05. Deutsche Musik ab 1985

Deutsche Musikszene ab 1985 

1. Schlagerszene
2. Der volkstümliche Schlager
3. Musical
4. Rockpoeten
5. Discopop
6. Dies und Das

 

1. Schlagerszene ab 1985

Allgemein

Der westdeutsche Schlager ging seinen Weg ins Abseits, da der älteren Generation die neue Musik zu suspekt war und die Jugend ohnehin ihren eigenen Geschmack folgte und über-wiegend englischsprachige Popmusik hörte. Die Schlagerinterpreten waren zum Umdenken gezwungen und mussten sich über Konzertbühnen oder Veranstaltungen (z. B.: Volksfeste) profilieren. Mitunter traten sie bei der Eröffnung von Warenhäusern auf oder bei einem Kaffeekränzchen im Altersheim. Schlagersänger mussten sich nun ihre Sporen verdienen und hatten teilweise weniger als 20 Zuhörer. Nur wer es schaffte ein großer Schlagerstar zu werden, lockte über Konzerte mehrere Tausend Schlagerfans an.

Die Szene
Mit Ironie traf die EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung) den Zeitgeist und nahm die Gesellschaft auf die Schippe und schaffte dabei eine Gradwanderung zwischen Schlager und Pophit. Die EAV begeisterte überwiegend ein jugendliches und Jung gebliebenes Publikum zwischen 14 und 40 Jahren.
Humor schien ohnehin ein Erfolgsrezept für deutschsprachige Musik zu sein.
Stephan Remmler löst sich von Trio und versucht sich solistisch ebenfalls mit zweideutigen Texten und das mit Erfolg. Noch mehr auf Stimmungs-Klamauk setzten Klaus & Klaus, Mike Krüger, die Karnevalsband Black Fööss und die Gruppe Leinemann. Dazu zählen auch der singende Comedian Jürgen von der Lippe und natürlich Frank Zander.
Der neue deutsche Schlager wurde im Wesentlichen von Nicole, Nicky, G.G. Anderson, Howard Carpendale und Roland Kaiser getragen. Mit dem Versuch jugendgemäße Themen mit einem modernen Sound zu versehen und trotzdem traditionell zu bleiben, kann sich der Schlager zumindest in der ZDF-Hitparade halten. Hoffnungsträger wie Tommy Steiner und Nino de Angelo bereichern zwar die Szene, aber der Schlager wird unaufhaltbar zur Randerscheinung. Orientiert an die aufstrebenden Rockpoeten geben Juliane Werding, Hanne Haller und Reinhard Fendrich dem Schlager eine aussagekräftige Note und publizieren zugleich die Liedermacherszene.

Neben Reinhard Mey sind es besonders österreichische Liedermacher wie Georg Danzer oder Konstantin Wecker, die sich einer zunehmenden Zuhörerschaft erfreuen können.
Mehr Inspiriert durch die NDW-Ära sind die Münchener Freiheit und die oben erwähnte EAV. Mehr rockorientiert gaben sich die Klaus Lage Band und Clowns & Helden. Und ein Mittelding zwischen NDW und Rock sind Purple Schulz und Falco.
Der Begriff Schlager wurde inzwischen für alle deutschsprachigen Songs mit hoher Popula-rität verwendet. Selbst Grönemeyer „Männer“ oder „Was soll das?“ galten letztlich als Schlager, obwohl sich Grönemeyer und Falco eher als Rockkünstler verstehen. Gegen Ende der 80er Jahre schien sich der Schlager mit seinen typischen musikalischen Strukturen wieder durchzusetzen.
Matthias Reim, Claudia Jung und Kristina Bach schaffen es dem Schlager eine moderne Rhythmik zu geben und gleichzeitig die Schlagertradition zu erhalten.
Das Spektrum des Schlagers änderte sich dadurch und bot eine breite Vielfältigkeit an. Schlager konnten eine volkstümliche oder rockige Note haben, waren geprägt vom Country oder verarbeiteten folkloristische Klänge der Welt, konnten aber auch nachdenklich wirken oder ausgelassenen Frohsinn erzeugen. Der neue Schlager war geschmacksorientiert und nur wenige Schlagersänger schafften es eine große Masse zu begeistern.
Mit harmonischem Discopop begeisterte Roger Whittaker und Udo Jürgens verstand es textlich zu berühren, mal satirisch, mal einfühlsam und mal nachdenklich. Auch Roland Kaiser, Howard Carpendale, Karel Gott und Nicole hatten etwas Besonderes zu bieten, was die Zuschauer magnetisch anzog. Ein Comeback der Flippers verdankten sie ihrem modernen Disco-Sound, der sofort den Geschmack der Schlagerfans traf. Mit einer bassbetonten und seicht stampfender Musik führte das Trio seine Zuhörer textlich auf eine Weltreise gespickt mit erfrischenden Illusionen. 

DDR-Schlager
In der DDR tauchte immer mal wieder Sternchen auf, die schnell wieder verschwanden.
Inka und Olaf Berger waren da noch die beständigsten. Seit zwei Jahrzehnten gelang es dem Duo Monika Hauff & Klaus Dieter Henkler mit ihren Stimmungsliedern erfolgreich zu sein. Ihr Erfolgsrezept fruchtete auf eine folkloristische Basis, die sie im Schlager verarbeiteten. Die alles überragte Helga Hahnemann, sie knüpfte an den Stil einer Claire Waldoff an (erfolgreich in den 1910er Jahre), die ebenfalls mit Herz und Berliner Schnauze (Dialekt) begeistert hatte. Superstar Frank Schöbel verspielte sich indes viele Sympathien, weil er modern oder komisch sein wollte, was aber nicht zu ihm passte. Mit Ekki Göppelt, Beppo Küster und Lippi (Wolfgang Lippert) versuchte die DDR-Szene humorvoll zu sein, was bis auf wenige Ausnahmen nicht so recht gelang. Insgesamt war die DDR wieder darauf verfallen, den Westen zu kopieren. DDR Musik war aber nur dann am erfolgreichsten, wenn
sie sich ihrer Traditionen erinnerte und das galt insbesondere für die Rockszene

2. Der volkstümliche Schlager

Karl Moik MusikantenstadlDie ZDF-Hitparade Kultsendung für Schlagerfans war Geschichte und speziell die ältere Generation zeigte sich empört über den albernden NDW-Klamauk. Bunte Haare, schrilles Outfit und zu viel nackte Haut empfand die Großelterngeneration als Untergang des Abendlandes. Sie besannen sich der alten Werte und entdeckten die volkstümliche Musik wieder. Da die Medien jene Musik weitgehend ignorierten, kauften sich die Fans die entsprechenden Platten. Darauf wurde die Plattenindustrie aufmerksam und förderten die Musik.
Volkstümliche Feste erfreuten sich regem Zulauf und TV-Sendungen erreichten nun hohe konstante Einschaltquoten. Am populärsten wurde der „Musikantenstadl“ (1983 mit Karl Moik), gefolgt vom „Grand Prix der Volksmusik“ (1986), den „Lustige Musikanten“ (von 1971, durch Marianne & Michael ab 1989 wieder Quotenhit) und die „Heimatmelodie
(1984 mit Maria & Margot Hellwig).
In der DDR war es der „Oberhofer Bauernmarkt“ (von 1972, und mit Manfred Matzke seit 1984 wieder TV-Hit).
Nicht unerwähnt soll Carolin Reiber sein, die in mehreren Musikformaten mitwirkte und in dem „Wunschkonzerte der Volksmusik“ zusammen mit Karl Moik (siehe Bild), auch dem Schlager eine Plattform gab.
Roger Whittaker, Flippers, Milva und Andy Borg sind nur einige Interpreten, die nun in den volkstümlichen Sendungen auftraten. Natürlich waren Stimmungsmacher Tony Marshall und Heino beinahe Dauergäste.
Der ARD „Musikantenstadl“ änderte diesbezüglich sein Konzept und bot einem Sammelsurium von ignorierter Musik (Medien) eine neue Heimat. Da war auch Platz für Reinhard Mey und Walzergeiger Andre Rieu und ebenfalls waren Nicky und Tommy Steiner willkommene Gäste. Primär wurden aber die Lieder der Berge gespielt bzw. alles, was irgendwie folkloristisch Klang und da genügte es im Dialekt zu singen. Ein regelrechter volkstümlicher Trend explodierte und diverse Interpreten und Gruppen nahmen sich dieser Musik an.
Ab 1986 begann die ARD mit dem „Grand Prix der Volksmusik“ und 1988 siegte das Naabtal Duo mit „Patrona Bavariae“ und der Titel wurde auch in den Verkaufschart zu
einem großen Hit. Namen, wie die Kastelruher Spatzen, Zillertaler Schürzenjäger, Paldauer, Nockhalm Quintett, und die ostfriesischen Godewind wurden zu Stars der Szene.
1989 wurde Bianca mit „Die Rosen der Madonna“ sehr bekannt und das Stimmungsduo Klaus & Klaus wechselte mit „Der Eiermann“ in die volkstümliche Szene. Die gewichtigen Wildecker Herzbuben hatten 1990 mit „Herzilein“ einen Riesenhit in den Verkaufscharts und sangen sich mit weiteren Hits in die Herzen der Zuhörer.
Die volkstümliche Szene stellte den Schlager in den Schatten und sogar die Zahl eines jüngeren Publikums stieg stetig an. Es waren Jugendliche, die Gefallen an der heimatverbundenen Szene fanden und eine gemütliche Atmosphäre bevorzugte, dass so viel positive Lebensenergie ausstrahlte. So war es nicht verwunderlich, dass die Kastelruher Spatzen mehr Tonträger umsetzten, als Schlagerstar Nicole. Unter dem Motto „ein bisschen heile Welt“, erfüllte die volkstümliche Musik die Sehnsüchte zahlreicher Menschen, die in einer hektischen Welt ein wenig illusionär Träumen wollten.
In der DDR wurden durch den „Oberhofer Bauernmarkt“ Gaby Albrecht und das Duo Andrea & Manuela bekannt. Dort begann auch die kleine Stefanie Hertel ihre Karriere und so was, wie ein Urgestein des volkstümlichen Schlagers war Achim Menzel, der später beim MDR eine eigene Sendung bekam. Übrigens, im Trend der Volksmusik entstanden in den 90er Jahren viele neue TV-Formate. Ein Überangebot wirkte sich schädigend aus und floppte dementsprechend. Heute (2010) garantiert eigentlich nur noch Florian Silbereisen mit
„Feste der Volksmusik“ hohe Einschaltquoten.

3. Musical
An dieser Stelle müssen unbedingt die musikalischen Meisterwerke von Andrew Lloyd Webber erwähnt werden. Die Musical „Cats“, „Starlight-Express“ und „Das Phantom der Oper“ zogen ein Millionenpublikum in die Musiktheater und garantieren über Jahre hinaus ausverkaufte Häuser.

4. Die Rockpoeten

Mit dem Niedergang der NDW-Szene wurde gleichzeitig der Durchbruch deutschsprachiger Popmusik ermöglicht. Der musikalische Klamauk war nicht mehr zu ertragen und uferte ins Absurde aus. Die wahren Pioniere des NDW packten ihre Koffer, da die groteske Szene den einstigen Sinn der Musik wegspülte. Ideal machte mit ihrer Auflösung den Anfang und Trio setzt den Schlusspunkt. NDW Stars, wie Hubert Kha und Peter Schilling versuchen mit englischsprachigen Songs dem Untergang zu entgehen, erlitten aber Schiffbruch. Gestartet als NDW-Band schaffte es die Münchner Freiheit sich rechtzeitig als Schlagerband zu profilieren.
Eine neue Garde von Musikern rückte heran, die bislang von der kommerziellen Szene ins Abseits gedrängt wurden. Allen voran die rockige Band BAP, die von ihrem künstlerischen Wert her zur ersten Garde gehörten, aber vom Großteil der Jugend unbeachtet blieben. Das lag besonders daran, dass sie ihre kritischen Texte in Kölner Mundart sangen.
Stefan Waggershausen und Udo Lindenberg waren diejenigen, die sich gegen die NDW-Schwämme behaupten konnten und bereits erfolgreich Popschlager sangen. Peter Maffay, Jule Neigel, Klaus Lage und Pur waren bestrebt Deutschrock zu machen und landeten letztendlich im Rockschlager. Selbst der rappende Österreicher Falco und die ironische Showband EAV wurden eher als Schlagerinterpreten gesehen.
Von ganz anderem Kaliber und einem spezifischen textlichen Niveau waren die Rockpoeten, Herbert Grönemeyer (Bild), Marius Müller Westernhagen, Wolf Maahn, Rio Reiser, Heinz Rudolf Kunze, Ina Deter und Purple Schulz (als Grenzfall). Sie sangen nicht vordergründig für den Konsum, sondern wollten dem Zuhörer etwas erzählen und mitteilen.
Aber die Medien spielten inzwischen nur noch englischsprachige Popmusik und gaben der deutschsprachigen Musik keine Chance. Selbst die Jugendkultsendung „Formel 1“ orientierte sich mit Videoclips am internationalen Musikgeschmack und ließ die Rockpoeten vor der Tür stehen. Die Radioanstalten ließen sich von der Unterhaltungsindustrie einen Musikgeschmack aufzwingen und suggerierten dem Zuhörer, was sie zu hören hatten.

Musik sollte für die Schallplattenindustrie profitabel sein und der Schlager war es nicht mehr und deutschsprachige Rockmusik war unerwünscht. Über lokale Jugendmusiksendungen und Live-Konzerte setzte sich die Qualität der Musik durch, aber die Szene brauchte einen Hit, um massenkompatibel zu sein.
Mit dem originellen Song „Männer“ gelang Herbert Grönemeyer 1984 ein solcher Hit, den kein Sender ignorieren konnte. Im Zuge des Erfolges erzwangen sich die Künstler über ihre Fans ihre Medienauftritte. Ab 1986 setzten sich die Rockpoeten durch und wurden wohl oder übel im Radio gespielt. Dennoch die Ignoranz der Unterhaltungsindustrie gegenüber der deutschsprachigen Musik war groß und vielleicht auch von der Politik so beabsichtigt.

Den englischsprachigen Singsang, den keiner Verstand, eignete sich hervorragend dazu, den Jugendlichen eine „rosa Brille“ aufzusetzen und sie zum Konsum zu animieren. Kritische Töne und überlegenswerte Worte der Rockpoeten störten dagegen nur. Ende der 80er Jahre entdeckte die Punkband Ärzte den dadaistischen NDW-Stil für sich und begeisterte ein großes Publikum. Ebenso populär wurden die rockigen Toten Hosen. Insgesamt war ein breites Band an deutschsprachiger Jugendmusik entstanden, nur die Medien spielten noch nicht mit.
Ganz anders in der DDR, hier genoss deutschsprachige Popmusik einen hohen Stellenwert. Leider orientierte sich die Musikszene zu sehr an die NDW-Szene der BRD und verlor deutlich an Qualität. In der Folgezeit gab es nur noch wenige gute Rocksongs und die wenigen Songs waren ausnahmslos Lieder, die an der Rocktradition der 70er Jahre anknüpften. Mit dem Rücken zur Wand erlaubte das DDR-Regime auch nicht genehme Musik, wie den Punkrock. Punk in der DDR, war von seiner Musik her, ursprünglich an die 70er Jahre angelehnt, konnten aber nie die Massen begeistern.

5. Discopop

Wie schon erwähnt förderte die Unterhaltungsindustrie seichte englischsprachige Disco-gesänge. Die NDW Ära unterbrach eine Weiterentwicklung der Discomusik vor 1980. http://www.google.de/url?source=imgres&ct=tbn&q=https://lyricszoom.files.wordpress.com/2012/11/moderntalking1.gif&sa=X&ei=XDhzVd6FDMyRsgGY4oCIDw&ved=0CAUQ8wc4Hw&usg=AFQjCNFFM9GIkaNj7M-xQ2DTLEjSTvc-rg
Zwischendurch versuchten nationale New Romantic Bands zum Erfolg zu kommen. Die erfolgreichsten waren Alphaville und Camouflage. Nach dem Ende des NDW knüpfte die Musikindustrie an den Erfolg der Boney M. Zeit an.
1985 startete Modern Talking (Bild oben) mit einem wohlgefälligen, stampfenden Discosound. National und inter-national wurden ihre Songs Nr. 1 Hits und waren in punkto Plattenverkauf, die bis dahin erfolgreichsten Interpreten aller Zeiten in Deutschland. Obwohl sich alle Songs ähnelten hielt der Erfolg des Duos bis 1987 an. Differenzen zwischen Dieter Bohlen und Thomas Anders führten zur Auflösung von Modern Talking. Bohlen gründete daraufhin Blue System und produzierte nebenher Discosternchen C.C. Catch. Es gelangen zwar keine Top Ten Platzierung mehr, aber die Songs, der beiden Produkte wurden in den Discotheken rauf und runtergespielt.
Michael Cretu holte Sandra aus dem Mädchentrio Arabesque und macht sie zum Solostar. Ihre „Maria Magdalena“ wurde in Deutschland und in 20 weiteren Staaten zum Nr.1 Hit und gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Single International. Mit Höhen und Tiefen blieb sie bis 1990 Dauergast in den Charts, aber erreichte kaum noch Top Ten Platzierungen.
Der Produzent Frank Farian dessen Boney M. sich langsam auflöste, fand 1988 ein geeignetes Nachfolgeprojekt. Mit Milli Vanilli ließ er die Charts stürmen, deren Hits es sogar in England und den USA unter die ersten drei Charts-Plätze schafften. Soviel Erfolg war Frank Farian wohl unheimlich und wollte keine weitere Platte mit ihnen produzieren.
Kurz danach entpuppte sich der wahren Hintergrund. Gegen den Willen Farians, nahmen sie in den USA an einer Preisverleihung teil, wo die Demobänder während ihres Auftrittes hängen blieben und die Interpreten ihr gesangliches Unvermögen zeigten. Frank Farian bestätigte kurz darauf, dass die beiden Sänger nicht singen konnten, sondern nur der optischen Marktstrategie dienen sollten. Die beiden exotischen Schönlinge ließen sich erfolgreicher vermarkten, als die jamaikanischen Originale, die etwas beleibt waren. Der Skandal war perfekt und besonders in den USA reagierte man heftig darauf. Frank Farian versuchte es danach noch mal mit den Originalen, doch wie erwartet floppte der Versuch.
Neben den deutschen Discoacts gab es noch die Hardrockband Scorpions aus Hannover, die schon seit 1973 international erfolgreich waren. Mit „Still Loving You“ schafften sie 1984 ihren ersten kommerziellen Hit und Chartserfolg in Deutchland. Die Nachfolgesingle „Rock You Like A Hurricane“ kam allerdings über einen Achtungserfolg nicht hinaus. Wie die meisten Metal Bands überzeugten auch die Scorpions nur auf der Konzertbühne und gehörten international zu den bekanntesten Rockbands und verkauften dementsprechend vor allem Alben.
In der DDR wurde weiterhin deutsch gesungen und die nationale Diskomusik war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn man so will, war IC Falkenberg der einzige Discostar der 80er Jahre. Viel interessanter war es in dieser Zeit, dass nun populäre internationale Popmusik zum Kauf angeboten wurde. Die wenigen Platten von zugelassenen Künstlern waren allerdings schnell vergriffen und waren meist mit stundenlangem Anstehen verbunden. Platten von Tina Turner, Supertramp und Bruce Springsteen konnte man zum Beispiel erstehen. Bruce Springsteen und Bob Dylon gaben sogar Konzerte in der DDR. Das alles war lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein und sollte die Massen beruhigen. Tat es aber nicht.
Die Jugend wollte mehr und das Radio bediente den Bedarf. Im Gegensatz zu den West-medien durfte der Ostrundfunk die Titel ausspielen, da sie sich an keine Auflagen der Plattenindustrie zu halten brauchten. Auf dem ersten deutschen Jugendfernsehsender „1199“ gab es zudem Musikvideos ohne Störungen und in voller Länge zu sehen. 
Dennoch die Jugend der DDR wollte musikalisch nicht weiter bevormundet werden.

 

6. Dies und Das

Grand Prix de Eurovision

Die 80er Jahre gehörten zu den erfolgreichsten der BRD beim Song Contest.

1 x Platz 1:   1982, Nicole „Ein bisschen Frieden“
4 x Platz 2:   1980, Katja Ebstein „ Theater“ ;   1981, Lena Valaitis „Johnny Blue“ ; und zweimal Wind 1985 („Für Alle“)
                       und 1987 („Laß’ die Sonne in dein Herz“).    

Deutsche Bilanz seit 1957 bis 1990

Platz
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
13.
14.
15.
. . .
17.
Wie oft
1
4
3
3
2
6
1
5
3
 
 3
 3
 3
 
 1

 

Verkaufszahlen / Alben                                                                             (Stand 2015) 

Aufgelistet sind deutschsprachige Künstler, deren Tonträger (TT) in den 80er Jahre erschienen!

1.  4630 Bochum            Herbert Grönemeyer         (ab 1984)                               über 2,75 Mio. TT
2.  Ö                                Herbert Grönemeyer         (ab 1988)                               über 1,75 Mio. TT
3.  Winterkinder              Rolf Zuckowski                  (ab 1987)                               über 1,50 Mio. TT
4.  Revanche                   Peter Maffay                       (ab 1980)                               über 1,00 Mio. TT
5.  Für usszeschnigge!    BAP                                      (ab 1981)                               über 1,00 Mio. TT

Tonträgerverkauf / Künstler

Auflistung von deutschen Künstlern, die auch in den 80er Jahren Tonträger verkaufen konnten!

1. Herbert Grönemeyer             (1984 – 2015)          17.875.000  TT                Nr. 1 Alben = 10
2. Rolf Zuckowski                    (1989 – 2012)          13.975.000  TT                mit 15 Alben in den Charts
3. Peter Maffay                         (1975 – 2015)          13.925.000  TT                Nr. 1 Alben = 11
4. Die Toten Hosen                   (1987 – 2015)          13.475.000  TT                Nr. 1 Alben = 9
5. Marius Müller Westernhagen (1981 – 2009)        11.875.000  TT                Nr. 1 Alben = 7

Singleverkauf / Deutschsprachig

Auflistung von Schlagern, die sich in den 80er Jahren über 250.000 Mal verkauft haben!

1.  Santa Maria                                 - Roland Kaiser                                                     (1980)
     K: Guildo & Maurizio de Angelis; T: Cesare de Natale / dt. Norbert Hammerschmidt & Roland Kaiser
2.  Polonaise Blancenese                  - Gottlieb Wendehals                                            (1981)
     K: Werner Böhm; T: Michael Jud
3.  Ja, Wenn wir alle Englein wären    - Fred Sonnenschein (alias Frank Zander)         (1981)
     K: Werner Thomas, Terry Rendall; T: René Marcard & Frank Zander
4.  Adios Amor                                    - Andy Borg                                                         (1982)
     K: Kurt Feltz; T: Tex Shultzieg     
5.  Ein bisschen Frieden                       - Nicole                                                                (1982)
     K: Ralph Siegel ; T: Bernd Meinunger
6.  Jenseits von Eden                            - Nino de Angelo                                                 (1983)
     K&T: Chris Evans & Drafi Deutscher; dt. T: Joachim Horn-Bernges
7.  An der Nordseeküste                       - Klaus und Klaus                                               (1985)
    K: irische Folklore ; T: Klaus Büchner