09. Geschichte Rock'n Roll

Entstehung und Geschichte des Rock’N’Roll                                          

 1. Exkurs zu Farbige in den USA
 2. Rhythm& Blues
 3. Rock'n Roll  
 4. Zeitgeist -Lebensart

 

1. Exkurs zu den Afroamerikaner in den USA

Farbige / Neger / Afroamerikaner: 

Für den dunkelhäutigen Menschen in Amerika, deren ursprüngliche Herkunft Afrika war, gab und gibt es viele Begriffe. Die Bezeichnung Neger stammt von dem spanischen Wort Negro für Schwarz ab. Der Ausdruck für die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas, durch die erste Kolonialmacht Spanien, wurde von den Europäern übernommen.
In Deutschland wurden die dunkelhäutigen Afrikaner Schwarzer Mann, Mohr oder Neger genannt und in diskriminierende Zusammenhänge gebracht. In den USA unterstrich das verwendete Wort Niger deutlich die rassistische Verachtung der Menschen, war zugleich Schimpfwort und ein anderer Begriff für Sklave. Im Gegensatz zu Europa taten sich die USA schwer mit der Abschaffung der Sklaverei und selbst danach, verwehrte ihnen die Rassisten der USA die Bürgerrechte. Über ihre musikalische Kultur lösten die Dunkelhäutigen ein gewisses Umdenken aus und das mildere Wort Schwarze (engl. = Black) setzte sich für sie durch, zumindest im liberaleren Norden der USA. Erst mit der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre erstarkten auch die humanistischen Denkweisen in den USA und wiesen die Rassisten in ihre Schranken. Mit den 70er Jahren setzte sich die Bezeichnung Farbige durch. Die Benennung führte jedoch zu Missverständnissen, weil Indianer und Exilchinesen ihnen irrtümlich zugeordnet wurden.
Seit den 80er Jahren wird der Ausdruck Afroamerikaner für alle Dunkelhäutigen US-Bürger verwendet. Das gilt ebenso für alle dunkelhäutigen Mischformen, deren ursprüngliche Herkunft auf Wurzeln in Afrika verweist oder negride Körpermerkmale überwiegen.
In der Betrachtung zum Rock’n Roll werden jene Begriffe wieder auftauchen und bezeichnen zugleich den gesellschaftlichen Stand und die kulturelle Entwicklung. Zudem ist es notwendig, die Begrifflichkeiten für Menschenrassen in den USA zu kennen.

WEIßE = europäischstämmigen Siedler, die vor allem aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien kamen. Die indianischen Ureinwohner nannten die Einwanderer aus Europa Bleichgesichter, worauf sich die Bezeichnung Weiß ableitete. Zur besseren Unterscheidung der Bevölkerung teilten die Rassisten, die Menschen in Hautfarben ein und legten zugleich den gesellschaftlichen Status fest. Auf die höchste Stufe wurden die europäischen Siedler gesetzt und nannten sich Weiße und sahen sich als Herrenmenschen.

ROTE = amerikanische Ureinwohner, die von den Europäern irrtümlich als Indianer oder Indios bezeichnet wurden. Der Kontinent wurde von den ersten spanischen Seefahrern für Indien gehalten, bis Amerigo Vespucci erkannte, dass sie nicht Indien, sondern einen neuen Erdteil entdeckt hatten. Zu Ehren von Vespucci, wurde der neue Kontinent nach seinem Vornamen genannt und heißt deshalb heute Amerika. Die Ureinwohner wurden aber weiter Indianer/ Indios genannt. Wegen ihrer geröteten Hautfarbe, wurden die Ureinwohner auch Rothäute genannt. Da sich die nordamerikanischen Indianer nicht den Weißen unterordnen Wollten, folgte eine Epoche voller dramatischer Konflikte.
Schließlich besiegelte die bessere Waffentechnik der Weißen, das Schicksal der Ureinwohner. Die Roten wurden unter unmenschlichen Bedingungen in Reservaten eingepfercht. Obwohl die US-Regierung den Indianern einen gewissen Status versprochen hatte, sah die Realität nach kontinuierlichem Völkermord aus. Abgekapselt pflegten die Indianer ihre Traditionen, erhielten erst 1925 die vollen Bürgerrechte und sind heute immer noch eine Randgruppe der Gellschaft, die nur langsam ihren Platz in der modernen Zeit finden.

GELBE = asiatische Einwanderer, die mehrheitlich aus China stammten. Nachdem die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde, mangelte es im Westen der USA an billigen Arbeitskräften. Die Chinesen erwiesen sich als willige und anspruchslose Arbeiter, deren Arbeitskraft sich vorzüglich ausbeuten ließ. Mancherorts wurden sie menschenunwürdiger als Sklaven behandelt. Trotzdem schufen sie sich inzwischen eine Nische in der Gesellschaft und siedelten sich an. Vielerorts entstanden Asiatenviertel (Chinatown), speziell im Westen der USA. Heute ist die Integration der Asiaten in der Gesellschaft gegeben, aber aufgrund ihrer Kultur, der gelblichen Hautfarbe und der kleinwüchsigen Anatomie kapselten sich die Asiaten ab, sind aber in ihrem Wesen aufgeschlossen, freundlich und sehr geschäftstüchtig.

SCHWARZE = versklavte Ureinwohner Afrika, die als rechtlos Arbeitskräfte auf den amerikanischen Kontinent verkauft und missbraucht wurden. Speziell im Süden der USA wurden sie auf riesigen Plantagen eingesetzt. Sie standen lange Zeit auf der untersten Stufe der Gesellschaft und wurden in jeglicher Form missbraucht. Speziell durch Vergewaltigungsakte wurden Kinder mit hellerer Hautfarbe (Braune, Mischlinge) geboren. Später vermischten sich Schwarze und Weiße und wurden nach den Hauptmerkmalen (negride oder europide) unterschieden. Der Begriff Mulatte (span. = Mischling) steht dabei für den dunkelhäutigen Europiden einer Schwarz-Weißen-Beziehung, dennoch wurden auch die relativ hellhäutigen Schwarzen von Rassisten diskriminiert.

Geschichtliches:

Um 1780 legten die ersten Sklavenschiffe an der amerikanischen Küste an und nach den Unabhängigkeitskrieg 1783 der USA wurde der Sklavenhandel intensiviert. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden die afrikanischen Ureinwohner nach Amerika gebracht. Während der Überfahrt starben viele Sklaven auf dem Schiff, häufig an Krankheiten mangelnder Hygiene oder brutalen Übergriffen.
Die Verluste (die Toten) wurden auf den Sklavenmärkten kompensiert (erhöhte Preise). Hauptabnehmer waren neben den USA auch Brasilien und Kuba. Besonders die Südstaaten der USA profitierten von den billigen Arbeitskräften, die als Eigentum auf den riesigen Plantagen schufteten. Rechtlos bis an ihr Lebensende waren sie der Willkür ihres Besitzers ausgeliefert. In einer rassistisch geprägten Gesellschaft wurden die Schwarzen als teuflische Monster gesehen.
Aufgrund ihrer Hautfarbe brachte man sie mit Dämonen, bösen Mächten und dem Satan in Verbindung. Es wurde ihnen ein primitiver Geist unterstellt und machten es an ihren Riten und Sitten fest. Für die Rassisten waren sie Untermenschen, die angeblich wegen des fehlenden Intellekts ein Spielball des Teufels waren. Aus diesem Grunde, war es nach ihren Vorstellungen nötig, den schwarzen Körper zu züchtigen, ihn mit Arbeit zu beschäftigen und ihnen den christlichen Glauben einzuprügeln, damit der Teufel keine Gewalt über sie hatte.

Diese Sichtweise legitimierte das grausame Vorgehen gegen die Schwarzen. Die meisten Bürger der USA sahen die Sklaverei als Mittel der Teufelsaustreibung an und im Prinzip erwarteten sie dafür Dankbarkeit, da den Negern, dadurch der Weg in die Zivilisation geöffnet wurde. Lange Zeit wurde die brutale Gewalt gegenüber den Negern, als legitime Züchtigung verstanden. Außerdem machten diverse Horrorgeschichten die Runde, die panische Furcht vor dem Schwarzen Mann verursachten und den Kindern wurde warnend und verachtend, das Lied über die „Zehn kleine Negerlein“ vorgesungen. Unterschwellig begrüßte deshalb die Allgemeinheit die Sklaverei, weil ein Neger nicht den Titel Mensch verdiente.
In der Praxis hieß das Arbeiten bis zum Umfallen und strenge Bestrafungen selbst bei den geringsten Vergehen oder Aufsässigkeiten. Zehn bis zwölf Stunden rackerten sie auf den Plantagen, wurden mit Peitschen angetrieben und ständig drohten Prügelstrafen vor Ort.

Sie hausten oft in grausigen Unterkünften (Viehställen) und ihre Nahrung bestand aus Abfällen ihrer weißen Herren. Die miserablen Lebensbedingungen wurden schnell zum Nährboden von Krankheiten und Seuchen. Der Tod war stetiger Gast, nicht nur durch Krankheiten, sondern auch durch die Folgen von Prügelstrafen oder Hinrichtung. Häufig waren Neger tödlichen Folterungen ausgeliefert, besonders wenn sie heimlich ihre afrikanischen Gottheiten anbeteten, die als Hexenkult angesehen wurden. Verschärfend kam hinzu, dass die Sklaven keine Fluchtmöglichkeiten hatten und über kurz oder lang gefasst wurden. Selbst bei den Rothäuten waren die Schwarzen nicht willkommen. Sie wurden in der Regel als unheimliche Wesen der Nacht begriffen und gemieden.
Kritik an der unmenschlichen Sklavenhaltung wurde im Norden der USA laut. Um 1800 forderte die europäische humanistische Bewegung die Abschaffung der Sklaverei. In den USA sollten wenigstens die Mindestrechte von Sklaven durchgesetzt werden. Aber schon aus Kostengründen begannen zahlreiche Sklavenhalter die Lebensbedingungen des Eigentums zu verbessern, da ihnen tote Sklaven nichts nutzten. Mit Humanismus hatte das wenig zu tun, sondern war eher berechnend. Gesunde und gesättigte Sklaven waren einfach leistungsfähiger und akzeptable Lebensbedingungen steigerten die Motivation. Eine artgerechte Haltung verlängerte so die Produktivität und ersparte den Kauf von neuen Sklaven.
Um 1810 wurde in Europa die Sklaverei verboten, allerdings mit dem Hintergedanken, weil die entstandene Industrie (in Europa) billige Arbeitskräfte benötigte. Sklaven waren ihnen zu teuer, es war billiger den schwarzen einen Hungerlohn zu zahlen. So machten englische und französische Kriegsschiffe nun jagt auf Sklavenschiffe. Unter den Deckmantel des humanis-tischen Denkens ging es auch darum, die Lage in Afrika zu entschärfen. Der Sklavenhandel führte dazu, dass es in den Kolonien in Afrika an Arbeitskräften fehlte und außerdem wurde die Wirtschaft der USA durch Sklaven bevorteilt, die ihre Waren preiswert anbieten konnten.

Ein Verbot der Sklaverei war daher zwingend notwendig für die britische und französische Wirtschaft. In deren Folge erreichten nun wenige Sklavenschiffe die USA und es erhöhten sich drastisch die Preise. Sklaven wurden zu einer wertvollen Ware und ein radikales Umdenken setzte ein. Neben den verbesserten Lebensbedingungen förderten (züchteten) die Sklavenhalter, die Familiengründung und zielten auf den kostenlosen Nachwuchs. Häufig halfen die Sklavenhalter selbst nach und vergewaltigten junge Negermädchen, was weder strafbar war, noch von den weißen Ehefrauen als Untreue (Ehebruch) geltend gemacht werden konnte. Aus solchen Verbindungen resultierten Mischlinge, die trotz hellerer Haut Sklaven blieben.
Mit dem industriellen Aufschwung im Norden, fehlte es auch dort an billigen Arbeitskräften. Nach Europa blickend lag die Lösung des Problems im Süden und wollte deren Sklaven.

Die Industrie heizte den humanistischen Geist an und hetzte nun gegen die Sklaverei. Präsident Abraham Lincoln erklärte im Sinne der Industriellen die Sklaverei für die USA verboten, worauf der Süden sich empört vom Staatenbund abspalten wollte. Es folgten die Sessionskriege (1861-1865), deren wahren Gründe wenig humanistisch waren, sondern wirtschaftlichen Interessen dienten. Der Süden strebte die Autonomie an, mithilfe der Franzosen, aber der Norden bestand auf die Einheit der USA. In einem sehr blutigen Bürgerkrieg, setzte sich der Norden durch und schaffte die Sklaverei ab.
Scharenweise verließen die Sklaven ihre Peiniger und boten sich als billige Arbeitskräfte in den Fabriken des Nordens an. Sehr bald folgte die Ernüchterung. Ihre Freiheit stürzte sie in ein noch tieferes Elend. Für einen Hungerlohn schufteten sie für ihre Fabrikanten und ein Überangebot an Arbeitskräften zwang viele in die Arbeitslosigkeit. Selbst die versprochenen Bürgerrechte wurden mit Gesetzen ausgehebelt. Die Freiheit brachte sie an den Rand der Gesellschaft und wurden abgeschottet in Gettos gezwungen.
1896 wurde die Segregation (Gesetze der Rassentrennung) durchgesetzt. Untertänig mussten sie jedem Weißen Platz machen, nicht widersprechen und Weiße Wohngebiete meiden. Wenige schafften es sich einen gewissen Wohlstand aufzubauen, die Masse vegetierte im tiefsten Elend. Inzwischen lebte es sich auf den Plantagen im Süden besser, als im industriel-len Norden, sofern man sich den rassistischen Regeln unterwarf.
In den Großstädten fanden die Schwarzen zumindest Möglichkeiten ihre Identität zu ver-wirklichen. Boxkämpfe waren ein beliebtes Freizeitvergnügen und zudem konnte man mit Wetten sein Vermögen aufbessern. Schwarze Boxer dominierten bald in der Szene und machten sich einen Namen. Ebenfalls hob sich die hohe Musikalität schwarzer Musiker ab und deren Musik (Blues, Jazz) begeisterte zunehmend die Weißen. Die Künstler und Sportler konnten sich auf dieser Basis einen angenehmen Lebensstandard aufbauen. Infolge dessen eiferten viele junge Schwarze den neuen Helden nach.

Die gesellschaftliche Resonanz veränderte die Sichtweise in der Bevölkerung und ließen die Bürgerrechtsbewegung aufflammen. Doch noch diktierten die Rassisten die bestehende Ordnung und erstickten vorsichtige Versuche der Schwarzen sich gegen gravierende Unge-rechtigkeiten zu wehren. Besonders im Süden verstärkte der Ku Klux Clan seinen Terror gegenüber den Schwarzen. Nach dem Bürgerkrieg gründete sich der Geheimbund, um die ehemaligen Sklaven im Süden zu halten. Sie sollten weiter gegen einen geringen Lohn ihren alten Herren sklavisch dienen. Die Männer in weißen Roben, die sich unter großen Spitzhüten maskierten, verbreiteten Furcht und Schrecken. Keiner wagte es sie anzuklagen, zumal der Clan aus einflussreichen Bürgern bestand. Nur kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nahmen sich die Rassisten etwas zurück, denn die USA brauchte Soldaten. Es war jene Zeit, in der die Bürgerrechtsbewegung erste Früchte zu tragen schien.
Aber nach dem Weltkrieg weinte die USA nur um die gefallenen Weißen. Die Aussichten auf die vollen Bürgerrechte für Schwarze, wurden wieder auf Eis gelegt. Die Enttäuschung saß tief und verbittert ließen sich Jugendlichen zur Gewalt hinreißen. Der Ku Klux Clan wurde wieder aktiv und zog eine blutige Spur durch die Südstaaten. Ihre grausamen Folterungen hinterließen deutlich sichtbare Spuren bis hin zu Verstümmelungen, als Warnung für die Anderen. Nicht selten wurden Schwarze im Rahmen einer rituellen Zusammenkunft gehenkt. Mit den 50er Jahren begann ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der Farbigen. Zahlreiche weiße Bürger verurteilten den Rassismus und wahlstrategisch nutzte nun die Politik den Meinungsumschwung in der Bevölkerung. Demokraten und Republikaner machten die Bürgerrechte zum Thema, aber wieder einmal ging es dabei nicht wirklich um
die Schwarzen. Der republikanische Präsident Eisenhower zielte mit seinen Maßnahmen, auf das Ansehen der USA in der Welt. Es galt die unter anderem, auf die afrikanischen Staaten Einfluss zu gewinnen, aber mit dem rassistischen Image war dies kaum möglich.
(siehe dazu „50er Jahre“ – Zeitthema: Rassismus) 
Mit Gerichtsurteilen und Nationalgarde wurde erste grundlegende Rechte der Farbigen durchgesetzt und Pfarrer Martin Luther King rief zum gewaltlosen Widerstand auf. Über Demonstrationen, friedlichen Protestbewegungen und der Verweigerung rassistischer Unterwürfigkeiten. Präsident John F. Kennedy (Demokrat) entwarf schließlich ein Gesetz zur völligen Anerkennung der Bürgerrechte und Aufhebung der Rasentrennung. Nach der Ermordung von Kennedy sah sich Präsident Johnson gezwungen das Gesetz zu ratifizieren. Trotz der Anerkennung der vollen Bürgerrechte, sah die Realität anders aus und der friedliche Protest zeigte wenig Wirkung. Unruhen waren die Folge, auf die die Polizei brutal reagierte und damit klarstellte, dass die Staatsmacht am Rassismus festhielt. Mit den Black Panthern gründeten die Farbigen ihre Widerstandsorganisation, die zunehmend zur Gegengewalt neigte. Schließlich wurde Martin Luther King ermordet und sorgte für eine angespannte Situation, zumal zeitgleich die Studentenbewegung das Land erschütterte und unter anderem, ein Ende des Vietnamkrieges forderte.
Erst in den 70er Jahren begann sich das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß langsam zu entspannen. Dennoch flammten immer wieder Unruhen auf, weil konservative Kräfte die Farbigen benachteiligten, und versuchten ihnen einige Rechte zu verwehren. Das Umsetzen der Bürgerrechte für Farbige wurde durch die nachfolgenden Generationen aufgehoben.
Es ist die Kraft der Jugend, die sich zunehmend vom rassistischen Geist der Elterngeneration verabschiedete. Obwohl die Afroamerikaner immer noch an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, so können sie heute ihre Rechte durchsetzen und ihre Anerkennung einklagen. Wie sehr sich die Gesellschaft inzwischen gewandelt hat, belegt der Erste farbiger Präsident der USA. Mit Barack Obama können hoffentlich die letzten rassistischen Schranken beseitigt werden, die dennoch immer noch präsent sind.

Musikalische Entwicklung:

Die Musikszene in den USA verlief zunächst in zwei Grundlinien, der popularisierten Weißen Lieder (White) und dem Schwarzen Underground Sound (Black). Mit der wachsenden Begeisterung für die Blackmusik, bei den Weißen, begann sie  langsam in der Unterhaltungsmusik zu dominieren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es stets Schwarzen Musiker, die der populären Musik moderne Impulse gaben. Bedingt durch die rassistische Gesellschaft, wurde stets eine Weiße Spielart erfolgreich dagegen gesetzt. Die Gefahr, dass mit der Musik, die Schwarzen die verwehrten Bürgerrechte thematisieren könnten war zu groß. Aber immer, wenn Weiße Musiker, die Blackmusik aus dem Radio verdrängten, entwickelten die schwarzen Musiker schnell einen neuen Sound. 
In den Ausführungen zur Jazz-Musik und der US-Musikszene der 30er Jahre, habe ich bereits die musikalische Entwicklung beleuchtet und werde deshalb nur auffrischend auf die Eckpfeiler der US-Unterhaltungsmusik eingehen.
Im Vielvölkerstaat der USA herrschten optimale Bedingungen für eine eigenständige Kultur. Mit dem Vermischen der folkloristischen Vielfalt entstand eine Musik, die unter dem Sammelbegriff Country zusammengefasst wurde. In der weltlichen Musik trat in Europa die Operette den Siegeszug an. Da aber die Operette einen lokalen Charakter trug, war es für die Amerikaner schwer sich daran zu orientieren. Die US-Komponisten bedienten sich deshalb an der Musik des Varietés und fanden besonders auf Kuba neue Impulse. Auf der amerikanischen Amüsierinsel entwickelten Farbige Musiker freche, lebensfrohe und frivole Soundarten, die als lateinamerikanische Musik bekannt wurde.
Diese Rhythmen wurden übernommen oder für die sittsame Gesellschaft salonfähig gemacht. Die neuen Spielarten wurden zu einem Baustein der Musicalmusik. Um die Jahrhundertwende setzte sich die Musik der Schwarzen durch und besonders der Ragtime wurde ein weiterer wichtiger Baustein des Musicals. Anfang der 1920er Jahre bereicherten Tango, Foxtrott, Jive oder Charleston die Unterhaltungsmusik und begeisterte auch Großbritannien. Zudem entstanden die ersten Musicals in den 20er Jahren. Ausgangspunkt der Blackmusik, war die Musik der Sklaven, die ab 1780 aus Afrika kamen. Sie schufen, aus ihren Traditionen heraus ihre eigene Musik, woraus sich die Worksongs und die Spirituals entwickelten und im 19. Jahrhundert zum Blues und Gospel wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei (um 1865) wurde ihr Los nicht besser, da ihnen die zugesagten Bürgerrechte verwehrt wurden. Trotz der Rassentrennung durften und sollten die Schwarzen für die Herrschaft bei Festen spielen oder ihre Musik in Bars und Kneipen für die Geselligkeit darbieten, um Kundschaft anzulocken.
Die Hauptstadt New Orleans, der ehemaligen französischen Kolonie Louisiana, wurde zum ersten Zentrum der Schwarzen Musik. Aufgrund der vorrangig französischen Einwohner und der Hafenstadtmetropole wurde hier mit dem Rassismus liberaler verfahren. Zudem kamen über die Wirtschaftsmetropole karibische Schwarze ins Land und bereicherten die Musikszene. In der Folgezeit entstand der muntere Ragtime Sound. Die Musik verbreitete sich rasch in den USA, aber auch die weißen Musiker des Nordens begannen den Ragtime in ihre Musik zu verarbeiten.
Nach der Jahrhundertwende schufen Weiße Musiker als Gegenpol zum Ragtime den Countrylastigen Dixieland. In New Orleans verarbeiten Schwarzen Musiker verschiedene Impulse (u. a. lateinamerikanische Musik) und es entstand daraus der New Orleans-Jazz.
Im Norden der USA entstand ein zweites Zentrum der Blackmusik. Im italienisch geprägten Chicago, war die Stadt in der kriminellen Oberhand der Mafia. Chicago wurde zum rechtlosen Raum, wo Rassismus eine untergeordnete Rolle spielte. Im rauen und harten Leben in der Stadt, wirkte deshalb der Gute Laune Jazz von New Orleans, wie Hohn. Die Musiker passten den Sound an ihrer Mentalität an und bildeten den Black Chicago Jazz heraus, deren Spielart deutlich hitziger und härter und textlich provokanter war. Der Black Jazz verbreitete sich über das neue Medium Radio rasant über alle Landesteile der USA. Inspiriert davon, entwickelten Weiße Musiker den geglätteten und softigeren White Jazz.
Der Jazz wurde zur dominierenden Musikrichtung, die als Grundmusik für die neue Kunst-form Musical verwendet wurde. Ende der 20er Jahre entwickelten Schwarze Musiker einen neuen rhythmischen Sound, der sich Black Swing nannte, deren Stil in New York und Kansas geboren wurde.
Die Weiße Komponisten reagierten mit ihrer Schablone von tanzbarer und gefälliger Musik. Es entstand der White Swing der zum Basissound von Schlagern wurde. Die einfache Melodien und die Tanzbarkeit machten den Sound so überaus beliebt.
In der Zeit der großen Depression (1929-1941) befand sich die USA in der Weltwirtschaftskrise und die Countryspielart Bluegrass begeisterte die Menschen. In jene Musik legte die Bevölkerung ihre Sehnsüchte und Wünsche gekoppelt mit Heimatgefühlen. Neben der mehr besinnlichen Musikart diente der Swing dazu, den Alltag zu vergessen. Mit dem Big-Band Sound erlebte die Swingära in den 40er Jahren seinen Höhepunkt.

2. Rhythm & Blues

Mit dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg hoffte die USA seine wirtschaftliche Talfahrt zu beenden und erstmals sollten schwarzen Soldaten für die USA kämpfen. Aufgrund dessen nahmen sich die Rassisten zurück und Politiker sprachen verstärkt vom Unrecht gegenüber den Schwarzen. Die Hoffnung wurde geboren, dass die Rassen-trennung aufgehoben wird und die Farbigen ihre vollen Bürgerrechte erlangen könnten. Im militärischen Bereich wurde tatsächlich die Rassentrennung aufgehoben, was aber nicht ohne Probleme funktionierte. In den USA selbst befürchteten die Rassisten, dass eine militärische Ausbildung der Schwarzen den inneren Frieden gefährden könnte (z. B.: befürchteten einen bewaffneten Aufstand).
Für die Farbigen war zunächst eine Hoffnung geboren, die sich musikalisch in frohen und rhythmischen Spielweisen niederschlug und als RHYTHM & BLUES bezeichnet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Ernüchterung. Keinem interessierte das Leid der Farbigen, keinem die Toten, die auf den Schlachtfeldern für Amerika verbluteten. Nur die Weißen feierten sich als Sieger und machten ihre Toten zu Helden. Die Rassisten bekamen wieder Oberwasser und die Bürgerrechte rückten wieder in weite Ferne.

Besonders jugendliche Musiker reagierten mit aggressiven Klängen und sorgten im Rhythm & Blues für einen Stilwechsel. Sie machten ihrer Verbitterung Luft und gaben der Musik eine unruhige Grundrhythmik. Textlich vermieden sie es aber die weiße Gesellschaft direkt anzugreifen. Die Musik der Farbigen hatte sich schließlich in den USA etabliert und war somit ihr bestes Kommunikationsmittel. Statt zu provozieren, war es besser die Kritik zu verpacken, um so indirekt für ihre Bürgerrechte zu werben. Unterstützend setzte sich infolge des Zweiten Weltkrieges ein neuer Zeitgeist durch.
Allerdings bremste zunächst Senator McCarthy mit der Kommunistenverfolgung eine demokratische Neuorientierung, der jegliches humanes und fortschrittliches Denken auf die Anklagebank brachte, so auch die Bürgerrechtsbewegung. Neben den Rassisten richtete sich der Zorn von jungen farbigen Musikern gegen die eigene Elterngeneration, von denen sie sich in Stich gelassen fühlten. Statt ihre Stimme zu erheben, flüchteten sie resignierend in sklavische Strukturen zurück und kopierten lediglich die Weißen. Andererseits wussten die Alten, was es hieß ohnmächtig gegen Mauern zu rennen.
Die Kommunistenverfolgung des Senators McCarthy bewertete bürgerrechtliche Äußerungen gern als kommunistisches Gedankengut. Progressives Denken wurde deshalb bestraft und in mehreren Fällen sogar die Todesstrafe verhängt. Häufig wurde jenen Farbigen vorgeworfen für die Sowjetunion zu spionieren oder in deren Auftrag zu sabotieren, sofern sie es wagten ihre Stimme zu erheben. Neben McCarthy wütete in den Südstaaten der Ku Klux Klan mit Terrorakten gegen engagierte Schwarze, die sich auch nicht scheute weiße Humanisten anzugreifen. Erst in den 50er Jahren ließ sich die Empörung darüber, nicht mehr ersticken.

Außenpolitische Gründe sorgten bei den Politikern für ein Umdenken, die nun konsequent die strafrechtliche Verfolgung des Ku Klux Klan durchsetzten. Ebenso wurde in den 50er Jahren McCarthys Hexenjagd beendet.
Der Rhythm & Blues wurde in der Regel bis Ende der 40er Jahre in den alten Bundesstaaten (Norden/ Süden) blockiert, aber im jüngeren Westen der USA waren die Grundbedingungen liberaler. Der später erschlossene Westen war gesellschaftlich anders strukturiert.
In Kalifornien überwogen historisch bedingt die Mexikaner (ursprünglich Spanier) und eingewanderte Russen und Chinesen. Amerikaner aus dem Osten stellten eine Minderheit dar, genauso wie Indianer und Farbige. Rassismus spielte daher eine untergeordnete Rolle. In Kaliforniens Metropolen Los Angelos und San Francisco konnte sich deshalb beinahe ungehindert eine Schwarze Rhythm & Blues-Szene bilden. Musiker wie Charles Brown, Joe Liggins und Roy Milton sind Vertreter einer stimmungs-vollen und frohen Musik. In ihr konnte man die befreiende Sonne des Westens spüren und Klagen mündeten stets in Optimismus.
In den bisherigen Musikzentren rückte der Stil in den Underground. In New Orleans wagten es die schwarzen Musiker nicht ihre kritische Musik öffentlich zu spielen. In Chicago sah es etwas freier aus und es entwickelte sich dort eine spezifische Spielweise. Gemessen an das raue Leben der Stadt, färbten solche Impulse auf die Musik ab und gaben dem Rhythm & Blues eine bissige und ironische Note und einen härteren Sound. Muddy Waters, Little Walter und Wowlin Wolf waren die bekanntesten Musiker der Szene. Um 1950 trat der Rhythm & Blues den Siegeszug durch die USA an. Der aktuelle wilde Sound begeisterte besonders die Jugendlichen, wobei Farbige die Musik als Inspirations-quelle für ihre eigene Identität begriffen und Weiße stützten damit ihren Protest gegen die Bevormundung der Elterngeneration und der Hörigkeit gegenüber der Staatsmacht.
Über die Musik, den Sport und den Geschäftssinn erlangten einige Farbige einen gewissen Reichtum. Zudem wurden ihnen gegenüber rechtlich mehr Zugeständnisse gemacht. Sie gründeten eigene Radiosender und Plattenlabel. Das führte zur schnelleren Verbreitung der Musik. Die zunehmende Akzeptanz der Musik bei der jugendlichen Bevölkerung machte die weiße Plattenindustrie hellhörig und sie witterte ein lukratives Geschäft. 1953 gab es sogar
die ersten Fernsehauftritte von Rhythm & Blues Künstlern.
James Brown, Ray Charles, Clyde Mc Phatter, The Orioles und The Rave waren die bekanntesten Interpreten. Sie wurden als die neuen Helden der Farbigen gefeiert, die in die Welt der Weißen eindrangen. Politisch setzte ein Umdenken ein, zumal es außenpolitisch für die USA bedeutend wurde, die Rassentrennung aufzuheben.
Musikalisch entwickelten weiße Musiker als Gegengewicht den Hillbilly (Countryspielart) zum Rhythm & Blues. Mit weiteren Vermischungen klangen die Songs neuartig und doch lehnten sie sich am Rhythm & Blues an. Im Prinzip entstand damit der Rock’n’Roll (s. Rock’N’Roll). Die jugendliche Musikszene wurde insgesamt von den schwarzen Musikern beherrscht. Ob Rhythm & Blues oder Rock’n’Roll, die Schwarzen komponierten die besseren Songs. Das brachte die Musikindustrie auf die Idee, unbekannten Künstlern die Songs mit Hit-Potenzial abzukaufen. Mithilfe solcher Lieder wurden weiße Interpreten zu Stars, wie zum Beispiel Elvis Presley.

Bekannt ist, dass der Megaseller „Hound dog“ von Big Mama Thornton stammt und für 500 Dollar gekauft wurde, wogegen Elvis Presley und die Plattenfirma mit dem Song Millionen verdienten. Ebenso ließ sich Fats Domino linken und verkaufte das Nutzungsrecht an Pat Boone, der mit „Aint That A Shame“ das große Geld verdiente. Leider ist nicht belegt, wie viele namenlose farbige Künstler, um ihren Lohn betrogen wurden und nur bei wenigen Rock’n’Roll Hits ließen sich die originalen Quellen nachweisen. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine große Zahl von weißen Rockhits ursprünglich aus der Feder von Farbigen stammte, die alle Rechte an ihrem Song verkauften.
Mit dem Rhythm & Blues der 50er Jahre wurde die Jugendmusik geboren. Fortan spielt die Musik als Motivator und Inspirationsquelle eine wesentliche Rolle beim Wandel der Gesellschaft durch die Jugend. Speziell in den 50er Jahren thematisierten die Farbigen ihre Bürgerrechte und machten sich stark gegen die Rassentrennung. Der weißen Jugend ging es um ihre Emanzipation, die als Erwachsene ernst genommen werden wollten und zugleich neue Lebensformen ausprobieren wollten. Insgesamt wehrte sich die Jugend gegen die veraltete gesellschaftliche Hierarchie und den steinzeitlichen Denkweisen über Sitte und Moral.

3. Rock and Roll

In der Grafik (rechts) können sie die Einflüsse und die Entwicklungen des Rock’n’Roll nachzeichnen, und welche Künstler mehr zu einer Soundrichtung gehörten.
Wenn auch Rhythm & Blues und Rock’n’Roll nicht eindeutig zu trennen sind, so gibt es wesentliche Nuancen, die beide Soundarten unterscheidet. Im Grunde orientiert sich Rock’n’ Roll an den Countrysound Hillbilly und dem Rhythm & Blues, der wiederum auf den blues-artigen Black-Jazz basiert.
Genau genommen hatte die weiße Variante noch gar keinen Namen und war somit nur eine Spielart des Rhythm & Blues mit neuen Elementen. Alan Freed prägte den Begriff Rock and Roll, dass so viel heißt wie Schwingen und Rollen.

Schon in den 40er Jahren war Alan Freed ein erfolgreicher Radiomoderator, der sich der modernen Musik verschrieb. Mit dem Wechsel zum Fernsehen bekam er eine eigene TV- Show, die von Records Rendezvous produziert wurde. Die Jugend wünschte den Rhythm & Blues jetzt zu sehen. Mit Bill Haley, hatte die weiße Musikszene seinen ersten erfolgreichen Interpreten. Obwohl Bill Haleys Musik eher zum Boogie Woogie gerechnet werden sollte, wurde er als Star der neuen weißen Jugendmusik popularisiert.
Dem neuen Sound fehlte noch ein entsprechender Name, der sich wegen der rassistischen Denkweise vom R&B abheben sollte. 1955 spielte Bill Haley den Song „Rock A Beatin Boogie“ ein. In einer Zeile hieß es, „Rock rock rock everybody, roll roll roll everybody“, woraus Alan Freed die Zeile auf „Rock and Roll“ verkürzte. Zudem benannte er die Jugend-sendung in Rock'n’Roll House Party um und wurde in kürzester Zeit so bekannt, als sie landesweit ausgestrahlt wurde. Der Begriff ROCK’N ROLL war geprägt und galt zunächst als Sammelbegriff für alle gitarrenbetonten Musikstücke von weißen Musikern. Aber schon bald wurden viele Songs des farbigen R&B als Rock’n’Roll bezeichnet.
Die Musikindustrie verbreitete daraufhin die These, dass die Farbigen die weiße Jugendmusik kopieren würden, was real nicht stimmte.
Was der Rock’n’Roll-Szene noch fehlte, war ein richtiger Hit. Bill Haley veröffentlichte bereits 1954 den Song „Rock Around The Clock“, doch die Resonanz war bescheiden und eine zweite Neuauflage 1955 ebenso. Alan Freed aber gefiel der Rhythmus und verwendete den Titel als Vorspannmusik für seine TV-Show. Ebenfalls wurde der Song im Jugendkult-film „Saat der Gewalt“ (mit James Dean) verwendet. Plötzlich explodierte „Rock Around The Clock“ zum Superhit, der weltweit die Rockmusik bekannt machte und sich als Hymne des Rock’n’roll etablierte. Jedoch bis auf diesen weißen Welthit dominierten noch die Farbigen die Rock and Roll Szene.
Der Musikindustrie war klar, dass der Jugendmusik ein richtiger weißer Star fehlte. Bill Haley war dafür zu schwabbelig und etwas zu alt. Farbige Rocker, wie Chuck Berry, Fats Domino und Little Richard setzten die Akzente und hielten Einzug in die Billboard Charts. Das große Geschäft witternd, ignorierten die weißen Plattenfirmen den Rassismus und vermarkteten farbigen Musiker. Auch konnten sie mit farbigen Künstlern profitable Verträge aushandeln, die die Künstler stark benachteiligten. Nachdem die Geprellten lieber mit finanzschwachen Labels Verträge abschlossen, stiegen nicht nur schwarze Plattenfirmen als Konkurrenz auf. Außerdem gingen der Musikbranche ergiebige Geschäfte verloren, denn die neue Jugendmusik wuchs zum gigantischen Markt an. 
1955 wurde der Hüften schwingende Elvis Presley entdeckt und er erfüllte alle Kriterien, die ein Star haben musste. Sofort wurde eine bis dahin beispiellose Kampagne aufgebaut. 1956 startete Elvis Presley mit drei Nummer-1-Hits und weiteren sechs Top-100 Erfolgen. Zudem schaffte er es, jeweils einen Nr.1-Hit in den gesonderten Black-, Country- und Billboardcharts zu landen. Desweiteren steigerten drei seichte Musikfilme in den Kinos seine Popularität. Praktisch über Nacht wurde die restliche Rockszene in den USA unwichtig.
Er selbst hatte keinen Titel komponiert, sie stammen von etwa 130 Komponisten/Texter, darunter sind nachweislich zwei Hits, die von geprellten schwarzen Musikern stammen. Was ihn so besonders machte, waren seine eindrucksvollen Interpretationen der Songs.
Besonders die weiblichen Fans verfielen in hysterische Begeisterung, wenn Elvis die Hüften kreisen ließ. Mit markanter Stirnlocke und im weißen Countrylook wirkte er zudem unnahbar. Ein ganzer Wirtschaftszweig profitierte von der Elvis Vergötterung. Neben den Platten, tapezierten sich die Mädchen die Wände mit riesigen Postern und kauften diverse Fanartikel. Die jugendlichen Fans kratzten ihr letztes Taschengeld für ihn zusammen und die jungen Leute wurden von der Wirtschaft als fanatische Profitquelle entdeckt.
Trotz der rebellischen Nebenerscheinungen (Gewalt, Respektlosigkeit) durch die Rock and Roll-Musik, überwogen die Geschäftsinteressen.
Im Gegensatz zur Elterngeneration, die in der Regel bedacht ihr Geld ausgaben, überlegten die Fans weniger und garantierten dem Marketing Rekordumsätze. Mit der Jugendzeitschrift „Bravo“ etablierte sich ein eigenes Sprachrohr der Heranwachsenden auf den Markt. Zudem wurde die Zeitschrift dazu benutzt, Modetrends und trendige Accessoires zu kreieren.

Der moderne Starkult machte es notwendig das Urheberrecht neu zu definieren. Es wurde wichtig, dass eine Komposition ausschließlich einem Interpreten vorbehalten war. Bislang hatten die Komponisten und Texter das Recht an ihrem Eigentum und konnten ein Lied profitabel mehreren Interpreten/Produzenten anbieten. Somit kamen verschiedene Versionen eines Liedes in die Hitlisten und nahmen sich gegenseitig den Erfolg. Für namhafte Stars war das weniger ein Problem, da die Fans nur jene Version kauften und Komponisten verdienten so oder so am Plattenverkauf. Die Plattenproduzenten achteten nun aber darauf, dass ein Song nur von ihrem Star aufgenommen wurde, um somit den optimalen Erfolg zu erzielen. Das zwang die Käufer dazu, die einzige Songversion zu kaufen und konnte nicht mehr zwischen mehreren Fassungen wählen. Der Umsatz für die alleinige Version, trieb den Song somit an die Chartsspitze, das hatte den Effekt, dass die Popularität eines Interpreten stark anstieg.
Die Verkaufspsychologie zielte darauf, einen Interpreten zum Star zu machen, dass der Fan unkritisch alles kauft, was zum Star gehört. Auf teureren LP’s (Album) waren häufig nur zwei bis drei Tophit zu hören, aber die restlichen Songs konnte man als musikalischen Müll bezeichnen. War ein vermeintlicher Hit nicht so erfolgreich, wurde der Titel freigegeben oder von einem internen Nachwuchsinterpreten der Plattenfirma als Sprungbrett gegeben.
Da jeder etwas vom Kuchen abhaben wollte, warfen die Plattenfirmen neue Namen auf den Markt. 1957 wurde die Rock’N’Roll Szene dichter und auch die schwarzen Stars hatten sich etabliert. Die Dominanz von Elvis Presley ebbte ab und neben den Everly Brothers begeisterte besonders Buddy Holly mit seinem frischen leichten Countryrock. Der schmächtige Rocker mit Hornbrille verkörperte vom Aussehen her, nicht gerade den Idealtyp eines Stars, aber er bewies, dass auch Außenseiter gute Musik machen können. Leider sollte er nur noch ein Erfolgsjahr haben. Im Februar 1959 kam Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Die urwüchsige Rockmusik verklang 1958 und seichtere melodiösere Songs dominierten in den Hitlisten. Schönlinge, wie Rick(y) Nelson, Paul Anka und Neil Sedaker gezirpten die Mädchen und sorgten dafür, dass der Rock’n’Roll-Kult friedfertiger wurde.
Besonders die Regierungen in Europa nahmen den Trend mit Erleichterung auf. Zuvor hatte die ältere Generation ein striktes Verbot der Musik gefordert, aufgrund der gestiegenen Jugendkriminalität und den flegelhaften Auswüchsen.  
Mit dem schlagerhaften Rock konnte sich nun die Gesellschaft anfreunden und in der BRD zelebrierten Connie Froboess und Peter Kraus den Rock & Roll-Schlager. In der DDR blieb die Musik verboten, obwohl Musiker des Landes, in die erfundene Ersatzmusik (Lipsi) Rock’n’Roll-Elemente einschmuggelten. Der mitschwingende Hauch der Rebellion der Jugend war verflogen und man ordnete sich wieder unter. Die Popularität von Elvis Presley ebbte 1958 sowieso ab und im Oktober wurde er zum Militärdienst nach Deutschland eingezogen. Seinen Dienst leistete er mehr symbolisch ab und sollte eher Signalwirkung haben, das er als verantwortungsbewusster Rocker seinen Dienst für die USA leistete. Gemäß dem Trend, der seichten Klänge, entwickelte sich Elvis Presley zum Schmuserocker.
Den wirklich wilden Rock’n’Roll gab es nur noch von Jerry Lee Lewis und Little Richard zu hören. Selbst die Musik von Chuck Berry wurde gemäßigter und Fats Domino spielte eh seinen eigenen Stil. Bei den Teenagern waren besonders die seichten Balladen von Ricky Nelson und Paul Anka beliebt und die rhythmischen Rockschlager von Buddy Holly und den Everly Brothers. Der Rock’n’Roll hatte insgesamt seine urwüchsige Kraft verloren.
Mit der Spielart Twist erlebt der Rock durch Chubby Checker einen erneuten Aufschwung. Letztendlich war Twist nur ein beliebter Partytanz, ohne tieferen Sinn.
Um 1960 verbreitete sich über die Farbigen die Soulmusik und in Großbritannien wurde die Beatmusik geboren. In den folgenden Jahren gab es wiederholt Rock’n’roll Songs, die es in die Charts schafften, aber die Epoche dieser Jugendmusik war vorbei. Im Zuge des Glamrocks in den 70-ern gab es eine moderne Rock’n’Roll-Phase und Gruppen, wie Racey, Rubettes und Showwaddywaddy waren in den Charts erfolgreich. In den 80-er Jahren versuchte die Musik-industrie ein Revival und machten Shakin Stevens zum neuen Elvis. Nach dieser kurzen Phase verschwand die Musik aus den Charts, ist aber bis heute eine beliebte Tanzmusik und selbst heute, bei Hip-Hop und Rap, kann jede Jugendparty mit solchen Songs aufgepeppt werden.

4. Zeitgeist und Lebensart:

Hinter der Jugendmusikart steckte eine idealistische Grundauffassung, die gesellschaftliche Missstände anprangert. Die Musik wird dazu als mobilisierendes Element oder als Sprachrohr genutzt und motiviert zur Revolte gegen gesellschaftliche Zwänge. Die Jugendbewegung insgesamt zielt auch immer auf die Emanzipation einer jugendlichen Altersgruppe.
In der Rock’n’roll-Ära gab es spezifische Unterschiede zwischen weiße und farbige Jugendliche. Für die Farbigen drehte sich alles um die Bürgerrechte und machten sich besonders stark für die Aufhebung der Rassentrennung. Gesetzlich wurde zwar der Schritt vollzogen, aber in der Realität gab es erhebliche Widerstände, gegen die anzukämpfen war. Die weißen Jugendlichen revoltierten mehr gegen die starre gesellschaftliche Ordnung, wie den konservativen Denkweisen und der Hörigkeit gegenüber der staatlichen Hierarchie. Im privaten Umfeld suchten beide Rassen ihre Emanzipation. Die Heranwachsenden im Alter zwischen 18 und 21 Jahren wollten ernst genommen und ihre Meinung sollte respektiert werden. Dazu war es notwendig die Ordnung im Elternhaus und der Schule zu durchbrechen und forderten von Beamten (Polizei, Behörden) ein Anerkennen ihrer Persönlichkeit, als Erwachsene. Der Konflikt zur steifen Rang- und Werteordnung war somit vorprogrammiert. Ausgerechnet im alten Europa dachte man in vielen Punkten fortschrittlicher und freiheitlicher, als in den USA. Das lag nicht zuletzt am modernen Zeitgeist, der über die kommunis-tische Idee, nicht nur eine engagierte Jugend formte, sondern die Elterngeneration zum Umdenken brachten.
Für eine konservativ denkende US-Gesellschaft haftete der Jugendbewegung, in welcher Form auch immer, eine sozialistische Vergiftung an und in der US-Gesellschaft, wurde er
folgreich ein Horrorgespenst davor erschaffen. Der Widerstand der Gesellschaft führte zu Frustreaktionen bei der Jugend, die in Gewalt umschlug. Die Teenager gingen dazu über sich in Banden zu organisieren und probierten neue Ideale in der Gruppe aus. Angefeindet von der Gesellschaft wurden sie in die Enge getrieben, worauf sie sich randalierend an der Gesellschaft rächten. Sie plünderten Geschäfte, zerschlugen Schaufenster, zerstörten Autos und verprügelten jene, die sich als Ordnungswächter aufspielten. In diesem Zusammenhang gab es mitunter kleinere Straßenschlachten mit der Polizei. Damit aber kein schiefes Bild entsteht, waren solche Zuspitzungen relativ selten und beschränkten sich auf Großstädte.
Es waren die Medien, die jene Fakten hoch putschten und der brave US-Bürger den Eindruck gewann, dass Rock’n’Roll alle Jugendlichen gewalttätig machte und besonders die häuslichen Konflikte verschärfte. Ein Verbot der Musik kam allerdings nicht in Betracht. Längst förderte der Jugendkult lukrative Geschäfte und ist zum Motor der Wirtschaft herangewachsen. Also mussten andere Lösungen her.
Mit Filmen wie „Saat der Gewalt“ und „Sie wissen nicht was sie tun“ versuchten Regisseure die Sinnlosigkeit von Gewalt darzustellen und zeigten zugleich die Ursachen auf.
Die Botschaft solcher Filme richtete sich an die Erwachsenenwelt und klagte nun einen moderneren Zeitgeist ein. Sie sollte mehr auf die Jugendlichen zugehen, sie ernster nehmen und sich von veralteten Strukturen verabschieden. Die Jugendlichen sollten im Gegenzug den gesellschaftlichen Respekt wiederfinden und im Dialog ihre Standpunkte klarmachen. Ebenso zeigte das Musical „West Side Story“, wie tragisch sinnlose Gewalt enden kann und keinem nutzte. Schauspieler James Dean wurde zum Leinwandidol, er verkörperte den jugendlichen Rebell, wie kein anderer. Durch das Kino wurden allerdings im ganzen Land die Jugendlichen zur Gewalt motiviert. Besonders Motorradgangs versuchten immer wieder kleinere Orte zu terrorisieren, doch das FBI schnappte sich schnell die Anführer.
Das veränderte Verständnis für die Jugend trug Früchte und zudem verbreitete sich der seichte Highschoolrock.
Mit der langsamen Anerkennung der Persönlichkeit verpuffte bei den weißen Jugendlichen die Aggressivität. Hinzu kam, dass Jugendbanden an einer konkreten Grundeinstellung scheiterten. Sie wussten zwar, was sie nicht wollten, fanden aber keinen anderen konkreten Weg und mit dem Kommunismus hatte man nichts am Hut. Letztendlich wurden die Banden zum Spiegelbild der Erziehung und eine klare Rangordnung setzte sich durch. Oft artete es in eine militante Ordnung aus, die abstoßender war, als die Familienhierarchie.
In der Gesellschaft wurde bislang eine Großfamilie angestrebt. In dieser Ordnung galt der Großvater als geistiges Oberhaupt (Präsident) und der Vater war leitender Chef (Kanzler). Die Kinder hatten sich unterzuordnen und ihrem Alter entsprechend die Anforderungen der Eltern zu genügen. In der Regel hieß das, der Heranwachsende sollte eine vorgegeben Laufbahn einschlagen. Ferner wurde erwartet, dass er sich mit einer Frau verheiratet, die den Eltern genehm sein musste oder von ihnen ausgesucht worden ist. Es wurde erwartet, dass sie viele Kinder zeugten und die Eltern später bei sich aufnehmen. Frauen bekamen ihren Status grundsätzlich über ihren Ehemann. Die Großmutter stand dabei über der Mutter und die Töchter wurden von klein auf in die Hausfrauenarbeit eingeführt. In der Erziehung hatten Jungs größere Freiräume und durften aufmüpfiger sein. Die Mädchen wurden im christlichen Sinne zur Sittsamkeit und Bescheidenheit gezüchtigt. Sie sollten dem Mann eine gute Hausfrau und Mutter sein und ihre Familienstellung über ihren Mann aufwerten.
Mädchen konnte nur in der Großstadt aus ihrer vorbestimmten Rolle ausbrechen. Bedingt durch den engen Wohnraum war eine Großfamilie in der Stadt kaum möglich und die Rollenverteilung ließ sich ebenso wenig durchsetzen. Die meisten Mütter mussten für den Lebensunterhalt arbeiten gehen, um einen gewissen Lebensstandard zu erreichen. Die Eltern konnten daher ihre Töchter weniger kontrollieren, aber nur wenige versuchten auszubrechen. Die Bewunderung für die jungen Wilden war allerdings groß, aber in einer Gang waren Mädchen unerwünscht. Lediglich über den Bandenchef wurden Ausnahmen gemacht oder
als Partyhäschen gehalten. Häufig fanden Rockfeten abseits statt, wo sie unkontrolliert ihre Musik hören konnten, verbunden mit einer Trinkorgie und ungebundenen Sex. Mädchen die an solchen Partys teilnahmen kamen schnell in Verruf und wurden als Schlampen bezeichnet. Die männlichen Gangmitglieder benutzten sie meistens nur, spielten ihnen Gefühle vor und verachteten sie ansonsten. Ein Girl, das sich leicht zum Sex überreden ließ, taugte in den Augen der Jungen nicht viel. Dabei wollten die Mädchen, über einen Freund, aus ihrer Rolle ausbrechen und sahen in der sexuellen Hingabe, die Notwendigkeit, den Auserwählten an sich zu binden. Die Fallengelassenen wurden derart geächtet, dass ihnen oft nur noch die Prosti-tution blieb. Der überwiegende Teil der Mädchen wagte es daher nicht aus dem Elternhaus auszubrechen, waren sittlich gehemmt und überschritten nicht bestimmte Grenzen.
Sie warteten ängstlich ab und hofften auf einen verständnisvollen Mann, der ihnen eine gewisse Persönlichkeitsentfaltung gestattete.
In den Kinos machte Marylin Monroe es vor, wie man einen Mann um den Finger wickeln konnte, ohne als Hure beschimpft zu werden. Eine entsprechend gewagte Mode gestattete den modernen Mädchen seine weiblichen Reize gezielt einzusetzen. Galt es bisher als anrüchig die Weiblichkeit mit Kleidung hervorzuheben, wurde es in den Großstädten zur Normalität. Über die modische Linie setzte sich bei den jungen Mädchen ein neues Selbstbewusstsein durch.
Durch den Rock’n’Roll, vollzogen sich für die weißen Jugendlichen einige gesellschaftliche Veränderungen. Im Gegensatz dazu mündete die farbige Jugendrevolte zunehmend in die Bürgerrechtsbewegung. Zunehmend stellten sich Erfolge ein und das Aufheben der Rassen-trennung war nur noch eine Frage der Zeit. Die Jugendlichen hatte es geschafft die ängstlichen Eltern zu mobilisieren und mit Martin Luther King bekam die Bewegung einen entsprechenden Anführer. Mit gewaltlosem Widerstand klagten sie ihre Rechte ein, statt mit Gewaltaktionen den Rassisten Argumente für die Rassentrennung zu liefern.
Die spürbar positive Entwicklung fand sich musikalisch im Twist wieder.

Die ausgelassene Art des Modetanzes versteht sich als Antwort auf die Fortschritte. Schnell trat der Twist den Siegeszug um die Welt an und ist heute noch ein beliebter Partytanz. Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass sich am Stilwandel die Entwicklung der Jugend-bewegung ablesen lässt. Nachdem sich die jugendlichen Weißen verstärkt emanzipieren konnten, wurde ihre Musik seichter und mit dem gestiegenen Selbstwertgefühl der Frauen warben Schmusesongs um deren Gunst. Bei den farbigen Jugendlichen ertönten aggressive Songs bei eskalierenden Spannungen oder eine hoffnungsvolle Zukunft spiegelte sich in melodiöse Lieder wieder oder ausgelassen im Twist.
In Europa hatte der Rock’n’roll nicht diese gesellschaftliche Brisanz, wie in den USA und doch mobilisierte der Sound die Jugendlichen. Sie rebellierten ebenso gegen Elternhaus und Schule, nur gab es infolge des Zweiten Weltkrieges schon moderne Denkansätze. In Osteuropa setzte sich die sozialistische Idee durch und im Westen hielt man sozialdemokratisch dagegen. Dem Rock’n’Roll standen alle Regierungen skeptisch gegenüber und befürchteten ein Übergreifen der US-Jugendbewegung, die als gewalttätig und sittenlos galt. In den meisten sozialistischen Staaten wurde Rock’n’Roll deshalb nicht erlaubt.
Trotz offiziellem Verbot in der DDR, tolerierte die Staatsmacht Zusammenkünfte der Jugendlichen, wenn sie friedlich nur ihre Musik hörten und danach tanzen. Publik durften solche Veranstaltungen allerdings nicht werden, denn dann musste die Polizei einschreiten. Häufig trafen sich die Jugendlichen auf dem Land und hofften auf eine liberale Bevölkerung, denn die Mehrheit der älteren Bevölkerung befürwortete das Rock’n’Roll -Verbot.
In vielen kapitalistischen Ländern wünschte sich die älteren Generationen ebenfalls ein solches Verbot der Musik. Einige Regierungen kamen den Wunsch insofern nach, in dem sie bestimmte Titel blockierten und im Vorfeld hart gegen kriminelle Auswüchse vorgingen. Letztlich legalisierte die Profitgier der Musikindustrie den Rock’n’Roll. In der Bundesrepublik erkannte die Musikbranche den Jugendkult als Wirtschaftsfaktor.

Die Politiker gaben dem Druck der Wirtschaft nach, zumal die seichtere Rockphase über den Atlantik schwappte. Nur vereinzelt bildeten sich Jugendbanden, die als Halbstarke bezeichnet wurden. Die Mehrheit der Jugend grenzte sich von solchen gewalttätigen Elementen ab, denn bei ihnen standen der Spaß und die individuelle Freiheit im Vordergrund. Wichtig war ihnen eine eigene Musik und ein Ausleben und Ausprobieren der Persönlichkeit (Emanzipation).
Musikalische setzte sich der Teenagerrock durch, der sich bestens dazu eignete nationale Interpreten zu fördern. In der BRD wurde mit Peter Kraus, Connie Froboes und Ted Herold ein deutschsprachiger Rock’n’Roll vermarktet. Mit dem Schlagersingsang konnten sich auch die Eltern anfreunden. Allerdings war der Rock’n’Roll damit keine Jugendmusik mehr. Die Jugendlichen suchten sich eine neue eigene Musik, um sich von den Eltern abzuheben.

Merkmale50er Jahre Jacke, Rock n Roll Jacke, Buddy Holly Jacke, Buddy Holly Kostüm, Rockn Roll Verkleidung, Rock n Roll Party, 50er Jahre Männerkkostüm, 50er Jahre Mottoparty, Chuck Berry Kostüm, Elvis Outfit, James Dean Mode, 50er Jahre Mode, Rock n Roll Mode, 1950er Look, historische Kostüme, Karnevalskostüm, Johnny Cash Kostüm, Elvis Presley Mode, amerikanische 50er Jahre Mode, 50s Jacket

Junge Männer: Rocker trugen meistens Lederjacken, bunt karierte Hemden und Bluejeans - - - sie trugen kurze ohrenfreie Haare, dafür aber mit üppiger Haarwelle, die glänzend geölt wurden - - - ein Motorrad gehörte zum Image eines Rockers - - - betuchte Jugendliche prahlten mit einem Cadillac (protziges, übergroßes, offenes Auto)  - - - Allgemein kreierten die jungen Männer moderne Anzugformen, die in vielfältiger Form getragen wurden beliebt waren weiße und karierte Jacken, meistens ohne Schlips, mit bunten Hemden oder Pullis

Junge Mädchen: trugen ein aufgebauschtes Trägerkleid (Petticoat), überwiegend einfarbig (Hell) oder mit großen Mustern oder kunterbunt - - - die Kleider waren figurbetont (Hüfte, Busen), mit Dekolleté bis zum Busenansatz und mit Arm- und Schulterfreiheit - - - beliebt waren schulterlange Fön-Frisuren oder langes Haar, die zu Zöpfen gebunden wurden

Der Tanz: ein ungestümer rhythmischer Paartanz, mit schnellen schwingenden Bewegungen, ohne festgelegtes Tanzschema - - - wichtig war es, dass sich die Partnerin um den Mann drehte (die Puppen tanzen lassen) - - - in der Gleichgewichtsabsicherung bewies der Mann seine Männlichkeit und je ausgefallener der Tanzstil war, desto größer war die http://www.party-discount.de/$WS/party-discount/websale8_shop-party-discount/produkte/medien/bilder/normal/13629.jpgAnerkennung - - - einige Varianten trugen einen artistischen Charakter, so wurden beispielsweise die Tänzerinnen über die männliche Schulter abgerollt oder durch die gegrätschten Beine gezogen - - - hieraus entwickelten sich Tanzmeisterschaf­ten, aber es resultierten auch viele Unfälle daraus

Partnerschaft:  Über ihre erotische Ausstrahlung entdeckten Frauen ein gewisses Selbstbewusstsein in Europa. Filmschauspielerinnen (Gina Lolobridgida, Sophia Loren, Brigitte Bardot) zeigten ihnen, wie sie ihre erotischen Reize wirksam einsetzen konnten, um ihr Selbstwertgefühl steigern zu können. In den USA wurde Marilyn Monroe zum Sexsymbol der Männerwelt, die mit ihrem erotischen Charme, das naive blonde Dummerchen verkörperte und sich stets in ihre Frauenrolle fügte. In diesem Sinne entdeckten die Medien eine neue lukrative Finanzquelle.
Neben den zahlreichen Modeschöpfungen der Industrie, wurden nun die Frauen als williges Lustobjekt den Männern angepriesen. Zahlreiche Zeitschriften und Magazine („Playboy“) stellten die Frauen in freizügigen Posen dar und rückten verallgemeinernd die Frauen in ein wollüstiges Licht. Amerikanische Männer neigten wegen der sündigen Verführung dazu, die eigne Frau vor der bösen Welt wegzusperren. Deshalb wurden Ehefrauen nach der Hochzeit an den heimischen Herd gebunden und sollten in der Öffentlichkeit nicht zu reizvoll aussehen.
In den USA änderte sich an dem sklavischen Status der Frau durch den R&R nur wenig, sofern sie es nicht schaffte, den Mann psychologisch und erotisch zu beeinflussen.
In der Regel konnten die Frauen wenigstens ihre Männer überreden technische Hilfen im Haushalt anzuschaffen. In Europa dagegen konnte die Frau viel Selbstbewusster auftreten, zumindest in den Großstädten, aber die völlige Gleichberechtigung wurde ihr auch hier versagt. Lediglich in den sozialistischen Staaten, wie der DDR, war die Gleichberechtigung gesetzlich festgeschrieben. In den kapitalistischen Staaten, wie der BRD, dauerte es bis zum Ende des Jahrzehnts, bis die grundlegendsten Rechte der Frau gesetzlich durchgesetzt wurden. Zum Beispiel durfte die Frau in der BRD erst ab 1958 ohne Erlaubnis ihres Ehegatten berufstätig sein.