9. E. Thema Mensch - Teil 1

Aspekte zum Thema: Der Mensch (Teil 1)

In Teil 1: Grundbetrachtung des natürlichen Seins (Entstehung des Seins, Seele, Gnosis, Gut & Böse, Egoismus, Gefahren )  - - - Stationen der Menschwerdung (Basis, Instinkte, Denken, Sprache) - - - In Teil 2:  Der soziologisch, gesellschaftliche Aspekt (Angst, Neugier, Denken, Glaubensentwicklung) - - - Theologischer Aspekt (Sinn des Lebens im Glauben) - - -Betrachtung über die Frau (gesellschaftlicher Stand, Frauen in der Bibel)

Der Glaube ist an uns Menschen gerichtet, aber wer oder was sind wir Menschen? Wo kommen wir her? Was müssen wir im Glauben über uns selber wissen?
Es gibt zahlreiche Betrachtungsweisen, die versucht haben den Menschen zu analysieren. Immer wieder wollte man den Menschen umfassend erkennen und doch blieben immer wieder Fragen offen und so ist der Mensch letztendlich weiter ein großes Geheimnis. Es gibt jedoch Aspekte über den Menschen, die sich als wissenschaftliche Erkenntnis heraus gestellt haben oder wenigstens als sehr wahrscheinlich gelten. Es sind Gesichtspunkte, die Fragen zum Glauben aufwerfen und Antworten verlangen.

1. Anthropologische Grundbetrachtung / natürliche Aspekte des Seins
* anthropos = griech. Mensch

Entstehung vom Sein des Menschen

Um Glauben in unserem Denken zu verstehen, ist es notwendig unser Sein zu ergründen. Dazu möchte ich Ihnen eine Sichtweise, dass im Prinzip für alle Lebewesen gilt.

Mit dem Geschlechtsverkehr zwischen zwei Lebewesen kann eine Reaktion ausgelöst werden und eine Art Samenkorn bilden, die die Entstehung eines neuen Lebewesens lenkt.
Das Samenkorn könnte man Ur-Seele bezeichnen, die als Entwicklungsmotor fungiert. Die Seele schöpft im Mutterleib deren genetischen Informationen und bedient sich zunächst am genetischen Bauplan und setzt die Entwicklung eines Körpers in Gang. Um die Seele zu entlasten werden Herz und Gehirn angelegt. Das Herz pumpt benötigte Stoffe über die Blutbahnen zu den Baustellen im entstehenden Körper, sodass Organe, Muskeln, Knochen usw. sich entwickeln können. Das Herz versorgt somit für die Lebensfunktion.
Das Gehirn steuert/koordiniert die Entwicklung des neuen Körpers. Die Seele legt dazu im Gehirn das selbständige Denken an, dass mit entsprechenden Informationen ausgerüstet ist, um die Entwicklung (Wachstum) zu steuern, die reibungslose Funktion der Organe zu koordinieren und die äußeren Informationen im Mutterleib aufzunehmen. Damit das Denken zweckmäßig funktioniert und ein Organismus überhaupt lebensfähig ist, benötigt es Treiber, die auch den Sinn und Zweck eines Lebewesens definieren.
Bereits die Seele sammelt und wertet alle genetischen Informationen, die Anhand der Treiber analysiert und archiviert werden. Jene Treiber nennen sich bei den Lebewesen Triebe. Fortpflanzungs-, Ernährungs- und Selbsterhaltungstrieb sind die grundlegenden Triebe für jedes Lebewesen. Aus den genetischen Informationen und den Trieben baut die Seele eine Art Grundgerüst (Unterbewusstsein) auf, dass später primär den Charakter und die Gefühlswelt eines Menschen bestimmt. Eine grobe Kopie wird im Denken (Bewusstsein) angelegt, damit sich auf dieser Basis die Triebe miteinander bedingen, fördern und handlungsfähig sind. Neben der Entwicklung und Erhaltung des Körpers, werden vom Denken äußere Informationen zuerst verarbeitet und dann zur tieferen Analyse an die Seele weitergegeben. Die Beziehung zur äußeren Welt wird bereits im Mutterleib angetrieben, indem beispielsweise der Ernährungstrieb Nährstoffe von Mutterleib verlangt.
Für das Denken (Bewusstsein) werden äußere Informationen existenziell bedeutend und sind nach der Geburt primär bedeutend für die Entwicklung und Reife eines Menschen. Das Denken verselbstständigt sich als handelndes Sofortprogramm auf der Grundlage der äußeren Informationen und der Basisinformation. Da das Denken maßgeblich von den äußeren Informationen geprägt wird, kann es pädagogisch und psychologisch beeinflusst werden. Das heißt, oberflächliche Charaktereigenschaften und Gefühle sind beeinflussbar.
Das vordergründige bewusste Denken dominiert zwar, ist aber nur Teil unseres Seins. Wesentlich für das Sein eines Menschen ist jedoch die Seele. Die Seele ist der Kern in einem Menschen, der unermüdlich Informationen analysiert und archiviert und dabei das Grundgerüst (Charakter) ausbaut. Bereits im Mutterleib erstellt die Seele aus den genetischen Informationen ein Grundgerüst, das den Sinn und Zweck des neuen Lebens (Fundament) definiert. Es ist dabei sehr wahrscheinlich, das auch Informationen von den Großeltern oder Urahnen über das genetische Material übertragen werden können. Über Generationen hinweg ist die Weitergabe solcher Erbinformationen möglich und sorgen letztendlich dafür, dass kein Mensch dem anderen gleicht und jeder Mensch ein Unikat ist.
An dem entstandenen Grundgerüst werden alle weiteren Informationen sortiert. Sie können ins Gerüst hinzugefügt oder angebaut werden. Andere Informationen werden archiviert und oder mit stimmigen Informationen zusammengefügt, verwoben oder angereichert. Letztendlich formt die Seele damit den eigentlichen Charakter und den Wissensschatz, einem Archiv, der einen schnellen Zugriff ermöglicht. Der Grundcharakter eines Menschen ist also fundamental, der sich am definierten Sinn und Zweck eines Menschen orientiert.
Die Seele wirkt vorrangig im Unterbewusstsein und beeinflusst das denkende Bewusstsein. Im Austausch von Informationen zwischen Denken und Seele können sich Veränderungen ergeben, die sich primär auf den oberflächlichen Charakter auswirken. Der Grundcharakter, in der Seele, ist kaum veränderbar, kann aber situationsbedingt Erkenntnisse gewinnen und ein Umbauprozess bewirkt. In der Regel werden aber relevante Informationen ins Grund-gerüst eingepasst, erweitert oder ausgegrenzt. Mit steigenden Alter eines Menschen ist das Seelenkonstrukt massiv ausgebaut und lässt noch weniger Korrekturen zu.

Das Sein eines Menschen ist vordergründig vom Denken geprägt, dass von der Seele überwacht und beeinflusst wird. Die Seele prägt aber das eigentliche Sein des Menschen, speziell die Gefühlswelt und den Grundcharakter.

Körperbewusstsein

Im Rahmen der Evolution hat der Mensch das Denken perfektioniert und gelernt seinen Körper optimal einzusetzen. Im Zuge seiner Entwicklung ist der Mensch durch sein primäres Denken (Bewusstsein) in der Lage seine Lebensweise den Lebensbedingungen anzupassen und kann darüber hinaus sein Denken steuern (Willenskraft).
Somit kann der heutige Mensch durch sein Bewusstsein sein Lebensalter verlängern. Er kann seinen Körper beispielsweise durch eine gesunde Ernährung und sportliche Ertüchtigung selbst beeinflussen. Speziell den Menschen in den Wohlstandsstaaten (Europa, Nordamerika, Ostasien) bieten sich beste Lebensbedingungen, für eine optimale Lebensweise.
Doch was ist optimal? Gerade in unserer heutigen Zeit gibt es viele Ansichten über eine gesunde Lebensweise, die das Krankheitsrisiko senken und ein hohes Alter erreichen soll.
Jene Regeln sind häufig mit Verzicht und Mühe verbunden und begrenzen nicht selten ein Stückchen Lebensfreude. Hinzu kommt, dass viele Menschen dennoch krank werden oder früh sterben, obwohl sie gesund gelebt haben. Da jeder Mensch ein Unikat ist, so gleicht auch kein Körper dem anderen. Es lässt sich deshalb nicht absolut sagen, was dem Körper gut tut. Besser wäre es, wenn der Mensch auf die innere Stimme hören würde und sich nichts vorschreiben lässt. Dazu sind die meditativen Fähigkeiten eines Menschen nötig, um die Signale des Körpers richtig zu verstehen.
Gerade in unserer modernen Welt, wo der Alltag uns ein oberflächliches Denken aufzwingt, schlummern jene meditativen Kräfte im Unterbewusstsein und müssen neu erlernt werden. Was die Ernährung betrifft, sollten wir unseren Körper weder genießerisch vergewaltigen, noch Geschmackserlebnisse vorenthalten. Es gilt unseren Körper so anzunehmen, so wie er ist und verlangt auch eine entsprechende Toleranz gegenüber andere Menschen. Ein geprägtes Schönheitsideal sollte daher nie zum Maßstab erhoben werden, sondern kann lediglich dazu dienen, auf krankhafte körperliche Entwicklungen helfend oder ratend einzugehen (Körperbehinderung, Fettleibigkeit).
Endscheidend ist doch immer die Lebensqualität, ob man sagen kann, ich habe gelebt oder man sagen muss, ich habe mich gequält. Wer sein Leben nach einem geprägten Ideal ausrüstet oder sein Leben künstlich verlängert, steuert nicht selten in eine Psychose, die sich verselbstständigen kann. Wenn man aber die innere Stimme ignoriert, ist die Gefahr eines seelischen Leidens sehr groß.

Körperbewusstsein, heißt sich anzunehmen wie man ist und Grenzen und Machbares für ein glückliches Leben auszuloten, also im Gespräch mit der Seele zu bleiben.

Seele und Denken

Aber was ist die Seele? Sie steuert unser Sein und ist für die Wissenschaft nicht greifbar. Biologisch wurden die Nervenbahnen lokalisiert und es wurde herausgefunden, wie das Gehirn den Organismus leitet. In der Psychologie gilt das Gehirn als Zentrum des Denkens, aber unklar ist, wo sich die Seele befindet?
Das Denken (Bewusstsein) dagegen wird fest im Gehirn lokalisiert. Das Bewusstsein regelt den direkten Kontakt nach außen, nimmt Informationen auf, verarbeitet sie und reagiert entsprechend. Die Seele indes prüft die vorverarbeiteten Informationen des Denkens, ob die Information zum Basisgerüst passen und kann sie mit einbauen, archivieren oder ablehnen. Das heißt, die Seele kann als Eilmaßnahme eine Reaktion des Denkens befürworten, aber in der weiteren Verarbeitung im Nachhinein widerrufen. Wenn in Notsituationen das Denken keinen Plan hat (Blockade), aktiviert die Seele aus dem Archiv eine schnelle Hilfe. Nicht immer ist eine solche Hilfe auch optimal, aber meisten zweckmäßig. Andererseits mischt sich die Seele in die Aktionen des Denkens ein, wenn die Seele eine existenzielle Gefahr für sich erkennt oder sich nicht mit dem Grundcharakter (Fundament) vereinbaren lässt.
Auf der Basis der Triebe und dem Fundament des Seins, sind im Bewusstsein Charaktereigenschaften im Menschen angelegt, um im Alltag sofort handlungsfähig zu sein. Mit den Informationen von außen werden die Charaktereigenschaften eines Menschen erweitert und steuern die Emotionen. Wenn aber die Seele, bei seiner Analyse einen Handlungsbedarf sieht, schaltet sie sich ins Bewusstsein ein und kann den äußeren Charakter updaten (erneuern, bereichern, aktualisieren). Einen solchen Prozess merken wir Menschen, wenn wir uns innerlich zerrissen fühlen, also Engelchen und Teufelchen in uns wüten.
Die heutige Psychologie ist bestrebt auf den Menschen einzuwirken, aber trotz der gewaltigen  Erkenntnisse über das Seins eines Menschen, haben sie nur ein Bruchteil analysieren können. Psychologen sind dabei lediglich in der Lage den äußeren Charakter eines Menschen zu analysieren und können bestimmte Verhaltensweisen verstehen. Auf der Basis von Ursache und Wirkung schlussfolgern sie die Folgen, da bestimmte Prozesse immer wiederkehren. Aufgrund des Erfahrungsschatzes der Psychologie konnten Methoden entwickelt werden, um den Menschen zu beeinflussen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Methoden bei manchen Menschen nicht funktionieren, sich nicht bewährten oder sich die psychologische Einschätzung als falsch herausstellten. Die Psychologie musste daher realistisch erkennen, dass es ihnen nicht gelingt in die Seele einzudringen.

Seele und Denken bedingen sich, aber die Seele wacht über das existenzielle Leben eines Menschen und das Denken handelt eigenverantwortlich auf dieser Basis.

Die gnostische Lehre

Schon in den Religionen der Antike, stand das Sein des Menschen maßgeblich im Mittel-punkt. In der Glaubensvorstellung der Gnosis versuchte man Leib und Seele zu trennen.
Die Seele wird dabei, als das angelegte göttliche Wesen im Menschen gesehen und sein Leib ist nur die sündige Hülle, in die das Böse eindringt. Je stärker das Böse vom Leib Besitz ergreift, desto mehr wird die Seele zum Gefangenen im Menschen. Der böse Körper blockiert somit die Glaubenserkenntnis und dirigiert den Menschen. Als Seele ist die Tiefe, die Grundanlage des Menschen gemeint. Solange aber die göttliche Basis durch das böse Denken behindert wird, kann der Mensch nicht zu seiner veranlagten Seele gelangen. Nur mit einem festen Glauben, kann der Mensch zur Seele vordringen und die Seele befreien und seine Göttlichkeit erkennen. Da aber der Mensch im bösen Leib lebt, muss er mit Hilfe des Glaubens sich ständig gegen den bösen Einfluss wehren.
Manche Gnostiker propagierten die Meinung, dass nur der Tod die Seele freigibt und dann zur göttlichen Welt (Himmel) aufsteigen kann. Christliche Gelehrte wehrten sich gegen diese Auffassung und betonten, dass Leib und Seele nicht trennbar sind und deshalb sollte der Mensch nach seinem Leben bewertet werden. Das heißt, inwiefern versuchte der Mensch den Glauben zu leben, um das Böse in sich zurückzudrängen. In der Summe des Lebens, wird nach dieser Ansicht, die Möglichkeit der Auferstehung beim Endgericht in Aussicht gestellt.
Die Auferstehung von Leib und Seele, als Einheit, wurde allerdings in der christlichen Lehre immer wieder zum Streitpunkt. Einige religiöse Eiferer bestraften sogar ihren Leib, indem sie ihn auspeitschten. Auch heute noch hält sich die gnostische Lehre, von der Trennung von Leib und Seele.
In diesem Zusammenhang werden medizinische Eingriffe (Operationen, Injektionen), von einigen Glaubensgemeinschaften als Eingriff in Gottes Schöpfung verstanden. Man soll weder durch Eingriffe den böse Leib gesund machen oder die Seele verletzen, denn jede Krankheit wird als Prüfung oder Strafe Gottes betrachtet. Gern legen christliche Gemeinschaften dazu die Hiob-Geschichte entsprechend aus. Wenn man aber den biblischen Text  komplett ließ, wird deutlich, dass die Schriftgelehrten sich in der Hiob-Geschichte mit den Zweifeln an Gott auseinandersetzen und letztendlich betonen das Gott menschliches Leben will. Also keine Einwände gegenüber einer medizinischen Heilung haben.
Somit sollte der Mensch die medizinischen Kenntnisse nutzen, um Krankheiten zu heilen und um Leben zu retten. Problematischer verhält es sich bei lebensverlängernden Maßnahmen, da hier wider der Natur künstlich ein Mensch am Leben gehalten wird. Es stellt sich hierbei die Frage, ob in diesem Fall nicht unverantwortlich das Leiden eines Menschen verlängert wird. Die Verantwortlichen (Ärzte, Angehörige) sollten auf jeden Fall abwägen, ob die Lebensqualität noch gewährleistet ist oder die Prognose zur Heilung gegeben ist. Wenn man jedoch nur Leiden verlängert, dann ist es unverantwortlich, da man den Menschen quält und ihn den Weg zu Gott blockiert. Es ist daher christlich, Menschen von ihrem Leiden zu erlösen, besonders wenn sie bewusst darum bitten. Natürlich sind Angehörige häufig emotional blockiert und dennoch sollten sie Entscheidung fällen, die dem Gequälten die natürliche Erlösung bringt.
Die humanistische Verantwortlichkeit sollte im Rahmen der medizinischen Möglichkeiten, über emotionale und religiöse Standpunkte stehen. Für die Medizin sollte stets gelten, dem Menschen ein würdiges Leben (auch Sterben) zu ermöglichen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Menschen zu heilen, Schmerzen erträglich zu machen und den leidenden Menschen zu einem würdevollen Tod zu verhelfen. Leider führen immer noch religiöse Interpretationen zum Eklat und verhindern das Menschen verantwortlich geholfen wird.
Es ist schon merkwürdig, wie hartnäckig sich gnostische Vorstellungen erhalten haben und wie einige Glaubensgemeinschaften die Bibel interpretieren, obwohl es bibeltextlich dafür keine Basis gibt. Es finden sich aber diverse Heilungsgeschichten, die mit dem Glauben an Gott wirken, aber es finden sich keine Geschichten die eine medizinische Heilung verbieten. Lediglich in der Beziehung zur Geschichte um Kain, warnt die Bibel davor, dass die Folgen von Forschung und Wissenschaft die Menschheit selbst zu tragen hat. Diesbezüglich ist medizinisch abzuwägen, ob die Heilbehandlung Fluch oder Segen bedeutet.

Dialektik von Gut und Böse
In der späteren Philosophie wird der Gedanke von Gut und Böse aufgegriffen und dialektisch betrachtet. Demnach braucht der Mensch das Böse, um Gutes zu erkennen. Die Wechselwirkung von Gut und Böse ist demnach der Entwicklungsmotor des Menschen.
Was ist aber Gut und was Böse? Eine klare Antwort ist nicht möglich, sondern kann nur gesellschaftlich definiert werden. Je nach dem, was die Gesellschaft als Böse betrachtet ist zu ächten und wird zur Grundlage der Rechtsprechung, damit sich das Gute entfalten kann. Doch das angestrebte Ideal ist nicht erreichbar, da es immer wieder neue Abwege des Bösen gibt, die häufig nicht als Böse erkannt werden. So kann mitunter Gutes auch Böses bewirken, auf der Basis einer nachträglichen Analyse.
Mit der Inquisition im Mittelalter, beispielsweise, wollte die Kirche den Einfluss des Teufels bekämpfen, somit wurden die Maßnahmen der Kirche von den Menschen als Gut bewertet. Mit einem veränderten Denken wurde jedoch die Inquisition zum grausamen Unrecht (Böse). Die Betrachtungsweise der Zeit ist somit ein entscheidender Faktor, einer Bewertung in Gut und Böse.
In der heutigen Meinungsflut ist es noch schwerer geworden zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Gerade in unserer medialen Welt neigen wir dazu vorschnell etwas als Böses zu beurteilen, ohne die Hintergründe zu berücksichtigen. Zu schnell lassen wir uns von den Medien und der Politik etwas einreden und entfernen uns von der Objektivität.
Aber gerade in der heutigen Zeit haben wir die Möglichkeit uns zu informieren, um sich der Wahrheit zu nähern. Die Wahrheit ist aber ebenfalls ein kaum erreichbares Ideal, da es die absolute Objektivität nicht gibt. Wir können uns aber der Erkenntnis nähern, ob uns jemand zum Guten oder Bösen dirigieren will. Letztendlich entscheidet unsere Seele, ob wir einen Sachverhalt als Gut oder Böse bewerten. Möglicherweise steht das eigene Meinungsbild kontrovers zur propagierten Meinung. In diesem Fall sollte man prüfen, ob man nicht einen Denkfehler gemacht hat und die Diskussion mit anderen suchen, um sorgsam Argumente auszutauschen. Wenn sich aber die eigene Meinung erhärtet, auf der Basis fundamentierter Argumente, dann sollte man auch dazu stehen. Als Grundregel für Gut und Böses sollte immer stehen, „Böse ist alles, was egoistisch anderen schadet!“

Seelen - Freiheit

Über das Denken (Charakter) steuert die Seele unser Sein. Aber was ist, wenn unser Sein kontrovers zum Umfeld steht? Müssen wir dann unsere Seele Geiseln? Ein atheistischer Mann liebt eine gläubige Frau und nimmt ihr zu liebe den Glauben an,  obwohl er innerlich nicht dazu bereit ist. Um gegen die inneren Widerstände (Seele) anzukämpfen, füllt er sein Denken mit Glaubensinhalten, um die Widerstände zu betäuben. Häufig äußert sich das, nach Außen, in einer überzogenen Gläubigkeit. Doch schon nach kurzer Zeit, drohen ihm verschiedene Szenarien. Mitunter findet die Seele verborgene Berührungspunkte und akzeptiert die Gläubigkeit. Nicht selten führt der Konflikt zwischen Schein und Sein zum psychischen Konflikt, der mit einem Suizid enden könnte.
Häufiger jedoch siegt die Seele und lässt ihn wieder auf Distanz zum Glauben gehen. Wenn daraufhin die Beziehung zerbricht, ist er dann auch noch hochmotiviert und könnte zu einem extremistischen Widersache des Glaubens werden. Die Seele ist der Kern, der sich nicht langfristig unterdrücken lässt. Wer sich aber innerlich verleugnet wird psychisch krank werden. In der Regel verfügen die meisten Menschen über eine humanistische Seele und können sie ausleben, selbst wenn sie nach außen hin manchmal eine Rolle spielen müssen. Doch wenn die Selbstachtung gegeben ist, hat die Seele auch kein
Problem damit jemand anderes zu sein, als der man ist. Gefährlich wird das Ganze, wenn die Seele sich vom Humanismus entfernt, wie bei Kriminellen oder Fanatikern. Die Frage ist dabei, wird ihr respektloses Handeln von der Psyche (Denken) oder der Seele geleitet. Für das Rechtswesen ist das ein Dilemma, da sie  entscheiden sollen, ob ein Straffälliger belehrbar oder unbelehrbar ist. Sollte der Täter eine Gefahr für die Menschheit sein, sollte er demnach keine Bewährungschance erhalten.
Mit Hilfe von Psychologen oder Meditationstechniken könnte man sich der Seele nähern und Straftäter besser beurteilen. Dennoch bleibt das Risiko, da die Seele nicht umfassend erkannt oder verändert werden kann. Fakt ist aber, dass sich die Seele nicht einschnüren lässt.

Egoistischer Antrieb

Im Laufe der Evolution wurde der egoistische Wissensdurst zu einem wichtigen Motor der menschlichen Entwicklung. Daraus haben sich zunehmend die Gier nach Macht, Ehre, Reichtum, Wohlstand und Wissen entwickelt. Dazu gibt es heute genügend Verführungen, die den Egoismus fördern, die besonders die Selbstdarstellung und die Besitzgier prägen. Häufig werden psychologische Erkenntnisse missbraucht, um Macht über andere zu haben oder sie auszubeuten. Egoismus neigt zur Rücksichtslosigkeit und je stärker die Gier zur innerlichen Triebkraft wird, desto mehr sinkt die Fähigkeit zu Lieben. Liebe ist ein starkes kommunikatives Anziehungsgefühl und wird von der Seele als wertvolle Informationsquelle gesehen.
Liebe (nicht Sex) nährt somit die Seele und ist mit dem Glauben einen wichtige mentale Säule, die den Menschen ausmacht. Je stärker die Liebe eine positive Gegenreaktion erhält, desto mehr vergrößert sich das Glücksgefühl. Ein starkes Glücksgefühl kann dann wie ein  Schutzschild, vor äußeren Anfeindungen wirken. Im Gegensatz zur Liebe steht das Leiden und die Seele versucht diesen Zustand irgendwie zu kompensieren, da Leiden dauerhaft Schäden am Grundgerüst verursachen können. Gier, Hass und Gewaltbereitschaft sind dabei Komponenten, die bei erfolgreichen Hand-lungen ein Wohlbefinden erzeugen, können aber dauerhaft kein Glücksgefühl bewirken.
Ein wahrhaftiges Glücksgefühl entspannt nicht nur die Seele, sondern wirkt sich auch zufrieden auf das Bewusstsein aus und dementsprechend arbeiten die Organe im Körper ruhiger. Fühlt sich die Seele wohl, so fühlt sich auch der Körper gesund. Umgekehrt ist das genauso.

Glaubensgefahren

In der heutigen Zeit gibt es diverse Glaubensrichtungen, die bestimmte Aspekte des Glaubens betonen. Speziell, die als Sekten eingestuften Glaubensgemeinschaften, verlangen häufig eine kategorische Glaubenssicht. Mit Hilfe psychologischer Erkenntnisse machen einige religiöse Führer ihre Gläubigen mit Worten zu ihren Werkzeugen. Sie reden den Gläubigen Sünden ein, sodass sie sich schuldig vor Gott fühlen und bereit zur Sühne sind. Mit der Bußbereitschaft werden die Gläubigen zweckorientiert missbraucht. Es wird ihnen nicht nur das Geld aus den Taschen gezogen, sondern sie werden zu einer Meinungsauffassung instrumenta-lisiert. Es wird den Gläubigen suggeriert, wie sie zu Leben und was sie zu Denken haben.
Es ist schwer geworden zwischen berechnenden und wahrhaftigen Predigern zu unterscheiden. Letztendlich bleibt den Menschen nur das Gefühl und die sachliche Analyse. Macht der Prediger einen glaubwürdigen Eindruck und ist das was er sagt, mit realistischen Argumenten belegt? Wenn aber Glaubensführer den Glaubenden bevormunden wollen oder fragwürdige Maßgaben der Buße erteilen, um die Seele zu dressieren oder belehren zu wollen, gilt es hellhörig zu werden und erst recht bei einer bedingungslosen Unterwerfung.
Der Glaubende sollte Glaubenslehren stets kritisch hinterfragen. Ein wahrhaftiger Glaube meint idealistisch in der Welt zu stehen und zu handeln, denn nur so kann man das Böse auf der Welt bekämpfen und im Gottes Sinne handeln. Falsch wäre es mit Frömmigkeit den Zustand der Welt zu ertragen und auf eine spätere Gerechtigkeit (Apokalypse) zu hoffen. Frömmigkeit ist nur dann ein individueller Weg zu Gott, der weltbewusst ein christliches Leben vorlebt, im Sinne der Nachfolge zu Jesus Christus. Wenn Glaubensgemeinschaften allerdings mit Frömmigkeitsregeln die Glaubenden bevormunden, so kann das nicht in Gottes Sinne sein. Leider ist diese bedingungslose Frömmigkeit noch weit verbreitet und ist ein Resultat aus der religiösen Vergangenheit. Meistens wird mit Worten aus der Bibel argumentiert und aus den Zusammenhang gerissen.
Man sollte nie vergessen, dass die Texte der Bibel der Situation der damaligen Zeit Rechnung tragen. Das heißt, für das Christentum heute gilt, den inhaltlichen Sinn der Texte auf die heutige Zeit zu Über-Setzen (zeitrelevant Deuten). Doch viele Glaubensgemeinschaften behaaren auf das Wort in der Bibel oder interpretieren die Bibel und diktieren eine Glaubenssicht/ Frömmigkeit. Aber genau dieses Image einer überzogenen Frömmigkeit hat den Glauben in Verruf gebracht. Stetig steigt die Zahl der Menschen, die den Glauben als hinterwäldlerische Spinnerei betrachten.
Was ist aber der Mensch ohne Glauben, er wäre ein seelenloses Subjekt. Glaube ist dabei vielfältig und meint nicht unbedingt eine Gottheit. Zahlreiche grundlegende Überzeugungen und Lebenseinstellungen sind zu Glaubensformen geworden. Philosophien, wie Sozialismus, Anarchie, Naturalismus sind dabei idealistisch geprägt. Materialistisch ist eher die Familienbande oder die Macht des Geldes.
Glaube definiert sich als ein fundamentiertes Hoffen für die Zukunft, einem idealen Ziel und der Weg zu diesem Ziel wird durch den Glauben motiviert. Die Art des Hoffens basiert und wird geprägt auf der Grundlage des Seins, dem wachsenden Saatkorn der Seele. Interessanterweise gibt es heute eine Reihe von alternativen Denkansätzen, die atheistisch geprägt, moderne Wege (Glauben) versuchen. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass alle Ideen auf religiöse Glaubensgrundsätzen basieren. Und auch alternative Führer neigen dazu, ihren Anhängern einen Weg vorzuschreiben, auch wenn sie von leiten sprechen. Der Unterschied zwischen leiten und steuern, wird somit schnell zu einer Gradwanderung, die in einer Bevormundung abdriftet. So gilt auch für jene Zeitgeistbewegungen, dass sie missbrauch werden können, deshalb sollten sie analytisch hinterfragt werden, damit man sich dann bewusst einer Sache verschreiben kann.  

Die Seele betanken

Ein kritisches Hinterfragen ist in vielerlei Hinsicht notwendig, um sich nicht den äußeren Egoismus auszuliefern. Dennoch sollte auch Vertrauen gewagt werden, gerade wenn es um Beziehungen geht (Freundschaften, Liebe). Besonders die Seele ist hierbei prägend, weil sie in sich das grundsätzliche Gefühl verbirgt. Nicht immer wertet die Seele die äußeren Impulse richtig, aber das Gefühl ist vom Grundcharakter geprägt. Im Gegensatz dazu wertet das denkende Bewusstsein Gefühle rationell und kann sich abrupt ändern, auf der Basis der erhaltenden Informationen. Das heißt, die Seele hält an das gegebene Gefühl des Vertrauens unverrückbar fest (Liebe) und akzeptiert keine gegenteilige Informationen.
Wenn jedoch die äußeren Informationen die Gefühlsargumente aufheben, gesteht sich die Seele das Scheitern eines Gefühls ein. Der Verlust eines Gefühls äußert sich in einem fiktiven Schmerz, der von Mensch zu Mensch verschieden ist und deshalb undefinierbar ist. Zumindest fühlt sich ein Mensch, dessen Gefühl maßlos enttäuscht wurde, krank und zuweilen nicht mehr lebensfähig. Selbstmordgedanken können zur existenziellen Gefahr werden. Zum Selbstschutz erzeugt die Seele ein Hassgefühl als Gegenpol und versucht die Erfahrung der Enttäuschung zu verarbeiten, um die Gefühle zu überarbeitet. Manifestiert sich aber das Gefühl des Scheitern, des Versagens oder der Peinlichkeit und lässt der Seele nicht die benötigte Zeit zur Neufindung ist die Suizidgefahr sehr hoch. Das denkende Bewusstsein reagiert gefühlsmäßig anders und verwertet sofort die aktuellen Informationen. Dabei können falsche Zusammenhänge hergestellt werden oder Argumente idealistisch verfremdet werden. Die rationalen Gefühle sind instabil und können sich stetig ändern und da sie primär sind, können sie auch die seelische Bewertung unterdrücken.
Allerdings können äußere Informationen (z.B.: Tröstungen) der Seele helfen einen Schaden am charakterlichen Grundgerüst oder dem Basisgefühl zu kompensieren oder zu erneuern. Der Unterschied zwischen bewussten und unbewussten Gefühlen ist schwer zu erkennen. Wie erkennt man aber seine Seele?
Es gibt dazu kein Patentrezept, aber man sollte sich die Zeit nehmen in sich zu hören. Was will ich und was nicht? Wann haben Sie das letzte Mal aufrichtig Danke und nicht nur als Floskel gesagt? Wann haben Sie das letzte Mal, mit geschlossenen Augen in der Natur, einfach so richtig tief durchgeatmet und wie fühlte sich das an? Können Sie sich noch an kleinen Dingen in der Natur erfreuen (Eichhörnchen, Blümchen)? Wie wichtig ist ihnen der Preis eines Geschenks oder der Markenname eines gekauften Produkts? Ist nicht manchmal ein Gänseblümchen ideell mehr Wert, als der teuerste Blumenstrauß?
Das Maß der Dinge und die Herzlichkeit sind letztendlich entscheidend, um im Gespräch mit der Seele zu bleiben. Wie man mit Seele spricht, muss jeder für sich selbst herausfinden, weil wir Menschen so verschieden sind. Hilfreich ist es die Augen zu schließen und einfach die Gedanken treiben zu lassen, um die Seele zu fühlen. Es stellen sich automatisch Fragen und achten sie dabei auf das, was für die Seele problematisch ist und für sie rational eigentlich unwichtig. Lassen sie Teufelchen und Engelchen (Für & Wieder) in sich diskutieren und bedenken Sie dabei, dass nur das Engelchen für die Seele spricht.
Hören Sie auf die Signale, was ihnen die Psyche rät und analysieren Sie Sympathie und Antipathie zu anderen Menschen. Mitunter werden sie feststellen, dass der unangenehme Zeitgenosse nebenan auch positive Eigenschaften besitzt. Versuchen Sie stets aufgeschlossen zu anderen Meinungen zu sein, denn sie könnten auch hilfreich für Sie sein.
Der ursprüngliche christliche Weg bietet dazu eine Richtlinie, obwohl das eine oder andere Gebot zeitgemäß zu reformieren ist. Moderne Gesellschaften orientieren sich heute an den humanistischen Grundlinien, der UNO-Charta oder des Grundgesetzes. Doch was nützen die besten Richtlinien, wenn sie nicht der Realität entsprechen? Die humanistische Erkenntnis ist somit ein Ideal, was nie erreicht wird, aber man kann sich ihm nähern. Als Anhaltpunkt für den Weg zum Ideal dienen fundamentierte humanistische Werte. Doch Vorsicht, gerade heutzutage, meinen viele Zeitgenossen, dass sie die richtigen Werte (Erkenntnis) gefunden haben. Besonders die Medien und Politiker propagieren gern eine Meinung, die nicht fundamentiert und realitätsfremd ist. Erkenntnis ist letztendlich ein Prozess, der stetig andauert und an der Realität gemessen werden muss.
Hierzu muss eine Analyse der Zeit stattfinden. Das heißt, die Gegenwart muss umfassend betrachtet werden und dazu sollte eine Rückschau weitere Erkenntnisse bringen, um für die Zukunft ein mögliches funktionierendes Konzept zu entwickeln. Nur mit diesem analytischen Aufwand können wir uns einer konstruktiven Erkenntnis näher. Der richtige Weg zur Erkenntnis führt aber über die Bescheidenheit und Genügsamkeit, sich zu fragen, was brauche ich zum Leben? Somit wäre es Falsch die Wirtschaftlichkeit und den Wohlstand zum Maßstab zu wählen. Wichtig ist die umfassende Verantwortung gegenüber der Welt und meint das ökologische Gleichgewicht und das alle Menschen und Tiere akzeptable Lebensbedingungen haben. Das heißt, die Reichen zu zwingen ihren Reichtum mit den Armen zu teilen, nur dass herzustellen was wirklich gebraucht wird, den Lebensraum der Natur zu vergrößern statt einzuengen und ähnliches.
Nach dem jetzigen Stand der Dinge, ist die Menschheit sehr weit von der Erkenntnis des Ideals entfernt und lässt sich egoistisch von den Widersachern verführen. Und so muss man heute mit kleinen Schritten zufrieden sein, dass Problem ist aber, wir haben keine Zeit. Zurzeit treibt der Mensch zu sehr seine eigene Vernichtung voran.
Im privaten Umfeld kann man jedoch Pionierarbeit leisten und im Prinzip den christlichen Glauben umsetzen. Wenn man den persönlichen Egoismus wiedersteht und versucht ein verantwortliches Leben zu führen, kann die Lebensweise andere motivieren. Wenn dazu Bescheidenheit und Genügsamkeit verinnerlicht werden, lässt sich dauerhaft Glück erfahren, da die Seele nicht von der Gier getrieben wird. Eine zufriedene Seele bewirkt dieses Glücksgefühl und man versteht zugleich was Glaube meint, in Respekt und in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung Gottes zu Leben. 

2. Stationen zur Menschwerdung

1. Grundvoraussetzung: Im Gegensatz zu den meisten Tieren besitzt der Mensch Arme und Beine, die er flexibel einsetzen kann. Mit den Händen kann er greifen, schöpfen, halten oder auch schlagen. Die Glieder kann der Mensch unabhängig voneinander benutzen und ist fähig zum aufrechten Gang. Ohne diese Möglichkeiten wäre eine Entwicklung des Menschen sehr stark begrenzt. In der Tierwelt verfügen nur noch die Affen über ähnliche Voraussetzungen. Für Charles Darwin eröffnete sich 1893 die Erkenntnis, dass Affen und Menschen einen gemeinsamen Vorfahren haben mussten. Die Nachforschungen haben ihn dazu geführt, dass der Mensch von einer Uraffenart abstammt. Seinerzeit löste die Theorie eine Welle der Empörung aus. Nach dem christlichen Glauben wurde der Mensch von Gott geschaffen und konnte deswegen nicht von den primitiven Affen abstammen.
Sachlich wurde die Evolutionstheorie dagegengehalten und belegte zudem, warum sich die heutigen Affenarten nicht weiter entwickeln. Die Affenart aus der der Mensch hervorging befand sich in einer  existenziellen Notsituation und musste das Denken entwickeln, um zu überleben. Die anderen Affenarten brauchten das nicht, da es für sie reichlich Nahrung gab und einfache Möglichkeiten fanden, um sich Gefahren zu entziehen.

2. Instinkte/ Triebe: Auf der Basis der drei Grundtriebe, Ernährung, Fortpflanzung und Selbsterhaltung entwickelte der Mensch sein Denken qualitativ immer weiter. Im Gegensatz zu den anderen Tieren überschritt der Mensch das instinktive Denken und wurde von der gejagten Spezies zum Jäger. Bei unseren nahen Verwandten, den Affen, hat man eine hohe Lernfähigkeit festgestellt. Sie sind auch in der Lage Denkprozesse zu entwickeln und Gefühle zu zeigen. Ihr Manko besteht darin, dass sie über keine kommunikative Sprache verfügen, sich aber wohl über Laute verständigen können. Die Affen brauchten auch keine Sprache, da sie nicht existenziell bedroht waren. Affen fanden stets einen idealen Lebensraum vor, mit einer großen Nahrungsvielfalt und Bäume boten ihnen den nötigen Schutz. Affenarten die auf dem Boden leben mussten waren körperlich stark wehrfähig.
Die Art der Affen, aus denen die Menschenaffen hervorgingen, war ständig bedroht. Vermutlich machte sie, in der Urzeit, ein massiver klimatischer und geologischer Wandel schutzlos in ihrer gewohnten Heimat. Sie waren gezwungen zu denken, um zu Überleben. Einerseits mussten sie ihre Nahrung alternativ ergänzen und andererseits mussten sie ständig auf der Hut sein vor wilden Tieren. Wahrscheinlich wurden jedoch diverse Affenmenschen ein Opfer der Natur, aber jene die überlebten verdankten es ihrer Denkleistung.

3. Stiefkind der Natur: Die Menschenaffen ernährten sich ursprünglich vegetarisch, also Obst und Pflanzen. Um jedoch in der neuen Umgebung zu überleben aßen sie auch Käfer, Würmer oder Spinnen, raubten den Vögeln ihre Eier, jagten Kleintiere (Mäuse, Vögel) oder nagten an den Resten toter Tiere (Aas). Körperliche Defizite wurden zum Entwicklungs-motor des Denkens. Der Affenmensch verfügte über keine besondere Veranlagung, wie andere Tiere, sodass sie gegenüber Raubtieren relativ schutzlos waren. Durch seine körperliche Beschaffenheit war er aber in der Lage Fähigkeiten anderer Tiere zu imitieren (rennen, schwimmen, klettern). Über das Denken gelang es dem Affenmenschen jene Fähigkeiten zu kombinieren, um vor einem Raubtier zu fliehen. Der Zufall stand wahrscheinlich Pate, als der Mensch seine Hände zur Abwehr nutzte. So warf er dem Tiger Sand in die Augen, sodass die Bestie erstmal nichts sah. Später nutzte der Mensch Hilfsmittel, wie Stock oder Keule, zur Verteidigung und fanden heraus, wie man Waffen und Werkzeuge daraus machen konnte.

4. Sprache: Wesentlich für die weitere Entwicklung des Menschen war die Sprache. Die Menschenaffen erkannten, dass man sich in der Gemeinschaft besser vor Gefahren wehren konnte und zudem eine effektivere Nahrungsversorgung möglich war. Ein zunehmendes Problem war die missverständliche Kommunikation. In einen Prozess von mehreren hundert Jahren formten die Menschenaffen aus Lauten Worten und reicherten sie mit zusätzlichen Mitlauten (Konsonanten) an, woraus die Sprache entstand.
Die Sprache baute nicht nur die Verständigung aus, sondern eignete sich dazu Wissen weiter zu geben. Bisher starb das Wissen, mit dem Tod, der ein bestimmtes Wissen besaß. Mit der Sprache konnten Erkenntnisse über Generationen hinweg weitergegeben werden. Das Wissen wurde aber immer Umfangreicher und so begann der Mensch sein Wissen in Zeichnungen Festzuhalten, das wiederum zur Grundlage der Schrift wurde. Zu einer wegweisenden Erkenntnis wurde die Bändigung des Feuers. Wie jedes Tier hatte auch der Mensch Angst vor dem Feuer. Aber die Menschen lernten es das Feuer für sich zu nutzen und über die Sprache, wurde das Feuer machen, zu einer Selbstverständlichkeit. Mit dem Feuer besaß der Mensch ein Mittel, vor das sich jedes Tier fürchtete und damit wurde der Mensch zum Beherrscher der Wildnis.