Die Zeit - Kriegsjahre

Die Kriegsjahre 1940 bis 1945Polen und der zweite Weltkrieg

Am 1. September 1939 eröffnete Hitler mit dem Angriff auf Polen den 2. Weltkrieg. Mit dem anschließenden Scheinangriff gen Westen, versuchte er die Sowjetunion zu täuschen, wozu auch der Nichtangriffspakt diente. Nachdem die Vorbereitungen zur Invasion abgeschlossen waren, erfolgte 1941 der Angriff auf die UdSSR. Die großen Erfolge der Blitzkriege im Westen und das rasche Vordringen im Osten entfachten in Deutschland eine spürbare Siegeseuphorie. Jedoch mit der Niederlage bei Stalingrad kam das böse Erwachen und an allen Fronten befand sich die Wehrmacht auf dem Rückzug. Das unnötige Herauszögern der Kapitulation verursachte Leid, Tod und Zerstörung und endete mit der Besetzung Deutschland.

Verblendet vom allgemeinen Aufschwung ignorierte die Bevölkerung Hitlers deutliche Kriegs-absicht. Immer häufiger sprach er vom Lebensraum Ost und der Vernichtung des Judentums, und die Rüstung lief indes auf Hochtouren. Mit der Besetzung Böhmens (Tschechien) waren im März 1938 die Vorbereitungen für einen Überfall auf Polen abgeschlossen. Die Eroberung Polens war notwendig, um in breiter Front die Sowjetunion angreifen zu können. Der Nichtangriffspakt zwischen den Todfeinden Hitler und Stalin diente dabei nur als diplomatischer Schachzug.
Damit sich die Bolschewisten in Sicherheit wiegen konnten, bot Deutschland der Sowjetunion vertrauensfördernd die Aufteilung Polens an und betonte, dass für Hitler Großbritannien und Frankreich die primären Feinde wären. Für die Sowjetunion war es verlockend, den verhassten Feind zu eliminieren und polnische Gebiete zu erobern.
Mit einem angeblichen Angriff polnischer Soldaten auf den schlesischen Sender Gleiwitz, begründete Hitler die Kriegserklärung an Polen. In der Hoffnung auf eine militärische Hilfe durch die Franzosen und Briten leistete Polen der deutschen Wehrmacht erbitterten Widerstand. Die beiden Westmächte erklärten aber Deutschland lediglich den Krieg und ließen Polen in Stich. Gemäß den Vereinbarungen mit der UdSSR sollten deren Streitkräfte ebenso ins Land einfallen. Allerdings benötigte die Sowjetunion das Militär, um im Norden die finnischen Invasoren zu stoppen. Die geballte deutsche Militärkraft und die hoffnungslose Lage zwang Polen zur Kapitulation. Im Sinne der Deutschen, konnte die UdSSR keine polnischen Gebiete erobern, wegen den finnischen Faschisten. Die Sowjetunion musste sich mit den östlichen Gebieten begnügen, die ihnen Deutschland überließ. Im deutsch besetzten Polen wurden viele polnischen Führungskräften ermordet und Bauern von ihrem Grund und Boden vertrieben. Deutsche Siedler sollten nachrücken. Rücksichtsloser als in Deutschland wurden hier Juden verfolgt und landeten größtenteils im Warschauer Ghetto. Zeitgleich wurden in Polen zahlreiche Konzentrationslager gebaut, mit dem Status von Vernichtungslagern.

Nach dem Fall Polen verlegte Deutschland den Krieg nach Nord- und Westeuropa. Die sogenannten Blitzoffensiven dienten offiziell wirtschaftlichen und strategischen Zielen. Einerseits sollten britische Interessen/Einflüsse blockiert werden und andererseits sollte sich Stalin in Sicherheit wiegen. Die nahezu kampflosen Siege nährten die Vermutung von heim-lichen Absprachen. Später wurden geheime Verhandlungen mit dem Entente-Bündnis bekannt. Demnach billigten die Westmächte Hitlers Offensive im Westen, als Tarnung der Kriegsvor-bereitungen im Osten. Da das sowjetische Militär mit der finnischen Invasion beschäftigt war, verlegte Deutschland seine Streitkräfte nach Polen und die Verbündeten Ungarn, Rumänen, Kroatien und Bulgaren formierten sich ebenfalls an der sowjetischen Grenze.
O
hne großen Widerstand kapitulierte an der Westfront indes auch Frankreich. Immerhin gestand Hitler Südfrankreich eine gewisse Autonomie zu. Entgegen der Absprachen griff die Wehrmacht jedoch Großbritannien an und Flugzeuge luden ihre Bombenlast auf englische Industrieanlagen und Städte ab. Mit U-Booten jagten sie britische Kriegs- und Handelsschiffe, um die Insel zu isolieren und einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu erzeugen. Trotz heftiger Gegenwehr der Briten, wirkte sich das Abschneiden der Versorgungslinien fatal aus und Deutschland sah sich dem Sieg (Invasion) ganz nah.
Zudem waren die Hauptbündnispartner der Deutschen militärisch ebenso erfolgreich. Italien in Nordafrika und Japan in Ostasien. Sie griffen die Kolonien (Wirtschaftsader) der Briten und Franzosen an und hofften dabei auf Hilfe von den versklavten Völkern. Der Plan funktionierte aber nicht wie erhofft, da die Völker keine neuen Besatzer haben wollten.

Am 22. Juni 1941 fiel die Wehrmacht ohne Vorwarnung in die Sowjetunion ein. Die Strategie eines Überraschungsangriffes schien aufzugehen, denn der schnelle Truppenvormarsch brachte gewaltige Raumgewinne. In Anbetracht der Erfolge erklärte Deutschland übereilt den USA den Krieg, da sie zu Hilfszwecken fortwährend die Blockade um Großbritannien durchbrachen.
Schließlich kam der Feldzug in der Sowjetunion ins stocken und offensichtlich war Stalin weniger vom Vertragsbruch überrascht als angenommen. Da sich die Rote Armee gegen die geballte Kraft der Angreifer keine Chance ausrechnete, ließen sie den Gegner ins Land kommen und errichteten vor den wichtigsten Städten eine Verteidigungskette. Vor Moskau, Leningrad (St. Petersburg), und Stalingrad (Wolgograd) stieß die Wehrmacht auf heftigen Widerstand. Im weiten Russland mussten die Invasoren ihre Truppen aufteilen, wodurch die Partisanen im Hinterland besser angreifen und schneller untertauchen konnten, wodurch ihr Aktionsfeld kaum auszurechnen war. Der SS war es unmöglich geworden, die Versorgungslinien für die Wehrmacht zu überwachen. Die gezielten Angriffe auf die deutsche Truppenversorgung zeigten schnell Wirkung. Je erfolgreicher die Attentate waren, umso brutaler und rücksichtsloser agierte die SS im Hinterland gegen die Bevölkerung. Ihre Herzlosigkeit basierte auf den Generalplan Ost, der sowieso den Tod von Millionen Russen vorsah, inklusive der Vertreibung der Bevölkerung im großen Stil, bis hin zur Versklavung des Volkes für die deutschen Herrenmenschen. Die menschenverachtende Vorgehensweise der SS überstieg jegliche menschliche Vorstellungskraft und Tausende wurden zu Zwangsarbeitern oder kamen ins Konzentrations-lager. Von den Gräueltaten im Osten bekam das deutsche Volk nichts mit oder ignorierte es, als feindliche Propaganda. Mithilfe der Zwangsarbeiter blieb ein akzeptables Lebensniveau trotz Krieg in Deutschland erhalten. Die Konzentrationslager wurden als gerechtfertigte Arbeitslager gesehen und die Ausmaße der Endlösung an den Juden, waren mehrheitlich dem Volk nicht bekannt. Die Bevölkerung taumelte in der Euphorie der militärischen Erfolge und Adolf Hitler war ihr geliebter Führer.

Nur eine Minderheit begriff, dass ab Januar 1942 mit der systematischen Vernichtung aller Juden in Europa begonnen wurde, obwohl schon zuvor in den KZs Tausende Juden starben (Hunger, Entkräftung, Erschießung). Die Vernichtungslager, die überwiegend in Polen gebaut wurden, sollten nun primär Menschen töten, vorrangig Juden. Zu jenem Zweck hatten Massentransporte von Juden in die Vernichtungslager sogar Vorrang vor Militärtransporten. Besonders berüchtigt waren die Vernichtungslager bei Majdanek, Treblinka und Auschwitz, wo Millionen von Menschen (Juden, Russen, Kommunisten) ermordet wurden. Bis zum Ende des Krieges wurden zirka 13 Millionen Menschen ermordet, darunter 6 Millionen Juden, 3 Millionen Russen und 200 Tausend Zigeuner, sowie 200 Tausend Behinderte (Quelle: Wikipedia).

Militärische Erfolge wurden zunehmend geschönt und entsprachen kaum noch der Realität. Die Verteidigungskette vor Leningrad und Moskau wurde zum Stellungskampf und verlangte von beiden Seiten einen hohen Blutzoll. Im zermürbenden Häuserkampf von Stalingrad bekam die Wehrmacht einen zusätzlichen Gegner, nämlich einen extrem kalten und schneereichen Winter. Die Nachschublinien waren von den Partisanen unterbrochen worden und die 6. Armee wurde eingekesselt. Überwiegend starben die deutschen Soldaten nun an Kälte und Hunger. In Anbetracht der hoffnungslosen Situation kapituliert General Paulus (Februar 1943), um das Leben der Soldaten zu retten.
Inzwischen häuften sich die Hiobsbotschaften an allen Fronten und die Verbündeten Japan und Italien mussten ebenso heftige Niederlagen einstecken. Mit dem Sieg in Stalingrad begann die Kriegswende und die Rote Armee begann ihre große Offensive.
In Deutschland räumte Joseph Goebbels nun zwar Probleme an der Front ein, warf General Paulus aber Feigheit vor dem Feind vor und rief trotzig zum Totalen Krieg auf. Nach verlustreichen Kämpfen wechselte die Rote Armee überraschend zur Guerilla-Strategie. Ein schnelles und unerwartetes Verlagern der Angriffe rieb die Wehrmacht und seine Verbündeten (Balkan-Allianz) auf und zwang sie zum Rückzug. Angloamerikanische Einheiten landeten indes auf Sizilien und Italien setzte panisch den Führer Mussolini ab. Noch ehe das Parlament die Seiten wechseln konnte, besetzte die Wehrmacht das Land und erinnerte Italien an das Bündnis. Reihenweise desertierten italienische Soldaten zum Partisanen-Widerstand. Im fernen Osten brachten die US-Truppen den japanischen Streitkräften herbe Niederlagen bei. 
Die deutsche Wochenschau berichtete aber realitätsfremd von Erfolgen der Gegenmaßnahmen. Die steigende Zahl von Gefallenen und die ersten Bomben auf deutsche Städte bewirkten ein Umdenken. Versorgungsengpässe machten den Ernst der Lage bewusst und eine versteckte Kritik an das Hitlerregime machte sich breit. Mit der näher rückenden Front bekam die Bereitschaft zur Verteidigung der Heimat höchste Priorität. Innerhalb der NSDAP mehrten sich Differenzen über die Kriegsführung und die Großindustriellen rügten offener Hitlers wahnwitzige Ideen.

Schon der Angriff auf Großbritannien wurde als Fehler bewertet. Das unaufhaltbare Vorrücken der Roten Armee und die absehbare Niederlage, brachten den Plan hervor, sich den Westalliierten zu ergeben, um einer sowjetischen Besatzung zu entgehen. Das Hitlerregime behaarte darauf bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen. Ein Bombenattentat auf Adolf Hitler, durch ein Komplott um Oberst Graf von Staufenberg misslang und ein schneller Frieden kam nicht zustande. Jetzt drohte sogar die komplette Besetzung Deutschlands durch die Sowjetunion, da die alliierten Streitkräfte über Italien nur langsam vorankamen. Deshalb entschlossen sich die Alliierten zu einer verlustreichen Landung in der Normandie (Juni 1944).
Es begann der Wettlauf um die Eroberung Deutschlands. Amerikaner und Briten intensivierten die Bombenangriffe auf jene deutschen Städte, wo sich sowjetische Truppen näherten. Offiziell als Hilfe für die Rote Armee deklariert, wollten sie den verhasten Kommunisten nur verbrannte Erde überlassen. Besonders die Städte Hamburg, Magdeburg, Dresden und Berlin, sowie das Industriegebiet bei Leuna wurde Ziel der tödlichen Last von Flugzeugen. 

Obwohl der Krieg verloren war, mobilisierte das NS-Regime den Volksturm. Kinder, Kranke und alte Männer sollten die feindlichen Armeen aufhalten. Die SS zwang mit mörderischen Methoden alle Deutsche für den Endsieg zu kämpften. Zahlreich wurden dabei Deserteure und vermeintliche Wehrdienstverweigerer erschossen. Aber ausgerechnet hochrangige Offiziere und SS-Verbrecher versuchten dagegen unterzutauchen. Nicht selten mischten sie sich unter die Flüchtlingstrecks aus den Ostgebieten und verschafften sich eine neue Identität. Mit der Eroberung von Berlin nahmen sich führende Funktionäre des NS-Regimes das Leben und Adolf Hitler soll bei einem Angriff getötet worden sein (Tod ungeklärt). Das führungslose Oberkommando erklärte am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation. Weitere NSDAP Funktionäre und SS-Offiziere wählten daraufhin den Freitod. Überall in Europa gab es nun Übergriffe auf Deutsche und Kollaborateure und auch in Deutschland setzte die Abrechnung mit den Nazis ein.

Besonders tief saß der Hass bei Polen und Russen, die durch Deutsche soviel Leid ertragen mussten. Das sowjetische Oberkommando konnte nur mit drastischen Mitteln die Übergriffe unterbinden und stellte damit ihr Interesse an Deutschland klar. Die Flüchtlinge jener Zeit waren sogar doppelt bestraft. Wer die Übergriffe russischer Soldaten unbeschadet überstand, war der Ablehnung, der eigenen Landsleute ausgesetzt, die nichts mit den Flüchtlingen teilen wollten. In den Städten griffen Hunger und Seuchen um sich, besonders bei den unzähligen Obdachlosen. So manche baufällige Ruine, Bombenblindgänger und kriminelle Gewalt forderten tägliche weitere Opfer. Speziell in den ostdeutschen Städten standen die Bewohner vor einem Scherbenhaufen und einer ungewissen Zukunft.      

 

Alltagsleben im Krieg

Die Mehrheit der Bevölkerung begrüßte den Krieg und sie waren vom Erfolg überzeugt. Doch bei vielen schwang auch Skepsis mit, da die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg noch sehr präsent waren und damals viele Entbehrungen mit sich brachte. Durch ertragreiche Ernten 1938 und 1939, waren die Vorratslager reichhaltig gefüllt mit Getreide, Kartoffeln, Zucker und Fleisch. Das größte Problem waren die fehlender Arbeitskräfte auf dem Lande, wegen der Einberufung junger Bauern zum Militärdienst. Aber auch dafür gab es langfristig eine Lösung.
Zum einen, wurde eine weitsichtige Vorratswirtschaft betrieben und sicherheitshalber wurde mit dem Kriegsbeginn die Rationierung eingeführt. Es gab Lebensmittelkarten für Fleisch, Butter und Brot; Bezugsscheine für Versorgungsgüter (Kohle, Treibstoffe) und Textilien (Kleidung, Stoffe). Schwerstarbeiter oder Schwangere erhielten Zusatzkarten. Die Regierung wollte unbedingt den gewohnten Lebensstandard erhalten, damit keine innenpolitische Krise die Kriegsbereitschaft schwächt. Abstriche musste das Volk bei Importwaren machen. Für Bohnenkaffee gab es den Muckefuck (Gerstenersatzgetränk) und Rohrzucker wurde durch Zuckerrüben ersetzt.
Mit den Eroberungen im Osten wurden dort die Lebensmittel und das Vieh beschlagnahmt. Gemäß dem Plan Ost handelte die SS rücksichtslos und nahm den Hungertod der polnischen und russischen Untermenschen in Kauf.
Zum anderen, wurden Tausende Menschen zu Zwangsarbeitern oder zum Arbeitsdienst nach Deutschland geschickt. Arbeitsdienstler wurden in der Regel als Hilfe den Bauern zugeteilt, deren Lohn eine Mahlzeit und ein Schlafplatz im Stall sein sollte. Bei Ungehorsamkeit oder Flucht drohte ihnen der Tod. Die Meisten empfanden den Dienst als Glück, anstatt als Zwangs-arbeiter geschunden zu werden oder im Arbeitslager zu sterben, beziehungsweise irgendwo der SS-Willkür ausgeliefert zu sein.

Mit dem Kriegsbeginn mussten die Juden einen gelben Stern auf der Kleidung tragen. Juden die sich dem Verweigerten, wurden erschossen. In der Nahrungsmittelzuteilung wurden sie wegen des gelben Sterns stark benachteiligt und im Warschauer Ghetto wurde die Versorgung öfter mal ausgesetzt oder erhielten verdorbene Lebensmittel. Etliche Juden hofften auf ein baldiges Ende ihrer Pein, denn in ihrer Geschichte gab es häufig brutale Übergriffswellen auf sie. Sie vertrauten auf Gottes Beistand und darauf, dass Menschlichkeit das Böse bekehrt. Sie wollten es nicht wahrhaben, dass die Nazis die Eliminierung aller Juden anstrebte. Im Juli 1941 beschlossen die Nazis die Endlösung und bedeutete die systematische Ermordung in den Vernichtungslagern. Die bestehenden Ghettos wurden aufgelöst und aus ganz Europa (speziell Osteuropa) wurden die Juden zu den Todesstätten transportiert. Mit den Juden waren auch Kommunisten, Zigeuner und Behinderte dem Tode geweiht oder es wurde an ihnen erbarmungslose und grausige Experimente durchgeführt.

Je mehr der Krieg die Wehrmacht zum Rückzug zwang, desto häufiger wurden Frauen und Jugendliche im Reich eingesetzt. Für die Frauen verlängerte sich der eingeführte Reichsarbeits-dienst und wurden überwiegend in sozialen Einrichtungen, Krankenhäuser, Verkehrsbetrieben und Betreuungsstellen angestellt. Mit den ersten Bomben auf deutsche Städte wurden sie als Luftschutzhelfer und als Arbeiterinnen in den Rüstungsfabriken berufen. Sie füllten die Lücken der fehlenden Männer in Bereichen, die nicht mit Zwangsarbeiter besetzt werden konnten.
Kinder und Jugendliche wurden als Erntehelfer eingesetzt, sammelten Kartoffelkäfer oder trugen in den Städten Altstoffe (Papier, Metalle, Stoffe) zusammen. Wegen der extremen Kälte in Russland (1941/42) wurde die Bevölkerung aufgefordert, Winterkleidung zu spenden. Ausgerechnet in den Kriegsjahren herrschte in Osteuropa ein äußerst kalter Winter.

Um von den wachsenden Alltagsproblemen abzulenken, förderte das Regime alle Formen der Unterhaltung. Am Kiosk gab es neben Bunten Illustrierte kurzweilige Groschenromane, die zwar ideologisch gefärbt waren, aber sich großer Beliebtheit erfreuten. Das Radio füllte das Programm mit 70 % Unterhaltungsmusik. Kurz und knapp und mit heroischem Pathos wurden frisierte Frontberichte verlesen und bei Frontproblemen wurden stets Sündenböcke gefunden und euphorisch Gegenmaßnahmen angekündigt. Speziell die Wochenschau (Kino) gab sich siegesgewiss und täuschte die Bevölkerung, mit angeblichen Erfolgen und zeigte Bilder von Soldaten, die eine hohe Zuversicht ausstrahlten. Die Zuschauer merkten dabei nicht, dass ihnen  Aufnahmen von besseren Kriegstagen gezeigt wurden. Im Radio folgte nach solchen Berichten eine aufbauende heitere Musik, die den Nationalstolz schürte.
Zur beliebtesten Radiosendung wurde das „Wunschkonzert“. Hier wurden Grüße zwischen Heimat und Front gewechselt und eindrucksvoll kam dazu der gleichnamige Film in die Kinos und rührte Millionen von Menschen. Die Kulturfunktionäre förderten bewusst die Filmindustrie und im Auftrag der Nazis, gelangen der UFA die unterhaltsamsten Filme seiner Geschichte. Sie zielten auf eine bejahende Kriegsstimmung und lenkten vom Alltag ab. Eine Handvoll singender Schauspieler wurde zu den absoluten Stars.
Für die Männer an der Heimatfront war Fußball das wichtigste sportliche Ereignis. Selbst als Bomben auf Deutschland fielen, ließ man sich die Freude am Sport nicht nehmen. Makabererweise befanden sich unter den Spielern zunehmend Kriegsverletzte (amputierte Arme). Das störte die Zuschauer weniger, als die peinliche Länderspielniederlage gegen Schweden (2:3 am 20. 09. 1942). Wieder musste das großdeutsche Team eine Niederlage einstecken gegen einen schwächeren Gegner, wo doch Deutschland auch Fußballweltmacht sein wollte.

Verbunden mit dem Rückzug der Wehrmacht erhöhte sich die Arbeitszeit und die Lebensbedingungen verschlechterten sich drastisch. Obendrein intensivierten die Alliierten die Bombenangriffe auf deutsche Städte und jaulende Sirenen zwang die Bevölkerung in enge Luftschutzräume. Gasmasken wurden verteilt und Kinder wurden aufs Land in Sicherheit geschickt. In den Städten kam es wegen der Bomben zu erheblichen Engpässen, worauf der Schwarzmarkthandel blühte. Zum Unmut der Bevölkerung zeichnete sich nun eine deutliche Klassengesellschaft ab, in der Privilegierte weiter in Saus und Braus lebten.Wirtschaftlich steigerte die Rüstungsindustrie die Produktion mit aufgestockter Belegschaft. Deshalb wurden unwichtige Betriebe geschlossen und die Arbeiter wechselten in die Rüstung.
Alle waffenfähigen Männer hatten Dienst bei der Wehrmacht, Waffen-SS oder der Polizei abzuleisten. Minderjährige (Hitlerjungen) wurden in Wehrertüchtigungslagern gezielt ausgebildet und 15-Jährige, wurden ab 1943 als Luftwaffenhelfer (Flaksoldaten) eingesetzt. Im Herbst 1944 standen Halbwüchsige im Volkssturm und erhielten kleinere militärische Aufträge, die oftmals tödlich endeten. Die Alliierten zeigten sich entsetzt darüber, als sie von Kindern angegriffen wurden.

Gewaltige Flüchtlingstrecks zogen von Ostpreußen, Pommern und Schlesien nach Westen. Sie flüchteten aus Angst vor der Roten Armee, zumal die faschistische Propaganda sie als grausame Bestien zeichnete. Reale Meldungen über die Grausamkeiten der Rotarmisten bestätigten das Bild, obwohl die Ursache dafür in der unbändigen Wut lag, was die Deutschen dem russischen Volk alles angetan hatten. Als sie dann noch sahen, wie menschenverachtend die Deutschen in den Konzentrationslagern Frauen und Kinder abschlachteten, war jeder Hass auf die Deutschen verständlich. Die deutschen Kommunisten konnten ihnen nur schwer begreiflich machen, dass nicht alle Deutschen Unmenschen waren. Trotz einer menschenrechtlichen Order gelang es den Offizieren häufig nicht, die Wut der Soldaten zu zügeln. 
Im Gegensatz zur Ostfront hielten sich die Grausamkeiten der Deutschen im Westen in Grenzen. Geschockt und fassungslos reagierten die Alliierten allerdings, als sie einige KZs befreiten. Übergriffe auf deutsche Zivilisten waren dennoch eher die Ausnahme. Die Deutschen ergaben sich deshalb lieber den Amerikanern, als den Russen. Für die Mehrheit waren sie das geringere Übel. 
Mit der deutschen Kapitulation wurde wahr, was die Bevölkerung befürchtete. Deutschland verlor seine Souveränität und der Traum von Macht, Wohlstand und Größe war ausgeträumt. Das Land lag in Schutt und Asche, Millionen waren obdachlos, Hunger und Elend herrschten und alles schien hoffnungslos. Weltuntergangsstimmung machte sich breit. Das Schlimmste war für zahlreiche Deutsche das besetzte Heimatland. Besonders die älteren Bürger stimmten nur heuchlerisch in das Lied über die Befreiung ein, aber akzeptierten innerlich nicht die Besatzung der Alliierten. In hitzigen Debatten verurteilten sie das NS-Regime, aber nicht wegen ihrer Verbrechen, sondern welche strategischen Fehler im Krieg gemacht wurden. Die jüngere Generation war da ehrlicher entsetzt, über die bestialischen Gräueltaten, der Deutschen, gegenüber anderen Völkern, den Juden und Andersdenkenden. Es war letztendlich die Mehrheit der Deutschen, die vom arischen Irrsinn erwachten und begriffen, wie sehr sie sich ideologisch haben blenden lassen.

Kunst & Kultur

Während des Krieges wurden unzählige Gemälde und Zeichnungen angefertigt, die den ideologischen Geist einer solidarischen Volksgemeinschaft beschworen. Häufig waren es Kriegsdarstellungen, mit idealisierten Soldatenporträts und heroischen Schlachtszenen. Die Bilder suggerierten dem Betrachter heldenhaft kämpfende und sich aufopfernden Landser.
Mit hoher Abonnentenzahl wurde das Monatsheft Kunst dem Volke herausgegebenen, in dem sich auch weibliche Akte befanden. 
Der Großteil der deutschen Bevölkerung suchte nach Zerstreuung vom Kriegsalltag und fand ein großes Angebot von Filmen im Kino, wobei Musikkomödien am beliebtesten waren. Helden der Kinoleinwand waren Hans Albers, Heinz Rühmann, Willy Birgel, Hans Moser und Johannes Heesters. Symbole, der neuen Weiblichkeit wurden die Traumfrau Ilse Werner, die Diva mit der tiefen Stimme Zarah Leander und die lebenslustige Marika Rökk. „Die große Liebe“ (1942) mit Zarah Leander lockte 25 Millionen Zuschauer in die Kinos. „Münchhausen“, „Die Feuerzangenbowle“ und „Große Freiheit Nr. 7“ wurden zu den ewigen Klassikern der deutschen Filmgeschichte. Ausnahmslos gab es alle Schlagerhits in Filmen zu sehen und standen unmittelbar mit den singenden Schauspielern/Interpreten des Filmes im Zusammenhang. Nur die wenigsten von ihnen waren reine Interpreten, wie die Sängerin Lale Andersen („Lili Marleen“) oder Evelyn Künneke („Sing, Nachtigall, sing“).
Aufgedreht und nuschelnd machte sich der Wiener Hans Moser als Komiker einen Namen und der näselnde Theo Lingen stieg zum Slapstickstar auf.
Neben den Unterhaltungsfilmen wurde der Monumentalfilm „Der Große König“ (über Friedrich II.) gedreht und antisemitische Hetze mit „Der ewige Jude“ und „Jud Süß“ betrieben. Die Resonanz auf ideologisch geprägte Filme war insgesamt verhalten und erst recht je näher die Front rückte. Das Volk kehrte zunehmend dem Hitler Regime den Rücken, hatte aber einerseits zu viel Angst vor der Gestapo und der SS, und wollte andererseits die Besetzung der Heimat verhindern. In der unterschwellig ideologisch geprägten Film- und Schlagerszene setzte ein schleichender aufsässiger Wandel ein. Leise zweideutige Untertöne klangen an und übten gesellschaftliche Kritik. „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann war nicht nur eine komische Zurschaustellung wilhelminischer Zucht und Ordnung, sondern klagte heimlich die Hörigkeit zur Obrigkeit an. Noch eindrucksvoller war die „Große Freiheit Nr.7“ mit Hans Albers, der einen frustrierten Seebär im Säufermilieu spielte. Keine Spur von einem schillernden Helden, sondern einen von Selbstvorwürfen geplagten Menschen dessen Träume zerplatzt waren.
1939 wurde das Lied „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ im Zusammenhang mit frohen Wanderburschen ein Hit. In Kriegszeiten bekam das Lied eine aufmunternde Hoffnungsnuance, dass sich alles für die Heimat zum Guten wenden könnte. 
Das Lied „Lili Marleen“ drückte die Kampfmoral der deutschen Soldaten, die sich häufiger fragten, für was sie kämpften, statt in der Heimat bei der Liebsten zu sein. Genau den Effekt erkannten die Alliierten und über Radio Belgrad wurde das Lied in der Version mit Marlene Dietrich gespielt. Für die alliierten Truppen wirkte der Song entgegengesetzt. „Lili Marleen“ wurde in vielen Sprachen übersetzt und verstärkte den Hass auf die Deutschen, weil sie wegen Hitler in den Schützengräben lagen und nicht bei ihren Frauen sein konnten. Über die Schützengräben hinweg erklang das Lied und löste bei den Soldaten die entsprechenden Emotionen aus.
In Deutschland versuchte das Regime mit heimatverbundenen Marschliedern („Oh du schöner Westerwald“) die Kampfmoral zu wecken oder verbreite trotzige Schlager („Davon geht die Welt nicht unter“). Die Lieder „Es wird einmal ein Wunder geschehen“ und „Es geht alles vorüber“ enthielten dagegen Untertöne, die sich gegen die NS-Diktatur richteten. „Kauf dir einen bunten Luftballon“ weckte unterschwellig den hoffnungsvollen Traum von einer neuen Zeit. Deutschland war zerstört und das Hitlerregime befand sich in den letzten Atemzügen und es war höchste Zeit dem faschistischen Irrsinn den Rücken zu kehren.  

Zusatz:   „Lili Marleen“  und „La Paloma

Liedtext von „Lili Marleen“ ( von Norbert Schulze / Hans Leip )
      (gesungen 1939 Lale Anderson und 1943 Marlene Dietrich)

1. Vor der Kaserne, vor dem großen Tor - stand eine Laterne und steht sie noch davor
     so wollen wir uns da wiederseh’n – bei der Laterne woll’n wir steh’n
     – Wie einst Lili Marleen  (2 x)!

2. Unser beider Schatten, sah’n wie einer aus – dass wir Lieb uns hatten,
     das sah man gleich daraus  -  Und alle Leute soll’n es seh’n -
      wenn wir bei der Laterne steh’n  - Wie einst Lili Marleen! 

3. Schon rief der Posten, sie bliesen Zapfenstreich – es kann drei Tage kosten,
    Kamerad ich komm’ ja gleich -  Da sagten wir Aufwiederseh’n -
    wie gerne woll’t ich mit ihr geh’n – Mit dir Lili Marleen!

4. Deine Schritte kennt sie, deinen schönen Gang – Alle Abend brennt sie,
     mich vergaß sie lang - Und sollte mir eine Leids gescheh’n –
     wer wird bei der Laterne steh’n – Mit dir Lili Marleen!

5. Aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund – hebt mich wie im Träume,
    dein verliebter Mund - Wenn sich die späten Nebel dreh’n –
    werd’ ich bei der Laterne steh’n – Wie einst Lili Marleen!

Liedtext von „La Paloma“ (= span. „Die Taube“  von Sebastián de Yradier)

Wissenswertes zum Song

Komponist: Sebastián de Yradier ist der Komponist des Liedes, das vermutlich 1863 erstmals im Nationaltheater von Mexiko gesungen wurde.

Legende: Mexiko war von den Franzosen besetzt, die dort Erzherzog Maximilian von Österreich zum Kaiser krönten. Nach dem Bürgerkrieg in den USA, mussten die französischen Truppen abziehen, die zuvor die Südstaaten der USA unterstützt hatten. Das hatte zur Folge, dass sich die Mexikaner gegen Kaiser Maximilian erhoben und ihn zum Tode verurteilten. Vor seiner Erschießung am 18.06. 1867, äußerte er den Wunsch dieses Lied zu hören. Von da an verbreitete sich dieses Lied.

Verbreitung: Besonders unter britische Seeleute war der Song sehr beliebt und wurde dadurch in der ganzen Welt bekannt. In Deutschland erlebte das Lied seinen Durchbruch mit den Comedians Harmonists Anfang der 30-iger Jahre. Doch die bekannteste und eindrucksvollste Version gelang Hans Albers im Film „Große Freiheit Nr.7“ (1944). Viele Nachfolgeversionen mussten sich an der unverwechselbare Interpretation messen lassen, wobei der Film erheblich zum Erfolg beitrug. Bisher prägte ein heroisches Seemannsfernweh den Text. Für die Reichspropaganda war der Song ein hervorragendes Motivationsmittel, um das Volk für den Endsieg einzuschwören, obwohl der Krieg verloren war. Der Film zeigte aber betrunkene und desillusionierte Seeleute in einem verrauchten Kneipenmilieu. Und wenn Hans Albers sang, hörte man eine weinerliche Stimme heraus, die unerfüllte Sehnsüchte mit hineinlegten und er schien zu sagen, „Was nutzt ein Traum, wenn er unerfüllt bleibt, so sollte man im Leid nach vorne schaun.“ Im Lied heißt es, „Einmal holt uns die See und das Meer, gibt keinen von uns zurück“ und löste bei den Menschen sehr individuelle Emotionen aus. Natürlich setzte das NS-Regime den Film ab und Hans Albers hatte sich bei ihnen unbeliebt gemacht. Nach dem Krieg wurde die „Große Freiheit Nr.7“ zum Klassiker des deutschen Films.
Das Lied blieb unverwechselbar an Hans Albers gebunden. Es folgten zahlreiche neue Interpretationen von denen die Version von Freddy Quinn und Mireille Mathieu am erfolgreichsten wurden.

Liedtext der Hans Albers Version

1. Ein Wind weht von Süd und zieht mich hinaus auf See,
    mein Kind, sei nicht traurig, tut auch der Abschied weh,
    mein Herz geht an Bord und fort muss die Reise geh’n
    dein Schmerz wird vergeh’n und schön wird das Wiederseh’n.
    Mich trägt die Sehnsucht fort in die blaue Ferne,
    unter mir Meer und über mir Nacht und Sterne,
    vor mir die Welt, so treibt mich der Wind des Lebens.
    Wein’ nicht mein Kind die Tränen die sind vergeben’s

    Auf Matrosen Ohè – Einmal muss es vorbei sein 
    Nur Erinnerung an Stunden der Liebe, bleibt noch an Land zurück.
    Seemanns Braut ist die See und nur ihr kann er treu sein,
    wenn der Sturmwind sein Lied singt
    dann winkt mir der großen Freiheit Glück.
    La Paloma ade – auf Matrose ohè 

2. Wie blau ist das Meer, wie groß kann der Himmel sein
    Ich schau’ hoch vom Mastkorb weit in die Welt hinein
    nach vorn geht mein Blick, zurück darf kein Seemann schau’n,
    Kap Horn liegt auf Lee, jetzt heißt es auf Gott vertrau’n.
    Seemann gib acht, denn strahlt auch als Gruß des Friedens,
    hell in die Nacht das leuchtende Kreuz des Südens,
    Schroff ist das Riff und schnell geht ein Schiff zu Grunde,
    früh oder spät schlägt jedem von uns die Stunde.

    Auf Matrosen Ohè – Einmal muss es vorbei sein 
    Einmal holt uns die See und das Meer, gibt keinen von uns zurück.
    Seemanns Braut ist die See und nur ihr kann er treu sein,
    wenn der Sturmwind sein Lied singt
    dann winkt mir der großen Freiheit Glück.

    La Paloma ade – auf Matrose ohè