Roman - Samantha , die Scaneinheit

Samantha, die  Scaneinheit - Samantha
 
Abschnitt 1:  Gegangen um zu gehen
 
1. 1. Ein neuer Tag
 
Der Juli neigte sich dem Ende entgegen. Bereits jetzt schon galt der Sommer als der heißeste seit 2020 im US-Bundesstaat Kalifornien. Selbst im kühleren San Francisco waren Temperaturen um die 40°C keine Seltenheit. In der Nähe von San Francisco, unweit der Golden Gate Bridge, befand sich das Firmengelände und Hauptgebäude von Virtual Humana.
Mehr zufällig begegneten sich zur Mittagszeit der Firmenleiter Michael Hastings und der PR Manager Ronald Benslay. Am Fahrstuhl, des fensterlosen Flures, nickten sie sich im dezenten Neonlicht sporadisch zu. Benslay eilte zur Kantine, angezogen von dem Duft von frisch Gebratenem, wogegen Hastings gesättigt seinen Rückweg ins Büro antrat.
Beide sahen sich sehr ähnlich. Sie waren groß gewachsen, trugen meistens gelbbraune Anzüge, mit schwarzer Hose, und ein weißes Hemd mit Schlips. Ihre kurzen dunkelblonden Haare unterschieden sich wenig. Nur wer genau hinsah erkannte, dass Ronalds Haare etwas dunkler waren und sich bei Michael Hastings die ersten grauen Haare zeigten.
Auch die 62 Jahre zeichneten sich im Gesicht von Hastings deutlicher ab, als bei Benslay, mit seinen 52 Jahren. Mit ihrem rundlichen Gesicht und ihrer stattlichen Erscheinung glichen
sie Grizzlybären, obwohl ihre Knollennasen freundlich und gemütlich wirkten. Sie schafften es mit ihrer Gestik Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit auszustrahlen und mit ihren warmen Worten erweckten sie sofort Sympathie. Nur wer sie genau kannte, wusste, dass sie ihren wahren Kern hinter jener Fassade versteckten und dass man sie nicht zum Feind haben sollte. Hastings war schon fast im Fahrstuhl, als ihm noch eine wichtige Mitteilung für Benslay einfiel. Er legte den Zeigefinger an den Mund, trat zurück und sortierte sich kurz.
„Übrigens, Benslay!“, rief Hastings ihm nach, machte eine kurze Pause und drehte sich dabei behäbig zu ihm. Ronald, der zugleich Personalchef war, stoppte notgedrungen und sah sein Essen in weite Ferne gerückt. Missmutig wandte er sich um und konnte nicht verbergen, dass ihn im Moment keine Nachrichten interessierten. Hastings tat so als hätte er es nicht bemerkt.
„Bevor ich es vergesse! Das Problem mit dem Deutschen ist erledigt.“
Jetzt wurde Benslay doch hellhörig und näherte sich ihm neugierig.
„Und wie starb er?“, wollte er ordnungshalber wissen.
„Offiziell an einem Herzinfarkt!“, dabei griente Michael, sodass Benslay sofort verstand.
„Und dann noch! Unsere Agenten kümmern sich heute um diesen … eh …?“
„Carpenter? Jim Carpenter?“, vermutete Benslay begeistert.
„Genau der! Ich hoffe, dass der Mann wirklich so gut ist, wie Sie vermuten? Er hat uns bereits jetzt schon ne’ Menge Geld gekostet. Zumindest hat er nun keine Wahl mehr.“
„Danke, Mister Hastings. Er ist sicherlich eine Bereicherung für uns“, versicherte Benslay.
„Das haben Sie bei dem Deutschen auch gesagt!“, schaute ihn Hastings vorwurfsvoll an.
Benslay zog es vor daraufhin nichts zu erwidern und setzte eine reumütige Miene auf. Hastings ließ ihn daraufhin stehen und setzte seinen Weg weiter fort. Auch Ronald eilte nun froh gelaunt in die Kantine und wollte heute besonders ausgelassen Schlemmen.
 
Auch in Los Angeles brannte, wie gewohnt, die kalifornische Sonne über die flachen Dächer. Ein Sonnenstrahl kitzelte Jim Carpenters Augen. Durch die Sonne geblendet begann für ihn um 13.10 Uhr ein neuer Tag. Zaghaft öffnete er blinzelnd ein Auge nach dem anderen und vergewisserte sich, wo er sich befand. Auf seiner Lederschlafcouch ärgerte er sich über die grell leuchtende Sonne und darüber, dass er am Vorabend vergessen hatte, die Jalousien herunterzulassen. Gezwungen vom grellen Licht setzte er sich auf die Sofakante und schaute sich in dem Appartement um. Die möblierte Wohnung entsprach zwar nicht seinem Geschmack, aber dafür war sie in zentraler Lage und relativ preiswert. Im Prinzip war die Wohnung ein großes Zimmer, das sich in Teilbereiche aufgliederte. Da war zum einen die Sitzgruppe, gegenüber vom Bettsofa, dann die Medienecke mit Computerbereich, gefolgte von der lang gezogene Schrankwand und dann kam der kleine Küchenbereich, mit Esstisch. Lediglich das Bad war eine separate Einheit für sich und die Nische beim WC wirkte wie ein abgeteilter Flurbereich. Fast täglich, wie auch heute, seufzte Jim schwermütig beim Gedanken an das Haus, dass er einmal besessen hatte. Dann fiel sein Blick auf die grässlichen Bilder an der Wand und wollte sie mit einem Schuh abwerfen, aber die lagen irgendwo. Seit dem er hier eingezogen war, wollte er immer wieder diese Bilder beseitigen.
Sie waren seinem Verständnis von Kunst ein Dorn im Auge, aber eine kahle Wand wollte er auch nicht. Der Anblick der verstreuten Kleidung verbesserte auch nicht gerade seine Laune. Völlig zerknittert lag sein Anzug auf einem Sessel und die restliche Kleidung war drum herum verteilt. Angewidert davon, schlich er, nur mit einer Unterhose bekleidet, wie ein Neandertaler gebeugt ins Bad und entleerte sich. Anschließend steckte den Kopf unter kaltes Wasser und hoffte, den Körper so aus dem alkoholischen Nirwana zurückzuholen.
Dazu schaute er in den Spiegel und sagte dem Kerl mit dem eckigen Gesicht gequält: „Guten Tag, du schon wieder.“
Das fettige dunkle Haar kräuselte sich wieder in alle Richtungen. Bei der näheren Betrachtung im Spiegel, fand er seine Ohren zu weit abstehend und kam sich insgesamt sehr durchschnittlich vor. „Mit dem Gesicht bekommst du nie eine richtige Frau ins Bett“, sagte er zu sich selbst. Obwohl er wusste, dass es eher an seinen Hemmungen lag, seine Schüchternheit überhaupt eine Frau anzusprechen. Bei den Prostituierten, zu denen er ging, war das etwas anderes, schließlich wurden sie dafür bezahlt nett zu sein. Viel zu viel Geld ließ er deshalb bei den Freudenmädchen. Wie so oft bereute er die letzte Nacht, die er wieder in einem Bordell verbrachte und reichlich Alkohol getrunken hatte.
Andererseits, was hatte er sonst noch vom seinem Leben?
Er war 41 Jahre, seine Frau hatte ihn verlassen und seine falschen Freunde hatten ihre Türen geschlossen, nachdem ihm das medizinische Institut von Los Angeles fristlos gekündigt hatte. Seine Frau und die Freunde waren ihm eigentlich egal, nicht aber seine Arbeit. Es schmerzte ihn sehr nicht mehr forschen zu dürfen. Jim kannte damals keine Überstunden, wenn er über einem Projekt brütete. Die Ergebnisse seiner Arbeit waren auch häufig vom Erfolg gekrönt und brachten ihm eine hohe Anerkennung ein. In dem Institut wurde er sogar zu einer kleinen Berühmtheit. Aber leider ist alles vorbei, stöhnte er missmutig, weil er sich mit den falschen Leuten angelegt hatte.
Schlaftrunken torkelte er durch die klimatisierte Wohnung, betätigte mechanisch den Wasserkocher und den Toaster. Anschließend schlich er zur Tür und holte die Post. Völlig geschafft ließ er sich, auf einen der vier Stühle fallen, die am kleinen Tisch im Küchenbereich standen. Wenn er so in seinen Körper hineinhörte, glaubte er, sein Magen spielte Waschvollautomat, kurz vor dem letzten Spülgang und peilte die Toilette an.
Jedes Mal nach so einer Nacht beschloss er sein Leben zu ändern. Er spürte, wie sein Lebenswandel langsam begann einige Gehirnzellen abzutöten. Außerdem sank sein Kontostand ohne Einnahmen Richtung Null, dabei war er in seinem Leben noch nie mittellos.
Der Duft von gerösteten Weißbrot zog Jim in die Nase und lenkte ihn von den zermürbenden Gedanken ab. Jetzt noch ein starker Kaffee und alles wäre wieder im Lot.
Schnell sortierte er noch die herumliegende Kleidung vom Vortag, in „geht noch“ und „sauber“. Für den Alltag zog er sich jedoch saubere Unterwäsche an, dazu Bluejeans und ein weißes T-Shirt. Dann warf er wie immer einen kontrollierenden Blick aus dem Fenster. Von der 24-sten Etage aus, schweifte sein Blick über die Dächer und sah, wie die Sommerhitze eine diesige Dunstwolke über Los Angeles legte.
 
Selbst bei klarer Sicht hätte Jim nicht sehen können, wie auf der Straße, ein etwas rundlicher Herr mit zwei Big Macs in der Hand zu einem anderen Mann in eine schwarze Limousine stieg. Der Mann ließ die Tür offen stehen und reichte dem anderen so ein Fleischbrötchen.
„Und? Ist er endlich wach!?“, fragte er und wickelte seinen Burger aus dem Papier.
„Ja, ist er. Wir können im Prinzip“, erwiderte der andere. „Aber erst nach dem Essen.“
 
In Jims Wohnung dämpfte inzwischen der würzige Kaffeeduft die Übelkeit in Jims Magen.
Er schmierte sich ein Toastbrot, mit Margarine und Marmelade, und zwischendurch sortierte er die Post. Mitten im Berg von Reklame-Flyern entdeckte er vier Briefe und die Zeitung.
In den Umschlägen steckten eine Rechnung und zwei Bewerbungsabsagen. Missmutig öffnete er den letzten Brief. Zu seinem Erstaunen wurde ihm mitgeteilt, dass er in der engeren Auswahl sei. Eine endgültige Zusage könnten sie ihm allerdings erst nach dem Ende der allgemeinen Bewerbungsfrist geben, da man aus Gründen der Fairness anderen Bewerbern, bla bla bla …ernüchternd ließ Jim den Brief sinken.
So etwas hatte er schon öfter bekommen. Nichts als ein Formbrief, der gar nichts bedeutete. Er griff zur Kaffeetasse und versuchte, sich mit der Zeitung abzulenken.
„Afrikaner Stamm mit verfallenem Serum geimpft - - - Blutiges Ehedrama in New York - - - Todes-Disco, wegen Sicherheitsmängel - - - Florida flüchtet vor Hurrikane.“
Genervt von den üblichen Horrorschlagzeilen hoffte er, bei den kleineren Artikeln etwas Interessantes zu finden. Beim weiteren Durchblättern fragte er sich, wozu er eigentlich das Käseblatt abonniert hatte. Schließlich blieb er beim Klatsch und Tratsch hängen. In der Rubrik „Vermischtes“ gab es wenigstens ein Pin-up-Girl zu bewundern. Nach einem kurzen Mustern des wohlproportionierten Körpers wollte er das Blatt weglegen, doch irgendwie kam ihm das Mädchen bekannt vor. Er überlegte. - Samantha Blace!?
Er erinnerte sich wieder genau. Das war doch jene Frau, die sich mit diesem Medienboss von Virtual Humana in einem TV-Interview angelegt und eine Kette unangenehmer Folgen für das Computerunternehmen ausgelöst hatte. Immer wieder war sie in Erscheinung getreten und hatte speziell Ronald Benslay angegriffen. Und eigentlich wollte Jim sich damals bei Virtual Humana bewerben. Noch einmal betrachtete er genauer das Bild. Dieses ovale Gesicht mit der schmalen Kinnpartie, das durch ihr welliges und brünettes Haar eingerahmt wurde, sah Samantha sehr ähnlich. Er war damals von ihr beeindruckt. Aber warum fragt er sich?
Waren es ihre leuchtenden, rehbraunen Augen, ihr leicht gebräuntes Gesicht, das ihn so faszinierte? Natürlich mochte er schöne Frauen, aber wichtiger war ihm deren Ausstrahlung.
Ihm imponierte das selbstsichere Auftreten gepaart mit einer entwaffnenden Art, durch ihre Wortgewandtheit. Jene Mischung aus Schönheit und Intelligenz entsprach ganz seinem Ideal von einer Traumfrau. Mit ihr ließe sich bestimmt ein interessantes Leben führen. Sicherlich wäre sie eine temperamentvolle Frau, die jeden Tag zu einem Ereignis machen würde. Eine Frau, die das Leben täglich neu erfindet und nicht so ein selbstverliebtes Modepüppchen ist, wie die Frau, mit dem er verheiratet gewesen war.
Träum weiter, hämmerte ein kleines Teufelchen verächtlich in seinem Kopf. So wie du bist, kannst du nur zu einer Frau kommen, mit der du verkuppelt wurdest.
Seine Eltern arrangierten damals immer wieder Bekanntschaften für ihn. Als einziger Sohn, sollte ich den Namen der Familie weiterführen und den Reichtum vermehren. Eine attraktive Blondine war sogar geblieben und hatte ihn geheiratet. Heute wusste er natürlich, dass sie nur sein Geld geliebt hatte.
Mit einem Seufzer schaute er auf das Playgirl und stellte fest, dass sie Sandy hieß.
Gelangweilt blätterte er noch einmal in der Zeitung und stieß im Mittelteil doch noch auf eine bemerkenswerte Meldung: „Virtual Humana droht die Insolvenz!“
Jim konnte es nicht fassen. Noch vor wenigen Wochen hatte das Computerinstitut die Schlagzeilen jeder Zeitung gefüllt, und jetzt war es nur noch einen kleinen Artikel wert. Virtual Humana erregte mit dem Scannen und Virtualisieren von Menschen Aufsehen. Als Forscher war Jim lange Zeit fasziniert von der Technik und den unzähligen Möglichkeiten gewesen, auch wenn die Medien über die Firma wetterten und düstere Visionen verbreiteten.
 
Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, steht das Computerinstitut VIRTUAL HUMANA, aus San Francisco, vor dem finanziellen Ruin. Dem Unternehmen, das wegen der Experimente mit Scaneinheiten in Verruf geraten war, laufen die Investoren davon. Selbst auf ihren guten Ruf bedacht, haben die meisten Firmen ihre Verträge gekündigt, darunter renom-mierte Pharmakonzerne. Darüber hinaus sollen einflussreiche Politiker durchgesetzt haben, dem Institut die staatlichen Subventionen drastisch zu kürzen. Grund dafür, so hieß es, seien die zusätzlichen Einnahmen durch ihre Beteiligung an den Filmen von VISIOLUX. Die fragwürdigen Forschungen spielten erstaunlicherweise keine Rolle.
Dem Reporter Mike Howard war es gelungen, den Firmenleiter Michael Hastings zu einem Statement zu bewegen. Dieser bezeichnete den Konkursverdacht als haltlos und aus der Luft gegriffen. Einräumend gab er aber zu, dass es gewisse finanzielle Einbußen gibt, aber die Gefahr einer Insolvenz bestünde auf keinen Fall. Sicherlich müsse die Firma „kleinere Brötchen backen“, meinte er, da leider die Gewinne aus den Filmen stagnieren. Unsere Reporter konfrontierten ihn daraufhin mit den Kritiken über die seichten Filme von VISIOLUX.
Mister Hastings erklärte dazu, dass sie wesentlich bessere Möglichkeiten hätten, Filmhits zu produzieren, aber „Die Forschung hat oberste Priorität und verbietet deshalb Scaneinheiten für risikoreiche Filme zu opfern.“ Er sprach, unter anderem, von drastisch gestiegenen Unkosten und unterstrich damit den Wert der virtuellen Wesen. In dem Zusammenhang fragte ihn der Reporter:„Was halten Sie von den Forderung einen Kontrollausschuss zu bilden, um der Kritik an fragwürdigen Experimenten zu begegnen?“ „Idiotisch!“, meinte er. „Weil dann Türen und Tore für einen Missbrauch geöffnet werden würden und somit unsere Technologie zu einer wirklichen Gefahr werden würde.“ Mit diesen Worten brach Mr. Hastings das Gespräch ab.
 
Schadenfroh über die drohende Pleite, schüttete Jim eine weitere Tasse des braunen Getränks die Kehle hinunter. Automatisch erinnerte er sich, wie vor zwei Jahren, Virtual Humana die sensationelle Scann Technik vorstellte. Zur gleichen Zeit begann Jims Karriere beim staatlichen California Medicine Science Institut von Los Angelos und war in der Abteilung für biotechnische Forschung tätig.

1. 2. Die Vorführung von Vitual Humana

Es war schon seltsam, wie zeitgleich seine Laufbahn dem Aufstieg und Fall von Virtual Humana glich. Er erinnerte sich noch genau an Ronald Benslay, den er bei einer Sondervorführung für geladene Wissenschaftler und Filmproduzenten erlebte. Zu jenem Zeitpunkt brüstete sich Virtual Humana mit einer bahnbrechenden Technologie. 
Die Fachmedien bezeichneten dagegen die Behauptung als überzogenes Gepolter. Schon seit geraumer Zeit praktizierte die Filmindustrie das Scannen von menschlichen Körpern und schufen virtuelle Wesen. Die Darstellung von Menschen in den Animationsfilmen wirkte deshalb schon beinahe lebensecht. Das Computerunternehmen meinte aber, die Computergrafik wäre nichts gegen ihre Scaneinheiten. Bei ihrer Technik würden reale Menschen komplett virtualisiert. Sie würden selbstständig reden und handeln. Keiner glaubte ihnen so recht und alle hielten es für ein überzogenes Geklapper. Demzufolge war das Interesse in der Forschung und der Filmindustrie verhalten.
Mit der Vorführung im Premierensaal der Tochterfirma VISIOLUX sollte sich das ändern. Gezielt wurden dazu Einladungen an ausgewählte Filmgesellschaften und Forschungsinstitute verschickt. Anstatt der erwarteten Fachprominenz entsandten die meisten Firmen nur wahllos Interessierte. Sozusagen die zweite Garnitur. Jim bekam auf Grund dessen die Möglichkeit für das Institut von Los Angelos daran teilzunehmen.

Im gut gefüllten Saal fühlte sich so mancher zwangsdelegiert. Nicht so bei Jim, er war gegenüber allen vielversprechenden Neuheiten immer sehr aufgeschlossen. Die Bühne verdunkelte sich und das Orchesterwerk „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ertönte. Von einer Lasershow untermalt betrat der 52-jährige Benslay die Bühne. Mit väterlicher Miene und modern geschnittenen schwarzen Anzug und blauen Schlips schritt er selbstsicher nach vorn. Er breitete beide Arme beschwörend nach oben und lächelte schief. Vor ihm tauchte aus dem Boden ein Pult mit technischen Geräten auf. Nachdem die Musik leiser wurde und nur noch als Hintergrundmusik diente, nahm Ronald Benslay die Arme herunter. Er stellte sich kurz vor, begrüßte höfflich die Anwesenden und verneigte sich vor dem Publikum respektvoll. Er verzichtete auf eine lange Rede, sondern gab nur eine kurze einführende Ansprache von sich. Dann aktivierte er den Laptop auf dem Computertisch, an dem ein Projektor angeschlossen war und das Desktopbild auf die Kinoleinwand warf.
Mit einer Fernbedienung in der Hand und einem Kopfmikrofon an den Lippen führte Benslay durch das Programm. Er behauptete, über sein Mikrofon und einer installierten PC-Kamera, nicht nur mit den Scaneinheiten reden, sondern sie zu spontanen Handlungen animieren zu können. Die Fernbedienung in seiner Hand ermöglicht ihm lediglich das Drumherum zu aktivieren, aber für die Scaneinheiten würden Worte genügen. Ronald Benslay aktivierte daraufhin das erste Beispiel.
„Hallo Benjamin! Wie geht’s“, tönte Ronald fröhlich ins Mikrofon. Auf den Bildschirm stand  ein junger Mann verunsichert in einem vollkommen weißen Raum, ohne Ecken und Kanten. Der mittelgroße kräftig gebaute Benjamin erschrak zunächst, aber dann maßregelte er Ronald im heiteren Tonfall.
„Hey Benslay! Erschreck mich nicht immer! Wie wäre es denn mit Anklopfen?“
Die kräftige Stimme und der füllige Körperbau erinnerten an einen Motorrad-Freak. Obwohl er verblichene Jeans, ein rot/blau kariertes Hemd und eine Art Lederweste trug, war er eher ein überdrehter Computerfan. Dazu passten seine zerzausten kurzen Haare. Skeptisch betrachtete das Publikum Benjamin, dessen Mimik und Gestik völlig lebensecht aussahen, wie in einem realen Video. Jim fühlte sich auf den Arm genommen. Sicherlich wurde dem Publikum eine Internetübertragung vorgespielt, denn so real konnte kein virtuelles Wesen sein? Selbst die perfektesten Computergrafiken zeigten einige Defizite. Speziell bei den Bewegungen und den Gefühlsausdrücken wurden die Unterschiede stets offensichtlich. Zwischen Benslay und Benjamin entwickelte sich ein schlaksiges Wortgefecht.
„Mal ehrlich Benslay! Ne gemütliche Couch wäre das mindeste gewesen. Wie soll ich denn in Stimmung kommen in diesem Nichts. Und ein Bier wäre auch nicht schlecht.“
„Entschuldige, aber wir müssen sparen“, meinte Ronald scherzhaft. Zerknirscht schaute ihn Benjamin an. „Deine Witze waren auch schon mal besser.“ Benslay hatte ihn in der Zwischenzeit einen Barhocker mit Tischchen und einen Humpen Bier hinein transferiert. Nach einem Danke von Benjamin, aktivierte Benslay zwei Kameras, sodass Benjamin in den Saal schauen konnte.
„Wow!“, meinte er, „sind die alle wegen mir hier?“
„So ist es! Wie sieht’s aus, erzähl uns mal paar Witze!“
„Soll ich wirklich?“ Ronald nickte aufmunternd. Ziel war es, die spontane Reaktion von Benjamin auf die Publikumsresonanz zu belegen. Zaghaft begann Benjamin.
„Also! Ein alter Araber lebt seit 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein, alt und schwach. Deshalb schreibt er eine E-Mail an seinen Sohn, der in Paris studiert. Lieber Ahmed, ich bin sehr traurig, weil ich in meinem Garten keine Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärst, könntest Du mir helfen und den Garten umgraben. Dein Vater. Prompt erhält der alte Mann eine E-Mail zurück: Lieber Vater, bitte rühre auf keinen Fall irgendetwas im Garten an. Dort habe ich nämlich 'die Sache' versteckt. Dein Sohn Ahmed. Keine sechs Stunden später umstellen die US Army, die Marines, das FBI und die CIA das Haus des alten Mannes. Sie nehmen den Garten Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden aber nichts. Enttäuscht ziehen sie wieder ab. Am selben Tag kommt eine weitere Mail von seinem Sohn: Lieber Vater, ich nehme an, dass der Garten jetzt komplett umgegraben ist und du Kartoffeln pflanzen kannst. – Dein Ahmed!“
Im Saal amüsierte man sich und einige lachten sogar. Tatsächlich sah man genau, wie Benjamin die Reaktion wertete. Bestärkt legte er nach. 
„Ein Fallschirmspringer springt aus dem Flugzeug. Doch als er die Reißleine betätigt, passiert nichts. Panisch zieht er hier und da, aber gnadenlos rast er nach unten. Plötzlich kommt ihm von unten einer entgegen. In seiner Not ruft er, „kennen sie sich mit Fallschirmen aus!?“ – „Nein“, meint er, „nur mit Gasleitungen!“
Der Saal brodelte vor Lachen und mit jedem weiteren Witz euphorischer. Irgendwie fiel Jims Blick auf das bewertende Gesicht von Ronald Benslay. Er strahlte zufrieden und wirkte überheblich, sodass Jim ein unheimliches Gefühl überkam. Nach einer Weile unterbrach er Benjamin, bedankte sich bei ihm und schloss die Verbindung.
„Ich hoffe, Sie haben bei allem Spaß bemerkt, wie natürlich sich Benjamin verhielt?“ Das Publikum verstummte und ließ sich zu vereinzelten Applaus hinreißen.
In einem zweiten Beispiel, wollte er die lebensechte Mimik der Scaneinheiten noch deut­licher demons­trierten. Die korpulente Angela sollte eine Zwiebel schneiden und dazu ein fröhliches Lied singen. Schon nach kurzer Zeit trieben ihr die Zwiebeldämpfe die Tränen in die Augen. Aus dem heiteren Song wurde ein jämmerliches, aber lustiges Gestammel. 
Den Höhepunkt bildete ein junges Pärchen, das in verschiedene Welten transferiert wurde. Am Anfang lagen die Verliebten zufrieden am sonnigen Karibikstrand. Sie lag auf dem Bauch im bunten Bikini und er lag neben ihr, halb aufrecht in bläulichen Shorts. Zärtlich streichelte er mit seinen Finger über ihren schlanken Körper. Abrupt wurden sie plötzlich in die afrikanischen Savanne transferiert und schnell näherte sich ihnen ein Löwe. Panisch schreckten sie hoch und sie schrie, als sie den Löwen sah. Der junge Mann nahm sofort eine Abwehrhaltung ein, wodurch der Löwe irritiert stoppte. Die junge Frau suchte indes Schutz in den Armen des jungen Mannes. Obwohl der Jüngling einen durchtrainierten kräftigen Körper hatte, war er Realist genug um seine Chancenlosigkeit gegenüber dem Löwen zu erkennen.
Im Saal bangten die Zuschauer mit dem Pärchen. Todesangst zeichnete sich auf den Gesichtern des Pärchens ab und sie begannen angsterfüllt kopflos zu fliehen, als der Löwe seinen Angriff fortsetzte. Natürlich waren sie dem Löwen auch in der Schnelligkeit unterlegen und das Publikum bangte gefesselt und hoffte auf eine Rettung. Ein Messer, ein Gewehr oder ein Jäger, der die zwei erlöste. Doch nichts geschah. Jedoch bevor der Löwe zum finalen Sprung ansetzen konnte, wechselte das Paar in eine farbenfrohe surreale Fantasiewelt. Ohne klare Konturen von hoch und niedrig, keine Wege, Hügel, Vertiefungen oder sonstige Anhaltspunkte für eine Landschaft. Die Akteure waren sichtlich gehemmt, und verunsichert versuchten sie Unebenheiten auszumachen. Ihre krause Stirn verriet wie angestrengt sie nach einem Weg oder Anhaltspunkten suchten, um sich orientieren zu können. Der junge Mann tastete vorsichtig mit einem Bein die Umgebung ab, um den sicheren Halt zu prüfen. Sie blieb dagegen beklommen und angewurzelt stehen, und weigert sich nur einen Schritt zu gehen. Schließlich hatte Benslay erbarmen und transportierte sie an einen Strand von San Francisco. Das Pärchen war nun sichtlich erleichtert, ihre Anspannung legte sich Zusehens und beide schlenderten erleichtert Arm in Arm am Wasser entlang. Ihre Verträumtheit nutzte Benslay und warf ihnen unvermittelt einen Boxsack vor die Füße.
Natürlich stürzte der junge Mann, der anschließend wütend nach oben fluchte, wo er Benslay vermutete. „Was soll denn das? Der Löwe reicht doch oder? - Verdammt noch mal!“
Da die beiden immer noch leicht bekleidet waren, schickte Ronald ihnen erst einen Regenschauer, gefolgt von Schneefall und einem heftigen Sturm. Wie ein begossenes Pudelpärchen bibberten sie vor Kälte und stemmten sich mit aller Kraft gegen einen zusätzlichen Orkan.
Im Saal waren viele vom Martyrium des Liebespärchens ergriffen und einige forderten sogar Ronald Benslay auf, seine quälenden Spielchen abzubrechen. Ronald, der das Publikum genau beobachte, ließ das Pärchen schließlich in Ruhe. Innerhalb von wenigen Minuten hatte das Paar ein abruptes Wechselbad der Gefühle durchlebt, und sie waren froh als alles vorbei war. „Na alles wieder klar?“, versuchte Ronald die Verliebten mit väterlichen Ton zu beruhigen.
„Nichts ist klar! Wir wären hier beinahe drauf gegangen. Scheiß auf das Experiment!“, schimpfte der junge Mann, während die junge Frau lediglich erleichtert war, und sich in die Arme ihres Geliebten schmiegte. „Hätten Sie uns nicht sagen können, was uns erwartet?“
„Wenn Ihr es gewusst hättet, wo bliebe dann die Spontanität?“, antwortete Benslay.
Nachdem sich auch der Jüngling langsam beruhigte, fuhr Benslay fort.
„Wie versprochen werdet ihr mit einer Traumlandschaft belohnt und neben einem fürstlichen Essen, wartet auf euch eine kleine Überraschung. Viel Spaß! Danke für Eure Bereitschaft.“ Das Pärchen blickte sich verliebt an und mit einem Lächeln wurden sie ausgeblendet.
„Übrigens! Wie Sie sicher bemerkt haben, hat sich das Pärchen freiwillig zur Vorführung gemeldet“, betonte Benslay in Richtung der Anwesenden, „Für sie bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Schließlich sind sie menschliche Lebewesen, wenn auch nur virtuell.“
Beeindruckt von der Vorstellung sahen sich die Zuschauer im Saal nachdenklich an und tuschelten sich einander zu. Es musste sich doch eine logische Erklärung finden lassen. Keiner hielt es für möglich, dass virtuelle Geschöpfe, wie richtige Menschen reagieren können. Sicherlich war das alles nur ein fauler Zauber und der PR Manager spielte lediglich ein vorinszeniertes Video ab oder so etwas Ähnliches!?
Auf die Skepsis vorbereitet, forderte er das Publikum auf sich melden, wer auf dem Podium die entsprechenden Kontrollgeräte bedienen möchte. Von den vielen die sich meldeten wählte Benslay wahllos zwei Personen aus. Sie bedienten die Geräte, die jede Art von Übertragungen oder Manipulationen auf­spüren würden. Es stellte sich heraus, dass es weder eine Funk- oder Internetverbindung (W-LAN) und erst recht kein externes Datenkabel gab. Bei der Überprüfung des Laptops fanden sich ebenso keine relevanten Videodateien. Nach der Überprüfung wurden die Akademiker mit den wesentlichen Funktionen des Programmes vertraut gemacht und konnten es nun selbst ausprobieren. Ronald Benslay stellte ihnen dazu ein anderes Pärchen zur Verfügung und überließ es ihnen die Spontanität der Scaneinheiten zu testen. Die Ausgesuchten gaben auf alle Fragen eine relevante Antwort, reagierte auf Temperaturschwankungen und zeigte authentische Gefühle. Das Publikum folgte mit offenem Mund und großen Augen dem Austesten auf der Bühne und war begeistert. Benslay gab weiteren Anwesenden, in Zweiergruppen, die Gelegenheit die Scaneinheiten zu testen. Selbstverständlich wollte Jim ebenfalls, aber leider war das Erproben der Scaneinheiten begrenzt, sodass er nicht mehr dran kam. Leider waren die Testeinheiten aufgebraucht und die bisherigen Testpaare sollten ihre verdiente Ruhe bekommen.
Benslay lehnte es deshalb kategorisch ab, die Scaneinheiten mehrmals zu gebrauchen. Allerdings kam es Jim, wie eine Ausrede vor. Benslay wartete lediglich darauf, dass die Gäste im Saal Feuer fingen und nun zu seinem eigentlichen Anliegen kommen konnte. Die Zuschauer aus den wissenschaftlichen Bereichen tuschelten sich untereinander zu und diskutierten über einen Nutzen für die Wissenschaft. Sie konnten sich jedoch mehrheitlich nicht vorstellen, dass Scaneinheiten reale Versuchsreihen ersetzen könnten.
Die anwesenden Gäste von Filmgesellschaften hörten dagegen schon die Kassen klingeln. Kein aufwendiges Zusammenstellen einer Filmcrew mehr, keine Statisten, keine kostenintensiven Schauspieler und eine Suche nach geeigneten Drehorten war ebenso Geschichte. Jede Filmidee war nun mit dem Computer umsetzbar. Selbst Risikoproduktionen würden nur einen geringen finanziellen Schaden verursachen. Der Profit wäre sicherlich gigantisch, dachten übereinstimmend die Filmvertreter.
Wie ein Schlag ins Gesicht muss es ihnen vorgekommen sein, als Ronald Benslay auf eine Anfrage erklärte, das Geheimnis der Technologie nicht preiszugeben.
„Wir bieten den Filmgesellschaften jedoch an, über unsere Tochterfirma VISIOLUX kostengünstig zusammenzuarbeiten. Sie definieren Ihre Wünsche, überwachen das Drehbuch und wir setzen die Scaneinheiten dementsprechend ein.“
Nach einem kurzen verdatterten Schweigen zeigten sich die Vertreter der Filmgesellschaften darüber empört und wetterten lautstark. Sie befürchteten eine Abhängigkeit und auch eine Monopolstellung von VISIOLUX. Benslay gab mit einem Händewink dem Technikerteam eine Anweisung. Diese wanderten mit Stabmikrofonen durch die Reihen und eröffneten so die Dis­kussionsrunde. Nach einem ersten empörten Wirrwarr besannen sich die Filmvertreter zur Sachlichkeit und erkundigten sich nach den Rahmenbedingungen. Ziemlich schnell wurde klar, dass sie sich untereinander nicht trauten. Sie befürchteten Schmiergelder für vorteilhafte Konditionen; dem reservieren von bestimmten Scaneinheiten, die zu Stars avancierten; dem gegenseitigen ausbooten, durch das Hochtreiben der Preise. Wie schnell könnte ein Unternehmen über VISIOLUX ein Monopol erringen, wodurch andere Filmgesellschaften keine Chance mehr haben würden, überhaupt einen Film zu produzieren.
Das sich mit den Scaneinheiten ein Kinohit nach dem anderen herstellen lassen würde, stand außer Frage. Ein Krieg unter den Filmgesellschaften drohte und würde die Finanzkräftigsten bevorteilen und den Rest in die Insolvenz treiben. Mehr noch! Was wäre, wenn dann VISIOLUX von heute auf morgen, nicht nur schleichend, sondern drastisch die Preise für die Scaneinheiten erhöhen würde? Die Experten befürchteten, dass VISIOLUX dann weltweit expandieren und den Filmmarkt beherrschen könnte.
Ronald tat nichts um die angeheizte Stimmung zu entschärfen. Wütend wetterten die Delegierten der Filmunternehmen nun auch gegen Virtual Humana und sahen in der Präsentation eine gezielte Farce, die der eigenen Filmfirma zuarbeiten würde. Sie brüllten etwas von „Ausverkauf“ und „Diktat“ der Filmindustrie.
In der lärmenden Atmosphäre kam sich das wissenschaftliche Publikum überflüssig vor und verließen nach und nach den Raum, angewidert vom unsach­lichen Geschrei. Über die Mikrofone war längst kein ordentliches Gespräch mehr möglich. Im lärmüberfluteten Raum drangen lediglich Wortfetzen auf die Bühne und offenbar gingen die Vertreter der Filmgesellschaften dazu über sich gegenseitig zu provozieren. Jim war noch geblieben und beobachtete erneut Ronald Benslay. Ein merkwürdiges Grinsen zog sich über dessen Lippen, als hätte er den Eklat geplant. Doch Jim fragte sich warum? Was hatte das zu bedeuten? Irgendwie hatte er den Eindruck gehabt, als wäre Virtual Humana an keiner Zusammenarbeit mit irgendeiner Filmgesellschaft interessiert? Ronald Benslay machte sich weiterhin nicht die Mühe, die Wellen zu glätten, sondern stachelte sie eher auf. „Wenn Sie nicht mit uns zusammenarbeiten wollen, werden Sie die Konsequenzen ertragen müssen.“ Später schüttelte Benslay amüsiert den Kopf und verlies dann einfach den Saal.
Seinerzeit ahnte Jim noch nicht, welchem Zweck diese Veranstaltung wirklich diente. Nach der Präsentation gründeten die Filmgesellschaften ein Zweckbündnis und schufen eine gemeinsame Front gegen Virtual Humana und ächteten deren Tochterfirma VISIOLUX. Darüber hinaus versuchten sie Politiker und die Medien gegen Virtual Humana aufzuhetzen. Sie bezeichneten die Scannertechnologie als „faulen Zauber“ und riefen zum Boykott auf. Wochenlang vollzog das Fernsehen, das Radio und die Zeitungen eine Hetzkampagne. Doch nach anfänglicher Entrüstung, legte sich schnell die erhoffte Resonanz bei Bevölkerung. Virtual Humana begegnete dem ganzen Mediengeschrei nur mit einer kurzen Stellungnahme, zu den verbreiteten Lügen und Unwahrheiten. Selbst als das Medieninteresse nach ließ, war Virtual Human zu keinem Statement, zu ihrer Technologie, mehr bereit.

1.3. Die Vertreter

Plötzlich klingelte es an Tür und unterbrachen Jims Gedanken. Neugierig schaute er durch den Türspion und sah zwei Herren um die Vierzig, die auf Einlass warteten. In ihren dunklen Anzügen sahen sie wie Mafiagangster aus. Jeweils mit schwarzer Sonnenbrille und flachem Aktenkoffer trampelten sie ungeduldig vor der Tür hin und her. Eigentlich wollte er sie ignorieren. Es waren bestimmt irgendwelche penetranten Vertreter, die ihm irgendwelches Zeug andrehen wollten, glaubte er. Wenn man denen erst einmal öffnet, dann wird man sie so schnell nicht wieder los. Er wollte gerade gehen, da schickte seine innerliche Neugier seine Hand zur Türklinke. Vielleicht hatten sie ja ein interessantes Angebot. Jim hakte sicherheitshalber die Sicherheitskette ein und öffnete die Tür einen kleinen Spalt und fragte kurz, „Ja! Bitte?“
Der etwas Kleinere und korpulentere von ihnen begrüßte ihn sofort überfreundlich.
„Guten Tag! Mister Carpenter! Wir hätten da ein erstklassiges Angebot für sie?“
„Was für ein Angebot?“, runzelte Jim ablehnend die Stirn. Bestimmt wollten sie ihm einen Kühlschrank oder eine Lebensversicherung aufschwatzen oder ihn zu einem Gott bekehren.
„Da Sie Forscher sind, hätten wir für Sie einen reizvollen Forschungsauftrag!“ und fuhr flüsternd fort, „Sie verstehen, mehr möchte ich vor der Tür nicht verraten.“
Jim fragte sich, wer die Herren sind und woher sie anscheinend wussten, dass er in der Forschung gearbeitet hatte? Wieso sollten sie ihm sonst einen Auftrag anbieten? Wissbegier entfernte er die Kette und öffnete die Tür einen Spalt. Der Restalkohol trübte das Denkvermögen, das die Vorsicht und Achtsamkeit aushebelte. Der dicke Vertreter zwängte sich sofort in das Appartement und hielt Jim eine namenlose Visitenkarte unter die Nase, „VH & VL Company Agency“. Der Schmächti­gere wartete dagegen geduldig, bis die Tür weit genug geöffnet war und er bequem eintreten konnte. Beide blieben aber anstandsbewusst im Korridorbereich stehen und warteten artig, bis Jim sie weiter hinein bat. Während Jim die Tür hinter ihnen zu machte, wiederholte der dünne Herr das Angebot, während der Dickere sich etwas griesgrämig umherschaute.
„Wir kommen im Auftrag eines wissenschaftlichen Unternehmens, das an Ihrer Mitarbeit interessiert ist, und wie gesagt, möchten wir Ihnen eine spannende Arbeit anbieten.“
Jim glaubte zu träumen. Gefühlte Tausend Bewerbungen hatte er geschrieben, die ihn alle ablehnten und plötzlich klingelte ein Angebot einfach so an der Tür. Mit einer Handbewegung wies er den Herren aufgeregt einen Platz am Esstisch zu, der aber noch voller Toastbrotkrümel war und das Frühstücksgeschirr ebenfalls noch herum stand. Etwas pikiert über die Unordnung setzten sich die Vertreter, wobei sie sich mehr vom Geruch im Raum belästigt fühlten. Die verbrauchte schweißige Nachtluft vermischte sich mit dem Gestank vom Bier der letzten Nacht, dem Zigarettenrauch in der Kleidung und dazu wurde alles mit würzigen Kaffeedämpfen angereichert. Jim bemerkte es und schalte sofort die Lüftungsanlage auf Höchstleistung. Hektisch räumte er noch schnell den Tisch ab, wobei er alles mehr eilig ins Abwaschbecken warf. Anschließend säuberte er die Essplatte, mit etwas, was man mit viel Fantasie als Lappen bezeichnen konnte. Dann drehte er die lärmende Lüftungsanlage etwas herunter, so dass eine vernünftige Unterhaltung möglich war. Die beiden Herren verfolgten geduldig Jims hektische Ordnungsmaßnahmen und sahen sichtlich erleichtert aus, über die inzwischen angenehmere Raumluft.      
Gespannt auf das Angebot, setzte sich Jim zu ihnen und blickte die Vertreter durchbohrend fragend an. „Also! Wir kommen im Auftrag der Firma Virtual Humana.“
Daraufhin starrte Jim sie erschrocken an und war im Begriff verärgert aufzustehen.
„Sicherlich hat Virtual Humana zurzeit nicht den besten Ruf“, rechtfertigte sich sofort der Kleinere, der nur noch einen Haar-Ring auf den Kopf trug, „Glauben Sie uns! Das ganze Medienspektakel ist völlig überzogen und viel zu viele Lügen machen ihre Runde. Sie können sicher sein, dass das Institut eine renommierte Forschung zum Wohle der Menschheit betreibt. Die angeblichen dubiosen Experimente sind Erfindungen der Medien. Wir sind …“.
„Sparen Sie sich diesen Unsinn!“, unterbrach Jim genervt und fragte eher zynisch nach, „Verraten Sie mir lieber, wie ich für solch ein Unternehmen von Interesse sein könnte?“
„Sie kennen sicherlich Mister Ronald Benslay?“ Jim nickte abfällig.
„Er war bei einigen Ihrer öffentlichen Präsentationen anwesend. Ihm beeindruckten Ihr medizinisches Wissen und ihre computertechnischen Fähigkeiten.“
Jim erinnerte sich gern an jene Referate, die ihm damals viel Anerkennung einbrachten. Zu dem Rahmen seiner Arbeit gehörte es Vorlesungen an Universitäten abzuhalten. Er hatte ein Talent entwickelt, medizinischen Themen eindrucksvoll virtuell und anschaulich umzusetzen. Durch den Erfolg der kurzweiligen Präsentationen wurde die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam und er erhielt lukrative Angebote für themenbezogene Vorträge. Es waren häufig Ärzte und Pharmakonzerne, für die er die Risiken und den Ablauf von Krankheiten, zum Beispiel im Zusammenhang mit Medikamente darstellte. Das staatliche Institut gab ihm dazu gern den nötigen Freiraum, zumal durch jene Referate zusätzliche Gelder in die Forschung flossen. Sein Institut unterstützte dabei auch Pharmakonzerne, gegen gewisse „Geschenke“, für deren Präparate Jim im Prinzip werben sollte. Jim ließ sich dennoch nie unkritisch vereinnahmen, wenn er von der versprochenen Wirkungsweise des Medikaments nicht überzeugt war. In der Regel veranschaulichte er bei solchen spezifischen Veranstaltungen die eventuellen Wirkungsweisen und überließ einem Co-Moderator die Werbung für ein Produkt. Neben den finanziell orientierten Veranstaltungen, gab es auch ein großes Interesse an dem neusten Wissensstand des Institutes. Mit der Veröffentlichung ihrer Erkenntnisse hofften sie Investoren anlocken zu können, denn die staatlichen Subventionen waren für das Institut doch relativ gering bemessen.
„… Natürlich kaufen wir nicht die Katze im Sack“, warf ihn die laufende Kugel aus den Gedanken. „Mister Benslay hatte uns im Vorfeld dazu beauftragt, Erkundigungen über Sie einzuziehen. - Aber ich kann Ihnen sagen! Mister Carpenter! Sie sind unser Mann!“
„Wie Erkundigungen?“ Misstrauen legte sich über Jims Miene und ahnte Böses. 
„Sie können sich sicherlich vorstellen, wie gefährlich es wäre, wenn unsere Technologie in die falschen Hände gerät. Um einen Missbrauch schon im Vorfeld zu vermeiden, suchen wir uns die Mitarbeiter akribisch aus. Lassen Sie mich offen zu Ihnen sprechen! Wir haben uns detailliert über Sie erkundigt. Über Ihr Privatleben, die finanzielle Situation und natürlich wissen wir über ihre kleine Revolte bei ihrem Arbeitgeber, hier in Los Angelos Bescheid.“
Mit offenem Mund saß Jim da, war einerseits schockiert und andererseits von der entwaffnen-den Ehrlichkeit beeindruckt. Es war ihm klar, dass jeder Forscher Geheimnisträger war und sich demzufolge jedes Unternehmen gründlich über seine Angestellten erkundigt. Nur gab keiner bisher den Umfang der Bespitzelung so offen zu. Die Werber sahen Jims verblüfftes Gesicht und setzten noch eines drauf, um ihre Ehrlichkeit zu demonstrieren.
„Selbst das Sie heute zu Hause sind, wussten wir.“ Jim schaut sie mit großen Augen an. Ein bedrohliches Gefühl durchschlich ihn und sah sich als gläsernen Menschen. Er fragte sich aber nicht, woher sie es wussten, sondern war bestürzt darüber, dass sie offenbar keine Überwachungsgrenzen kannten. Sie kannten sich wahrscheinlich in seinem Privatleben besser aus als er selbst. Er fragte lieber nicht weiter nach, fühlte sich lediglich in seiner schlechte Meinung über Virtual Humana bestärkt. Innerlich reifte der Entschluss die beiden Herren, die sicher Handlanger der Firma waren, vor die Tür zu setzen. Die Vertreter konnten anscheinend Gedanken lesen. Der Schlankere stieß den Dickeren leicht an und drängte ihn fortzufahren, indem er ihm zunickte. „Virtual Humana bietet Ihnen ein Grundgehalt von 5.000 Dollar monatlich.
Zusätzlich winken Ihnen Prämien in Millionenhöhe je nach Erfolg ihres Auftrages. Wir garantieren Ihnen ein selbstständiges Arbeiten auf ihrem Forschungsgebiet. Das heißt, sie werden selbstverantwortlich an einem medizinischen Zielprojekt forschen.“
Jims Vorhaben verpuffte, denn das Angebot hörte sich vielversprechend an. 
„Wie genau soll ich das verstehen?“, fragte er ungläubig.
„Sie sind Ihr eigener Chef! Ohne Zeitdruck können Sie sich ihrem Projekt widmen. Wobei, selbstverständlich wird von Ihnen ein monatlicher Rechenschaftsbericht erwartet. Es versteht sich, dass die Firma nicht gerne Parasiten nähren möchte. Und mit einer gewissen Kontrolle Ihre Arbeit müssten Sie ebenfalls einverstanden sein.“
Die ablehnende Grundeinstellung rückte ins Hintertreffen. Die Offerte klang verlockend. Die Arbeitsbedingungen hörten sich traumhaft an. Sein eigner Chef zu sein, hatte er sich immer gewünscht. Kein Zeitdruck und Gehetze mehr. Bei dem bisherigen Arbeitgeber musste er immer nur den Professoren zuarbeiten und der eigne Freiraum war arg begrenzt. Eigentlich besaß er nur wegen seiner Präsentationen gewisse Freiheiten, ansonsten war er nur ein Angestellter. Eigene Ideen zu haben, kamen im Institut nicht gut an. Sein Forschungsauftrag war meistens klar vorgegeben. Erst nach seiner Doktorarbeit hätte er aufsteigen können. Nur als Professor dürfte er auch mal denken. Doch bis dahin, war er alt und klapprig, und er hätte seinen jugendlichen Drang verloren. Der Frust über seiner Entlassung saß Jim noch tief in der Seele und nun kam dieses Angebot. Auch angesichts seiner finanziellen Situation würde eine Anstellung endlich wieder seinen Kontostand auffüllen und er könnte seine Villa wieder zurückkaufen.
Nur wo war der Haken, was sollte er dafür tun? Anscheinend bemerkten die Agenten, wie er nervös hin und her rutschte, und mit seinen Händen unkontrolliert in sein Gesicht umherfummelte. Jim versuchte den Desinteressierten zu spielen, um lässig bluffend optimale Verhandlungsoptionen zu erzwingen. Es war ihm klar, dass vor ihm zwei psychologisch geschulten Agenten saßen, die jede Chance nutzen würden in zu übertölpeln. Er wollte ihnen keine Angriffsfläche dazu geben. Der Schlanke öffnete schließlich einen Aktenkoffer, holte einen Laptop heraus und schaltete ihn an. Zeitgleich wühlte der Andere in einer Mappe und kramte Notizen hervor.
„Sicherlich möchten Sie Einzelheiten wissen. Ihr Auftrag beschränkt sich auf das Heilen von Scan-Einheiten“, vergewissernd fragte er nach, „Sie wissen sicherlich, dass unsere Scaneinheiten krank werden können?“ Jim nickte wissend.
„Die Unkosten dadurch sind immens. Wir trauen Ihnen zu, die Lösung für das Problem zu finden. Deshalb stellen wir Ihnen ein persönliches Medium zur Verfügung. Selbstverständlich eine virtuelle Kopie eines realen Menschen.“ Inzwischen hatte die lange Bohnenstange, etwas schwitzend, sein Notebook hochgefahren und öffnete eine Bilddatei. Begierig schaute Jim auf den Monitor und glaubte den Augen nicht zu trauen. Das konnte nicht sein? Er rieb zweifelnd seine Augen.
„Hier sehen Sie Originalbilder von Ihrem zukünftigen Medium.“
Aufgewühlt folgte er den Bildern mit starrem Blick. „Ist das etwa …?“, und hoffte auf eine Bestätigung. Völlig auf ein Foto fixiert, bemerkte er nicht die sich zu grinsenden Gesichter.
„Diese 39-jährige Frau, hieß im wirklichen Leben Samantha Blace!“ 
Die Ungewissheit legte sich, stattdessen fuhren Jims Gefühle Berg- und Tal-Bahn. Sollte er sich darüber freuen, dass sich ein Traum erfüllte, oder sollte er entsetzt darüber sein, dass sie sich in den Fingern des zwielichtigen Unternehmens befand? Und wieso sagten sie „hieß?“
Auf dem Laptop wechselten Bilder und kleine Videosequenzen. Sie zeigten Samantha in lebenslustigen Posen des Alltags. Er sah ihr langes welliges Haar, was auf einem Partybild ein schelmisches Lächeln verbarg. Sie strahlte eine ansteckende Lebensfreude im Alltag aus und zeigte eine tiefgründige Miene bei der Arbeit. Jim war verzaubert von Samanthas Natürlichkeit. Von der Art, wie sie mit ihrer Kleidung ihre Weiblichkeit unterstrich, ohne aufreizend zu wirken. So legere und einfach ihre Sachen im Alltag waren, so angemessen und ohne zu protzen, kleidete sie sich zu offiziellen Anlässen. Schließlich kamen Fotografien, die sie nackt auf der Scanner-Liege zeigten. Jim begeisterte der wohlgeformte Körper, worauf die Fantasie ihn in erotische Träume brachte und die Hose enger machte. Er erschrak von seinen niederen Gelüsten.„Eine hübsche Person, nicht wahr? Leider ist sie gestorben und das ist das Problem!“
Jim spürte einen Eissturm durch die Seele ziehen. Samantha! Tod! Nein, das kann nicht sein! Sie war doch noch so jung! Und nur noch die virtuelle Version blieb von ihr?
„Samantha Blace hatte sich vor drei Wochen den goldenen Schuss gegeben“, fuhr der Kleine mit gespielter Trauer fort. „Makabererweise tat sie das mit unserem Geld. Sie hatte einen irreparablen Gehirntumor. Sie lehnte operative Behandlungen ab und glaubte, damit würde ihr Risiko steigen früher zu sterben, zumal sich Metastasen schneller verbreiten könnten. Ihre letzten Tage hat sie ziemlich intensiv und kostspielig verlebt. Nie hätten wir gedacht, dass sie sich von uns scannen lässt, aber sie brauchte wohl das Geld. Besonders teuer waren wohl die Morphiumspritzen und der Rauschgiftkonsum, um die zunehmenden Schmerzen zu betäuben. Vermutlich hat sie sich bewusst eine Überdosis gesetzt, als ihr Leben nur noch aus Leiden bestand und bevor ihr die Betäubungsmittel die Sinne raubten.“ 
Der Größere schloss die Datei, doch beließ er ein Porträtfoto auf dem Desktop. 
„Ist sie nicht eine Schönheit?“, wiederholte der Dicke listig. „Es liegt nun an Ihnen, ob sie auch virtuell sterben soll? Zum Glück haben wir sie noch nicht aktiviert. Sie ist als Scaneinheit im Archiv eingefroren und kann über viele Jahre gespeichert bleiben. Allerdings, falls wir sie wecken, wird Samantha nur noch vier oder maximal acht Monate zu leben haben.“ Gebannt sah Jim auf Samantha und eine knisternde Stille beherrschte den Raum. Für Minuten, die wie Stunden wirkten, herrschte Schweigen im Raum. Die beklemmende Ruhe wurde nur vom surrenden Laptop unterbrochen und draußen hörte man entfernt ein Flugzeug vorbei fliegen. Der Große aktivierte noch einmal die Foto Show und ließ die Bilder ungeordnet in schneller Abfolge auf dem Laptop ablaufen.
Jim verspürte den unwiderstehlichen Drang ihr zu helfen. Wenn er sie schon nicht mehr im richtigen Leben kennen lernen konnte, so wollte er ihr wenigstens virtuell begegnen. Er könnte dabei erfahren, wie sie war und ihrer Kopie vielleicht sogar helfen.
„Mister Carpenter! Wie sieht es aus, sind Sie interessiert?“, durchbrach der Rundliche die Ruhe. Seine Gefühle konnte Jim nun eh nicht mehr verheimlichen und hätte ihnen am liebsten ein enthusiastischen „Ja“ entgegen geschrien. Das Unterbewusstsein blockierte die Zunge und erinnerte ihn daran, dass er auf keinen Fall zum Werkzeug für Virtual Humana werden wollte. Das Teufelchen in ihm brüllte: „Bist du bescheuert!? Auf dein Konto ist Ebbe …. willst du ein Leben unter der Brücke?!“ Das Engelchen hielt die verheißungsvolle Option mit Chikago dagegen. „Samantha ist nur ein Lockmittel und schließlich ist sie nur ein virtuelles Wesen.“ Jim verstand sich selbst nicht mehr, dass er trotzdem dazu neigte, die Vernunft zu ignorieren, um einer Illusion nachzujagen? Im Wellental der Emotionen war er zu keiner klaren Aussage fähig, da er seine Vernunft zwang das Angebot zu hinterfragen. Es blieben vor allem viele Fragen zu seinem Tätigkeitsfeld offen, doch gezeichnet von der letzten Nacht arbeiteten die Gehirnzellen ziemlich träge.Ein Wirrwarr von Fragepunkten, unsortierten Worten und Bilder kreisten im Gehirn umher und fanden keine geordnete Linie für konkrete Fragen. Den geschulten Vertretern blieb das nicht verborgen und sahen sich siegessicher.