1.4. Sport, Kultur, Technik

Fernsehen, Kino, Technik und Sport 

1. Kino und Fernsehen
      Allgemeines zur Kultur
     Kino und Film
     Fernsehzeit
     Fernsehen, Programm-Highlights

2. Technik und Medien
3. Sport in Deutschland

 

Kino und Fernsehen in  Deutschlands

In Deutschland veränderte sich das Kulturbedürfnis zugunsten des Fernsehers. Traf man sich in den 60er Jahren noch häufiger auf Tanzveranstaltungen, Volksfesten und Gaststätten, so blieb der Bürger jetzt lieber in seinen vier Wänden. Ebenso ließ das Interesse für das Kino, das Theater und andere Kulturveranstaltungen nach, da das Fernsehen dem Zuschauer mit einem reichhaltigen Angebot verwöhnte (zumindest in der BRD). Und auch Kinohits liefen nach wenigen Monaten auch im Fernsehen (meist zu Festtagen). 
Verstärkt nutzte die Jugend das Kino oder die Tanzveranstaltungen (Disco), da sie nun unter sich sein Konnten, fern ab vom Elternhaus. In der kulturellen Ausrichtung unterschieden sich die deutschen Staaten. Versuchten die DDR Funktionäre dem Volk schöngeistige Kultur einzuimpfen, so unterstand die Kultur in der BRD dem profitorientierten Markt.

Allgemeines zur Kultur

Wesen der DDR-Kultur

Die Erziehung zum bewussten und verantwortungsvollen Bürger stand in der sozialistischen Ideologie im Mittelpunkt. Negative Impulse und egoistische Triebe galt es zu vermeiden, um den Gemeinschaftssinn zu fördern, damit die Grundlage für eine klassenlose Gesellschaft (Kommunismus) geschaffen werden konnte. Mit niedrigen Eintrittspreisen lockten die Kulturbosse den Bürger in Kunstgalerien, Opernhäuser, Konzertsäle, Theatern oder Museen. In Betrieben wurde ein Kulturfond eingerichtet und Betriebsausflüge sollten in die Kulturtempel führen. Über die Schule wurden die Kinder mit der schöngeistigen Kultur konfrontiert. Die seichte Unterhaltung, mit Schlagern, westliche Popmusik, Filmkomödien oder professioneller Sport (Fußball) waren dagegen verpönt. Das SED-Regime musste aber einsehen, dass sie mit ihrem Kulturzwang das Gegenteil erreichten und die Bevölkerung nach niederer Unterhaltung gierte. Die Regierung musste schließlich Zugeständnisse machen und gab der Kultur den Freiraum den Bedarf der Bevölkerung zu stillen.

Wesen der BRD-Kultur

Das Kulturministerium unterstützte und förderte die Kunst und Kultur in seinen gesamten Facetten und sah sich in der Pflicht eines Bildungsauftrages, um den Bundesbürger die kulturelle Basis der Gesellschaft (Klassik, Literatur, Kunst) zu vermitteln. Demgegenüber lockerten sich Beschränkungen im Sinne einer freiheitlichen demokratischen Ordnung und meinte profitable Geschäfte. Dazu gehörte, das Vermarkten der Popmusik, mit allen profitablen Randerscheinungen (Starkult, Mode), ein großes Kinofilmangebot, TV-Shows, der professioneller Fußballsport und das Zulassen von Bordellen. Kultur und der Sport sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden, dass wiederum dem Staat wichtige Steuereinnahmen bescherten. Zudem hatte der Bürger die Freiheit und die Wahl welche Art von Kultur und Sport er bevorzugte. Natürlich zielte das Angebot auf den Geldbeutel des Bürgers, der sich auch gern verführen ließ.

Kunst & klassische Kultur

Grundsätzlich wurde in DDR-Kultur subventioniert und jede Bühne/Veranstaltung benötigte eine staatliche Erlaubnis, wodurch die Künstler zwar finanziell abgesichert waren, aber eine Privatisierung nicht möglich war. In der BRD durfte sich jeder künstlerisch frei entfalten, nur musste er sich selbst finanzieren, wobei aus dem Kulturfond auch Fördergelder beantragt werden konnten bzw. gezahlt wurden. Im Rahmen der Wirtschaftlichkeit waren die Kulturtempel in der BRD ein Privileg der Reichen und Prominenten, da man an ein zahlungskräftiges Publikum interessiert war. Der Normalbürger wurde aber nicht von den teuren Eintrittspreise abschreckt, sondern eher von der Kleiderordnung. Da für die Privilegierten die Oper und die Konzerthallen zum Schaulaufen des Reichtums wurden, waren Anzüge/Frack und Designerkleider Pflicht. Ein Zutritt in unangemessener Alltagskleidung war praktisch unmöglich.
Westberliner nutzten daher das Angebot in Ostberlin, die kleidungstechnisch liberaler und zudem die Eintrittspreise geringer waren. Bühnen, die kein finanzstarkes Publikum in der BRD anlocken konnten, kämpften ums Überleben. Sie waren auf ein einfaches Publikum angewiesen, doch jene mussten ins Theater gelockt werden. Im Gegensatz zur DDR (Kulturerziehung) war die klassische Kultur kein Zuschauer-Magnet. Bühnen mit schwacher Publikumsresonanz versuchten das Interesse mit Neuinszenierungen zu wecken. Häufig wurde ein klassisches Original bis zur Unkenntlichkeit verschandelten oder im Rahmen des Surrealismus groteske und absurde Wege gegangen. Nicht selten präsentierten sich die Darsteller nackt, mitunter sogar pornografisch. Durch den dann folgenden Medienskandal stieg die Zahl der Neugierigen, die dem Veranstalter aber nur kurzzeitig Gewinne bescherten. Die Mehrheit der Bürger lehnte die klassische Kultur ab und erst recht die surrealistische. Speziell für Bilder und Skulpturen hatte der Normalbürger lediglich Hohn und Spott übrig, zumal sich auch die Medien über die hochgelobten Künstler lustig machten.

Kulturaustausch

In der 2. Hälfte der 70er Jahre wurde ein reger Kulturaustausch zwischen der BRD und der DDR möglich. Anfangs erteilten die DDR-Funktionäre ihren Künstlern nur nach einer strengen Einschätzung der Staatstreue eine Genehmigung und verwehrte BRD-Künstlern ein Auftritt in der DDR, wenn diese als politisch ideologisches Risiko angesehen wurden. Orchester, Chöre oder Autoren aus der DDR erhielten großzügiger eine Reiseerlaubnis, aber Liedermacher oder Popmusiker bekamen schwer eine Auftrittsgenehmigung für die BRD. Zu einem wichtigen Wendepunkt wurde allerdings die Biermann-Affäre, dem ein offener Protest gegen die Bevormundung von Künstler folgte. Zwar lockerte die DDR-Regierung die Zensur, hielt aber grundsätzlich an seinem Kurs fest. Obwohl der Künstlerprotest scheiterte, wurde der Kulturaustausch liberaler. Die DDR-Funktionäre wollten damit den Künstlern entgegen kommen und Künstler, die in der BRD blieben, konnten wenigstens zu keinem Problem in der DDR mehr werden, nach Ansicht der Staatsführung.

Kino und Film

Humor und Spaß

Grundsätzlich wurden in der DDR wurden nur wenige Filme aus westlichen Staaten gezeigt. Aufgrund dessen erlangten die bevorzugten französischen Filme im DDR-Kino eine hohe Popularität. Speziell Jean Paul Belmondo wurde mit seinen Actionkomödien zum Star in der DDR und ebenso begeisterte Louis de’Funés mit seinen Klamauk-Filmen das Publikum. Im Gegensatz dazu gab es in der Bundesrepublik eine reichhaltige Konkurrenz aus den USA (z.B.: „Der Stadtneurotiker“ oder „Der Clou“), die den Erfolg europäischer Filme minderten, aber dennoch für volle Kinosäle sorgten. Zu absolute Dauerbrenner im BRD-Kino wurden die Italowestern mit Bud Spencer und Terence Hill. Der Prügelhumor wurde in der DDR anfangs nicht gezeigt, da neben dem Humor Gewalt verherrlicht wurde. In der DDR wurde dagegen der dänische Ganovenklamauk „Die Olsenbande“ zum Kinohit. Die originelle DEFA-Synchronisation bescherte den Film Kultstatus, sodass einige Ausdrücke aus dem Film in die Alltagsprache übergingen. Die „Olsenbande“ ging somit in Serie. Der BRD gelang keine humorvolle Synchronisation und deshalb floppte dort die Gauner-Serie.

DDR-Kino

Bei DDR-Filmen achteten die Funktionäre bei ihrer Zensur auf eine ideologische Aussage und darauf, dass die Filme keine niederen Gelüste nährten. Somit hatten die Indianerfilme mit Gojko Mitic (YUG- s. Bild) eine zielgerichtete Botschaft und sollte die mörderische USA-Politik gegenüber den Indianern anklagen. Zudem galt es die amerikanischen Ureinwohner realistisch darzustellen. Die DDR-Filmgesellschaft DEFA produzierte auf diese Basis Indianerfilme die alle zu Kinohits wurden.
Von den wenigen US-Filmen gelangte „Blutige Erdbeeren“ in die Kinos, die das überzogene Vorgehen der US-Nationalgarde gegenüber einer Universitätsbesetzung durch Studenten dokumentierte. Ebenfalls erfolgreich lief der britischen Film „Privileg“, der eine Studie über den Aufstieg und Fall eines Rockstars war. Obwohl beiden Filme von den Jugendlichen als durchschnittlich bewertet wurden, begeisterte sie jedoch die Musik im Film. Übrigens, international fanden beide Filme kaum Resonanz. 
Hierzulande war der Schlagerfilm „Nicht schummeln Liebling“ noch ein Kinoerfolg, aber reichte nicht an den Erfolg von „Heißer Sommer“ heran. Der DDR-Kinobesucher hatte ohnehin bescheidene Ansprüche, da überwiegend ideologisch geprägte Arbeiter - und Historienfilme gezeigt wurden. Alternativ gab es wenigstens hervorragende Verfilmungen von klassischen Werken (Literatur, Oper) zu sehen. Stets ein Kinomagnet waren die vielen Kinder-, Jugend- und Märchenfilme. Phantasievoll wurden Märchen produziert, die beim genaueren Hinschauen reale Bezüge zum Alltag aufwiesen und gesellschaftskritische Töne enthielten. Die Motivation der Regisseure, die Gegenwart in Märchen zu projizieren machte jene Filme so einzigartig und zog nicht nur die Kinder in seinen Bann. Einige Regisseure der DDR konnten mit einer Reihe preisgekrönte Gegenwartsfilme auf-warten (z. B.: „Anton, der Zauberer“ oder „Solo Sunny“). Staatskritische Töne wurden dabei umgangen, aber dafür Zweideutigkeiten eingefügt.

BRD-Kino

Das vielfältige Angebot des Kinos macht es schwer einzelne Filme hervorzuheben, aber es zeigten sich gewisse Trends (Filmhits siehe Jahresauswertung). Neben den Sexfilmen waren Horrorfilme sehr beliebt. Im Mittelpunkt der Gruselschocker standen Vampire (speziell Graf Dracula), Frankenstein und Werwölfe („Mister Jekyll und Mister Hyde“). Besonders schockte der Streifen „Die Fliege“, indem ein Wissenschaftler durch ein misslungenes Experiment selbst zur Fliege mutierte. Stets angesagt war die britische Actionreihe um James Bond, als Agent 007. Zahlreiche amerikanische Filme überschwemmten das Kino mit Historienspektakel, Kriegsfilmen oder Abenteuerfilmen. Besonders beliebt waren immer noch die Western, obwohl sich Hollywood bemühte die Indianer realistischer darzustellen und nicht mehr als blutrüstige Wilde zu zeichnen. Ebenso begeisterten Komödien und Slapstick-Streifen den Zuschauer.
Der bundesdeutsche Film passte sich dem Kinomarkt an und produzierte profitorientiert niveaulose Filmchen mit Sex und überdrehter Komik. Dennoch gab es Regisseure, wie Volker Schlöndorf, Reiner Werner Faßbinder und Michael Fengler, die mit surrealen Mitteln den Kunstfilm schufen. Ihre Filme wurden folgerichtig mehrfach ausgezeichnet, aber die Kinozuschauer zeigten wenig Interesse an dem künstlerischen Gehalt jener Filme. Von den anspruchsvolleren Filmen wurden nur die politisch gefärbten Dramen („Liebe ist nur ein Wort“, „Und Jimmy ging zum Regenbogen“, „Der Stoff aus dem die Träume sind“) von Johannes Mario Simmel ein Erfolg.
Mit der Musicalverfilmung „Jesus Christ Superstar“ verärgert Andrew Llyod Weber die katholische Kirche, die den Film als Gotteslästerung betrachteten.
In der 2. Hälfte der 70er Jahre schockte Steven Spielberg (USA) mit seinem Debütfilm „Der Weiße Hai“ das Publikum und publizierte ein Genre des realitätsnahen Horrorfilms. Als Regisseur gelangen Steven Spielberg weiter Kinohits im Genre Science Fiction und Adventures. Ein weiterer Regisseur schrieb Geschichte. George Lucas gelang mit der Weltraumsaga „Star Wars“ nicht nur ein Kinohit, sondern entfachte einen ultimativen Trend zum galaktischen Abenteuer. Im Zuge der „Star Wars“ - Begeisterung, wurde auch der „Kampfstern Galactica“ zum Kinohit und zur 60er Jahre - Serie - „Star Trek“ wurde ein Kinofilm produziert, der ebenfalls zum Kinomagneten wurde.
Neben der Science-Fiction Euphorie lagen Discotanzfilme im Trend. Vor allem Mädchen waren begeistert von den Discotanzfilmen „Saturday Night Fever“, „Stayin Alive“ und „Grease“, die alle drei zu Kultfilmen aufstiegen und den Discotrend vorantrieben. Mit den „Rocky“- Filmen stieg Sylvester Stallone zum Idol auf und spielt darin einen Boxer.

Sex in Kino und TV

Mit der sexuellen Revolution kamen Ende der 60er Jahre die Aufklärungsfilme in die Kinos der Bundesrepublik. Im Prinzip wurde Sex legalisiert, da den meisten männlichen Zuschauer bei den Filmen mehr die nackten  Tatsachen interessierten. Ingrid SteegerUnter der Maske einer Dokumentation flimmerte der Krankenschwestern-, Schulmädchen- oder Hausfrauenreport über die Leinwand. Eindeutiger und als Komödie verpackt, lockten die bayrischen Lederhosengeschichten in die Kinos oder ließ sich von „Emmanuelle“ (Sylvia Kristel) sinnlich verführen.
Zur Sexikone wurde Ingrid Steeger, die zuvor in vielen Sexfilmen zu sehen war und nun im Fernsehen ihre Reize präsentierte, wodurch die Nonsens-Show „Klimbim“ ab 1973 zum TV-Hit wurde. Als blondes Dummchen wurde sie selbst zur Kultfigur („da mach ich mir ein Schlitz ins Kleid und find’ es wunderbar“) und begeisterte ein Millionenpublikum. Allerdings gab es auch scharfe Proteste der Moralwächter und der Kirchen.
Der Gipfel der Akzeptanz wurde mit dem Film „Letzter Tango in Paris“ erreicht. Der Bertolucci Film mit Marlon Brando und Maria Schneider gab sich als Beziehungsdrama und zeigte pornografische Szenen. Die schallende Kritik führte zumindest dazu, dass Filme mit pornografischem Inhalt mit einer Altersbegrenzung belegt wurden, mit Ausweispflicht.
In den Medien der DDR hatten die Funktionäre nichts gegen ästhetische Sexualität im Film, wenn sie im Rahmen einer Liebesproblematik als Stilmittel eingesetzt wurde. Verboten waren aber pornografische Filme, die vordergründig Frauen zum Sexobjekt degradierten. Besonders beliebt waren die freizügigen französischen Filme, die in ihren Beziehungsdramen Sexszenen einsetzten. Dem Beispiel folgend entstand bei der DEFA „Die Legende von Paul und Paula“, einem gelungenen Mix aus stillem Humor, Popmusik, Drama und Sexualität.

Fernsehzeit

DFF1& DFF2 = DDR Programme; ARD, ZDF & 3. Programme = BRD Programme
⇒ Berichte meint auch Naturfilme, Wissenschaft, Technik, Kultur, Sport, Politik, Geschichte und ähnliches
⇒ Infosendung meint aktuelles Zeitgeschehen, Tipps zum Kochen, Heimwerkern, Basteln und ähnliches

Montag bis Freitag

8-10 Uhr: DFF1 startete mit „Medizin nach Noten“ (Gymnastik) und brachte Sendungen für den Schulfunk (z. B. „English For You“)
                 und den Nachrichten

ab 10 Uhr: DDF1 Wiederholung des Vorabendprogramms für Schichtarbeiter / ARD & ZDF Vormittagsprogramm mit Filmen, Berichten
                 und Wissenswertes

13 bis 16 Uhr: In der Regel ein Testbild, zum Ausrichten der TV-Antenneab 16 Uhr: DFF1 & ZDF mit Berichten und Infosendungen,
                 in einem bunten Mix / 
ARD strahlte ein Kinder- und Jugendprogramm aus
ab 18 Uhr: DDF1 mit Infos und Magazinsendungen („Visite“- Gesundheit) / DFF2 startete ab 18.50 Uhr mit dem Sandmännchen und
                politischen Sendungen / ZDF mit bunten 
Mix (z.B: „Drehscheibe“) und Berichten / ARD sendete seine Regionalprogramme /
                
3. Programm startete mit der „Sesamstraße“ und sendeten regional ein verschiedene Programme, waren aber speziell kulturell
                und informativ ausgerichtet 

                Nachrichten: ZDF „Heute“ (19 Uhr); DFF1 & DFF2 „Aktuelle Kamera“ (19.30 Uhr)
20 Uhr: ARD (auch 3. Programme) startete mit den Nachrichten „Tagesschau“ und um 20.15 Uhr wurde mit dem ZDF das Abendprogramm
             gesendet, wie Filme, Dokumentationen, 
Berichten oder Shows / DFF1 und DFF2 sendete ab 20 Uhr. Das Abendprogramm wurde
             auf allen Sendern spätestens um 23 Uhr beendet, außer am Freitag; wegen dem 
 Wochenende war ein Programm bis Mitternacht
             möglich.

Wochenende

ARD & ZDF: sendeten ab Uhr ein durchgehendes Programm, dass am Samstag bis weit nach Mitternacht gehen konnte. Von 10 bis 13 Uhr sendeten sie jedoch ein gemeinsames Programm. Wichtig für DDR-Zuschauer waren die ausführlichen Programmhinweise, um 13 und 15 Uhr, da es in der DDR keine Programmzeitschrift mit Westprogramm gab. DFF1 sendete ebenfalls ein durchgängiges TV Programm bis 24 Uhr. Die Sendezeit von DFF2 und den 3. Programmen änderte sich dagegen kaum.

Vorabendsendungen im Fernsehen (18 bis 20 Uhr)

ARD Regionalprogramm von Berlin, sendete immer zwei Kurzfilme (Dauer etwa 20 - 30 Min.), dazwischen Werbung und um 19.15 Uhr ihre Sandmännchen Version. Um 19.30 Uhr folgte die „Abendschau“, mit Nachrichten und Informationen rund um Berlin. Beliebt waren die Kurzfilme, wie „Verliebt in eine Hexe“ oder die Eigenproduktion „Der Bastian“. Immer ein Hit war die Zeichentrickserie „Familie Feuerstein“ und ein Mix aus Stummfilmslapstick (Charlie Chaplin, Dick und Doof), sowie der Cartoons-Serien „Bugs Bunny“, „Schweinchen Dick“ und „Der rosaroten Panther“.http://www.google.de/url?source=imgres&ct=tbn&q=http://www.superketti.com/Anthologie/wumsingt%255B1%255D.jpg&sa=X&ved=0CAUQ8wdqFQoTCM3h8OKlksYCFQYTLAodsf8PRw&usg=AFQjCNEPrXt42q1ldDBs2aBu7A_Q6s1kfQ
ZDF begann um 17.45 Uhr mit der Magazinsendung „Drehscheibe“, gefolgt von Berichten, Informationen oder Filmen (z.B.: „Raumschiff Enterprise“). Um 19 Uhr folgten die „Heute“ - Nachrichten und ab 19.30 Uhr begann das eigentliche Unterhaltungsprogramm mit Filmen, Berichten und Quizsendungen. Einmal pro Monat, wurde am Donnerstag die Spiel-und Schnellratesendung „Dalli Dalli“ (mit Hans Rosenthal) ausgestrahlt. Ebenfalls sehr beliebt war die Quizshow „Der große Preis“ (zuvor „Drei mal Neun“), mit Wimm Toelke und dem Zeichentrickhund Wumm. Bevor die „ZDF-Hitparade“ und „Disco“ auf den Samstag verlegt wurden, waren jene Kultsendungen in der Woche zu sehen (meistens montags).
DFF1 wechselte zwischen Kindersendung und Infosendungen („Die Umschau“), aber um 18.50 Uhr war stets das „Sandmännchen“ zu sehen. Dann folgten Spartensendungen, wie „Du und dein Garten“, „Visite“ oder das „Verkehrsmagazin“, aber auch amüsantes. Die DDR kannte ebenfalls Werbung, die „Tausend Tele Tipps“ genannt wurde, da die Produktpallette sehr begrenzt war, wurden oft Kochrezepte vorgestellt oder mit einem 5-minütigen Zeichentrickspaß unterbrochen. „Arthur der Engel“, „Hase und Wolf“ und „Lolek und Bolek“ wurden richtige TV-Hits. Die Nachrichten der „Aktuellen Kamera“ beendeten das Vorabendprogramm.

Fernsehen, Programm-Highlights

BRD-Fernsehen (Montag bis Freitag)

In der Woche war das Fernsehangebot eher trist und war mit Magazinjournalen (Information, Politik, Wissen usw.) überhäuft. Selten gab es Filme zu sehen und wenn, dann waren es oft langweilige Fernsehspiele. Einzige Ausnahme waren „Die Unverbesserlichen“ mit Inge Meysel und Joseph Offenbach. Die Serie wurde zu Zuschauerhit, da sie Familienprobleme der Gegenwart schonungslos ansprach. Inge Meysel spielte dabei die Mutter, die versuchte alle Probleme zu lösen und wurde vom TV-Publikum liebevoll „Mutter der Nation“ genannt.
Im Gespräch ganz anderer Art, war die Serie „Ein Herz und eine Seele“. Mit drastischer Satire (Wortwahl) wurden verbreitete Denkweisen aufgezeigt, worauf viele Zuschauer sehr verärgert reagierten. Die Mehrheit der Zuschauer amüsierte sich über „Ekel“-Alfred, da er das proletische Deutschtum hervorragend karikierte. Nach 25 Folgen war Schluss, da es an neuen Ideen haperte und die derben Worte ihre Witzigkeit verloren hatten.
Der Dienstagabend gehörte der Unterhaltung. Die ARD wagte es eine barbusige Ingrid Steeger im Fernsehen zu zeigen. Trotz einiger Proteste war die große Mehrheit von der Nonsens-Show „Klimbim“ begeistert. Ebenso baute die „Plattenküche“ mit Frank Zander und Helga Feddersen ebenso auf nackte Frauen. Ansonsten war die 45-minütige Sendung ein Mix aus Musik und chaotischen Humor, der auch vor den Künstlern nicht stoppte. Mit eine reine Musikcomedy präsentierte dagegen Gisela Schlüter ihre „Zwischenmahlzeit“. Wer dann noch nicht Humor genug getankt hatte, schaute sich „Nonstop Nonsens“ mit Dieter Hallervorden an, mit überdrehter Slapstick und Sketschen die zu Klassikern wurden.
Am Montag war noch die Kultsendung „Musik aus Studio B“ mit Chris Howland zu sehen, aber da die Sehbeteiligung stark nachließ wurde die Sendung eingestellt. Auch dem legendären „Beatclub“ erwischte es 1972. Auf den 3. Programmen wurde aber die Sendung mit neuem Konzept als „Musikladen“ neu gestartet. Im kleineren Rahmen traten nun Künstler auf, unter anderem auch die Blödeltruppe Insterburg und Co., die dadurch bundesweit bekannt wurden. Der „Musikladen“ wurde wieder in die ARD zurückgeholt und war ab 1977 eine Discoshow, die sich großer Beliebtheit erfreute.
Ein Dauerbrenner der ARD war und blieb die Quizsendung „Das heitere Berufe raten“, mit Robert Lempke. Das ZDF zeigte von Montag bis Donnerstag viele Magazinsendungen, Fernsehfilme oder internationale Spielfilme.
Freitags war jedoch Krimi-Tag, doch in der ARD musste man zuvor den „Bericht aus Bonn“ und das Verkehrsmagazin „Der 7. Sinn“ über sich ergehen lassen, bevor um 21.45 Uhr die die Serienhighlights starteten. Nach den letzten Folgen des Straßenfegers „Auf der Flucht“ gab es im stetigen Wechsel Krimis zu sehen. Beliebt waren, unter anderem, die Agentenserie „Cobra übernehmen Sie“, die koketten „Drei Engel für Charlie“ oder der britische Lord „Mit Schirm, Charme und Melone“. Ab 1974 konnte man beim ZDF, die Wartezeit überbrückte das ZDF, mit den eigenen Krimiformaten „Der Kommissar“, „Derrick“ oder später „Der Alte“. Und nach den ARD-Krimis sendete das ZDF noch eine US-Krimiserie.
Zu erwähnen sei noch, die erfolgreichen Krimiserie „Einsatz in Manhattan“ mit Telly Savalas als zynischer Kojak mit Lolli und die erste deutsche Talksendung „Je später der Abend“ mit Dietmar Schönherr, ab 1973 im WDR und dann ab 1978 in der ARD.

BRD-Fernsehen ( Wochenende)

Am Samstagnachmittag kam in unregelmäßigen Abständen „Zum Blauen Bock“ (ARD). In Festzeltatmosphäre präsentierte bei Appelwoin Heinz Schenk einen Mix aus Gesprächen, Humor und Musik (Volkstümliches bis Schlager). Ebenso sehr beliebt war die internationale sportliche Comedyspielshow „Spiel ohne Grenzen“, die leider 1973 aus Kostengründen aus dem Programm der ARD genommen wurde. Zwischen 18 und 20 Uhr gab es in der ARD die Sportschau, mit Berichten, Interviews zum Fußball und den anderen Sportarten. Lange Zeit wurden nur 3 Spiele in einer Zusammenfassung gezeigt, über die restlichen Spiele informierten Klapptafeln.
Das ZDF zeigte in dieser Zeit US-Serien, unter anderem verlegte der Sender die Erfolgsserie „Raumschiff Enterprise“ auf den Samstag und auch die „Hitparade“ und „Disco“ erhielten einen festen Stammplatz um 19.30 Uhr. 
Der Samstagabend gehörte der Show. Mit Musik und Humor begeisterte lange Zeit Peter Frankenfeld seine Zuschauer mit „Musik ist Trumpf“ im ZDF. Ebenfalls beliebt war das ARD Eurovisionsquiz „Einer wird gewinnen“, einer Spiel & Rateshow mit Hans Joachim Kulenkampff. Doch dann kam Rudi Carell und definierte Unterhaltung in der ARD neu. Sowohl die „Rudi Carell Show“, als auch „Am laufenden Band“ wurden zu Straßenfegern. Ebenfalls ein Zuschauermagnet war die Karnevalssitzung „Mainz, wie es singt und lacht“ im ZDF, obwohl diese Sendung nur einmal im Jahr kam. Ebenfalls unregelmäßig, aber mit großem Erfolg, liefen die Bühnenkomödien vom Ohnesorg Theater und auch die maritime Show „Haifischbar“, konnten hohe Einschaltquoten verbuchen.
ARD und ZDF wechselten sich in den Showprogrammen ab und alternativ zeigte der jeweils andere Sender einen Spielfilm. Um 22 Uhr sendete die ARD die „Tagesschau“- Nachrichten und nach dem „Wort zum Sontag“ kamen meisten noch spannungsgeladene Filme. Das ZDF sendete dagegen ihr „Aktuelles Sportstudio“ und sendete danach ebenfalls eine Spielfilm.
Der Sonntagnachmittag gehörte dem Spielfilm. Beliebt waren die verfilmten Karl May Bücher von Winnetou und Old Shatterhand und trotz der rassistischen Machart waren die Tarzan-Filme aus den 30er Jahren mit Johnny Weissmüller sehr beliebt. Stets ein Fernseh-knüller waren Heimat- und Schlagerfilme fürs Herz und Abenteuerfilme mit Piraten oder märchenhafte Fantasieaction, wie beispielsweise die spannenden Sindbad-Geschichten. 
Das ZDF unterhielt sein Publikum mit kurzweiligen US-Westernserien, wie „Bonanza“, „Die Leute von der Shiloh Ranch“ oder „Am Fuß der blauen Berge“. Die ARD legte im Westerntrend mit „Rauchende Colts“ nach. Wer es mehr familiär mochte kam bei den US-Serien „Unsere kleine Farm“ und „Die Waltons“ auf seine Kosten. 
Der Sonntagabend gehörte den besonderen Spielfilm und zu Feiertagen wurden aktuelle Kinofilme gezeigt. Langsam wurde der „Tatort“ zum regelmäßigen Sonntagskrimi, der nun einmal pro Monat kam. Aber auch ein Bericht über die „Expedition ins Tierreich“ oder besondere Kulturaufzeichnungen (Oper, Konzert) wurden gern gesehen. 
Besonders zur Weihnachtzeit überschlugen sich die Sender mit ihrem Angebot. Immer wieder ein großer Erfolg waren spannende Mehrteiler, wie „Der Tiger von Eschnapur“ und „Die Lederstrumpferzählung“.  Außerdem sind die Mehrteiler „Lockruf des Goldes“ (nach Jack London), „Michael Strogoff, der Kurier des Zaren“, „Sandokan, der Tiger von Malaysia“, „Die Abenteuer des David Balfour und natürlich „Timm Taler“ zu erwähnen.

DDR-Fernsehen

Wie in der BRD dominierten Informationssendungen und Fernsehspiele. Herausragend war  Magazin Prisma, da es die einzige Sendung war, die sich kritische Töne zum sozialistischen Alltag erlauben durfte. Die gezeigten Fernsehspiele waren dagegen stark ideologisch gefärbt. Zu den wenigen TV-Hits in der Woche, zählte der „Der Staatsanwalt hat das Wort“. In einem Fernsehspiel wurde eine Straftat nachgestellt, mit den Beweggründen des Täters und abschließend bewerte ein Anwalt die Tat, mit dem wahrscheinlichen Strafmaß. Der Montag gehörte den alten Film und es wurden Filme aus den 30er Jahren gezeigt. Auch beliebt war „Willy Schwabes Rumpelkammer“, mit Ausschnitten aus alten Filmen, sowie die Sendung „Außenseiter Spitzenreiter“. Mit unterhaltsamen Beiträgen über Kurioses oder Skurriles in der DDR begeisterte das kurzweilige Format und bekam am Donnerstag seinen festen Sendeplatz. Erwähnt muss „Der Schwarze Kanal“ werden, da er für manchen Jugendlichen zur Pflichtsendung für den Politunterricht wurde. Moderator Karl Eduard von Schnitzler betrieb dabei eine überzogene Hetzkampagne, gegen die BRD und die USA und interpretierte dabei Ausschnitte aus dem BRD-Fernsehen.
Das Wochenende blieb auch im DDR-Fernsehen der Unterhaltung vorbehalten. Beliebt war „Klock achtern Strom“, mit einer Mischung aus humorvollen Plaudereien und einer breiten Musikpalette (Shantys, Schlager, Pop, Jazz) in einer Hafenbar-Atmosphäre. Dauergast war die schwedische Schlagersängerin Nina Lizell, die über die Sendung zum Star in der DDR wurde. Häufig dabei war das Golden Gate Quartett und die noch unbekannte Band ABBA, unter den Namen Agnetha, Anni, Björn & Benny.  Ebenso beliebt war „Mit Lutz und Liebe“, eine Art Musikcomedy mit Lutz Jahoda und den Jazz-Opas.
Doch zu absoluten Highlight sollte die Revuesendung „Ein Kessel Buntes“ werden. In den Anfangsjahren hatten die Drei Dialektiker einen großen Anteil am Erfolg der Sendungen. Das Trio Manfred Uhlig, Lutz Stückrath und Horst Köbbert vertraten die drei populärsten Dialekte in der DDR, die nicht nur moderierten, sondern sich auch satirisch äußern durften. Neben der Alltagsatire, wagten sie auch zweideutige Seitenhiebe auf die Staatspolitik. Es entstand ein Humor, den nur DDR Bürger verstanden. Das SED-Regime tolerierte lange Zeit den kabarettistischen Humor, doch dann wurden die Dialektiker abgesetzt. Offiziell wegen einem neuen Konzept, dass nun beliebte Künstler der DDR moderieren sollten.
Stets ein TV-Hit waren auch die Familienkomödien mit Rolf Herricht, Agnes Kraus und Marianne Wünsche, die frei von ideologischen Zwängen waren. Ein echter Serienhit wurde die Komödie „Aber Vati“ und am Silvesterabend lockte die Bühnenschwank-Serie „Maxe Baumann“ zahlreiche Zuschauer vor die Glotze, bevor die ebenfalls beliebte Silvestershow seine Pforte öffnete, mit Partymusik, etwa Erotik und ausgelassenen Humor.
Kultcharakter hatte auch die Mittagsshow „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“, am ersten Weihnachtsfeiertag (10 bis 12 Uhr), sowie abends die „Nacht der Prominenten“. Wie bei  der ARD-Zirkusshow „Stars in der Manege“, traten auch in der DDR bekannte Schauspieler oder Sportler mit Zirkusdressuren (z.B.: im Löwenkäfig) auf.
Als Pendant zum „Tatort“ schuf der DFF am Sonntag die Krimireihe „Polizeiruf 110“ und stellte die Motivation für eine Straftat in den Fokus und orientierte sich an reale Fälle. Für die Jugend war die Musiksendung „Rund“ gedacht. Überwiegend bestand die Sendung aus Agitationsbeiträgen. Wer aushaarte, konnte mit Auftritten westlicher Bands belohnt werden oder mit Rock- und Popmusik aus Ungarn, Polen oder dem eigenen Land. Ohne  Vorankündigung traten beispielsweise Gruppen wie Slade, Middle of the Road, Susi Quatro oder Mud auf. Stets dabei waren Beiträge aus der Sowjetunion, oftmals folkloristische Chöre, Ballett oder Konzertgesänge. Fast zum Standard wurde der Auftritt vom US-Protestsänger Dean Reed, den die Funktionäre gern als Vorzeigestar vermarkteten.

Kindersendungen

Das Kinderprogramm im BRD-Fernsehen bestand zum größten Teil aus US-Serien (häufig Trickfilme). Selbst die „Die Sesamstraße“ war ursprünglich ein synchronisiertes US-Vor-schulprogramm. Das erste eigene deutsche Bildungsprogramm für Kinder war „Die Sendung mit der Maus“. Von den bundesdeutschen Produktionen für Kinder, stand die Augsburger Puppenkiste hoch im Kurs. Das Marionettenspiel begeisterte Jung und Alt und war eine Mischung aus kindlichen Humor, Musik und skurrilen Wesen. Dann eroberte die deutsch-tschechische Serie „Pan Tau“ (ab 1970) das Fernsehen. Der stumme Zauberer konnte mit seinem Hut Probleme beseitigen. Ab 1974 wurden die Zeichentrickfilme „Heidi“, „Wicki und die starken Männer“ und „Die Biene Maja“ zum TV-Hit. 
Ab 1976 ging die Muppet-Show auf Sendung und wurde mehr bei den Jugendlichen zum Kult. Zur erfolgreichsten Kinderratesendung wurde 1977 „1, 2 oder  3“ mit Michael Schanze, der es verstand auf die Kinder einzugehen ohne sie vorzuführen. Mit einer Vermischung aus Märchenwelt und Gegenwart verstand es die tschechische Serie „Arabella, die Märchenbraut“ (1979-1981) zu begeistern und ebenso der Film die „Hexe auf dem Besenstil“. Trotzdem beides eine sozialistische Produktion war, wurden Serie und Film erst in den 80er Jahren im DDR Fernsehen gezeigt. Umgekehrt produzierte die DDR mit der tschechischen Filmgesellschaft 1973 „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Erst 1975 war das Märchen in der ARD zu sehen und mauserte sich in den 90er Jahren zum Kultfilm der Weihnachtszeit.
Das DDR Fernsehen besaß schon in den 70er Jahren ein komplexes Programm für Kinder mit Standards die zu Klassikern wurden. Am Samstagnachmittag gab „Professor Flimmrich“ Filmtipps und anschließend wurde ein Film gesendet. Oft waren es sowjetische Märchenfilme, aber auch Jugendfilme, wie „Alfons Zitterbacke“ wurden gezeigt. Sonntags um 10 Uhr kämpfen Schulklassen in der Sportspielsendung „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“, um das Aufstocken der Klassenkasse. Am Nachmittag lud Meister Nadelöhr zum „Besuch ins Märchenland“ ein. Mit dem lebhaften Kobold Pittiplatsch wurden Kinderprobleme amüsant forciert, bis Schnatterinchen (Ente) sich aufbrausend über Pitti ärgerte. Meister Nadelöhr trat dann schlichtend in Erscheinung und beruhigte die Gemüter mit einer kurzen Zeichentrickgeschichte.http://static1.akpool.de/images/cards/37/379066.jpg
„Das Sandmännchen“ schloss für Kinder um 18.50 Uhr den Alltag ab. Mit einer kurzen Geschichte, wie ein Besuch bei Frau Puppendoktor Pille oder Tadeusz Punkt. Die Figuren wurden von den Kindern geliebt, da sie es verstanden, ohne erhobenen Zeigefinger etwas Lehrhaftes zu suggerieren. Die absoluten Stars waren die Handpuppen Fuchs und Elster, am Sonntag. Ständig im Zwist und trotzdem ein Herz und eine Seele, gerieten der listige, tollpatschige Fuchs und die überspannte Elster aneinander. Trotz ideologischer und pädagogischer Ausrichtung schafften es die Sendungen ohne den erhobenen Zeigefinger auszukommen. Fuchs und Elster waren auch bei den Erwachsenen sehr beliebt, sodass sie auch in den Showsendungen des DDR-Fernsehens zu sehen waren.

Der besondere Film

Es gab zwei Serien und ein Film, der nicht nur mich besonders beeindruckte.
Holocaust“: erzählt eindrucksvoll mit realen Filmmaterial, die Geschichte der jüdischen Familie und der Judenverfolgung im Hitlerdeutschland. In eindrucksvoller Weise werden in vier Teilen Täter und Opfer objektiv dargestellt und schildern die Vernichtungspolitik der Nazis, mitunter mit grausigen aber authentischen Szenen.
„Roots“: erzählt die Familiengeschichte von Afrikanern, die als Sklaven in die USA verkauft wurden. An Hand der Familie, wird durch die Zeitepochen hindurch, der amerikanische Rassismus eindrucksvoll nachgezeichnet, bis in die Gegenwart hinein. 
„Fleisch“: Ein Thriller von Rainer Erler, der ohne Actionszene auskommt. Ein junger Mann wird im Urlaub entführt, da ein Millionär von ihm lebenswichtige Organe benötigt. In beklemmender Weise wird hier der Organhandel thematisiert, wo skrupellose Chirurgen für viel Geld anderen Menschen das Leben nehmen. 1979 schockierte der Film zahlreiche Zuschauer, wegen der realen Möglichkeit. Das Original wurde aber nie wieder im Fernsehen gezeigt, unter anderem, wegen der psychische Wirkung und da einige Ärzte gegen den Film protestierten (fühlten Diskreditiert). In Folgezeit entstanden Versionen zum Original, die allesamt nur als abgemilderter Abklatsch bewertet werden können.

Holocaust (1978) Poster

 

 

 

 

 

Sportsendungen

In beiden deutschen Staaten nahmen Übertragungen von Sportereignissen einen breiten Rahmen ein. Das Fernsehprogramm ordnete sich dem Sport unter und vor allem die Olympischen Spiele dominierten. Bei der Fußball-EM und -WM wurden meistens nur die Spiele der deutschen Mannschaft und das Finale übertragen. Da die DDR sich nur 1974 für die WM qualifizierte, war das TV-Angebot dementsprechend gering. Für den Fußball-Europacup galt, dass dort die Übertragungsrechte immer kostspieliger wurden, sodass hüben wie drüben nur ausgewählte Spiele übertragen wurden. Im DDR Fernsehen waren häufig nur die Heimspiele zu sehen und das Rückspiel wurde Zeitversetz nachgereicht (z.B.: Realzeit 20 bis 22 Uhr, im DDR-TV erst ab 22.30 Uhr).
Übrigens, wurden alle Spiele der obersten Liga immer samstags ausgetragen und die Europacupspiele fanden immer am Mittwoch statt. Aus Kostengründen (Kamera-Technik) wurde in der „ARD Sportschau“ nur 3 Spiele in Ausschnitten gezeigt, selbiges galt für das DDR-Fernsehen („Sport aktuell“). Dagegen wurde von beiden Sendern das Skispringen der „Vierschanzentournee“ komplett übertragen und das DDR Fernsehen berichtete intensiv über die internationale Friedensfahrt (legendäres Straßen-Fahrradrennen).
Im BRD-Fernsehen erreichte hohe Einschaltquoten das Schwergewichts-Boxen (Fraiser, Muhamad Ali, Foreman). Saisonbedingt und mit einem erwarten nationalen Erfolg waren Sportsendungen immer ein großer Bestandteil des Fernsehprogramms.

Technik und Medien in Stichpunkten

⇒ Trotzdem der Schallplattenverkauf in der BRD deutlich anstieg, bremste der Verkauf von Kassettenrecorder die Umsätze. Besonders für Jugendliche war es kostengünstiger ihre Hits vom Stereo-Radio aufzunehmen. In der DDR war es die einzige Möglichkeit an westliche Popsongs zu gelangen, da es hier keine aktuellen Singles von angesagten Popkünstlern (Gruppen) gab. Lediglich vereinzelt und verspätet erschienen Sampler-LPs von Künstlern, die von den Kulturfunktionären genehmigt wurden.  

⇒ Bezahlbare Spulentonbandgeräte kamen auf dem Markt und boten bessere technische Möglichkeiten und alle Radiorecorder hatten UKW Frequenzen in Stereoqualität, oft mit der AFC-Taste (verhinderte Senderschwankungen). Die modernen Geräte verfügten einheitlich über einen Anschluss für ein Diodenkabel, dass ein Kopieren, Überspielen oder Übertragen von Musik möglich machte. Angemerkt sei, dass die Rundfunksender alle Lieder ausspielten und der tragbare Radiorekorder das Standgerät (Radio) ersetzte.

⇒ Radiolandschaft in der DDR: Aus der Berliner Welle und dem Deutschlandsender wurde der Radiosender Stimme der DDR und bot für die Jugend zwischen 19.10 Uhr bis 21 Uhr „Hallo, das Jugendjournal“; der Berliner Rundfunk sendete davor „DT 64“ in der Zeit von 17 Uhr bis 19 Uhr. Gern gehört wurde die „Musikalische Luftfracht“ von Radio DDR 1 (Do. 20-21 Uhr) und verstand sich als internationale Hitparade, allerdings kamen die Popbands überwiegend aus den Niederlanden, Österreich, Dänemark und Schweden. Aktuelle angloamerikanische Pop- und Rockmusik bot nur der Soldatensender 904 (Burg bei Magdeburg), der als Propagandasender die BRD Soldaten agitieren sollte, aber nicht die gewünschte Wirkung erzielte. 1971 wurde der Sendebetrieb eingestellt. 

⇒ Radiolandschaft Westberlin (Betrachtung für die gesamte BRD würde ausufern): Alle Radiostationen der ARD sendeten ein Jugendprogramm. Im Berliner Raum brachte der SFB den „SF Beat“ (18-19 Uhr) und „Hey Musik“ (Hitparade, Do ab 20 Uhr). Zudem war der unabhängige RIAS in der DDR sehr beliebt und sah sich als gesamtdeutscher Sender und sprach mit seinem kurzweiligen Programm alle Altersgruppen an. Für die Jugend wurde der RIAS-Treffpunkt (16.30 - 18 Uhr) zur wichtigsten Kontaktquelle der DDR Jugend mit dem Westen und ebenso beliebt war die RIAS-Parade (Hitparade, Mo & Fr ab 20 Uhr). Landesübergreifend konnte Radio Luxemburg empfangen werden, aber meistens nur über die Kurzwellen-Frequenz, mit erheblicher Schwankungen, Piepsen und Störungen. Luxemburg war aber der einzige Sender der Nonstop Musik brachte, jedoch mit viel Werbung. Auf der Mittelwelle konnte man noch den Deutschlandfunk gut empfangen, mit seiner „Derby“ – Hitparade (Internationale Hits und mitunter Schlager)

⇒ Fernsehen in der DDR wurde überwiegend in Schwarz/Weiß gesehen, da Farbfernseher etwa 4 Monatsgehälter kosteten, zudem konnten mit dem französischen Farbsystem Secam, die Farbsendungen des BRD-Fernsehens (PAL-System) nur in schlechter Farbqualität gesehen werden. In der BRD stand ein Farbfernseher fast in jeden Haushalt und zum Standard gehörten 6-8 Programmtasten am Fernseher, an denen Fernsehsender voreingestellt werden konnten (statt Drehknopf). Die 3. Programme der BRD waren als Regional- und Kulturprogramme gedacht, besonders beliebt war „Die Sesamstraße“ für Kinder und „Der Musikladen“ für Musikfans (wechselte um 1977 in die ARD). Leider war nur im NDR die Sendung „Aktuelle Schaubude“ zu sehen, mit einem unterhaltsamen Mix aus Informationen, Gesprächen und aktueller Musik. Ebenso nur im 3.Programm wurde die Schweizer Musikshow „Hits a Go Go“, gesendet und galt bei den Fans als beste Popsendung im Fernsehen (wurde nur im NDR und Radio Bremen gezeigt.

♦ Das Angebot an Zeitschriften und Zeitungen in der DDR war sehr übersichtlich ohne große Auswahl. Die führenden Zeitungen waren das Parteiorgan „Neues Deutschland“ (ND) und die allgemeinere „Berliner Zeitung“. Für die Jugend war die „Junge Welt“ gedacht und als Wochenendzeitung gab es die „Wochenpost“ (kulturell geprägt). Natürlich gab es auch regionale Zeitungen und auch diverse Fachzeitungen. Der Fußballfreund kaufte sich die „FUWO“ (Fußballwoche) oder das „Sportecho“. Oft vergriffen waren die Illustrierte „NBI“, die mit ihrer allgemeinen Ausrichtung sehr beliebt war.
Ansonsten dominierten fachbezogene Zeitschriften den Markt, vor allem
 für Frauen („Für Dich“, „Pramo“) und Kinder („Frösi“, „Atze“, Mosaik“). Stets schwer zu bekommen war die Heftzeitschrift „Das Magazin“, die als einziges Journal Aktfotos veröffentlichten. Auch die Satirezeitung „Eulenspiegel“ enthielt im Genre „Funkel“ ein kleines Aktbild. Wesentlich war jedoch der erlaubte Rahmen von Karikatur zum Alltag. Für die Jugend gab es das Magazin „Neues Leben“ und war relativ beliebt. Wer sich für Pop-und Rockmusik interessierte kaufte sich die Zeitschrift „Melodie & Rhythmus“, sofern sie nicht ausverkauft war. Speziell wenn über westliche Gruppen berichtet wurde war die limitierte Auflage schnell vergriffen.

♦ Von der Vielfalt der BRD Zeitschriften und Zeitungen stachen auf dem Zeitungsmarkt besonders die „Bild“ Zeitung hervor, im kurzweiligen Stil und prägten sie entscheidend den Sensationsjournalismus. Wer renommierte Zeitungen mochte kaufte sich „Die Berliner Morgenpost“ oder die „Frankfurter Allgemeine“. In Berlin war noch die „BZ“ sehr beliebt und präsentierte wie die Bild-Zeitung skandalöse Dinge im Berliner Raum. Der politisch Interessierte kaufte sich das renommierte Magazin „Der Spiegel“ und wer lieber in die bunte Welt des Lebens eintauchen wollte, wurde mit den Illustrierten „Quick“, „Die Bunte“ und „Stern“ bestens unterhalten. Wer an Klatsch und Tratsch interessiert war kauft sich „Neue Post“ oder „Das goldene Blatt“.
Für die Erotik gab 
es „Wochenend“ und „Praline“ oder speziell den „Playboy“. Stets begehrt waren die Modekataloge von Otto, Bader oder Neckermann. Auf den riesigen Zeitungen und Zeitschriftenmarkt fand jeder seine Lieblingslektüre. Bei den Sportfans war die „Sport Bild“ begehrt und der Musikfand kaufte sich das Fachmagazin „Rolling Stone“. Bei den Kindern waren „Yps“ und „Knack“ beliebt, aber der absolute Hit war stets die „Micky Maus“. Beinahe zur Pflichtlektüre für die Jugend wurde die Zeitschrift „Bravo“, in deren Mittelpunkt die Popstars standen, mit Starposter und Lebensberatung über das Pseudonym Dr. Sommer.

Sport in Deutschland

Die sportlichen Prioritäten in beiden deutschen Staaten standen im Zusammenhang mit dem internationalen Erfolg. Der steigende Erfolg der DDR bei den Olympischen Spielen setzte den Enthusiasmus frei in allen olympischen Disziplinen dominieren zu wollen. Dagegen feierte die Bundesrepublik mit dem Fußball große Erfolge. Der olympische Sport tendierte dort zur Nebensache, obwohl man ebenfalls eine große Sportnation sein wollte. In der DDR träumte man dagegen, zur Fußballnation aufzusteigen. So begehrte jeder das, was man nicht hatte.
Bei der Winterolympiade 1972 in Sapporo (Japan) belegte die DDR in der Medaillenwertung Platz 2 (4 x Gold; 3 x Silber; 7x Bronze) hinter der Sowjetunion. Acht Medaillen gewannen allein die Rennrodler. Die BRD brachte es auf 3 x Gold, 1x Silber und 1x Bronze und holte seine Medaillen im Eisschnelllauf und im Bob. In München 1972 hätten die deutschen Staaten zusammen, die USA vom zweiten Platz der Medaillenwertung verdrängen können. Die DDR wurde schließlich Dritter mit 20 x G., 23 x S., und 23 x B., gefolgte von der BRD mit 13x G., 11 x S. und 16 x B.. Die Frauen der DDR dominierten in der Leichtathletik und im Turnen. Die Männer konnten besonders im Rudersport überzeugen und zusammen mit den Frauen holten sie alle Goldmedaillen im Kanuslalom. Namen wie Renate Stecher (Kurzstreckenlauf), Roland Matthes (Schwimmen) und Karin Janz (Turnen) wurde zu Stars. In der Bundesrepublik machten sich Ulrike Meyfahrt (Hochsprung) und Heide Rosendahl (Weitsprung) einen Namen. Sportlich beherrschte der BRD-Sport das Reiten und waren im Feldhockey unschlagbar.
Der Triumph des DDR-Sports löste eine Hetzkampagne der BRD Medien aus und unterstellte den DDR-Sportlern Doping und unmenschliche Trainingsmethoden. Leider stellt sich im Nachhinein heraus, dass es keine Nation gab und gibt, die keine schwarzen Schafe hatte (auch nicht die BRD). In der DDR gab es zweifelsohne Funktionäre, die einigen Sportlern verbotene Substanzen ins Essen mischten. In der Regel aber wurden die Leistungen durch ein konsequentes Training und eine gezielte Lebensweise erreicht. Natürlich legten die Trainer einen Ernährungsplan und den Tagesablauf fest, und mischten sich mitunter auch in persönliche Dinge. Sportler, die jedoch ganz oben stehen wollten, akzeptierten den Drill und ließen sich ihr Leben vorschreiben. Der bundesdeutschen Hetzkampagne stellten die DDR-Medien den Menschenhandel im Fußball entgegen, wonach Spieler verschachert werden konnten. Schon damals wurden Fußballspieler relativ gut bezahlt und sahen sich nicht in einer sklavischen Rolle.
War jedoch ein Spieler nicht mehr erfolgreich oder zwang eine 
Verletzung zum schnellen Karriereende, so war es für einen Profifußballer schwer eine alternative Tätigkeit zu finden oder rutschen in ein soziales Elend. Viele waren plötzlich mittellos und verarmten, da sie nicht ihren Lebensstil der neuen Situation anpassten. Das Bewusstsein schnell verarmen zu können, forderte illegale Machenschaften von Spielern heraus, um sich zukunftsorientiert finanziell abzusichern.
1971 wurde ein Fußball-Skandal öffentlich. Seit 1966 gehörte die Bundesrepublik zu den großen Fußballnationen der Welt und so reagierten die Fußballfans sehr empört auf die Spielmanipulationen in der Bundesliga. Im Kampf um den Abstieg versuchten die Kickers Offenbach und Arminia Bielefeld mit illegalen Mitteln in der Liga zu bleiben. Das nutzten einige Spieler aus, um sich finanziell zu bereichern. Mehrheitlich Spieler von Schalke 04 und Hertha BSC ließen sich bestechen und weitere Spieler aus zehn Vereinen boten den Absteigern einen Deal an. Trotzdem die Absprachen aufgedeckt wurden und der DFB mit Strafen entsprechend handelte, war das Vertrauen in den Fußball stark angeknackst. Die Zahl der Zuschauer ging spürbar zurück und die Fußballfans achteten sehr genau auf jeden Spieler. Dementsprechend hoch war der Druck auf die Spieler, wenn sie unter ihrem Leistungsvermögen blieben oder der Torwart einen haltbaren Ball ins Netz lies. Versöhnlich wirkten sich allerdings die sportlichen Erfolge aus.
1972 wurde die BRD souverän Europameister und den Europapokal der Landesmeister gewann Bayern München drei Mal hintereinander. Die Krönung war der WM-Titel 1974, obwohl die Nationalelf mit dem Glück im Bunde war und spielerisch nicht überzeugte. Dennoch sonnte sich Fußballdeutschland im Erfolg und ihre Helden hießen Sepp Meier (Tor), Franz Beckenbauer (Mittelfeld) und Gerd Müller (Stürmer). Allerdings kassierte das Team auf dem Weg zur WM-Krone ausgerechnet im Prestigespiel gegen die DDR eine peinliche 0:1-Niederlage. In der DDR wurde der Sieg euphorisch gefeiert und wertete den nationalen Fußball auf. Natürlich versuchten einige Funktionäre dem Erfolg eine politische Note zu geben. In der BRD schmälerten die Medien den DDR-Erfolg, indem sie von einer taktischen Niederlage sprachen, um der schwereren Finalgruppe, mit den Niederlanden, Argentinien und Brasilien zu entgehen. Tatsächlich hatte die BRD mit Jugoslawien, Schweden und Polen die schwächeren Gegner. Realistisch betrachtet kam das bundesdeutsche Team mit etwas Glück ins Finale. Speziell die regnerische Wasserschlacht gegen Polen machte ein vernünftiges Spiel unmöglich, sodass ein Glückstreffer die Partie entschied. Selbst im Finale setzte sich das glücklichere Team gegen die gleichstarken Niederländer durch. In der Folgezeit wurde die Kritik an die defensive Spielweise der Nationalelf immer lauter und forderten einen Trainerwechsel. Die Ära von Bundestrainer Helmut Schön endete langsam.
Mehr als die Nationalelf begeisterten spielerisch die Klubs. Im Pokalsiegercup erreichten gleich drei Clubs das Halbfinale und im UEFA-Cup stand Mönchengladbach im Finale und verlor gegen den FC Liverpool. Die Bilanz des bundesdeutschen Fußballs konnte sich sehen lassen und auch Fußballzwerg DDR verschaffte sich internationale Anerkennung. 1974 erreichte der 1. FC Magdeburg das Finale im Pokal der Pokalsieger und besiegte dort den AC Mailand. Im selben Jahr kam es zum legendären Spiel zwischen Bayern München und Dynamo Dresden. In einer spannenden und abwechslungsreichen Partie siegte Bayern in Dresden mit 4:3 und konnte in München mit Mühe ein 3:3 bis zum Schluss halten. Ebenso schrieb 1974 der 1. FC Lok Leipzig im UEFA-Cup Geschichte und warf überraschend zwei englische Teams aus dem Rennen und scheiterte im Halbfinale an Tottenham Hotspurs.
Leider verblasste die Euphorie von 1974 und der DDR Fußball war nicht mehr so erfolgreich. Einen wesentlichen Anteil am Niedergang des DDR Fußballs, hatten erneut die Funktionäre. Sie wollte unbedingt den BFC Dynamo Berlin zum Superklub aufbauen und zerstörten die  positiven Entwicklungen und Strukturen im Vereinssport, dass sich demotivierend auswirkte. Unbeirrt werteten die Funktionäre die Situation als vorübergehende Krise, zumal ansonsten ihre Sportpolitik weiter Früchte trug. Irreal waren jedoch die Erfolge beim olympischen Fußballturnier. Die DDR wurde 1976 Olympiasieger im Fußball, gegen Polen 3:1. Für das olympische Turnier hatte das IOC fest-gelegt, dass nur Amateurmannschaften zugelassen waren. Daher konnten die sozialistischen Teams ihre Nationalteams schicken und dominierten deshalb.
In der zweiten Hälfte der 70er Jahre reifte die DDR zur sportlichen Weltmacht heran und dominierte mit der Sowjetunion und den USA bei den Olympischen Spielen. Da der Erfolg der BRD eher mäßig war, hetzten die Medien der Bundesrepublik über die DDR-Sportler und bezeichneten sie als hochgezüchtete Sportmonster dar. Bedeutender als die Olympischen Spiele war für die Bundesrepublik ohnehin der Fußball.
Der DDR-Fußball fiel dagegen in die Drittklassigkeit zurück. Mit gelegentlichen Erfolgen des Nationalteams und der Klubmannschaften, bewies der DDR-Fußball, dass sie einen höheren Status erreichen könnten. Doch immer wieder mischten sich die Sport-Funktionäre ein und zerstörten mit ihren ideologischen Ideen die guten Ansätze. Die bundesdeutsche Nationalelf entfernte sich ebenfalls vom Anspruch einer Fußballweltmacht zu sein. Die defensive Spielweise des Teams um Helmut Schön bekam bei der WM in Argentinien eine bittere Quittung. Im Gegensatz zum Nationalteam dominierten die Klubmannschaften der Bundesrepublik in den Europapokalwettbewerben, neben England.           

Fußball: In der Qualifikation für die EM 1976 verspielte das Nationalteam der DDR die nächste Runde gegen Island zugunsten Belgiens und für die WM 1978 fiel ein peinliches Unentschieden zuhause gegen die Türkei ins Gewicht und Österreich durfte zur WM. Die Bilanz der Klubmannschaften in den Europacupwettbewerben war ebenso dürftig. Lediglich Sachsenring Zwickau erreichte 1976 das Halbfinale im Pokalsiegercup, ansonsten war spätestens für DDR-Teams im Viertelfinale Schluss. Das Nationalteam der Bundesrepublik enttäuschte bei der Qualifikation zur EM 1976. Sie wurden zwar Gruppensieger, aber ihre Spiele waren nicht souverän. Im Viertelfinale erwischte man mit Spanien einen damals mittelmäßigen Gegner. Bei der letzten EM mit vier Endrunden-Teilnehmern (danach 16 Teams) gingen alle Spiele in Jugoslawien in die Verlängerung. Mit jeweils zwei Toren unterschied schafften es dann die CSSR und die BRD ins Finale. In der 90. Minute erzwang Hölzenbein für das BRD-Team die Verlängerung, aber das Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei verloren sie. Als amtierender Weltmeister war die Bundesrepublik bei der WM 1978 in Argentinien gesetzt. Mühsam quälte sich das Team durch die Gruppenphase und schaffte gegen den Nowbody Tunesien nur ein dürftiges 0:0. In der Finalrunde gelang dem Team lediglich ein Remis gegen die Niederlanden und Italien.
Unerwartet und peinlich war dann die Niederlage gegen Österreich (in Cordoba) und brachte dadurch das Fass zum Überlaufen. Helmut Schön trat daraufhin als Bundestrainer zurück und Jupp Derwall folgte, der zunächst erfolgreich war. 
Im Gegensatz zur Nationalelf waren die Klubmannschaften in Europa zu einer Macht geworden. Der FC Bayern München holte 3 x den Landesmeistercup (1974, 1975, 1976). Borussia Mönchengladbach stand 1977 im Finale, scheiterten 1978 im Halbfinale gegen den FC Liverpool (Cupsieger 1977 & 1978). Ebenso schied der 1. FC Köln im Halbfinale 1979 an den späteren Cupsieger Nottingham Forest aus. Im Pokalsiegercup holte der Hamburger SV 1977 den Titel und Fortuna Düsseldorf stand 1979 im Finale. Den UEFA-Pokal holte sich 2 x Borussia Mönchengladbach (1975, 1979), wobei 1979 gleich drei Bundesligateams im Halbfinale standen; neben M’Gladbach, noch der MSV Duisburg und Hertha BSC.
Der UEFA Supercup und auch der FIFA Weltpokal, blieben leider Randerscheinungen und wurden von den Teams als lästiges Übel betrachtet. 1974 wurde das Spiel Bayern München gegen 1.FC Magdeburg ausgesetzt und 1975 verlor Bayern gegen Dynamo Kiew und 1976 gegen den RSC Anderlecht. Nur 1976 trat Bayern München im Weltpokal an und siegte gegen Cruzeiro Belo Horitzonte (BRA). 1977 spielte mit Bor. M’gladbach ein weiteres deutsches Team im Weltpokal, die jedoch gegen CA Boca Juniors (ARG) verloren.

Statistisches/ Informatives

Bilanz - Olympische Spiele

WO - 1972 - Sapporo SO - 1972 - München WO - 1976 - Innsbruck SO - 1976 - Montreal
1. Sowjetunion            8 - 5 - 3 1. Sowjetunion     50 - 27 - 22 1. Sowjetunion           13 - 6 - 8 1. Sowjetunion     49 - 41 - 35
2. DDR                        4 - 3 - 7 2. USA                 33 - 31 - 30 2. DDR                         7 - 5 - 7 2. DDR                 40 - 25 - 25
3. Schweiz                  4 - 3 - 3 3. DDR                20 - 23 - 23 3. USA                         3 - 3 - 4 3. USA                 34 - 35 - 25
6. BRD                        3 - 1 - 1 4. BRD                13 - 11 - 16 5. BRD                         2 - 5 - 3 4. BRD                 10 - 12 - 17

 

Fußball

FC Bayern München  ( EC- I : Sieger 1974, 1975 1976)
Die bedeutendsten Spieler der drei Erfolgsjahre:  Paul Breitner ; Bernd Dürrenberger ; Georg Schwarzenbeck ; Franz Beckenbauer ;  Franz Roth ; Rainer Zobel, Uli Hoeneß ; Hans Josef „Jupp“ Kapellmann , Gerd Müller ; Conny Torstensson und im Tor: Sepp Maier
Erfolgstrainer einschließlich 1974:  Udo Lattek ;  ab 1975:  Dettmar Kramer
Erfolge in den 70er Jahren: Sieger im

Europapokal der Landesmeister 1974, 1975, 1976 
Weltpokalsieger 1976 
Landesmeister 1972, 1973, 1974 
Landespokal (DFB) 1971


Bilanz bei EM und WM

 

WM 1970

EM  1972

WM 1974

EM  1976

WM 1978

EM  1980

BRD

Platz 3

EM-Titel

WM-Titel

Platz 2

Platz 6

EM-Titel

DDR

2. Q.-Gr

3. Q.-Gr.

Platz 6

2. Q.-Gr.

2. Q.-Gr.

3. Q.-Gr.

 

Die größten Erfolge der BRD im Europacup
Landesmeisterpokal = 3 x Cupsieger, 2 x Finalist 
1974: Bayern München - Atletico Madrid (ESP) 4:0 (WS)      // 1975: Bayern München -  Leeds United  (ENG)  2:0
1976: Bayern München  - AS St. Etienne  (FRA) 1:0               //1977: FC Liverpool (ENG) - Bor. Mönchengladbach   3:1
1980: Nottingham Forrest (ENG) – Hamburger SV  1:0

UEFA- Cup = 3 x Cupsieger, 1 x Finalist
1973: FC Liverpool (ENG) - Bor. Mönchengladbach 3:0 ; 0:2 // 1975: Bor. Mönchengladb. - Twente Enschede (NDL) 0:0 ; 5:1 //
1979: Bor. Mönchengladb. - R. Stern Belgrad (YUG)  1:1 ; 1:0 //  1980: Eintracht Frankfurt
Borussia Mönchengladbach  2:3 ; 1:0

Pokalsiegercup (PSC) = 1 x Cupsieger, 1 x Finalist
1977:  Hamburger SV - RSC Anderlecht (BEL) 2:0 // 1979:  FC Barcelona (ESP) - Fortuna Düsseldorf  4:3 n.V.

Die größten Erfolge der DDR im Europacup
1974 - Pokalsiegercup: 1. FC Magdeburg – AC Mailand (ITA)  2:0
½ Finale:  1. FC Lok Leipzig (1974- UEFA- Cup) // BFC Dynamo (1972- PSC) Sachsenring Zwickau (1976-PSC)