Die Zeit - Hitlerdeutschland

 3' x5'-Nazipartei-Flagge, die Blut-Flagge, WWII HitlerHitlers Deutschland

 

 

                                Die Jahre  (1933 – 1945)

 

Der Nationalsozialismus 1933 bis 1939

In vielen europäischen Staaten scheiterten die demokratischen Systeme und hinterließen ein gesellschaftliches Chaos. Auf dieser Basis fruchteten faschistische Diktaturen, so auch in Deutschland. Der deutsche Faschismus unter Adolf Hitler entwickelte sich zum rücksichtslosesten und menschenverachtendsten Regime. Systematisch wurde das Land von politischen Gegnern gereinigt und Juden verfolgt, dem sich eine ideologische Gehirnwäsche anschloss. Im Zusammenspiel mit der Industrie wurden im Hintergrund Kriegsvorbereitungen getroffen und die NSDAP erklärte sich zum Alleinherrscher. Das außenpolitische Taktieren verwischte die wahren Ziele Hitlers, einer Herrschaft über Europa. Sowohl die Entente auf der einen Seite und die Sowjetunion auf der anderen Seite ließen sich blenden vom falschen Spiel Hitlers.

Nach dem parlamentarischen Chaos der Weimarer Republik hoffte die Bevölkerung, dass Adolf Hitler eine stabile und gerechtere Ordnung schafft und für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgt. Als Mittel einer neuen Ordnung propagierte er die politische Säuberung gegen Kräfte, die seiner Meinung nach Schuld am bisherigen Durcheinander waren. Das Volk folgte weitgehend seiner Argumentation und gab ihm somit den Freibrief, um gegen Andersdenkende vorzugehen. Als politische Gegner bekämpfte das Hitlerregime die Kommunisten und unbequeme Sozialdemokraten. Mit dem inszenierten Reichtags-Brand, am 27. 02. 1933, eröffnete die NS-regierung ihre Kommunistenjagd, denn das Regime machte die Kommunisten für das Feuer verantwortlich. Die Hitler-Demagogen hetzten das Volk gegen die Kommunisten auf und ignorierten das Gerichtsverfahren, das bis auf Marinus van der Lubbe (Todesstrafe) alle Angeklagten freisprach. Die NSDAP malte beharrlich das Schreckgespenst von einer sozialistischen Bedrohung und verhängte daraufhin den Ausnahmezustand. Damit wurde das Parlament aufgelöst und Wahlen ausgesetzt. Das alleinige Machtpotenzial besaß nun die NSDAP und hob den Ausnahmezustand nicht wieder auf. Ideologisch schuf die Machtclique um Adolf Hitler das heroische Bild von der deutschen Herrenrasse, die nun bevorzugt funktionelle Ämter erhielten. Homosexuelle, Behinderte und Erbkranke wurde als unreine Wesen in Anstalten aussortiert und Zigeuner (Sinti & Roma) als kriminelle Landstreicher verfolgt und eingekerkert.

Für das wirtschaftliche Chaos machte Hitler die Juden verantwortlich. Begründet auf einem mittelalterlichen Papstedikt, sollten Juden in Europa toleriert werden, durften aber keinen Besitz an Land und Werkstätten haben, sowie nicht Beamte werden. Aufgrund dessen entwickelten Juden kaufmännische Fähigkeiten für ihr Überleben. Sie waren Händler, Gewerbetreibende, Verkäufer und Bänker, aber auch Ärzte, Künstler oder Wissenschaftler. Juden gehörten daher in der Regel zur vermögenden Mittelschicht. Genau das diente Hitler für seine Argumentation und beschwor die Juden-Gefahr herauf. Er unterstellte den Juden, dass sie den Staat zielgerichtet unterwandern würden, um die christliche Gemeinschaft zu schädigen und wollten eine Juden-Diktatur errichten. Hitler warf den Juden auch vor, maßgeblich für die wirtschaftliche Not und das soziale Elend verantwortlich zu sein. Ebenso würden die Juden das Volk absichtlich zur Unmoral und Unsittlichkeit verführen, damit nieder Gelüste ein klares Denken verhindern. Wie immer in Krisenzeiten funktionierte das System der Schuldzuweisung auf eine Minderheit recht gut. Die Mehrheit folgte der ideologischen Ächtung der Juden und ließ sich vom Nazihass anstecken. Es kam zu gewalttätigen Übergriffen, bis die Verhaftungswelle losbrach und gipfelte in der Reichskristallnacht (09.11. 1938), in der jüdische Synagogen brannten und die systematische Judenverfolgung als ethnische Säuberung einsetzte.
Inzwischen war ein Konzentrationslager nach dem anderen erbaut worden, um die steigende Zahl der verhafteten unterzubringen. Als Strafarbeitslager deklariert, mussten Kommunisten, Juden, Zigeuner und Andersdenkende unmenschliches Leid ertragen und die Zahl der Toten stieg an (meistens Hunger, körperliche Erschöpfung, aber zunehmend Erschießungen).

Im Zusammenspiel mit den monopolistischen Unternehmen sank im Reich deutlich die Arbeitslosigkeit, sozialpolitische Maßnahmen griffen und Wohlfahrtsverbänden linderten das Leid, der noch Hungernden und Armen. Der spürbare Aufschwung wurde als Resultat der konsequenten Hitlerpolitik gesehen. Neben dem sozialen Aufstieg wuchs auch der Wohl-stand spürbar und euphorisch jubelte nun die Bevölkerung ihrem Führer zu. Eindrucksvoll wurden die Olympischen Spiele 1936 inszeniert und stärkten den Nationalstolz. Dazu wurde das Saargebiet zurückgewonnen und Österreich schloss sich dem Großdeutschen Reich an. Das Sudetenland wurde 1938 von Deutschland einverleibt, dem die Annexion des restlichen Tschechiens (Böhmen) folgte. Vereinzelten Widerstände wurden blutig niedergeschlagen.

Die hohe Euphorie der Bevölkerung veranlasste das Naziregime die Gesellschaft ideologisch umzubauen. Die Gemeinschaft und der Nationalstolz sollten im Mittelpunkt stehen und so bildeten sich zahlreiche Organisationen, die auf den nationalistischen Geist zielten. Für Kinder und Jugendliche war es beinahe Pflicht Mitglied der Hitlerjugend (HJ) zu sein, da man sich ansonsten politisch verdächtig machte, Hitlergegner zu sein. Frauen gingen in den Bund Deutscher Mädchen (BDM) und junge Männer zur Schutzstaffel (SS). Leiter der militanten Ordnungstruppe SS war Heinrich Himmler, dem später auch die Polizei und die Konzentrationslager unterstanden. Propagandachef war Joseph Goebbels, der das kulturelle Leben kontrollierte. Goebbels entfachte einen beispiellosen Führerkult und ließ alle Juden und Andersdenkende aus der Kulturszene entfernen und definierte die Neuen ideologische Wertmaßstäbe. Zahlreiche Bücher wurden verboten und vernichtet, bestimmte Lieder und Filme durften nicht mehr gesungen oder gespielt werden und schon gar nicht Ausländisches (US-Musik). Natürlich war es auch verboten nichtdeutsche Radiosender zu hören.

Das zunehmende Diktat in allen Lebensbereichen verstärkte den Widerstand und viele NS-Gegner wurden zu Märtyrern. Gegen eine gut funktionierende Gestapo (Geheime Staatspolizei) und einer Hitler verehrenden Bevölkerung, wurden Aktivisten schnell entlarvt oder denunziert. Die meisten von ihnen kamen in ein Konzentrationslager. Resignierend verließ die Mehrheit des Widerstandes das Land und emigrierte, wovon viele davon nach Spanien gingen. 1936 gewann in Spanien die kommunistische Volksfront die Wahlen, worauf ein Militärputsch unter General Franco losbrach. Der Bürgerkrieg wurde zugleich internationales Schlachtfeld zweier unterschiedlicher Weltanschauungen. Aus ganz Europa und Mexiko strömten Freiheitskämpfer für Spaniens Volksfront herbei, so auch aus Deutschland. Die faschistische Armee wurde hingegen aktiv von Italien und Deutschland unterstützt. Die Kämpfe dauerten bis 1939 an, bis sich die internationalen Brigaden, der überlegenen Waffentechnik der Deutschen beugen mussten. Für das deutsche Militär war die Spanienhilfe eine perfekte Gelegenheit Waffen und Strategien auszuprobieren. Und keinem Interessierten am Ende die 500.000 Toten, von denen die Meisten Opfer von faschistischen Willkür-Akten (Massaker) wurden. 

In Deutschland wurde kriegsvorbereitend weiterhin der Bevölkerung der nationalistische Geist eingeimpft und mit der Theorie über die arische Rasse erweitert. Im diesem Sinne wurden speziell Juden und Russen zu Untermenschen erklärt. Allein die Tatsache, dass die Russen Kommunisten waren (Sowjetunion), sah Hitler als Indiz der intellektuellen Unreife. Für die Nationalsozialisten wurde Russland als zukünftiger Lebensraum der arischen Rasse erklärt und die russische Bevölkerung als geeignete Diener der Herrenmenschen. Für einen direkten Angriff auf die Sowjetunion stand das unabhängige Polen im Weg. In einem diplomatisch durchtriebenen Spiel suchte Hitler den Konflikt mit Polen und forderte die ehemaligen Ostseegebiete und Danzig zurück. Auf das Bündnis mit Frankreich und Britannien hoffend wies Polen jegliche Forderungen Deutschlands zurück. Der Nichtangriffspakt zwischen der Sowjetunion und Deutschland steigerte die Kriegsgefahr für Polen. Obwohl Stalin Hitler misstraute, war eine Offerte der Aufteilung Polens interessant für ihn.

Alltagsleben bis 1939
Das Alltagsleben bekam einen römisch imperialen Anstrich, das zum Gigantismus neigte. In diesem Sinne wurde in Anlehnung an die römische Begrüßungsform, der ausgestreckte rechte Arm mit einem „Heil Hitler“ geprägt. Kaum einer verweigerte sich dem Gruß aus Furcht vor Repressalien, als Andersdenkender verdächtigt zu werden. Die Mehrheit übernahm den Gruß jedoch gerne, weil die Arbeitslosigkeit spürbar sank und der allgemeine Wohlstand anstieg. Die Zeiten von Elend und Not waren Geschichte und der neue Geist erntete Früchte.
Da störte es auch nicht, dass die Frau hinter den Herd getrieben wurde. Als „Erhalterin des Volkes“ hatte sie eine ehrenhafte Aufgabe, die Kinder im neuen Geiste zu erziehen und den Männern eine unterstützende Frau zu sein. In der Akzeptanz der ehrenhaften Rolle wuchs ein Selbstbewusstsein heran, die im faschistischen System seine lobende Anerkennung fand. So wurden kinderreiche Mütter ausgezeichnet oder erhielten großzügige Geschenke.
Das Naziregime legte wehrt auf gesunde Menschen und rief die Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ ins Leben. Neben sportlichen Betätigungen wurde der Gemeinschaftssinn gefördert. Dazu änderten sich die Rahmenbedingungen. Es wurden die Rechte der Arbeiter gestärkt, der Lohn erhöhte sich, der Lebensstandard stieg und ein reiches Freizeitangebot stand jedem offen, unabhängig seines Standes oder Herkunft. Für Menschen, die sich dennoch in Not befanden, gab es Wohlfahrtsverbände. Das NS-Regime baute zudem Erholungszentren für die Werktätigen. Für ein geringes Geld konnte jeder Urlaub machen, allerdings wurden sie in den Urlaubszentren ideologisch geführt. Besonders für junge Menschen wurden gemeinschaftliche Beschäftigungen oder Ausflüge organisiert.
Ebenso wurden im Alltag die Jugendlichen zu Geländespielen, Zeltlagern oder Radtouren animiert. Im Vordergrund stand die Gleichschaltung für eine nationale Geschlossenheit, ohne unterschiede. Somit konnten auch einfache Arbeiter Reiten oder Segeln lernen, ohne teure Gebühren zu zahlen oder Mitglied eines Klubs zu sein. Selbstverständlich war im Gegenzug die Bereitschaft zu Sammelaktionen oder Ernteein-sätzen, ohne Entgelt. Gegen den 1935 eingeführten halbjährlichen Reichsarbeitsdienst gab es deshalb keinerlei Widerstände. Ab 1936 wurde daraus eine vormilitärische Erziehung und Körperertüchtigung. Die Körperkultur „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ setze schon in der Schulzeit ein und es bildeten sich ebenso zahlreiche Turn- und Sportvereine.

Stets stand die Gemeinschaftlichkeit im Mittelpunkt. Eine angestrebte Uniformierung der Gesellschaft scheiterte an eine Mehrheit, die den neuen Luxus ausleben wollten und auch die Bekleidungsindustrie wehrte sich dagegen. Zudem kam ein hohes Bedürfnis nach Freizeitunterhaltung auf. Tanzlokalen, Bars und Theatern hatten einen regen Zulauf.
Die beliebteste Unterhaltungsform war das Kino. 1935 zählte das Kino 250 Millionen Besucher, doch 1940 waren es bereits eine Milliarde.
Kultur für den privaten Bereich bot der Rundfunk. Mit dem Hintergedanken einer flächendeckenden Propaganda ließ das Regime den Volksempfänger (s. Google- Bilder) entwickeln. Die kostengünstige Variante ließ die Verbreitung des Radios explodieren. Standen 1933 in 25 % aller Haushalte ein Radio, so waren es 1940 bereits 66 %. Sehr beliebt war das Gerät auf dem Lande, die nun ebenfalls die aktuellen Tanzschlager hören konnten und Informationen versorgt wurden. Möglich machte dies, die zunehmenden Elektrifizierung, auch in die entlegensten Dörfer.
Das Leben auf dem Lande unterschied sich deutlich von dem in der Stadt. Neben den veralteten Ansichten der Elterngeneration, war die Arbeit schwer und die Bauern befanden sich in der Abhängigkeit zu den Großgrundbesitzern. Die Besitzverhältnisse und die relative Armut der Bauern förderte weiterhin die Landflucht, sodass es zu Versorgungsengpässen kam. Besonders der wachsende Bedarf an Fleisch konnte nur durch Importe befriedigt werden. Kampagnen gegen Fleisch für mehr Fisch halfen da wenig. Mit dem steigenden Lebensstandard verlangten vorwiegend Männer nach einer Fleischmahlzeit.

Kunst und Kultur bis 1939
Die Säuberungspolitik brachte es mit sich, dass jüdische, kommunistische und andere Künstler, die unerwünscht waren, aus der Öffentlichkeit verschwanden. Das Ganze gipfelte in der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz. Damit endete zugleich, die bis dahin vielseitige Kunst- und Kulturszene der Weimarer Republik. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wurde beauftragt, eine arische Kultur zu schaffen. Das bedeutete, dass Künstler keine autonomen Freiheiten mehr besaßen, sondern der nationalsozialistischen Ideologie unterstanden. Sie waren den Funktionären rechenschaftspflichtig und benötigten eine staatliche Zulassung.
Für zahlreiche Künstler begann damit die Gradwanderung zwischen Diktat und eigener Interpretation. Künstler gingen dazu über Kritiken vorsichtig und zweideutig zu verpacken. Trotzdem mussten später viele Künstler dem Vorwurf entgegentreten, sich dem Hitlerregime widerstandslos gebeugt zu haben. Tatsache ist aber, dass ein Künstler jener Zeit idealistische Kompromisse eingehen musste, um überhaupt künstlerisch tätig zu sein. Die Frage ist immer, inwiefern ein Künstler nationalistische Ideale publiziert und gelebt hatte. Inwiefern hat sich ein Künstler instrumentalisieren lassen, blieb er distanziert oder war er ein Eiferer.
Die Malerei im Nazideutschland war geprägt von Landschaftsmotiven, Stillleben oder mythologische Szenen. Es ging darum die unvergänglichen Werte und Traditionen darzustellen und weibliche Aktbilder wurden idealisiert. „Das Urteil des Paris“ von Ivo Saligers stand maßgeblich im Mittelpunkt einer erwünschten Körperkultur. Die wohlgeformten nackten Körper dienten der Propaganda dafür, ein ästhetisches Bild des nordischen arischen Menschen zu entwickeln, in Schönheit, Reinheit und Anmut. Plastiken und Monumentalfiguren, wie die von Arno Breker und Josef Thorak unterstrichen den heroischen Pathos und symbolisierten die Überlegenheit des Arischen Herrenvolks.
Im Zuge des neuen Kunstverständnisses erging 1936 ein generelles Verbot für die Moderne Kunst. Zudem wurden Hunderte Kunstwerke aus den Museen entfernt, konfisziert, verkauft oder zerstört. Unerwünschte Maler, Schriftsteller und Komponisten erhielten ein Arbeitsverbot. Eine entsprechende nationalsozialistische Kunstszene kam dagegen nur schleppend in Gang und konzentrierte sich auf wenige Künstler. Fritz Koelle gehörte zu denen, der sich mit dem Regime arrangierte und interessante Skulpturen anfertigte. Eine Käthe Kollwitz dagegen blieb regimekritisch, worauf der Machtapparat ihr ein Ausstellungsverbot auferlegte, das praktisch ein Berufsverbot gleichkam. Sie malte dennoch weiter, wenn auch isoliert.

Insgesamt fand aber die bildende Kunst nur ein verhaltenes Echo und wurde deshalb von der Mehrheit der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Im Gegensatz dazu mobilisierte Sport eher die Massen. Der populärste Sportler blieb weiterhin Boxlegende Max Schmeling, deren Kämpfe Millionen Zuhörer vor das Radio zogen. Fußball war inzwischen zur Sportart Nummer eins geworden und Schalke 04 war die erfolgreichste Klubmannschaft.
Die größte Faszination löste jedoch das Kino aus. Besonders beliebt waren Musikkomödien, Liebes- und Abenteuerfilme. In ihrem Kern strahlten sie ein entschlossenes Selbstbewusstsein aus, gepaart mit einer überheblichen Fröhlichkeit und immer wieder wurde eine deutliche Heimatverbundenheit unterstrichen. Die beliebtesten Stars jener Zeit waren Heinz Rühmann und Marika Rökk. Ebenfalls in aller Munde waren die Leinwandstars Hans Albers, Zarah Leander, Lilian Harvey, Willy Fritsch, Hans Moser, Willy Birgel und Lil Dagover. Neu war, dass jeder Schauspieler ein festes Image erhielt. Hans Albers war der seemännische Haudegen und Heinz Rühmann der schelmische Bub aus einfachen Verhältnissen mit viel Herz und Humor, und Zarah Leander war die Diva mit rauchiger Stimme.
Unter den Erwartungen blieben die Propagandafilme „Hitlerjunge Quex“ und „SA Mann Brand“, wogegen die Parteitagsfilme „Sieg des Glaubens“ und „Triumph des Willens“ schon die Zuschauer begeisterte. Großen Anteil daran hatte die junge Regisseurin Leni Riefenstahl, die es verstand Hitler und Goebbels beeindruckend in Szene zu setzen. Mit den Olympia-Filmen „Fest der Schönheit“ und „Fest der Völker“ (1938) setzte Riefenstahl, ästhetische Maßstäbe im Sinne des Regimes um und begeisterte ein Millionenpublikum in In-und Ausland. Wegen der einzigartigen Filmtechnik wurde sie später kritisiert, als Handlanger der Hitlerdiktatur. Ebenfalls in der Kritik stand Heinz Rühmann, der sich von seiner jüdischen Frau trennte und somit eine beispiellose Filmkarriere beginnen konnte. In sämtlichen Filmen machte er sich zwar zum Handlanger der NS-Ideologen, blieb aber bei genauem Hinsehen der kleine Mann, der sich durchs Leben wurschtelte. Er signalisierte damit seine Ohnmacht und zugleich seine unterschwellige Gegenwehr. Sein Leben war von einem heimlichen Protest durchzogen und wusste daher immer, wie weit er gehen konnte. Seine ehemalige jüdische Frau konnte er in die sichere Schweiz bringen lassen, er selbst distanzierte sich möglichst von der nationalistischen Prominenz und ließ sich nicht zu menschenverachtenden Filmen missbrauchen. Dennoch blieb der nationalistische Makel bis zu seinem Tod an ihm haften.
Konsequenter kehrten andere Künstler Deutschland den Rücken und wollten ihre Freiheiten erhalten. In der Emigration engagierten sie sich gegen das NS-Regime. Neben der Schauspielerin Marlene Dietrich, den Autoren Thomas und Heinrich Mann, sowie Arnold Zweig verließen auch andere namhafte Künstler Deutschland. Hans Fallada oder Ricarda Huch blieben, doch wegen ihrer ablehnenden Haltung zur Hitlerdiktatur bekamen sie die Konsequenzen zu spüren und ihnen blieb letztendlich nur das Privatleben.

Neben der bildenden Kunst und dem Film wurde die Musik instrumentalisiert. Neben Richard Wagner „Ring der Nibelungen“ wurde Ludwig van Beethovens „Fidelio“ als völkisch-nationaler Aufbruch interpretiert und ideologisch missbraucht. Speziell „Les Preludes“ von Franz Liszt wurde mitreißend imperial für die Eingangsfanfare der  Deutschen Wochenschau verändert. Ebenso wurden die Klassiker Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Anton Bruckner und Johannes Brahms als Inbegriff arischer Kultur gefeiert. Jüngere Komponisten, wie Werner Egk und Carl Orff erlangten die Akzeptanz der National-sozialisten, obwohl Orffs "Carmina Burana" nach dem Geschmack der Funktionäre zu viele Jazzelemente enthielten.
Unerwünscht und verboten waren dagegen progressive Komponisten (Alban Berg, Hans Eisler, Paul Dessau, Ernst Krenek), moderne Musiker (Gustav Mahler, Arnold Schönberger) und Komponisten mit jüdischen Wurzeln (Giacomo Meyerbeer, Felix Mendelssohn Bartholdy). Der Komponist Richard Strauss passte sich dagegen dem Regime an, wurde Präsident der Reichsmusikkammer und kulturelles Aushängeschild des Regimes.
Wie willkürlich die Bewertung von Musik sein konnte, zeigte das Beispiel Paul Hindemith. Wurde seine Symphonie „Matthis der Maler“ von Joseph Goebbels hoch gelobt, so sah Adolf Hitler den Inhalt als bedenklich an und verbot die geplante Opernversion. Die Mehrheit der Bevölkerung interessierte sich allerdings für die Unterhaltungsmusik und den Tanzschlager. Besonders durch das Kino und das Radio erfuhr die leichte Musik einen gigantischen Aufschwung. 1938 lag der Programmanteil von Unterhaltungsmusik im Rundfunk bei 45 % und 1943 bei 70 %. Gerade in Kriegszeiten sollten Schlager von den Alltagsproblemen ablenken und das Hören von Feindsendern verhindern. Musikalisch lehnten die Nationalsozialisten Jazz und Swing als „Niggermusik“ (rassistisch, abfälliger Begriff) ab, aber die Funktionäre konnten sich auch nicht gegen die Zeit stellen. Deutschsprachige Schlager mit amerikanischem Sound wurden deshalb geduldet.

Marika Röck Heinz Rühmann Zarah Leander

Schlagermusik
Mit dem aussortieren jüdischer und unbequemer Komponisten war der deutsche Schlager nicht mehr so vielseitig wie bisher. Komponisten, wie Paul Abraham, Emmerich Kalman, Leo Fall und Friedrich Hollaender existierten nicht mehr und einer der populärsten Texter Fritz Löhner Beda wurde später im KZ ermordet.
Die Vokalgruppe Comedian Harmonists wurden 1929 absolute Stars der Schlagerszene. Mit dem Machtwechsel waren dem Regime die jüdischen Mitglieder ein Dorn im Auge. Der Vorschlag sie auszusondern lehnte die Gruppe ab und setzte auf ihre hohe Popularität. Die USA bot der Gruppe während eines Gastspieles 1934 politisches Asyl an. Aber sie kehrten nach Deutschland zurück, wo ein Auftrittsverbot auf sie wartete. Bis 1935 durften sie noch ihren Plattenvertrag erfüllen, doch ohne Auftritte nahm der Erfolg ab. An deren Stelle traten die Metropol Vokalisten und ein Verbot der Comedian Harmonists wurde kaum noch war genommen.

Inzwischen verehrte das Publikum seine singenden Leinwandhelden und bewies einmal mehr, wie vergänglich alles durch die Zeit wird. Zu den neuen Stars wurden Marika Rökk, Zarah Leander, Hans Albers und Heinz Rühmann. In erster Linie waren es Franz Grothe, Peter Igelhoff, Michael Jary und Theo Mackeben, die die Musik jener Zeit prägten und Bruno Balz und Hans Fritz Beckmann schrieben die meisten Texte dazu. Bestimmte Lieder sollten im Krieg nachwirken. Das Lied „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ aus dem Film „Das Paradies der Junggesellen“ wurde 1939 ein Welterfolg.
Während des Krieges bekam das Lied eine ganz neue Bedeutung und verstand sich als Trotzreaktion gegenüber dem Kriegsverlauf. 1938 wurde von Lale Anderson das melancholische Lied „Lili Marleen“ aufgenommen und war ein Erfolg, aber während des Krieges mutierte es zum Antikriegslied mit leisen Untertönen. Viele Schlager bekamen im Krieg eine völlig neue Bedeutung, aber noch waren Schlager ein Teil der mentalen Kriegsvorbereitung. Nicht von Ungefähr wurden hauptsächlich Musikkomödien produziert, die eine nationalistische Euphorie unterstrichen oder gezielt heroische Heimatfilme waren. Dazu passend vermittelten volkstümliche Schlager eine heile und fröhliche Welt mit ehrenhaften Moralvorstellungen.
„Kornblumenblau“, „Die Liechtensteiner Polka“ oder „Im München steht ein Hofbräuhaus“ gehörten zum Gesangsrepertoire jeder geselligen Runde. „Wenn der Toni mit der Vroni“, „Kleine Möve flieg nach Helgoland“ oder „Das Schwalbenlied“ weckten sehnsüchtige Gefühle. Aus Tschechien kam „Rosamunde“ und wurde ein Welthit. Musik lenkte vom Tun des Naziregimes ab und stimmte das Volk auf den Krieg ein. Noch vor Kriegsbeginn wurde ein weiterer großer Star aus Deutschland herausgeekelt. Lilian Harvey war gebürtige Engländerin und unterhielt Kontakt zu Juden im Ausland, und damit wurde sie zur unerwünschten Person und verließ 1939 das Land.

Ausgesuchte Kulturereignisse
1933
USA Film „Wüstensöhne“ mit Stan Laurel & Oliver Hardy - - - USA-Filmfantasy „King Kong und die weiße Frau“ - - - Ballett mit Gesang „Die sieben Todsünden“ (Kurt Weill / Berthold Brecht) - - - Lustspiel „Bezauberndes Fräulein“ von Ralph Benatzky - - - Operette „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ von Robert Stolz
Dtl.-Film:Das Testament des Dr. Mabuse“; „Victor und Viktoria“; „Ein Lied geht um die Welt“

1934
Disneys Zeichentrickfigur Donald Duck entsteht  - - - Oscar für „Es geschah in einer Nacht“ mit Clark Gable - - - beginn von diversen Showtanzfilmen mit Fred Astaire & Ginger Rogers - - - Film „Das Geheimnis von Monte Christo“ - - - Musical „Anything Goes“ von Cole Porter - - - erste Fernsehübertragung (Versuchsreihe)
Dtl.-Film:Maskerade“; „Gold“; „Der Doppelgänger“; „Herz ist Trumpf“

1935
Oscar für „Meuterei auf der Bounty“ mit Clark Gable - - - Horrorstreifen „Frankensteins Braut“ - - - erste Verfilmung der Romane „Les Mirables“ (v. V. Hugo) und „David Copperfield“ (v. Ch. Dickens) - - - Musicaloper „Porgy and Bess“ von George Gershwin
Dtl.-Film: „Triumph des Willens“ (Leni Riefenstahl); „Die Kirschen in Nachbars Garten“; „Artisten“

1936
Charlie Chaplins satirischer Stummfilm „Moderne Zeiten“ - - - Roman „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchells - - - erstmals auf der Welt veröffentlicht das Musikmagazin „Billboard“ eine Musik-Hitparade - - - Instrumental Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew
Dtl.-Film:Lumpacivagabundus“; „Der Bettelstudent“; „Burgtheater“; „Durch die Wüste“

1937
Walt Disneys erster Zeichentrickspielfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ - - - Film „Das Leben des Emile Zola“ und „Die Kameliendame“ (m. Greta Garbo)  - - - Fantasyroman „The Hobbit“ von J.R.R. Tolkien - - - Oper „Lulu“ von Alban Berg - - - Szenische Kantate „Camina Burana“ von Carl Orff - - - Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond (Text: Günther Schwenn) 
Dtl.-Film:Der Mustergatte“; „Der Mann, der Sherlock Holmes war“; „Zu neuen Ufern“; Und du mein Schatz fährst mit“; „Die göttliche Jette“; „La Habanera“; „Gasparone“

1938
Film „Leoparden küsst man nicht“ mit Katherine Hepburn - - - Erster Comic „Superman“ in den USA - - - legendäres Carnegie Hall Konzert mit Benny Goodman, Count Basie und Duke Ellington - - - Oper „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith - - -  Oper „Peer Gynt“ von Werner Egk
Dtl.-Film: 13 Stühle“; „Nanu, Sie kennen Korff noch nicht?“; „Heimat“; „Der Berg ruft“ (m. Luis Trenker); „Das indische Grabmal“; „Der Tiger von Eschnapur“, „Olympia“ (von Leni Riefenstahl) 

1939
Filmmärchen „Der Zauberer von Oz“ mit Judy Garland - - - Filmdrama „Vom Winde verweht“ mit Vivien Leigh - - - Westernfilme mit Errol Flint und John Wayne  - - - Film „Die Spielregeln“ von Jean Renoir - - - Roman „Früchte des Zorns“ ( The grapes of Wrath) von John Steinbeck  - - - Erster „Batman“ Comic - - -
Dtl.-Film:Es war eine rauschende Ballnacht”; „Opernball“; „Wasser für Canitoga“; „Bel Ami“;