3.2 Quellenschriften

Die Quellenschriften der Bibel

A. Die Jahwisten
B. Die Elohisten
C. Die Priesterschrift
D. Die Redaktoren 

A. Jahwisten (1000 bis 950 v.Chr.)

Die Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für die Schriftgelehrten einer Kulturepoche und leitet sich von den aramäisch-hebräischen Begriffen (althebräisch) Jahwe bzw. Jehowa für Gott ab. In den ursprünglichen Schriften wird Gott mit den Zeichensymbole JHWH ausgedrückt und allgemein setzte sich das Wort Jahwe durch, wodurch die Schriftgelehrten Jahwisten genannt wurden. Typisch für die damalige Schrift war, dass nur die Konsonanten geschrieben und die Vokale als bekannt vorausgesetzt wurden. Im Laufe der Geschichte ließen die Konsonanten JHWH unterschiedliche Ausdrücke zu, je nachdem welche Vokale verwendet wurden. Letztendlich setzten sich die Bezeichnungen Jahwe (JaHWeH) für Gott durch und der ebenfalls stark verbreitete Begriff Jehowa (JeHoWaH) wurde als Namenbezeichnung gesehen. Da aber nach religiöser Auffassung Gott keinen Namen braucht, da er ja der Einzige Gott ist, wurde der Begriff Jehowa zunehmend als unverzeihliche Gotteslästerung angesehen. Der eigentliche Hintergrund, dürfte jedoch eine Vereinheitlichung sein, damit nicht verschiedene Bezeichnungen für Gott den Gläubigen verunsicherten oder eben für einen Namen hielten.

Kennzeichnend für die jahwistische Schrift wurde, dass für Gott die Bezeichnung Jahwe bei späteren Überarbeitungen erhalten blieb. Jahwe spiegelt zugleich die ursprüngliche Bedeutung wieder, da sich nach ihrer Auffassung Gottes Bund erfüllt hatte und demzufolge Gott seinem Volk ganz nahe war. Die Kernzeit der Epoche der Jahwisten lag zur Zeit der Königsära, als König David ein großes Reich eroberte und König Salomo dem Großreich eine kulturelle Blütezeit bescherte. Für das Volk Israel hatte Gott sein Versprechen eingelöst und ihnen das gelobte Land geschenkt. Aus den Nomaden wurde ein sesshaftes Volk, allerdings schuf die Reichskultur auch deutliche Klassenunterschiede. Nur die Begünstigten konnten den Wohlstand wirklich genießen und für weite Teile des Volkes blieb nur die Armut. Noch schlimmer erging es jene, die nicht an Gott glaubten, sie waren der Willkür ausgesetzt und Sklaven gab es nun ebenfalls. In den Schriften wurden sie jedoch Mägde und Knechte genannt.
Im Gegensatz zu den Sklaven in Mesopotamien und Ägypten wurden ihren Besitzern Regeln auferlegt und garantierten den Sklaven ein menschenwürdiges Dasein. Neben einem akzeptablen Wohnen und Verpflegen, durften Sklaven nur von einem ordentlichen Gericht bestraft werden. Letztendlich blieben sie aber rechtlose Diener ihrer Herren.

Die jahwistischen Schriftgelehrten legten den Grundstein der heiligen Schrift, sie verarbeiten das Material aus der Bundeslade, schrieben Erzählungen und Überlieferungen auf und brachten sie in einem Kontext und schufen ein Sammelwerk, dass Gottes Nähe belegen sollte. Vermutlich bedienten sie sich dabei auch bei fremden Kulturen.
Die Erschaffung der Welt spielte in vielen Kulturen eine große Rolle und so musste erst recht bekundet werden, dass Israels Gott, der eigentliche Schöpfer der Welt ist. Außerdem wurde die Sintflutgeschichte vermutlich vom Gilgamesch Epos (1900 v.Chr.) der Sumerer abgeleitet.
Im Kernaufbau bedienten sich Jahwisten im Rahmen der Urgeschichte dem mythologischen Stil. Typische mythologische Geschichten der Schriftgelehrten sind:

1. Schöpfung und Sündefall   (Gen. 2,4b - 3,24)      
2. Kain und Abel                     (Gen. 4)
3. Die Sintflut                          (Gen. 
6,5-8,22)
4. Noah                                     (Gen. 9,18-26)

5. Völkertafel                          (Gen. 10,8-30)
6. Turmbau zu Babel              (Gen. 11,1-9)

Begriff: Mythisch = Mythologie: Ist eine religiöse Literaturform, die Sachverhalte vereinfacht erklären und symbolisch Zusammenhänge beleuchten will. Mythologie verzichtet auf Wissenschaftlichkeit und stellt das Wirken und Schaffen der Götter gegenüber Menschen heraus und bindet den Mythos an eine reale Sache, Gegenstand oder Person. Paradebeispiel der Mythologie ist die griechische Sagenwelt, die märchenhaft daher kommt. Doch in ihrer Abstraktheit prägen sich die Geschichten sehr gut ein und vermitteln unterschwellig eine Botschaft. Im Vergleich dazu sind Geschichten in anderen Literaturarten schnell vergessen, es sei denn sie sind in Gedichtform verfasst worden und enthalten einen Mythos, wie Das Nibelungenlied mit Siegfried und dem Drachen.
Auch Märchen enthalten häufig
mythische Symbole (z. B.: Pfefferkuchenhaus), wodurch sie sich die Story durch ein Absurdum gut merken lässt. Leider werden deshalb mythologische Geschichten mit Märchen gleichgesetzt. Der Mythos einer Geschichte drückt aber eine besondere Form von erfahrenen Wahrheiten und einer umfassende Wirklichkeit aus. „Der Mythos ist nicht zur Erklärung geschaffen, sondern erklärt, was wissenschaftlich unerklärbar ist …Wer einen Mythos liest, weiß was Sache ist “ (Franz Fühmann).
Es werden also, Sachverhalte von großer Wichtigkeit beleuchtet und zum Ausdruck gebracht, die zu der Zeit noch nicht erklärbar waren, aber dennoch sinnvoll und einleuchtend dargestellt wurden. Im Gegensatz zur griechischen Mythologie bemühten sich die jahwistischen Autoren, um eine einfache und übersichtliche Abhandlung, über den Weg des Menschen und seiner Verfehlungen. Hier sollen Grunderfahrungen und menschliche Wahrheiten vermittelt werden und so können die Urgeschichten auch nicht rational (naturwissenschaftlich) betrachtet werden. Solche Texte sollen eher das eigene Denken fördern und Zusammenhänge erkennen. Die antiken Völker, so auch Israel, haben die Botschaften der Mythologie verstanden. Der moderne Mensch von heute tut sich schwer damit, weil er in diese Geschichten zu viel hinein interpretiert und erkannte Botschaften zu Missverständnissen führen. Selbst in der Theologie wehrt man sich gegen den Begriff Mythologie, da sie ein degradieren der Bibel (Märchen) befürchten und betonen die philosophische Aneinanderreihung von Metaphern. Dabei ist Mythos ein philosophisches Grundelement, der Lehre über das Leben und somit wird der eigentliche Kern der Urgeschichten nur über die mythologische Betrachtung deutlich.
Ein weiterer Erzählstrang der jahwistischen Schrift sind die Vätergeschichten, die auf Erzählungen/Überlieferungen beruhen. Sie sind höchstwahrscheinlich insofern bearbeitet worden, dass sie sich plastisch einprägen und mit mythologischen Elementen versehen wurden. Hier eine Auflistung der typischen Geschichten.

1. Abraham, Sara und Lot                                (Gen. 12-13)   7. Gottesbegegnung in Bet-El                          (Gen 28,10-22)
2. Flucht Hagars                                                    (Gen 16)   8. Jakob, Laban und die Geburt der Kinder         (Gen 29-31)
3. Abraham, Lot und Sodom                             (Gen 18-19)   9. Jakob und Esau                                                (Gen 32-33)
4. Werbung Rebekkas als Frau für Isaak              (Gen 24) 10. Geburt Benjamins und Tod Rahels                     (Gen 35)
5. Geburt Esaus und Jakobs                          (Gen 25,21-34) 11. Die Josephgeschichte                           (Gen. 37 und 39 - 50)
6. Jakobs Erschleichung des Erstgeburtssegens   (Gen 27)  

 

Der dritte Komplex beschäftigt sich mit der Zeit in Ägypten und der Wüstenwanderung. Auch hier sind einprägsame Überarbeitungen der ursprünglichen Geschichten denkbar. Spätere Kürzungen und Überarbeitungen anderer Redakteure sind hier sehr wahrscheinlich und einige Texte tauchen dann im Buch Exodus und Numeri auf.
Beispiele: Unterdrückung Israels in Ägypten (Ex 1); Geburt des Mose, Flucht, Berufung (Ex 2 – 5); Die Zehn Plagen (Ex 7,14-12,39); Schilfmeer (Ex 13,17-14,31), Murrgeschichten (Ex 15-17); Gotteserscheinung (Ex 18-20 und 24) und Goldenes Kalb (Ex 32). Als jahwistische Schrift sollen noch die Textstellen erwähnt sein: Auskundschaftung des Landes (Num 13 – 14) und Bileam (Num 22 – 24).

Charakteristikum: Typisch für die jahwistischen Schriftgelehrten ist ein anschaulicher, volkstümlicher Erzählstil, mit manchmal urwüchsigen und derben Worten (im Originaltext). Es wird von einem Gott berichtet dessen Handeln und Tun eng mit den Menschen verzahnt ist. Die Erzählungen wirken durch den mythischen Stil realistisch und wahrhaftig. Es begegnet uns ein menschlicher Gott zum Anfassen, der nicht fehlerlos wirkt, eben nur wie ein Vater aller Väter.
Der Stil war wichtig, weil das Volk die Königszeit als Beleg seiner Nähe empfinden sollte. Bedeutend ist auch, dass die Jahwisten auf genaue Zeitangaben verzichteten, da sie mit dem Effekt die Geschichten zeitlos machten. Es ist ein Unterschied ob man weiß, dass eine Story vor hundert Jahren stattfand oder das Gefühl hat, das Ereignis fand erst vor kurzem statt. Und besonders mythologische Geschichten behalten somit ihre aktuelle Botschaft.
Beispiel einer Frage: Warum stehen Mann und Frau in so starker Beziehung zu einander?
Weil die Frau aus der Rippe des Mannes gemacht worden ist. Sie sind von einem Leib und gehören zusammen. Diese simple Erklärung setzt Überlegungen in Gang, die in einem Gedanken-Labyrinth enden, doch letztendlich bleibt der Mythos „Rippe“ als plausibelste Erklärung übrig, obwohl das wissenschaftlich betrachtet Unsinn ist. Mehr zum Mythos erfahren Sie bei einzelnen Genesis-Geschichten.  

Bedeutung: Die Jahwisten haben programmatisch den Entwurf des Credos erweitert. Sie haben bedeutenden Anteil daran, die Vätergeschichte und die Urgeschichte schriftlich fixiert zu haben. Aus einer Fülle von gesammelten Materialien ordneten sie überwiegend mündliche Überlieferungen. Sie brachten die Vätergeschichten in eine logische Kette, die zuvor selbstständige, von einander losgelöste Geschichten waren. Wahrscheinlich erhielten die einzelnen Stämme Israels über die Jahwisten ihren endgültigen Namen von vermeintlichen Vätern. Mit der Urgeschichte stellen die Jahwisten die Einzigartigkeit Gottes heraus und sein Wohlwollen gegenüber den Menschen. Aber in den Geschichten waren es die Menschen, die Gott verließen, sich abwendeten und in Sünde lebten. Die Urgeschichten sind somit ein warnender Appell an sein Volk Israel, den Bund mit Gott nicht zu verraten.

B. Die Elohisten (ca. 800 – 740 v.Chr.)
Die Bezeichnung leitet sich vom neuhebräischen Wort Elohim (hebr. = Gottkönig) ab. Der Begriff setzt sich aus EL und Ochim zusammen. El bezeichnet im antiken Umfeld den Ober-/ Hauptgott und unterstreicht mit Ochim seine Einzigartigkeit. Mit dem Begriff Elohim bringt die Epoche von Schriftgelehrten gegenüber dem Umfeld zum Ausdruck, dass nur sie (Judäa/Israel) den wahren und einzigen Gott anbeten. Die Kernzeit der Schriftgelehrten lag zur Zeit der geteilten Reiche und Ereignisse, wie die Revolutionsära von Jehu (745 v.Chr.) und Josias Reformbewegung (630 v.Chr.), förderten eine intensive Glaubensdarstellung. Seit einiger Zeit wird das Wirken der Elohisten wissenschaftlich bestritten, dennoch gibt es stilistische Texte, die weder Jawistisch noch Priesterschrift sind. Darüber hinaus wurden im Original (Thora) die Bezeichnung Elohim für Gott belassen.  

Charakteristikum: Typisch für ihren Stil ist ein distanzierter Gott, der sich den Menschen in Träumen zeigte. Nur zu wenigen auserwählten Personen spricht Gott, ohne sich jedoch zu zeigen und erhebt die auserkorenen Personen zu Propheten. Bei den Elohisten hat Gott Gehilfen in Form von Engeln. Prägend ist auch ein prophetischer Sprachgebrauch und soll die Ehrfurcht vor Gott unterstreichen. 

Bedeutung:  Wahrscheinlich haben die Elohisten die jahwistischen Schriften erweitert und nach ihrem Empfinden korrigiert. Da sich keine Ursprungsschriften der Elohisten erhalten haben, nimmt die Theologie an, dass sie auch keine eigenen, fortlaufenden Geschichte geschrieben haben. Sie waren anscheinend nur bestrebt Inhalte mit den Texten der jawistischen Schrift zu verflechten. Ihre Erzählweise versteht sich als historische Mahnung, wenn das Volk seinem Gott untreu wird. Inhaltlich verlangten sie mehr Ehrfurcht vor Gott und seiner Macht. Dabei wollten sie nicht Angst erzeugen, sondern eher die Gläubigen wachrütteln.
Nach dem Theologen Julius Wellhausen (1844 – 1918) enthalten besonders die Sinflutgeschichte Gen 6 bis 9, sowie Gen 15 und Ex 9 deutliche elohistische Einschübe. Dagegen ist speziell die Josephgeschichte Gen 37-50, sogar stark elohistisch geprägt. Nach heutige Auffassung ist die Textanalyse jedoch fraglich. Dennoch gelten zahlreiche, wenn auch fragliche Zusätze als elohistische Einschübe. Hier eine kleine Auswahl:

Gen 15:   Die Verheißung von Land und Nachkommen an Abraham Ex 3,1-15:           Moses Berufung
Gen 21,1b.- 6:     Geburt Isaaks Ex 7,14-25 und Ex 9,13-35 und Ex 10,12-27: Plagen über Ägypten
Gen 21,8-21:   Vertreibung von Hagar und Ismael Ex 13,17-14,31:  Verfolgung und Rettung Israels
Gen 21,22-34:   Abrahams Vertrag mit Abimelech Ex 33,5-11:         Offenbarungszelt
Gen 22,1-19  :   Abrahams Opfergang Num 20,1b:         Tod der Mirjam
Gen 25,11a und 26,3b-5: Segnung Isaaks Num 21,4-9:        die eherne Schlange
Gen 28,10-12. 17-18. 20-22:  Jakobs Traum in Bet-El Num 22,2-24,25:  Bileam
Gen 32,2-22 und Gen 32,24a: Begegnungen mit Esau Dtn 33:                 Mosesegen
Gen 35,8. 14:     Tod der Debora  
Gen 37, 3 -36 und Gen 39, 1- 46,5 und Gen 46, 28 – 48,2 und Gen 48, 8-22 und 50, 1-11:  Josephgeschichte

 

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Urfassung des Alten Testaments um etwa 500 v.Chr. entstand (Thora, Ur-Bibel). Bis zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Schriften in einer ständigen Überarbeitung, Erweiterung und wurde mit Zusätzen (Gotteserfahrungen) bereichert. Als eigenständige Sammlungen entstanden die Thora, Neviim und Ketuvim.
Vermutlich seit 1200 v.Chr. schrieben Schriftgelehrte ihren Glauben nieder, aber die typische Stilart entspricht einer spezifischen Kulturepoche. Das herausfiltern von Stilarten ist in der Theologie wichtig um die Texte zu verstehen. Besonders im Pentateuch (Tora, 5 Bücher Mose) sind mehrere Stilarten ineinander verflochten und verwirren den Leser. Es ist daher wichtig den Ansatz, das Motiv und die Botschaft der Kulturepoche zu verstehen. In diesem Sinne ist es nicht wichtig, ob es die Elohisten gab, sondern die spezifische Botschaft einer Kulturepoche. Ihr Stil wird getragen vom Klagen über die Sünden des Volkes Israels. Das Königreich ist zerfallen und sowohl Juda und Israel (Nordreich) beten Götzen an, schaffen sich ihre Heiligtümer und entfernen sich von Gott.
Stilistisch passen die Texteinschübe der Elohisten zu dem Wirken der Propheten jener Zeit. Grundsätzlich wächst in unserer schnelllebigen Zeit das Problem heran, dass eine Überflutung von Wissen zur Verunsicherung führt. Wichtig sollte aber der Kerngedanke sein. So ist bei einem Kuchen das Geschmacksempfinden wichtig und nicht das debattieren darüber, wie ungesund der Zucker darin ist und durch Süßstoff ersetzt werden sollte. Gerade im religiösen Bereich kann Wissen fahrlässig Frust oder eine radikale Bewegung erzeugen. Die Frage nach der Verantwortlichkeit ergibt sich, welches Wissen schadet eher, als das sie eine Erkenntnis bewegen.
Aus diesem Grunde sollten sich die Darlegungen auf das Bekannte (populäre Wissen) beziehen. Deshalb bezieht sich die Betrachtung auf theologisch, wissenschaftliche Unterlagen von 1985 und wurde mit neuen Erkenntnissen überarbeitet, wobei Angaben (z.B.: Zeitangaben) belassen wurden, deren Relevanz unbedeutend ist und in vielen Büchern, noch so vermittelt werden. 

C. Priesterschrift (um 500 v.Chr.)

Die Priesterschrift umfasst auch Warnungen vonSchriftgelehrten und Propheten an das Volk vor dem Fall Jerusalems. Es sind Schriften, die sich mit den Süden der Gläubigen auseinandersetzen und die Vernichtung Judäas voraussehen. Die eigentliche Rezession der Schriften erfolgte allerdings im babylonischen Exil und bindet die jawistisch-elohistische Sammlung von Schriften mit ein und korrigierte die Texte unter dem Eindruck des zerstörten Jerusalems. Bei der späteren Rückkehr (Kyros-Edikt), legen die zurückgebliebenen niederen Priester ihre Sicht der Dinge dar. Vermutlich fand die Priesterschaft insgesamt eine passende Grundschablone, nach der die Schriften neu geordnet und zusammengefügt wurden. Es ging dabei um die Frage, warum hat Gott sein Volk verlassen und wie kann sein Volk die Gunst Gottes wiedererlangen?
Die Thora ist dabei die wichtigste Sammlung von Schriften und enthält in seinem Grundkern 613 Vorschriften, 248 Gebote und 365 Verbote. Die Urgeschichten in der Thora begründen dazu Gottes Einzigartigkeit, die Vätergeschichten machen den Bund mit seinem Volk deutlich und der Auszug aus Ägypten unterstreicht Gottes handeln. Auf dieser Basis und angesichts der Folgen ihrer Sünden rechtfertigen sich die Gesetze (Thora) für das Volk Israel.
Vermutlich waren die Sammlungen Neviim (Propheten- & Geschichtsbücher) und Ketuvim (Lehrbücher, Psalmen, Sprüche) noch externe Papyrusrollen. 

Charakteristikum: Die Schriftgelehrten der Epoche sind geprägt von einer pedantischen Genauigkeit und bedienen sich einer formelhaften Sprache mit der Vorliebe zu Zahlen. Dieser Stil führt zu beabsichtigten listenartigen Texten (Aufzählungen), die sinnvoll bei Genealogien sind, aber in Geschichten sperrig und monoton daherkommen. Im Wesen soll damit rhythmisch der Zusammenhang zwischen Verheißung und Erfüllung deutlich werden. Gleichzeitig wird damit ein Ordnungssinn strukturiert, der vorbereitend die Texte der Gesetzessammlungen hebt. Sprachlich wurden die priesterliche Abrahamgeschichte unter den Leitbegriff Bund gestellt und die Jakobgeschichte unter Segen. Zeitentsprechend wurden auch die Begriffe Jahwe und Elohim angewendet und könnten somit die Phasen und den Status des Glaubens unterstreichen. Die Priester selbst verwendeten für ihre Geschichten nur den Begriff Herr oder Gott für ihren allmächtigen Gott.
Ein Beispiel für die penible Genauigkeit ist Gen. 8 , Vers  4, 5, 13 & 14 nachzulesen.
Zu den wichtigsten Priesterschriften gehören, der Schöpfungsbericht (Gen. 1), Der Noahbund (Gen. 9 ), der Bund mit Abraham (Gen. 17) und diverse Gesetzestexte.
Hier eine Auswahl von Texten der priesterlichen Schriftgelehrten:

Schöpfung                                                   Gen 1 - 2,4 Josef und Jakob in Ägypten                        Gen 41,46
Genealogie von Adam bis Noah                 Gen 5  Unterdrückung Israels in Ägypten              enthalten Ex 1
Sintflut mit Noahbund                                Gen  6,9 - 9, 17 Berufung des Mose                                     Ex 6,2-12
Völkertafel                                                  Gen 10 Fünf Plagen   Ex 7,8-12; Ex 7,19-22; Ex 8,1-15; Ex 9,8-12; Ex 12,1-20
Genealogie                                                  Gen 11 Manna + Sabbat                                           Ex 16
Geschichte Abrahams         Gen 12,4 – 12,5 und Gen 13,6 – 13,12 Beginn des Kultes                                        Lev 8
Abrahambund                                              Gen 17 Kundschafter                                                Num 13
Begräbnis Saras                                           Gen 23 Unglaube Moses und Aarons                       Num 20,1-13
Mischehen Esaus und Hochzeiten Jakobs   in Gen 26 bis Gen 29 Tod des Mose                                              Dtn 34,1 die Verse 7-9
Erscheinung Gottes vor Jakob in Bet-El     Gen 35,9-13  

 

Bedeutung: Für die priesterlichen Schriftgelehrten tragen die sündigen Könige die Schuld an der Situation. Sie haben den Bund mit Gott gebrochen und durch ihre Politik das babylonische Exil verursacht. Angesichts der historischen Realität war den Priestern auch klar, dass Judäa nicht in der Lage sein wird ein neues Königreich zu gründen. Sie interpretieren somit die Glaubensformel um und sahen den Bund mit Gott in einem Bewährungsstadium, dass keinen Staat braucht ,sondern nur eine Gemeinde. Der Glaube kann überall praktiziert werden und Gott wird sich denen gnädig erweisen, die nach seinen Gesetzen leben. Und wenn das Volk gottesfürchtig lebt, wird Gott einen Messias (Retter) schicken und sein Volk belohnen. Wesentlich bei der priesterlichen Auffassung ist, dass Gott allgegenwärtig ist und somit auch Schöpfer und Lenker der Weltgeschichte ist. Im neuen Bund mit Gott steht der Lohn für gottesgefällige Taten im Vordergrund. 
In diesem Sinne sind feste Regeln für die Gemeinschaft unerlässlich. Gebote sind dabei die Leitlinien des Glaubens, Vorschriften regeln den Alltag und den Gottesdienst und Gesetze stecken die Grenzen des Erlaubten und gottesfürchtigen Handelns ab. Im Rahmen der Gesetze legen die Priester den 7. Tag der Woche (Sabbat, Sonntag) als Gottestag fest. An dem Tag sind lediglich notwendige Arbeiten gestattet und der Gläubige hat ansonsten Gott zu ehren in Gebeten, Andachten, Gesprächen und Liedern. Die Priester haben somit den ersten geregelten arbeitsfreien Tag geschaffen. Das führte allerdings zu Problemen mit den Eroberern, die einen solchen Tag nicht kannten und nicht akzeptierten.
Aus der Zeit wurde auch die Weiße Taube, als Friedenssymbol bekannt. Sie brachte laut Priesterschrift einen Ölzweig zu Noah und verkündete damit den Frieden Gottes mit den Menschen.

Deuteronomium (Devarim): Einige Wissenschaftler nehmen an, dass das Deuteronomium in seiner Urfassung bereits um 630 v.Chr. entstand und könnte als Urtext der Thora gelten. Die inhaltliche Grundsubstanz wird den Reformgesetzen des Königs Josia zugerechnet. Allerdings gibt es auch Mutmaßungen, die bestimmte Texte noch weiter zeitlich in die Jehu-Ära (740 v.Chr.) verlagern. Die theologische Wissenschaft geht aber davon aus, dass das Devarim (jüd.= Worte) durch die priesterlichen Schriftgelehrten entscheidend nachbearbeitet wurde, da Mahnungen, Vorschriften und Gesetze sich auf Texte der Thora (5 Bücher Mose) beziehen, die zu früheren Zeiten nicht geschrieben sein können. Das Deuteronomium erweckt auch den Eindruck, als wenn Moses selbst die Texte verfasst und verkündet habe, aber auch das wird mit Argumenten wissenschaftlich widerlegt. Demzufolge ist auch die Auffassung, das 5. Buch Moses sei eine eigene Quellenschrift nicht glaubwürdig.
Eher könnte man sagen, dass die Gesetzessammlung stetig erweitert wurde und das die Priester später, ein zusammenfassendes Gesetzesdekret als Moses Rede formulierten.
Ab 1200 v.Chr. wurden die Gesetze gesammelt und erst die Schriftgelehrten um 550 v.Chr. haben die Thora zu einer Einheit geformt. Mit den Kernpunkten Deuteronomium, Urgeschichte, Väterzeit, Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung wurden die Schriftrollen zur Basis des Glaubens.

D. Die Redaktoren

Ein großes Problem in der antiken Zeit war die Lagerung der Papyrusrollen, um sie vor der Verwitterung und anderen Einflüssen zu schützen. Sicherheitshalber wurden deshalb Kopien der Schriften angefertigt und wenn man schon mal dabei war, Korrekturen vorgenommen. Schriftgelehrter zu sein war damals eine sehr verantwortliche Tätigkeit und gerade religiöse Texte wurden von der Priesterschaft ständig überprüft. Historiker nehmen an, dass um 440 v.Chr. die endgültige Version der Thora geschrieben und die entsprechenden Schriftrollen zu einer Einheit zusammengefügt wurden.
In einer Schwächephase des persischen Reiches soll der Priester Esra, die Ordnung der Schriften (Kontext) veranlasst haben und wollte damit zugleich die religiöse Unabhängigkeit festigen. Das Alte Testament (jüd. Tanach) wurde vermutlich in der Makkabäerzeit um 100 v.Chr. zusammengestellt. Noch wurde die heilige Schrift auf Papyrus- oder Lederrollen geschrieben, obwohl sich in der hellenistischen Epoche das Pergament durchsetzte. Etwa um 200 v.Chr. wurde in der Kulturstadt Pergamon (ht. Nordwesten Türkei) das Pergamentpapier aus Tierhäuten hergestellt und war beliebt wegen seiner glatten Oberfläche und hellen Farbe.
Die jüdische Bibel (Tanach) wurde nach der 2. Zerstörung des Tempels in Jerusalem (im Jahr 70) und im letzten jüdischen Krieg gegen die Römer (135) neu zusammengestellt. Die jüdische Bibel beinhaltet heute 24 Bücher in hebräischer Sprache, aber auch mit aramäischen Textstellen. Sie unterscheidet sich inhaltlich nur wenig von der christlichen Bibel. Lediglich die Festrollen werden im Tanach stärker ausgeführt, wie: Das Wochenfest (Ruth), Pessach (Hohes Lied), Laubhüttenfest (Kohelet), Gedenktag der Tempelzerstörung (Klagelied) und dem Purimfest (Esther).

Septuaginta (gr.: Übersetzung der Siebzig): Initiator sind die Juden in Alexandria, die sich in der Diaspora (gr.: = verstreut in der Fremde Lebende) ansiedelten. Laut der Legende haben etwa 70 Schriftgelehrte um 250 v.Chr. die Bibel und am Anfang nur die Thora übersetzt. Bis 100 v.Chr. wurden dann die meisten Bücher des Tanach übersetzt, aber auch mit Zusätzen, Korrekturen, textlichen Einschüben und einer Neuordnung der Bücher versehen. Die Übersetzung und Umgestaltung zur hellenistischen Bibel war notwendig geworden, da ein Großteil der jüdischen Nachkommen im hellenistischen Reich groß geworden war und Griechisch zu ihrer Muttersprache wurde. Ebenso stieg die Zahl von Interessierten an dem Glauben, denen man den Zugang zu Gott gewähren wollte. Anders als in Judäa, war es in der Diaspora möglich als Nichtjude den Glauben anzunehmen (Interpretationssache).
Seit 445 v.Chr. galt Esras Festlegung, dass nur jüdisch Gläubige untereinander heiraten durften und mit dem samaritanischen Schisma (um 200 v.Chr.) wurden die ehemaligen Nordstämme Israels (Samaritaner) ebenso davon ausgeschlossen. In der Regel war es nur über die Ehe möglich Jude zu werden, aber der männlich Partner musste Jude sein. Das heißt, ein Jude konnte eine Nichtjüdin heiraten, die dann zum Glauben konvertieren konnte und die Kinder aus dieser Ehe galten als Juden. Heiratet aber eine Jüdin einen Nichtjuden so wurden beide als Ungläubige eingestuft. Letztendlich oblag es den entsprechenden Priestern einer Gemeinde, ob sie einem Glaubenswilligen (Bewährten) eine fingierte jüdische Stammbaumlinie nachwiesen. Gerade in der Diaspora nahm es mit den Gesetzen nicht so genau, zumal sich die Juden den gesellschaftlichen Bedingungen anpassen mussten.
Die Hauptzentren der Diaspora waren Alexandria (Ägypten) und Babylon. Sie gehörten zu einem hellenistischen Reich (Diadochen) und im Laufe der Zeit wanderten auch zahlreiche Juden nach Griechenland und Kleinasien (Westküste Türkei) aus und gründeten dort jüdische Gemeinden. Um 100 der Neuzeit wurden letzte übersetzte Bücher in die Septuaginta aufgenommen und gilt nun als abgeschlossen, zumal die römische Zeit prägend wurde.

Neue Testament: Die Sammlung von Schriften bestehen im Kern aus Apostelbriefen und Evangelien. Paulus und Petrus gelten dabei als Religionsstifter, die um das Jahr 50 bis 60 die christlichen Gemeinden missionierten und deren Glaubensbriefe zur Grundlage wurden. Darauf basierend, wurde um das Jahr 80, das erste Evangelium (Markus) erstellt. Etwa ab das Jahr 100 wurden die Schriften gesammelt und zusammengefügt. Eine erste Sammlung von Apostelbriefen hatte Bischof Ignatius erstellt (110 - 117) und eine Sammlung von Evangelien findet sich bei Justin, der Märtyrer (165). Der Bibliothekar L.A. Muratori stellte um 174 eine erste Schriftsammlung zum Neuen Testament zusammen. Vermutlich wurden die Schriften in lateinischer Sprache erstellt, entsprechend der römischen Zeitepoche.

Die Bibel

Lateinische Bibel: Etwa um 200 wurde die Vetus Latina verfasst und ist unter dem Begriff Itala bekannter. Die Bibel bindet erstmalig das Alte Testament und das Neuen Testament zusammen. Grundlage für das Alte Testament ist dabei die Übersetzung der Septuaginta. Eine verbesserte Übersetzung der Septuaginta und Überarbeitung sowie Neuordnung der Schriften gelingt Hieronymus (382-420). Damit nicht genug wurde die Bibel in der römisch-katholischen Kirche, besonders ab dem 7. Jahrhundert zahlreichen Revisionen unterzogen, bis zum heutigen Bibeltext.

Alte Bibelübersetzungen:
Die orthodoxe Ostkirche erstellte um 350 die gotische Wulfila-Bibel. Karl, der Große gab um 800 die Alkuin-Bibel, in Althochdeutsch in Auftrag. Der jüdische Gelehrte Saadia Gaon (882-942) wurde mit der arabischen Übersetzung Tafsir bekannt. Vor der Reformation gab es etwa 70 Versuche, die Bibel in eine der deutschen Sprachen zu übersetzen. Zum einen setzten sie sich als Wortwörtliche Übersetzung nicht durch und zum anderen wurden interpretierende Übersetzungen von der Kirche als Ketzerei angesehen.
Auf die englische Übersetzung von John Wyclif (1382), reagierte die Kirche postwendend und verurteilte ihn als Ketzer. Die heutige britische Bibel geht auf die Übersetzung von William Tyndale (16. Jahrhundert) zurück. In Böhmen wurde im Kloster von Roudnice (1360), die tschechische Version veröffentlich und von Jan Hus in revidierter Form 1388 veröffentlicht und führte zur Hussitenbewegung. Eine weitere Übersetzung gab es auch in Spanien um 1478. Doch noch hatte die katholische Kirche die Macht sich gegen Übersetzungen zu wehren. Offiziell befürchtete die Kirche, dass mit jeder Übersetzung auch interpretiert und somit inhaltlich der Glaube gefährdet ist.
In Wirklichkeit befürchteten die Geistlichen, dass das Volk die Bibel selbst lesen und verstehen könnte, und sich nichts mehr von den Pastoren einreden ließe. Schließlich war der interpretierte Glaube eine Säule für die Macht der Kirche und dem Adel. Sie hielten mit dem Glauben das Volk in eine gewünschte Gottesfürchtigkeit. Da das Volk die lateinische Bibelsprache nicht verstand, vertrauten sie den Predigern, dass sie die richtigen Wort aus Bibel schöpften. Die Reformationsbewegung sollte zeigen, wie weit sich die Kirchenfürsten von den Worten der Bibel entfernten und sie zweckentfremdet benutzten.

Anmerkung: Seit dem 12. Jahrhundert setzte sich in Europa das Papier durch und auch die Bibel wurde nun zu einem Buch zusammengefügt. Mit Johannes Gutenberg wurde die Druckerpresse erfunden und es konnten geschriebene Werke vervielfältigt werden. Eine herausragende Meisterleistungen war die sogenannte Gutenberg-Bibel (1452 -1454). Galt bisher ein geschriebenes Werk als Unikat, so konnte man jetzt mehrere Bücher mit gleichem Inhalt herstellen. Das heißt, man konnte eine textlich identische Bibel in großer Stückzahl herstellen und sie brauchten nicht mehr hinter Klostermauern beschützt werden.

Reformation: Die Erneuerungsbewegung spaltete zwischen 1517 und 1648 die Christen in Katholiken und Protestanten. Zu Beginn war angedacht die katholische Kirche grundlegend zu reformieren und richtete sich gegen Amtsmissbrauch, falsche Lehren und der Korruption innerhalb der Kirche. Statt sich der Kritik von Huldrych Zwingli, Johannes Calvin und Martin Luther zu stellen, versuchte die katholische Kirche sie zum Schweigen zu bringen. Zu einem wesentlichen Streitpunkt wurde dabei die Bibelauslegung. Die starre Haltung der katholischen Kirche gegen den Freigeist seiner Zeit, entfachte schließlich den 30-jährigen Krieg. Nach den zahlreichen Opfern teilte sich Europa im Glauben. In den Fürstentümern Deutschland setzte sich im Süden mehr die katholische Kirche durch und in Norddeutschland die protestantische Kirche. Der Einfluss der Kirche auf die Politik sank, wobei die evangelische Kirche sowieso die Seelsorge ins Zentrum des Glaubens stellte, sich aus der Politik weitgehend heraushielt und sich die Pastoren als bescheidene Glaubensdiener sahen.
Zwischen 1521 und 1534 übersetzte Martin Luther die Bibel. Das Grundproblem das er dabei hatte, war eine nicht vorhandene Einheitssprache. Zudem gab es bereits mehrere deutschsprachige Bibeln in unterschiedlichen Dialekten. Er musste eine Sprache finden, dass die Mehrheit des Volkes verstand. Mit dem Ziel eine allgemein verständliche Bibel zu schaffen, verarbeitete er den Sprachgebrauch (Dialekte) in Ostmitteldeutschland und wurde damit zum Wegbereiter der Hochdeutschen Sprache. Durch die Reformation begünstigt verbreite sich die Lutherbibel in ganz Deutschland. Im südlichen Raum (Schweiz, Österreich) war es dagegen mehr die Zürcher Bibel (Zwingli).  

Bibel - heute: Die verbesserte Drucktechnik und unterschiedliche Übersetzungen sorgten dafür, dass es inzwischen zahlreiche Bibeln gibt. Leider war und ist oftmals damit auch ein Streit um Details und Auffassungen verbunden. Zudem bildten sich zahlreiche religiöse Strömungen, die sich zum Teil feindlich gesinnt sind.
Es gibt heute (2015) Übersetzungen in 511 Sprachen und 2650 Teilübersetzungen. Allein in Deutschland gibt es über 30 deutschsprachige Versionen der Bibel, die bekanntesten sind:
die Elberfelder Bibel; die Jörg Zink Bibel; die Menge Bibel; die Herder Bibel.

Am Verbreitetsten ist jedoch immer noch die Lutherbibel. Ebenfalls in großer Stückzahl ist „Die Gute Nachricht“ weitverbreitet, sie sieht sich aber selbst nicht als Bibel, sondern will in einem heut verständlichen Deutsch den Gläubigen die Bibeltexte nahe bringen. Inzwischen gibt es weitere Versuche die Bibeltexte in einem modernen Stil zu präsentieren, aber auch sie sind nur moderne Text-Fassungen und gelten nicht als Bibelübersetzung, sondern werden als Nacherzählungen laut einer Bibelübersetzung gewertet. Eine der bislang letzten Bibelübersetzungen ist die 2010 erschienene „Neue evangelische Übersetzung“ von Karl-Heinz Vanheiden, ist aber faktisch nur eine Bibelversion einer sinn-genauen Übersetzung in einer flüssigen Sprache.

Anmerkung: Der muslimische Koran hat einige biblische und apokrypische Geschichten und Lehren in einer Variante übernommen und uminterpretiert. Daher kennen sich Muslime auch mit der Bibel gut aus. Für die Muslime ist die Abraham-Geschichte um Ismael bedeutend und Jesus Christus ist für sie mehr ein Prophet Gottes.