Wüste. Das Hagar mit ihrem Sohn beinahe doch verdurstet wären, unterstreicht, wie tödlich die Praxis in der damaligen Zeit war, jemanden zu verstoßen. Interessant ist in diesem Text, dass der Name Ismael nicht mehr auftaucht und nur noch von Hagars Knaben die Rede ist. Zudem Zeitpunkt dürfte auch der Sohn Hagars kein Knabe mehr gewesen sein, zumindest musste er nicht mehr getragen werden. Eventuell fehlt hier eine Geschichte, von Ismaels Tod und einer erneuten Schwangerschaft von Hagar. Wie dem auch sei. Der Sohn von Hagar wird als guter Bogenschütze dargestellt, dass symbolisch ein Charakteristikum der Beduinen (Wüstenvölker). Ismael wurde somit als Vater der Beduinenvölker interpretiert, aus denen später die Araber hervorgingen. Typischerweise (Rache) passt dazu auch, dass die Beduinen deshalb öfter die israelischen Stämme räuberisch überfielen. Der 3. Teil berichtet vom Bündnis zwischen Abraham und Abimelech, die ihre Missverständnisse beilegten und die legendären Abraham Brunnen den Bund bezeugen. Hierbei wird die Wichtigkeit von Wasser unterstrichen und den Anspruch des Volkes Israels auf die erwähnten Brunnen, auf der Basis des Bundes mit Abimelech.

Gen. 22: Abrahams Versuchung (Opferung Isaaks)
In diesem Text wurde eine Tragödie mit legendären Orten verknüpft, auf dass sie im Gedächtnis des Volks Israel bleiben. Für das biblische Verständnis, sind Orte einer längst vergangenen Zeit weniger bedeutend. Inhaltlich fordert Gott Abraham auf ihm seinen Sohn Isaak zu Opfern. Schweren Herzens gehorcht Abraham, doch kurz vor der Opferung gebietet Gott Einhalt. Abraham hat seine Gottestreue unter Beweis gestellt. Und das war nötig, da Abraham in den vergangenen Geschichten wankelmütig war (Leihmutterschaft, Bruder von Sara usw.) und in seinem Handeln wenig Gottesvertrauen zeigte. Da Abraham bereit war Gott seinen Sohn zu opfern, war Gott von Abrahams Treue überzeugt und bekräftigt ihm eine reiche Nachkommenschaft. Abschließend werden dazu die verwandtschaftlichen Beziehungen aufgeführt.

Gen. 23: Sara ist verstorben
Erneut steht ein legendärer Orte im Mittelpunkt der Geschichte und unterstreicht, dass bei Hebron (deshalb Israel = Hebräer) Abraham ein Stück Land kaufte und in den Höhlen von Machpela Sara begraben wurde. Obwohl ihm die Hethiter das Land schenken wollten, lehnte Abraham ab, weil eine Schenkung keinen Besitz darstellt und somit die Hethiter einen (Glaubens) Anspruch/Anrecht geltend machen könnten. Mit Sara liegt somit bei Hebron, die Mutter von Abrahams Nachkommen begraben und mit dem Kauf des Grundstückes, haben die Nachfahren Abrahams ein ewiges Anrecht darauf. Übrigens, die Hethiter beherrschten im 2. Jahrtausend v. Chr. ein Großreich, deren Kernland in der heutigen zentralen Türkei lag und sich ins Jordanland erstreckte. Um 1200 v. Chr. zerfiel das Reich und eine Volksgruppe siedelte sich vermutlich bei Hebron an (30 km südlich von Jerusalem).

Gen. 24: Rebekka wird Isaaks Frau
In dieser relativ langen Geschichte, beauftragt der betagte Abraham seinen Knecht, für Isaak eine Frau zu finden. Mit Gottes Hilfe, soll er die richtige Braut im Land von Abrahams Väter finden, bei den Aramäern. So fand der Knecht mit Gottes Hilfe Rebekka und ihr Bruder Laban zeigte sich mit der Verbindung einverstanden. Rebekka war auch bereit sofort mitzugehen und als sich Isaak und Rebekka sahen verliebten sie sich sofort. In dieser Geschichte wird ständig betont, dass der Knecht von Abraham autorisiert ist eine Frau für Isaak zu suchen und dass Gott ihm zeigte, dass Rebecca die richtige Braut ist. Zugleich wird mehrfach und ausdrücklich unterstrichen, dass Isaak auf keinen Fall eine Kanaaniterin zur Frau nehmen sollte. Die Schriftgelehrten jener Zeit betonten damit für ihre Gegenwart, die unversöhnliche Feindschaft zu den Kanaanitern und das kein Israelit eine Frau Kanaans heiraten sollte.
Wichtig an dieser Stelle ist die altorientalische Verfahrensweise der Ehe. Die Familienoberhäupter verhandelten darüber, welcher Sohn welche Tochter heiraten durfte. In diesem Fall war der Knecht Abrahams und Rebekkas Bruder Laban dazu autorisiert. Das heißt, eine Liebesehe nach heutigen Vorstellungen, waren damals eher selten. Selbst beim einfachen Volk hatten die gegenseitigen Interessen der Familien Vorrang. Häufig entschied die Mitgift (Aussteuer, Mitgegebene) darüber, welchen Bewerber eine Jungfrau zum Manne gegeben wurde. Im Prinzip wurde die Tochter verkauft und ging in den Besitz des Mannes über. Die Liebe zueinander sollte auf der Basis des gegenseitigen Respekts und der Pflichterfüllung im Zusammenleben entstehen/wachsen. Dazu sollte man wissen, dass ein junges Paar stets Teil der Familiengemeinschaft war und häufig nicht einmal über einen privaten Raum (Zimmer, Zelt) verfügte. Erst mit der Geburt eines Sohnes stieg das Ansehen einer Frau und der jungen Familie wurde ein privater Raum ermöglicht. Dennoch war es für eine junge Frau existenziell wichtig, sich mit ihrem Mann und der Schwiegermutter in der fremden Familie zu verstehen. Nur unter diesen Voraussetzungen konnte das Gefühl Liebe zum angetrauten Partner entstehen. Andererseits. Kam es doch einmal vor, dass sich ein Paar gegen den Willen der Familien ineinander verliebte, so mussten sie in der Regel vor den Zorn der Gemeinschaft fliehen.

Gen. 25: Nachkommenschaft
Das Kapitel besteht aus vier Teilen und schließt die Abraham-Geschichte ab. Mit der Formulierung „Brunnen der Lebendigen, der mich sieht“ ist eine Grabstätte gemeint. Bereits in Kapitel 24 wird sie erwähnt und bedeutet, dass Abraham bereits verstorben war, als Rebekka eintraf und Isaak kennenlernte. Den Schriftgelehrten war es in diesem Kapitel wichtig weitere Völker zu benennen, die von Abraham abstammten. Zu diesem Zweck ließen sie Abraham noch einmal heiraten und er zeugte viele Söhne. Dann aber verstarb Abraham und symbolisch begruben ihn, in friedlicher Eintracht, seine ersten Söhne Isaak und Ismael, wodurch die anderen Söhne in eine wertende Rangfolge eingeordnet wurden.
Natürlich wurde Abraham bei Sara begraben, in den Höhlen von Machpela (bei Hebron), auf den Landbesitz von Abrahams Erben (Hebräer).
Im 2. Teil werden symbolisch die Nachfahren Ismaels aufgeführt, deren reale Existenz fraglich ist, zumindest aber die Wüstenvölker im nordwestlichen Arabien meint. Letztmalig wird darauf hingewiesen, dass Isaak und Ismael Brüder sind und Abraham ihr Vater ist. Im weiteren Verlauf der historischen Geschichte stehen sich Israeliten und Araber eher feindlich gegenüber.
Im 3. Teil der Geschichte bekommt Rebekka Zwillinge, obwohl auch sie (wie Sara) zunächst als unfruchtbar galt. Beide Söhne repräsentieren symbolisch zwei Völker. Esau, der ältere Sohn, wird Jäger und ist der Ur-Vater des Volkes Edom und Jakob, wird Hirte und ist der Ur-Vater des Volkes Israel. Vater Isaak bevorzugte aber seinen Sohn Esau, wegen dem Wildfleisch, dass er ihm brachte und Mutter Rebekka, mochte lieber Jakob, weil er immer in der Nähe war. Diese unterschiedliche Bevorzugung führte zur ursprünglichen Rivalität zwischen den Brüdern.
In Teil 4 kommt Esau hungrig von einer erfolglosen Jagd wieder, der Hirte Jakob dagegen ist nicht vom Jagdglück abhängig und hat demzufolge immer etwas zu Essen. Jakob bietet Esau berechnend ein Mahl an und fordert dafür das Erstgeburtsrecht von ihm. Esau willigt hungrig ein und scheint sich den Konsequenzen nicht bewusst zu sein. Diese Geschichte wird in der Bibel sehr unterschiedlich bewertet. Einerseits wird Jakobs Durchtriebenheit verurteilt, weil er die Notsituation von Esau schamlos ausnutzt. Andererseits wird Esau verurteilt, weil er wegen niederer Beweggründe (Essen) sein elementares Recht (Erbe, Wertigkeit) verkauft. Jakob ist diesbezüglich cleverer, als sein Bruder Esau und damit ist Jakob geeigneter ein Volk zu führen, als sein wankelmütiger Bruder Esau. Für die biblische Realität heißt dass, Jakob ist der würdige Führer eines Volkes, das später Gottes Volk werden sollte.

Gen. 26: Isaak und die Philister
Im Land der Philister brach schließlich eine Hungersnot aus, aber Gott befahl Isaak trotzdem im Lande von Abimelech zu bleiben. Dem Beispiel vom Vater Abraham folgend, gab sich Isaak als Bruder von Rebekka aus, damit ihm kein Leid geschah. Der Philisterkönig nahm Rebekka zur Frau und erfuhr von der Lüge Isaaks. Abimelech reagierte erbost, aber mehr noch fürchtete er Gottes Zorn, sodass er Rebekka frei gab und Isaak reich beschenkte. In dieser Geschichte steht Abimelechs Furcht vor Gott im Fokus, wodurch der Frevel von Isaak nicht weiter ins Gewicht fällt, sondern ihm sogar einen Sonderstatus einräumt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Isaaks Volk zu vermögend (einflussreich), worauf die Philister einen Streit um die Wasserbrunnen entfachen. Das Nutzungsrecht der Brunnen hatten die Philister Abraham eingeräumt, aber nicht Isaak. Schließlich fanden Abimelech und Isaak zum Frieden und erneuerten den Bund miteinander. Der Ort mit dem Brunnen des Bundes, nannten sie Beerseba (= Ort des Schwures). Vermutlich wurde diese Geschichte später eingefügt und sollte die Wasserrechte untermauern, die sich nicht nur auf Abraham bezogen, sondern mit Isaak erneuert wurden.
Die beiden Schlussverse knüpfen an Kapitel 25 an und berichten von der Heirat zwischen Esau und Judith, der Tochter eines Hethiter, worüber Isaak und Rebekka nicht glücklich waren (lauter Herzeleid).