9.2. Propheten

9. 2. Die prophetischen Bücher

9. F.  Jesaja
9. G.  Jeremia
9. H.  Das Buch der Klagelieder
9. I.   Hesekiel ( Ezechiel )
9. J.  Daniel
9. K.  Die 12 kleinen Propheten ( Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, 
          Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Meleachi)

9.2. Die prophetischen Bücher

Propheten sind im biblischen Sinne Auserwählte, die von Gott direkte Botschaften und Aufträge erhielten. Sie sind Empfänger, Verkünder und Vollstrecker der Worte Gottes und sind teilweise zu Wundertaten befähigt. Speziell sollen sie belehrend das Volk vor den Strafen Gottes warnen und konnten zukünftige Ereignisse voraussehen.

Den Propheten sollten die Priester zur Seite stehen, da sie befähigt waren den Glauben an Gott umzusetzen. Im Gegensatz zu den Propheten mussten sich die Priester ständig mit der Gegenwart auseinandersetzen und den Glauben auf aktuelle Fragen interpretieren. Sie sind die Verkünder des Gotteswillens nach ihrer Sicht der Dinge und waren ebenfalls befähigt Prognosen für zukünftige Ereignisse zu geben. In den alten Kulturen arrangierten sich häufig Priester mit den Herrschenden und strebten eine gemeinsame Gesellschaftspolitik an. Das führte dazu, dass sich das Volk nicht verstanden fühlte und Missstände nicht beseitigt wurden. Im Altertum waren deshalb Propheten weit verbreitet, weil sie kontrovers die Missstände benannten, vermeintliche Ursachen erkannten und die Herrschende zwangsläufig kritisierten. Sie schufen die geistige Grundlage für den Widerstand, ohne selbst Revolutionär zu sein und beriefen sich dabei auf Gott.
Je nach ihrem Status und der Staatsfunktion, erwarben sich auch einige Weise zu Lebzeiten die Ehre als Prophet gesehen zu werden, deren Namen in Schriften fixiert wurden. Wer aber letztendlich als wahrer Prophet verehrt wurden, entschieden im Nachhinein die Schriftge-lehrten. Sie hatte auch den Vorteil, dass sie die Prophezeiungen aufgrund der Warnungen der Propheten zu spüren bekamen. Allerdings belegen die zahlreichen Schriften auch, dass das Volk oder der König nicht auf die Warnungen und Weissagungen der Propheten, zu deren Lebzeiten, hörten. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass es einige weise Seher gab und der Begriff Prophet ein sehr dehnbarer Begriff war, demzufolge war nicht klar, wer ein echter und wer ein falscher Prophet war. In der Regel wurden die weisen Männer als Propheten verehrt, deren Argumentation und Überzeugungskraft am Größten war. Dennoch blieb die Verunsicherung, zumal kein Prophet glaubhaft nachweisen konnte, von Gott berufen zu sein.
Aber in ihrer Kritik der Konflikt zu den Priestern und Herrschern vorprogrammiert und das Volk wandte sich von ihnen ab, da sie keine befriedigenden Lösungen anboten. Dazu kam, dass sich die Priester nicht gern belehren ließen und schon gar nicht von irgendwelchen Besserwissern, denn die Priester sahen sich als Gottes Verkünder. Sie billigten dann auch, dass die Propheten von den Regenten schnell als Unruhestifter und Provokateure verfolgt wurden.
In allen antiken Kulturen war die Bezeichnung Prophet nur dann ein Ehrenbegriff, wenn die Voraussagen (Prophezeiungen) wohlwollend gegenüber der Herrschaft waren. Besonders Angesehen waren sie, wenn sich Voraussagen kurzfristig erfüllten und auf dieser Basis, wurden auch unangenehme Voraussagen von Propheten ernst genommen. Aber in der Regel gab es zu viele Seher, die sich Propheten nannten und immer wieder gab es auch Herrscher, die sich vom Auftreten (Werben, Publicity) beeindrucken ließen. Für den biblischen Rahmen hoben, wie gesagt, die Schriftgelehrten weise Personen zum Propheten. Der Begriff wurde zum Ehrentitel, weil die besagte Person angeblich von Gott berufen wurden. Ob es namentlich die erwähnten biblischen Propheten überhaupt gegeben hat, ist fraglich, da keine verlässliche Lebensdaten (Geburt/Tod) nachweisbar sind.
Für den biblischen Stil wurde es aber unerlässlich, die Bedeutung von Propheten über ihr angebliches reales Wirken zu heben. Sie wurden im Schriftwerk zum Dreh- und Angelpunkt um Gottes handeln zu verstehen. So wurde über die Propheten erklärt, warum die Reiche Israel und Juda untergingen. Obwohl auch ohne religiöse Prophetie, zeichnete sich ab, dass die Politik der Könige eine Invasion der Großmacht herausforderte.
Die prophetischen Bücher verstehen sich als religiöse Sicht der historischen Ereignisse und fundamentieren Gottes Zuspruch. In ihrer Grundaussagen bewirkten die Sünden des Volkes eine selbstverursachte Strafe, dennoch ist Gott bei seinem Volk und ist bereit einem neuen Bund mit seinem Volk einzugehen. Das Gottesvolk soll sich aber bewähren und auf den Messias warten, der das Volk in seine angestammte Position erheben wird. Um diesen Kerngedanken mit Argumenten zu füllen dienen die prophetischen Bücher. Sie beleuchten Gottes Taten und sollen Gottes Liebe zu den Menschen bezeugen. In den Werken der großen Propheten finden sich umfangreiche Prophezeiungen und zentrale Botschaften. Sie beleuchten dass Gott Herr der Geschichte ist, analysieren Glauben und Handeln, stellen das Gericht Gottes als Hoffnung dar, verweisen auf die Versöhnung mit Gott, damit das messianische Königreich entstehen kann.
Stilistisch sind prophetische Worte in lyrischer Form verfasst worden und Geschichten in Prosaformat. Geschichten beleuchten das Wirken von Propheten, stellen historische Bezüge dar oder berichten von Gottes handeln.
Abschließend sein angemerkt, dass keines der Bücher von einem Propheten verfasst worden ist, sondern von Schriftgelehrte, die mit den Büchern Propheten ehren wollten und ihnen im Nachhinein ein bestimmtes Wirken nachsagten. Vermutlich wurden die prophetischen Schriften um 200 v. Chr. schriftlich fixiert (überarbeitet, korrigiert). Nachfolgend sind die bedeutendsten Propheten aufgelistet, nach ihrem vermeintlichen Wirken. Die Zahlenangaben verstehen sich nur als Richtlinie und beziehen sich dabei auf historische Anhaltspunkte. Speziell bei den kleinen Propheten ist lediglich eine Schätzung des Wirken/der Schrift möglich (um Zahl).

Die wichtigsten biblischen Propheten ab der Königszeit 
Samuel                      (1020 -1000) Jesaja                        (738 – 701) Hesikiel                       (600 - 550)
Nathan                         (970 - 960) Micha                        (721 – 701) Odadja                          (um 580)
Elia                              (860 - 850) Zephanja                   (622 – 612) Haggai                           (um 520)
Elisa                             (850 - 840) Nahum                       (620 – 610) Sacharja                        (um 520)
Joel                               ( um 840) Jona                            (um 610) Maleachi                        (um 470)
Amos                           (760 - 750) Habakuk                    (um 610) Daniel                             (um 165)
Hosea                          (750 – 725) Jeremia                      (627 – 587) Die Propheten von und nach der Exilzeit
Alle Zahlenangaben = vor Christus, also dem Jahre 0 !!!
Propheten der glorreichen Königszeit  Propheten wirkten bis zum Ende Israels Propheten wirkten bis zum Ende Judas

 

9. F.  Jesaja

Das Buch Jesaja ist das wichtigste prophetische Buch im Hinblick auf das Neue Testament. Hier werden umfangreiche Visionen beschrieben, die als Rechtfertigung für Jesus gelten, der wahre Messias zu sein. Das Werk unterteilt sich in drei Teilen.

1. Teil: Kap. 1 bis 39: - befasst sich mit Jesaja, der um 740 bis 700 in Juda gewirkt hat
2. Teil: Kap. 40 bis 55: - Einschübe von unbekannten Propheten = Deutero-Jesaja
3. Teil: Kap. 56 bis 66: - weiter Einschübe von unbekannten Propheten = Trito-Jesaja

1. Teil: Jesaja
Der erste Teil enthält kurze biografische Details, die sich darauf beschränken, dass er ver-heiratet war, zwei oder drei Kinder hatte und nach König Usias (Asarja) Tod (736 v.Chr.) zum Propheten berufen wurde. Sein Status wurde von Tempelpriestern und vom Königshaus anerkannt, dennoch ließ sich König Ahab nicht auf den rechten Weg leiten. Erst unter König Hiskia stieg sein Einfluss, zumal auf Jesajas Worte hin, das Belagerte Jerusalem auf Gott vertraute und das assyrische Heer vernichtet wurde. Den Kern des Buches bilden die prophetischen Sprüche und Weissagungen.

Kap. 1 bis 5: Gericht über Juda und Jerusalem
Der lyrischen Text berichtet über Gottes Anklage gegen das abtrünnige Volk und sein Gericht zur Läuterung (Bekehrung) Jerusalems. Jesaja sieht einen Frieden voraus, dass alle Völker in Jerusalem („Tochter Zion“) ihr Heil finden können, wenn sie sich zu Gott bekennen und ihren Sünden abschwören. Im Gleichnis vom unfruchtbaren Weinberg prangert Jesaja Stolz, Luxus, Trunkenheit und Ungerechtigkeiten an (machen die Trauben sauer). Abschließend folgt ein Prosatext, der Jesajas Berufung zum Propheten belegt.

Kap. 6 bis 12: Jesajas Wirken in der Anfangszeit
Geprägt ist der Text von der Auseinandersetzung mit dem abtrünnigen König Ahas. Jesaja versucht Ahas zum Glauben zurückzuführen und ist bereit ein Zeichen Gottes zu bewirken. Doch Ahas weist Jesaja ab und schließt ein folgenschweres Bündnis mit Assyrien, um die Angriffe der Kleinreiche abzuwehren, statt auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Schließlich folgt Gottes Strafe, doch Jesaja verkündet Hoffnung für die Zukunft: „Denn es wird ein Kind geboren … und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“ (Jes. 9,1-6). Noch härter kündigt Jesaja ein Strafgericht über Israel durch Assyrien an. Doch zugleich betont Jesaja, dass auch Hochmut Assyriens nicht ungestraft bleiben wird. Und wieder wechselt der Prophet in die Zukunft und umschreibt seine Vision vom Friedens-reich und dem Messias, der alles Böse auslöschen wird. Am Ende steht ein Danklied für Gott.

Kap. 13 bis 23: Das Gericht über die Völker
Weissagungen über ausländische Mächte in Bezug zu unterschiedlichen Zeiten, gegenüber Babylon, Assyrien, den Philistern, den Moabitern, gegen Damaskus (= Aram, syrischer Klein-staatenbund), Kusch (Äthiopien), Ägypten, Edom und Arabien. Jesaja sieht allerdings auch die Belagerung Jerusalems voraus und sieht zum Schluss die Vernichtung der Städte Tyrus und Sidon (bedeutende phönizische Handelsstädte für Israel) kommen.

Kap. 24 bis 27: Weltgericht und Erlösung Israels (Jesaja-Apokalypse)
Die lyrische Schrift beinhaltet das zukünftige Gottesgericht über die Erde, dem sich das Danklied der Erlösten anschließt. Jesaja prophezeit ein großes Freudenmahl, an dem alle Völker teilnehmen werden und in einem Jubellied Gott preisen werden. Gottes Gericht über die Welt wird mit der Auferweckung des abtrünnigen Volkes Israel einhergehen, es wird wird von seinen Sünden erlöst werden und zum rechten Weg mit Juda finden. 

Kap. 28 bis 33: Prophetensprüche an das Volk
Jesaja klagt die Führer (Könige) von Samaria an und ermahnt alle (auch Juda) nicht an Kult- mahlzeiten (Baal) teilzunehmen. Er kritisiert schlechte Ratgeber und erklärt es am Gleichnis von Gottes weisen Rat. Die Belagerung und Errettung Jerusalems wird angekündigt, die der Verblendung des Volkes zugrunde liegt, aber durch ihre Wandlung gerettet wird. Jesaja warnt vor Ägyptens Versprechungen (Hilfe) und gegen die Verächter von Gottes Wort. Jesaja unterstreicht das nur Gott seinem Volk Helfen und die angreifenden Assyrer bestrafen wird. Und im Vertrauen auf Gott wird ein zukünftiges Reich der Gerechtigkeit entstehen, doch der Weg dahin wird nicht einfach sein. So wird er zunächst Zion retten. (Zion= s. S. 194;  allgemein = Tempel, Gotteswohnung/ Tochter Zion= Tempelstadt, Jerusalem). 

Kap. 34 und 35: Gericht und Heil (Ende des Buches Jesaja)
Zum Schluss verkündet Gott sein Gericht über die Völker und erwähnt besonders Edom, dem eigentlichen Brudervolk (Esau), das sich gegenüber dem Gottesvolk (Jakob) feindlich verhielt. Zukunftsweisend beschreibt Jesaja erneut die kommende Heilszeit, in der das alte vernichtet wird und der Neuschöpfung Platz macht.

Kap. 36 bis 39:  Geschichtlicher Anhang
Der Prosatext beschreibt die Belagerung Jerusalem durch die Assyrer und die wunderbare Rettung durch Gott. Der assyrische König Sanherib wird daraufhin von seinen Söhnen er-schlagen und lösen eine Reichskrise aus. König Hiskia von Juda wurde aber krank und Gott heilte ihn, worauf Hiskia ein Danklied sang. Schließlich kamen Gesandte aus Babylon und wollte Juda zum Bund gegen Assyrien und Jesaja warnte den König, dass Babylon nur an die Stelle von Assyrien rückt und ebenso Jerusalem bedrohen wird.

2. Teil: Deutero – Jesaja
Unbekannte Verfasser schließen an Jesajas Gedanken an und machen erneut die Bedrohung von Jerusalem zum Thema. Zirka 150 Jahre später blicken die Autoren auf die Zerstörung Jerusalems zurück, durch Babylon, vor denen Jesaja gewarnt hatte. Aber wie die Assyrer, werden auch die Babylonier bestraft, in diesem Fall durch die Perser.
Wichtiger als der historische Fall von Jerusalem, werden Zukunftsprophezeiungen Jesajas thematisiert, bei denen Gottes Verheißungen sich mehr und mehr erfüllen. Das künftige Reich Gottes wird kommen, in dem alles erneuert wird. Gott hat das sündige Jerusalem verlassen und der Vernichtung preis gegeben und unterstützt kein irdisches Königreich, deren Regenten versagt haben, also muss ein Gottesreich entstehen und das Volk kann wählen, ob es in einem neuen Bund zu Gott hält und sich in der Gesetzestreue bewähren wird. In diesem Sinne sollen die Kapitel eine Leitlinie sein und das Volk auf den richtigen Weg führen.

Überschriften/ Inhalt
40: Von Gottes Schöpfermacht / eine Botschaft des Trostes
41: Die Völkerwelt vor Gericht / Die Zusage von Gottes Hilfe
42: Gottes Knecht / Ein Neues Heilslied / Der Herrn als Wegbereiter / Taube und Blinde
43: Israels Erlösung / Israels Zeugenamt / Wie Gott sein Volk aus Babel führt / Gott tilgt Israels Sünden / Gottes Liebe und Fürsorge
44: Das neue Israel / Vom Ersten und vom Letzten Gott / Über die Götzenbildner / Der Aufruf zur Umkehr zum wahren Glauben /
      Cyrus (Perserkönig) als Gottes Werkzeug

45: König Cyrus / Gegen die Vermessenen in Israel / die Herrlichkeit Gottes für alle Völker
46: Der wahrhaftige Rettergott wird das stolze Babylon zum fallen bringen
47: Das Gericht über Babylon
48: Zu Ehren Gottes wegen seiner Liebe und Geduld mit dem treulosen Israel
49. Gottes Knecht – 2. Teil / Zion Jerusalem und die Wiederherstellung (Tempel)
50. Der Scheidebrief - Vergleich / Gottes Knecht – 3. Teil
51. Gottes Heil und Gerechtigkeit / Mahnung zum Aufwachen, sich bekennen
52. Gottes Heimkehr und der erneute Auszug / das Leiden Israels hat ein Ende
53. Gottes Knecht – 4. Teil
54. Die neue Gnadenzeit / der Trost für die Verschleppten
55. Gottesgnadenbund / der neue Bund mit Gott

3. Teil: Trito – Jesaja

Die unbekannten Autoren der letzten Kapitel wirkten in der Perser-Zeit und widmen sich thematisch Jerusalem, mit dem Schwerpunkt Wiederaufbau des Tempels. Sie nehmen teilweise Bezug auf die bisherigen Kapitel (Jesaja) und berichten vom Aufbau der neuen Kultgemeinde in Jerusalem und orientieren auf die zukünftige Heilszeit.

Überschriften/ Inhalt
56. Die neue Gemeinde soll offen sein für alle Völker, die sich zu Gott bekennen
57. Über die Pflichtvergessenen und Abtrünnigen und Gottes heil und Frieden
58. Fasten und Sabbatgebot in Bezug der bisherigen Sünden
59. Mit der prophetische Liturgie bekennt das Volk reumütig seine Verderbtheit
60. Die Heilsankündigung durch die zukünftige Herrlichkeit Zions (Tempel)
61. Über Zion soll die Heilsbotschaft alle erreichen, wenn sie Gottes Knecht werden
62. Der Tag des zukünftigen Heils ist nahe, auf dem man vorbereitet sein soll
63 + 64. Endgericht über das Brudervolk Edom, dass zum Feind Israels wurde / dem sich
 
     ein Volksklagelied anschließt und Gottes frühere Heilstaten lobt und Israels Sünden rügt
65 + 66. Heil und Verderben in der Endzeit, als Gottes Antwort auf die neue Schöpfung,
 
      mit der Ankündigung die Frommen beim Endgericht zu retten

 

9. G.  Jeremia

Jeremia wirkte von 626 v. Chr. bis 585 v. Chr., in der Endphase der Könige Judas. Auch er klagte die Sünden des Volkes Judäa an und forderte die sofortige Umkehr und Buße zu Gott, damit das Strafgericht Gottes Judäa verschone. Das Aufkündigen der Treue zu Babylon sah er als großen Fehler an und prophezeite den Untergang Judas sowie die Zerstörung von Jerusalem und dem Tempel. Der Priester Jeremia stieß auf Ablehnung bei den Herrschenden und so wurde er nach Ägypten verschleppt, wo er vermutlich 580 v. Chr. gesteinigt wurde. Das Buch zeichnet ein lebendiges Bild der politischen und sozialen Verhältnisse im Lande. Neben der Aufforderung zur Buße enthält das Buch ermutigende Worte für das Volk. Auch Jeremia spricht vom künftigen Gottesreich und kündigt ein Strafgericht über die Völker an, die Judäa peinigen oder gepeinigt haben.
Das Buch entstand zeitgleich mit dem deuteronomistischen Geschichtswerk (um 500 v.Chr.). Sie schöpften vermutlich aus Dokumente, die eventuell von Jeremia stammten, aber mehrheitlich vom Schriftgelehrten/ Sekretär Baruch erhalten wurden. Es wird angenommen, dass Jeremia seine Gedanken Baruch diktierte.

Gliederung:
  1 - 25: Berufung Jeremias und die Gerichtsworte über Juda und Jerusalem
26 - 29: Die Leidensgeschichte von Jeremia – Teil 1
30 - 33: Heilsweissagungen für Israel und Judäa
34 - 45: Die Leidensgeschichte von Jeremia – Teil 2
46 - 51: Weissagungen über die Fremdvölker
52:         Geschichtlicher Anhang

Inhalt:
 1. Berufung Jeremias durch Gott
 2. Über die unbegreifliche Treulosigkeit des Volkes und deren bösen Folgen
 3. Schuldspruch über Israel und Juda und Aufforderung zur Umkehr
 4. Die Prophezeiungen der nahenden Katastrophe
 5. Aber dem Volk kann nicht mehr vergeben werden, das Land ist verrottet
 6. Das wohlverdiente Gericht in Form einer Kriegserklärung
 7. Die Tempelrede, die sich vor allem gegen die falschen angebeteten Götter richtet
 8. Zeilen gegen das verblendete Volk und seine Verführer und die Trauer des Propheten
 9. Die Verdorbenheit des Volkes und die Aufforderung zur Klage
10. Über die toten Götzen und dem lebendigen Gott
11. Der Bundesbruch des Volkes und das Gericht Gottes / Anschlag auf Jeremia
12. Das Glück der gottlosen und die Klage über das Land und die Nachbarvölker
13. Gleichnis von gefüllten Weinkrügen und dem verdorbenen Gürtel
14. Vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot
15. Klage des Propheten über sein Amt und Gottes Zusage / Jeremia leidet
16. Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichtes
17. Judas Sünde und Strafe und Hoffnung für die Hoffnungslosen / Weisheitssprüche
18. Gleichnis vom Töpfer / Der unbegreifliche Abfall und Gebet gegen die Feinde
19. Misshandlung Jeremias durch Paschhur (Oberpriester) und der zerbrochene Krug
20. Die Last des Prophetenamts (Klagelied)
21. Jeremia kündigt König Zedekia die Zerstörung Jerusalems an
22. Worte gegen den Königspalast und Warnungen an König Jojakim
23. Scharfe Kritik und Worte der Hoffnung für die Zukunft / gegen die falschen Proheten
24. Vision von den zwei Feigenkörben
25. Die bevorstehende Invasion Babylons, als Gottes Gericht über Judäa
26. Folgen der Tempelrede, Jeremia vor Gericht und Hinrichtung des Propheten Uria
27. Jeremias fordert Judäas Unterwerfung vor Babylon und wendet die 1. Invasion ab
28. Streit zwischen Jeremia und Hananja über Babylons Macht und Schwäche
29. Jeremias Brief an die ersten Weggeführten in Babylon (Rückkehr und Zuversicht)
30. Jeremia erinnert an den alten Bund Gottes, dem nun ein neuer Bund folgen wird
31. Verheißungen und Prophezeiungen für den neuen Bund / angesichts der 2. Invasion
32. Symbolischer Ackerkauf als Akt des Fortbestehens, auch wenn Jerusalem fällt
33. Weissagung über das Wiederherstellen von Jerusalem zu einem neuen Gottesreich
34. König Zedekia bricht mehrmals sein Wort (Kapitulation, Sklavenfreilassung)
35. Heilsworte und dem wollgefälligen Beispiel des Gehorsams der Rechabiter
36. Die Schriftrolle des Sekretärs Baruchs, über die verbrannte Schriftrolle Jeremias
37. Jeremia warnt König Zedekia, worauf der Prophet eingesperrt wird
38. Im Kerker dem Tode nahe, wird Jeremia durch den Ägypter Ebed-Melech gerettet
39. Jerusalem wird eingenommen und Jeremia wird durch Babylon rehabilitiert
40. Der babylonische Stadthalter Gedalja wird ermordet und Vergeltung droht
41. Viele der restlichen Juden sind entschlossen nach Ägypten zu fliehen
42. Jeremia warnt eindringlich vor der Auswanderung und sollten Gott vertrauen
43. Jeremia wird nach Ägypten verschleppt, sagt dabei die Eroberung Ägyptens voraus
44. Der Prophet warnt davor die ägyptischen Gottheiten anzubeten
45. Ein Wort des Versprechens für Baruch
46. Weissagung gegen Ägypten und der bevorstehenden Invasion Babylons
47. - 49.  Weissagungen gegen die Völker der Philister, der Moabiter, der Ammoniter, gegen
         
      Edom, Elam und die Stadt Damaskus und gegen die arabischen Stämme
50. + 51. Weissagung vom Untergang Babylons und der Erlösung Israels
52. Vom Fall Jerusalems und der Begnadigung von Jojachins

 

9. H. Die Klagelieder Jeremias

In 5 Kapiteln wird lyrisch noch einmal der Untergang von Judäa und Jerusalem beklagt.
1. Jerusalem klagt und fleht um Hilfe
2. Klage über die Verwüstungen Judas und Jerusalems
3. Klage und Trost eines Leidenden
4. Zions Elend und Schmach
5. Gebete des Volkes in seiner tiefsten Erniedrigung

 

9. I.  Hesekiel (Ezechiel) 

Hesekiel wirkte in der Zeit von 600 bis 560 v.Chr., zuvor ging er mit König Jojachin ins Exil und wurde dort Priester. Er wurde von Gott persönlich berufen, der sich ihm zeigte. Unter diesem Eindruck sah er Gottes Herrlichkeit und sein Gericht als unvermeidlich an. Hesekiel blickte euphorisch in die Zukunft und mit dem neuen Tempel und einem neuen Bund sah er das künftige Gottesreich kommen. Allerdings forderte er dazu die Gehorsamkeit und Treue des Volkes zu Gott. Diesbezüglich begriff er sich als Wachposten, der vor Gefahren warnte, betonte die Verantwortung des Einzelnen und war ein Visionär in seiner Hingabe zu Gott.
Das Buch hat einen ungewöhnlich hohen Prosa Anteil und stellt den Fall Jerusalems ins Zentrum, worauf sich seine Prophezeiungen zur Apokalypse begründen. Auch dieses Buch wurde nicht vom Propheten selbst verfasst, sondern Dokumente über ihn (vielleicht auch einige eigene Belege), wurden später zu einem Buch zusammengestellt.
In der Berufung zum Propheten (Kapitel 1,4 -28) wird ausführlich über Gottes Thronwagen berichtet, der auf der Erde landete und Hesekiel somit Gott persönlich gegenüberstand. Kein Text der Bibel beschäftigt seitdem die Gelehrten (Theologie/Wissenschaft) so sehr, wie diese Beschreibung, von der Landung des Herrn, mit einem lärmenden Monstrum (Maschine),  um eine überzeugende Auslegung/Erklärung zu finden. Zu viele Fragen sind deshalb mit dem Text verbunden. Letztlich hat sich eine atheistische Betrachtungsweise (über Erich von Däniken) verbreitet, die in der Darstellung von Hesekiel, eine Landung (Raumschiff) von Außerirdischen beschrieben sehen. Um dieser Behauptung entgegenzutreten, versucht die Theologie, den Text als hellenistisch geprägten Einschub zu werten. In Anlehnung an die griechische Mythologie (Zeus), wollten die jüdischen Schriftgelehrten ihrem Gott, einen ebenso imposanten Auftritt auf der Erde nachweisen. Für die beiden favorisierten Meinungen gibt es jeweils Argumente dafür und dagegen. Das Problem dabei ist, dass die menschliche Vorstellungskraft begrenzt ist und man wenigstens ein reales Detail benötigt, um eine solche fantastisch glaubwürdige Beschreibung entwickeln zu können.

Gliederung:
 1 –   3:  Berufung von Hesekiel
 4 – 24:  Gottes Gericht über Juda
25 – 32: Gottes Gericht über die Völker
33 – 37: Der Fall von Jerusalem und Gottes Zusagen (Visionen)
38 – 39: Weissagungen gegen Gog
40 – 48: Ein neues Jerusalem / Die Vision des Tempels

Inhalt
1. Gott erscheint Hesekiel und landet mit seinem Thronwagen
2 + 3. Der Auftrag Gottes und das Amt als Wächter (vor den Sünden)
4. Gleichnis von der Belagerung Jerusalems
5. Gleichnis zur Sünde Judas, die die Belagerung verursachte
6. Gericht über die sündhaften Heiligtümer auf den Hügeln
7. Das nahende Ende, weil das Volk fremde Götzen nachläuft
8. Gottes ärger über den Götzendienst im Tempel (seinem Haus)
9. Vision von der Heimsuchung Judas, weil sich das Volk von Gott abwendete
10. Gott plant Jerusalem zu verlassen und wird von seinem Thronwagen abgeholt
11. Gottes Gericht über die Obersten und Verheißung für die Wegeführten
12. Hesekiel soll die Stadt verlassen, da das Strafgericht Gottes nun folgen wird
13. Worte über die falschen Propheten, die das Volk in die Irre führen
14. Gott bekräftigt, dass er die Gottlosen gnadenlos bestrafen wird
15. Das Gleichnis vom unnützen Rebholz (Weinstock)
16. Vergleich von Jerusalem mit einer treulosen Frau
17. Gleichnis von den Adlern und dem Weinstock (meint Zedekias Bundbruch)
18. Von der Freiheit zur Umkehr, die Möglichkeit für jeden Einzelnen
19. Klagegleichnis über die Löwenmutter und die Reben (Ende des Könighauses)
20. Geschichtliche Rückbesinnung an den Ungehorsam beim Auszug aus Ägypten
21. Beschreibung des Gerichtes mit Feuer und Schwert 
22. Jerusalem wird angeklagt und Babylon wird Gottes Schwert sein
23. Das Gleichnis von den zwei Schwestern (Israel und Judäa)
24. Jerusalem wird belagert und Hesekiels Frau stirbt
25. – 32: Gericht über die Völker, die sich am Volk Juda versündigt haben und hatten Fünf Sprüche gegen die Nachbarvölker
               (Ammon, Moab, Edom, Philista) - - - Untergang
von Tyrus (der Hochmut der Fürsten) - - - Worte gegen Sidon - - -
               Gericht über Ägypten
und seine Herrscher (Pharao), das Krokodil der Meere 
33. Hesekiel der Wächter nach dem Fall Jerusalems, zur Umkehr und Buße zu Gott
34. Gleichnis von schlechten und rechten Hirten
35. Weissagungen gegen Edom
36. Vision von der Rückkehr der Vertriebenen in die Heimat
37. Vision von den Totengebeinen, der Auferweckung des toten Israels
38. + 39. Weissagung und Vision über die Invasion der Gog und deren Untergang. Gog bezeichnet die barbarischen Nordvölker
               aus dem Kaukasus-Gebiet. Später werden die
fiktiven Völker Gog und Magog als Handlangern des Teufels gesehen 
               und spielen bei 
einigen apokalyptischen Vorstellungen eine große Rolle. Eine Mauer hält sie danach ab, in das
              Menschenreich einzufallen, aber laut Hesekiel werden sie kommen und der
Messias wird die Menschen retten,
               wenn sie dazu bereit sind.

40. – 48. Ein neues Jerusalem / Die Vision des Tempels / Die Vision/ Eingebung von Gottes neuen Tempel in Jerusalem, mit
              den Abmessungen, den
Anbauten, der Gestaltung der Umgebung und der Innenausstattung des Tempels. Vision vom 
              Einzug Gottes in den Tempel und über die Einweihung des Brandopferaltars. Dabei verkündet Hesekiel Gottes Wunsch
              über die Leviten und Priester, deren Landzuweisungen, sowie den Anordnungen über das rechte Maß der Abgaben und die
             großen Feiern und weiteren Vorschriften. Zudem verkündet der Prophet die neue Landverteilung der zwölf Stämme und
              Festlegungen zum Benennen der Stadttore Jerusalems.  

 

9. J.  Daniel   

Daniel gehörte zu den reicheren Deportierten, der zusammen mit König Jojakim, um 605 v. Chr., nach Babylon kam. Bekleidete am Hofe Babylons ein höheres Amt und ernannte sich selbst zum Propheten, durch seine Fähigkeit der Traumdeutung und der Unterstützung seiner drei Freunde Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er wirkte bis 537 v. Chr. und starb vermutlich mit 90 Jahren, zur Zeit des Perserkönigs Kyros.
Das Buch stammt nicht von ihm, sondern wurde von Autoren im 2. Jh. v. Chr. erstellt, aus einem Mix von Überlieferungen und Texten, die ihm zugeordnet wurden. Das Buch soll deutlich machen, dass Gott über die gesamte Welt herrscht, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Er ermannt die Gläubigen fest im Glauben zu stehen, auch wenn viele Feinde die Festigkeit im Glauben auf eine harte Probe stellen, so wird Gott, über kurz oder lang, die Feinde der Gläubigen vernichten.
Anzumerken sei, dass die Juden Daniel nicht zum Propheten zählen, da er keinen Kontakt mit Gott hatte und nicht zu seiner Generation spricht, sondern visionär zur folgenden Mensch-heit. Eben wegen der Visionen ist das Buch apokalyptisch geprägt.

Kapitel 1-6: Am Babylonischen Hof
Daniels Erziehung und seine Freunde am Hof (1). Nebukadnezars Traum von den vier Welt- reichen (2). Von den drei Männern im Feuerofen, nachdem der babylonische König ein Stand-bild errichten ließ (3). Nebukadnezars ausbrechende Depressionen führen ihn zu Wahnvor-stellungen (4). Kronprinz Belsazers erschreckt Nebukadnezar unabsichtlich mit seinem Gastmahl (5). Daniel in der Löwengrube: Feinde am Hofe sorgen dafür, dass Daniel in die Löwengrube geworfen wird, doch die Tiere tun ihm nichts. Daraufhin lässt der König den Gott der Juden ehren und Daniel wurde große Ehre zu teil.

Kapitel 7 – 12: Daniels Visionen
Vision von den vier Tieren und dem Menschensohn (7). Vision vom Widder und Ziegenbock (8). Das Bußgebet und das Geheimnis der 70 Jahre (9). Vorbereitung und Empfang einer letzten Offenbarung und Versiegelung des Buches/ oder auch Daniel und der Engel (10+11). Der Kampf um die Macht in der persischen - griechischen Epoche und die Erlösung (12).

 

9. K.  Die  12 kleinen Propheten   

Hosea: Wirkte um 750 bis 722 v. Chr. im Nordreich vor dem Fall von Samaria. Seine eigene Liebes- und Leidensgeschichte verknüpft er mit der Geschichte des Reiches Israel.

1. Hoseas Ehe überträgt er als Zeichen für die Untreue Israels. 2. Die untreue seiner Frau setzt Hosea mit der untreue des Landes gleich und betont, dass Gott dennoch zu seinem Volk hält. 3. Gottes Langmut räumt seinem Volk eine zweite Chance ein. 4. Es folgt die öffentliche Anklage Gottes über Hosea: Strafrede gegen die Priester und den Hurengeist im Gottesdienst (4.); die Rechtsbelehrung deckt die Schuld Israels auf und beklagt den Bruderkrieg zwischen Israel und Juda (5.); Klage über den unaufrichtigen Kurswechsel (6.); die Anklagen gegenüber den Priestern und den Königen (7.); ohne Gottvertrauen suchten sie Hilfe bei fremden Völkern und fremden Göttern (8.); alles in allem, beweist es Israels Undank gegenüber Gottes Wohltaten (9.). 10. Gericht über das Königtum und den Götzendienst, wegen der Missachtung Gottes. 11. Dennoch wird Gottes Liebe da sein, wie zu einem Kind, das erzogen werden muss. 12. Der Prophet erinnert an die Sünden in der Geschichte und die jetzige Schmach. 13. Vision von der Vernichtung Samarias. 14. Und das Heilsangebot zur Umkehr.

Joel: Das Wirken des Propheten ist nicht nachweisbar und der Text der Schrift ist zu allgemein und könnte sich auf den Untergang beider Reiche beziehen. Inhaltlich ist die Schrift ein Aufruf zur Buße und könnte im 4. Jh. v. Chr. als Buch entstanden sein.

1. Sinnbild über die Heuschreckenplage, die das Land verwüstet. 2. Die Warnung vor Gottes Gericht und die Rückkehr zu Gott durch Buße. 3. Die Gnadenszusage Gottes, der seinen Geist über das reuende Volk ausgießen wird. 4. Vision vom zukünftigen Gottesgericht, wo er die Völker der Welt zur Rechenschaft ziehen wird.

 Amos: Der Schafzüchter wurde zum Propheten berufen und wirkte vermutlich um 760–750 v. Chr., zur Zeit König Jerobeams in Israel.

1 + 2. Gottes Gericht über die Nachbarvölker und Israel. 3. Ankündigung des Gerichtes über Samaria, denn ein Erwählter sein (König Jerobeam), schützt nicht vor dem Gericht, wenn man sündigt. 4. Worte gegen die schwelgerischen Frauen, die missachten Weisungen. 5. Klagelied gegen die Unterdrücker und das Wort, dass nicht die Opfergaben zu Gott führen, sondern die gelebte Gläubigkeit. 6. Worte über die trügerische Selbstsicherheit und Schwelgerei, die zur Vernichtung und ins Exil führt. 7. Drei Visionen: Heuschrecken, Feuer und Bleilot, worauf Amos ausgewiesen wird. 8. Vision von einem Korb mit reifen Obst und kritisiert den Wucher der Reichen. 9. Vision von Gott über dem Altar, als Bild des Gerichtes den niemand entrinnen kann.

Odadja: Wirkte um 587 v. Chr. und thematisiert das Strafgericht gegen das Brudervolk Edom, die gegen Judäa zogen, als Babylon begann Jerusalem zu belagern.

1. Weissagung gegen Edom und von der Widerherstellung des Reiches Israel

Jona: Wirkte um 720 v. Chr. und war berufen in die assyrische Hauptstadt Ninive zu gehen, um dort das Volk zur Buße zu bewegen, damit sie vom Strafgericht verschont werden.

1. Jona wird von Gott beauftragt nach Ninive zu gehen, damit sie ihre Sünden bereuen. Aber der Prophet versucht sich dem zu entziehen und floh mit einem Schiff. Das Schiff geriet in Seenot und Jona wird dafür verantwortlich gemacht und ins Meer geworfen. 2. Jona wird von einem großen Fisch (eventuell Wal) verschlungen und beten im Bauch des Fisches zu Gott und wird nach drei Tagen vom Fisch an Land gespuckt. 3. Jona erhält erneut den Auftrag Ninive zu bekehren und zu seiner Überraschung bereut das Volk seine Sünden und somit wird die Stadt von Gott verschont. 4. Darüber ist aber nun Jona erzürnt, da Gott dem Feind barmherzig ist. Deshalb erteilt Gott dem Propheten Jona eine wichtige Lektion mit Hilfe der schattenspendenden Rizinuspflanze. So wie Jona traurig ist über den Verlust der Pflanze, wäre Gott traurig über den Verlust von Ninive. Fazit: Gott ist nicht nur für sein Gottesvolk da, sondern auch für all jene, die an ihm Glauben.

Micha: Im 8. Jh. wirkte der Prophet und wendete sich direkt an die Hauptstädte Samaria und Jerusalem. Er kritisierte Herrschende, Priester und falsche Propheten und beklagte die Ausbeutung der Hilflosen, worauf er das Gericht Gottes über die Städte voraussagte.

1. Klagelied des Propheten über die Städte, der Gottes Gericht ankündigt. 2. Beklagt die schlechte Herrschaft, die ihr Volk ausbeuten und die falsche Propheten, die ihr Volk ins Verderben führen. 3. Erinnert die Herrschaft an ihre Pflichten zu Gott. 4. Vision vom zukünftigen Friedensreich Gottes. 5. Worte des zukünftigen Heils, trotz der Sünden. 6. Der Prophet fordert Israel zum Rechtstreit heraus, wie sie ihre Sünden rechtfertigen. 7. Klage über die Verderbnis des Volkes und die neue Hoffnung über die Gemeinde Gottes Gnade zu finden.  Kap. 4,3 - Vision: Schwerter zu Pflugscharen – Symbol der Friedensbewegung!

Nahum: Prophezeite um 633 v. Chr. die Vernichtung der assyrischen Hauptstadt Ninive.

1. Gericht über Ninive. 2. Vision vom Angriff auf die Stadt. 3. Die Vernichtung.

Habakuk: Nachdem Ninive (612 v.Chr.) von den Babyloniern erobert wurde, geht der Prophet der Frage nach, warum Menschen so Leiden müssen, während es den bösen Menschen gut geht.

1. Klage über das Unglück in der Welt und Gottes Gerechtigkeit. 2. Das Recht wird siegen, auch wenn das Gericht manchmal etwas Zeit benötigt. 3. Gebet des Propheten in die Zuversicht zu Gott und seiner Gerechtigkeit.

Zefanja: Wirkte vor den Amtsantritt von König Josia (604 – 609 v. Chr.) und kritisierte in scharfen Worten die bisherigen Sünden des Volkes und seiner Könige.

1. Der Zorn Gottes über Israel und auch über Juda. 2. Mahnung zur Demut und erinnert an Gottes Taten gegen die feindlichen Nachbarvölker. 3. Drohung gegen das gottlose Volk in Jerusalem und Verheißung für die armen Gerechten.

Haggai: Zeit nach dem Exil und der Rückkehr nach Jerusalem. Der Prophet befürwortete den Wiederaufbau des Tempel (um 520 v. Chr.) als dringende Maßnahme, denn der Tempel symbolisierte der Welt, dass es ihren Gott noch gab und ein neuer Bund mit  Gott geschlossen wird.

1. Wenn Gott euch segnen soll, dann baut den Tempel wieder auf.

Sacharja: Wie der Prophet Haggai ist Sacharja ein Befürworter des Tempelbaus (520 v. Chr.). Nur Kapitel 1 bis 8 sind zeitnah über den Propheten geschrieben worden, ab Kapitel 9 haben später andere Autoren ihre Texte mit den Propheten verknüpft.
Kennzeichnend dafür ist beispielsweise die unterschiedliche Messias-Erwartung. Wird im 1. Teil mehr ein Priester oder Stadthalter erwartet, so wird im 2. Teil von einem demütigen König gesprochen, der sich als Hirte des Volkes versteht.
Letzteres Bild erlangt im NT einen hohen Stellenwert, im christlichen Glauben, als Rechtfertigung für Jesus Christus, dem vorausgesagten Messias. Das Buch selbst beschäftigt sich mit dem Gericht und der Rettung von Juda sowie dem Tempelbau und die gottesfürchtigen Erwartungen gegenüber der Führungsschicht.

1. Mahnende Worte zur Buße und die Vision vom Mann auf dem roten Pferd. 2. Vision von den vier Hörnern und dem Mann mit der Messschnur, worauf Gott die Verbannten nach Hause ruft. 3. Vision vom Hohepriester Josua. 4. Vision vom goldenen Leuchter und die zwei Ölbäume. 5. Vision von der fliegenden Schriftrolle und von der Frau in der Tonne. 6. Vision von den vier Wagen und Der Prophet erinnert an die Krönung Josuas. 7. Der Prophet erinnert daran, den Glauben zu leben und nicht mechanisch fasten oder feiern, und er warnt vor Gottes Strafe wenn sich sein Volk untereinander nicht brüderlich verhält. 8. Über das künftige Heil Gottes. Deutero-Sacharja: 9. Gottes Gericht über die feindlichen Völker und dem König der Heilszeit (NT- Messias-Erwartung in Vers 9 &10). 10. Erinnerungen an Gottes Taten, den rechten Helfer in der Not. 11. Über die treulosen Hirten, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. 12. Gottes Schutz für Jerusalem, trotzdem er die Stadt dem Feinde ausliefert. 13. Weisung zur Ausrottung des Götzendienstes und gegen die falschen Propheten. 14. Vision vom jüngsten Tag dem Endgericht Gottes und dem kommenden Gottesreich.

Meleachi: Das Wort heißt in der hebr. Übersetzung „Mein Bote“, demzufolge bezeichnet das Buch keinen Propheten und steht nur als Pseudonym für die letzten drei Kapitel der offiziellen Bibel.  Der Text handelt zur Zeit Nehemias (460 - 430 v. Chr.), in der Jerusalem eine Selbstverwaltung zugestanden wurde. Inhaltlich tritt der Text der Resignation des Volkes entgegen, da sich die Visionen von einem Gottesreich noch nicht erfüllt haben. Das Volk beginnt an Gott zu zweifeln, aber der Text fordert mehr Zuversicht und Gottvertrauen. Die Zeilen werfen dem Volk und ihren Führern neue Sünden vor, die deutlich machen, dass das Volk noch nicht reif für Gottes Herrschaft ist und deshalb keinen Messias schickt.

1. Über Gottes Liebe zu Israel, aber auch seinem Zorn zu minderwertigen Opfern. 2. Strafreden gegen die Priesterschaft und den unreinen Ehen (Vermischung mit anderen Völkern). 3. Vision Gottes Gericht und seiner Zusagen zum Volk Israel.