04. DDR-Lexikon A-D

DDR – Lexikon  A - D  

1. Persönlichkeiten / Liedermacher / Komponisten
2. Lexikon von A – D  (Amigos bis Dresden Sextett)

     =  Amigos - Automobil 
     B =  Biege, Holger - Bursy, Ralf - Bayon - Babylon
     C =  City - Cantus Chor - Country & Co.
     D  = Dialog - Diestelmann, Stefan - Datzu

Anmerkung: Alle Angaben beziehen sich auf die Jahre vor 2010
 

1.  Persönlichkeiten    ( Liedermacher - Komponisten - Texter)

BARTZSCH, Franz                                                                                               (Komponist)

Geboren am 08.06. 1947 in Schmölln, war Keyboarder, Pianist, Komponist und Bassgitarrist. Der gelernte Elektromonteur spielte in einer Amateurband, nahm Klavierunterricht und studierte das Fach Klavier ab 1968, an der Musikschule Berlin Friedrichshain. Parallel zum Studium spielte er in verschiedenen Bands, schloss sich 1971 dem Dresden-Sextett an und wechselte 1972 zur Horst Krüger-Band. 1973 ging er nach Dresden und er wurde Mitglied der neu formierten Gruppe LIFT (zuvor Dresden Sextett) als Bassgitarrist. Nebenher schrieb er für Künstler der Schlagerszene Lieder.
Von 1974 bis 1977 war Bartzsch Keyboarder und künstlerischer Leiter der Veronika Fischer Band und ging nach einer Auseinandersetzung mit Veronika Fischer. Er wurde Mitglied der Gruppe 4 PS und nachdem er sich mit Veronika Fischer wieder versöhnte, wechselte er 1979 zu ihr zurück. Weiterhin schrieb er mehrere Songs für andere Künstler zwischen Schlager, Chanson und Rock. Wegen der eingegrenzten Freiheiten in der DDR blieb Franz Bartzsch 1980 während eines Gastspieles in Westberlin. Dort arbeitete er ebenfalls erfolgreich als Komponist und Arrangeur, unter anderem schrieb er Lieder für Milva, Roland Kaiser und weiterhin für Veronika Fischer. Seinen größten Erfolg hatte er mit „Tears of Ice“ (1987) für Bolland und Bolland aus Holland (Niederlande). Er starb am 05. 01. 2010 in Berlin

Nachruf CD und DVD Album: „Wind trägt alle Worte fort“ (2010)
Auswahl: zu den zahlreichen Songs, zählen alle Hits von Veronika Fischer (z. B.: „Auf der Wiese“, „Das ich eine Schneeflocke wär“), der Gruppe 4PS („Zweigroschenlied“), das „Champuslied“ für Angelika Mann und für Roland Kaiser „Ich glaub es geht schon wieder los“; er selbst sang „Wind trägt alle Worte fort“ für die Gruppe Lift

BAUSE, Arndt                                                                                                    ( Komponist )

Der führende DDR-Schlagerkomponist wurde am 30.11. 1936 in Leipzig geboren. Nach der Schule wurde er Glasapparatebläser und machte nebenbei Musik. Von 1969 bis 1974 studierte er Komposition und entwickelte sich seitdem zum erfolgreichsten Schlagerkomponisten der DDR. Zu seinen Kunden zählte nahezu die gesamte Pop-und Schlager-Prominenz der DDR.

Titelauswahl: Gold in deinen Augen (1971- F. Schöbel), 7-mal Morgenrot (1974- A. Holm), Sing, mei Sachse sing (1979 - Jürgen Hart), Jetzt kommt dein Süßer (1982 - H. Hahnemann), Spielverderber (1984 - Inka), Erna kommt (1984 - J. Lippert, von Hugo Egon Balder gecovert)

BIERMANN, Wolf                                                                                           (Liedermacher)

Wurde am 15.11.1936 in Hamburg geboren und siedelte 1953 als Jungkommunist in die DDR über. Nach einem abgebrochenen Ökonomie-Studium, arbeitete er, von 1957 bis 1959, als Regieassistent am Theater Berliner Ensemble. Er galt als einer der ersten Liedermacher der DDR (1961), der es zuvor 1959 mit Chansons probierte. 1961-1963 absolvierte er ein Mathematik- und Philosophiestudium. Aufgrund seiner politischen Lieder durfte er auch in die BRD zu Gastspielen reisen. Biermann setzte sich aber auch kritisch mit der sozialistischen Wirklichkeit auseinander und hatte schon in den 60er Jahre enorme Schwierigkeiten seine künstlerischen Projekte durchzusetzen. 1965 gipfelte es in einem Auftrittsverbot, durfte aber dennoch in der BRD mehrere Publikationen und Theaterstücke veröffentlichen (mit mäßigem Erfolg).
1976 wurde sein Auftrittsverbot aufgehoben und durfte auch wieder eine Tournee in der BRD durchführen. Nachdem live in der ARD sein Konzert von Köln ausgestrahlten wurde, reagierte die DDR-Regierung verärgert mit seiner Ausbürgerung. Seine Songs, die er sang, waren nicht nur antisozialistisch geprägt, sondern enthielten beleidigende Formulierungen gegenüber den Sachsen. Biermanns Liedertexte waren real betrachtet von einer vulgären Provokation geprägt, die selbst das BRD-Publikum verprellte. 
Als Ausgebürgerter stürzten sich die Medien der BRD auf ihn und war Gast in so mancher Talkshow, um das DDR-Regime anzuprangern. Der Person Wolf Biermann stand das Publikum in Ost und West eher ablehnend gegenüber, aber die Art und Weise, wie das DDR Regime Künstler zensierte, war empörend und löste eine Protestbewegung der Künstler in der DDR aus. Zudem versuchten die Westmedien, ihn als Systemkritiker zu verkaufen.
Übrigens, der Song „Von Drüben“ (Marius Müller Westernhagen) machte das Biermann Spektakel in der BRD ironisch zum Thema.

DEMMLER, Kurt                                                                                                  ( Komponist )

Geboren am 12. 09. 1943 in Posen (Poznan) und er studierte in der DDR Medizin. In den 60er Jahren kam er mit der Hootenanny- und späteren Singe-Bewegung in Kontakt und profilierte sich als Liedermacher und Texter. Bis 1976 arbeitete Demmler als Allgemeinmediziner, ehe er sich aufgrund seines Erfolges (schon vor 1976) als Texter und Liedermacher freischaffender Künstler wurde. Er war der erfolgreichste Rocktexter der DDR und schrieb u. a. für Veronika Fischer, der Klaus Renft Combo und textete den Megahit „Du hast den Farbfilm vergessen“. Kurt galt als vielseitigster und ausdrucksstärkster Komponist der DDR. Besonders zu den Liedern von osteuropäischen Interpreten/Gruppen, textete er eindrucksvolle deutsche Versionen, die nicht immer dem Originaltext entsprachen und gerade deswegen in der DDR Hits wurden. Durch seine Beteiligung am Künstlerprotest (Biermann-Affäre), blieb er stets im Visier der Staatsicherheit.
1977 arbeitete er die Novelle „Kampf um den Südpol“ von Stefan Zweig um, was zu einem großen Hit der Stern Combo Meißen wurde. Besonders seine textlichen Fähigkeiten brachten ihm große Erfolge ein und schrieb für die Musik machen populären Band den Text. Zu einem Meilenstein gehörte die 1985 entstandene inspirative Vertonung des Kinderbuchs „Die Lieder des kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint Exupèry.
Um 1986 kam es zu einem heftigen Streit mit Gisela Steineckert (Präsidentin des Unterhaltungskomitees) wegen der Talentförderung und brachte ihm ein Hausverbot ein. Dennoch erhielt er von Amiga den Preis „Goldene Amiga“, wegen dem großen Erfolg der Doppel-LP „Die Lieder des kleinen Prinzen“. 1989 unterschrieb er erneut eine Künstlerresolution, die den DDR-Staat kritisierte.
Mit der Wende kam für Demmler auch ein Umbruch und kam mit den künstlerischen Strukturen der BRD nicht klar. Zudem brach musikalisch die gesamte Ost-Musik weg und war als Musiker nicht mehr gefragt. Kurzzeitig arbeitete er mit Reinhard Mey und dann mit Inka Bause zusammen. Aber nach 1994 blieb er praktisch erfolglos, blieb aber finanziell abgesichert, wegen seiner Rechte an seinen Liedern. Dennoch verlor er seine Wohnungen in Leipzig und Berlin, und zog sich nach Fürstenwalde zurück. 2001 versuchte er es mit einem Comeback, aber inzwischen tauchten sexuelle Missbrauchsanklagen auf. Wegen einem erneuten sexuellen Missbrauchs von Mädchen, wurde er 2009 angeklagt, worauf er in seiner Strafzelle in Berlinam 03. Februar 2009,  Suizid beging.

Eigene LPs:  Kurt Demmler (1971), Verse auf sex Beinen (l974), Komm in mein Gitarrenboot (1979), Jeder Mensch kann jeden lieben (1982), Kerzenlieder (1989), Mein Herz muss barfuß geh’n (2001)
Auswahl seiner Hits: Du hast den Farbfilm vergessen (Nina Hagen),  Wer die Rose ehrt (Renft Combo), König der Welt (Karat), Kampf um den Südpol (Stern Meißen), Tritt ein in den Dom (Electra), Wasser und Wein (Lift), No Bomb (Berluc), Reise zu den Sternen (Berluc), Wie ein Fischlein unterm Eis (Karussell), Ehrlich will ich bleiben ( Karussell), Tanzt keiner Boogie (Silly)

Er schrieb Lieder bzw. deutsche Texte für die: Babylon, Inka Bause, Hans Jürgen Beyer, Brot und Salz, Uschi Brünning, Budka Suflera (POL), Ralf Bursy, Chris Doerk, Katja Ebstein (BRD), Gunther Emmerlich, Express, Veronika Fischer,  Karel Gott (CSR), Monika Hauff & Klaus-Dieter Henkler, Kati Kovacs (HUN), Horst Krüger Band, Kreis,  Aurora Lacasa, Wolfgang Lippert,  Thomas Natschinski, Oktoberklub, Omega (HUN), Pankow, Prinzip, Puhdys, Dean Reed (USA), Maryla Rodowicz (POL), Rote Gitarren (POL),  Gaby Rückert, Uwe Schikora,  SET,  Frank Schöbel,  Peter Tschernig,  4 PS,  Winni 2,  Wir,  Petra Zieger  und vielen anderen

FISCHER, Günther                                                                                                (Komponist )

Der Komponist und Saxophonist wurde am 23. 06. 1944 in Teplice-Sanov (Tschechien) geboren. Er studierte am Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau Musik und ab 1965 Saxophon und Komposition. Fischer war einer der erfolgreichsten Jazzmusiker der DDR. Neben der Arbeit mit seinen eigenen Bands (ab 1967), arbeitete er sehr eng mit Manfred Krug (bis zu dessen Ausreise 1976) zusammen. Als Komponist für Film und Fernsehen machte er sich einen Namen („Solo Sunny“, „Just a Gigolo“ u.a.). Er schrieb auch Theatermusiken und musizierte mit vielen verschiedenen Bands und Solisten (u. a.: Regine Dobberschütz, Uschi Brüning). 
Nach der Wende arbeitete er vor allem als Filmkomponist (Für alle Fälle Stefanie; Unserer Lehrer Doktor Specht, Familie Dr. Kleist).

LP: Das war nur ein Moment (f. Manfred Krug -1970), Greens (f. Manfred Krug – 1973) Kombination (1978), Günther Fischer (1979), Schöner Gigolo, armer Gigolo (Soundtrack- 1979), Film-Music (Best of – 1980) Nightkill-Filmmusiken (1984), Traumvisionen -Soundtracks (1988), (2004)

FRITZSCH, Arnold                                                                                              (Komponist)

Der Mädchenschwarm, Sänger, Pianist, Gitarrist und Komponist wurde am 05. 09. 1951 in Schiettau (Erzgebirge) geboren. An der Hochschule für Musik in Berlin studierte er die Fächer Komposition und Trompete. 1973 gründete er die Gruppe KREIS, eine junge Band, die dem DDR-Publikum das Verlangen nach Disco- und Phillysound stillen sollte. Ab 1982 arbeite Fritzsch als Komponist und Arrangeur für viele Interpreten (z.B. Olaf Berger, Wolfgang Lippert, Brigitte Steffen, Ines Paulke, Eva Maria Pieckert, Gerd Christian, aber auch für Milva). Gleichzeitig war er in den 80er Jahren für das DDR-Fernsehen aktiv und schrieb, unter anderem, die Musik für die Folgen von „Polizeiruf 110“.
Ende der 80er Jahre konnte er mit seinem englischsprachigen Pop-Projekt einige Disco Erfolge aufweisen und versuchte es 1990 mit gefühlvollen Lieder mit der LP „Wärme“. In den 90 Jahren trat er mehr als Filmkomponist in Erscheinung und blieb musikalisch erfolgreich.

 LP: Kreis (1976), Alle Mann an Deck (1978), Pop-Projekt (1987), Wärme (1989), Arnold Fritzsch (1995)

GLÄSER, Peter                                                                               (Musikerpersönlichkeit)

Peter „Cäsar“ Gläser wurde am 07. 01. 1949 in Leipzig geboren und starb am 23. 10. 2008 in Leipzig. Der gelernte Elektromonteur stieg 1966 bei der Leipziger Band Ulf Willi (zuvor Buttlers, später Renft Combo) als Gitarrist ein, dessen Chef Klaus Jentzsch (schillernde Rockpersönlichkeit seit Ende der 50er Jahre) war. Gläser wurde dann zum Grundwehrdienst einberufen und als er zur Band zurückkehrte, nannte sie sich in-zwischen Klaus Renft-Combo. Dort spielte er bis zu deren Verbot 1975. Nach der Bandauflösung schloss er sich 1976 der Leipziger Band Karussell an. 1983 verließ er die Band und gründete seine eigene Gruppe, Cäsars Rockband. Mit unterschiedlichen Besetzungen wurden im Rundfunk einige Titel produziert, aber auf Druck der Funktionäre, produzierte Amiga keine LP mit der Gruppe. Mit seiner rebellischen und kritischen Haltung, war er den Funktionären ein Dorn im Auge. Frustriert löste er die Band auf und stellte 1986 einen Ausreiseantrag. Die Behörden ließen ihn aber warten und er war gezwungen sich ins Privatleben zurückzuziehen. 1987 kehrte er auf die Bühne zurück, überwacht von der Staatssicherheit. Bis 1988 spielte Gläser in der Band seines Sohnes mit. 1989 wurde sein Antrag bewilligt und ging nach Westberlin, wo er als Taxifahrer arbeitete. Mit der Wende probierte er einige musikalische Projekte aufzubauen, die aber erfolglos blieben, zumal der Westen kein Interesse an der Ostmusik hatte. Schließlich plante er ein Comeback der Klaus Renft-Combo, aber die ehemaligen Mitglieder zeigte nur wenig Interesse. In der Folgezeit gründete er immer wieder neue „Cäsar“-Projekte mit mäßigem Erfolg. 2007 wurde er als IM entlarvt, der als Klaus Weber 22 Jahre für die Staatsicherheit arbeitet haben soll. Sicherlich nahm jene Enthüllung seinen letzten Lebensmut und er starb am 31. 12. 2007 an einer Krebs-Erkrankung.

LP: Klaus Renft Combo (1973), Renft (1974), Entweder oder (1979), Der lange Weg (1981), Schlaraffenberg (1983), Wandersmann (1999), Klaus Renft Combo (2003), Zeitlos (2005)

KAISER, Norbert                                                                                                   (Komponist)

Geboren am 22. 06. 1944 in Grün, bei Marienbad (Tschechien). Er studierte Historiker und arbeitete in den 80er Jahren als Journalist und schrieb sehr erfolgreich Rocktexte, vor allem für Karat.

Erfolgstexte für Karat: Über sieben Brücken, Albatros, Die Glocke 2000, Der blaue Planet, Fünfte Jahreszeit, Die sieben Wunder der Welt

KARNEY, Jürgen                                                                                                    (Moderator)

1954 in Berlin als Sohn einer Artistenfamilie geboren, wurde Nachrichtentechniker beim DDR-Fernsehen und war nach seiner Armeezeit (1977-1978) ein freischaffender Moderator. Er moderierte für den Berliner Rundfunk u. a. „Beatkiste“ und „Tip-Disko“. Eine direkte Moderatorenausbildung machte er von 1978-1981 und war ab 1981 im 2. Programm des DDR-Fernsehens zu sehen. Aufgrund seiner Beliebtheit wurde er 1983 für das TV-Format BONG eingesetzt.
BONG ersetzte „Das Schlagerstudio“ und war eine Art Fernsehhitparade, mit Popmusik und Newcomern. Seine frische, spontane Art der Moderation machte ihn sehr populär und er war ab 1985 parallel auch in verschiedenen Rundfunksendungen zu hören. Nach der Wende ging er als Moderator zurück, zu seinen Wurzeln dem Berliner Rundfunk, der inzwischen privatisiert wurde. Seine Moderation hatte entscheidenden Anteil daran, dass der Radiosender schnell zur Nr. l in ganz Berlin wurde. Wegen Stasivorwürfe trennte sich der Berliner Rundfunk von Karney und das neue BB Radio (Brandenburg) übernahm ihn dankend und erlangten ihrerseits mit ihm eine hohe Popularität. Nach 2000 wurde er wieder freischaffend und nutzte dies für verschiedene Aufgaben u.a. für den MDR und ist seit 2013 beim Radiosender SAW (Sachsen-Anhalt).

NATSCHINSKI, Gerd                                                                                          (Komponist )

Am 23. 08. 1928 in Chemnitz geboren. Er war einer der führenden Musical- und Schlagerkomponisten der DDR. Er schrieb 13 Musiktheaterstücke sowie Orchesterwerke und komponierte Musik für etwa 70 Filme und schuf 400 Lieder (Schlager, Chansons). Seinen größten Beitrag leistete er in den 50er Jahren, indem er maßgeblich die Schlagerszene ankurbelte. Fred Frohberg („Zwei gute Freunde“) und Bärbel Wachholz („Damals“) verdankten ihm die größten Hits ihrer Karriere. Auch „Du hast ‚nen kleinen Mann im Ohr“ aus dem Film Der Mann mit dem Objektiv wurde ein großer Erfolg. Mit dem Musical „Servus Peter“ (1961) und „Mein Freund Bunburry“ (1964) wurde er außerdem international bekannt, und zusammen mit seinem Sohn Thomas entstand der Schlagerfilm „Heißer Sommer“ (1968). Bis zum Ende der DDR blieb er musikalisch aktiv und zog sich dann ins Privatleben zurück.

NATSCHINSKI, Thomas                                                                          (Komponist, Sänger)

Der Sohn von Gerd Natschinski wurde am 25. 10. 1947 in Claußnitz geboren. Mit 9 Jahren spielte er Klavier und begann mit 16 Jahren erste Lieder zu schreiben. 1964 studierte er an der Hochschule für Musik in Berlin Klavier, Komposition und Musiktheorie. Noch während des Studiums gründete er mit Hartmut König die Band TEAM 4, das sich wegen dem Beatverbot im Dezember 1965 auflösen musste. Natschinski und König schlossen sich der Singebewegung an und bedingt durch die hohe Popularität seines Vaters, durfte Thomas offiziell eine Band mit moderner Musik gründen. Die Thomas Natschinski Combo durfte als erste Band, nach dem Beatverbot, 1968 eine Pop-LP („Die Straße“) produzieren. Sein Wegbegleiter Hartmut König entschied sich, in der Singe-Bewegung zu bleiben und wurde führende Kraft im Oktoberklub. In Zuge der neuen Freiheiten veröffentlichte Thomas den Titel „In der Mocca Milch Eisbar“, der bereits zu der Zeit von TEAM 4 entstand, aber erst 1970 ein Hit wurde. 1973 löste er die Band auf, da er mit Detlev Haak bereits das neue Projekt Brot & Salz gegründete hatte. 1976 entschloss er sich, nur noch als Komponist tätig zu sein und arbeitet eng mit Kurt Demmler zusammen, die sich gegenseitig ergänzten. Neben Barbara Thalheim, Jürgen Walter und anderen, war es besonders Gaby Rückert, für die er seine Lieder schrieb. Zwischendurch war er musikalisch „Feuerwehrmann“, half der Veronika Fischer Band 1978/79, sprang helfend 1981 bei Karat ein und war von 1983 bis 1984 festes Mitglied von Karat. Danach widmete er sich wieder seinen solistischen und kompositorischen Aufgaben. Ab 1987 arbeitete er eng mit dem Friedrichstadtpalast (Revuetheater) zusammen. Zu Ehren des verstorbenen Karat-Sänger Herbert Dreilich, vertonte und sang er 2004 das letzte Lied von ihm „Manchmal denk ich“.

Eigene Hits: Ich lieb dich mehr und mehr (1977), Eine Mütze voller Träume (1977), Mein Herz muss barfuß gehen (1977) // Komposition: Berührung (1980 gesungen von Gaby Rückert, zählt zu den Tophit der DDR Rockmusik).

SCHÖNE, Gerhard                                                                                                (Liedermacher) 
Geboren am 10. 01. 1952 in Coswig (b. Dresden), als Sohn eines evangelischen Pfarrers. 
Bis 1973 war er auf dem Gebiet der kirchlichen Jugendarbeit tätig, schrieb erste Lieder und trat in der Kirche auf. Für ein Schauspiel-Studium wurde er abgelehnt, da er sich dem Grundwehrdienst an der Waffe verweigerte und Bausoldat (militärischer Ersatzdienst ohne Waffe) wurde. Schließlich absolvierte er ein Fernstudium Musik (1974 bis 1978) und studierte Gesang an der Dresdener Musikhochschule. Neben seiner Ausbildung zog es ihm  1976 nach Berlin und arbeitete dort zunächst als Briefträger. Seit 1979 war er freischaffender Liedermacher, der ausdrucksstark schnell zum Geheimtipp wurde. 1981 erschien seine erste LP und fand reißenden Absatz.
Ab 1982 durfte Schöne auch im westlichen Ausland auftreten und seine zweite LP „Lieder aus dem Kinderland“ überzeugte künstlerisch, wie auch kommerziell. Zwischen 1984 und 1986 ging er mit dem Liederzirkus, einer bunten Mischung verschiedener DDR-Liedermacher, auf Tournee. Parallel dazu erschien 1985 die dritte LP. 1987 wurde er mit dem FDJ- sowie DDR-Kunstpreis und 1989 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. Aber auch er zählte zu den Unterzeichnern der Rockerresolution und engagierte sich während der Wende gesellschaftskritisch den aktuellen Themen. 1991 erhielt er den deutschen Schallplattenpreis und tourte weiterhin erfolgreich durch Deutschland und veröffentlichte einige CDs. Nach wie vor ist er aktiv besonders für die evangelische Kirche. Seine Lieder sind nach wie vor christlich geprägt, mit einem beabsichtigten naiven Charakter, was seine Nähe zum kindlichen belegt. Er schrieb somit überwiegend Lieder für Kinder und veröffentlichte mehrere Kinderbücher.

LPs: Spar deinen Wein nicht auf für morgen (1981), Lieder aus dem Kinderland (1982), Menschenkind (1985), Kinderlieder aus aller Welt (1987), Du hast es nur noch nicht probiert (1989-Live), Lebenszeichen (1990)
Auswahl- CDs: Bis die Katze bellt (1993), Wege zueinander (2000), Die Lieder der Fotografen (2005), Die  Lieder der Briefkästen (2011)
Bücher-Auswahl: Wohin soll die Nachtigall? (1989); Jule wäscht sich nie (1990), Bis die Katze bellt (1994)

STEINECKERT, Gisela                                                                                      (Songtexterin)

Gisela Steineckert wurde am 13. 05. 1931 in Berlin geboren, lebte während des 2. Krieges in Österreich. Nach 1945 kam sie nach Berlin zurück, arbeitete als Sozialhelferin und Kulturredakteurin. In den 60er Jahren wurde sie als Hörspielautorin, Lyrikerin und Nachdichterin bekannt. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre arbeitete sie als Beraterin des Oktoberklubs. Neben ihrer schöpferischen Arbeit (Texte für Rockbands, Schlagersänger und Chanson-Interpreten) war Gisela auf kulturpolitischem Gebiet sehr aktiv und wurde Vorsitzende des Komitees für Unterhaltungskunst (1984 -1990). Sie hatte großen künstlerischen und politischen Einfluss auf die Entwicklung der Unterhaltungskunst, deren Entscheidungen durchaus kritisch zu sehen sind. So hatte sie einige Texte der Gruppe Pankow nicht zugelassen und im Streit mit Kurt Demmler, ein Hausverbot für ihm erwirkt. Sie gehört daher zu den umstrittenen Persönlichkeiten, die bei aller Kritik auch das Lied Als ich fort ging (1987- f. Karussell) textete, sowie die Lieder für Weihnachten in Familie (1985 - f. Frank Schöbel). Im Grunde blieb sie eine Sozialistin, die nach der Wende ehrenamtliche Vorsitzende des demokratischen Frauenbunds wurde und für mehrere linksorientierte Zeitungen schrieb.  

THALHEIM, Barbara                                                                                    ( Liedermacherin)

Die kritische Liedermacherin und Chansonsängerin wurde am 05. 09. 1948 in Leipzig geboren. Sie war Sekretärin und von 1968-1971 Mitglied des Oktoberklubs. 1970-1973 studierte sie Unterhaltungskunst und erhielt den Berufsausweis als Sängerin. Ihr erstes Konzertprogramm als Chansonsängerin, hielt sie bei den Chansontagen in Frankfurt/Oder. Bereits ab 1976 durfte sie Konzerte in der BRD geben, mit erstaunlicher Resonanz. Sie galt als sehr produktiv und kritisch, letzteres führte zum Ausschluss aus der SED, wo sie Parteimitglied war. Ihre distanzierte Haltung zum eigenen Land drückte sich in ihrem Programm „In der Macht ist der Mensch nicht gern alleine“ (1981) aus. Sie verstand es dabei eine Gratwanderung zwischen Verbot und Kritik zu gehen und konnte bis zur Wende fast ungehindert weiter arbeiten und man gestattete ihr insgesamt 6 LPs zu veröffentlichen. Auch als Mitbegründerin der Komitees für Gerechtigkeit stand sie mit ihrem Namen. Nach der Wende produzierte sie mit Pankow die CD „Ende der Märchen“ (1992). Sie zog sich dann aus der Musik zurück, dass heißt immer mal wieder kehrte sie ins Rampenlicht zurück.

LPs: Lebenslauf (1978), Was fang ich mit mir an (1980), Und keiner sagt: Ich liebe dich ... (1982), Kinder der Nacht (1985), Ohne Vorschrift leben (1988), Die Frau vom Mann (1988)

WEGNER, Bettina                                                                                          ( Liedermacherin )

Geboren am 04. 11. 1947 in Berlin und war Bibliotheksfacharbeiterin. Als Tochter überzeugter Kommunisten, engagierte sie sich ab 1965 in der Singe-Bewegung und war Mitbegründerin des ursprünglichen Hootenanny-Klubs (1966/1967). Von 1966 bis 1968 absolvierte sie ein Schauspielstudium. Der Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes zum Sturz des „Prager Frühlings“ (CSSR) veränderte komplett ihre Weltsicht. Sie beteiligte sich daraufhin an einer Flugblattaktion, wurde exmatrikuliert (Studium) und wurde zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nach einer Ausbildung als Sängerin (Zentralen Studio für Unterhaltungskunst), arbeitete sie ab 1973 freischaffend. Nachdem die kritische Liedermacherin 1976 Mitunterzeichnerin der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann war, wurden ihre Arbeitsmöglichkeiten drastisch eingeschränkt. Sie bekam von staatlichen Bühnen keine Angebote mehr bzw. Verträge wurden gekündigt. Einige mutige evangelische Kirchengemeinden gaben ihr Auftrittsmöglichkeiten. Die Kirche verfügte über Sonderrechte im Rahmen der geistigen Erbauung, aber staatsfeindliche Aktivitäten waren ihnen untersagt. Bettinas Lieder, waren offiziell nicht verboten, sondern nur unerwünscht. Die Kirche bekam aber zunehmend den Ruf, ein Pool oppositionellen Denkens zu sein, da in der Kirche unerwünschte Lieder gesungen wurden.
Der Kirchenobrigkeit behagte dieses Image nicht und fürchtete staatliche Sanktionen, wodurch zunehmend Veranstaltungen abgesagt wurden. Bettina Wegner erhielt 1981 ein dreijähriges Visum (Reiseerlaubnis in die BRD), in der staatlichen Hoffnung, dass sie in der BRD bleiben würde. Erst 1983 blieb sie tatsächlich in der BRD, nach der Androhung eines Ermittlungsverfahrens wegen eines angeblichen Devisen- und Zollvergehen, bei ihrer Rückkehr.
Seit 1978 veröffentlichte sie in der BRD ihre LPs, die in der DDR nicht veröffentlicht wurden. Ab Dezember 1989 gab sie wieder Konzerte in der DDR und zählte 1992 zu den Mitbegründern des Komitees für Gerechtigkeit. Da sie auch im neuen Deutschland gesellschaftskritisch blieb, waren die Medien, im Sinne der Politik, nicht an ihrer Publizierung interessiert. Im kleinen Rahmen sang sie ihre Lieder und bekam 1996 den thüringischen Kleinkunstpreis. 2007 ging sie auf Abschiedstournee, mehr aus dem Grund sich nicht mehr verbeugen zu müssen, denn an jeden Auftrittsvertrag knüpften die Veranstalter Bedingungen. 

Erfolgstitel, die in Kirchenkreisen fast jeder kannte, „Sind so kleine Hände“, „Traurig bin ich sowieso“, „Wenn meine Lieder nicht mehr stimmen“ 
 CDs: Sie hat’s gewusst (1992), Die Lieder (1997- best of = 3 CDs), Die Leute aus meiner Straße (2000), Die Abschiedstournee (2007)

 

2. DDR – Pop & Rock Lexikon             von A bis D  
               
( Von Amigos bis Dresden Sextett)

Anmerkung:

Auflistung von Interpreten, Gruppen und Orchester mit den Bekanntheitszusätzen:
    [A] = allgemein sehr populäre Interpret oder Gruppen ihrer Zeit
    [B] = bekannte Interpreten oder Gruppen, aber wenige TV-Auftritte, nur durch einigen Liedern im Radio
              bekannt oder durch populäre aber nicht medialen Auftritte (in Kirchen, bei Konzerten)
    [C] = bekannt bei Insidern und durch die Undergroundszene

 

A


AMIGOS                                    [A]                                                                  ( Beatband )

Band:  Benno Penssler    (bg);      Ingolf Richter          (g);         Bruno Thiemann          (perc, g)
            Jürgen Peter         (acc);     Fritz Hemmann       (dr);

Story:  Als Hemmann-Quintett 1954 gegründet - - - waren sie häufig Begleitband für Solisten, unter anderem für Fred Frohberg und Gesangsformationen des DDR Rundfunk und für die Schallplattenfirma Amiga - - - Amiga leitete die Band zur Beatmusik und neuem Namen - - - als Amigos präsentierten sie Beatles-Titel in deutscher Sprache - - - neben den Butlers, dem Franke Echo Quintett und den Sputniks zählten sie zu den führenden Vertreter der DDR-Beatmusik - - - im Zuge des allgemeinen Beat-Verbots löste sich die Band 1965 auf

Songs:  Komm gib mir deine Hand (1964), Sie liebt dich (1964), Oh, Susann (1964)

AMOR & DIE KIDS                       [B]                                                     ( Comedy-Popband)

Band:  Tobias Künzel    (dr, voc);    Falk Kindermann ( keyb, sax, voc);      Dirk Posner   ( bg, voc)
            Mario Rostenbeck    (g, voc);       Frank Schüller         ( voc, key)

Story: Leipziger Spaßband produzierte 1986 erste Titel für den Rundfunk, mit witziger, frecher Rockmusik und teilweise deftigen Texten - - - ihre Titel brachten grellbunte Farbtupfer in die bislang eingefahrene DDR-Rockszene - - - zur Wende löste sich die Band auf - - - Künzel schloss sich den Herzbuben (später Prinzen) an

Songs: Ich bin blank (1986 ), Komm doch mit(1987), Wunderkind (1988) ; LP: No More Bockwurst (1988)

AUTOMOBIL                                    [B]                                     (Popband, durch Nina Hagen bekannt)

Band:  Michael Heubach   (keyb);   Wolfgang Zahn     (sax);        Christian Claus    (sax)
             Matthias Neumann   (b);    Dieter Kademann      (g);         Dietmar Stephan   (dr)

Story: Nach dem Ausstieg aus der Horst-Krüger-Band gründete Michael Heubach 1974 die Gruppe Automobil - - - im selben Jahr holte er Nina Hagen vom Orchester Alfons Wonneberg - - - Ihr erster Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ wurde sofort zum Tophit - - - fortan stand die schrille Nina Hagen im Vordergrund und machte aus Automobil Ninas Begleitband - - - 1975 wechselte Nina zur Fritzens Dampferband, worauf sich die Band auflöste - - - Gründer und Komponist Michael Heubach schloss der Gruppe Lift an

Songs: Du hast den Farbfilm vergessen (1974), Was denn (1974), Hoppegarten (1974)

B


 

BABYLON                                            [B]                                                           (Rockband)

Dieter Wiesjahn (b, g) und Andrej Horvath (g) sind die einzigen Konstanten der Band - - - die Berliner Band ging 1975 aus dem Peter-Holten-Sextett hervor, mit den weiteren Gründungsmitgliedern Victor Heyse (g, voc), Bernd Bangel (g, voc) und Bernd Schwitzke (dr) - - - die Band versuchte eine Hardrock-orientierte Musik zu machen, aber durch den stetigen Mitgliederwechsel konnte die Band kein stabiles Image aufbauen - - - 1976 gelang ihnen mit der „Dschigitenlegende“ ein erster Erfolg - - - 1978 wurde der Band Babylon der Berufsstatus zuerkannt - - - Querelen in der Band führten 1979 fast zur Auflösung - - - Wiesjahn gelang ein Neuanfang mit den neuen Mitgliedern Frank Powileit (g ), Hilmar Holz (voc), Horst Trumpelmann (dr) und versuchten AC/DC zu kopieren - - - erneut zerbrach die Band und erst mit dem Sänger Detlef Volquardsen, war die Band wieder erfolgreich - - - „Gib Gas und komm“ und „He, kommt alle rüber“ wurden Erfolge in den Radiocharts - - - 1985 änderte Wiesjahh das Bandkonzept und 1987 kam Wolfgang Bensky (g) in die Band - - - nach dem der Titel „Geisterstunde“ in der Beatkiste von Null auf Eins preschte, entschloss sich Amiga 1988 eine LP mit Babylon zu produzieren  - - -                                         LP: „Dynamit“ (1988)

BAYON                                                [A]                                     (experimentelle Rockband )

Neben den Basismitgliedern Christoph Theusner (ac-g, voc, fl, perc) und Sony Thet ( vc, voc, fl, perc) gehörten zur ursprünglichen und erfolgreichsten Besetzung: Rainer Pätzold (b), Michael Lehnhardt (g), Sam Ay Neou (v, perc) und Sany Tong (dr, perc) - - - die Gruppe gründete sich in Weimar 1971 und benannte sich nach einen Tempel in Kambodscha und pflegten einen Rockstil, der sich an die Kammermusik orientierte und stark asiatischen Einflüssen unterlag - - - Luise Mirsch, entdeckte sie 1972 und veranlasste Rundfunkproduktionen - - - - ihre ungewöhnliche Musik strahlte eine meditative Ruhe aus und befreite für Minuten vom Alltag (Hektik, Unruhe, Hast) - - - erfolgreich war auch ihre Theatermusik (z.B.: ,,Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert oder „Die Schlacht“ von Heiner Müller) - - - nach mehreren Umbesetzungen war die Band teilweise ein Duo, dass sich 1986 auflöste ⇒ seit 2000 wieder mit Auftritten. 

LPs: Bayon (1977), Suite (1980), El Sonido (1986)

BERLINER DAMPFERBAND     [B]                                                               (Partyband) 

Band:  Roland Rynkowski    (b);   Mathias Köhler   (g);  Jörg Seifarth   (sax, cel);  Ute Seifarth    (voc)
            Bernhard Kanliold  (voc);  Detlef Gebert  (voc);  Siegfried Hoppe (key); Simone Trettin (voc, Tan)

Story: Nach dem Weggang des Leiters und Namensgebers von Fritzens Dampferband, Michael Fritzen in die BRD, spielte die Formation in veränderter Besetzung als Berliner Dampferband weiter - - - auf Stimmung und Spaß programmiert, konnten sie vor allem live überzeugen und einen Brückenschlag zwischen Rockmusik und Partystimmung setzen.

Songs: Wir brauchen ein Geburtstagskind (1986), Im Nante Eck (1986)

BERLUC                                         [A]                                                          ( Poprockband )

Band:  Manfred Kahler     (voc, g);         Axel Stehr     (key);            Gerd Pöppel (g)
             Günter Briesenick    (bg);           Dietmar Ränker   (dr)

Story:  Mitte der 60er Jahre als Jazzband gegründet, mit Mitgliedern aus Berlin und Luckenwalde, wechselten sie 1974 zur Rockmusik - - - der Erste großer Erfolg „Hallo Erde - hier ist Alpha“ (1978), veranlasste sie zu einer ganzen LP im Space-Rock-Konzept - - - Wolfgang Hoffmann (bg) und Detlef Brauer (g, voc) ersetzten 1982 G. Pöppel, der damit verbundene Hau-Ruck-Hard-Rock brachte ihnen einen erneuten Hit („Glaube an dich“) ein - - - 1982 wurde sogar in der BRD eine LP veröffentlicht (,,Best of LP“) - - - nach bewährtem Strickmuster erschien 1983 „No Bomb“ als letzte Hit - - - das Konzept hatte sich aufgebraucht, dennoch zählte die Band bis 1988 zu den renommiertesten Hard Rock Bands der DDR - - - 1990 lösten sie sich auf

LPs: Reise zu den Sternen (1979), Hunderttausend Urgewalten (1982), Rocker von der Küste (1985)

BIEBL, Hansi                               [B]                                                    (Latino-Blues-Band)

Der außergewöhnliche Bluesgitarrist wurde am 20.02. 1945 in Berlin geboren, war gelernter Funkmechaniker - - - 1966 bis 1969 erhielt er eine Ausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain - - - er spielte bei diversen Gruppen (Berolina Singers, Alexanders, Modem Soul Band, Reinhard Lakomy Ensemble, Vier PS), bis er mit Christian Liebig (bg) und Herbert Junck (dr) 1978 eine eigene Band gründete - - - in der Folgezeit durfte er bei Amiga zwei LPs produzieren, bei denen unter anderen das erstklassige Mundharmonikaspiel von Bernd Kleinow hervorstach - - - 1982 löste Hansi Biebl die Band auf und verließ im März 1984 die DDR (in der BRD erfolglos).
LPs: Hansi Biebl Band (1979), Der lange Weg (1981)

BIEGE, Holger                                 [A]                                                          (Songwriter)

Geboren am 19. 09. 1952 in Greifswald - - - er galt neben Veronika Fischer als der erfolgreichste Gratwandler zwischen Chanson, Lied und Rockmusik - - - 1960 zog er mit seiner Familie nach Berlin, erhielt dort Klavier-unterricht, brach seine Lehre als BMSR- Techniker ab, sowie ein Studium an der Musikhochschule Berlin - - - er jobbte in verschiedenen Berufen und nahm nach seiner Armeezeit, sein Musikstudium wieder auf  - - -  er arbeitete nebenher mit der Gruppe Nostrum zusammen - - - war dann Sänger bei der Schubert Formation („Sommer ade“) - - - 1976 begann er seine erfolgreiche Solokarriere und schuf unvergessene DDR-Klassiker wie, „Sagte mal ein Dichter“, „Reichtum der Welt“ oder „Wenn der Abend kommt“ - - - Nebenbei schrieb er auch für andere Solisten, so auch für seinen Bruder Gerd Christian („Sag ihr auch“) - - - 1983 verließ er die DDR und blieb in der BRD erfolglos - - - nach der Wende tourte er mit seinen alten Hits erfolgreich durch die neuen Bundesländern (DDR), neue CDs blieben aber ohne Erfolg.  

LPs: Wenn der Abend kommt (1978), Circulus (1979)

BEYER, Hans-Jürgen                    [A]                                                      ( Schlagersänger ) 

Geboren am 28.08. 1949 in Leipzig - - - trat mit 10 Jahren dem Thomanerchor bei, blieb dort bis zum Abitur und wurde Elektriker - - - er sang dann in verschiedenen Rockbands, wie der Klaus Renft Combo und der Uwe Schikora Combo - - - für die Bürkholz Formation sang er die Titel „Sei kein Vulkan“ und „Finden wir uns neu“ im Rundfunk ein - - - nebenher war er Backgroundsänger bei Chris Doerk und Frank Schöbel, und studierte Gesang an der Leipziger Musikhochschule - - - nachdem 1973 die Bürkholz Formation verboten wurde (staatskritisches Verhalten), erhielt er ein Angebot zur solistischen Schlagerkarriere - - - das Autorenteam Arndt Bause und Kurt Demmler schrieben für ihn 1974 den Song „Tag für Tag“, der zum Megahit wurde - - - weitere Hits folgten, erreichten aber nie die Popularität vom 74’Hit - - - nach der Wende blieb er ein bekannter Sänger jedoch ohne nennenswerte Hits.

Songs:  Tag für Tag (1974), Dieses Lied zieht mit mir (1975), Alles blüht (1976), Ich wünsch dir Glück (1977)
LP's: Hans-Jürgen Beyer (1974), Dieses Lied zieht mit mir (1977), Schenk mir einen Augenblick (1979)

BROT UND SALZ                          [B]                                                          (lyrische Popband)

Band:  Thomas Natschinski (key,g, voc), Ingo Koster (l-g, voc ), Detlef Haak (g, voc) - - -
              Neu hinzu kamen Peter Müller (dr) und Helmut Fromhold (bg, voc, p)
Story: 1973 benannte sich die Thomas Natschinski Combo um - - - mit veränderter Besetzung und einem 
moderneren Musikstil, wurde der Name zum Markennamen, obwohl Natschinski der ursprünglichen Tradition seiner Musik treu blieb - - - Natschinski blieb somit Leiter der Band spielte Keyboards, Gitarre und stand gesanglich im Vordergrund - - - es entstanden melodische Titel, die zum Teil vom Blues beeinflusst waren - - - kurzzeitig wirkte Aurora Lacasa als Gesangssolistin mit - - - mit dem Musikstil gelang ihnen mit Nie zuvor“ ihr größter Hit - - - 1976 verließ Thomas Natschinski die Band 1976 und wollte sich nur noch seiner Berufung als Komponist widmen - - - die Band löste sich trotz Neuformierung 1977 auf.

Songs: Epilog (1974), Blues vom Abschied (1974), Deine Schritte sind so klein (1974), Nie zuvor (1975)

BRÜNING, Uschi                        [A]                                                             (Jazzinterpretin)

Die vielseitige Sängerin wurde am 04. 03. 1947 in Leipzig geboren - - - die gefeierte Jazzsängerin hatte in ihrem Repertoire auch Rocksongs, Schlager, Chanson oder Musicalsongs - - - sie galt als eine der Besten und vielseitigsten Sängerin des Landes - - - nachdem sie in verschiedenen Leipziger Gruppen sang, machte sie eine Gesangsausbildung an der Musikschule Friedrichshain (Berlin) und arbeitete mit Klaus Lenz, Günther Fischer und Manfred Krug zusammen - - - ab 1975 hatte sie eine eigene Band mit wechselnden Besetzungen - - - beruflich und privat (verheiratet) war sie mit dem bekannten Jazz-Saxophonisten Ernst-Ludwig Petrowsky zusammen - - - beide brachten in den 80er Jahren interessante Projekte in der Kombination Stimme / Saxophon zu Gehör - - - außerdem arbeitete sie mit internationalen Größen wie George Gruntz, Herb Geller, Bob Moses, Eberhard Weber, Joachim Kühn, Alo Hanrand, Gerd Dudek, Enrico Rava oder Manfred Ziof zusammen - - - ihr einzigster kommerzieller Hit war der Titel „Dein Name“ (Mischung aus Jazz und Schlager).

LPs: Uschi Brüning und das Günther-Fischer-Quintett (1973), Uschi Brüning (1982), Kontraste (1988 )

BUTLERS, THE                           [A]                                                                    (Beatband )

Band:    Hans Joachim Richter (voc, g);        Bernd Reiher     (g, voc);      Bernd Schlund    (g)
               Klaus Jentzsch               (bg);          Hans-Dieter Schmidt (dr)

Story: Die Leipziger Beatband zählte, bis zur zwangsweisen Auflösung 1965, zu den bekannten Gitarrengruppen der DDR - - - gegründet wurde die Band von Klaus Jentzsch (Renft), der schon seit 1957 versuchte mit einer eigenen Bands Musik zu machen; aber entweder lösten sie sich auf oder wurden verboten, zumal ein ursprünglicher Rock'n Roll von den Funktionären unerwünscht war  - - - 1963 startete Jentzsch mit den Butlers einen neuen Versuch und wechselte musikalisch zur erlaubten Beatmusik - - - im Leipziger Raum (Sachsen), fanden sie schnell eine große Fangemeinde und 1965, plante Amiga eine Sampler EP mit den Butlers, doch das allgemeinen Beatverbot im Oktober kam ihnen in die Quere.

Songs: Butlers Boogie (1964), Herbstlaub (1964), Troika (1964)

BURSY, Ralf                              [A]                                                                       (Popsänger)

Geboren am 18. 01. 1956 in Berlin, studierte Gesang - - - er war von 1977 bis 1979 Sänger und Frontmann der Berliner Hard-Rock-Band „Regenbogen“ - - - 1979 wechselte er zu „Keks“ und wurde Berufsmusiker - - - 1981 schloss sich Bursy der Gruppe „Prinzip“ an, ehe er 1986 als Ralf „Bummi“ Bursy eine Solokarriere begann - - - mit großem Erfolg schlugen seine ersten solistischen Produktionen ein und zählte seinerzeit neben „IC“ zu den beliebtesten Popinterpreten der jüngeren Generation - - - seine erste LP „Wind im Gesicht“ verkaufte sich über 100.000 mal - - - nach der Wende zog er sich musikalisch zurück und wurde Produzent.

Songs: Feuer im Eis (1986), Eh die Liebe stirbt (1986), Wenn ich dich nicht halten kann (1987), Kalte Augen (1988)
LPs: Wind im Gesicht (1987), Irgendwo (1989)

BÜRKHOLZ - Formation                   [C]                                                         Jazzrockband

Band:  Thomas Bürkholz (dr), Michael Heubach (key), Heinz Geisler (g), Wolfgang Zahn (sax),
             Frank Czerny (bg), Hans Jürgen Beyer (voc)

Story:  1968 in Leipzig gegründet, bestach die Band durch ihre Liveauftritte - - - ihre Lieder waren von einem enormen Tiefgang geprägt, deren Texte auch eine Gradwanderung waren und deshalb den Funktionären ein Dorn im Auge waren - - - Zuschauer-Ausschreitungen bei einem Konzert wurden dann als Vorwand für ein Verbot der Band 1973 benutzt - - - als einzige Titel schafften es zuvor die Lieder „Wir finden uns neu“ und Sei kein Vulkan“ auf ein Amiga Sampler der Hallo-Serie

C


 

CANTUS-CHOR                          [A]                                                                (Begleit-Chor)

Nachdem Gerd Michaelis die Leitung seines gleichnamigen Chores 1976 aufgab, übernahm Hartmut Schulze Gerlach die Leitung im gleichen Jahr und benannte den Chor um - - - die Mitglieder Hartmut Schulze-Gerlach (Muck), Benno Penssler, Vlady Slezak, Evelyn Merzdorf und Sylvia Kottas wurden zudem von Gisela Klesch, Tina Linz und Jens Hohäuser ergänzt - - - Konzeptionell sollte sich wenig ändern - - - durch den solistischen Erfolg von Hartmut Schulze Gerlach als Muck, gab er die Leitung an Vlady Slezak ab - - - Hauptsächlich war der Cantus-Chor für Background-Arbeiten zuständig und galt als führender Schlagerchor mit diversen TV-Einsätzen und Plattenproduktionen  - - - Traditionell arbeitete der Cantus-Chor bei seinen Amiga Produktionen eng mit dem Orchester Jo Kurzweg zusammen.

LPs:  Aloa-he (1977), Party-Tour (1977), Cantus-Boutique (1979), Tanzparty 80 (1979); Bist du einsam heut Nacht (1983), Party-Knüller -55 Hits am laufenden Band (1989)

CAUFNER-SCHWESTERN          [B]                                                   (Fernsehshowgirls)

1976 gründeten von den vier Schwestern Iris (*1948), Juliane (*1949), Isa (*1950) und Irina (*1956) Kaufner - - - Die Vokalgruppe Caufner-Collection orientierte sich musikalisch an die Supremes und Three Degrees - - - 1977 strahlte das Fernsehen fünf Sendungen mit dem Titel „Familien-Disko“ aus - - - ab 1979 bis 1980 waren sie mit dem Showprogramm „Drei unterwegs“ zu sehen - - - Aufgrund von Differenzen trennten sich das Quartett und das übrig bleibende Duo gab es noch bis 1987.

Songs: Komm doch (1978), Ich hab dich lieb (1978), Man weiß ja nie (1982)

CITY                                                 [A]                                                          ( Rockpopband )

Band:  (1. Erfolgsbesetzung): Toni Krahl (voc, g);   Fritz Puppel (g);    Georgi Gogow (bg, vio);
             Klaus Selmke (dr)

Story: City wurde 1972 von Puppel (*1945) und Selmke (*1950) gegründet und mit Ingo Döring, Andreas Pieper und Frank Pfeifer spielten sie zunächst internationale Rockmusik nach - - - Fritz Puppel und Klaus Selmke waren 1974 unzufrieden mit ihren Mitstreitern und kündigten ihnen, dafür kam der Bulgare Georgi Gogow (* 1948) und Emil Bogdanow (voc), wobei letzterer 1975 durch Toni Krahl (*1949) ersetzt wurde - - - die beiden Lieder der ersten Single „Der Tätowierte“ /„Es ist unheimlich heiß“ erreichte vordere Plätze in den Radiocharts - - - mit dem Song „Am Fenster“ (1977) gelang ihnen ein Megahit, das für sie untypische lyrische Lied mit prägnantem Geigensolo wurde zum absoluten Evergreen - - - 1978 veröffentlichte City ihre erste LP „City“ mit einer extralangen Version von ,,Am Fenster“ (17,40 min) und der Rocksong „Der King vom Prenzlauer Berg“ wurde ein Hit in den Radiocharts  - - - 1980 vergrößerte sich die Band mit Rüdiger Barton (keyb) und Gisbert Piatkowski (g) und durfte eine englischsprachige LP produzieren - - - 1981 kam es zu Spannungen in der Band, worauf Gogow zu NO 55 wechselte und auch Barton und Piatkowski gingen kurz darauf  - - - es kam Manfred Hennig (keyb) in die Band, wodurch ein Wandel zum seichteren tanzbaren Discorock erfolgte - - - LPs wie „Unter die Haut“ (1983) und „Feuer im Eis“ (1985) waren zwar erfolgreich, aber erst die LP „Casablanca“ (1987) kann wieder als wirklicher Hit bezeichnet werden, das Konzeptalbum sollte über das Leben der Großstadtnachkriegskinder berichten und Lieder wie, „Casablanca“, „Wand an Wand“ und „Susann“ erreichten wieder vordere Platzierungen in den Radiocharts - - - 1989 war City führend an der Rockerresolution beteiligt, die einen Demokratisierungsprozess in der DDR einklagten - - - nach der Wieder-vereinigung verlor City seine Zuhörerschaft, wie viele anderen DDR-Band - - - die Gründung einer eigenen Plattenfirma hatte nur mäßigen Erfolg - - - im Zuge der Ostalgie, formierte sich 1992 die Band neu, nach der ersten Erfolgsbesetzung (s. oben) - - - als Oldie-Ostrock-Band folgten nun eine Reihe von Auftritten, aber die neuen Alben fanden nur ein bescheidenes Echo.

COUNTRY & CO.                            [C]                                                             (Begleitband)

Band:  Eckhard Kremer (bg), Harald Buch (dr), Ingolf Zwick (g), Peter Nehls (g), Alexander Kirfe (keyb)
Story: Die ehemaligen Musiker von Henry Kotowskis Band spielten nach seinem Weggang als Country Co. weiter - - - sie wurden zur Begleitband für Peter Tschernig - - - 1985 kam die junge Sängerin Linda Feller in die Band und stand im Rampenlicht - - - nach einem Gastspiel in der BRD blieb Linda dort, womit das Ende der Band besiegelt war - - - obwohl sie noch bei kleineren Veranstaltungen mit Countrymusik auftraten, blieb der große Erfolg aus

Songs: Einmal und nie wieder (1986), Mein Traum der Kinderzeit (1987), Fiddle-Tramp (1987)

D


 

DATZU                                                  [C]                                                             (Popband )

Band:  Rainer Oleak (key); Ines Paulke (voc ); Ulrich Werfel (bg), Günter Fischer (g); Frank Schirmer (dr)
Story:  1984 gegründet, mit dem Ziel anspruchsvolle Popmusik zu produzieren - - - parallel waren sie die Begleitband von Frank Schöbel - - - Ines Paulke startete 1986 eine Solokarriere und verursachte eine voll-ständige Umbesetzung durch Rainer Oleak, mit den Neuen Stefan Schirrmacher (g), lngo Politz (dr ), Peter Rasym (bg), Peter Lorenz (perc, sax) und Anett Kölpin ( voc)  - - - 1989 erschien ihre einzigste LP und sie lösten sich zur Wende auf.                                      
LP: Bist du noch wach (1989)

DEKADENCE                                    [C]                                                               ( Jazzband)

Band 1989:  Bert Stephan (voc, tp), Klaus Weichelt (tb), Hans Jürgen Noack (v), Tom Goetze (bg, tuba),
                     Thoralf Hannemann (sax), Torsten Rasch ( keyb), Heiko Vogel (dr)
Story: Die Dresdner Jazz-Funk-Band wurde 1985 gegründet, mit diversen Umbesetzungen - - - 1989 erschien ihre erste LP, die sogar, hinter der Silly LP, zur zweitbesten LP des Jahres gekürt wurde.

LP: Happy Birthday (1989)

DIALOG                                               [B]                                                         ( Poprockband ) 

Band: Emmerich Babernics (bg), Anselm Riess (g, sax, voc ), Ralph Sternkopf (g, voc ), Hans-Peter Schumann
           (keyb, voc), Thilo Ferstl (dr)

Story: 1976 umbenannte die Band aus Crimmitschau um und versuchten eine zeitgemäße Rockmusik zu spielen  - - - 1978 gewannen sie den Hauptpreis der FDJ-Werkstattwochen in Suhl - - - kurzzeitig war die Sängerin Tina Daute in der Band, die später solistisch als Tina mit „Urlaub auf dem Meeresgrund“ einen Hit landen sollte - - - 1980 produzierte der Berliner Rundfunk erste Lieder der Band und sie erhielten von der Jugendzeitschrift „Neues Leben“ den Interpretenpreis in der Rubrik Amateure - - - 1981 änderte Dialog den Musikstil und sie produzierten im DDR-Rundfunk New Wave-Stücke und im Zuge der Zeit auch Friedenslieder - - - auf dem Amiga Sampler „Kleeblatt 1/81“ wurden schließlich erste Songs veröffentlicht - - - die zahlreichen Rundfunkproduktionen veranlassten Amiga 1983 dazu eine Dialog-LP zu veröffentlichen - - - bevor die LP erschien änderte sich die Besetzung, für Schumann, Sternkopf und Riess, kamen Ulrich Schroedter (keyb, fl, v), Dietmar Schulte (voc)  und Kayode Eschrich (g) - - - ab 1987 ging Bandchef Babernics und wurde Produzent, die Band löste sich danach auf und startete 2002 ein Comeback.

LP: Dialog 963 (1983), Dich zu haben (1986)

DIANA-SHOW- QUARTETT               [A]                                                      ( Beatband)

Band:  Achim Mentzel (g, voc), Dieter Schwarz (bg, voc), Jörg Schenkel (g), Dieter Hesse (dr)

Story: Die legendäre Berliner Beatband wurde 1963 als Schülerquartett gegründet - - - ihre außergewöhnlichen Live-Show machte sie schnell zum Insider-Tipp bei den Jugendklubbesuchern - - - die Band bevorzugte bühnenwirksame Auftritte und zählte in den 60er Jahren zu den begehrtesten Live Acts, sie spielten englische Beatsongs nach, ohne eigene Titel zu produzieren - - - das Beatverbot von 1965 drohte auch dieser Band, aber im Vorfeld gab die Band schon resignierend auf - - - Achim Mentzel versuchte es zwar mit neuen Mitglieder {Alfred Ansin (g), Jörg Schütze (bg) und Wolfgang Ruhl (dr)}, jedoch erfolglos - - - schließlich wurden Jörg Schütze angeblich kriminelle Dinge unterstellt, was die Band als Wink mit dem Zaunpfahl verstand und sich auflösten, ohne direkt verboten gewesen zu sein - - - Achim Mentzel, wirkte später bei Fritzens Dampferband mit und schlug dann eine Solokarriere ein.

DIESTELMANN, Stefan                [A]                                                           (Bluesinterpret )

Geboren 29. 01. 1949 in München, er kam mit seinen Eltern 1961 in die DDR und wurde gelernter Fotograf - - - sein Interesse für den traditionellen Blues führte ihn zu verschiedenen Bands des Genres - - - zunehmend arbeitete er solistisch, wobei auf seinen Konzerten auch häufig Gastmusiker auftraten - - - in der zweiten Hälfte der 70er Jahre, errang er einen enormen Bekanntheitsgrad besonders in der DDR-Bluesszene - - - seine Popularität führte dazu, dass er mit großen Bluesstars auftreten durfte, wie Memphis Slim, Alexis Korner oder John Mayall - - - neben seiner Tätigkeit als Musiker und Sänger schrieb er ebenso Film- und Fernsehmusiken - - - nach der Veröffentlichung von drei hervorragenden Bluesplatten (u.a. mit dem bedeutenden Mundharmonikaspieler Bernd Kleinow), verließ er 1985 die DDR - - - er starb am 27. 03. 2007 in Tutzing

LP: Stefan Diestelmann Folk Blues Band (1978), Hofmusik (1980 ) Folk, Blues & Boogie (1984)

DOBBERSCHÜTZ, Regine         [B]                                                               ( Bluessängerin)

Geboren am 12. 02. 1956 in Leipzig, gilt als außergewöhnliche Blues, Jazz und Soulsängerin - - - als Tochter eines Komponisten erlernte sie mit 12 Jahren das Klavierspielen und sang als 15-jährige in verschiedenen Leipziger Amateurbands - - - nach ihrem Schulabschluss ging sie nach Berlin und nahm Gesangsunterricht - - - ihre raue aber reife Stimme fiel dem Berliner Rundfunk auf und machte mit ihr 1974 Probeaufnahmen - - - Gerhard „Hugo“ Laartz holte sie daraufhin in die MODERN SOUL BAND, als Solistin neben Klaus Nowodworski - - - nach zwei Jahren und der LP „Meeting“, verließ sie die Band und startete eine eigene Solokarriere - - - 1978 wirkte sie neben Hansi Klemm als Solistin des Pop-Jazz-Ensembles FUSION mit  - - - hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit Günther Fischer, der sie als Solistin für die Filmmusik zum Konrad Wolf-Film „Solo Sunny“ (wurde auch international ein Hit) engagierte - - - auf der Stefan Diestelmann-LP ,,Hofmusik“ war sie mit dem Stück „Blues von der guten Erziehung“ vertreten - - - 1980 tourte sie mit führenden Jazzmusikern durchs Landes, wovon der Rundfunk die Mitschnitte der „Gospel Blues Swing“- Konzerte veröffentlichte; mit den Titeln „Come between the light“ und „Solo Sunny“ schaffte sie den Durchbruch, als anerkannte Rock / Pop / Soul- Interpretin - - - 1981 stellte sie einen Ausreiseantrag, worauf sie keine staatliche Auftritte (Radio & TV) mehr bekam - - - stattdessen trat sie bei kirchlichen und privaten Veranstaltungen weiterhin auf - - - 1985 siedelte sie nach Westberlin über, der Erfolg in der BRD hielt sich in Grenzen bis sie sich in Privatleben zurückzog.

weitere Songs: Noch mal klein sein (1976), Schäfchen zählen (1978), Du bist ein Märchenbuch (1978)

DRESDEN-SEXTETT                    [C]                                                       ( Jazz-Rock-Band )

Erste Besetzung: Konrad Burkert (dr),  Rudolf Ulbricht (sax, qu-fl), Hans von Schrödter (bg),
                              Axel Thierne (g), Wolfgang Otto (sax), Dina Straat (voc)

Story: An der Hochschule für Musik in Dresden wurde das Sextett 1969 gegründet - - - kurze Zeit später kam Gerhard Zachar (p, g, voc) und übernahm die Leitung der Band, worauf Schrödter, Otto und Thieme gingen und Till Patzer (sax, fl, voc ), Jürgen Heinrich (g) und Jörg Dobbersch (bg) in die Band kamen - - - ihre Sängerin Dina Straat strebte parallel eine Solokarriere an - - - beim Tag der offenen Tür des Rundfunks 1969 konnten die Band einen ersten Titel produzieren - - - 1971 wurde die Band aufgestockt mit Bläsern und aus dem Sextett wurde ein Septett - - - ein Kommen und Gehen ließ die Band nicht zur Ruhe kommen - - - mit der Besetzung von 1972 gelang ihnen der erfolgreiche Song „Vo Thi Lin“, einer Symbiose von Eigenkomposition unter der Verwendung eines Themas von Robert Schumann, dass textlich den Vietnamkrieg anprangerte - - - nachdem sich eine stabile Band durchsetzte wurde der Bandname in LIFT geändert.

weitere Songs: Als du wiederkamst (1970), Dina (1970), Sie (1971)