E. Jahrescharts der 70er Jahre

E. Die Jahrescharts der 70er Jahre

Übersicht:

Bilanz der 70er Jahre

Das Jahr 1970 und 1971

Das Jahr 1972 und 1973

Das Jahr 1974 und 1975

Das Jahr 1976 und 1977

Das Jahr 1978 und 1979

 

Zusatz auf dieser Seite:
Ausführungen zu den Jahrescharts
Quellennachweis
Verstorben in den 70er Jahren

 

Ausführungen zu den nachfolgenden Jahrescharts

Im Gegensatz zu den aussagekräftigeren Hörercharts im Radio entsprachen die Singlecharts oftmals nicht dem realen Hitpotenzial eines Songs. Bei den internationalen Hits gab es deshalb erhebliche Differenzen zwischen Radio- und Singlecharts. Auf den damals populären tragbaren Kassettenrekordern, waren somit die wirklichen Hits der Jugend zu hören. Die Songs wurden vom Radio auf Kassette aufgenommen oder bei Freunden überspielt. Im Radio waren zudem viele LP-Auskopplungen zu hören, die zu separaten Hits aufstiegen und nicht auf Single erschienen sind. Außerdem wurden speziell auf dem internationalen Schallplattenmarkt häufig unterschiedliche Singles veröffentlicht. Der Beatlessong „The Long & Winding Road“ erschien beispielsweise nur in den USA auf Single und wurde hierzulande über das Radio zum Hit.  

Beim Zusammenstellen objektiverer Jahrescharts gab es einige Schwierigkeiten, die durch das hinzunehmen internationaler Hitlisten ausgeglichen wurde. Das Problem waren lückenhafte Aufzeichnungen von Radiocharts, die sich zudem nur auf den Berliner Raum bezogen und unterschiedliche Aufstellungen von Jahrescharts in Büchern, Internet oder CD-Samplern aufweisen. Selbst die unterschiedlichen Quellen von den verfügbaren deutschen Singlecharts waren nicht identisch, sodass internationale Hitlisten vergleichend hinzugezogen wurden.
In den Singles-Charts des Jahres notierten sich deutschsprachige Schlager gut gemischt mit internationalen Popsongs. Durch die Vorreiterrolle von Radio Luxemburg hatten sich zwei geteilte Charts durchgesetzt ⇒ International (Pop) und National (Schlager). Außerdem ist es wegen der Übersichtlichkeit vorteilhaft sie in Genre zu trennen.
So enthielten regulär jugendliche Radiocharts keine Schlager und umgekehrt war es genauso. Mit dem Wohlstand der 70er Jahre wurden die Jugendlichen zur Hauptkäuferschicht von Schallplatten, wodurch internationale Pophits in den Verkaufscharts dominierten. Dennoch erreichten Schlager noch Spitzenplätze in den Charts und einige wurden sogar zu Jahreshits (s. entsprechende Musiknotizen).
Grundsätzlich galten die Top-100 Auswertungen von chart-surfer.de als Maßstab für die Jahrescharts. Zudem mussten die Notierungen einiger Songs nach ihrer eigentlichen Popularität korrigiert werden. Beachten Sie beispielsweise, dass in einigen Listen Hardrocksongs als Nr.1-Hits geführt wurden, aber eigentlich keine waren. Der Umstand, dass die Hardrocker nur wenige Singles zu Promotionzwecken veröffentlichten, wirkte sich kurzzeitig (Run) auf den Verkauf (Hit) aus. Regulär wollten Rockbands jedoch ihre Alben verkaufen.

 

Spezielle Hinweise zu den Jahresbilanzen
1. Der Brennpunkt (-e): beleuchtet das Schwerpunkthema der Zeit, es folgen ausgesuchte 
Schlagzeilen und Wissenswertes über jenes Jahr,
    die Ihnen ein Zeitbild vermitteln sollen.
2. Internationale Hits werden mit dem Erfolg in den deutschen Singlecharts aufgeführt, auch 
wenn sie bereits in den internationalen Charts
    (UK, USA) früher notiert wurden oder im 
Radio schon gespielt wurden (bekannt waren). Beachten Sie, dass sich die Landesangabe
    nicht immer auf die Herkunft des Künstlers bezieht, und erst recht nicht bei Gruppen, 
sondern dann das Produktionsland ausschlaggebend
    ist. So ist Boney M ein deutsches 
Produkt, auch wenn die Interpreten aus der Karibik stammen. Die Bee Gees sind dagegen Australier, die
    ihren Wohnsitz in die USA verlegten und somit US-Bürger wurden. 
Gleiches gilt für den Briten John Lennon der US-Staatsbürger wurde.
    Anders sieht es für den britischen Weltenbummler Albert Hammond aus, der Wahlamerikaner wurde weiter als Brite geführt.

    Die Spalte Einstieg bezieht sich auf den ersten Erfolgsmonat (Top-20). Eine Jahreszahl bedeutet, der Hit war jahresübergreifend und wurde
   dem relevanten Hit-Jahr zugeordnet.
3. USA und UK (Großbritannien)-Hits: In der Auswertung der Jahrestop-10 und der 
Jahrestop-100 wurde die 5 erfolgreichsten Songs des
    Jahres ermittelt.
4. Unter Weitere Hits sind Songs aufgeführt, die in diesem Jahr sehr populär waren und es 
sich zum Teil um LP-Auskopplungen handelt,
    doch mehrheitlich sind es Hits des Jahres 
aus den USA oder dem UK.
5. Die Albumcharts orientieren sich an der internationalen Popularität, da auf dem deutschen 
LP-Markt die Elterngeneration den Schlager
    bevorzugte. Dennoch werden zum Vergleich 
die abweichenden Albumhits aufgeführt. Beachten Sie das zahlreiche Sampler (mit mehreren
    Interpreten) zugunsten der Einzelkünstler /Bands ausgeschlossen wurden.
6. Grand Prix de Eurovision: enthält Angaben über die drei punktbesten Song, inklusive 
Komponist und Texter. BRD-Songs, die schlechter
    platziert waren, werden zumindest 
erwähnt.
7. Da es in der DDR keine offiziellen Popcharts gab verstehen sich DDR-Pophits als Liste 
populärer Songs, die überwiegend von der
    Radiohitparade (DT64), Amiga-Samplern und 
dem Internetportal www.liedderzeit.de  zusammengestellt wurden.
8. Im Bereich BRD-Schlager gab es geringfügige Korrekturen zu den Singlechart und 
werteten speziell die jugendgemäße Schlager etwas
    auf. In Klammern wird die Nationalität 
des Interpreten genannt und der erste Erfolgmonat in den Single-Charts. Unter weitere Hits,
  
  wurden erfolgreiche Schlager und besonders beliebte Lieder der Jugend aufgeführt.
9. Die DDR-Schlager wurden anhand von Schlagersamplern, der LP-Übersicht von Amiga 
(Sachbuch) und dem Internetportal
    www.liedderzeit.de erstellt und soweit vorhanden die 
TV-Schlagerhitparade („Bong“) hinzugezogen.
10. Neben der Interpretenbewertung (nach Popularität, Single & LP, Konzert) wurde eine 
Auswahl in Punkto Sport, Kultur, Fernsehen und
      Kino zusammengestellt. Beachten Sie, 
dass Filme aufgeführt wurden, die in jenem Jahr erfolgreich waren unter anderem auch viele Filme
      die in Deutschland verspätet erschienen. Wiederaufführungen (z. B.: Walt 
Disneys „Dschungelbuch“) wurden allerdings nicht
      berücksichtigt. 
Bedenken Sie weiterhin, dass prämierte Filme (Oscar-Filmpreis), in der Regel ein Jahr zuvor erfolgreich im Kino liefen.  
11. Musiknotizen beinhalten einen informativen Querschnitt durch die Welt der Popmusik, 
der nicht allumfassend sein kann und sich am
      Mainstream orientiert (Jazz, Soul und 
Chansons vernachlässigt).

Quellennachweis:
Neben eigenen Aufzeichnungen von Radiocharts (SFB, RIAS), wurden ausgewertet:
- Internet-Hitlisten  (z. B. : www.was-war-wann.de ; www.jahr1970.de )
- CD Samplern (Internet „Best of…“)
- siehe Sachbuch „Hitbilanz“ vom Taurus Press Verlag 1990 (Quellennachweis)
- weitere Internetlisten:  www.chartssurfer.de ; www.ki-informatik.uni-würzburg.de ; www.chart-surfer.de  ; www.tsort.info/musicwww.alaskajim.comwww.ostmusik.de  ; www.ostbeat.de   

Anmerkung: Verwendete WEB-Inhalt der Jahre 2000 bis 2010 ⇒ könnten inzwischen verändert oder korrigiert sein, bzw. nicht mehr existieren

 

 Gestorben in den 70er Jahren
(Auswahl bekannter Persönlichkeiten)

1970

18. 09.: Jimi Hendrix, US-afroamerikanischer Gitarrist, Sänger & Komponist (* 1942)http://img09.deviantart.net/ff38/i/2004/199/c/d/jimi_hendrix.jpg  
28. 09.: Gamal Abdel Nasser, bedeutender ägypt. Politiker (* 1918)
04. 10.: Janis Joplin, US-Sängerin, Rock- und Bluesmusikerin (* 1943)
09. 11.: Charles de Gaulle, bedeutender franz. Politiker (* 1890)
27. 11.: Karl Foerster, richtungsweisender dt. Gärtner, Staudenzüchter (* 1874)
07. 12.: Rube Goldberg, legendärer US-Cartoonist (* 1883)                                                                                                                                                                                                            

1971

10. 01.: Coco Chanel, franz. Modedesignerin (* 1883 )
08. 03.: Fritz von Opel, dt. Industrieller, Raketenpionier & Motorsportler (* 1899)
06. 04.: Igor Strawinski, russisch-amerik. Klassik - Komponist (* 1882)
06.  05.: Helene Weigel, dt. Charakter-Schauspielerin (* 1900)http://www.funradio.tv/wp-content/uploads/2010/12/1017.gif
03. 07.: Jim Morrison, US-Rock-Sänger & Lyriker – The Doors (* 1943)
06. 07.: Louis Armstrong, legendärer US-Jazztrompeter und Sänger (* 1901) 

15. 08.: Thomas Wayne, US-Rockabilly- und Pop-Sänger (* 1940)
11. 09.: Nikita Chruschtschow, sowjet. Politiker & Regierungschef (* 1894)
12. 10.: Gene Vincent, US-Musiker der 50er Jahre (* 1935)

1972

27. 01.: Mahalia Jackson, bekannte US-Gospelsängerin (* 1911)
23. 03.: Cristóbal Balenciaga, span. Modedesigner (* 1895)
06. 04.: Heinrich Lübke, dt. CDU-Politiker, eigenwilliger Bundespräsident  (* 1894)
02. 05.: J. Edgar Hoover, Begründer und Direktor des FBI in der USA (* 1895)
08. 06.: Jimmy Rushing, US-Blues- und Jazzsänger (* 1903)
02. 08.: Ralph Maria Siegel, dt. Schlager-Komponist der Nachkriegszeit (* 1911)
29. 08.: Lale Andersen, dt. Sängerin & Schauspielerin, „Lilli Marleen“ (* 1905)
26. 12.: Harry S. Truman, US-Präsident, verschärfte den Kalten Krieg (* 1884)

1973

08. 04.: Pablo Picasso, span. Maler, Grafiker & Bildhauer (* 1881)  
18. 04.: Willie „The Lion“ Smith, US-Jazz-Pianist und -Komponist (* 1897)  http://images.vectorhq.com/images/previews/743/bruce-lee-psd-422458.png
13. 07.: Willy Fritsch, beliebter österr. Schauspieler (* 1901)
20. 07.: Bruce Lee, US-Schauspieler, Ikone der Kung Fu - Actionfilme (* 1940) 

01. 08.: Walter Ulbricht, Staatschef der DDR, Mauerbau (* 1893)
08. 08.: Memphis Minnie, US-Bluesmusikerin (* 1897)
02. 09.: J. R. R. Tolkien, engl. Schriftsteller, „Herr der Ringe“ (* 1892)
11. 09.: Salvador Allende, demokr. Präsident von Chile, Suizid (* 1908)
28. 12.: Rudi Schuricke, dt. Schlagersänger, „Caprifischer“ (* 1913)
29. 12.: Willy Birgel, beliebter dt. Schauspieler (* 1891)

1974

02. 04.: Georges Pompidou, bedeutender franz. Politiker (* 1911)
24. 05.: Duke Ellington, US-Jazz-Komponist, -Pianist und -Bandleader (* 1899)
29. 07.: Cass Elliot, US-Sängerin, The Mamas and the Papas (* 1941)
29. 07.: Erich Kästner, dt. Schriftsteller, Drehbuchautor & Kabarettist (* 1899)
26. 08.: Charles Lindbergh, US-Pilot, erste Atlantiküberquerung (* 1902)
09. 11.: Gitta Lind, dt. Schlagersängerin, „Weißer Holunder“ (* 1925)
13. 11.: Vittorio De Sica, ital. Filmregisseur und Schauspieler (* 1902)

1975

12. 01.: Ernesto Maserati, ital. Rennfahrer, Ingenieur & Unternehmer (* 1898)
22. 02.: Adolf Hennecke, DDR-Bergmann, Aktivistenbewegung (* 1905)
15. 03.: Aristoteles Onassis, griech. Reeder, Millionärskarriere (* 1906)
12. 04.: Josephine Baker, legendäre US-Tänzerin, Sängerin & Revuestar (* 1906)
23. 04.: Pete Ham, brit. Rocksänger & –gitarrist, Badfinger (* 1947)
13. 05.: Bob Wills, Country-Musiker, Begründer des Western Swing (* 1905)
18. 05.: Leroy Anderson, vielseitiger US-Komponist (* 1908)
27. 06.: Robert Stolz, österr. Operetten Komponist & Dirigent (* 1880)
09. 08.: Dmitri Schostakowitsch, russ. Komponist und Pianist (* 1906)
27. 08.: Haile Selassie I., letzter Kaiser von Äthiopien (* 1892)
20. 11.: Francisco Franco, faschistischer span. Diktator (* 1892)

1976

12. 01.: Agatha Christie, engl. Krimi-Schriftstellerin, Miss Marple (* 1890)
18. 11.: Friedrich Hollaender, dt. Lieder-Komponist, 20/30er Jahre (* 1896)
24. 03.: Ernest Shepard, britischer Illustrator („Pu der Bär“) (* 1879)      
14. 05.: Keith Relf, brit. Beat-Musiker, The Yardbirds (* 1943)
09. 09.: Mao Zedong, chin. Staatschef, Kulturrevolution (* 1893)

1977

18. 01.: Carl Zuckmayer, dt. Schriftsteller, „Der Hauptmann von Köpenick“ (* 1896)
28. 04.: Sepp Herberger, dt. Fußballnationaltrainer, WM 1954 (* 1897)http://sylviagarza.files.wordpress.com/2012/01/vegas-elvis-presley1.jpg
05. 05.: Ludwig Erhard, dt. Wirtschaftsminister & Bundeskanzler (* 1897)
21. 07.: Henry Vahl, beliebter dt. Theaterschauspieler, Ohnesorg-Theater (* 1897)
16. 08.: Elvis Presley, legendärer US-Rock’n’Roll-Star (* 1935) 

16. 09.: Maria Callas, weltberühmte US-Sopranistin (* 1923)
16. 09.: Marc Bolan, brit. Bandleader und Bandchef von T. Rex (* 1947)
14. 10.: Bing Crosby, US-Swingsänger –Weltstar & Schauspieler (* 1903)
25. 12.: Charles Chaplin, brit. Stummfilmstar, Regisseur & Komiker (* 1889)

1978

08. 04.: Peter Igelhoff, österr. Musiker & Schlagerkomponist (* 1904)  
09. 04.: René Carol, dt. Schlagersänger, „Rote Rosen, Rote Lippen, Roter Wein“ (* 1920)
06. 08.: Paul VI., konservativer Papst, seit 1963 (* 1897)
07. 09.: Keith Moon, brit. Drummer bei der Rockband The Who (* 1946)
15. 09.: Wilhelm Emil Messerschmitt, deutscher Flugzeugkonstrukteur (* 1898)
09. 10.: Jacques Brel, Franz. Chansonnier und Schauspieler (* 1929)
10. 11.: Theo Lingen, dt. Volksschauspieler, Regisseur und Autor (* 1903)
15. 11.: Gerhard Zachar, DDR-Rockmusiker, Bandleader von Lift (* 1945)

1979http://www.ndr.de/unterhaltung/leute/frankenfeld133_v-contentxl.jpg

04. 01.: Peter Frankenfeld, dt. Schauspieler, Showmaster, Entertainer (* 1913) 
02. 02.: Sid Vicious, brit. Punkrock-Musiker, The Sex Pistols (* 1957)
05. 06.: Heinz Erhardt, dt. Komiker, Entertainer, Schauspieler, Dichter (* 1909)
11. 06.: John Wayne, US-Schauspieler, Westernstar (* 1907)
06. 07.: Van McCoy, US-Musiker und Produzent, „The Hustle“ (* 1940)
17. 11.: John Glascock, brit. Bassist, u.a. der Band The Jethro Tull   (* 1951)
29. 11.: Zeppo Marx, US-Komiker, Marx-Brothers – 30er Jahre (* 1901)
23. 12.: Peggy Guggenheim, US-Kunstsammlerin und Galeristin (* 1898)