9. F. Aspekte Mensch - Teil 2

Teil 2: Gesellschaftlicher Aspekt (Angst, Neugier, Glaubensentwicklung) - - - Theologischer Aspekt - - - Betrachtung zur Frau (Frauen in der Bibel, gesellschaftlicher Stand)

3. Der soziologisch, gesellschaftliche Aspekt

Die Seele, das Sein des Menschen, wird über die genetischen Informationen als Basis festgelegt und entwickelt sich über das Denken weiter. Der Ernährungs-, Fortpflanzungs- und Selbsterhaltungstrieb ist dabei der Motor der Seele, wodurch Erfahrungen und Erkenntnisse über das Denken gewonnen werden und die Basis als Charakter eines Menschen ausgebaut wird. Die Seele agiert im Unterbewusstsein und wird für den Menschen über die Gefühle spürbar.
Da aber unser Bewusstsein, dem vordergründigen Denken, eine rationelle Gefühlsebene schafft, ist es schwer zu unterscheiden zwischen seelischen und rationalen Gefühlen. Die Gefühle leiten aber den Menschen zum soziologisch gesellschaftlichen Wesen.

Grundlegend sind über die drei Triebe, die Gefühlsmechanismen Angst und die Neugier angelegt, die sowohl Schutzfunktion und Entwicklungsmotor sind. Unterstützend sind die Lebewesen mit 6 Sinnen ausgerüstet ⇒ Riechen, Schmecken, Sehen, Hören, Tasten und das Gleichgewicht. Als 7. Sinn könnte man das Denken bezeichnen, dass die Informationen der 6 Sinne analysiert und wertet, auf der Basis der angelegten genetischen Erbinformationen. So ist beispielsweise die Ernährung für ein Lebewesen vorgegeben und mit den 6 Sinnen wird überprüft, ob ein Nahrungsmittel unbedenklich ist.
Wenn das nicht der Fall ist, erzeugt die Seele ein Angstgefühl, das zur Vorsicht rät. Wenn jedoch der Körper von einem Hungersignal übermannt wird, kann die Neugier die Angst unterdrücken und in Abwägung mit den Sinnen vom unbekannten probieren. Ein Zwischending ist das Vertrauen, auf der Basis der Erfahrung mit oder von anderen. So wird eine Mutter ihrem Kind Nahrungsmittel geben oder zeigen, die für den Nachwuchs unbedenklich sind. Wenn aber ein gegebenes Nahrungsmittel nicht zu den bisherigen passt, kann sich eine plötzliche Angst (Ekel) entwickeln. Ein solches Phänomen tritt häufig auf, wenn die Mutter dem Kind Spinat geben möchte. Der herbe Geschmack wird meistens als Gefahr empfunden und vom Kind ausgespuckt. Die Mutter sollte in diesem Fall weitere Versuche unterlassen, da ein Vertrauensverlust droht.      

Das Gefühl Angst bezeichnet die Vorsicht oder Skepsis vor etwas Unbekannten. Neben der Vorsicht vor Nahrungsmittel ist das Gefühl existenziell wichtig, um feindliche Tiere, Artgenossen oder Naturgefahren (Sumpf, Unwetter) rechtzeitig zu erkennen bzw. zu wittern. Je stärker die Sinne eine Gefahr belegen, desto hoher ist das Angstempfinden. Die Angst kann den Körper zu Höchstleistungen mobilisieren und existenziell (Panik), sogar ungeahnte Kräfte entwickeln. Das Denken wird dabei zu einer schnellen Maßnahme gezwungen und muss sich zwischen Angriff, Abwehr oder Flucht entscheiden. Je kürzer die Denkzeit, desto höher ist die Spontanität, die mitunter nicht immer optimal ist.
Bei Erkrankungen oder Verletzungen veranlasst die Angst, dass die gesamte Energie und die Körperfunktionen des Körpers zur Gesundung oder Überbrückung der Schädigung umgestellt wird. In der Regel initiiert die Angst über den Selbsterhaltungstrieb eine sinnvolle Heilung oder kompensiert eine Fehlfunktion. Bei drastischen und akuten Vorfällen, kann aber der Körper überfordert sein und panisch reagieren, dann wird die Selbsthilfe sogar zur Gefahr. In jedem Fall ist die Angst steuerbar auf der Basis von Erfahrungen und Erkenntnisse. Mit einem erweiterten Wissensschatz sinkt die Angst und fördert die Neugier.
Die Neugier ist der Antrieb um die Lebensbedingungen zu verbessern. Wesentlich dazu sind das Beobachten und das Ausprobieren. Über die Sinne werden Informationen aufgenommen, die zu Schlussfolgerungen führen. Zum Beispiel, was die anderen Tiere fressen, müsste auch der Mensch essen können? Es folgt das Ausprobieren und das Bewerten. Oder, mit einem spitzen Gegenstand kann ich ein Raubtier töten. Aus solchen Überlegungen stellte der Mensch, im Rahmen seiner Evolution, Werkzeuge und Waffen her, nutzte das Feuer und entdeckte Nahrungsquellen für sich. Auf der Basis seines Körperbaus ist der Mensch vielseitig und kann Hilfsmittel herstellen, durch die seine Fähigkeiten beinahe grenzenlos sind. Das ausgeprägte Denkvermögen und die Sprache er-möglichen dem Menschen Wissen zu kompensieren. So wie sich das Denken, die Sprache und die Wissensspeicherung entwickelt haben, so riefte auch die Neugier stetig in eine neue Qualität. In Urzeiten überwog die existenzielle Gefahr in der Natur und die Neugier war überlebenswichtig, deren Erkenntnisse an das Umfeld weitergeben wurden. Jedoch mit jeder Entwicklungsstufe formte die Neugier den Egoismus heraus. Erkenntnisse aus dem Wissen und dem Ausprobieren förderte ein Ich-Bezogenheit die persönlich genutzt werden, um sich selbst zu bevorteilen, seinen Status in der Gemeinschaft zu erhöhen und um ein höchst mögliches Lebensniveau zu erreichen.
In unserer heutigen Zeit verfügen wir über ein hohes Wissen, wodurch das Angst-Gefühl eine andere Qualität besitzt, als in der Urgesellschaft. Wichtig ist aber Angst, da sie zur Vorsicht mahnt und alle möglichen Eventualitäten einbezieht. Mit der Neugier und dem Wissen kann die Angst gemildert werden und ein Ausprobieren durchsetzen. Gefährlich ist es, wenn die Neugier mit hoher Risikobereitschaft das Angstgefühl ignoriert. Häufig trägt Neugier heute starke egoistische Züge, um bewusst etwas zu tun, was man nicht machen sollte. Sehr stark wird die Neugier auch zum Motor um Missstände zu beseitigen, wie der Suche nach Alternativen, die ein lebensgefährliches Wagnis sein können.

Denken verbindet die Erkenntnisse und Erfahrungen, die aus der Neugier und Angst resultieren. Sie werden zum Wissensschatz und können kommunikativ an andere Menschen weitergegeben werden. Da die Denkleistung des Menschen begrenzt ist, kann er heute ziel-gerichtet externe Wissensarchive nutzen (Bücher, Internet). Ausschlaggebend für die Wissenskapazität des Menschen, sind die genetischen Informationen, eine Art Betriebssystem, die den Rahmen der Denkleistung festlegt. Aufgrund dessen besitzen die Menschen keinen einheitlichen Wissensspeicher und Denkleistung und kann auch nicht in eine messbare Regel gebracht werden.

Wissensspeicher: Wie die technischen Grunddaten bei einem Computer (Arbeitsspeicher, Prozessorleistung), sind auch die Denkleistungen des Menschen begrenzt. Wichtig ist welchen Beitrag der Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten gesellschaftlich leisten kann. Nicht jeder kann Professor werden, aber auch nicht jeder eignet zum Hand-werker und doch benötigen sie sich einander. Es macht also keinen Sinn zu versuchen, jemand nach dem Intellekt zu werten. Wichtiger ist es herauszufinden, wer man ist und welchen gesellschaftlichen Beitrag man leisten kann. Wenn man also bestimmte Dinge nicht versteht, so hat der Wissensspeicher einfach andere Prioritäten gesetzt hat.
Es gilt seine Talente zu erkennen und sich mit seinen spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. Je ehrlicher man dabei zu sich selbst ist, desto mehr Kummer bleibt einem erspart. Jene die versuchen, sich respektlos über andere zu stellen, schaden sich langfristig selbst und bringen sich langfristig ins gesellschaftliche Abseits. Aber auch Personen, die sich maskieren und bewusst eine Rolle wider ihrer Natur spielen, werden über kurz oder lang scheitern. Daher ist es wichtig, jedem Mensch respektvoll zu begegnen, den jeder Mensch ist auf seine Art ein Zahnrädchen im Getriebe Menschheit. 

Glaubensentwicklung

Mit der Entwicklung des kommunikativen Denkens wurde der Alltag für den Urmenschen erklärbar und konnte entsprechend reagieren. Er weiß, dass schwarze Wolken Regen oder Unwetter bringen, dass es im Winter sehr kalt wird und welche Tiere gefährlich sind. Anders sieht es bei unerwarteten Dingen aus, die plötzlich, unerklärbar, unheimlich sind. Dazu gehören Erdbeben, Überschwemmungen oder bisher unbekannte Tiere (Bestien), aber auch ungewöhnliche Krankheiten. Im Wechselspiel aus Angst und Neugier ist aber der Mensch bestrebt, sich die Welt zu erklären. Der Urmensch wusste das schwarze Wolken Unwetter bringen können, doch er fragte sich, warum bebt plötzlich die Erde und woher kommt diese gefährliche Bestie. Nur eine Erklärung ist dazu logisch, ein übernatürliches Wesen muss dahinter stecken. Aber was will das Wesen und warum schickt sie das Unheil? Ist es eine Strafe? Es musste eine Deutung und ein Bild von dem allmächtigen Wesen her und es entstand der Glaube.

In den Urgemeinschaften war es nicht selten lebensgefährlich alt zu werden. Alte Menschen  wurden als unnötiger Ballast empfunden, da sie der Gemeinschaft wenig nutzten und die Nahrungsressourcen gefährdeten. Gebrechlichen Personen wurden mitunter fortgejagt, getötet oder verspeist. Es war deshalb für die Alten überlebenswichtig sich unentbehrlich machen. In der Regel verfügten sie über einen großen Wissensschatz und konnten mit ihrer Weisheit der Gemeinschaft dienen. Die Klügsten fanden heraus, wie man sich die Furcht vor den übernatürlichen Wesen zunutze machen kann. Sie behaupteten mit den übernatürlichen Wesen in Kontakt treten zu können. Auf dieser Basis vereinnahmten sie das gesamte Denken der Sippe und das Wissen um die Heilverfahren. Meistens bestachen jene Männer schon im Vorfeld mit ihrem Wissen und wussten, wie man Verletzungen oder Fieberkrankheiten heilen oder lindern konnte.

Den größten Wissensschatz dürften jedoch die Frauen gehabt haben. Die Männer waren jagen und die Frauen saßen oft tagelang in den Höhlen und kümmerten sich um den Nachwuchs. Sie waren bei Nahrungsengpässen dazu gezwungen alternativ Früchte, Pflanzen und Wurzel auszuprobieren und entdeckten dabei einige Heilpflanzen. Bei kranken Kinder wurden dann Heilkräuter und Heilmethoden ausprobiert. Einige Experimente endeten allerdings tödlich. Die Medizinmänner (Schamanen, Druiden) übernahmen das Wissen der Frauen und ließen künftig keine Konkurrenz zu. Sie nutzten das Wissen über die Heilverfahren, um ihren Status zu belegen, im Sinne eines allmächtigen Wesens zu handeln. Als Auserkorener bauten sie eine Glaubenswelt auf und schufen Dämonen, Geister und Götter. Sie redeten der Sippe ein, wie welches imaginäre Wesen und warum handelte, und weshalb nur der Medizinmann mit ihnen kommunizieren konnte. Um das eindrucksvoll zu belegen, veranstaltete der Medizin-mann häufig ein effektvolles Spektakel um seine Heilung oder Weissagungen.
Lästige Konkurrenz, wie Kräuterfrauen, wurden einfach bezichtig mit den bösen Geistern in Verbindung zu stehen und waren dann ihres Lebens nicht mehr sicher. Medizinmänner, die dann ihr Wissen nicht an einen geeigneten Schüler abgaben, verursachten nicht selten eine kulturelle Stagnation.
Durch den vermeintlichen Kontakt zu den übernatürlichen Wesen, prägte der Medizinmann Maßgeblich die kulturelle Entwicklung der Gemeinschaft und sein Einfluss machten ihm mit dem Stammesführer ebenbürtig. Je überzeugender der Medizinmann der Gemeinschaft Angst vor dem Zorn der Götter machen konnte, desto höher war seine Unantastbarkeit. Dazu war es notwendig auf ein hohes Wissenspotenzial aufbauen zu können. Der Einfluss des Medizinmanns reichte soweit, um den Sturz des Stammesführers veranlassen zu können. Geschickte Medizinmänner bauten eine Götterwelt, die ihm einen großen Spiel-raum ließ, sodass Fehler seinerseits nicht weiter ins Gewicht fielen. Der Medizinmann argumentierte dann meistens mit Streitigkeiten zwischen den Göttern.
Mit dem Größerwerden einer Gemeinschaft wurde aus dem Medizinmann ein Priester, der nun ständig damit beschäftigt war eine logische Glaubenswelt zu manifestieren. Zu seiner Unterstützung wählte er sich ein Gefolgschaft (Schüler, Helfer) aus, um wirkungsvoll den Glauben zu verbreiten. Die Heilkunde wurde mehr und mehr den Medizinern überlassen, stattdessen wurde der Glaubenskult mit Gesetzen und Ritualen angereichert. Die Priesterschaft überlegte sich stets, mit welchen Methoden sie Macht über das Volk ausüben konnten und wie sie eine logische

Götterwelt zur Realität bekräftigen konnten. Immer unter den Vorwand die Götter nicht zu erzürnen, sollte das Volk opferbereit und untertänig gehalten werden. Einige Rituale wurden zur meditativen Gehirnwäsche, bei der die Gläubigen in einem ekstatischen Rauschzustand versetzt und zum absoluten gehorsam gezwungen wurden.

Weise Herrscher waren sich der Macht der Priester bewusst und suchten deshalb die Allianz mit ihnen. Einerseits, war es gefährlich die Priesterschaft zu verärgern, da sie über die Macht verfügten den Regent zu stürzen. Andererseits, eignete sich ein Bündnis mit den Priestern, als hervorragendes Machtinstrument, um das Volk mit dem Glauben gefügig zu halten. In den meisten Kulturen wurde deshalb ein Regent, nur über die priesterliche Krönungsweihe zum legitimen Herrscher.Die Priesterschaft entwickelte auch über den Glauben, die Grundlagen einer Rechtsordnung. An jene Basis mussten sich die Regenten orientieren, wenn sie eigene Gesetze für ihr Volk verfassen wollten. Zu groß war die Macht der Priesterschaft, da sie schnell das Volk gegen Gesetze mobilisieren konnten, die nicht im Sinne der Priesterschaft waren.

Systematik des antiken Götterglaubens

1. Götterordnung:
- In der Regel ein Hauptgott (Schöpfer) und mehreren Nebengöttern (oft Göttergeschlecht), sowie irdischen Helfern (Geister, Dämonen, Elfen,
  Feen)
- Der Hauptgott schützte sein geschaffenes Universum und übertrug den Nebengöttern die Aufgabe, sich um die Erde zu kümmern, so auch
  den Menschen
- Nebengötter hatten spezifische Aufgabenfelder (Meer, Fruchtbarkeit, Liebe, Krieg, Ernte), deren Kompetenzen sich überschnitten und zu
  Reibereien führten
- Die Menschen wurden Opfer der Streitigkeiten zwischen den Göttern und deren Launen
- Es war üblich, dass sich eine Ortschaft, einen spezifischen Schutzgott erwählte, der dann dann über den Hauptgott für die Ortschaft legitimiert
  wurde, dennoch konnte das Volk auch noch andere Nebengötter huldigen
- Die Priester deuteten den Willen der Gottheiten und wussten angeblich, wie man eine erzürnte Gottheit wieder besänftigen konnte (Sühne-
  leistungen, Opferdarbietungen)
- Notfalls konnten die Priester vom Hauptgott Hilfe erflehen

2. Mensch, als erwähltes Wesen:
- die Menschen sind eine Schöpfung der Götter, demzufolge sind die Menschen den Göttern zum ewigen Dank verpflichtet und haben ihnen
   zu dienen
-  Manchen Göttern gefällt es sich mit Menschen zu paaren, die dann als Halbgötter oder Gottessöhne zu ruhmreichen Helden werden, die den
   Menschen im Sinne der Götter leiten und sie vor dem Bösen beschützen/retten
- In einigen Kulturen lassen sich die Regenten als gottesgleich verehren, in diesem Fall hat die Priesterschaft einen untergeordneten Status, übt
   aber mit dem Regenten die absolute Macht aus (König bzw. Kaiser gelten als höchster Priester)
- In der Regel, wird mit der Segnung der Priesterschaft ein Regenten auserkoren, der das  Wohlwollen der Götter besitzt, aber nur als weltlicher
  Herrscher

3. Rituale der Dankbarkeit:
- Gebete, Opfergaben und rituale an den Kultstätten sind für jeden Menschen Pflicht
- zu diesem Zweck legt die Priesterschaft nicht nur die Glaubensrituale fest, sondern es werden auch grundsätzliche Regeln (Grundgesetze) 
  für den Alltag vorgegeben
- Gesetze dienen dazu um die Gottheiten zu ehren bzw. sie nicht zu verärgern, deshalb wurden Verstöße gegen die priesterlichen Glaubens-
   gesetze besonders streng bestraft

4. Ungnade der Götter:
- Es obliegt der Bewertung der Priesterschaft, inwiefern der oder die Menschen eine Gottheit, verärgert haben oder gegen Gesetze verstoßen
  haben
- Ein Strafgericht kann den Einzelnen, deren gesamte Familie oder das ganze Volk betreffen
- Ungewöhnliche Krankheiten, verheerende Unwettern oder Missernten könnten als Zeichen des Zorns der Gottheit interpretiert werden
- Nicht selten machen die Priester jagt auf Sünder, um solche katastrophalen Folgen auszuschließen, in der Praxis wurden gern unbequeme
  Personen beseitigt

5. Grundverhältnis Götter - Mensch:
- Als erschaffenes Wesen hat der Mensch seine Existenz zu verdanken und sehen sich, als Kinder der Götter und Eltern können manchmal
   ungerecht sein
- Eigentlich ist es aber die Niedrigkeit des Menschen, die den Plan der Götter nicht verstehen und in ihrer Unwissenheit unbewusst die
  Götter reizen
- Wenn sich aber ein Mensch bewusst mit den Götter anlegt oder sie ignoriert, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern die gesamte
  Gemeinschaft und muss deshalb eliminiert werden
- Der Mensch hat ein untertäniges und aufopferungsvolles Wesen zu sein und ist zum Dienen gegenüber den Göttern und der gottgewollten
   Herrschaft verpflichtet
- in diesem Sinne soll das Volk sein gesellschaftliches Dasein/ Stand (z.B.: Bauern, Händler, Herrschende) akzeptieren und zugleich als
   Auftrag der Götter verstehen
- Wer gottesfürchtig seinen Stand dient, in dem er geboren wurde, kann darauf hoffen von den Göttern erhört zu werden (Held, Aufstieg in
   ein andern Stand)

Mit diesem System beherrschen die Priester die Gemeinschaft und zusammen mit den Herrschern unterdrückten sie das Volk, dass nicht wagte gegen die angeblich göttliche Ordnung zu verstoßen.

Monotheistische Religion

In vielen Siedlungen der ersten Kulturvölker war es üblich sich an einen Schutzgott zu binden. Von ihm erhoffte sich die Gemeinschaft die beste Fürsorge und häufig wurde ausschließlich nur der eine Schutzgott verehrt, sodass andere Götter unwichtig wurden. Mitunter geriet die zugehörige Götterwelt fast in Vergessenheit, aber die Priesterschaft erinnerte sie gegebenenfalls daran.
Anders sah es bei umherziehenden Nomaden aus, mit denen nur ein Heilkundiger mitzog. Für die Umherziehenden war nur der Hirtengott wichtig, denn nur der Zustand der Herde (Schafe, Ziegen) war von existenzieller Bedeutung. Im Laufe der Zeit kannten die Nomaden nur ihren Hirtengott und ignorierten die weitere Götterwelt.
Um das Jahr 1200 v.Chr. entstand im Jordanland (Region Israel) notgedrungen etwas ganz Neues. Die semitischen Nomaden wurden durch die Kulturvölker (Kanaan, Philister) von ihren Weideflächen vertrieben und grenzten somit deren Lebensraum stark ein. Im Kampf um die wenigen Weideflächen, standen sich zudem die Nomadenstämme als Konkurrenten feindlich gegenüber. Insgesamt drohte ihnen der Untergang. Die Stammesführer erkannten, dass sie sich miteinander verbünden müssen, um sich gegen die sich ausbreitenden Kanaanäer zu wehren. Jedoch solche Zweckbündnisse zerbrachen sehr schnell. Keine Sippe wollte sich einer anderen unterordnen, somit kam es zu Rangeleien, die in Streitigkeiten mündete und aus dem Bündnis sogar Feindschaft wurde. Die Heiler, die zugleich Glaubensbewahrer (Schamanen) waren, erkannten, das nur eine bindende geistige Grundlage die Lösung sein konnte. Doch jeder Stamm betete seinen eigenen Gott an.

Die Geistlichen begriffen, dass der jeweilige Stammesgott überall gleich handelte, somit musste bei jedem Stamm der gleiche Gott wirken, auch wenn ihn jeder Stamm anders nannte. So verkündeten sie die Theorie über den einen Gott, der die Einheit der Stämme wollte und entwarfen die Vision von einem mächtigen Volk, das Gott ins „Gelobten Land“ führen wird. Um eventuelle Streitigkeiten zu vermeiden, brauchte Gott keinen Namen mehr. Auf der Basis der Gleichwertigkeit wählten die Stämme einen Führer (Richter), wodurch sich dauerhaft die Wehrfähigkeit erhöhte. In der Folgezeit gründete sich das israelische Reich.  
Im Konflikt mit den anderen Kulturmächten stellte sich die Frage, wer den mächtigsten Gott besaß. Die geistlichen Führer erklärten daraufhin ihren Gott zum einzigen und allmächtigen Gott. Sie bestritten damit die Existenz anderer Götter, die unwirkliche Götzen waren, denn nur der Gott Israels war der wahre und alleine Gott. In der Monotheistischen Religion hatte der Gott Israels keine Nebengötter und war erst recht kein Teil einer Götterwelt. Neu war, dass Israel einen Gott verehrte, der dem Volk ein Angebot machte, statt wie bei anderen Götterkulten, um deren Gunst zu betteln. Der Gott Israels versprach dem Volk Israel sie zum Beherrscher der Welt zu machen. Als Gegenleistung verlangte Gott von seinem auserwählten Volk lediglich die Gottestreue und das Befolgen seiner Gebote, damit sich die Prophezeiung erfüllt.
Es entstand eine Religion, die mit strengen Gesetzen, die Gesellschaft ordnete und sich sehr stark in den Alltag und in die Freiheiten des Menschseins mischte. Bei den bisherigen Kulten wirkten sich die Glaubensnormen nicht so stark auf die Lebensweise des Menschen aus. Deshalb wirkten die anderen Götterkulte deutlich liberaler, auch wenn deren Gottheiten als besitzergreifend und launisch galten.

Nachdem Israel zu einem glorreichen Kulturreich wurde, schien sich Glaubenstreue auszuzahlen. Man brauchte kein Philosoph oder Priester zu sein, um zu erkennen, dass mit steigenden Wohlstand die Verführungen zur Untreue zu Gottes Geboten wuchsen. Von den Prediger wurden die Sünden des abtrünnigen Volkes thematisiert und diente als Argumentation, um Gottes Handel oder Untätigkeit zu erklären. Somit verschuldete das Volk Israel selbst seinen Niedergang, statt über die Welt zu herrschen. Wer die Warnungen und Mahnungen seines Meisters ignoriert, darf sich nicht über die fatale Folgen wundern.
Nach Ansicht der Priesterschaft (um 500 v.Chr.) waren die Sünden des Volkes so gravierend, dass das Gottesvolk kein Recht auf ein Reich hatte, sondern sollte in Demut zurück zu Gott finden und sich bewähren. Das heißt, Gott war weiterhin mit seinem Volk, doch verlangte er von ihnen eine stabile Gottesfürchtigkeit, um mit der nötigen Reife wieder aufzusteigen. Die Priester formulierten dazu noch strengere Glaubensrichtlinien und gelten teilweise bis heute im Judentum. Sie hoffen weiterhin auf den Messias, der das Volk Israel im Sinne Gottes zur Weltherrschaft führen wird.

Um das Jahr 30 sahen Gläubige in Jesus den Messias, der als Sohn Gottes, die Menschen auf einen ganz neuen Weg führen wollte. Der christliche Glaube, war ein Angebot Gottes für alle Menschen der Welt. Da Gott im Menschen die sündige Natur erkannt hat, sollte der Mensch wenigstens versuchen, in der Nachfolge Jesus zu Leben. Jesus hatte vorgelebt, wie die Welt gerechter sein konnte und wie man nach der Apokalypse zu den Auserwählten zählte.
Um das Jahr 600 vereinnahmte der Islam den Glauben an Gott für sich. Sie stützen den Glauben auf die Basis der jüdischen Bibel und sehen Jesus als Philosoph Gottes. Nach ihrem Verständnis hat sich Gott von den Juden und Christen abgewandt, da sie ihn enttäuschten. Die islamische Religion ist von sehr strengen Gesetzen geprägt und gilt für alle Menschen ohne Ansehen der Person, also Herrscher und Beherrschte. Ziel ist das Durchsetzen der absoluten göttlichen Weltherrschaft, wonach Ungläubige zu missionieren sind. Unbelehrbare sind zu eliminieren, damit sie den Glauben nicht vergiften können. 

Alle drei monotheistischen Religionen streiten darum, wer den wahren Glauben an Gott hat. Zudem kommt, dass es in jeder Religion diverse Strömungen gibt, mit einer Art eigenen Gottessicht. Leider hat Gott, bisher nicht klar gestellt, wie idiotisch der Streit darüber ist. Die Macht dazu hätte er, wie es die Bibel mehrfach belegt.

Anmerkung zum Gott im Himmel: Laut der griechischen Mythologie wohnen die Götter auf dem Olymp. Der Olymp ist das höchste Bergmassiv Griechenland und für Erdenbürger nicht erreichbar. Das Wort Olymp kann mit „Himmel“ übersetzt werden, allerdings auch mit Fels, gigantische Höhe oder einfach nur Berg.
Das heißt, dass Götter nicht unbedingt im Himmel wohnen. Selbst im Alten Testament wohnte Gott nicht unbedingt im Himmel. Erst die Gnosis fixierte die Vorstellung, dass die Götter im Himmel wohnten. Es verfestigte sich dieses Himmelsbild bei den Menschen und wurde von der christlichen Kirche auch so geprägt. Doch genau diese Himmelsvorstellung sollte für die Kirche ein massives Problem werden. Konkret die Erdkugel-Theorie stellte den bisherigen Glauben damit infrage, da im Himmel kein Gott wohnen konnte und der Mensch, sowie die Erde nicht im Mittelpunkt der Galaxie standen.

Atheismus

Atheisten lehnen den Glauben an ein imaginäres Wesen grundsätzlich ab. Als Ungläubige werden dagegen Menschen bezeichnet, deren Glaube als falsch beurteilt wird. Zu allen Zeiten aber gab es Menschen, die an eine Existenz von Gottheiten oder irrealen Wesen zweifelten. Allerdings war es gefährlich, die Gottheit der Gemeinschaft, in der man lebte, nicht zu huldigen. Ungläubige gerieten in den Verdacht Werkzeug des Bösen zu sein oder an einer Strafe der Götter schuld zu sein.
Auch in der liberalen griechischen Antike, war es für die Denker gesünder, sich nicht mit den Priestern anzulegen, zumal es vielleicht doch Götter gibt. Die Philosophen stellten daher die Glaubensmythologie nicht infrage, aber sie wagten es von der Selbstverantwortlichkeit des Menschen zu reden, die unabhängig vom Einfluss der Götter waren. Revolutionär sprachen sie von der ursprünglichen Gleichheit. Daher sind alle Menschen von der Geburt her natürliche Brüder (Gleichwertig). Die Menschen unterscheiden sich lediglich durch ihre kulturelle Reife und den sich auswirkenden geschichtlichen Prozessen, nicht aber durch den gegebenen gesellschaftlichen Stand. Die Standeswertigkeit ist somit das Werk des Menschen (Herrscher). Ebenso bestritt die antike Philosophie eine göttliche Kraft oder Bevorzugung (Gottesmacht, Sohn Gottes), ohne den Einfluss der Götter grundsätzlich zu verleugnen.

Im römischen Reich besaßen die Götter eine untergeordnete Bedeutung in der Gesellschaft. Es gab aber Phasen, in denen einige Herrscher den Götterglauben wieder stark betonten, um die eigene Göttlichkeit hervorzuheben. Die Gesellschaft war aber im Grunde auf Herrschen und Beherrschen ausgerichtet und betete Götter nur um deren Gunst an. Die römische Philosophie differenziert somit den Menschen und prägte das Bild vom homo humanus und meint damit geistig Gebildete und sittlich, verfeinerte Menschen. Jene, die nicht dem Idealbild entsprachen waren Barbaren. Im Prinzip hoben sich die Römer als gereifte  Kulturmenschen empor und werteten nur Griechen und Ägypter als ebenbürtig.
Mit der Ansicht verbunden, war die Auffassung vom Selbstwert des Menschen, der ohne göttliches Wohlwollen oder Einfluss auskommt und ein selbstverantwortliches Wesen ist. Daher braucht der Mensch eigentlich keine Götter und erst recht nicht einen Gott, der die Individualität eines Menschen mit Gesetzen zügelte. Ein Einfluss der Götter war dennoch unstrittig, beschränkte sich aber darauf, dass die Götter den Menschen helfen könnten. Somit waren die Menschen für die Folgen ihres Tuns selbstverantwortlich, insbesondere, wenn sie die Signale der Götter ignorierten oder sie verärgerten.
Da die Römer ein liberales Götterverständnis besaßen, waren atheistische Denkweisen weit verbreitet und auf die weltliche Macht orientiert. Das römische System geriet aber durch das Christentum ins Wanken, da die christliche Philosophie die Gleichheit aller Menschen unterstrich. Demnach gab es keinen Werteunterschied zwischen Sklaven, Barbaren und Römer. Außerdem hob der christliche Glaube die Rechtfertigung für eine Feindschaft und Herrschaft durch Liebe zu einander auf. Der christliche Glaube untergrub die Säulen der römischen Herrschaft und förderte Bewegungen, deren Basis der Gleichheitsgedanke zugrunde lag.
Die Philosophen in jener Zeit äußerten jedoch vorsichtig ihre Gedanken dazu, da sie nicht als Löwenfutter enden wollten. Immer wenn sich die römische Herrschaft gefährdet sah oder es zweckmäßig war, wurde mit den römischen Göttern argumentiert, Willkürmaßnahmen zu rechtfertigen. Der Glaube blieb stets ein wirkungsvolles Machtinstrument für die Machthaber, um Gegner zu beseitigen und das Volk gefügig zu machen.

Mit der nachfolgenden christlichen Dominanz in der bekannten Welt, begannen die Kirchen, stärker als je zuvor, gegen atheistische Gedanken vorzugehen. Der Katholizismus und später der Islam gingen besonders kompromisslos gegen Ungläubige vor, aber dennoch konnten sie das freie Denken nicht verhindern. Geisteswissenschaftler umschifften ihre Kritik an Gott und widmeten sich dem Verhalten der Menschen und entwickelten Theorien. Aber die praktischen Wissenschaftler stießen unweigerlich mit der propagierten Glaubensvorstellung zusammen und gerieten in den Verdacht Gottesleugner (Ketzer) zu sein. Die lukrativen Vorteile der Wissenschaft brachte die weltlichen Herrscher auf den Plan und sie begehrten gegen die Macht der Kirche auf. Für die weltlichen Herrscher bot sich zugleich die einmalige Chance, den Einfluss der Kirche in die Schranken zu weisen, für eine absolute weltliche Macht. Fortschritt wurde stärker gefördert und somit auch ein progressives Denken (gründeten Universitäten).

Einen massiven Umbruch stellte die Französische Revolution (1789) dar. Adel und Kirche saugten das Volk in extremster Weise aus. Gegen Elend, Hunger und Not, war der Aufstand die bessere Alternative. Der Zorn der Geplagten richtete sich nicht nur gegen die Adligen, sondern auch gegen die Vertreter der Kirche. Die Wut des Volkes, war dabei keine Abkehr vom Glauben, vielmehr galt es, sich an der Institution Kirche für ihre Pein zu rächen. Besonders die Jakobiner forderten eine radikale Erneuerung der Gesellschaft und lehnten sich gegen die christliche Hierarchie auf. Die Studenten begründeten, dass es keine gottgewollte Herrschaft gibt und deshalb ist eine gesellschaftliche Bevormundung unrecht.

Anmerkung Jakobiner: Waren ursprünglich Prediger- Schüler vom Jakobiner-Kloster; gehört zum Orden der Dominikaner und ehrten den heiligen Jakob (auch in Verbindung zum Jakobsweg = Pfad der innerlichen Reife), die Studenten kritisierten die Praxis und den Missbrauch des Glaubens durch die katholischen Kirche.  

Unabsichtlich förderten sie die atheistische Denkweise und es stieg die Zahl derer, die nun öffentlich ihre Kritik an Gott äußerten. Obwohl die Französische Revolution scheiterte, bewirkte sie ein Umdenken in ganz Europa. Philosophen, wie Hegel und Kant, stellten den Glauben zur Disposition, umgingen aber noch eine direkte Glaubenskritik und widmeten sich dem Sein des Menschen.
Feuerbach dagegen kritisierte den Glauben dahingehend, dass der Mensch den Glauben selbst geschaffen habe. Eindeutiger formulierte Karl Marx, dass es kein imaginäres Wesen gibt. Zusammen mit Friedrich Engels entwickeln sie eine wissenschaftliche Betrachtung über den Menschen und zeigten einen zukunftsweisenden Weg (Sozialismus) auf. Der wissenschaft-liche Sozialismus war ein Programm zu einer gerechten Gesellschaft.
Erneut stand die Gleichheit des Menschen im zentralen Mittelpunkt. Neu war lediglich der Traum von einer klassenlosen Gesellschaft, die ohne imaginäre Wesen auskommt, da Glaube immer instrumentalisiert werden würde. Der Leninismus (um 1917) proklamierte einen radikaleren Weg, der nicht nur die Ausbeuter-gesellschaft beseitigen, sondern auch den Menschen im neuen Geist erziehen wollte. Unter Führung einer idealistischen Partei sollte die Menschheit zum Kommunismus (klassen-losen Gesellschaft) geleitet werden. Die Erziehung des Menschen zum gesellschaftlich verantwortlichen Bürger mündete allerdings in ein Diktat des Denkens.
Die guten Denkansätze für eine gerechte Gesellschaft zerbrachen, da in den real existierenden sozialistischen Gesellschaften schnell die Schattenseiten deutlich wurden. Parteifunktionäre ließen sich von der Macht verführen, missbrauchten ihre Herrschaft und verärgerten das Volk mit dem gesellschaftlichen Diktat. Reformunwillig klebten die Regierenden an ihrer Macht und legten sachliche Kritik als staatsfeindlich aus, wodurch notwendige Reformen nicht stattfanden. Zu stark mündete der diktatorische Kurs, in eine drastische Bevormundung und reagierte auf Kritik mit überzogenen Gewaltmaßnahmen.

In den 1960er Jahren wuchs die Unzufriedenheit in den sozialistischen Staaten, aber auch in den kapitalistischen Staaten forderte die Jugend auf den Straßen, die versprochene Demokratie. In jener Zeit probierten Jugendliche neue Lebensmodelle, in der Glaube wenig Platz hatte. In den sozialistischen Staaten wurde sowieso ein atheistisches Weltbild vermittelt und in den kapitalistischen Staaten sahen die Jugendlichen die Kirche als Handlanger der Mächtigen. Eine atheistische Weltsicht verbreitete sich, besonders stark in den Industriestaaten.
Wenn man mal von einigen Modeerscheinungen (Love & Peace, Sekten) oder politischer Opposition (Schwerter zu Pflugscharen) absieht, verzeichneten die Kirchen einen starken Rückgang an Gläubigen in Deutschland.
Auf der Suche nach einer idealen menschlichen Gesellschaft, gab und gibt es immer wieder neue Strömungen (Alternativen, Grünen, Friedensbewegung) mit großem Einfluss, aber mit deutlichen Schwächen in der realen Umsetzung. Am Egoismus des Menschen scheiterten solche Modelle, zumal der Mensch sich zu leicht von der Marktwirtschaft verführen ließ. Die Mächtigen wussten auch, wie man gezielt die Medien und die Meinungsfreiheit so steuern konnte, dass der Mensch durch die Meinungssuppe verunsichert und ihm die Er-kenntnis verbaut wurde. Diese Verunsicherung führt zumindest dazu, dass viele Menschen wieder halt im Glauben suchen, aber leider suchen sie Halt in fragwürdigen Glaubensgemeinschaften. Ein Problem unserer Zeit ist, dass wir mit Wissen überhäuft werden und sich diverse Thesen gegenseitig aufheben. So wissen wir nichts und das macht uns krank. 

Noch nie konnte die Menschheit auf so viel Wissen zugreifen, aber noch nie ist die Menschheit von der wahren Erkenntnis so weit entfernt!     

Zukunft

Die Vision von einer humanistischen Menschheit bleibt wohl eine Utopie. Der Mensch wird durch seine Grundtriebe immer ein Egoist bleiben, da sie die existenziellen Antriebsmotoren des Menschen sind. Doch der Mensch kann bestimmte Erscheinungsformen der Grundtriebe steuern, sodass der Egoismus weder andere schädigt oder bevormundet und sich verantwortlich zur gegebenen Natur verhält.
Mit einer idealistischen Denkweise, kann er beispielsweise seine Gier nach Macht und Reichtum einschränken, seine sexuelle Triebe beherrschen oder lernen ernsthaft zu lieben. Die Basis dafür ist das Bewusstsein, sein Leben auf die menschliche Gemeinschaft und der Erhaltung der Natur zu orientieren.
Den Weg ein optimales Ideal zu finden, wurde in der menschlichen Geschichte oft versucht. Philosophen, Sozialisten und Christen versuchten den Menschen zu erkennen und entwarfen Leitlinien, um den Menschen zum Idealwesen zu führen. Die reale Umsetzung scheiterte allzu oft im Detail oder deren geistigen Führer missbrauchten ihr Amt. Wir haben deshalb heute das Dilemma, dass wir nicht wissen, wie wir uns dem Ideal nähern können. Diverse Theorien machen die Runde und wiedersprechen sich im Detail gegenseitig.
Aber was wollen wir? Wollen wir nicht nur ein lebenswertes Leben führen? Dazu ist es wichtig, die derzeitige Situation zu erschließen, eine sachliche Rückschau in die Vergangenheit zu halten, um dann ein Konzept zu entwerfen das zukünftig funktionieren könnte. Auf der Basis dieser Erkenntnisse können Leitlinien/ Gesetze entworfen werden, die dem Mensch helfen bzw. zwingen sollen, um Trieberscheinungen selbst zu steuern.Die ultimative Erkenntnis wird es jedoch nie geben und es müssen immer wieder Fehler  korrigiert bzw. auf Entwicklungen reagiert werden.

4. Theologischer Aspekt

Auf der Grundlage vom Alten Testament, ist der Mensch ein Geschöpf Gottes. Nach dem Schöpfungsbericht ist der Mensch ein bewusst denkendes Wesen, dass nach der Vorstellung („Bilde“) Gottes geschaffen wurde und ihm die Erde zur Verwaltung gegeben wurde. Der Mensch ist daher Pächter der Welt, mit dem Auftrag Gottes Schöpfung zu bewahren. Das beinhaltet die gesamte Natur, alle Tiere und Pflanzen und als Lohn darf der Mensch die Früchte seiner Arbeit ernten. Er darf Felder anlegen, Tiere züchten und essen, sowie sein Wissen für ein angenehmes Leben nutzen. Doch als Verwalter sind dem Menschen auch Grenzen gesetzt und sollte daher nicht der Natur (Erde) schaden und nicht über den Eigenbedarf hinaus nutzen, damit das Gleichgewicht der Erde erhalten bleibt.

Der Mensch versteht sich als gesellschaftliches Wesen und im Rahmen der Gemeinschaft soll er Gottes Geist entsprechen und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aufbauen. Natürlich soll jeder dabei seine Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen. Daher verfügt der Eine über das Talent eine Gemeinschaft zu führen (regieren) und der Andere ist ein Experte im Ackerbau, doch im gegenseitigen Respekt dient somit jeder der Gemeinschaft. Speziell Regieren heißt, nach besten Wissen und Gewissen die Gemeinschaft zu führen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Regieren heißt eine Gemeinschaft zu leiten, aber sie nicht zu beherrschen (egoistisch orientiert). Der Glaube an Gott konkretisiert dabei den Auftrag eines Herrschers (Führer), im Gottes Sinne zu handeln. Obwohl die Bibel es nicht ausdrücklich sagt, so verbietet sich nach dem Glauben jegliche Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen durch den Menschen.

Die Entwicklung (Fortschritt) des Menschen wird in der Bibel eher kritisch gesehen, da mit jeder Entwicklung auch die Gefahr der Verführung zur Macht und Unrecht verbunden ist. Die Schriftgelehrten werten daher Fortschritt in der Akzeptanz Gottes. Besonders verwerflich ist es, wenn sich der Mensch anmaßt gottgleich zu sein. Verbessert der Fortschritt jedoch die Lebensbedingungen, beendet Mühsal und Pein, so toleriert Gott die Erkenntnisse, sofern sie nicht anderweitig der Schöpfung schaden. Genau genommen, braucht der Mensch aber keinen Fortschritt, sondern muss sich nur im Glauben bewähren, um wieder ins Paradies zurückzukehren. Jede Entwicklung entfernt nur den Menschen von Gott, da mit jeder Entwicklung die Verführung zur Sünde wächst. Wissen und Fortschritt lösen daher immer eine logische Sündenkette aus. Besonders das Böse kann sich dadurch besser entfalten.
Damit der Mensch sich nicht zu weit von Gott entfernt bzw. sich ihm wieder nähern kann, befähigt Gott Menschen, die der Menschheit den richtigen Weg weisen. Laut der Schrift, werden Propheten oder Priester von Gott dazu befähigt, die Glaubenden zu mahnen, warnen und zu richten, wenn die Menschheit vom rechten Weg abkommt. Auf der Grundlage dieser Tradition legitimieren sich die Glaubensführer, bis zum heutigen Tag.

Im Alten Testament wird besonders, dass auserwählte Volk Israel als unbelehrbar dargestellt und verlor dadurch die Gunst Gottes. Ständig brachen sie den Bund mit Gott und ließen sich verführen, ignorierten die mahnenden Worte zur Umkehr und bekamen die Konsequenzen zu spüren. Im Neuen Testament hat Gott, laut der Schrift, durch Jesus verstanden, dass die Sündhaftigkeit in der Natur des Menschen liegt und der neue Bund, in der Nachfolge Jesus (Vorbild) geschlossen wurde. Nur in der Demut des Dienens zu Gott und wer die wahre Liebe lebt, wird spätestens durch die Apokalypse belohnt. Statt mit Gesetzen die Gläubigen zum Glauben zu zwingen, soll nun der Glaubende durch die Selbsterkenntnis zum wahren Glauben finden. Das Neue Testament enthält daher keine Gebote sondern Anregungen (Bergpredigt), um den Glauben zu leben. Aber die Glaubensführer formulierten sie zu Gesetzen.

Besonders im Mittelalter, besaß die Kirche die Macht zum Missbrauch und sah sich als Werkzeug Gottes, um das Böse in der Welt zu bekämpfen. Die Kirchenfürsten argumentierten damit, die Welt vor dem Bösen (Satan) zu befreien, damit die Apokalypse nicht gefährdet ist. Später diente die Kirche, selbstsüchtig, als Marionette der Herrschenden. Mit der Schriftauslegung suggerierten sie den Gläubigen, wie sie die Worte der Heiligen Schrift in der Gegen-wart verstehen sollten. Letztendlich stellt sich die Frage nach der richtigen und falschen Auslegung (Exegese). 
Zumindest sind Altes & Neues Testament heute Schätze einer längst vergangenen Zeit, deren Texte mehr kulturellen Wert besitzen, aber der Geist der Worte sind Inspirationsquellen für den christlichen Glauben. So hat der wahre Glaube den Zeitgeist zu einer humanistischen Gesellschaft mit geprägt. Selbst Atheisten, lassen sich indirekt von den Werten des christlichen Glaubens leiten, für einen modernen Humanismus. Wenn heute Priester Bibelverse aus dem Zusammenhang der Bibel reißen, so ist dies zwar eine fragwürdige Methode, aber wenn damit eine zeitentsprechende Ansicht fundamentiert wird, so ist das legitim, wenn die Meinung dem christlichen Geist entspricht.
Das heißt, es kommt darauf an Glauben sinnvoll zu leben und dabei die aktuelle Situation entsprechend zu bewerten. Die Basis des Glaubens lässt sich zwar aus der Bibel schöpfen, aber ein Leben im Glauben an Gott, muss an die Wirklichkeit orientiert werden. In diesem Rahmen sollte der Mensch für sich den Sinn des Lebens erkennen. Dabei sollte sich der Mensch stets klar machen, dass er nicht allein auf der Welt lebt und er die Gemein-schaft braucht, wie sie auch ihn braucht, selbst wenn man sich für Minderwertig hält.
Wichtige Säulen der gelebten Gläubigkeit sind immer wieder Bescheidenheit, Toleranz, Demut und verstehen lernen, damit die Menschheit sich dem Ideal Gleichwertigkeit nähert. Nur wenn die Menschen auf sich zugehen, statt sich durch egoistische Begierden entfernen, haben wir den christlichen Geist verstanden und sind bereit für das Reich Gottes. 

5. Betrachtung zur Frau

Bedingt durch die Urzeit des Menschen, hatte der Mann einen höheren Stellenwert als die Frau, da er Ernährer und Beschützer war. Trotzdem war in der Urgesellschaft der Umgang zwischen Frau dem Mann schon gleichwertig. In der kulturellen Entwicklung erhöhte der Mann seinen Stellenwert, sodass die Frau in eine unterwürfige Rolle gedrängt wurde. Nur bei wenigen Kulturen auf der Welt schafften es die Frauen, die Dominanz der Männer zu brechen, um mindestens Gleichwertig zu sein.
In den Kulturen Vorderasien dominierten dagegen die Männer und über die Glaubenskulte wurde die minderwertige Stellung der Frau zusätzlich verschärft. In jenen Kulturen galten die Frauen häufig als die Verlockung zur Sünde, sie waren das schwache Spielzeug der Götter, die aber den Männern listig die Sinne nehmen konnten.
Das Alte Testament wurde an jenes gesellschaftliche Verständnis orientiert, zumal die Heilige Schrift von Männern verfasst wurde. Für Historiker ist das Alte Testament zugleich Zeitzeuge gesellschaftlicher Epochen, da die zusammengefügten Texte aus unterschiedlichen Zeiten stammen. Auffällig war, dass sich für die Frauen über die Jahrhunderte hinweg nur wenig änderte. Im Gegensatz zu anderen antiken Völkern (z.B.: dem liberaleren hellenistischen Verständnis), war die jüdische Frau an starre Regeln gebunden.

Typisch für die jüdische Hierarchie, war der Familienvater (Patriarchat) als uneingeschränktes Oberhaupt. Es war üblich innerhalb der Sippe zu heiraten, wobei Frauen verheiratet wurden. Die Erbfolge war generell durch die väterliche Linie vorgegeben. In Ausnahmefällen war die Frau erbberechtigt, wenn kein männlicher Nachfolger vorhanden war. Sofern es aber einen männlichen Erben gab (Sohn, Enkel) verlor die Frau ihr Erbe, konnte aber bis zur Volljährigkeit des regulären Erben ein Erbverwalter sein.
Eine Frau musste grundsätzlich beim Ehemann leben und durfte nur einen Gatten haben. Ein Mann dagegen konnte mehrere Frauen heiraten, hatte aber die Pflicht alle seine Frauen gleichermaßen (gerecht) zu versorgen, egal wer seine Favoritin war. Die Rechte einer Frau war von ihrem Stand abhängig und ihrer Rolle innerhalb der Familie. Absolute Rechtshoheit hatte der Vater über seine unverheirateten Töchter, er konnte sie sogar als Sklavin verkaufen (Ex 21,7). Mit der Ehe ging die Verfügungsgewalt über die Frau auf ihren Mann über. Das Ansehen einer Frau war verbunden mit der Anzahl der Kinder, wobei das Geschlecht des Kindes eine wichtige Rolle spielte. Die Geburt eines Mädchens war weniger Wert und führte dazu, dass der Mann von den anderen Männern deshalb verlacht wurde.
Nur mit einem Sohn stieg der Status der Frau und so mancher Mann gestattete seiner Frau im heimischen Umfeld eine Gleichwertigkeit. Die Frau regelte die Erziehung der Kinder und den Haushalt und manchmal durfte sie den Namen des neugeborenen Kindes bestimmen. Wurde eine Frau zur Witwe, so war sie gesetzlich geschützt, bis die Kinder selbstständig waren (Volljährig). Für sie galt dann, wie bei kinderlosen Witwen, dass sie mit dem ältesten Bruder des Verstorbenen oder mit einem nahen Verwandten verheiratet werden konnte (auch gegen ihren Willen).
Die Frau, hatte im Gegensatz zum Mann, kein Scheidungsrecht und war somit auch der Willkür des Ehemanns ausgesetzt. Lediglich die Gemeinschaft konnte den Ehemann maßregeln, wenn er es zu arg trieb, aber die geplagte Frau durfte dabei nicht öffentlich auf ihre Pein hinweisen. Die Frau hatte gegenüber dem Mann kein Klagerecht.

Im Glaubenskult war die Frau als Dienerin Gottes anerkannt, aber es wurde ihr die geistige Reife aberkannt Gott zu verstehen. Als Dienerin Gottes bekleideten die Frauen verschiedene Funktionen an den offiziellen Heiligtümern. Besonders bei rituellen Handlungen wurden Frauen in Szene gesetzt. Sie waren zuständig zur kultischen Reinheit der Glaubensrituale und außerhalb der heiligen Stätten geleiteten sie Sterbende und Gestorbene auf den letzten Weg. Die rituellen Kulte dazu waren genau vorgeschrieben, sodass Verstöße gegen den Kult mit strenge Strafen geahndet wurden. Frauen, die für kultische Rituale erwählt wurden, hatten einen höheren gesellschaftlichen Status. Im Übrigen, durften die Frauen an den Gottesdienst nur abseits teilnehmen oder in separaten Räumen.

Wie rechtlos eine Frau war, zeigen besonders die Gesetze im Alten Testament. Eine Frau die unverheiratet ihre Jungfräulichkeit verlor oder in der Ehe Unzucht mit einem anderen Mann betrieb konnte gesteinigt werden. Wenn ein Mann mit einem Mädchen verkehrte, war der Mann verpflichtet einen Brautpreis zu zahlen und musste sie heiraten. Das war auch der Fall, wenn ein Mann eine Frau vergewaltigte. Konnte der Mann jedoch glaubhaft machen, dass ihm die Frau verführte, so verlor die Frau ihre Ehre, konnte verstoßen oder für vogelfrei erklärt werden. Einer solchen Frau blieb dann zum Überleben nur die Prostitution, mit der stetigen Gefahr von irgendjemand ermordet zu werden. Die Rechtlosigkeit der Frau ging sogar soweit, dass es legitim war, wenn der Mann seine Frau einem anderen Mann sexuell anbieten konnte.

Die wenigen Frauen in der Bibel sind im Sinne der Untertänigkeit mit einer gezielten Vorbildwirkung behaftet. Die männlichen Schriftgelehrten ehren somit Frauen lediglich als dienendes Werkzeug Gottes und stellen klar, wie Frauen sein sollten. Dabei ist es egal, ob es jene Frauen historisch gegeben hat, wichtig ist das Bild einer Frau, wie sie in der patriarchalischen Welt funktionieren sollte.
Eva, Sarah, Rachel und Rebekka sind diesbezüglich die Urmütter der Menschheit, die im Gottes Sinne ihren Männern pflichterfüllt Kinder gebärdeten und damit den Grundstein zu großen Völkern legten. Deborah dagegen wird zur Botin Gottes, da Gott die Männer nicht erreichte. Über Deborah zeigt Gott General Barak den Weg zum Sieg gegen die Feinde und sie wurde als Botin des Herrn vom Volk verehrt. Die hochgelobte Judith wird von den Juden gehuldigt, da sie mit Hilfe Gottes den assyrischen General Holofernes ermordete. Auch die Rolle von Ester wird ähnlich bewertet, nur weil Gott sie leitete, rettete sie das jüdische Volk. Eine Besonderheit stellt das Buch Ruth dar, einer ausländischen Frau (im jüdischen Sinne), die sich im Prinzip prostituiert um Jüdin zu werden.
Die Botschaft soll jedoch anders verstanden werden, dass der feste Glaube zu Gott Ruth dem Volk Israel gleichstellt und gleichzeitig an die Mission des Volkes erinnert. Israel soll den Glauben an Gott in die Welt bringen und jeder der da glaubt, ist als gleichwertig anzusehen. Dennoch, die Botschaft an die Frauen ist unmissverständlich, nur als Dienerin Gottes kann die Frau ihr Ansehen erhöhen und sollte dann von der Gemeinschaft verehrt werden. Trotzdem wird den Frauen die geistige Reife abgesprochen und mit diversen Texten belegt.
Sie werden als geschwätzig dargestellt, die vorschnell ihre unüberlegten Gedanken äußern. Dadurch fehlt ihnen die Ruhe Gottes Weg zu erkennen, stattdessen neigen sie dazu ihre Männer mit ihren Gedanken fehlzuleiten, zu verwirren. Auf der Basis, eines solchen Verständnisses wurde die Frau in eien Rolle als dienende Person gedrängt. Fortan sollte die Frau dem Mann ein behagliches Heim schaffen, sich um die Kinder und den Haushalt kümmern, sowie den Mann bei seinen Taten unterstützen. Lediglich gebildete Männer, jener Zeit, erkannten, wie wertvoll die andere Sicht einer Frau sein konnte für eine optimalere Erkenntnis. Mit dem gesellschaftlichen Stand des Mannes, durfte sich auch deren Frau freier in der Gemeinschaft bewegen. Ein absolutes Tabu blieb, sich Männergespräche einzumischen oder öffentlich eine kontroverse Meinung zu haben. Vorlaute Frauen konnten sehr schnell ihren gehobenen  Status verlieren. Ein unbedachtes Wiederwort in der Öffentlichkeit konnte zur Auspeitschung führen oder gab dem Mann das recht sie zu verstoßen und konnte von der Gemeinde für vogelfrei erklärt werden. 

In den hellenistisch geprägten Gebieten stand die Gesellschaft den Frauen deutlich liberaler gegenüber. Zwar wurden sie ebenfalls als Dienerin der Männer angesehen, aber es gefiel den Männern, wie die Frauen ihre Schönheit unterstrichen und etwas selbstbewusster waren. Neben der Schönheit nutzten die Frauen ihre psychologischen Fähigkeiten, die sie sich in der evolutionären Entwicklung erworben hatten. Bedingt durch die Urzeit, war die Frau mit der Kinderbetreuung betraut und um sie entsprechend zu erziehen, war es sinnvoll Kinder pädagogisch leiten. Als Nebeneffekt intensivierte die Frau die Sprache und erkannte, wie man auch seinen Mann beeinflussen konnte. Auf dieser Basis verfügte die Frau über die Fähigkeiten ihren Status mit Worten und ihrer Erscheinung zu verbessern.
Redegewandte Schönheiten schafften es in der Antike, einen hohen gesellschaftlichen Status zu erreichen und Männer zur Gefolgschaft zu machen. In den strengen jüdischen Gemeinden in der Diaspora (außerhalb Judäas), passte man sich entsprechend an und lockerte für die Frauen die starren Gesetze. Entscheidend dafür, war der Leiter der Gemeinde, für welche Zugeständnisse er bereit war. In Judäa schafften es auch einige Frauen ihre gesellschaftlichen Status zu heben, aber nur wenn sie als Dienerin Gottes diese Ehre verdienten. Wenn weltliche Herrscher den Staus eine Frau anhoben, so war ihr Ansehen letztendlich vom Hohepriester abhängig. Nicht selten wurden Frauen als Huren bezeichnet, die von einem Regenten gesellschaftlich angehoben wurde. Nach dem Tod des Regenten, war eine solche Frau nicht mehr ihres Lebens sicher.

Mit dem Neuen Testament wurde der Glaube für Heiden geöffnet, damit verbunden war auch ein kontroverses Frauenverständnis. Die hellenistisch geprägten Frauen wollten auf keinen Fall die strengen jüdischen Regeln akzeptieren. Sie instrumentalisierten ihre Männer und es wurden Kompromisse festgelegt. Trotz einiger Zugeständnisse behaarte der christliche Glaube auf die unterwürfige Rolle der Frau. Über die Jahrhunderte hinweg änderte sich nur wenig und speziell die katholische Kirche verhinderte die Gleichstellung zwischen Frau und Mann. Erst die atheistischen Philosophien hoben die Gleichwertigkeit der Frau an. Besonders die sozialistische Philosophie legte gesetzlich (Verfassung) die Gleichwertigkeit zwischen Mann und Frau fest, unabhängig von der gesellschaftlichen Rolle.
In den 60er und 70er Jahren versuchten die Frauen, der kapitalistischen Welt, ebenfalls ihre Emanzipation durchzusetzen, die bislang nur auf dem Papier stand.
Mit der Wiedervereinigung (190) prallten in Deutschland zwei Welten aufeinander, die emanzipierten DDR-Frauen und die immer noch benachteiligten BRD-Frauen. Leider waren es wieder religiöse Einflüsse, die eine uneingeschränkte Gleichberechtigung boykottieren. Kosmetisch wurden irgendwelche Beschlüsse gefasst, wie die Quotenregelung und das Bild von einer Powerfrau, die den Status der Frau heben. Real jedoch bekommen Frauen weiterhin weniger Lohn als die Männer für dieselbe Arbeit. Mütter mit Kinder sind unzureichend abgesichert, das Recht am eigenen Körper wird definiert und die Frau wird in der Gesellschaft mehr als Sexobjekt suggeriert.
Es ist schon erstaunlich, wie es die Regierenden verstehen, Akzente zur Gleichstellung zu setzen, ohne eine wirkliche Gleichberechtigung zu realisieren. Im Prinzip wird immer stärker ein anarchistisches Modell geprägt, wo sich der Stärkere durchsetzt und neue Konfliktfelder zwischen Mann und Frau entstehen. Es gilt eine sachliche Analyse zu betreiben, was eine wahre Gleichwertigkeit schafft, auf der Basis der natürlichen Gegebenheiten.