03. Apostelgeschichte

4. Die Apostelgeschichte

Die Apostelgeschichte soll am Anfang der Betrachtung stehen, da sie ein geschichtliches Bild über die Entstehung des Christentums vermittelt und einem besserem Verständnis über die Taten der Apostel dient, speziell Paulus.

Allgemeines

Die Apostelgeschichte des Lukas (auch „Buch der Taten-der Apostel“ genannt) beginnt mit der Gründung der ersten Gemeinde (Pfingstgemeinde) und erstreckt sich über einen Zeitraum von 30 Jahren, bis zur Gefangenschaft des Apostel Paulus in Rom. Die Schrift unterliegt der Ordnung einer Chronik, doch wie die Geschichtswerke im AT, ist das Buch eine Heilsgeschichte. Die Autoren verzichten auf faktische Zeitangaben und stellen den Glaubensbezug in den Vordergrund.

In der Antike war es nicht unüblich auf Zeitangaben zu verzichten, aber die meisten Chronisten bezogen sich wenigstens auf eine bekannte Person oder einem Ereignis („Zu jener Zeit, als König …“). Aufgrund der unterschiedlichen Zeitrechnungen in den Regionen (z.B.: Ägypten, Griechenland, Persien), war es auch im römischen Reich besser, sich an bekannte Dinge zu orientieren, die jeder kennen sollte. Für die Historiker der Gegenwart, wurde aber genau das, zu einem großen Problem in der Datierung.

 

Die ursprüngliche Schrift wurde vermutlich von Lukas angefertigt, etwa im Jahre 63. In den letzten Zeilen seiner Schrift war Paulus noch ein Gefangener Roms. Durch die Analyse zu anderen Schriften, wurde die Apostelgeschichte später überarbeitet oder gar geschrieben. Inhaltliche Unterschiede zwischen der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen, sowie zum Markusevangelium (worauf Lukas sich bezog), bestärken die Ansicht, dass die Apostelgeschichte erst im Jahre 90 in seiner endgültigen Fassung vorlag. 
Die Kernschrift stammt aber von Lukas, der ein Heidenchrist war und aus Antiochia oder aus Philippi stammte. Mit der Erwähnung von Paulus und aufgrund von detaillierten Kenntnissen, war Lukas zumindest kurzzeitig ein Begleiter von Paulus. Laut einer Legende soll Lukas im Jahre 80 gestorben sein. Die Apostelgeschichte beginnt mit den Worten: „Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde." (Apg. 1,1). Diese Einleitung stellt die Apostelgeschichte als ein Werk vor, das ein anderes fortzusetzen gedenkt, somit ist höchstwahrscheinlich das Lukas-Evangelium gemeint. „Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben."(Lk. 1,3)
Der Name Theophilus, den der Verfasser nennt, ist diesbezüglich ein wichtiges Indiz dafür, dass das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte auf ein- und denselben Verfasser zurückgehen. Es fragt sich, ob von vornherein zwei Bücher konzipiert wurden? Manche Schwierigkeiten im Aufriss des Lukas-Evangeliums ließen sich daher erklären. Rudolf Pesch fand heraus, dass es eine vielfache Beziehung zwischen Apostelgeschichte und Evangelium gibt. Es fließen Dinge in die Darstellung des Evangeliums ein, die nur in der Apostelgeschichte geklärt werden können. So werden Abschnitte im Evangelium aufgespart, weil sie erst in der Apostelgeschichte relevant werden. Der Text vom Markus- Evangelium, 6,45 – 8,26, wird somit im Lukas-Evangelium weggelassen, da das zentrale Thema der Heidenmissionierung ein allmählicher Prozess war und taucht deshalb erst wieder in der Apostelgeschichte 10-11 auf. Ein weiteres Beispiel wäre Markus 13,32, deren Text Lukas ähnlich in der Apg. 1,6-7 formuliert.
Insgesamt wird deutlich, dass der Autor den Plan gehabt haben muss, eine Apostelgeschichte zu schreiben. Wenn jemand absichtlich Geschichten heraus lässt und sie dann in einem Folgewerk verwendet, dann hatte der Autor eine Vision. Das Problem ist aber die Zeit. Lukas kannte das Markus-Evangelium, dass aber erst im Jahre 70 entstand (laut Untersuchungen) und Lukas nichts vom Tod des Apostel Paulus im Jahre 64/65 wusste. Entweder entstand das Markus-Evangelium um das Jahr 60 und wurde im Jahr 70 überarbeitet oder Lukas hat absichtlich den Tod von Paulus verschwiegen bzw. der Text dazu verschwand. Auch mit der Person Theophilus lässt sich keine Zeit bestimmen, da der Name nur in dieser Apostelgeschichte erwähnt wird. Vermutlich war Theophilus ein römischer Philosoph, der dem christlichen Glauben wohlwollend gegenüberstand.

Das Ziel der Darstellung:

Der Verfasser wollte vermutlich die unaufhaltbare Ausbreitung des Christentums über die Welt schildern. Da die Apostelgeschichte für einen römischen Gelehrten geschrieben wurde, war es Lukas wichtig, die Römer positiv darzustellen. Für die römische Macht sollte auch der Eindruck entstehen, dass sich die ausgelöste Missionsbewegung der Christen, loyal zu Rom verhält. Die Apostelgeschichte unterstreicht somit, dass die Christen mit dem Aufstand der Juden im Jahr 66 nichts zu tun hatten. Die Schrift soll die Römer beruhigen, indem sie die jüdischen Geistlichen für die Unruhen gegenüber den Christen verantwortlich machten und versuchten Rom in den Konflikt hineinzuziehen.
Wenn man nun das Lukas Evangelium und die Apostelgeschichte, im Zusammenhang als Doppelwerk sieht, wird die Loyalität der Christen zu Rom deutlich. Im Evangelium lassen sich Maria und Josef in die Steuerlisten eintragen, dass nicht selbstverständlich war. Und im Gleichnisses vom Zinsgroschen spricht sich Jesus gegen eine Steuerverweigerung aus, entgegen der Anklage der Juden. In der Apostelgeschichte sind es gleich mehrere hochgestellte römische Beamte, die dem Christentum gewogen sind. Lukas versucht darüber hinaus das Christentum als eine unpolitische Bewegung darzustellen. Offenbar zielte Lukas auf die römischen Behörden, die mit diesem Text, die christliche Missionierung ungehindert tolerieren würden. Inhaltlich unterstreicht Lukas, dass die wahre Lehre über Jesus, nur über die Unterwiesenen (Apostel) verbreitet werden dürfe.
Grund dafür war eine Reihe von Irrlehren, die sich überall verbreiteten. Somit weißt Lukas bewusst auf Spannungen und Schwierigkeiten in der Urgemeinde hin, die aber im Geist Gottes eine gemeinsame Lösung fanden. Im Austausch der Argumente zeigt sich der wahre Glaube und keiner kann für sich behaupten, den wahren Geist zu haben. In diesem Sinne wird der Apostel Paulus nicht hervorgehoben, sondern bleibt im Status den anderen Apostel gleichwertig zugeordnet. Somit stellt sich auch nicht die Frage, von der höheren Bedeutung zwischen Petrus und Paulus, denn beide standen im Dienst Gottes und nur das allein ist wichtig. Von der stilistischen Methodik her, macht Lukas den Apostel Petrus zum bedeutenden Missionar der christlichen Urgemeinde und Paulus ist berufen den Glauben in die Welt zu tragen. Dennoch wirken beide durch die Gunst Gottes.
Es ist auch wahrscheinlich, dass Lukas die Hinrichtung von Paulus verschweigt, um somit einen hoffnungsvollen Ausblick bewahren will. Deshalb haben Rückschläge in der Botschaftsverkündung in der Apostelgeschichte keinen Platz, selbst in Rom darf er das Evangelium ungehindert verkündigt.

Hermeneutische Hinweise: Apostelgeschichte und das Lukas-Evangelium waren vermutlich als Doppelwerk konzipiert. Wenn das der Fall ist, so sind beide Bücher im Zusammenhang zu lesen. Um die Aussageabsicht des Verfassers zu verstehen, muss man dementsprechend bei der Interpretation vergleichbarer Texte, die Vorverweise und Rückverweise, im jeweils anderen Buch aufsuchen und die Stellen mit zur Auslegung heranziehen. Es fällt erst dann auf, dass Lukas in der Apostelgeschichte aufzeigen will, wie sich in der Geschichte der frühen Kirche das erfüllt, was Jesus und die Propheten des AT verheißen haben. Aus einer Zusammenschau heraus, lassen sich wesentlichen Aussagen erschließen:

1. So schildert Lukas die Bekehrung des Paulus gleich dreimal. Betrachtet man diese Bekehrungsberichte genauer, dann ergeben sich große Abweichungen in den Darstellungen

2. Die Himmelfahrtsbeschreibungen am Ende des Lukas-Evangeliums und am Anfang der Apostelgeschichte weisen größere Differenzen auf 

3. Das Prinzip der Variation, hält sich durch beide Bücher bis in Einzelheiten hinein. Lukas vermeidet es sogar, den gleichen Ausdruck zweimal hintereinander zu gebrauchen.

Im Blick auf die Paulusreisen merkt man, dass der Autor seine Quellentexte konzentriert darbietet. Er sammelte alle Materialien über die jeweiligen Paulus - Aufenthalte und bringt sie konzentriert bei der Schilderung eines einzigen Besuches und entfaltet dabei seine theologischen Gedanken. Die theologische Intention des Verfassers wird, im Gegensatz zu seinen Materialien, über das ganze Doppelwerk hinweg gleichsam auseinandergefaltet dargeboten. Beide Werke bilden eine logische Einheit, die es zu beachten gilt.

Anmerkung:
Ein empfehlenswertes und umfangreiches Werk über die „Anfänge der Christenheit“ wurde 1981 in der DDR veröffentlicht. Autor: Martin Bauer  // 6. veränderte Auflage von 1969 von der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH – Berlin //  Lizenz-Nr. 420 205-26-81

 

Inhalt der Apostelgeschichte

Aufbau der Apostelgeschichte:

Einleitung: Jesu Zeugenauftrag an die Apostel                                                       (1,1 – 1,26)
1. Hauptteil: Verbreitung des Christuszeugnisses durch die Apostel in Jerusalem (2,1 - 5,42) 
2. Hauptteil:  Der Weg des Christuszeugnisses zu den Heiden                              (6,1 -15,35)
              Mission in Judäa und Samaria (6,1 - 8,40); Anfänge der Heidenmission (9,1 -15,35)
3. Hauptteil:  Die Missionsreisen „bis ans Ende der Welt“                                (15,36 - 28,31) 
              Im Übergang steht das Apostelkonzil, wodurch letzte Barrieren der Missionierung von Heiden beseitigt werden //
              2. und 3. Missionsreise des Paulus // Verhaftung von 
Paulus und sein Wirken in Rom

Begriffserklärungen:

Judenchristen = meint Gläubige, mit einer jüdischen Glaubensbasis, nach dem AT
hellenistische Christen = sind Glaubensbrüder im Sinne des AT, wie die Samaritaner; denen die Gläubigkeit zu Gott von den
          Juden abgesprochen wurde (hellenistische Einflüsse) 
und immer mal wieder als Glaubensfeinde angesehen werden
Heidenchristen = Ungläubige bzw. Andersgläubige, die zum Christentum konvertierten
Cäsarea = römische Residenzstadt für die Provinz Judäa
Jakobus (keine identischen Personen) = in Apg. 12 = Bruder v. Johannes // in Apg. 15 = Leiter der Urgemeinde
Beschneidung: rituelles Reinigungsgebot zur Beschneidung der männlichen Vorhaut (Penis);
               Pflicht für jeden Gottesgläubigen als Moses Gesetz von Gott

Von der Urgemeinde in Jerusalem

Apg. 1,1– 1,14: Letzte Anweisungen von Jesus an die Apostel
Grußworte und Bericht über die Zeit nach Ostern, in der Jesus Christus bei Jerusalem für 40 Tage den Aposteln erschien. Er ermahnt die Jünger in Jerusalem zu bleiben, um den Heiligen Geist zu empfangen und wehrt Fragen nach einem kommenden Königreich kategorisch ab.

Apg. 1,15 – 1,26: Wahl eines neuen 12. Apostels
Während der Gemeindesitzung (120 Teilnehmern), wählte der Kreis der Apostel einen neuen 12. Apostel. Denn der Verräter Judas Iskariot verunglückt zuvor tödlich, auf dem Acker, den er für seinen Treuebruch kaufte (Blutacker). Per göttlichen Losentscheid wurde Matthias gegenüber Barsabbas zum 12. Apostel gewählt.

Apg. 2,1 – 2,13: Das Kommen des Heiligen Geistes
Zu Pfingsten fuhr dann der Heilige Geist mit einem mächtigen Brausen auf die christliche Gemeinde herab und bewirkte ein Zungenreden (s. 1. Kor.). Außenstehenden Juden, die jene Erscheinung sahen reagierten erschrocken (Dämon) bzw. spotteten.

Apg. 2,14 – 2,41: Predigt des Petrus zum Pfingstfest
Petrus tritt den Lästerern entgegen und belehrt sie, dass seine Gemeinde die Worte Gottes empfängt. Zugleich wirft er den Juden vor, dass sie den Messias Jesus, dem Nachkommen König Davids, ermordet zu haben und verkündet, dass Gott seinen Sohn wieder auferstehen ließ. Den reuenden Juden bietet Petrus schließlich den Weg zur Umkehr an (Jesus-Glaube), auf das ihre Sünde getilgt werde. Und so schlossen sich ihm 3.000 neue Gläubige an. Sie folgten der Lehre der Apostel, die viele Wunder vollbrachten und Zeichen erhielten, worauf die Glaubenden zu einer Gemeinschaft verschmolzen, die ihren Besitz freimütig für die Bruderschaft zur Verfügung stellten.

Apg. 3:  Die Heilung des Gelähmten
Als Petrus und Johannes den Tempel besuchen wollten, bettelte sie ein Gelähmter um ein Almosen an. Statt Geld heilte sie ihn und das Volk ringsumher wurde Zeuge des Wunders. Dem verwunderten Volk tritt Petrus entgegen und macht klar, dass nicht er, sondern Gott ihm die Kraft gegen hat und macht dem jüdischen Volk schwere Vorwürfe, da sie für den Tod seines Sohnes Jesus verantwortlich seien und fordert sie gnädig zur Umkehr auf.

Apg. 4: Gefangennahme und Anhörung Petrus vor dem Hohen Rat
Die jüdischen Priester ließen Petrus und Johannes festnehmen, da sie in Petrus Rede eine Gotteslästerung sahen. Besonders die Behauptung der Auferstehung Jesu erzürnte sie, aber indes ist die christliche Gemeinde auf 5.000 angewachsen. In einer Anhörung rechtfertigte Petrus sein Tun im Sinne Jesus und demzufolge Gottes. Da das Volk Zeuge des Wunders am Gelähmten war, versuchten sie Petrus unter Druck zu setzen, damit er nicht mehr im Namen Jesu handelt. Petrus blieb standhaft und angesichts der Öffentlichkeit ließen der Hohe Rat (jüdische Priester) sie gehen. Petrus und Johannes kehrten zur Gemeinde zurück, die darin Gottes Wirken sahen und ihn bekennend lobpreisten. Noch einmal wird erwähnt, dass die Gläubigen ihren gesamten Besitz der christlichen Gemeinschaft gaben.

Apg. 5,1 - 11: Ananias und Sapphira
Das Ehepaar verkauften ihr Grundstück, um den Erlös der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Aber sie zweigten ein Teil des Geldes heimlich für sich ab. Petrus erfuhr von jenem zwielichtigem Verhalten. Petrus klagte Ananias an, dass er Gott belügen würde, indem er mit seinem Betrug der Gemeinde etwas vorgaukelt. Reuevoll fielen Ananias und später seine Frau zu Boden und starben. Und alle die davon hörten, fürchteten Gottes Strafe.

Apg. 5,12 - 42: Gamaliel und die Angeklagten Apostel
Durch die Hände der Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Es kamen daraufhin auch Menschen aus den Dörfern ringsumher, die sich Heilung versprachen und es wuchs die Zahl der Glaubenden stark an. Aber der Hohe Priesterrat ließ die Apostel verhaften. In der Nacht befreite sie aber ein Engel Gottes und wies die Apostel an, im Tempel die Botschaft des Heiligen Geistes zu verkünden. Nachdem der Rat von der wundersamen Befreiung der Apostel erfuhr, schickten sie Soldaten zum Tempel. Angesichts der zahlreichen Menschen wagte es der Hauptmann nicht die Apostel zu verhaften, sondern bat sie zu einer Anhörung. Die Apostel folgten ihm, doch der Rat klagte sie an, da sie im Namen Jesu verkündeten und ihre Rechtfertigung als Gotteslästerung ansahen und somit die Apostel hinrichten wollten. Der hochangesehene Pharisäer Gamaliel belehrte den Rat keinen Märtyrertod zu schaffen, sondern die Jesus-Gläubigen in die Hand Gottes zu geben. Sind sie Lästerer wird Gott sie strafen, ist aber Gott mit ihnen, dann wird er sie schützen. Der Rat folgte Gamaliel und ließ die Apostel frei, mit der Ermahnung nicht mehr im Namen Jesu zu predigen.

Apg. 6,1 - 7: Wahl der sieben Armenpfleger
Es entstand ein Streit zwischen Hellenisten und Juden über die gerechte Ausgabe der Mahlzeiten. Die Apostel richteten daraufhin das Amt des Armenpflegers ein und Stephanus sollte mit sechs weiteren Befugten das Gemeindeleben leiten.

Apg. 6,8 – 7,60: Anklage und Tod des Stephanus
In einem Streitgespräch mit Juden wurde Stephanus der Gotteslästerung bezichtigt. In einem Verfahren sagten falsche Zeugen gegen ihn aus, aber Stephanus bewahrte sich Engelsruhe. Zu seiner Verteidigung erinnerte er an Gottes Taten von Abraham an, über Moses und all den Taten Gottes, aber führte auch die Sünden und Fehler des Volkes Israel an. Abschließend warf Stephanus den Juden vor, dass sie erneut ihr Heil nicht erkennen und den ermordeten, denen ihn Gott schickte. Wütend ergriff ihn die Menge und schleppte ihn aus der Stadt, wo Stephanus zu Tode gesteinigt wurde. Unter den Anklägern befand sich auch Saulus, der spätere Paulus, der zu jener Zeit ein Verfechter des jüdischen Glaubens war. 

Christenverfolgung und Verbreitung des Evangeliums

Apg. 8,1 – 25:  Missionierung in Samaria
Nachdem Stephanus gesteinigt wurde, setzte die Verfolgung der hellenistischen Gläubigen (Samaritaner) ein, die man als Anstifter des falschen Glaubens bezichtigte. Vor allem Saulus jagte jene Gläubigen, bis auf jene die rechtzeitig fliehen konnten. Die Apostel blieben aber unbehelligt und man akzeptierte auch die feierliche Bestattung von Stephanus. Der Armenpfleger Philippus folgte den Flüchtenden nach Samaria und predigte dort das Wort Jesu und vollbrachte dort Wundertaten. Simon, der Zauberer, der bisher das Volk in Staunen versetzte, ließ sich von Philippus bekehren. Als Petrus die Gemeinde besuchte, bewunderte Simon die Fähigkeiten von Petrus. Simon wollte jene Gabe von Petrus käuflich erwerben, doch Petrus wies ihn empört zurück und warf Simon einen mangelnden Glauben vor. Wo er doch wissen müsste, dass man Gottes Wunder nicht kaufen kann, sondern eine Gabe von Gott ist, für jene, die er auserwählt. Simon erkannte seinen Frevel und fürchtete eine Strafe Gottes und bat Petrus bei Gott ein gnädiges Wort einzulegen.

Apg. 8,26 – 40: Äthiopischer Schatzmeister wird bekehrt
Ein Engel erschien Philippus, dessen Geist sich nach Jerusalem begeben sollte. Einem Schatzmeister aus Äthiopien, der sich zu Gott bekannte, wurde als Eunuch der Eintritt zum Tempel verwehrt. Traurig zog er auf der Straße nachhause und las dabei einen Bibeltext. Er verstand jedoch den Text von Jesaja nicht und in diesem Moment erschien ihm Philippus und half ihm die Worte zu verstehen, die Jesus meinten. Der jüdische Fremde war daraufhin bekehrt und wollte von Philippus getauft werden. Philippus taufte ihn und verschwand.

Apg. 9,1 – 31: Jesus erscheint Saulus bei Damaskus
Saulus drängte darauf in Damaskus die Jesus-Gläubigen zu verfolgen. Kurz vor Damaskus erschien ihm ein grelles Licht und die Zeit blieb stehen, sodass die Begleiter von Saulus nichts bemerkten. Jesus sprach eindringlich zu Saulus und fragte ihn, warum er ihn verfolge? In der Stadt war er drei Tage lang, von der Begegnung ergriffen. Hananias wurde von Gott beauftragt Saulus aufzusuchen, um ihn zu bekehren. Daraufhin sah Saulus seine Bestimmung und begann den Glauben an Jesus Christus zu predigen. Aber die Juden in Damaskus waren empört und wollten ihn töten. Saulus konnte jedoch fliehen und suchte die Jesu-Jünger in Jerusalem. Aber sie glaubten seine Wandlung nicht, doch Barnabas sprach sich für ihn aus. Um Unfrieden zu vermeiden schickten sie Saulus jedoch zur Universitätsstadt Tarsus. 

Apg. 9,32 – 43: Petrus Wundertaten in Lydia und Joppe
Petrus weilte derzeit in Lydia, wo er den Gichtkranken Aneas heilte. Das Volk war davon begeistert und viele bekannten sich zum neuen Glauben. Davon hörten die Menschen in Joppe. Dort war eine Frau gestorben, die viele gute Dinge den Menschen tat. Petrus kam und schaute, ob er der Christin Tabita helfen könne und so erweckte er die Tote wieder.

Apg. 10: Das Evangelium für alle Menschen
Der römische Hauptmann Kornelius war begeistert vom Glauben an Gott und handelte und lebte gottgefällig in Cäsarea. Da erschien ihm ein Engel Gottes und beauftragte ihn, einen Boten zu Petrus zu schicken, dass er den Heiden in den Glauben aufnehme. Während sich ein Bote aufmachte zu Petrus, hatte dieser drei Visionen, in denen er von Gott gedrängt wurde, die jüdischen Speisegebote zu übertreten. Als Petrus nun die Boten empfing und von der Engels-Erscheinung erfuhr, begriff er Gottes Visionen. Eilig machte sich Petrus (mit Gefolge) auf den Weg, zum römischen Hauptmann. In dem Gespräch mit dem Römer wurde Petrus klar, dass der Glaube an Jesus Christus nicht begrenzt ist, auf Gläubige im Sinne des Alten Testamentes, sondern alle Menschen meint, so auch Heiden. Petrus präzisiert daraufhin die Botschaft vom Heiligen Geist (V. 34/35) und nahm Kornelius in den Jesus-Glauben auf. 

Apg. 11: Petrus Bericht und die erste heidenchristliche Gemeinde
Als die Jerusalemer Gemeinde davon hörten, dass Petrus Heiden in die Gemeinschaft aufnahm, waren sie empört. Petrus berichtete ihn von seiner Gottesvision und die Meisten der Gemeinde folgte der Ansicht Petrus. Zudem wurde bekannt, dass einige Jesus-Gläubige in Antiochia bereits den Heiden von Jesus erzählten. Daraufhin wurde Barnabas dorthin geschickt und war überrascht von der hohen Zahl an heidnischen Gläubigen, die sich mit den jüdischen Gläubigen nun Christen nannten. Sich zur Seite, holte sich Barnabas aus Tarsus den Saulus und beide predigten den Christen das Wort Gottes. 

Apg. 12:  König Agrippas I. Christenverfolgung und Tod
König Agrippa ordnet nun die Verfolgung der Judenchristen an. Durch sein Schwert stirbt der Apostel Jakobus und der Apostel Petrus wird verhaftet. Da ein jüdisches Fest begann, verschob Agrippa die Hinrichtung von Petrus, ließ ihn aber streng bewachen. Ein Engel befreite Petrus, doch bevor Petrus die Stadt verließ, wollte er seinen Getreuen von seiner Rettung berichten. Die geheime Zusammenkunft, um Johannes Markus, war sehr erstaunt als Petrus sie besuchte. Inzwischen hatte König Agrippa erfahren, dass Petrus nicht mehr im Gefängnis ist und misstraute daraufhin seinen Soldaten, die ihm wahrscheinlich zur Flucht verhalfen. Besessen vom Hass, reiste er nach Cäsarea, um den Präfekten für die Christenverfolgung zu gewinnen. Es herrschte aber große Hungersnot im Lande, weswegen der Römer nicht zusätzliches Unruhepotenzial schaffen wollte. Verärgert reiste der König zurück und war zerfressen vom Hass, woran er schließlich plötzlich starb. Nach seinem Tod kehrten Barnabas und Paulus nach Jerusalem zurück und linderten die Hungersnot der Gemeinde, mit einer Spendensammlung (Kollekte) aus Antiochia.

Die Missionierungen des Paulus

Apg.13:  Missionierung Zyperns (1. Reise)
Paulus, Barnabas und Johannes Markus wurden in Antiochia dazu bestimmt, zu den Jesus-Anhängern von Zypern zu reisen und dort die Gemeinden aufzubauen. Sie wurden dort vom Zauberer Elynas angefeindet, worauf ihn Paulus kurzzeitig mit Blindheit schlug. Das Volk erkannte somit Gottes Macht und ließen sich auf einer Versammlung von Paulus über Gott erzählen. Er berichtete Kompakt von den Taten Gottes, vom Auszug aus Ägypten bis zu dem Wirken mit seinem Sohn Jesus. Den Juden missfiel jedoch die Rede und erzürnten sich. Paulus wies sie daraufhin, dass sie die Lehre (AT) blind machen würde für den neuen Geist und somit nur die Heiden frei sind, den Geist Christi zu erkennen (V.46/47). Doch die wütenden Juden verwiesen sie von der Insel Zypern.

Apg. 14: Missionierung in Pamhylien (Südtürkei)
Ihr Erscheinen auf dem Festland spaltete das Volk und zornige Juden traten ihnen entgegen. Johannes Markus verließ daraufhin die Prediger, worüber Paulus sehr erzürnt war. In Ikonion brachen schwere Unruhen zwischen Juden und Heiden aus. In einer anderen Stadt heilte Paulus einen Krüppel und die Stadt verehrte sie dafür, wie Götter. Paulus belehrte sie jedoch, dass nicht sie, sondern Gott die Wunder vollbringen würde. Die Juden sahen das aber als Frevel an und hetzten das Volk gegen Paulus auf und steinigten ihn. Doch Paulus konnte überleben und setzte mit Barnabas die Reise fort, zu friedvolleren Städten. Am Ende ihrer Missionsreise kehrten sie nach Antiochia zurück.

Apg. 15. Apostelkonzil zu Jerusalem
Es entbrannte ein heftiger Streit zwischen den Judenchristen aufgrund der Missionierung von Heiden. Paulus stellte dem seinen Erfolgsbericht entgegen und berichtete von den zahlreichen Heidenchristen. Doch die Gegner thematisierten und bestanden daraufhin auf das Beschneidungsgebot. Der Leiter der Gemeinde, Jakobus, hielt schließlich eine beschwichtigende Rede, der es den Heiden freistellte sich Beschneiden zu lassen, wenn sie sich ansonsten dem Speise-Gebot fügten, damit Juden und Heiden ein gemeinsames Mahl einnehmen können. Die Mehrheit erkannte daraufhin die Heidenchristen als Glaubensbrüder an und Paulus durfte auf eine weitere Missionierungsreise gehen. Sein Begleiter sollte Johannes Markus sein, den aber Paulus vehement ablehnte (s. Kap.14).

Apg. 16. Die Ereigisse von Philippi (2. Reise)
In Antiochia ließ sich der griechische Heide Timotheus beschneiden und er begleitete Paulus, mit Silas durch Kleinasien (Türkei). Bei Troas kam Lukas als Begleiter hinzu und zusammen reisten sie nach Mazedonien. In der römisch geprägten Amtshauptstadt Philippi bedrängte sie eine Wahrsagesklavin, worauf Paulus sie von dem Geist befreite. Der römische Besitzer der Sklavin erregte sich deshalb, da die Sklavin damit wertlos war und sich ein Vasall Roms erdreistete einen Römer zu schädigen. Paulus wurde vor ein römisches Gericht gebracht, wurde ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen. In der Nacht erschütterte ein Erdbeben das Gefängnis, worauf alle Gefangenen fliehen konnten. Der Kerkermeister wollte mit einem Selbstmord, den Konsequenzen dafür entgehen, aber Paulus hielt ihn zurück, da er nicht geflohen war. Aus Dankbarkeit lud er Paulus zu sich ein und bewirkte die Begnadigung von Paulus. Aber Paulus wollte als römischer Bürger rehabilitiert werden. Die Obersten der Stadt entschuldigten sich verblüfft, da sie nicht wussten dass Paulus römischer Bürger war. Lukas blieb in Philippi, doch Paulus und Silas reisten weiter.

Apg. 17. Paulus in Thessalonich, Beröa und Athen (2. Reise)
Als sie in Thessalonich waren kamen viele auf Paulus zu, auch jene Griechen, die zuvor den Juden zuhörten. Nachdem Paulus weiter zog, wiegelten jüdische Priester den Pöbel auf und klagten Jason, den Leiter der christlichen Gemeinde, der Gotteslästerung an, doch für die Obersten lagen keine triftigen Gründe vor. Indes verkündete Paulus in der Judenschule zu Beröa den Christusglauben und fand interessierte Zuhörer. Erneut provozierten jüdische Priester Spannungen, worauf Paulus weiter zog bis nach Athen. Erst später folgten ihm Silas und Thimotheus. In der Stadt des Wissens (Athen) fand Paulus die verschiedensten Zuhörer, die ihn auch in Streitgespräche verwickelten. Doch am Ende gelang es Paulus einige Griechen für den christlichen Glauben zu gewinnen.

Apg. 18,1 – 17: Paulus in Korinth (2. Reise)
Ein Edikt von Kaiser Claudius vertrieb alle Juden aus Rom, von denen sich viele in Korinth ansiedelten. Silas und Thimotheus waren zu Paulus gestoßen, der den Juden und Heiden die Christus-Botschaft verkündete. Der Vorsteher der Judenschulen war über Paulus verärgert und klagte ihn wegen Gotteslästerung an, beim römischen Prokonsul Gallio. Gallio weigerte sich jedoch über inhaltliche Glaubensfragen zu richten und die anwesenden Griechen trieben den Denunzianten aus dem Gebäude. So verweilte Paulus insgesamt 18 Monate in der Stadt.

Apg. 18,18 – 28: Über die Rückreise von Paulus
Sein Rückweg führte ihn zunächst nach Ephesus, wo er freundlich aufgenommen wurde, aber die Pflichten drängten ihn zur Weiterfahrt. Paulus fuhr nach Antiochia und Jerusalem und kehrte über Galatien nach Ephesus zurück. Dort beeindruckte ihn Apollus, ein redegewandter reicher Mann aus Alexandria und überredete ihn die Gläubigen in Korinth zu führen.

Apg. 19: Paulus in Ephesus (3. Reise)
Paulus taufte zunächst die Gläubigen, da sie es noch nicht waren. Doch erneut wurde Paulus von jüdischen Priestern angefeindet, die von einem bösen Geist besessen waren. Paulus trieb deren Boshaftigkeit aus, worauf sich das Volk euphorisch zum Glauben bekannte. Durch den Erfolg ermuntert plante Paulus auch Rom zu bekehren. Zunächst schickte er Thimotheus und Erastus nach Makedonien, um die Situation zu erkunden. Paulus reiste in Kleinasien umher, u.a. nach Kolossä, um der starken Verbreitung des Glaubens nachzuhelfen. Das Zitat „Was mit den Händen gemacht ist, sind keine Götter“, führte dazu, dass sich die Goldschmiede in Ephesus gegenüber der Diana-Statue verweigerten. Die Gläubigen des uralten Götter-Kultes waren aufgebracht und klagten die christlichen Führer an. Am Rande eines Aufstandes, konnte der römische Kanzler (regionaler Amtsleiter) das Volk beruhigen. Er verwies darauf, dass keiner das Recht habe den Diana-Kult zu beleidigen, aber das haben die Christen auch nicht getan, sondern eure Gedanken hatten es ihnen unterstellt.  

Apg. 20: Die Vorahnungen von Paulus
Unkonkret werden die weiteren Reisen des Paulus benannt, der nun die meiste Zeit auf dem Schiff reiste und einen Jüngling wieder erweckt. Auf der Reise steuert er Mazedonien an und in Philippi gesellte sich Lukas zu Paulus. Sie begaben sich dann südwärts und steuerten mit dem Schiff Milet an. Bei jenem Zwischenstopp nach Jerusalem, bat er die Ältesten (Obersten-Christen) aus Ephesus zu sich. Ihnen verkündet er eine Vorahnung und verabschiedet sich für immer von ihnen. Seine letzten Worte sollen die Christen aufbauen, stark zu sein gegenüber den Anfeindungen der Juden. Paulus mahnt sie, dass falsche Lehren und grausame Übergriffe über die Christen hereinbrechen werden.

Apg. 21: Die Anfeindungen in Jerusalem
Überall, wo sie anlegten auf ihrer Reise, wurde Paulus von Christen freudig begrüßt. Als er in Cäsarea ankam war er Gast bei Philippus, der ihn warnte nicht nach Jerusalem zu gehen. Paulus ahnte, dass ihm dort sogar der Tod drohen könnte. In Jerusalem wird Paulus von der Gemeinde freundlich begrüßt, aber die mitgebrachte Kollekten-Gaben nicht erwähnt. Nach wenigen Lobesworten wird Paulus unterstellt, dass er die Heidenchristen zur Untreue ermuntert habe und geraten hat, sich nicht beschneiden zu lassen. Jakobus riet Paulus sich öffentlich zu den Geschorenen (Tempeldiener) zu stellen, um seine Treue zu Moses-Gesetz zu demonstrieren. Aber jüdische Geistliche aus Kleinasien erzürnten sich über den gesetzlosen Paulus, der mit seiner Anwesenheit heidnisch den Tempel entehrt. Daraufhin schlugen die Juden auf Paulus ein und hätten ihn erschlagen, wenn nicht die römische Schutzgarde eingegriffen hätte. Der Hauptmann nahm Paulus in Schutzhaft. In einem Gespräch bat Paulus den Hauptmann vor dem Volk sprechen zu dürfen und er genehmigte es.

Apg. 22:  Paulus Ansprache an das Volk (Bekehrungsgeschichte)
Paulus berichtete von seinem Leben als Saulus und wie er Jesus begegnete und Gott ihm Auftrug, auch den Heiden den Jesus-Glauben anzubieten. Daraufhin erzürnte sich das Volk, sodass er von den Wachen abgeführt und gefoltert wurde. Schließlich klagte Paulus seine römischen Bürgerrechte ein, dass ihm ein ordentliches Gerichtsverfahren zustand.

Apg. 23: Paulus vor dem Hohen Rat (jüdischer Priesterrat)
Paulus kam vor den Rat der Hohepriester, der aus Sadduzäern und Pharisäern bestand. In der Anhörung thematisierte Paulus die Auferstehung, die von den Sadduzäern bestritten wurde, aber bei den Pharisäern zu ihrer apokalyptischen Sicht gehörte. Nachdem ein heftiger Streit losbrach, wurde Paulus wieder ins Gefängnis gebracht. Dort erschien ihm der Geist Gottes, der Paulus tröstete und ihm beauftragte Rom zu missionieren. In der Zwischenzeit setzten 40 Juden den Hohen Rat mit einem Hungerstreik unter Druck und worauf der Rat bereit war Paulus zu töten. Von dem Plan der Lynchjustiz erfuhr aber der römische Oberhauptmann. Er ließ in der Nacht Paulus nach Cäsarea bringen zum Präfekten Felix, mit einem entsprechenden Brief dazu. Es sollte das Verfahren gegen Paulus vor einem römischen Gericht stattfinden.

Apg. 24: Das Gerichtsverfahren in Cäsarea
Der Hohepriester Ananias klagte beim Verfahren Paulus an, er würde alle Juden erzürnen mit seiner gotteslästernden Botschaft, hätte den Tempel entweiht und würde bewusst mit den Gesetzen Moses brechen. Paulus rechtfertigte sich und bestritt die Anschuldigungen, aber behaarte auf seine Sicht des Auferstandenen Jesus. Der Prokurator Felix vertagte das Verfahren und erleichterte für Paulus die Haftbedingungen und war geneigt ihn freizulassen, hoffte aber auf ein entsprechendes Bestechungsgeld. Schließlich endete die Amtszeit von Felix und für ihn kam Festus, der die Provinz verwalten sollte.

Apg. 25: Prokurator Festus gibt den Fall Paulus nach Rom
Auf seiner Amtseinführungsreise verlangt der Hohe Rat von Festus den Tod von Paulus. Festus leitet daraufhin ein weiteres Verfahren ein, bei dem alle Anschuldigungen ohne Beweise waren. Festus konnte auf dieser Basis keinen römischen Bürger zum Tode verurteilen und wollte einem jüdischen Gericht die Rechtsprechung übertragen. Da sich Paulus aber auf die Bürgerechte des Kaiser berief, war Festus gezwungen den Gefangenen nach Rom zu schicken, damit sie ein Urteil finden. 

Apg. 26: Anhörung vor König Agrippa II.
Vor König Agrippa II. sollte sich zuvor Paulus erneut rechtfertigen und wiederholte seine Rede, wie er zum Glauben kam und bezeugte die Auferstehung Jesus Christus. Festus und Agrippa II. befanden, dass sich Paulus keines Verbrechens schuldig gemacht habe und hätten ihn freigelassen, aber da er sich auf den Kaiser bezog, musste er nach Rom überführt werden.

Apg. 27: Schiffbruch bei Malta
Beschreibung der Schiffsreise zur Winterzeit, wo schwere Unwetter auf dem Meer typisch waren. Trotz der Warnung von Paulus wagten die Schiffer die Fahrt und gerieten in Not. Paulus, der sich an Bord frei bewegen konnte, nahm den 276 Menschen auf dem Schiff die Angst. Schließlich trieben sie auf eine Sandbank vor Malta und die römischen Soldaten fürchteten, dass die Gefangenen fliehen könnten.   

Apg. 28: Paulus darf in Rom frei predigen
Auf Malta wurden die Schiffbrüchigen freundlich aufgenommen. Als Paulus von einer Schlange gebissen wurde und nicht starb, hielten ihn die Ureinwohner für einen Gott. Nachdem Paulus den Vater des Häuptlings heilte, kam der Glaube auf die Insel. Im Frühling war das Schiff wieder seetüchtig und brachte Paulus nach Rom. Überraschend für ihn war, dass man ihn nicht ins Gefängnis warf, sondern er durfte sich frei bewegen, mit einem Wachmann an der Seite (vermutlich wegen Begleitschreiben). Paulus durfte auch frei predigen, 2 Jahre lang, und fand in Rom Befürworter, aber auch Ablehner.