3. 1. Infos zu den Charts

Hinweise/ Erklärungen zu den Jahrescharts
 

Mit Speziellen Hinweisen zu den Charts - - - Info über die Verkaufscharts in der BRD - - -  Länderkürzel - - - Kürzel / Musiksound 

Im Gegensatz zu den aussagekräftigeren Hörercharts im Radio, entsprachen die Singlecharts nicht immer dem realen Hitpotenzial eines Songs. Besonders bei den internationalen Hits gab es erhebliche Differenzen zwischen Radio- und Singlecharts. Die aufgenommene Musik auf den tragbaren Kassettenrekordern entsprach demzufolge mehr den Radiocharts, als den Singlecharts.
Zu beachten ist außerdem, dass im Radio 
auch viele LP-Auskopplungen propagiert wurden und zu separaten Hits aufstiegen, aber nicht als Single erschienen sind. Außerdem wurden auf dem internationalen Markt häufig national unterschiedliche Singles veröffentlicht. So ist der Beatles-Song 
The Long & Winding Road“ beispielsweise nur in den USA als Single erschienen und wurde in Deutschland über das Radio zum Hit wurde.
         
Beim Zusammenstellen objektiver Jahrescharts gab es einige Schwierigkeiten, die durch das hinzunehmen internationaler Hitlisten ausgeglichen wurde. Das Problem waren lückenhafte Aufzeichnungen von Radiocharts, die sich zudem nur auf den Berliner Raum bezogen und unterschiedliche Aufstellungen von Jahrescharts in Büchern, Internet oder CD-Sampler. Selbst die verschiedenen Quellen von den verfügbaren deutschen Singlecharts waren nicht identisch, sodass internationale Hitlisten vergleichend hinzugezogen wurden.
Typisch in den 70er Jahren war, dass in den Singles-Charts sich deutschsprachige Schlager gut gemischt mit internationalen Popsongs notierten. Durch die Vorreiterrolle von Radio Luxemburg hatten sich zweigeteilte Charts durchgesetzt ⇒ International (Pop) und National (Schlager). Außerdem ist es wegen der Übersichtlichkeit, vorteilhaft die Musik in Kategorien zu trennen. Zumal jugendliche Radiocharts sowieso keine Schlager berücksichtigten und andererseits die TV-Shows der Erwachsenen oft die Popmusik vernachlässigt wurde. Mit dem Wohlstand der 70er Jahre wurden die Jugendlichen zur Hauptkäuferschicht von Schallplatten, wodurch nun internationale Pophits in den Verkaufscharts dominierten. Dennoch erreichten Schlager Spitzenplätze in den Charts und einige wurden zu Jahreshits (s. entsprechende Musiknotizen).
Grundsätzlich galten die Top-100 Auswertungen von www.chart-surfer.de als Maßstab für die Jahrescharts. Außerdem mussten die Notierung einiger Songs nach ihrer eigentlichen Popularität (in TV, Radio) korrigiert werden. Beachten Sie, dass in einigen Charts besonders Hardrock-Songs als Nr.1-Hits geführt wurden, aber eigentlich keine waren. Der Umstand, dass die Hardrocker nur wenige Singles zu Promotion-Zwecken veröffentlichten, wirkte sich nur kurzzeitig (Run) auf den Verkauf (Hit) aus. Rockbands waren daran interessiert ihre LPs zu verkaufen.
    
 Quellen: Neben eigenen Aufzeichnungen von Radiocharts (SFB, RIAS), wurden ausgewertet:
     - Internet-Hitlisten  (z. B. : www.was-war-wann.de ; www.jahr1970.de )
     - CD Samplern (Internet „Best of…“)
     - siehe Sachbuch „Hitbilanz“ vom Taurus Press Verlag 1990 (Quellennachweis)
     - weitere Internetlisten:  www.chartssurfer.de ; www.ki-informatik.uni-würzburg.de
       www.chart-surfer.de  ; www.tsort.info/music ; www.alaskajim.com ;
       www.ostmusik.de  ; www.ostbeat.de
  
Spezielle Hinweise zu den Jahresbilanzen
1. Internationale Hits werden mit ihrem Erfolg in den deutschen Singlecharts aufgeführt, auch wenn sie bereits in den internationalen Charts (UK, USA) früher notiert waren oder im Radio schon gespielt wurden (bekannt waren).
Beachten Sie, dass sich die Landesangabe auf die aktuelle Nationalität des Künstlers bezieht und bei Gruppen, das Produktionsland ausschlaggebend ist. So ist Boney M ein deutsches Produkt, auch wenn die Interpreten aus der Karibik stammen. Die Bee Gees sind gebürtige Australier, doch wohnten und produzierten sie in den 70er Jahren in den USA und werden deshalb als US-Bürger gewertet. Auch der Briten John Lennon wurde in den 70er Jahren US-Staatsbürger.
Die Spalte Einstieg bezieht sich auf den ersten Erfolgsmonat (Top-20). Steht dort eine Jahreszahl, so war der Hit jahresübergreifend und wurde dem entsprechenden Erfolgsjahr zugeordnet.
 
2. USA und UK (Großbritannien) -Hits: In der Auswertung der Jahrestop-Ten und der Jahrestop-Einhundert wurde die 5 erfolgreichsten Songs des Jahres ermittelt.
 
3. Unter Weitere Hits sind Song aufgeführt, die in dem Jahr sehr populär waren, ungeachtet der BRD-Charts-Auswertung, da jene Songs über die UK- und US-Charts bereits im Radio ein Hit waren. Außerdem, waren in den Jugendcharts diverse LP-Auskopplungen populär, die letztendlich zu einer hohen Bekanntheit führten und erwähnt werden müssen. Also Songs, die sich über Kassettenmitschnitte unter den Jugendlichen verbreiteten.
 
4. 
Die Albumcharts orientieren sich an der internationalen Popularität, speziell auf die angloamerikanischen Charts (UK = Großbritannien, USA), somit können LPs aufgeführt sein, die sich in Deutschland nicht platzierten, aber international Dauerbrenner waren. So blieben Aerosmith, Bob Marley oder Bruce Springsteen lange Zeit in Deutschland unbekannt oder wurden bestenfalls in den Jugendsendungen gespielte. Das lag daran, dass der deutschen LP-Markt maßgeblich von der Elterngeneration mitbestimmt wurde.
Insgesamt
 unterschied sich der Musikgeschmack der BRD von der internationalen Szene. So spielte die britische Band Barclay James Harvest in den anglo-amerikanischen Charts keine Rolle, aber in Deutschland waren sie Stars und zwei LPs hielten sich mehr als 50 Wochen in den Charts. Übrigens, waren sie auch nicht in Österreich und der Schweiz vertreten.
Wegen jener Unterschiede, sind die LPs zusätzlich aufgeführt, die speziell in der BRD populär waren. Bestimmte Gruppen, wie die The Les Humphries Singers, wurden auch in die internationalen Charts aufgenommen, da sie im deutschsprachigen Raum (Österreich, Schweiz, Deutschland) populär waren oder sich sehr lange in den Charts hielten.
Angemerkt sei, dass Sampler (mit mehreren Interpreten oder Gruppen), Best-of-LPs und Medley-LP (interpretierte Evergreen) nur aufgeführt wurden, wenn sie in der Jahres Top-10 waren, aber ansonsten zugunsten der Einzelkünstler /Bands ausgeschlossen wurden. Ausnahmen sind z.B. Abba, die auf ihren Best-of-LPs auch neue Titel veröffentlichten und somit nominell als neue LP gelten, mit dem Titel Best of.  Zudem sei angemerkt, dass viele internationale LPs mit Verspätung in die deutschen Charts kamen (meistens 1 Jahr später und die Wochenangaben sich über mehrere Jahre erstrecken können und zudem der gelisteten Albumcharts geschuldet sein können. So wurde nach 1978 aus der Top-50, die Top 60 bis 65. Siehe genaueres bei Hinweise zu den Verkaufscharts.

5. Grand Prix de Eurovision: enthält Angaben über die drei punktbesten Song, inklusive Komponist und Texter. BRD-Songs werden zumindest mit ihrer Platzierung erwähnt.

6. Da es in der DDR keine offiziellen Popcharts gab, verstehen sich DDR-Pophits als Liste populärer Songs, die überwiegend von der Radiohitparaden (DT64), Amiga-Sampler und dem Internetportal www.liedderzeit.de zusammengestellt wurden.

7. Im Bereich BRD-Schlager waren nur geringfügige Korrekturen zu den Singlechart nötig, aber der Single-Erfolg nicht immer der Bekanntheit entsprach (Schlager-Sampler, TV, Radio). Zudem sind Schlager aufgeführt, die noch sehr bekannt waren und vor allem Lieder, die bei der Jugend sehr beliebt waren. 

8. DDR-Schlager: In der DDR produzierte die Plattenfirma Amiga jedes Jahr eine Platte mit den Schlagern des Jahres. Um die Lieder zu platzieren waren weitere Quelle nötig, wie das Internetportal www.liedderzeit.de und der Jahresauswertung der TV-Sendung Bong.

9. Die Interpreten Bewertung bezieht sich auf die Popularität, Single & LP, Konzert-Erfolge.

10. Musiknotizen beinhalten einen informativen Querschnitt durch die Welt der Popmusik, die nicht allumfassend ist und sich am Mainstream orientiert und somit Jazz, Soul und Chansons kaum berücksichtigt.

Hinweise zu den Verkaufs-Charts in der BRD

Singles:
Ab 1953 erstellten die Automatenverkäufer (Jukebox) verkaufsrelevante Hitlisten der beliebtesten Songs, die am Automaten ausgewählt wurden.
⇒ 1956 wurden dazu die Singleverkäufe in ausgewählten Schallplattenläden (mit hohe Verkaufszahlen) registriert, aber erst ab:
1960 wurde ein einheitliche Markterhebung eingeführt und mündete in eine monatliche Top 50 Liste.
⇒ Ab 1965 wurde dann 2 x monatlich die Top 40 ermittelt.
Die wöchentlichen Charts (wieder Top-50) wurde 1971 eingeführt und ab September 1977, wurde das unabhängige Unternehmen
Media Control gegründet, die nun die deutschen Charts zentral ermittelten (ab 1980, die Top-75 und ab 1989, die Top-100).
Übrigens, zusammen mit Media Control und der Zeitschrift „Musikmarkt“ wurden nachträglich, die wöchentlichen Charts vom
07. Januar 1956 bis 26. Dezember 1970 erstellt und vom Taurus Press-Verlag, Hamburg (ISBN 3-922542-41-7) veröffentlicht.

Album/LP:
Album Charts wurden erst ab 1962 in Deutschland eingeführt und wurden 1 x monatlich, am 15. veröffentlicht.
Die aufgelistete Platzierung schwankte zwischen 20 und 50 Titeln, wobei sich Mitte der 60er Jahre die Top 50 durchsetzte.
Aufgrund dessen, sind punktebasierende Charts von jener Zeit nur bedingt aussagekräftig und können zu sehr irreführenden Ergebnissen
führen. Das gilt auch für nachträgliche Hochrechnungen.
Ab Dezember 1976 wurden die Albumcharts 2 x monatlich ermittelt und ab September 1978 wöchentlich.
Die Platzierung änderte sich nach 1978 und aus der Top 50 wurde auf eine Top 65 hingearbeitet. Erneut kam mit der schwankenden
Anzahl der platzierten Titel ein schräges Wertungsbild nach Punkte zustande.
Im August 1992 wurde die wöchentlich Top 100 eingeführt.

Übrigens, viele Punkteauswertungen beziehen sich auf die TOP 10, sowohl bei den Singles, als auch bei den LPs/Album. Das hat zur Folge, dass einige Hits auf den hinteren Plätzen nicht berücksichtigt wurden. So gibt viele Songs, die nach einem optimalen Bewertungssystem (Top 100) ganz weit vorn in den Jahrescharts auf-tauchen, wogegen so mancher Nr. 1-Hit ganz weit hinten landend, da sich der Song auf den hinteren Plätzen nicht weiter platzieren konnte und demzufolge an Punkten einbüßte.
Weiter sei angemerkt, dass Hitparaden nach Verkaufszahlen ebenfalls trügerisch sind, da der Absatz von Schallplatten zeitabhängig ist und war. Wurden 1965 nur 52 Mio. Platten verkauft, so waren es im Jahr 2000 schon 172 Mio. Platten. Das heißt, ein Hit von heute erreicht wesentlich höhere Verkaufszahlen, als ein Hit der 60er Jahre. Entscheidend ist somit immer der Langzeitwert (erweist sich ein Hit als Evergreen?).

 Nationenkürzel:

- D in der nationalen Liste oder BRD international für Bundesrepublik Deutschland
- Ohne Kürzel in der entsprechenden Liste oder DDR für Deutsche Demokratische Republik

A bis G G bis N N bis Z
AUT    Österreich GRI      Griechenland NOR     Norwegen
AUS    Australien HUN    Ungarn RSA    Südafrika
BEL     Belgien IDO     Indonesien RUM  Rumänien             
BRA    Brasilien ITA      Italien POL    Polen
BUL    Bulgarien IRL      Irland POR    Portugal
CDN    Kanada ISL       Island SOW   Sowjetunion          
CSR    Tschechoslowakei    ISR      Israel SWE   Schweden
DAN    Dänemark JAM     Jamaika SUI     Schweiz
ESP     Spanien        LUX     Luxemburg TUR    Türkei
FIN      Finnland LIB       Liberia USA    Ver. Staaten Amerikas
FRA    Frankreich MEX    Mexiko YUG   Jugoslawien/ Serbien
GBR    Großbritannien NDL     Niederlande  

 
Musiksound
Kürzel zur oberflächlichen Orientierung des Musikstils (Genre), um die Song-Art besser einordnen zu können.
 
BAL= Balladen, Hymnen, getragene Musik                        Beat= Beatmusik und ähnliche Musikrichtungen 
BLU= typische Bluesarten, mit Gospel                               CAN= Chanson, geswingtes Weltlied                       
C&W= Country und Westernart                                          DIS =  Disco-Soundarten
FLK= international folkloristisch geprägt                           INS= Instrumental, Orchester                                  
JAZ = primäre Jazz-Spielart                                                POP = populärer Musiksound der Zeit                            
RAG= Reggea                                                                      RnR= Rock’n‘Roll-Art                                                      
SLG = Schlager typischer Art                                              SOL= Soul, Phillysound, Funky  
SON= Songs, mit eigenen Charakter, die sich nicht deutlich zuordnen lassen

Aktuelle Musik:  Punk= Punkrock        Wav = New Wave Sound
Disco-Musik:  DIS=  basierend auf Soulsoundarten     DIP= basierend auf Poparten (Bump, Rock)

Rock-Genre:  C-RO = Countryrock   G-RO= Glamrock   H-RO= Hardrock     Punk = Punkrock  
                        Rock= Rockmusik allgemein, auch Poprock
                        T-RO = Teenagerrock, der mehr in Richtung Beat und Rock’n’Roll geht