07. Geschichte Rock'n Roll

Entstehung und Geschichte des Rock’N’Roll                                          

 1. Exkurs zu Farbige in den USA
 2. Rhythm& Blues
 3. Rock'n Roll  
 4. Zeitgeist -Lebensart

 

1. Exkurs zu den Afroamerikaner in den USA

Farbige / Neger / Afroamerikaner: 

Für den dunkelhäutigen Menschen in Amerika, deren ursprüngliche Herkunft Afrika war, gab und gibt es viele Begriffe. Die Bezeichnung Neger stammt von dem spanischen Wort Negro für Schwarz ab. Der Ausdruck für die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas, durch die erste Kolonialmacht Spanien, wurde von den anderen Europäern übernommen.
In Deutschland wurden die dunkelhäutigen Afrikaner Schwarzer Mann, Mohr oder Neger genannt und in diskriminierende Zusammenhänge gebracht. In den USA unterstrich das verwendete Wort Niger deutlich die rassistische Verachtung der Menschen, war zugleich Schimpfwort und ein anderer Begriff für Sklave. Im Gegensatz zu Europa taten sich die USA schwer mit der Abschaffung der Sklaverei und selbst nach der Abschaffung der Sklaverei verwehrten die Rassisten der USA ihnen die Bürgerrechte. Über ihre musikalische Kultur lösten die Dunkelhäutigen ein gewisses Umdenken aus und das mildere Wort Schwarze (engl. = Black) setzte sich für sie durch, zumindest im liberaleren Norden der USA. Erst mit der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre erstarkten auch die humanistischen Denkweisen in den USA und wiesen die Rassisten in ihre Schranken. Mit den 70er Jahren setzte sich die Bezeichnung Farbige durch. Die Benennung führte jedoch zu Missverständnissen, weil Indianer und Exilchinesen ihnen irrtümlich zugeordnet wurden.
Seit den 80er Jahren wird der Ausdruck Afroamerikaner für alle Dunkelhäutigen US-Bürger verwendet. Das gilt ebenso für alle dunkelhäutigen Mischformen, deren ursprüngliche Herkunft auf Wurzeln in Afrika verweisen oder negride Körpermerkmale überwiegen.
In der Betrachtung zum Rock’n Roll werden jene Begriffe wieder auftauchen und bezeichnen zugleich den gesellschaftlichen Stand und die kulturelle Entwicklung. Zudem ist es notwendig, die Begrifflichkeiten für Menschenrassen in den USA zu kennen.

WEIßE = europäisch-stämmige Siedler, die vor allem aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien kamen. Die indianischen Ureinwohner nannten die Einwanderer aus Europa Bleichgesichter, worauf sich die Bezeichnung Weiß ableitete. Zur besseren Unterscheidung der Bevölkerung teilten die Rassisten, die Menschen in Hautfarben ein und legten zugleich den gesellschaftlichen Status fest. Auf die höchste Stufe setzten sich die europäischen Siedler und ließen sich Weiße nennen, was gleichbedeutend für Herrenmenschen stand.   

ROTE = amerikanische Ureinwohner, die von den Europäern irrtümlich als Indianer oder Indios bezeichnet wurden. Der Kontinent wurde von den ersten spanischen Seefahrern für Indien gehalten, bis Amerigo Vespucci erkannte, dass sie nicht Indien, sondern einen neuen Erdteil entdeckt hatten. Zu Ehren von Vespucci, wurde der neue Kontinent nach seinem Vornamen genannt und heißt deshalb heute Amerika. Die Ureinwohner wurden aber weiter Indianer/ Indios genannt. Wegen ihrer geröteten Hautfarbe, wurden die Ureinwohner auch Rothäute genannt. Da sich die nordamerikanischen Indianer nicht den Weißen unterordnen wollten, folgte eine Epoche voller dramatischer Konflikte.
Schließlich besiegelte die bessere Waffentechnik der Weißen, das Schicksal der Ureinwohner. Die Roten wurden unter unmenschlichen Bedingungen in Reservaten eingepfercht. Obwohl die US-Regierung den Indianern einen gewissen Status versprochen hatte, sah die Realität nach kontinuierlichem Völkermord aus. Abgekapselt pflegten die Indianer ihre Traditionen, erhielten erst 1925 die vollen Bürgerrechte und sind heute immer noch eine Randgruppe der Gesellschaft, die nur langsam ihren Platz in der modernen Zeit finden.

GELBE = asiatische Einwanderer, die mehrheitlich aus China stammten. Nachdem die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde, mangelte es im Westen der USA an billigen Arbeitskräften. Die Chinesen erwiesen sich als willige und anspruchslose Arbeiter, deren Arbeitskraft sich vorzüglich ausbeuten ließ. Mancherorts wurden sie menschenunwürdiger als Sklaven behandelt. Trotzdem schufen sie sich inzwischen eine Nische in der Gesellschaft und siedelten sich an. Vielerorts entstanden Asiatenviertel (Chinatown), speziell im Westen der USA. Heute ist die Integration der Asiaten in der Gesellschaft gegeben, aber aufgrund ihrer Kultur, der gelblichen Hautfarbe und der kleinwüchsigen Anatomie kapselten sich die Asiaten ab, sind aber in ihrem Wesen aufgeschlossen, freundlich und sehr geschäftstüchtig.

SCHWARZE = versklavte Ureinwohner Afrika, die als rechtlos Arbeitskräfte auf den amerikanischen Kontinent verkauft und missbraucht wurden. Speziell im Süden der USA wurden sie auf riesigen Plantagen als Arbeiter eingesetzt. Sie standen lange Zeit auf der untersten Stufe der Gesellschaft und wurden in jeglicher Form missbraucht. Speziell durch Vergewaltigungsakte wurden Kinder mit hellerer Hautfarbe (Braune, Mischlinge) geboren. Später vermischten sich Schwarze und Weiße und wurden nach den Hauptmerkmalen (negride oder europide) unterschieden. Der Begriff Mulatte (span. = Mischling) steht dabei für den dunkelhäutigen Europiden einer Schwarz-Weißen-Beziehung, dennoch wurden auch die relativ hellhäutigen Schwarzen von Rassisten diskriminiert.

Geschichtliches:

Um 1780 legten die ersten Sklavenschiffe an der amerikanischen Küste an und nach den Unabhängigkeitskrieg (1783) der USA wurde der Sklavenhandel intensiviert. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden die afrikanischen Ureinwohner nach Amerika gebracht. Während der Überfahrt starben viele Sklaven auf dem Schiff, häufig an Krankheiten mangelnder Hygiene oder brutalen Übergriffen.
Die Verluste (die Toten) wurden auf den Sklavenmärkten kompensiert (erhöhte Preise). Hauptabnehmer waren neben den USA auch Brasilien und Kuba. Besonders die Südstaaten der USA profitierten von den billigen Arbeitskräften, die als Eigentum auf den riesigen Plantagen schufteten. Rechtlos bis an ihr Lebensende waren sie der Willkür ihres Besitzers ausgeliefert. In einer rassistisch geprägten Gesellschaft wurden die Schwarzen als teuflische Monster gesehen.
Aufgrund ihrer Hautfarbe brachte man sie mit Dämonen, bösen Mächten und dem Satan in Verbindung. Es wurde ihnen ein primitiver Geist unterstellt und die Rassisten machten es an ihren Riten und Sitten fest. Für die weiße Bevölkerung waren sie Untermenschen, die angeblich wegen des fehlenden Intellekts ein Spielball des Teufels waren. Aus diesem Grunde, war es nach ihren Vorstellungen nötig, den schwarzen Körper zu züchtigen, ihn mit Arbeit zu beschäftigen und ihnen den christlichen Glauben einzuprügeln, damit der Teufel keine Gewalt über sie hatte.

Diese Sichtweise legitimierte das grausame Vorgehen gegen die Schwarzen. Die meisten Bürger der USA sahen die Sklaverei als Mittel der Teufelsaustreibung an und im Prinzip erwarteten sie dafür Dankbarkeit, da den Negern, dadurch der Weg in die Zivilisation geöffnet wurde. Lange Zeit wurde die brutale Gewalt gegenüber den Negern, als legitime Züchtigung verstanden. Außerdem machten diverse Horrorgeschichten die Runde, die panische Furcht vor dem Schwarzen Mann verursachten und den Kindern wurde warnend und verachtend, das Lied über die „Zehn kleine Negerlein“ vorgesungen. Unterschwellig begrüßte deshalb die Allgemeinheit die Sklaverei, weil ein Neger nicht den Titel Mensch verdiente.
In der Praxis hieß das Arbeiten bis zum Umfallen und strenge Bestrafungen selbst bei den geringsten Vergehen oder Aufsässigkeiten. Zehn bis zwölf Stunden rackerten sie auf den Plantagen, wurden mit Peitschen angetrieben und ständig drohten Prügelstrafen vor Ort.

Sie hausten oft in grausigen Unterkünften (Viehställen) und ihre Nahrung bestand aus Abfällen ihrer weißen Herren. Die miserablen Lebensbedingungen wurden schnell zum Nährboden von Krankheiten und Seuchen. Der Tod war stetiger Gast, nicht nur durch Krankheiten, sondern auch durch die Folgen von Prügelstrafen oder Hinrichtung. Häufig waren Neger tödlichen Folterungen ausgeliefert, besonders wenn sie heimlich ihre afrikanischen Gottheiten anbeteten, die als Hexenkult angesehen wurden. Verschärfend kam hinzu, dass die Sklaven keine Fluchtmöglichkeiten hatten und über kurz oder lang gefasst wurden. Selbst bei den Rothäuten waren die Schwarzen nicht willkommen. Sie wurden in der Regel als unheimliche Wesen der Nacht begriffen und gemieden.
Kritik an der unmenschlichen Sklavenhaltung wurde im Norden der USA laut. Um 1800 forderte die europäische humanistische Bewegung die Abschaffung der Sklaverei. In den USA sollten wenigstens die Mindestrechte von Sklaven durchgesetzt werden. Aber schon aus Kostengründen begannen zahlreiche Sklavenhalter die Lebensbedingungen des Eigentums zu verbessern, da ihnen tote Sklaven nichts nutzten. Mit Humanismus hatte das wenig zu tun, sondern war eher berechnend. Gesunde und gesättigte Sklaven waren einfach leistungsfähiger und akzeptable Lebensbedingungen steigerten die Motivation. Eine artgerechte Haltung verlängerte so die Produktivität und ersparte den Kauf von neuen Sklaven.
Um 1810 wurde in Europa die Sklaverei verboten, allerdings mit dem Hintergedanken, weil die entstandene Industrie (in Europa) billige Arbeitskräfte benötigte. Sklaven waren ihnen zu teuer (Unterbringung, Verpflegung), es war billiger den arbeitslosen Schwarzen einen Hungerlohn zu zahlen. Um die aufstrebende Wirtschaft der USA zu schädigen, machten englische und französische Kriegsschiffe nun jagt auf Sklavenschiffe. Unter den Deckmantel des humanistischen Denkens ging es auch darum, die Lage in Afrika zu entschärfen. Der Sklavenhandel führte dazu, dass es in den Kolonien in Afrika an Arbeitskräften fehlte und außerdem wurde die Wirtschaft der USA durch Sklaven bevorteilt, die ihre Waren preiswert anbieten konnten.

Ein Verbot der Sklaverei war daher zwingend notwendig für die britische und französische Wirtschaft. In deren Folge erreichten nun wenige Sklavenschiffe die USA und es erhöhten sich drastisch die Preise. Sklaven wurden zu einer wertvollen Ware und ein radikales Umdenken setzte ein. Neben den verbesserten Lebensbedingungen förderten (züchteten) die Sklavenhalter, die Familiengründung und zielten auf den kostenlosen Nachwuchs. Häufig halfen die Sklavenhalter selbst nach und vergewaltigten junge Negermädchen, was weder strafbar war, noch von den weißen Ehefrauen als Untreue (Ehebruch) geltend gemacht werden konnte. Aus solchen Verbindungen resultierten Mischlinge, die trotz hellerer Haut Sklaven blieben.
Mit dem industriellen Aufschwung im Norden, fehlte es auch dort an billigen Arbeitskräften. Nach Europa blickend lag die Lösung des Problems im Süden und wollte deren Sklaven.

Die Industrie heizte den humanistischen Geist an und hetzte nun gegen die Sklaverei. Präsident Abraham Lincoln erklärte, im Sinne der Industriellen, die Sklaverei für die USA verboten, worauf der Süden sich empört vom Staatenbund abspalten wollte. Es folgten die Sezessionskriege (1861-1865), deren wahren Gründe wenig humanistisch waren, sondern wirtschaftlichen Interessen dienten. Der Süden strebte die Autonomie an, aber der Norden bestand auf die Einheit der USA. Wirtschaftliche Interessen unterstützten den Süden, wodurch erst ein blutiger Bürgerkrieg möglich war. Der Norden siegte aber und schaffte die Sklaverei auch im Süden ab.
Scharenweise verließen die Sklaven ihre Peiniger und boten sich als billige Arbeitskräfte in den Fabriken des Nordens an. Sehr bald folgte die Ernüchterung. Ihre Freiheit stürzte sie in ein noch tieferes Elend. Für einen Hungerlohn schufteten sie für ihre Fabrikanten und ein Überangebot an Arbeitskräften zwang viele in die Arbeitslosigkeit. Selbst die versprochenen Bürgerrechte wurden mit Gesetzen ausgehebelt. Die Freiheit brachte sie wieder an den Rand der Gesellschaft und wurden abgeschottet in Gettos gezwungen.
1896 wurde die Segregation (Gesetze der Rassentrennung) durchgesetzt. Jenes Gesetz zwang die Schwarzen zu einem unterwürfigen Verhalten gegenüber den Weißen. Untertänig mussten sie jedem Weißen im Bus Platz machen, durften nicht widersprechen und sollten Weiße Wohngebiete meiden. Wenige Schwarze schafften es einen gewissen Wohlstand aufzubauen, die Mehrheit vegetierte im tiefsten Elend. Inzwischen lebte es sich auf den Plantagen im Süden besser, als im industriellen Norden, sofern man sich den rassistischen Regeln unterwarf.
In den Großstädten fanden die Schwarzen zumindest Möglichkeiten ihre Identität zu verwirklichen. Boxkämpfe waren ein beliebtes Freizeitvergnügen und zudem konnte man mit Wetten sein Vermögen aufbessern. Schwarze Boxer dominierten bald in der Szene und machten sich einen Namen. Ebenfalls hob sich die hohe Musikalität schwarzer Musiker ab und deren Musik (Blues, Jazz) begeisterte zunehmend die Weißen. Die Künstler und Sportler konnten sich auf dieser Basis einen angenehmen Lebensstandard aufbauen. Infolge dessen eiferten viele junge Schwarze den neuen Helden nach.

Die gesellschaftliche Resonanz veränderte die Sichtweise in der Bevölkerung und ließen die Bürgerrechtsbewegung aufflammen. Doch noch diktierten die Rassisten die bestehende Ordnung und erstickten vorsichtige Versuche der Schwarzen sich gegen gravierende Ungerechtigkeiten zu wehren. Besonders im Süden verstärkte der Ku Klux Clan seinen Terror gegenüber den Schwarzen. Nach dem Bürgerkrieg gründete sich der Geheimbund, um die ehemaligen Sklaven im Süden zu halten. Die Sklaven sollten nun weiter ihren alten Herren gegen einen geringen Lohn dienen. Die Männer in weißen Roben, die sich unter großen Spitzhüten maskierten, verbreiteten Furcht und Schrecken. Keiner wagte es sie anzuklagen, zumal der Clan aus einflussreichen Bürgern bestand. Nur kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nahmen sich die Rassisten etwas zurück, denn die USA brauchte Soldaten. Es war jene Zeit, in der die Bürgerrechtsbewegung erste Früchte zu tragen schien.

Aber nach dem Weltkrieg weinte die USA nur um die gefallenen Weißen. Die Aussichten auf die vollen Bürgerrechte für Schwarze, wurden wieder auf Eis gelegt. Die Enttäuschung saß tief und verbittert ließen sich Jugendlichen zur Gewalt hinreißen. Der Ku Klux Clan wurde wieder aktiv und zog eine blutige Spur durch die Südstaaten. Ihre grausamen Folterungen hinterließen deutlich sichtbare Spuren bis hin zu Verstümmelungen, als Warnung gegenüber den anderen Schwarzen. Nicht selten wurden Schwarze im Rahmen einer rituellen Zusammenkunft gehenkt. Mit den 50er Jahren begann ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der Farbigen. Zahlreiche weiße Bürger verurteilten den Rassismus und wahlstrategisch nutzte nun die Politik den Meinungsumschwung in der Bevölkerung. Demokraten und Republikaner machten die Bürgerrechte zum Thema, aber wieder einmal ging es dabei nicht wirklich um die Schwarzen. Der republikanische Präsident Eisenhower zielte mit seinen Maßnahmen, auf das Ansehen der USA in der Welt. Es galt unter anderem, auf die afrikanischen Staaten Einfluss zu gewinnen, aber mit dem rassistischen Image war dies kaum möglich.
(siehe dazu „50er Jahre“ – Zeitthema: Rassismus) 
Mit Gerichtsurteilen und Nationalgarde wurde erste grundlegende Rechte der Farbigen durchgesetzt und Pfarrer Martin Luther King rief zum gewaltlosen Widerstand auf. Über Demonstrationen, friedlichen Protestbewegungen und der Verweigerung rassistischer Unterwürfigkeiten. Präsident John F. Kennedy (Demokrat) entwarf schließlich ein Gesetz zur völligen Anerkennung der Bürgerrechte und Aufhebung der Rasentrennung. Nach der Ermordung von Kennedy sah sich Präsident Johnson gezwungen das Gesetz zu ratifizieren. Trotz der Anerkennung der vollen Bürgerrechte, sah die Realität anders aus und der friedliche Protest zeigte wenig Wirkung. Unruhen waren die Folge, auf die die Polizei brutal reagierte und damit klarstellte, dass die Staatsmacht am Rassismus festhielt. Mit den Black Panthern gründeten die Farbigen ihre Widerstandsorganisation, die zunehmend zur Gegengewalt neigte. Schließlich wurde Martin Luther King ermordet und sorgte für eine angespannte Situation, zumal zeitgleich die Studentenbewegung das Land erschütterte und unter anderem, ein Ende des Vietnamkrieges forderte.
Erst in den 70er Jahren begann sich das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß langsam zu entspannen. Dennoch flammten immer wieder Unruhen auf, weil konservative Kräfte die Farbigen benachteiligten, und versuchten ihnen einige Rechte zu verwehren. Das Umsetzen der Bürgerrechte für Farbige wurde durch die nachfolgenden Generationen aufgehoben.
Es ist die Kraft der Jugend, die sich zunehmend vom rassistischen Geist der Elterngeneration verabschiedete. Obwohl die Afroamerikaner immer noch an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, so können sie heute ihre Rechte durchsetzen und ihre Anerkennung einklagen. Wie sehr sich die Gesellschaft inzwischen gewandelt hat, belegt der Erste farbiger Präsident der USA. Mit Barack Obama können hoffentlich die letzten rassistischen Schranken beseitigt werden, die dennoch immer noch präsent sind. (Stand: 2014)

Musikalische Entwicklung:

Die Musikszene in den USA verlief zunächst in zwei Grundlinien, den popularisierten Weißen Lieder (White) und dem Schwarzen Underground Sound (Black). Mit der wachsenden Begeisterung der Weißen für die Blackmusik, begann jene Musik langsam in der Unterhaltungsmusik zu dominieren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es stets Schwarzen Musiker, die der populären Musik moderne Impulse gaben. Bedingt durch die rassistische Gesellschaft, wurde stets eine Weiße Spielart erfolgreich dagegen gesetzt. Die Gefahr, dass mit der Musik, die Schwarzen die verwehrten Bürgerrechte thematisieren könnten war zu groß. Aber immer, wenn Weiße Musiker, die Blackmusik aus dem Radio verdrängten, entwickelten die schwarzen Musiker schnell einen neuen Sound. 

In den Ausführungen zur Jazz-Musik und der US-Musikszene der 30er Jahre, habe ich bereits die musikalische Entwicklung beleuchtet und werde deshalb nur auffrischend auf die Eckpfeiler der US-Unterhaltungsmusik eingehen.

Im Vielvölkerstaat der USA herrschten optimale Bedingungen für eine eigenständige Kultur. Mit dem Vermischen der folkloristischen Vielfalt entstand eine eigenständige Musik, die unter dem Sammelbegriff Country zusammengefasst wurde. In der weltlichen Musik trat in Europa die Operette den Siegeszug an. Da aber die Operette einen lokalen Charakter trug, war es für die Amerikaner schwer sich daran zu orientieren. Die US-Komponisten bedienten sich deshalb an der Musik des Varietés und fanden besonders auf Kuba neue Impulse. Auf der amerikanischen Amüsierinsel entwickelten Farbige Musiker freche, lebensfrohe und frivole Soundarten, die als lateinamerikanische Musik bekannt wurde.
Diese Rhythmen wurden übernommen oder für die sittsame Gesellschaft salonfähig gemacht. Die neuen Spielarten wurden zu einem Baustein der Musicalmusik. Um die Jahrhundertwende setzte sich die Musik der Schwarzen durch und besonders der Ragtime wurde ein weiterer wichtiger Baustein des Musicals. Anfang der 1920er Jahre bereicherten Tango, Foxtrott, Jive oder Charleston die Unterhaltungsmusik und begeisterte auch Großbritannien. Zudem entstanden die ersten Musicals in den 20er Jahren. 
Ausgangspunkt der Blackmusik, war die Musik der Sklaven, die ab 1780 aus Afrika kam. Sie schufen aus ihren Traditionen heraus, ihre eigene Musik, woraus sich die Worksongs und die Spirituals entwickelten und im 19. Jahrhundert zum Blues und Gospel wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei (um 1865) verbesserte sich die Situation der Schwarzen nicht, da ihnen die zugesagten Bürgerrechte verwehrt wurden. Trotz der neuen Verfügung über die Rassentrennung, durften und sollten die Schwarzen
für die Herrschaft bei Festen spielen oder ihre Musik in Bars und Kneipen für die Geselligkeit darbieten, um Kundschaft anzulocken.
Die Hauptstadt New Orleans, der ehemaligen französischen Kolonie Louisiana, wurde zum ersten Zentrum der Schwarzen Musik. Aufgrund der vorrangig französischen Einwohner und der Hafenstadtmetropole wurde hier mit dem Rassismus liberaler verfahren. Zudem kamen über die Wirtschaftsmetropole karibische Schwarze ins Land und bereicherten die Musikszene. In der Folgezeit entstand der muntere Ragtime Sound. Die Musik verbreitete sich rasch in den USA, aber auch die weißen Musiker des Nordens begannen den Ragtime in ihre Musik zu verarbeiten. Nach der Jahrhundertwende schufen Weiße Musiker als Gegenpol zum Ragtime die Country-Variante Dixieland.
In New Orleans verarbeiteten inzwischen Schwarzen Musiker verschiedene andere Impulse (u. a. lateinamerikanische Musik) und es entstand daraus der New Orleans-Jazz.
Im Norden der USA entstand ein zweites Zentrum der Blackmusik. Im italienisch geprägten Chicago, war die Stadt in der kriminellen Oberhand der Mafia. Chicago wurde zum rechtlosen Raum, wo Rassismus eine untergeordnete Rolle spielte. Im rauen und harten Leben in der Stadt, wirkte deshalb der Gute Laune Jazz von New Orleans, wie Hohn. Die Musiker passten den Sound an ihrer Mentalität an und bildeten den Black Chicago Jazz heraus, deren Spielart deutlich hitziger und härter und textlich provokanter war. Der Black Jazz verbreitete sich über das neue Medium Radio rasant über alle Landesteile der USA. Inspiriert davon, entwickelten Weiße Musiker den geglätteten und softigeren White Jazz.
Der Jazz wurde zur dominierenden Musikrichtung, die als Grundmusik für die neue Kunstform Musical verwendet wurde. Ende der 20er Jahre entwickelten Schwarze Musiker einen neuen rhythmischen Sound, der sich Black Swing nannte, deren Stil in New York und Kansas geboren wurde.
Die Weiße Komponisten reagierten mit ihrer Schablone von tanzbarer und gefälliger Musik. Es entstand der White Swing, der zum Basissound von Schlagern wurde. Die einfache Melodien und die Tanzbarkeit machten den Sound so überaus beliebt.
In der Zeit der großen Depression (1929-1941) befand sich die USA in der Weltwirtschaftskrise und die Country-Spielart Bluegrass begeisterte die Menschen. In jene Musik legte die Bevölkerung ihre Sehnsüchte und Wünsche gekoppelt mit Heimatgefühlen. Neben der mehr besinnlichen Musikform diente der Swing dazu, den Alltag zu vergessen. Mit dem Big-Band Sound erlebte die Swing-Ära in den 40er Jahren seinen Höhepunkt.

2. Rhythm & Blues

Mit dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg hoffte die USA seine wirtschaftliche Talfahrt zu beenden und erstmals sollten schwarzen Soldaten für die USA kämpfen. Aufgrund dessen nahmen sich die Rassisten zurück und Politiker sprachen scheinheilig vom Unrecht gegenüber den Schwarzen. Die Hoffnung wurde geboren, dass die Rassentrennung aufgehoben wird und die Farbigen ihre vollen Bürgerrechte erlangen könnten. Im militärischen Bereich wurde die Rassentrennung aufgehoben, was nicht ohne Probleme funktionierte. In den USA befürchteten die Rassisten, dass eine militärische Ausbildung der Schwarzen, den inneren Frieden gefährden könnte (z.B.: bewaffneter Aufstand, Bürgerkrieg in den USA).
Für die Farbigen war zunächst eine Hoffnung geboren, die sich musikalisch in frohen und rhythmischen Spielweisen niederschlug und als RHYTHM & BLUES bezeichnet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Ernüchterung. Keinem interessierte das Leid der Farbigen, keinem die Toten, die auf den Schlachtfeldern für Amerika verbluteten. Nur die Weißen feierten sich als Sieger und machten ihre Toten zu Helden. Die Rassisten bekamen wieder Oberwasser und die Bürgerrechte rückten wieder in weite Ferne. Besonders jugendliche Musiker reagierten mit aggressiven Klängen und sorgten im Rhythm & Blues für einen Stilwechsel. Sie machten ihrer Verbitterung Luft und gaben der Musik eine unruhige Grundrhythmik. Textlich waren sie geübt (Musikgeschichte) darin, ihre Botschaften zu verstecken oder mit Zweideutigkeiten zu tarnen. Sie vermieden eine direkte Kritik an der weißen Gesellschaft, damit ihre Lieder keiner Zensur zu Opfer fielen. Der ausdrucksstarke Rhythm & Blues konnte sich somit in den USA etablieren und begeisterte auch die weißen Jugendlichen, obwohl nur die Schwarzen die inhaltlichen Kritiken verstanden. 
Für eine, an den Rand der Gesellschaft gedrückte Bevölkerung, war es besser ihre Kritik zu verpacken, statt zu provozieren. Zudem warben sie mit ihrer Musik für sich, um die Weißen für ihren Bürgerrechtskampf zu gewinnen. Tatsächlich vollzog sich während des Zweiten Weltkrieges ein stärkeres humanistisches Umdenken. Allerdings bremste zunächst Senator McCarthy mit seiner Kommunistenverfolgung eine demokratische Neuorientierung. Er brachte jegliches humanes und fortschrittliches Denken auf die Anklagebank. Somit war für ihn auch der Bürgerrechtskampf kommunistisch geprägt. Die Politik ließ den Senator McCarthy gewähren, da er eine aufkommende progressive Denkweise stoppte. Vor allem, wer sich für die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen einsetzte, konnte mit einer Anklage als sowjetischer Spion rechnen. In jener Zeit, gab es auffällig viele Haftstrafen und auch Todesurteile gegenüber Farbigen.
Neben den rassistischen Ungerechtigkeiten richtete sich der Zorn von farbigen Musikern ebenso gegen die eigene ältere Generation, von denen sie sich in Stich gelassen fühlten. Statt ihre Stimme zu erheben, flüchteten sie resignierend in sklavische Strukturen zurück und kopierten lediglich die Weißen. Andererseits wussten die Alten, was es hieß ohnmächtig gegen Mauern zu rennen.
Neben McCarthy wütete in den Südstaaten der Ku Klux Klan mit Terrorakten gegen die schwarze Bevölkerung, die sich auch nicht scheuten weiße Humanisten anzugreifen. Erst in den 50er Jahren ließ sich die Empörung darüber, nicht mehr ersticken und es waren vornehmlich Demokraten (Partei), die die konsequente strafrechtliche Verfolgung des Ku Klux Klan durchsetzten. Ebenso wurde in den 50er Jahren McCarthys Hexenjagd beendet. 

Der Rhythm & Blues wurde in der Regel bis Ende der 40er Jahre in den alten Bundesstaaten (Norden/ Süden) blockiert, aber im jüngeren Westen der USA waren die Grundbedingungen liberaler. Der später erschlossene Westen war gesellschaftlich auch anders strukturiert. In Kalifornien überwogen historisch bedingt die Mexikaner (ursprünglich Spanier) und eingewanderte Russen und Chinesen. Amerikaner aus dem Osten stellten eine Minderheit dar, genauso wie Indianer und Farbige. Rassismus spielte daher eine untergeordnete Rolle. In Kaliforniens Metropolen Los Angelos und San Francisco konnte sich deshalb beinahe ungehindert eine Schwarze Rhythm & Blues-Szene bilden. Musiker wie Charles Brown, Joe Liggins und Roy Milton sind Vertreter einer stimmungsvollen frohen Musik. In ihr konnte man die befreiende Sonne des Westens spüren und kritische Textpassagen blickten meistens in eine optimistische Hoffnung.
In den bisherigen Musikzentren rückte der Stil in den Underground. In New Orleans wagten  es die schwarzen Musiker nicht ihre kritische Musik öffentlich zu spielen. In Chikago sah es etwas freier aus und es entwickelte sich dort eine spezifische Spielweise. Gemessen an das raue Leben der Stadt, färbten solche Impulse auf die Musik ab und gaben dem Rhythm & Blues eine bissige und ironische Note und einen härteren Sound. Muddy Waters, Little Walter und Wowlin Wolf waren die bekanntesten Musiker der Szene. Um 1950 trat der Rhythm & Blues den Siegeszug durch die ganze USA an. Der aktuelle wilde Sound begeisterte besonders die Jugendlichen, wobei Farbige die Musik als Inspirationsquelle für ihre eigene Identität begriffen und Weiße stützten damit ihren Protest gegen die Bevormundung der Elterngeneration und der Hörigkeit gegenüber der Staatsmacht.
Über die Musik, Sport und den Handel erlangten einige Farbige einen gewissen Reichtum. Zudem wurden ihnen gegenüber rechtlich mehr Zugeständnisse gemacht. Sie gründeten eigene Radiosender und Plattenlabel. Das führte zur schnelleren Verbreitung der Musik. Die zunehmende Akzeptanz der Musik bei der jugendlichen Bevölkerung machte die weiße Plattenindustrie hellhörig und witterte ein lukratives Geschäft. 1953 gab es sogar die ersten Fernsehauftritte von Rhythm & Blues Künstlern. James Brown, Ray Charles, Clyde Mc Phatter, The Orioles und The Rave waren die bekanntesten Interpreten. Sie wurden als die neuen Helden der Farbigen gefeiert, die in die Welt der Weißen eindrangen. Politisch setzte ein Umdenken ein, zumal es außenpolitisch für die USA bedeutend wurde, die Rassentrennung aufzuheben (Image gegenüber Afrika).

Musikalisch entwickelten weiße Musiker als Gegengewicht den Hillbilly (Country-Spielart) zum Rhythm & Blues. Mit weiteren Vermischungen klangen die Songs neuartig und doch lehnten sie sich am Rhythm & Blues an. Im Prinzip entstand der Rock’n’roll. Die jugendliche Musikszene wurde aber insgesamt von den schwarzen Musikern beherrscht. Ob Rhythm & Blues oder Rock’n’Roll, die Schwarzen komponierten die besseren Songs. Das brachte die Musikindustrie auf die Idee, unbekannten Künstlern die Songs mit Hit-Potenzial abzukaufen. Mithilfe solcher Lieder wurden weiße Interpreten zu Stars, wie zum Beispiel Elvis Presley. Bekannt ist, dass der Megaseller „Hound dog“ von Big Mama Thornton stammt und für 500 Dollar gekauft wurde, wogegen Elvis Presley und die Plattenfirma Millionen verdienten. Ebenso ließ sich Fats Domino linken und verkaufte das Nutzungsrecht an Pat Boone, der mit „Aint That A Shame“ das große Geld verdiente. Leider ist nicht belegt, wie viele namenlose farbige Künstler, um ihren Lohn betrogen wurden und nur bei wenigen Rock’n’Roll Hits ließen sich die originalen Quellen nachweisen. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine große Zahl von weißen Rockhits ursprünglich aus der Feder von Farbigen stammte, die alle Rechte an ihrem Song verkauften.
Mit dem Rhythm & Blues der 50er Jahre wurde die Jugendmusik geboren. Fortan spielt die Musik als Motivator und Inspirationsquelle für die Jugendlichen eine wesentliche Rolle und trug entscheidend zum Wandel in der Gesellschaft bei. Speziell in den 50er Jahren thematisierten die Farbigen ihre Bürgerrechte und machten sich stark gegen die praktizierte Rassentrennung. Für die weißen Jugendlichen war es wichtiger sich zu emanzipieren. Sie wollten als Erwachsene akzeptiert werden, mit dem Recht neue Lebensformen auszuprobieren. Insgesamt wehrt sich die Jugend gegen die veraltete gesellschaftliche Hierarchie und den steinzeitlichen Denkweisen über Sitte und Moral.

3. Rock and Roll

In der Grafik (Rechts) können sie Einflüsse und die Entwicklungen des Rock’n’Roll nachzeichnen, und welche Künstler mehr zu einer bestimmten Soundrichtung gehörten. Wenn auch Rhythm & Blues und Rock’n’Roll nicht eindeutig zu trennen sind, so gibt es wesentliche Nuancen, die beide Soundarten unterscheidet.
Im Grunde orientiert sich der Rock’n’Roll an dem Country-Sound Hillbilly und dem Rhythm & Blues, der auf bluesartigen Black-Jazz basiert. Genau genommen hatte die weiße Variante noch gar keinen Namen und war somit nur eine Spielart des Rhythm & Blues mit neuen Elementen. Alan Freed prägte erst den Begriff Rock and Roll, dass so viel heißt, wie Schwingen und Rollen.
Schon in den 40er Jahren war Alan Freed ein erfolgreicher Radiomoderator, der sich der modernen Musik verschrieb. Mit dem Wechsel zum Fernsehen bekam er eine eigene TV-Show, die von Records Rendezvous produziert wurde. Die Jugend wünschte sich die Interpreten des Rhythm & Blues jetzt zu sehen und die Musikindustrie und die Medien witterten ein riesen Geschäft.
Mit Bill Haley, hatte die weiße Musikszene seinen ersten erfolgreichen Musiker. Obwohl Bill Haleys Musik eher zum Boogie Woogie gerechnet werden sollte, wurde er als Star der neuen weißen Jugendmusik populär. Dem neuen Sound fehlte noch ein wirkungsvoller Name, der sich wegen der rassistischen Denkweise vom R&B abheben sollte. 1955 spielte Bill Haley den Song „Rock A Beatin Boogie“ ein. In einer Zeile hieß es, „Rock rock rock everybody, roll roll roll everybody“, woraus Alan Freed die Zeile auf „Rock and Roll“ verkürzte.
Zudem benannte er die Jugendsendung in Rock'n’Roll House Party um und die TV-Sendung wurde in kürzester Zeit schnell bekannt und beliebt, sodass sie landesweit ausgestrahlt wurde. Der Begriff ROCK’N ROLL war geprägt und galt zunächst als Sammelbegriff für alle gitarrenbetonten Musikstücke von weißen Musikern. Aber schon bald wurden viele Songs des farbigen R&B als Rock’n’Roll bezeichnet. Die Musikindustrie verbreitete daraufhin die These, dass die Farbigen die weiße Jugendmusik kopieren würden, was natürlich nicht stimmte.
Was der Rock’n’Roll-Szene noch fehlte, war ein richtiger Hit. Bill Haley veröffentlichte bereits 1954 den Song „Rock Around The Clock“, doch die Resonanz war bislang bescheiden und eine zweite Neuauflage 1955 ebenso. Alan Freed gefiel aber der Rhythmus und verwendete den Titel als Vorspannmusik für seine TV-Show. Ebenfalls wurde der Song im Jugendkultfilm „Saat der Gewalt“ (mit James Dean) verwendet. Von nun an stürmte „Rock Around The Clock“ die Charts und wurde zum Superhit. Das Lied wurde auch in Europa bekannt und löste die Rock’n’Roll-Begeisterung aus. Zudem wurde der Song zur Hymne der neuen Rockmusik. Zum Ärger der Rassisten in den USA waren es vorrangig farbigen Musiker die in der Rock and Roll Szene dominierten.
Der Musikindustrie fehlte ein richtiger weißer Star für die neue Jugendmusik. Bill Haley war dafür zu schwabbelig und etwas zu alt. Und Pat Boone taugte eher als Schlagersänger. Noch beherrschten farbige Rocker, wie Chuck Berry, Fats Domino und Little Richard die Billboard Charts. Da es kaum weißen Rockmusiker gab, machten die weißen Plattenfirmen mit den farbigen Musikern ihr großes Geschäft. Zum einen erzielten sie mit den Plattenabsatz riesige Profite und konnten andererseits die farbigen Musiker mit den Verträgen ausbeutenVersteckte Klauseln und Knebelverträge wurden geschlossen, die die Künstler finanziell stark benachteiligten. Das hatte zur Folge, dass farbige Musiker lieber mit finanzschwachen Labels Verträge abschlossen und zudem stiegen schwarze Plattenfirmen als Konkurrenz auf.
Weder den Rassisten noch den weißen Plattenfirmen gefiel diese Entwicklung, wo sich die Farbigen zunehmend auf dem Musikmarkt erfolgreich etablierten. Es musste dringend ein weißer Rockstar her, um den bisherigen Trend zu stoppen.

1955 wurde der Hüften schwingende Elvis Presley entdeckt und er erfüllte alle Kriterien, die ein Star haben musste. Sofort wurde eine beispiellose Medienkampagne aufgebaut. 1956 startete Elvis Presley mit drei Nummer-1-Hits und weiteren sechs Top-100 Erfolgen. Er war auch der erste Musiker, der jeweils einen Nr.1-Hit, in den separaten Black-, Country- und Billboardcharts hatte. Desweiteren wurden drei seichte Musikfilme mit ihm produziert in den Kinos seine Popularität erheblich steigerte. Praktisch über Nacht wurde die restliche Rockszene in den USA unwichtig. Dabei hatte Elvis Presley, im Gegensatz zu den anderen Rockmusikern, keinen Song selbst komponiert.
In der Anfangszeit stammten seine Hits von geprellten schwarzen Musikern und danach gab eine Vielzahl von Texter und Musikern, die für Elvis komponierten. Die meisten Songs (40) schrieben für ihn Sid Tepper, Roy C. Benett und Ben Weisman. Doch letztendlich war das nicht wichtig. Elvis verstand es, selbst gecoverten Song, eindrucksvoll zu interpretieren. Besonders die weiblichen Fans verfielen in hysterische Begeisterung, wenn Elvis dazu seine Hüften kreisen ließ. Mit markanter Stirnlocke und im weißen Country-look wirkte er unnahbar, wie ein Heiliger.
Ein ganzer Wirtschaftszweig profitierte von der Elvis Vergötterung. Neben den Platten, tapezierten sich die Mädchen die Wände mit riesigen Postern und kauften diverse Fanartikel. Die jugendlichen Fans kratzten ihr letztes Taschengeld für ihn zusammen und wurden von der Wirtschaft als fanatische Profitquelle entdeckt. Trotz der rebellischen Nebenerscheinungen (Randale, Aufsässigkeit) durch die Rock’n‘Roll-Musik, überwogen die Geschäftsinteressen. Im Gegensatz zur Elterngeneration, die in der Regel bedacht ihr Geld ausgaben, überlegten die Jugendlichen Fans weniger und garantierten dem Marketing Rekordumsätze.
Mit der Jugendzeitschrift „Bravo“ etablierte sich ein eigenes Sprachrohr der Teenager auf dem Markt. Zudem wurde die Zeitschrift dazu benutzt, Modetrends und angesagte Accessoires zu kreieren. Der moderne Starkult machte es notwendig das Urheberrecht neu zu definieren.
Es wurde wichtig, dass eine Komposition ausschließlich einem Interpreten vorbehalten war. Bislang hatten die Komponisten und Texter das Recht an ihrem Eigentum und konnten ihr Lied profitabel mehreren Interpreten/Produzenten anbieten. Somit kam es zu verschiedenen Versionen eines Liedes und nahmen sich in den Hitlisten gegenseitig den Erfolg. Für namhafte Stars war das weniger ein Problem, da die Fans nur die Version ihres Stars kauften und Komponisten verdienten so oder so am Plattenverkauf. Die Plattenproduzenten achteten aber nun darauf, dass ein Song nur von ihrem Star aufgenommen wurde, um somit den optimalen Erfolg zu erzielen. Das zwang den Käufer dazu die einzige Songversion zu kaufen und konnte nicht mehr zwischen mehreren billigeren Fassungen wählen.
Der Umsatz für die alleinige Version trieb den Song an die Chartsspitze, dass hatte wiederum den Effekt, dass die Popularität eines Interpreten stark anstieg und sich die Platte noch besser verkauft. Die Verkaufspsychologie zielte auch darauf, einen Interpreten zum Star zu machen, dass der Fan unkritisch alles kauft, was zum Star gehört. Auf teureren LP’s (Album) waren nicht selten nur zwei drei Tophit zu hören, aber die restlichen Songs könnte man als musikalischen Müll bezeichnen. War ein vermeintlicher Hit nicht so erfolgreich, wurde der Titel freigegeben oder von einem internen Nachwuchsinterpreten der Plattenfirma als Sprungbrett gegeben. Überhaupt waren die Plattenfirmen daran interessiert weitere Stars zu etablieren, um Marktführer zu werden und über ein Monopol die Musikszene bestimmt.
Da aber jeder etwas vom Kuchen abhaben wollte, warfen die Plattenfirmen neue Namen auf den Markt. 1957 wurde die Rock’N’Roll Szene dichter und neben Elvis Presley gab es eine Reihe von weißen und schwarzen Stars, die die Charts vielseitiger machten. Insgesamt ebbte die Dominanz von Elvis Presley ab und neben den Everly Brothers begeisterte besonders Buddy Holly mit seinem frischen leichten Countryrock. Der schmächtige Rocker mit Hornbrille verkörperte vom Aussehen her, nicht gerade den Idealtyp eines Stars, aber er bewies, dass auch Außenseiter gute Musik machen können. Leider sollte er nur noch ein Erfolgsjahr haben. Im Februar 1959 kam Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Die urwüchsige Rockmusik verklang 1958 und seichtere melodiösere Songs dominierten in den Hitlisten. Schönlinge, wie Rick(y) Nelson, Paul Anka und Neil Sedaker gezirpten die Mädchen und sorgten dafür, dass der Rock’n’Roll-Kult friedfertiger wurde. Besonders die Regierungen in Europa nahmen den Trend mit Erleichterung auf. Wegen der angewachsenen Jugendkriminalität forderte die ältere Generation zuvor ein striktes Verbot. Mit dem schlagerhaften Rock jedoch, konnte sich die Gesellschaft anfreunden und in der BRD zelebrierten Connie Froboess und Peter Kraus den Rock & Roll-Schlager. In der DDR blieb die Musik verboten und die Kulturbosse setzten den Lipsi dagegen, eine Tanzmusik die sich nicht durchsetzte. Stattdessen versuchten Musiker, über die erfundene Ersatzmusik Rock’n’Roll-Elemente einschmuggelten.

In Europa war aber mitschwingende Hauch der Rebellion verflogen und die Jugend ordnete sich wieder der Gesellschaft unter. Die Popularität von Elvis Presley ließ 1958 deutlich nach, auch weil er sich freiwillig zum Militärdienst meldete und sich im Oktober nach Deutschland versetzen ließ. Sein Dienst hatte mehr Symbolcharakter und Elvis wollte sich als Rocker verantwortungsbewusst zeigen, seinen Dienst für die USA zu leisten. Gemäß dem Trend, der seichten Klänge, entwickelte sich Elvis Presley zum Schmuserocker. Den wirklich wilden Rock’n’Roll gab es nur noch von Jerry Lee Lewis und Little Richard zu hören. Selbst die Musik von Chuck Berry wurde gemäßigter und Fats Domino spielte eh seinen eigenen Stil. Bei den Teenagern waren besonders die seichten Balladen von Ricky Nelson und Paul Anka beliebt und die rhythmischen Rockschlager von Buddy Holly und den Everly  Brothers. Der Rock’n’Roll hatte insgesamt seine urwüchsige Kraft verloren.
Mit der Spielart Twist erlebt der Rock durch Chubby Checker einen erneuten Aufschwung. Letztendlich war Twist nur ein beliebter Partytanz ohne tieferen Sinn. Um 1960 verbreitete sich über die Farbigen die Soulmusik und in Großbritannien wurde die Beatmusik geboren. In den folgenden Jahren gab es wiederholt Rock’n’roll Songs, die es in die Charts schafften, aber die Epoche dieser Jugendmusik war vorbei. Im Zuge des Glamrocks in den 70-ern gab es eine moderne Rock’n’Roll-Phase und Gruppen, wie Showwaddywaddy, Racey und Rubettes waren in den Charts erfolgreich. In den 80-er Jahren versuchte die Musik-industrie ein Revival und machten Shakin Stevens zum neuen Elvis. Nach dieser kurzen Phase verschwand die Musik aus den Charts, ist aber bis heute eine sehr beliebte Tanzmusik und selbst heute, bei Hip-Hop und Rap, kann jede Jugendparty mit solchen Songs aufgepeppt werden.

4. Zeitgeist und Lebensart:

Mit dem neuen Musikstil verknüpfte sich eine Jugendbewegung, die idealistisch ihre gesellschaftliche Emanzipation durchsetzen wollte und sich gegen jede Bevormundung in der Familie richtete. Die Musik wurde dabei zum Ventil und Motivator einer revoltierenden Jugend, die in extremen Fällen zur zerstörerischen Gewalt neigte. Die damit verbundene gesellschaftlichen Ablehnung der Musik und der erzieherische Druck gegen das jugendliche Aufbegehren, zwang die Jugendlichen zur Bildung von verschworenen Gemeinschaft, die sich Gruppierten und nicht selten kriminelle Banden gründeten.
In der Rock’n’roll-Ära gab es dabei spezifische Unterschiede zwischen weiße und farbige Jugendliche. Für die Farbigen standen die Bürgerrechte im Mittelpunkt und forderten die sofortige Aufhebung der Rassentrennung. Gesetzlich wurden zwar erste Schritt vollzogen, aber im gelebten Alltag war der Rassismus noch immer präsent. Die Jugendlichen lehnten sich gegen die rassistische Wirklichkeit auf, das tägliche Unrecht und die Benachteiligungen, die sie erlebten. Zugleich wollten sie ihre Elterngeneration wecken, sich endlich zu erheben und wenigstens ihre versprochenen Rechte einzufordern.
Die weißen Jugendlichen lehnten sich mehr gegen die gesellschaftlichen Zwänge auf, wie konservative Denkweisen und Hörigkeit gegenüber der gesellschaftlichen Hierarchie. Im privaten Umfeld herrschten noch ein festes Gefüge und eine Rangordnung vor. Und jene Familienstruktur zog sich gesellschaftlich über die staatliche Ordnung hin. Das Staatswesen, die Gesellschaft, war streng geordnet. In der Rangfolge galten Jugendliche als rechtlose Kinder, die sich den Erwachsenen zu fügen und bedingungslos zu gehorchen hatten.

Exkurs Familien-Hierarchie: Der Großvater (Status: Präsident) ist das Familienoberhaupt und trifft die grundlegenden Entscheidungen. Der Vater (Status: Kanzler) leitet im Sinne des Opas die Familie im Alltag und setzt seinen Willen/Kurs nach seinem Ermessen durch. Die Großmutter (Status: Innenminister) ist Berater des Opas, hat aber die Oberaufsicht über den häuslichen Bereichen und ist gegenüber der Mutter weisungsbefugt. Die Mutter führt praktisch den Haushalt, mit allen Nebenbereichen, im Sinne der Großmutter. Die Mutter ist Reinigungskraft, Koch, Bäcker, Erzieherin und Gespielin des Ehemannes, mit repräsentativen Pflichten. Und hat gegenüber den Großeltern eine umfangreiche Fürsorgepflicht. Die Kinder unterstehen den Eltern direkt und den Großeltern indirekt, wobei das entscheidende Wort immer der Vater sprechen sollte, um seine Autorität zu untermauern.  
Als Junge war man der Stammhalter, der den Familienname forttragen sollte. In der Kindheit wurden deshalb gewisse Rüpelhaftigkeiten oft mit einem Lächeln verziehen. Dennoch war der Erziehungskurs klar vorgegeben. Später hatte man als junger Mann beruflich den Wunsch des Vaters zu entsprechen und eine erwünschte Ehe einzugehen. Mit der ausgesuchten Braut hatte der Sohn viele Kinder zu haben und für familiären Wohlstand zu sorgen. Es wurde vom Sohn erwartet ein eigenes Haus zu besitzen oder das elterliche Anwesen zu übernehmen, stets mit der Pflicht, sich um seine alten Eltern zu kümmern und die Hierarchie weiterzuführen.
Ein Mädchen hatte den geringsten Status und wurden strenger nach christliche Maßstäben erzogen. Aufmüpfigkeiten ihrerseits wurden meistens bestraft. Es galt die Tochter zu einem sittsamen und bescheidenen Eheweib zu züchtigen. Einer jungen Frau, wurde ihre spätere Rolle förmlich eingeimpft. Sie hatte eine gute Hausfrau, Mutter und Ehefrau zu sein. Natürlich suchten die Eltern den Mann aus (eine gute Partie), wobei es galt, die Tochter gewinnträchtig zu verkuppeln. Eine Frau sollte möglichst keine eigene Meinung haben und durfte öffentlich nur etwas sagen, wenn sie gefragt wurde. Selbst das Züchtigen (schlagen) einer Frau, wurde in der Ehe als legitim angesehen. Ferner sollte die Frau keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, da es beschämend für den Mann war. Es wurde den Mann unterstellt, dass er unfähig ist, für seine Familie zu sorgen und deshalb die Frau arbeiten muss.
Die Durchschnittsfrau war im Prinzip gesellschaftlich geächtet und konnte nur über ihre Mann oder ihren prominenten Rang ihren Status aufwerten. In den 50er Jahren war die Frau, in den USA, meistens abhängig von der liberalen Einstellung des Ehemannes. Und da die Afroamerikaner das Leben der Weißen kopierten galt dies auch für sie.

Gegen jene Hierarchie revoltierten die Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 21Jahren. Sie rangen um ihre Anerkennung in der Familie und wollten im gesellschaftlichen Umfeld, individuell ernst genommen und eigene Lebensweise ausprobieren. Nur wie?
Bedingt durch den 2. Weltkrieg war in Europa die Situation der Jugendlichen etwas anders. Die Bevölkerung war bereit andere Wege zugehen, damit sich ein solcher Krieg nicht mehr wiederholte. Kommunistische, sozialistische und humanistische Ideen machten sich breit und veränderten das gesellschaftliche Leben, besonders in den Städten. In den USA verhinderte die Kommunistenjagd von Senator McCarthy ein fortschrittliches Denken und somit eine Veränderung in der gesellschaftlichen Ordnung. So wurde der farbigen Jugendbewegung unterstellt, sie seien vom kommunistischen Geist vergiftet.
Aber auch die weißen Jugendlichen rannten gegen konservative Mauern, was wiederum Frust und Gewalt auslöste. Die Teenager organisierten sich zu Banden und probierten eigene Lebensweisen in der Gruppe aus. Von der Gesellschaft in die Enge getrieben, reagierten manche Gruppen mit Gewalt. Sie plünderten Geschäfte, zerschlugen Schaufenster, zerstörten Autos und verprügelten jene, die sich als Ordnungswächter aufspielten. Es war ein Aufschrei ihrer Ohnmacht gegen eine Gesellschaft, die sie nicht verstehen wollte. Sie wollten auf sich aufmerksam machen und zerstörten das, was dem braven US-Bürger wichtig war. Mitunter ließen sie es auch auf Straßenschlachten mit der Polizei ankommen, um ihren Frust deutlich zu zeigen.
Solche Ausschreitungen waren jedoch die Ausnahme und beschränkten sich auf Großstädte. Es waren aber die US-Medien, die ein verklärtes Bild erzeugten und mit den wenigen Vorfällen den Eindruck erweckten, als sei die gesamte Rock’n’Roll-Jugend gewalttätig. Ziel war es, dass die Familien besser ihre Kinder lenkten und jugendliche Gewalt auch als ein Versagen in der Erziehung wertete. Ein Verbot der Musik kam allerdings nicht in Betracht. Die Musik und der Jugendkult waren eine lukrative Geschäftsquelle und somit ein wichtiger Motor für die Wirtschaft. Um das Gewaltpotenzial zu bremsen, kam man auf die Idee mit Filmen auf die Jugend einzuwirken.

Mit Filmen wie „Saat der Gewalt“ und „Sie wissen nicht was sie tun“ versuchten Regisseure die Sinnlosigkeit von Gewalt darzustellen und stellten die Auswüchse an den Pranger. Zugleich versuchten sie die Ursachen der jugendlichen Randale aufzuzeigen. Solche Filme sollten bei den Jugendlichen Zuschauern Entsetzen über die Gewalt auslösen und richtete sich auch an die Erwachsenenwelt, die mit mehr Verständnis einer Eskalation entgegenwirken könnten. Die Filmemacher warben somit für einen moderneren Zeitgeist, ohne wirklich die Gesellschaft zu verändern. Den Jugendlichen entgegenzukommen hieß, nur grundlegende Probleme vorerst zu entschärfen (ein paar Krümel hinzuwerfen).
Das Musical „West Side Story“, zeigte tragisch, wie sinnlose Gewalt enden kann und keinem etwas nutzte. Wobei das Musical einen Bandenkrieg zum Thema machte.
Schauspieler James Dean wurde zum Leinwandidol, er verkörperte den jugendlichen Rebell, wie kein anderer. Anders als erwartet, verstärkte sich durch das Kino die Gewaltbereitschaft bei den  Jugendlichen. Besonders Motorradgangs terrorisierten immer wieder mal kleinere Ortschaften, doch das FBI schnappte sich schnell jene Motorradfreaks. Die Medien erwähnten das aber nicht, sondern berichteten nur übertrieben über die Rocker, aber durch die geschürte Angst, wurden in manchen Orten, friedfertige Motoradfahrer von den Bewohnern angegriffen.

Inzwischen veränderte sich das Leben für die US-Jugend, um 1958. Die Jugendlichen waren in jeglicher Hinsicht, als Konsumenten ein profitabler Wirtschaftsfaktor und gaben sich damit zufrieden,dass man ihre Probleme anhörte. Sie ließen sich gern von den vielfältigen Angeboten verführen und strebten danach das Leben zu genießen. Dem Tiger wurden so die Zähne genommen und musikalisch äußerte sich das im seichten High-School-Rock. Hinzu kam, dass Jugendbanden keine moderne Lebensweise fanden und scheiterten. Es fehlte ein Orientierungsplan und McCarthys Kommunistenverfolgung war zu präsent im Denken, sodass viele Überlegungen als kommunistisch verworfen wurden.
Letztendlich wurden die Banden zum Spiegelbild der Erziehung und es setzte sich stets eine klare Rangordnung durch. Nicht selten wurde daraus eine militante Ordnung. Die Mitglieder solchen Banden fragten sich deshalb, ob sie nicht vom Regen in die Traufe gekommen sind. In den meisten Städten änderte sich zwangsläufig das Familienleben. Eine Familienhierarchie ließ sich in den engen Mietswohnungen gar nicht durchsetzen. Es wurde wichtiger ein intaktes Familienklima zu haben. Und da die Mütter zunehmend einer geregelten Arbeit nachgingen, mussten auch die jugendlichen Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen. Schon dadurch bedingt ergab sich ein offenerer Tonfall zwischen den Familienmitgliedern. Lediglich auf dem Lande diktierte die Familienhierarchie das Leben, aber hier fand auch in der Regel kein Rock’n’Roll statt, da die Alten es zu verhindern wussten.
So gesehen lösten sich in den Städten die bestehenden starren Regeln auf. Allerdings für die Mädchen änderte sich nicht viel, sie konnte nur auf einen toleranten Partner hoffen.
Nicht wenige Mädchen erhofften sich über den Bandenchef ihren Status zu erhöhen. Die Favoritin des Bosses, genoss den Schutz der gesamten Gang und je nach dem, war sie als Chefgirl, berechtigt ihre Meinung gegenüber der Gruppe durchzusetzen. So buhlten viele Mädchen um die Gunst des Anführers und geschmeichelt davon, nutzte er das egoistisch aus. Er ließ sich gern umgarnen oder wenn sie sich sexuell anboten. Er war somit auch verführt seine Favoritin zu wechseln und nahm es mit der Treue nicht so genau. Gespielinnen die jedoch nicht mehr die Gunst des Bosses besaßen, rutschten in ihrem Status meistens nach ganz unten. Sie galt als leichtes (zuhabendes) Mädchen, mit der keiner in der Gruppe etwas zu tun haben wollte. Schnell war sie auch im ganzen Stadtviertel als Schlampe verschrien und konnte nur noch hoffen nicht auch noch von der Familie geächtet zu werden. Ähnlich erging es auch Mädchen, die sich innerhalb der Gang, sexuell zu freigiebig gaben. Schuld daran waren häufig Rockerfeten, wo viel Alkohol getrunken wurde und so manches Mädchen seine Hemmungen verlor. In den 50er Jahren konnte ein Mädchen schnell ihr Ansehen verlieren und wurde von den Männern als Schlampe angesehen. In jener Zeit war für einen Mann ein genaues Bild einer späteren Ehefrau vorgegeben. Sie sollte sittsam, bescheiden und häuslich sein und sexuelle Dinge nur in der Ehe stattfinden.
War ein Mädchen in Verruf gekommen drohte ihr der gesellschaftliche Absturz. Wenn dann auch noch die Familie ihr die Tür verschloss, blieb ihr nur die Prostitution, um zu überleben oder sie konnte in einer anderen Stadt ein neues Leben aufbauen. Bekam sie aber ein Kind, stand sie gesellschaftlich ganz weit unten und die Verachtung der Gesellschaft übertrug sich auf das Kind und wurde als Bastard beschimpft.
Zahlreiche Mädchen entschieden sich deshalb zu einem 
illegalen Schwangerschaftsabbruch, oftmals verbunden mit schweren gesundheitlichen Schäden und vielen Mädchen die daran starben.
Die Entwicklung der steigenden Zahl gefallener Mädchen zwang die Gesellschaft zum Handeln.

In den Kinos wurde mit Marylin Monroe ein neues Frauenbild entworfen und zugleich eine andere Sichtweise angeregt. Sie war eine Frau die naiven Charme, die Männer um den Finger wickeln konnte, ohne als Hure zu gelten. Sie propagierte eine moderne gewagte Mode, die es dem zeitgemäßen Mädchen erlaubte ihre weiblichen Reize einzusetzen, ohne anrüchig zu sein. Galt es bisher nur die weiblichen Rundungen mit Kleidung hervorzuheben, wurde es modern mehr Dekolleté und mehr Beinfreiheit zu zeigen, Zumindest in den Großstädten. Mit dem modischen Trend über Marylin Monroe, setzte sich ebenso ein gewisses modernes Selbstbewusstsein jungen Mädchen durch. Das damit verbundene gesellschaftliche Umdenken verhinderte nun, für manches Mädchen, den Absturz in die Gosse, zumal zunehmend die Familien bereit waren ihrer gefallenen Tochter nicht die Tür zu verschließen.
Der Rock’n’Roll bewirkte für die weißen Jugendlichen eine schleichende gesellschaftliche Veränderung.
Auch die farbige Jugendrevolte brachte der Bürgerrechtsbewegung scheibchenweise Erfolg. Das Aufheben der Rassentrennung schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. 
Die Jugendlichen hatte es geschafft die ängstlichen Eltern zu mobilisieren und mit Martin Luther King bekam die Bewegung einen entsprechenden Anführer. Mit der Strategie des gewaltlosen Widerstands klagten sie ihre Rechte ein, statt mit Gewalt den Rassisten der USA Argumente für die Rassentrennung zu liefern.
Die spürbar positive Entwicklung fand sich musikalisch im Twist der 60er Jahre wieder. Die ausgelassene Form des Modetanzes versteht sich als euphorische Antwort auf eine verheißungsvolle Zukunft. Der Twist trat seinen Siegeszug um die Welt an und obwohl es nur wenige Songs in dem Sound gibt, ist er heute noch ein beliebter Partytanz. Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass sich am Stilwandel die Entwicklung der Jugendbewegung ablesen lässt. Nachdem sich die jugendlichen Weißen etwas emanzipieren konnten, wurde ihre Musik seichter und mit dem gestiegenen Selbstwertgefühl der Mädchen warben Schmusesongs um deren Gunst. Bei den farbigen Jugendlichen ertönten noch aggressive Songs und deuteten auf die Unzufriedenheit mit den schleppenden Fortschritten. Allerdings erklangen auch melodiöse Lieder die in eine hoffnungsvolle Zukunft blickten.

In Europa hatte der Rock’n’roll nicht diese gesellschaftliche Brisanz, wie in den USA und doch mobilisierte der Sound die Jugendlichen. Sie rebellierten ebenso gegen Elternhaus und Schule, nur gab es infolge des Zweiten Weltkrieges schon moderne Denkansätze. In Osteuropa setzte sich die sozialistische Idee durch und im Westen hielt man freiheitlich sozialdemokratisch dagegen. Dem Rock’n’Roll standen alle Regierungen skeptisch gegenüber und befürchteten ein Übergreifen der US-Bewegung, die als gewalttätig und sittenlos galt. In den meisten sozialistischen Staaten wurde Rock’n’Roll deshalb offiziell verboten. Trotz einem Verbot in der DDR, reagierte die Staatsmacht lediglich, wenn eine Anzeige vorlag oder die Tanzparty zu einem Problem (Lautstärke, Randale, Schlägerei) eskalierte. Das grundsätzliche Problem bestand darin, dass die ältere Bevölkerung der DDR, das Verbot des Rock’n’Rolls Verbot befürwortete und solche Tanzpartys anzeigten. Manche Jugendliche fanden abgelegene Bauernhöfe und trafen sich dort, um ihre Musik zu hören. Anzumerken ist noch, dass es in der DDR keine Rockplatten zu kaufen gab. Auf einer Tanzparty wurden damit illegale Westplatten auf einem Plattenspieler abgespielt, dass konnte fürden Besitzer der Schallplatten strafrechtliche Konsequenzen haben.

In den westeuropäischen Ländern wünschte sich die älteren Generationen ebenfalls ein solches Verbot der Musik. Einige Regierungen blockierten zumindest Songs die ihnen zu wild waren und gingen im Vorfeld radikal gegen kriminelle Auswüchse vor. In Nord- und Südeuropa fand der Rock’n’Roll eigentlich nicht statt, wobei dies hier mehr kulturell bedingt war und sich die Jugend wenig für den Sound begeistern konnte. In Europa war der Rock’n‘Roll eigentlich nur in Großbritannien und Deutschland sehr populär.  
Über den amerikanischen Einfluss legalisierte die Musikindustrie den Rock’n’Roll in der BRD. Die Musikbranche erkannte auch den Jugendkult als großen Wirtschaftsfaktor. Die Politiker gaben dem Druck der Wirtschaft nach, zumal inzwischen die seichtere Rockphase über den Atlantik schwappte. Nur vereinzelt bildeten sich Jugendbanden, die als Halbstarke bezeichnet wurden. Die Mehrheit der Jugend grenzte sich von den gewalttätigen Rowdys ab. Der individuelle Tanz-Spaß und die Lebensfreude dominierten. Wichtig war der Jugend eine eigene Musik  und ein Ausleben und Ausprobieren der Persönlichkeit (Emanzipation).
Musikalische setzte sich der Teenagerrock durch, der sich bestens dazu eignete nationale Interpreten zu fördern. In der BRD wurde mit Peter Kraus, Connie Froboes und Ted Herold ein deutschsprachiger Rock’n’Roll vermarktet. Mit dem Schlagersingsang konnten sich auch die Eltern anfreunden. Allerdings war der Rock’n’Roll damit keine Jugendmusik mehr. Die Jugendlichen suchten sich eine neue eigene Musik, um sich von den Eltern abzuheben.

Merkmale50er Jahre Jacke, Rock n Roll Jacke, Buddy Holly Jacke, Buddy Holly Kostüm, Rockn Roll Verkleidung, Rock n Roll Party, 50er Jahre Männerkkostüm, 50er Jahre Mottoparty, Chuck Berry Kostüm, Elvis Outfit, James Dean Mode, 50er Jahre Mode, Rock n Roll Mode, 1950er Look, historische Kostüme, Karnevalskostüm, Johnny Cash Kostüm, Elvis Presley Mode, amerikanische 50er Jahre Mode, 50s Jacket

Junge Männer: Rocker trugen meistens Lederjacken, bunt karierte Hemden und Bluejeans - - - sie trugen kurze haare, ohrenfrei, mit üppiger Haarwelle, die glänzend geölt wurden - - - ein Motorrad gehörte zum Image eines Rockers - - - betuchte Jugendliche prahlten mit einem Cadillac (protziges, übergroßes, offenes Auto)  - - - Allgemein kreierten die jungen Männer moderne Anzugformen, die in vielfältiger Form getragen wurden beliebt waren weiße und karierte Jacken, meistens ohne Schlips, mit bunten Hemden oder Pullis

Junge Mädchen: trugen ein aufgebauschtes Trägerkleid (Petticoat), überwiegend einfarbig (Hell) oder mit großen Mustern oder kunterbunt - - - die Kleider waren figurbetont (Hüfte, Busen), mit Dekolleté bis zum Busenansatz und mit Arm- und Schulterfreiheit - - - beliebt waren schulterlange Fön-Frisuren oder langes Haar, die zu Zöpfen gebunden wurden

Der Tanz: ein ungestümer rhythmischer Paartanz, mit schnellen schwingenden Bewegungen, ohne festgelegtes Tanzschema - - - wichtig war es, dass sich die Partnerin um den Mann drehte (die Puppen tanzen lassen) - - - in der Gleichgewichtsabsicherung bewies der Mann seine Männlichkeit und je ausgefallener der Tanzstil war, desto größer war die http://www.party-discount.de/$WS/party-discount/websale8_shop-party-discount/produkte/medien/bilder/normal/13629.jpgAnerkennung - - - einige Varianten trugen einen artistischen Charakter, so wurden beispielsweise die Tänzerinnen über die männliche Schulter abgerollt oder durch die gegrätschten Beine gezogen - - - hieraus entwickelten sich Tanzmeisterschaf­ten, aber es resultierten auch viele Unfälle daraus

Partnerschaft:  Über ihre erotische Ausstrahlung entdeckten Frauen ein gewisses Selbstbewusstsein in Europa. Filmschauspielerinnen (Gina Lolobridgida, Sophia Loren, Brigitte Bardot) zeigten ihnen, wie sie ihre erotischen Reize wirksam einsetzen konnten, um ihr Selbstwertgefühl steigern zu können. In den USA wurde Marilyn Monroe zum Sexsymbol der Männerwelt, die mit ihrem erotischen Charme, das naive blonde Dummerchen verkörperte und sich stets in ihre Frauenrolle fügte. In diesem Sinne entdeckten die Medien eine neue lukrative Finanzquelle.
Neben den zahlreichen Modeschöpfungen der Industrie, wurden nun die Frauen als williges Lustobjekt den Männern angepriesen. Zahlreiche Zeitschriften und Magazine („Playboy“) stellten die Frauen in freizügigen Posen dar und rückten verallgemeinernd die Frauen in ein wollüstiges Licht. Amerikanische Männer neigten wegen der sündigen Verführung dazu, die eigne Frau vor der bösen Welt wegzusperren. Deshalb wurden Ehefrauen nach der Hochzeit an den heimischen Herd verbannt und sollten in der Öffentlichkeit nicht zu reizvoll aussehen.
In den USA änderte sich an dem sklavischen Status der Frau durch den R&R nur wenig, sofern sie es nicht schaffte, auf den Mann psychologisch und erotisch einzuwirken. I
n der Regel konnten die Frauen wenigstens ihre Männer überreden technische Hilfen im Haushalt anzuschaffen. In Europa dagegen konnte die Frau viel Selbstbewusster auftreten, zumindest in den Großstädten, aber die völlige Gleichberechtigung wurde ihr auch hier versagt. Lediglich in den sozialistischen Staaten, wie der DDR, war die Gleichberechtigung gesetzlich festgeschrieben. In den kapitalistischen Staaten, wie der BRD, dauerte es bis zum Ende des Jahrzehnts, bis die grundlegendsten Rechte der Frau gesetzlich durchgesetzt wurden. Zum Beispiel durfte die Frau in der BRD erst ab 1958 ohne Erlaubnis ihres Ehegatten berufstätig sein.