9. A. Thema Glaube

Aspekte zum Thema: Glauben 

Glaube – eine Beziehung zu Gott

Glaube ist die Hoffnung auf eine Erwartung, die auf eine reale Entwicklung oder einem Versprechen oder einem Gefühl basiert. Es wird etwas in Aussicht gestellt, dass durch ein Gespräch (Gefühl, Signal) konkretisiert wird, einen Inhalt erhält. Insofern ist Glaube ein Gespräch mit der Seele, das man annehmen oder auch ablehnen kann (bedenken haben kann). Stets gibt es einen Akteur (Triebfaktor), der mit dem Gespräch beginnt und damit eine Beziehung aufbaut. Im christlichen Glauben ist es Gott, der mit den Menschen über seine Seele eine Beziehung herstellt und eingehen möchte.
Die Seele ist theologisch gesehen, der Zugang zur göttlichen Welt, den man erst einmal erkennen muss oder sich offenbart.
In der Abraham Geschichte hört sich das so an: „Geh aus deinem Vaterland, in ein Land was ich dir zeigen will und ich will dich zu einem großen Namen machen (aus Gen.12, 1-3).“

Angebot: Gott unterbreitet Abraham ein Angebot. Wenn du machst was ich dir sage, werde ich dich reich belohnen. Im Alten Testament gibt es zahlreiche Textstellen, in denen Gott bestimmten Personen ein Angebot macht und der Eindruck entsteht, als wäre das Angebot personengebunden. In gewisser stimmt das, aber das Angebot gilt gleichzeitig für alle seine Nachfahren und Vertrauten, sofern sie das Angebot Gottes als Erbe annehmen/ übernehmen.
Wichtig dabei ist allerdings, dass Gott seine Besonderheit, seine Übernatürlichkeit, glaubhaft versichern kann, sich beweisen muss, um vertrauenswürdig zu sein. Es müssen auch Erfolge sichtbar werden (Gottes Handeln), dass den Glauben nährt, bestärkt (Gotteserfahrungen). Unterschiedlich wurden jedoch Erfahrungen mit Gott interpretiert und grenzte die Glaubens-Dimensionen ein. Im AT unterstreichen die Schriftgelehrten die besondere Rolle des Volkes Israel, speziell dem Volke Judäa, als Gottesvolk. Dagegen verzichtet das NT auf Stammväter oder begünstigten Personen, sondern Jesu unterbreitet Gottes Angebot allen Menschen.
Um das Angebot zu konkretisieren oder Glaubensfragen zu klären, gibt es Berufene (Priester, Jünger, Propheten), die den Glauben zeitgemäß festigen und interpretieren. Glaube ist somit das Vertrauen auf Gott, dass er jene belohnen wird, die seine Weisungen folgen, auch wenn die Wirklichkeit Gottes Wirken infrage stellt.

Annehmen: Gott zu vertrauen heißt Annehmen. Der Glaube beruht auf der Hoffnung, auf ein zukünftiges Heil, deren Lohn für die Folgsamkeit sich kurzfristig einstellen oder auch langfristig dauern kann. In dieser Ungewissheit wachsen Zweifel (Glaubensfragen) und es fehlt die Kraft Anfechtungen (Anfeindungen) zu widerstehen. Aber gerade Zweifel und Anfechtungen sind der Motor einer ständigen Erneuerung. Selbst die Bibel enthält dazu Texte, in denen Zweifel zu Gott aufkommen und Glaube hinterfragt wird.
Im Matthäusevangelium klagt beispielsweise sogar Jesu, „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen.“
Wie in einer guten Liebesbeziehung, gehören Zweifel und Anfechtungen zu den schmerzlichen, aber auch notwendigen Begleiter einer Beziehung. Die Zweifel und Anfechtungen entsprechen der Dynamik, auf der Basis von Veränderungen im Leben und fordern eine Glaubenserneuerung heraus. Wer statisch den Glauben nachgeht, mag zwar Gottes Weg gehen, doch füllt er den Sinn nicht mit Leben. Wer nicht kontrovers hinterfragt, ist wie ein Roboter, der stupide den Alltag lebt und blind für Veränderungen ist, die ihn früher oder später in eine Sinnkrise führen. Ähnlich einer Liebesbeziehung, in der die Ehe mechanisch gelebt wird, Veränderungen ignoriert, bis das böse Erwachen kommt. Man wird dann nicht verstehen, warum die Ehe zerbrach, wo doch durch die geregelte Ordnung ein Fundament geschaffen schien. Aber in Wahrheit wurden die Signale verdrängt, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen und einen gemeinsamen Weg zur Erneuerung zu finden.
Anfechtungen sind dabei äußere Angriffe, denen man sich erwehren muss. Dazu muss man Entscheidungen treffen oder Gegenargumente reifen lassen und indem man dies tut, wächst die Zuversicht und stärkt den Glauben. Vielleicht macht man dabei Fehler und die Beziehung zerbricht trotzdem oder hat negative Folgen. Immer noch besser als gar nichts getan zu haben, denn selbst im Scheitern, liegt die Basis für die Erneuerung. Es kann eine neue Liebe, einen neuen Weg oder eine radikale Lebensveränderung bedeuten, doch sie hilft, um nicht lebend Tod zu sein.
Anfechtungen bedeuten auch, sich mit seinem Ego auseinanderzusetzen, um nicht der trügerischen Verführung oder Bequemlichkeit und Trägheit zu erliegen. Die leichten und angenehmeren Wege verwöhnen zwar egoistische Triebe, doch man sollte nach innen hören, ob sich die Seele glücklich dabei fühlt?

Anfechtungen: „Wo ist denn nun euer Gott?“ oder „Wie konnte Gott so etwas schreckliches zulassen?“, werden Christen oft gefragt und bringen zahlreiche Christen damit ins Wanken. Obendrein belegt das Leben, dass es den Sündigen oftmals besser geht als den Gläubigen. Doch ist das wirklich so und wo sind die Relationen?
Ein Wohlhabender, der sich beispielsweise alles leisten kann und mit seinem Reichtum prahlt und das irdische Recht zu seinen Gunsten beeinflussen kann, scheint der Gewinner dieser Welt zu sein. Wer aber genauer hinsieht, erkennt das tiefe seelische Leiden des Reichen, der oftmals mit einer überzogenen Selbstdarstellung, die Gefühlsqualen zu ersticken versucht. Häufig fühlen sich solche Menschen einsam und entwickelt eine Psychose, fühlen sich von allen und jeden verfolgt. Sie trauen weder Freunde, Verwandte oder Ehepartner, da jene nur Nutznießer seines Reichtums sein wollen, aber die Person ist ihnen egal (es gilt lediglich die Kuh, das goldene Kalb, zu melken).
Nicht selten wächst bei machtvollen Personen die Furcht vor der gezielten Heuchelei, die ihn schädigen will. Sie wollen ihn vielleicht Hinterrücks ausnehmen, Nutznießer seines Reichtum oder seiner Macht sein oder gar töten, wenn sie ihn nicht mehr brauchen. Was nützt dann Macht und Reichtum, wenn sich in die Seele ein Verfolgungswahn frisst?
Der Glaube an Gott, kann den Mächtigen zu einem seelisch erfüllten Leben verhelfen. Wenn der Reiche sein Geld dazu benutzt, Not und Elend anderer zu lindern und in seinem Tun Verantwortung für die Welt zeigt, dann findet er auch zu Gott. Die Seele würde mit Dank erfüllt werden und ehrliche Menschen würden er in seinem Umfeld erkennen können. Wenn nun alle Reichen und Mächtigen ihren Weg zum Heil erkennen würden, könnte ein paradiesisches Leben auf Erden herrschen. Es gäbe keine Kriege mehr und Not und Elend würden zu Fremdwörtern und auch ein konsequenter Umweltschutz würde Gottes Schöpfung bewahren. Doch leider ist das Utopie und die Mächtigen der Welt, tun nur dann etwas für die Welt, wenn sie daraus Kapital schlagen können oder sich dem Zeitgeist beugen müssen.
Es gibt leider immer wieder historische Entwicklungen, die neue Problemfelder schaffen, die irgendwann eskalieren und schreckliche Folgen für die Menschheit auslösen. Sie gipfeln dann in eine Katastrophe/Tragödie, die erst dann den Menschen zum Umdenken zwingen.
Der 2. Weltkrieg war so ein furchtbares Ereignis und man glaubte, dass die Menschheit daraus gelernt hat. Doch neue unversöhnliche Konflikte bauten sich auf und wieder werden Kriege geführt oder Katastrophen von Menschen ausgelöst. Es ist als wenn wir fünf Schritte nach vorn gehen, aber vier zurück und dennoch können wir sagen, wir haben eine Schritt nach vorn getan, haben etwas hinter uns gelassen. Aber wieder wurde tausendfach Blut vergossen und Not und Elend bestrafte die Falschen/Unschuldigen. Allzu oft bleiben die eigentlichen Verantwortlichen straffrei oder erhalten milde Urteile. Warum nun lässt Gott das zu?
Aber die Frage stellt sich anders, warum sind wir Menschen Belehrungsresistent? Gott kann nur versuchen über den Heiligen Geist den Menschen zu leiten, denn nur in der Nachfolge Jesu Christi kann Glaube Einfluss nehmen und „Berge versetzen“. Das heißt, dass der Mensch für sein Tun selbst verantwortlich ist und die Konsequenzen seines Handelns zu ertragen hat. Leider zählt dabei nicht der Einzelnen, sondern die Masse verantwortet die Summe. Der Zustand der Welt ergibt sich aus der Frucht des humanistischen Denkens. Dennoch, kann wie in der großen Weltgeschichte, auch im kleinen Umfeld Gottes Geist wirken.
Es ist jedoch angenehmer dem egoistischen Streben nach Wohlstand nachzugeben und sich Verführungen zulassen und gar nicht bemerkt wie die Seele dabei vereist. Statt über Bescheidenheit und Genügsamkeit die Seele zu wärmen, jagt man dem Luxus hinterher, um vor anderen zu glänzen und seine niederen Bedürfnisse zu stillen. Aber, je mehr man besitzt, desto unzufriedener wird man und weiß nicht warum? Vielleicht weil man sich beim Darstellungsgehabe von Freunden und seinem Partner entfernt hat? Man sollte in sich gehen und analysieren, was ein erfülltes Leben im Gottes Sinne ist. Das heißt, seine Seele zu erkennen und den niederen egoistischen Verführungen zu wider-stehen und zu erkennen, welche Werte zum wahren Glück für die Seele führen.

Prüfungen: Was ist nun aber mit den Menschen, die über den Glauben, für sich die Werte des Lebens erkannt haben und trotzdem Not leiden oder von Schicksalsschlägen gezeichnet werden? Warum hilft Gott nicht jenen, die fest im Glauben stehen? Es wäre ein Hohn, würde man solch einem Menschen die Floskel um die Ohren hauen, dass die Wege des Herrn nun mal unergründlich sind!
In der Bibel kann die Hiob-Geschichte Antworten geben, die genau jenen Fragen nachgehen. Deswegen gilt die Schrift der Bibel als Lehrbuch, die eine uralte Geschichte vertieft und sich mit ihr kontrovers auseinandersetzt. Die Geschichte erzählt von einem frommen Mann, der wohlhabend ist und in kurzer Folge seinen Reichtum und seine Söhne verliert. Obendrein wird er dann noch von einer schmerzhaften Krankheit geplagt. Hinter diesen Plagen steckt der Teufel, der mit Gottes Einwilligung, die Gläubigkeit eines frommen Mannes testen will. Hiob besteht alle Prüfungen und nimmt demütig alle Schicksalsschläge an und verteidigt sogar Gott vor seiner zweifelnden Frau. Am Ende wird Hiob für seine Glaubenstreue belohnt. Er wird noch reicher als zuvor, bekommt viele Kinder und erreicht ein hohes gesundes Lebensalter.
Soweit der Rahmen der Geschichte, doch zusätzlich integriert ist ein Gespräch mit seinen Freunden, das Hiob nun doch an Gott Zweifeln lässt. Im Streitgespräch werden dazu grundlegende Bedenken ausgeführt und weit verbreitete Argumente dagegen gehalten. Bitte lesen sie dazu die Ausführungen in AT – Kapitel 9. Seite 189 „Lehrbücher“
In der Vergangenheit wurde die Hiob-Geschichte dazu benutzt, Leidende auf einen späteren Lohn zu vertrösten. In der Gesamtheit des Lehrbuches wird jedoch deutlich, dass es dafür keine Garantie gibt. Schicksalsschläge oder Krankheiten sind nicht immer Prüfungen oder gar Strafen Gottes. Vielmehr räumt Gott ein, dass er nicht überall sein kann, weil ihm das Behüten seiner Schöpfung (Universum) viel abverlangt. Laut Schriftgelehrten wird aber Gott seine Gerechtigkeit früher oder später walten lassen. Nicht immer wird den Leidenden im irdischen Dasein Gerechtigkeit widerfahren oder einen Lohn für die Gottestreue erhalten. Hier vertrösten die Philosophen der Bibel, den Menschen auf das zukünftige Gottesreich, dem Endgericht, die Apokalypse.
An dieser Stelle muss noch einmal deutlich unterstrichen werden, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde und sie ihre Gotteserfahrungen niedergeschrieben haben.
Die Gelehrten (Prediger) von heute, haben die Schriften analysiert und daraus Glaubensgrundsätze formuliert. Dennoch ist Glaube ein persönlicher Hoffnungsträger, den jeder für sich interpretiert und sich lediglich von Berufenen (Pastoren) anleiten lassen sollte. Die Frage ist und bleibt jedoch, welche Auslegung oder Denkrichtung ist die richtige?
Gerade die Hiobsgeschichte ist einerseits revolutionär, weil sie Zweifel an Gott einräumt und andererseits den Menschen auf eine spätere Gerechtigkeit vertröstet. Die Hiob Geschichte macht auch klar, dass sich Gott zu keiner Antwort oder einem Zeichen zwingen lässt, sondern die Schrift unterstreicht, dass Gottes Plan mit irdischem Wissen nicht zu erkennen ist. Letztendlich dreht sich hier Glauben und Leiden im Kreis auf eine mögliche Genugtuung. Es klingt zumindest an, dass die Gemeinschaft der Gläubigen gefragt ist, Gottes Abwesenheit zu kompensieren. Dass sie sich gegenseitig unterstützen um Schicksalsschläge und Krankheiten zu lindern und versuchen gravierendes irdisches Unrecht zu beseitigen.
Auf dem Weg zum kommenden Gottesreich, haben die Menschen die Möglichkeit, den Gottesglauben durchzusetzen, um die Apokalypse (Weltuntergang) zu verhindern bzw. zu mildern. Doch die reale Geschichte zeigt, wie weit wir davon entfernt sind und kräftig auf die gnadenlose Apokalypse zusteuern.

Rivalität: Selbst die Glaubenden stehen sich reserviert bis feindlich gegenüber, obwohl sie alle denselben Gott anbeten. Sie nennen sich Juden, Christen und Muslime, die nicht bereits sich einander zu tolerieren. Innerhalb der großen Religionen gibt es unterschiedliche Glaubensgrundsätzen und teilen beispielsweise die Christen in Katholiken, Orthodoxe und Protestanten (evangelisch). Damit nicht genug, bildeten sich weitere Strömungen heraus, wie Baptisten, Zeugen Jehovas oder Mormonen.
Die Vielfältigkeit der Glaubensrichtungen könnte positiv betrachtet werden, da der Mensch dadurch die Möglichkeit hat eine geeignete Glaubensform für sich zu finden. Das Problem dabei ist, dass jede Glaubensform von sich meint, die einzig wahre zu sein. Das große Ziel verkehrt sich zum Gegenteil, da sich Gläubigen untereinander entfernen. Die Situation führt dazu, dass Suchende verschreckt werden, Gläubige verärgert die Gemeinschaft verlassen und die Jugend den Argumenten der Atheisten folgen. Der Zweifel an eine göttliche Macht verstärkt sich, wodurch die Anzahl der Gläubigen sinkt. Realistisch betrachtet hat sich ein Großteil der Menschen vom Glauben entfernt, sie sind bestenfalls traditionelle Mitglieder oder sind kulturellen Zwängen ausgesetzt.
Glaubensrivalitäten waren und sind immer wieder die Basis für einen Krieg oder heutzutage, zu terroristischen Aktivitäten. Immer noch kommt es weltweit zu gewalttätigen Übergriffen oder wurde Gläubigkeit instrumentalisiert. Der Missbrauch im Glauben, hat eine hohe Skepsis erzeugt, zumal es häufig jene Berufene (Papst, Bischöfe, Priester) waren, die Gottes Wort umsetzen und nicht machtorientiert das Wort Gottes verdrehen sollten.
Aber in der Vergangenheit segneten die Glaubensführer Kriege, vollzogen die Inquisition und schürten den Hass zwischen den Menschen. Sie verängstigten das Volk (Teufel, Dämonen, Hexen), redeten den Mächtigen zu Munde, um selbst mächtig oder wohlhabend zu werden, und fanden für das Volk nur hinhaltende Worte, damit sie ihr Schicksal ertrugen. Als Resultat des Missbrauchs, trauen selbst die Glaubenden nicht mehr ihren Führern und damit der Kirche. Anstelle eines imaginären Gottes rückt der Glaube an rationelle Dinge, wie Ideologie, Philosophie, Ökologie oder einfach die Macht des Geldes. Trotz alledem gibt es noch zahlreiche traditionelle Mitglieder, die wegen der Stimmung, am Heiligen Abend, mal in die Kirche gehen und eine kirchliche Hochzeit ist auch etwas Besonderes. Schon deshalb  bleiben viele Menschen amtlich der Kirche treu und „Vielleicht gibt es ja doch einen Gott!“

Glaubenswerte: Die Werte der christlichen Gläubigkeit, die Jesus Christus in seiner Bergpredigt formulierte, werden zunehmend ignoriert und der Heilige Geist findet kaum noch seine Adressaten. Bescheidenheit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Verständnis, Gottestreue, Bußbereitschaft, Aufopferung und Liebe sind wichtige Säulen der christlichen Philosophie und machen den Heilige Geist aus.
Der Mensch sollte erkennen was seiner Seele gut tut und wie er anderen helfen kann. Die Gemeinschaft steht dabei im Mittelpunkt, die sich gegenseitig unterstützen und den Glauben leben soll. Aus dem Gespräch und dem Umgang miteinander entsteht eine Gemeinde mit ideellen Glaubensgrundsätzen, die aber immer flexibel bleiben sollten, um sich nicht zu anderen abschotten. Der Heilige Geist entspricht einer Philosophie, die eine Richtlinie / Grundüberzeugung manifestiert.
Das heißt, dass Gespräch mit der Seele zu suchen und dann in der Gemeinde darüber zu diskutieren, um einen Irrweg zu vermeiden. Durch das Sein eines Menschen, wird er seine spezifische Erkenntnis entwickeln. Kontroverse Meinungen sollten dann zu einem Konsens führen, der einerseits die Gemeinde zum Umdenken anregt oder den Gläubigen auf seine Denkfehler hinweist. In einem offenen Gespräch kann sich der Heilige Geist frei entfalten und die Erkenntnis bringen.
Grundlegend ist dabei die gegenseitige Toleranz und die Bereitschaft sich belehren zu lassen. Übergeordnet, sollte die Glaubenserkenntnis nie im Konflikt zu anderen Glaubensbrüdern stehen, sondern sollten sich inhaltlich wenigstens einander akzeptieren. Dennoch bleib immer die Frage nach dem richtigen Glauben, das Verständnis, was ein gottgefälliges Denken ist. Trotz der unrühmlichen Geschichte der Kirche, hat sich der Geist des Glaubens etabliert und einen humanistischen Zeitgeist geschaffen, der zur Grundlage demokratischer Staaten wurde. Glaube integriert sich somit gesellschaftlich und dennoch gibt es erhebliche Differenzen zwischen Staat und Religion.

Glaubensrichtlinie: Die Bergpredigt im NT konkretisiert die 10 Gebote des AT und ist eine Art Richtlinie, um den heiligen Geist zu verstehen. Doch welchen Weg muss man dazu gehen?
Immer wieder wird der Mensch im Laufe seines Lebens an einer Kreuzung mit mehreren Wegen stehen und soll sich entscheiden. Sicherlich wird wieder, der schwierigere holprige Weg, der Richtige sein. Doch genau dieser Weg ist beschwerlich, hat viele Hügel, geht durch Sümpfe, vorbei an Abgründe, mit diversen Stolperquellen. Aber das heißt zu reifen und trägt Stolz im Gepäck, es geschafft zu haben. Es ist der Weg, der trotz Mühe die Seele streichelt und wir Dinge wahrnehmen, an denen wir sonst achtlos vorüber gehen würden. Es ist dieses Bewusstmachen, was Leben ausmacht und was man braucht um glücklich zu sein, damit die Seele eine spürbare Zufriedenheit ausstrahlen kann.
Wenn ich dem Reiz des Verlangens widerstehe und nicht einem unnötigen Status hinterher jage, dann kann die Seele leben und ein miteinander mit anderen Menschen wird meistens harmonischer. Ich muss mir im Fernsehen nicht Filme ansehen, die meine Seele nicht mag, nur um mitreden zu können. Ich sollte mich dem propagierten Zeitgeist verweigern, wenn meine Seele darunter leidet, nur um Erfolgreich und der Beste zu sein. Wenn mir der Chef einen höheren Posten anbietet mit erheblich mehr Geld, dann gilt es die Konsequenzen abzuwägen. Vielleicht bedeutet es mehr Arbeit, einen Ortswechsel oder eine ständige Erreichbarkeit. Was nützt dann ein höherer Luxus, wenn man dadurch seine Familie verliert.
Es fragt sich, ob ich mit der Karriere schleichend mein Privatleben zerstöre. Und sollte der Partner kein Verständnis dafür haben, dass man das Angebot ablehnt, zeigt sich der wahre Status einer geglaubten Liebe und man sollte sich trennen. Denn selbst wenn man den höheren Posten annehmen würde, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Partner sein wahres Gesicht zeigen würde und dass könnte noch schmerzlicher sein.

Glaubensstärke: Natürlich verändert sich die Liebe im Laufe der Jahre einer Partnerschaft und sicherlich hat man sich auch ein wenig voneinander entfernt, wichtig ist aber nun eine reale Sichtweise. Viel zu oft und zu leicht, gibt man dem Anderen die Schuld und lässt sich scheiden. Besser wäre es, sich die Zeit zu nehmen, um herauszufinden was in der Beziehung falsch gelaufen ist. Dazu gehört, sich auch selbst zu hinterfragen und auf das Wort von Außenstehenden zu hören. Oftmals ermöglicht ein gemeinsames Analysieren eine Erneuerung der Liebe, statt sie übereilt aufzukündigen, vorausgesetzt die Erneuerung orientiert sich an das Machbare (keine grundsätzlichen Differenzen).
In der Sicht nach innen und der Verantwortung nach Außen, heißt das im tieferen Sinne den Glauben an die Liebe zu leben. Glaube und Liebe sind somit eine Einheit, egal ob es sich um einen realen Partner handelt oder einen unsichtbaren Gott. Das heißt, in der Liebe zu anderen Menschen, wird Glaube gelebt und Leben stärkt über die Liebe den Glauben.

Glück: Da der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, definiert sich seelisches Glück im Rahmen der Gemeinschaft. Ohne sein Umfeld wäre der Mensch nur eine unbedeutende Sache, ein Ding, ein Außenseiter, ein Eremit.
Die kleinste Parzelle ist die Familie, in der die Partner ein Lebensmodell aufbauen und die Kinder darin leiten. Das heißt, Glaube zu leben und mit spezifischen Inhalten zu prägen. So wie es keinen Menschen zweimal gibt, so gibt es keine Lebensart doppelt. Wichtig ist nun der Kontakt zu den Anderen (Gemeinde, Verwandte, Freunde, Bekannte), um das Glaubensleben zu Vervollkommnen und Ecken und Kanten versucht zu glätten. Das heißt, den gelebten Glauben und den Überzeugungen mit anderen zur Diskussion zu stellen und zu Vervollkommnen. Obwohl niemand das Ideal oder die wahre Erkenntnis erreichen wird, so soll man sich ihm wenigsten nähern.
In der Summe dessen, sollte man eigene Fehler erkennen, andere Wege kennen lernen oder den Anderen bei ihrer Suche zu helfen. Daraus ergibt sich ein prägnantes Gemeindeleben, die den Geist Gottes in ihrem Wesentlichen umsetzen. Je besser und aufgeschlossener eine Gemeinde funktioniert, desto erfolgreicher kann die Glaubensgemeinschaft ihren Kreis erweitern und Nichtgläubige bzw. Andersgläubige mit einbeziehen. Viele Gemeinden scheuen jedoch ihre missionarische Pflicht, da Neulinge andere Sichtweisen einbringen. Sie verursachen mitunter Glaubenszweifel und können ein Gemeindeleben auf eine harte Probe stellen. Jedoch darin liegt die Chance als Gemeinde zu reifen, um fester im Glauben zu stehen, gegenüber Zweifel und Anfechtungen und somit Glück zu erleben.

Kirche: Die Kirche ist letztendlich der zentrale Kult-Ort und Begegnungsstätte für die Gemeinde. Ein Glaubensverkünder (Pastor), sollte neben der Unterweisung und Festigung im Glauben, auf Probleme, Sorge und Nöte der Gemeinde in seiner Predigt eingehen. Er sollte mit Gottes Wort brennende Fragen befriedend beantworten können und Lösungen für Probleme anbieten. Der Prediger sollte nicht nur das Wort Gottes zeitgemäß übersetzen, er ist auch der Berufene eine Gemeinde zu führen und sollte Zeit für jeden Gläubigen haben, sowie versuchen Menschen zurückzugewinnen falls sie sich von Gott entfernen.
Seine Worte sollten dabei nicht weltfremd sein, sondern sich mit aktuellen Problemen auseinander setzen. Nicht immer ist es leicht im christlichen Sinne zu argumentieren und somit könnte jeder Glaubensverkünder nach seinem persönlichen Empfinden seine Meinung äußern. Wichtig dabei ist die christliche Basis, wodurch sich ein Falsch und Richtig relativiert. Letztendlich ist es immer der persönliche Standpunkt, der eine Ansicht als falsch und richtig bewertet. Zumindest kann man davon ausgehen, dass ein kirchlicher Würdenträger auf der Basis der Bibel argumentiert und daher seine Meinung nicht falsch sein kann. Ein Denkfehler wäre möglich oder mitunter wurde schlecht recherchiert, aber jene Meinung wäre nicht grundsätzlich Falsch. Wichtig ist stets eine exegetische Betrachtungsgrundlage. Prediger, die allerdings nur Phrasen herausposaunen oder aus der Bibel sinnentstellt Texte zitieren, sind als Irrlehren zu werten. Sie versuchen Menschen zielgesteuert für ihre Meinung zu gewinnen. Die Meinung solcher marktschreierischen Prediger sind falsch, da sie nicht Bibeltexte umfassend mit anderen Texten betrachten (exegetisch), sondern Texte aus ihren Zusammenhang reißen und Irrlehren verbreiten.
Abschließend sein angemerkt, dass die christlichen Kirchen in der Vergangenheit zu oft die Bibel missbrauchten und machtorientiert ebenfalls Irrlehren verbreiteten. In der heutigen Zeit sollte der Mensch zwischen Irrlehren und Glaubensmeinung unterscheiden können. Dazu reicht einfach nach innen (Seele) zu hören, ob eine Meinung in Gottes Sinne ist. Nicht gerade förderlich, ist dabei die unterschiedliche Glaubenssicht zwischen den christlichen Kirchen. Sie haben zu unversöhnlichen Grundüberzeugungen geführt und treiben immer weiter die Kirchenspaltungen voran. Jede Kirche meint nun von sich den wahren Glauben zu besitzen und es haben sich grundlegende Glaubensmissverständnisse herausgebildet, die durch Forschungen, sowohl theologisch, als auch wissenschaftlich belegt sind.

Glaubensmissverständnisse

1. Dinge für wahr halten (Erkenntnisakt): Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, somit kann die Bibel nicht wörtlich genommen werden. Unter Berücksichtigung der Historie verfolgten Autoren mit ihren Texten immer eine Absicht, den Glauben geschichtlich stimmig zu machen. Einige Geschichten sind deswegen historisch konstruiert und nicht stimmig oder die Schriften sind im Nachhinein entstanden und gaukeln eine Zeitnähe vor. In Punkto der Evangelien ist zu sagen, dass hier keine Jesus Biografie erzählt wird, sondern Geschichten über ihn, die in ein Lebenslauf-Schema gebracht wurden. Auch Handlungen oder Wunder von Jesus müssen relativiert werden, wenn man dazu die Zeit betrachtet und die Absicht des Autors kennt (Sinn der Botschaft). Wichtig ist, den Glauben aus den niedergeschrieben Erfahrungen zu schöpfen, statt fundamentalistisch Worte zu überbewerten, die nur in die Irre führen. Mit dem Wissen unserer heutigen Zeit, sollten demzufolge Bibeltexte unbedingt in ihren Zusammenhängen gesehen werden, um den wahren Kern (Botschaft) der Geschichten und deren Aussagen zu verstehen.

2. Glaube an die Veränderung der Welt (Hoffnungsakt): Auf den Weg zum kommenden Gottesreich hat uns Gott den Heiligen Geist geschickt, der uns leiten soll. Das heißt, Gott mischt sich nicht mehr in die Belange des Menschen ein, somit ist der Mensch für die Folgen seines Tun’s selbst verantwortlich. Der Heilige Geist ist aber auch kein ausführendes Wesen (Dämon), sondern bezeichnet den Status vom gelebten Glauben und seinem Einfluss auf die gesamte Menschheit. Der Heilige Geist versteht sich als (unfassbare) Hilfe für den Bewährungsauftrag der Menschen. Bereits im AT hat Gott das Volk Israel beauftragt sich zu bewähren, erst dann will Gott einen Messias (Retter) schicken. Im NT ist Jesus der Messias und erweitert den Bewährungsauftrag auf alle Menschen. Die Umsetzung des Glaubens, bewirkt somit Veränderungen und birgt Lohn und Strafe in sich und kann vereinzelt Wunder vollbringen. Glaube wird daher, auch ohne Gottes Hilfe zur treibenden Kraft, die Hoffnungen realisieren kann, sowohl zeitnah, als auch zukünftig.

3. Akt der Lebenswende (Bekehrungsakt): Bezeichnet wird hier der Trugschluss, als Glaubender, ein besserer Mensch zu sein und die Vergangenheit leugnen zu können. Zweifelsohne verändert sich der Mensch durch den Glauben. Er lebt vielleicht bewusster, zielstrebiger und bescheidener, kurzum er versucht ein guter Mensch zu sein. Aber im Grunde verändert der Glaubende nur seine Einstellung zum Leben und bleibt in seinen Grundcharakteren immer der, der er war. Gefährlich ist es sein Leben radikal zu verändern, weil das, in der Regel, in eine tiefe psychische Krise endet. Vernünftiger ist es Glaubensinhalte schrittweise zu übernehmen und dazu sollte man keineswegs seine Vergangenheit leugnen, sondern sich bewusst mit ihr auseinandersetzen. Hüten sollte man sich auch vor Bekehrern, da sie die Psyche zu etwas zwingen, wozu sie noch nicht bereit ist. Wenn man die Seele dahingehend züchtig, wird sie sich bei Gelegenheit dafür schmerzlich rächen. Bekehrung ist also ein Akt, der mit allen Sinnen stimmig zu machen ist, der aber dennoch nicht über seinen Schatten springen kann. Wer dann noch glaubt, gegenüber den Anderen ein wertvollerer Mensch zu sein, betrügt sich selbst und zeigt, dass er Glaube nicht verstanden hat. Glaube will nie über etwas stehen, sondern will mitgehen, helfen und zeigen, aber immer als bescheidenes Angebot. Die eigene gelebte Frömmigkeit kann somit nur als alternatives Angebot gelten und nicht anderes.

4. Glaube als Gebot, im Sinne von Gesetz (Glaubensgehorsam): Gerne versuchen Glaubensgemeinschaften ihren Anhängern Lebensrichtlinien zu verordnen und meinen mit Gesetzen den Glauben binden zu können. Doch Glaube ist ein Gefühl, dass sich nicht dressieren lässt. Die zeitgemäßen christlichen Kirchen sprechen daher von Geboten, die den Status einer Richtschnur haben. Die 10 Gebote sollen ein Grundverständnis ausdrücken. Sie geben einen großzügigen Rahmen vor, deren Bewertung eines Verstoßes, unter Betracht aller Umstände, von der Gemeinde beurteilt werden sollte. Diesbezüglich sollten auch moralische und sittliche Werte nicht zum Gesetz erhoben werden, sondern als Anregung für ein erfülltes Leben verstanden werden. Angemerkt sei, dass sich Leben und Zeit stetig verändert, somit haben favorisierte Werte auch immer zeitentsprechend (erneuert) zu sein.

5. Christen sind schon Erlöst (Freiheitsgedanke): Diese Vorstellung aus der Gnosis besagt, weil Christen den Christus erkannt haben, sind Christen schon erlöst und besitzen die wahre Erkenntnis. Eine solche Vorstellung verleitet zur Arroganz, dass einem die Welt egal ist, da man zu den Auserwählten gehört. Die angeblich Geretteten werden im Kommenden Gottesreich auferstehen und über die gereinigte Welt mitherrschen. Besonders Sekten erschaffen sich diesbezüglich eine ablehnende Weltsicht, die das Chaos vorantreiben wollen, um den Weltuntergang (Apokalypse) zu beschleunigen. Unter jenen Gläubigen befinden sich auch Radikale, denen das eigene Leben egal ist. Das Jesus, mit seinem Tod, die Sünden der Menschen mit sich nahm, heißt nicht, dass der Mensch frei in seiner Verantwortung zur Welt ist. Im Gegenteil. Jesus hat den Menschen nur von seinem bisherigen Ballast befreit, damit der Mensch sich frei im Glauben bewähren kann.

Zusammenfassend: Wo Angebot und Annahme Glaube bewirkt und Anfechtung und Zweifel und eine ständige Erneuerung und Stärkung bedeuten und alles in einer Gemeinde zusammenwirkt, wird Glauben zum gelebten Bekenntnis zu Gott. Glaube ist letztendlich ein Gefühl, das die Seele wärmt und über die Vernunft Glück spürbar macht, wodurch Gott einem ein Platz im Leben gegeben wird und sich die Hoffnungen des Lebens erfüllen.

Glaubensbekenntnisse

Da die biblischen Schriften unterschiedlich verstanden worden sind, war es nötig dem Glauben einen Rahmen zu geben. Es wurden dabei die wesentlichen Kernpunkte des Glaubens in ein Bekenntnis formuliert. In den urchristlichen Gemeinden reichten zunächst kurze Bekenntnisformeln aus (siehe NT): „Jesus, der Christus, ist für uns gestorben, wurde begraben und ist am 3. Tage auferstanden, aufgefahren zum Vater, die gemeinsam über die Menschen richten werden.“

Mit dem wachsen der christlichen Gemeinden und dem Verbreiten von Irrlehren musste die Kirche ein konkreteres Bekenntnis formulieren. So wurde darüber gestritten, ob Jesus ein Adoptivsohn Gottes oder er überhaupt Mensch war, sondern nur in einem Scheinleib lebte. Im Jahre 150, verfassten die Gemeinden in Rom deshalb das erste Glaubensbekenntnis, dem Romanum. Durch die unterschiedlichen Bedingungen der Gemeinden entstanden regional eigene Glaubensbekenntnisse, um Streitigkeiten und Missverständnisse im Glauben einzugrenzen. Das Apostolikum zählt hierbei zu dem wichtigsten Bekenntnis. Nach einer Legende, soll das Bekenntnis den Aposteln offenbart worden sein, damit erhöhte sich der Status gegenüber anderen Bekenntnissen und erhob den alleingültigen Anspruch.
Nachforschungen ergaben, dass das Apostolikum etwa um 200 entstanden ist. Karl der Große autorisierte das Bekenntnis zur allgemeinen Gültigkeit und ist noch heute, dass am meisten verwendete Glaubensbekenntnis. In der Zeit zwischen 400 und 900 wurden auf sieben Konzilen (Tagung von regionalen Oberhäupter christlicher Gemeinschaften) weitere Bekenntnisse verfasst. Das bekannteste wurde das Nicäno- Constantinopolitanum, dass auf dem Konzil zu Nicäa (325) verfasst wurde und auf dem Konzil (381) zu Konstantinopel (Istanbul) etwas korrigiert, aber insgesamt bestätigt wurde. Das Bekenntnis erhielt daraufhin den Doppelnamen, da sich der Text nicht grundsätzlich änderte und wurde nach der Erstfassung (325) datiert.

In der Folgezeit zerbrach die Kirche dennoch an Glaubensdetails und spaltete sich, wodurch die Gemeinschaften ihre spezifischen Glaubensbekenntnisse verfassten. Inhaltlich wurden besonders die Glaubensansichten hervorgehoben, welche die Trennung begründeten. Um 1054 spaltete sich zunächst die Kirche in Westkirche (Katholische Kirche/ Rom) und Ostkirche (Orthodoxe Kirche/Byzanz). Für Deutschland wurde die katholische Kirche relevant, die sich in verschiedene Strömungen (z.B.: Johanniter, Benediktiner, Franziskaner) spaltete. Die umfassendste Spaltung erfolgte im 16. Jahrhundert durch die Reformationsbewegung, aus der die evangelische Kirche hervorging.
Für Deutschland prägend war Martin Luther. Mit dem Bestreben die Einheit der Kirche zu erhalten, legte der Kaiser im Reichstag zu Augsburg (1530), das lutherische „Confessio Augustana“ vor. Diese Bekenntnisschrift richtete sich gegen Fehlentwicklungen innerhalb der katholischen Kirche, gegen die Wiedertäufer (erklärten die Kindertaufe für sinnlos) und gegen die Schwärmer, die behauptete, dass Christen vollkommene Heilige werden können. Der Kaiser erhoffte die zerstrittene Kirche mit diesem Papier zu einer Einigung bewegen zu können. Nach heftigen Debatten, führten die unterschiedlichen Standpunkte letztendlich zur endgültigen Trennung zwischen katholischer Kirche und Reformer.
Die berechtigte Kritik am praktizierten katholischen Glauben und deren Machtgier auf der politischen Ebene, rüttelte auch so manchen Herrscher (Fürsten) wach und sie erklärten den reformierten Glauben zur Landesreligion. Daraufhin eskalierte die Konfrontation zwischen Katholiken und Protestanten und mündete in den 30-jährigen Krieg. Europa teilte sich, wodurch sich die Kleinstaaterei in Deutschland verstärkte und die Macht (Einfluss) des Papstes schwand. Die fortschrittliche Reformationsbewegung, hatte jedoch auch negative Folgen.

Im Laufe der Jahre spaltete sich die evangelische Kirche in zahlreichen neuen Kirchen und vor allem Sekten auf. Nun kann eine Glaubensvielfalt auch durchaus positiv sein, der den Suchenden eine große Breite von Glaubensauffassungen bietet. In der Praxis aber, standen sich die neuen Kirchen unversöhnlich gegenüber, vor allem, weil sie ihre Glaubensmeinung kategorisch vertraten und deshalb von sich meinten den ultimativen und den wahren Glauben zu besitzen. Diesbezüglich formulierten die neuen Kirchen und Sekten auch ihre Glaubensbekenntnisse, die ihre Glaubensmeinung gegenüber dem evangelischen Grundglauben deutlich machten.
Immer wieder zu einem Streitpunkt wurde der bestehende Zeitgeist, der durch Politik, Wirtschaft und Kultur Glaubenswerte infrage stellte bzw. Glaubende, die von der Kirche Antworten erwarteten zu aktuellen Erscheinungen und Fragen. Glaube musste sich damit der Realität stellen und konnte sie nicht ignorieren. Zumal, wenn Glauben keine Rückfragen stellt, dann wird gedankenlos geglaubt, deshalb muss Glaube durch Denken die Anfechtungen der Zeit verarbeiten und Stellung beziehen. Eine gewagte Stellungnahme war die theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen (1934). In der langen Erklärung wurde ein Bekenntnis gegen den Nationalsozialismus formuliert. Sie warfen dem NS-Regime vor, den Glauben zu ihren Zwecken missbrauchen zu wollen und publizierten bewusst einen Irrglauben. Die Nazis reagierten entsprechend darauf und setzten die Theologen unter Druck, sich von der Barmer Erklärung zu distanzieren. Die meisten Gottesgelehrten gaben nach und die Standhaften kamen ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager.
Von den wenigen Theologen, die sich widersetzten, wurde Dietrich Bonhöfer (1906 - 1945) zum Symbol des Wiederstandes, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Flossenbürg ermordet. In Hitlerdeutschland setzten sich jedoch die einflussreichen Eiferer der Kirche durch, sie segneten Hitlers tun und zwangen die Kirchendiener zur schweigenden Toleranz. Es waren die Kirchenoberste, die jene Judenverfolgung für religiös gerechtfertigt (waren Schuld am Tod Jesu) und einen Krieg gegen die kommunistische Sowjetunion (Glaubensfeinde) für notwendig hielten. 
Die Barmer Erklärung ist  dagegen ein Indiz für ein verantwortungsvolles Glaubensbekenntnis, dass auf der Basis der Bibel einen Standpunkt zur der Zeit bezog. Leider erreichte es real gesehen nur wenige. Die Mehrheit jubelte Hitler zu, darunter viele Christen, aber auch ein großer Teil schwieg aus Angst. So wie damals, haben es unpopuläre Standpunkte schwer publiziert zu werden. Selbst Martin Luther hatte damals Glück, nicht Opfer der Inquisition zu werden. Er hatte die richtigen Freunde und Gönner, und es kam ihm zugute, das die katholische Kirche seiner Zeit untereinander zerstritten war. Heute muss man zwar nicht um sein Leben fürchten, dafür verhindert eine Fülle von verschiedenen Meinungen, dass richtungweisende Standpunkte die Masse erreichen. Sollte sich aus der Meinungssuppe doch mal Idee durchsetzen, so werden sie dann Opfer der Medien, die eine unpopuläre Meinung zerreden und sie der Lächerlichkeit preisgeben. Methodisch werden dazu Halbwahrheiten oder Lügen mit eingemischt, indem man Texte oder Gesagtes aus ihrem Zusammenhang zerpflückt.
Ähnliches gilt für die vielen entsprechenden Glaubensbekenntnisse. Es ist modern geworden für sich selbst ein Bekenntnis zu formulieren. Die Gefahr ist jedoch dabei, dass sich aufgrund dessen, die Christenheit noch weiter spaltet und somit den Glaubensauftrag nicht mehr erfüllt. Der Auftrag, die Menschheit der Welt auf den Glauben einzuschwören, rückt in weite Ferne, wenn nicht die grundlegendsten Richtlinien vorgegeben sind. Das heißt, auch ein Glaubensbekenntnis zu formulieren, dass als Richtschnur für alle Gläubigen gelten sollte. Es sollten sich die Führer der verschiedenen Konfessionen zusammensetzen und die Fragen der Zeit klären und einen gemeinsamen Weg finden. Man sollte aufeinander zugehen, ohne sich selbst aufzugeben und den Glauben ohne Dogmen variabel machen. Empfehlungen und Richtungsweisungen – ja; doch Gesetze oder Anordnungen - nein.