4. Techno und Hip Hop

http://www.google.de/url?source=imgres&ct=tbn&q=http://www.freemake.com/blog/wp-content/uploads/2014/09/streaming-music.jpg&sa=X&ei=Y5JwVcbgLomksAGbqICQBw&ved=0CAUQ8wc&usg=AFQjCNEv4qv-CoYeAsbp3-j06HHvVFRGVAMusikstilrichtungen 

1. Techno     
2. Hip Hop, Rap & Graffiti

 

1. Techno

Stilrichtung der elektronischen Musik, der auch als Sammelbegriff für verschiedene, miteinander verwandte Stilrichtungen der elektronischen Musik verwendet wird.  (Quelle: Wikipedia.de)

Merkmale:  Techno bezeichnet synthetisch produzierte, meist vordergründig rhythmus-orientierte Tanzmusik. Charakteristisch ist der 4/4-Takt, mit einer Betonung jedes Viertels durch eine elektronische „Große Trommel“. Akkorde sind von untergeordneter Bedeutung, stattdessen wird oft mit einzelnen Klängen und deren Zusammenwirken experimentiert. Die Klangfarben pendeln dabei zumeist im industriellen bzw. metallischen Bereich. Typisch für die Musik sind Effekte, Flächenklänge oder das Einstreuen einzelner Perkussionselemente, die nahtlos in das Rhythmusmuster eingefügt werden.

Grundlage und Inspirationsquelle ist die elektronische Musik, die in den 70er Jahren, als Elektropop bezeichnet wurde. Besonders die deutsche Band Kraftwerk wird maßgeblich als Inspirationsquelle angesehen. Beispielsweise enthält ihr Song „Autobahn“ (1974) schon viele Kriterien des späteren Techno. Der italienische Disco-Produzent Giorgio Moroder schuf zum Kraftwerksound eine Discovariante, die in „I Feel Love“, mit Donna Summer (1977), besonders zum Ausdruck kommt. Jean Michel Jarre und Brian Eno gehören zu wichtigen Inspirationsquellen, die mit melodiöser Synthesizer-Musik Maßstäbe setzten. Nicht zu vergessen sei die Schweizer Band Yello, die elektronisch beispielgebend mit dem Sound experimentierten. Für die spätere Detroiter Szene, war allerdings die britische Synthie-Pop-Band Depeche Mode noch sehr wichtig.
In Europa wurde der Begriff „Techno“ zum ersten Mal im Jahre 1982 von Andreas Tomalla verwendet. Der Frankfurter sortierte in seinem Plattenladen bestimmte Musik unter dem Sammelbegriff „Techno“ ein. Unter anderem Avantgarde (Kraftwerk), Elektronische Popmusik (Depeche Mode), EBM (Front 242, Nitzer Ebb), Industrial (Cabaret Voltaire, Clock DVA, Throbbing Gristle) und generell den Electro Wave, aber auch den Detroit Techno (A Number Of Names, Cybotron). In der Kategorie TECHNO befanden sich nun alle Bands die elektronische Musik machten und thematisch von Zukunftsvisionen geprägt waren, wie dem postindustriellen und städtischen Zerfall, emotionale Kälte oder Ängste vor atomaren Katastrophen.

Soundarten

Industrial   (70-er)
- auf der Basis elektronischer Avantgarde-Musik in den 1970er Jahren entwickelt
- Typisch, klangliche Übersteuerungen, Störgeräusche oder maschinenlärmähnliche 
Kompositionen, häufig angereichert mit Samples
   oder Schreigesang
- vordergründig standen Provokation und die ungehemmte Darbietung der Brutalität des 
alltäglichen Lebens; Themengebiete wie Krieg,
   Folter, Mord, Faschismus, Terrorismus, 
Isolation oder sexuelle Perversion

Vertreter des Industrial, u.a. Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire oder SPK
   Bedeutend war der Industrial für die Herausbildung von Hardcore Techno oder Gabba und anderen Unterarten

House   (80-er)
- in der Diskothek Warehouse in Chicago entstand die House-Musik, als Weiterentwicklung des 70er-Jahre Disco-Sounds
- DJs Frankie Knuckles und Larry Levan erkannten die hypnotische und euphorisierende 
Wirkung monotoner Zwischenstücke der
  Discoplatten und begannen Passagen verschie
dener Schallplatten zu vermischen und den Rest des Songs wegzulassen (Begr. des House)
- Produzenten wie Ron Hardy, Steve Hurley oder Marshall Jefferson veröffentlichten als 
erste Platten unter der Bezeichnung „House“ 

Acid House    (80-er)
- Ende der 1980er Massenbewegung
- der besonders harte und minimalistische Variante des Chicago-Housesounds, wurde 
besonders in England und auf der Ferieninsel 
  Ibiza gefeiert
- die Bewegung erschien wie ein Hippierevival, Freie Liebe ungezügelte Genuss von Rauschmitteln und neu ⇒ sie entwarfen das Smiley-Symbol
- da Acid umgangssprachliche für LSD stand, reagierte der Staat mit Kontrollen und Razzien und das Radio boykottierte diese
  Musikspielart = Ende dieser Musikbewegung

EBM       (80-er)
- Künstler wie DAF, Liaisons Dangereuses oder Die Krupps entwickelten zu Beginn der 80er-Jahre, im Rahmen der Neuen Deutschen
  Welle neue Sequenzen
- kreierten Minimalismus mit geprägten repetitiven Soundschleifen
- andere Künstler verbanden diesen Electropunk mit frühem Industrial und legten die Basis 
für die Electronic Body Music. EBM wurde
   wesentlicher Einflussfaktor für den Detroit 
Techno, New Beat und später auch Goa Trance
- Sven Väth oder DJ Hell gelangten über diesen Stil zum Techno

Detroit Techno   (90-er) 
In der nächtlichen Radiosendung Midnight Funk Association in Detroit, prägten seit den  frühen 80er Jahren elektronische Musikstile das Programm. Der Moderator Charles Johnson achtete dabei explizit auf eine ausgewogene Klangvielfalt und versuchte zahlreiche Musikrichtungen in seiner Sendung zu vereinen. Dieses Programm war letztlich Hauptinspirationsquelle für die Produzenten Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson, die durch die Verschmelzung verschiedenartiger Stile den Detroiter Techno-Sound prägten. Zusammen mit Richard Davies veröffentlichte Juan Atkins 1984 unter dem Namen Cybotron die Schallplatte „Techno City“. In einem Interview wurde Juan Atkins nach dem Musikstil gefragt und antwortete: „call it techno“.

New Beat         (90-er)
New Beat entstand per Zufall durch den belgischen DJ Marc Grouls, der versehentlich eine Platte in der falschen Geschwindigkeit abspielte. Aufgrund des positiven Echos begann er verstärkt alte Tonträger verlangsamt abzuspielen. Kurze Zeit später fanden solche neu abgemischten alten Tracks ihren Weg in den Plattenhandel. Der Trend hielt sich jedoch nur zwei Jahre.

Loveparade

Am 02.07. 1989 gab es die erste Loveparade in Berlin und entsprach einem verspäteten Karnevalsumzug. Ab den 12.07. 1997 wurde die Loveparade zum Massenspektakel und lockte Tausende Raver nach Berlin mit steigender Tendenz. Ausgelassen und freizügig, demonstrierten die Raver eine Partystimmung mit hämmernden Rhythmen. Solche Big Party brachte zunehmend auch Probleme mit sich. Neben großen ökologischen Schäden durch Fäkalien und Lärmbelästigung der Anwohner, entstanden Berge von Müll. In zähen Verhandlungen schafften es die Organisatoren die ablehnende Haltung der Stadt umzustimmen. 2006 zog Berlin einen endgültigen Schlussstrich unter die Raverparty.

Anfänge der Technomusik:

In der Acid House Bewegung fanden kontinuierlich Partys statt und wuchsen in England zu riesigen Veranstaltungen heran, den so genannten Raves. Weltweit fusionierten New Beat, EBM, Detroit Techno, Disco, House und zahlreiche andere elektronische Musikrichtungen zum Techno. Es ist hierbei die Namensgebung umstritten. In der Berliner Szene wurde die Schreibweise ohnehin in Tekkno umgewandelt, wobei die Anzahl von „K’s“ die Härte des Sounds ausdrücken sollte.
Zu Beginn der 1990er Jahre wurde Techno trotz verschiedener Herkunft kaum in Stile oder Kategorien unterteilt. Es gab meistens ein große Dancefloor (= Tanzfläche) und die DJs spielten sich innerhalb einer Party durch verschiedene Facetten der Techno-Musik. Bereits Ende des Jahres 1991 kam mit Mayday (Raver Veranstaltung) erstmals ein modernes Party-Konzept auf. Besonders die Loveparade als Open-Air-Veranstaltung fand großen Zuspruch und das Technomagazin Frontpage hatte einen großen Anteil an der Publizierung.

Acid Techno entstand mit einem vordergründigen Bass-Synthesizer. Zeitgleich entwickelten Harald Blüchel und Paul van Dyk den Trance (= mentales Erlebnis), mit neuen Techno-Strukturen und mit harmonischen Akkorden und Melodien. Durch ortsansässige Plattenlabels entstanden regional in Deutschland neue Sounds, bis Mitte 90er-Jahre. In Berlin war der Tresor Club mit seinem eigenen Label und seinen Produzenten wie Jeff Mills, Daniel Bell und Joey Beltram für härtere Sounds wegweisend. Bundesweit populärer war jedoch Acid Techno aus Köln mit dem Produzenten-kreis um Wolfgang Voigt und Dr. Walker.

In Europa entwickelte sich eine enorme Stilvielfalt und Techno wurde zur kulturellen Bewegung. In den USA spielte sich die Bewegung mehr im Untergrund ab und es siedelten Musiker, wie Jeff Mills (nach Berlin) nach Europa über. Am Erfolg von Techno profitierte von Anbeginn die kommerziell interessierte Musikindustrie. Tracks wie „Das Boot“ von U 96 (1991), „James Brown Is Dead“ von L. A. Style oder „Don't You Want Me“ von Felix (1992), hießen die erste Charterfolge. Auf die Massen ausgerichtete Kreuzungen zwischen Techno, Hip House und Pop entstanden Vertretern wie 2 Unlimited oder Culture Beat, die weitläufig unter dem Begriff „Dancefloor“ oder "Eurodance" vermarktet wurden. Etwa 1994 schafften es erste Trance-Produktionen in die Charts, deren Geschwindigkeit und Rhythmus sich an Techno orientierte (z. B. Dune oder Scooter).
Kommerzielle Produktionen wie „Somewhere Over The Rainbow“ von Marusha, liefen nicht Gefahr die Subkultur zu vereinnahmen, sie pflegte ihre Basiswurzeln separat. Der Versuch einer profitorientierten Ausschlachtung spitzte sich allerdings zu. Vor allem im Schlagerbereich fanden harte elektronische Bass-Schläge ihre Verwendung. 1995 erschien eine Schlümpfe-CD mit dem Titel „Tekkno ist cool“, die Coverversionen bekannter Dance-Hits aus den Charts enthielt.
Im Zuge des Erfolges bekam der Kommerzielle Techno eine kindliche Ausrichtung. Die Augsburger Puppenkiste („Eine Insel mit zwei Bergen“) wurde ebenso vermarktet, wie die Ostdeutsche Kultpuppe Pittiplatsch mit „Ach du meine Nase“.
In dieser kommerziellen Entwicklung mutierten Blümchen und das Modul zu Stars, mit naiv, kindlichen Liebeslieder. Ein Zwischending ist Mark ´Oh, der sich an Schlagern bediente, aber dem Grundprinzip des Technos treu blieb. Mit E-Rotic, wurde eine erotische Marschroute kommerzialisiert.
http://image.racheshop.de/amazon-images/90er-techno-popstar-kostuem-blau-weiss-rot-faschingskostuem-kostuem-kostueme-karnevalskostuem-herren-526080000.jpg
Westbam und Sven Väth, die Urväter der deutschen Technoszene schotteten sich dagegen verhemmend gegen die Kommerzialisierung des Technokults ab. Kellerräume und Abrisshäuser wurden zu Kultstätten der Raver, wo ihre ursprüngliche Musik gepflegt wurde. Das legendäre „UFO“ (Westberlin - Kreuzberg), war ein kleiner, niedriger Kellerraum in einem Hinterhaus, was nur durch eine kleine Stahlleiter zu erreichen war. In diesen muffigen Gebäude tanzten sich die Technofreak in Ekstase, simulierte ein WIR-Gefühl und dennoch  wurde die strikte, vollständige Abgrenzung des ICH's geprägt. Alles tanzte gemeinsam, aber eigentlich war jeder für sich allein. Solche Technoklubs schossen wie Pilze aus dem Boden und galten als angesagt. Eine politisch desinteressierte Jugend, fand hier ihren Individualismus, ein Zwischending aus Rezession und Jugendwahn, statt Underground war Kreativität gefragt. Eine Unzahl von DJ's (Discjockeys), betätigten sich als Soundmischer und gaben der Musik ihre Popularität.
Auf Indoor Partys trafen sich die Raver und stellten ihre Musik vor. Die circa 16-stündigen Veranstaltungen, waren eine Art Wettstreit, von Techno DJ's und zur Standortbestimmung. Der hämmernde, laute Klang der Musik, in stickigen Räumen, animierte zu einem hohen Alkoholkonsum und förderte eine spezifische Ekstase, zwischen Depression und galaktischer Vision. In düsterer Umgebung wird der dröhnende Rhythmus zum kosmischen Flug. Mit der chemischen Rauschgift-Droge Extasy, ließ sich dieses Gefühl noch steigern. Die Droge 
Extasy, war chemisch leicht herzustellen und wirkte schneller, als die anderen bekannten Rauschgiftmittel. Als Partydroge bekannt war sie jedoch um ein vielfaches gefährlicher, lebensbedrohend.

Ab den späten 1990er-Jahren flaute der Techno-Boom stufenweise ab. Das Angebot an großen Raves sank und viele einflussreiche Labels stellten ihre Aktivitäten ein. Partys verlagerten sich vermehrt von alten Lagerhallen und in herkömmliche Clubs.

2. Hip Hop, Rap & Graffiti

USA:
Mit Beginn der 1990er-Jahre ersetzte der Begriff Hip-Hop die bislang verwendete Bezeichnung Rap. Eine Bezeichnung, die zuvor eher selten für das Musikgenre genutzte wurde. Mit scharfen aber auch kritischen Tönen begann das Zeitalter des Gangsta-Raps. Nebenher veränderten andere Strömungen den Sound. Künstler wie Left-Eye, Dr. Dre, Snoop Doggy Dogg und 2Pac traten plötzlich hervor. New York war nicht mehr das alleinige Zentrum des Hip-Hops, sondern Los Angelos kam hinzu. Die bekanntesten Acts, der beginnenden 1990er-Jahre von New York, waren entweder intellektuelle Formationen oder politische Acts. Zu der geistigen Native Tongues Posse gehörten De La Soul, A Tribe Called Quest, Black Sheep, die Jungle Brothers und auch die Fu-Schnickens. Politisch orientierte waren dagegen  Public Enemy oder KRS-One. Letztere Acts waren zum Teil sehr experimentellen oder schlugen politisch dezidierte Töne an und entfernten sich zu sehr vom Sound der Straße. In den 1990er-Jahren setzten Künstler mit Alben wie „Illmatic“ von Nas, Mobb Deep mit „The Infamous oder der Wu-Tang Clan mit Enter the Wu-Tang", Meilensteine für die Rapmusik und prägten damit den Eastcoast Sound (New York). 

Der Gangsta-Rap der „Westcoast“ (Los Angelos) hatte nun aber die Führung übernommen und sollte für die nächsten Jahre, von der Fehde zwischen Ost- und Westküste geprägt werden (wobei die Zuordnung nicht streng geographisch ist).
Mitte der 1990er-Jahre hatte sich die Auseinandersetzung in einer Art Stellvertreterkrieg auf 2Pac (Westcoast) und Notorious B.I.G. (Eastcoast) konzentriert. Als im September 1996 2Pac und ein halbes Jahr später Notorious B.I.G. erschossen wurden, brach der „Krieg“ in sich zusammen. Im selben Jahr erklärten verschiedene Rapper von beiden Küsten bei einem gemeinsamen Treffen die Konfrontation für beendet.
Als herausragendes Album aus dieser Zeit ist die 1996 erschienene Doppel-CD „All Eyez On Me“ (Tupac Shakur) zu erwähnen. Auf dem Album ist eine der meistverkauften Rap-Singles der Welt zu finden, „California Love“. Musikalisch gab es in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre bedeutende Neuerungen. Besonders die Beats wurden komplexer, worin man den Einfluss von Stilen wie Reggae und Dancehall (Raggamuffin Hiphop), aber auch des Oldschool-Hip-Hop und des Electro Funk der 80er-Jahre hören konnte. Zudem verwuchsen sich die Stilrichtung des Hip-Hops, immer weiter mit dem Soul und des R&B (= Rhythm & Blues).
Um das Jahr 2000 erreichte der Einfluss auch die „normale“ Popmusik wieder. Bedeutende Alben kamen in der neuen Ästhetik von Wyclef Jean („The Carnival“, 1997) und Lauryn Hill („The Miseducation of Lauryn Hill“, 1998).

Deutschland:

Hip Hop wurde in Deutschland zum Sammelbegriff afro-amerikanischer Musik. Ob R&B, Blackmusic oder andere Unterarten, alles wurde als Hip Hop vermarktet. Wie oben genannt, steht Hip-Hop für Rap Music und einige Medien bezeichneten lediglich durchgesungene Song mit sanften Grundsound als Groove (englisch = Furche, Spur und meint musikalisch einen flüssigen, durchgängigen Sound, egal ob Hip Hop, Soul, Swing oder Jazz).
Im ursprünglichen Gangsta Rap, lebten die Rapper eine überheblichen Selbstdarstellung aus, standen über den Dingen, als cooler Typ und besangen zuweilen Gettoprobleme. In erster Linie machte der populäre Hip Hop, über die Girls die Sexualität zum Thema und diese unterstrichen mit Mimik und Gestik eine pornografische Ausrichtung. Rapper prägten zum Teil einen respektlosen Umgang zu Anderen und stellten sich gern provozierend in Siegerposen dar (genannt: Dissen). In der Rap Ausrichtung wurde ein schlaksiges Gebärden typisch, wobei die offenen Hände vor dem Körper umherfuchteln.
Dieses Dissen, aus der Rap Music, verbreitet sich in gemilderter Form in allen Musikformen, die nun dem Hip- Hop hinzugerechnet wurden und könnte als neues Selbstbewusstsein der überwiegend farbigen Jugend interpretiert werden. Im gesellschaftlichen Konsens wurde jedoch klar, dass dieses Selbstwertgefühl den Egoismus meint, etwas Besonderes zu sein.

„Nur wenn man Einzigartig ist, lebt man auch“, könnte die tiefe Botschaft lauten. Die Rapmusik in Deutschland spielte lange eine untergeordnete Rolle und erst Recht die deutschen Rapper.
Mit den Fantastischen Vier („Die da“) vollzog sich eine entscheidende Wende. Rap in deutscher Sprache, mit einem wirklichkeitsnahem Text und einer furiosen Pointe wurde zum Hit. Die Fantastischen Vier waren in aller Munde und definierten ungewollt den kommerziellen Rap. Die Hard-Core-Szene, allen voran Moses Pelhalm, reagierte mit wüsten Beschimpfungen auf die schwäbischen Rapper. Angeblich würden die Fantastischen Vier, mit ihrem kommerziellen Gedudel die Philosophie des Rap‘s zerstören. Dabei erlebte der Rap durch die Fantastischen Vier erst seine wahre Geburtsstunde. Acts wie, Sterne Deluxe, Massive Töne, Freundeskreis, Der Wolf, Absolute Beginners, Fettes Brot, Fischmob, Bürger Lars Diedrich oder Cappuccino währen ohne die Pionierarbeit der Fantastischen Vier undenkbar gewesen. Später gesellte sich noch Xavier Naidoo und Sabrina Setlur (zuvor Sister S) bereichernd dazu. Trotz Anfeindungen der Hardcore Rapper sollte die Fantastischen Vier nicht nur viele Hits haben („Sie ist weg“, „m.f.g.“), sondern waren bei der Jugend sehr beliebt und wurden nun meistens Fanta 4 genannt. Der große Erfolg von Fanta 4, bewog die einzelnen Mitglieder zu erfolgreichen Soloprojekten.
Im Zusammenhang mit der Hip-Hop Szene steht Graffiti. Schon in den 80er Jahre verbreitete sich Graffiti auch in Deutschland als Unkultur. Graffiti wurde als Spraydosen Schmiererei angesehen und war weit von dem entfernt, dass man wirklich als fantasievolle Meisterwerke bezeichnen konnte. Bei aller Kunst und bei jedem Verständnis, nahmen sich Graffitikünstler ungenehmigt das Recht öffentliche Flächen zu besprühten. Die meisten Schmierereien an S-Bahnwaggons, in U-Bahn Stationen oder an Häuserwänden waren nicht anderes als Sachbeschädigungen, die dem Steuerzahler viel Geld kosteten. Heimlich und in der Nacht treiben Graffitis ihr Unwesen, wodurch sie schwer zu erwischen sind, zumal sie vermummt ihre Schandtat durchführen, bringen Videoaufzeichnungen nicht den gewünschten Erfolg.