2.3. Die Besatzungszeit

2. 3.  Die Besatzungszeit ( AT- bis zum Jahre 0)https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b0/Diadochen1.png/1920px-Diadochen1.png

1. Die Persische Besatzung
2. Die Griechen/ Hellenismus
3. Die Römer
4. Zusamenfassende Übersicht

Grafik-Quellennachweis:
Die Mittelmeerreiche /Diadochereiche: www.de.wikipedia.org

 

1. Persische Zeit
( 539 – 333 v.Chr. )

Auf dem Hochland von Persis (dem heutigen Iran) gründete sich ein Volk, das von den Assyrern erstmalig erwähnt wurde und von ihnen Perser genannt wurde. Um 560 v.Chr. gründete Kyros II das Perserreich und befreite sich von der Dominanz der Meder, die bislang den iranischen Raum kontrollierten. Aus Meder und Perser wurde eine Einheit, die westwärts das Reich vergrößerten. Nachdem das mächtige Lydien (unter König Krösus) um 541v.Chr. fiel, öffnete Babylon (539 v.Chr.) fast kampflos seine Tore.
In der Bibel werden die Perser als Befreier gesehen, zumal Kyros dem Volk Juda die Rückkehr in die Heimat erlaubte. In mehreren Wellen kehrten sie aus dem Exil zurück. Nach langen heftigen Disputen zwischen den Priestern, wurde um 520 v.Chr. der Wiederaufbau des Tempels beschlossen und zugleich als mahnendes Symbol gesehen, Gott nie wieder zu enttäuschen. Mit der Fertigstellung des Tempels um 515 v.Chr. galt die Exilzeit als abgeschlossen. Das Jordanland blieb politisch unter persischer Kontrolle. Dem jüdischen Volk wurde zwar die Glaubensfreiheit garantiert, aber keine eigene Selbstverwaltung. Dennoch schaffte es die Oberschicht, als persische Beamte, ihren Machtstatus wiederzuerlangen. Da es keinen eignen Staat Juda gab, blieben zahlreiche Juden im Exil. Somit entstanden drei jüdische Zentren, im ägyptischen Alexandria, in Babylon und Jerusalem.
Nachdem großen König Kyros, war es König Dareios der Geschichte schrieb. Grundsätzlich behielt er die Politik der traditionellen Akzeptanz bei, aber das gigantische Reich war für Krisen anfällig. Um 500 v.Chr. brachen mehrere Aufstände in Kleinasien aus und immer wieder stachelten die Griechen Unruhen an. Wahrscheinlich wollten sie somit die Perser beschäftigen, damit sie ihre Invasionspläne aufgeben mussten. Obwohl der militärische Respekt vor den Griechen groß war, wagte König Dareios dennoch den Angriff. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit erlitten die Perser in der Schlacht von Marathon (490 v.Chr.) eine peinliche Niederlage. Die damit verbundene militärische Schwäche führte zu weiteren Unruhen im Reich. Im Jordanland verhielt man sich dagegen abwartend.
Der neue König Xerxes erhoffte sich mit dem Auslöschen der Griechen Ruhe im Reich und so leitete er ein noch größeres Heer gegen die Griechen. Doch der Perserkönig erlebte in der Seeschlacht von Salamis 480 v.Chr. eine noch größere Schmach und etwa 20.000 Soldaten verloren in der Schlacht bei Plataiai ihr Leben, gegen einen halb so starken Gegner. Diese Niederlage führte diplomatisch zur gegenseitigen Akzeptanz. Die Griechen wurden Herren der Ägäis (Mittelmeerregion von Kleinasien) und Xerxes schlug mit den Resttruppen die Aufstände nieder. Die Perser reagierten radikal auf kleinste Widerstände, erhöhten die Steuerlast und zwangen wehrfähige Männer zum Militärdienst. Das mächtige Persien zerrieb sich trotzdem in der Krise und um 465 v.Chr. wurde Xerxes dafür verantwortlich gemacht und wurde ermordet, doch statt einer Stabilisierung des Reiches folgten nun auch noch Machtquerelen, neben den vielen Aufständen.
Ägypten errang seine Unabhängigkeit wieder und um 445 v.Chr. rief sich Nehemia zum Stadthalter Judas aus und Priester Esra reinigte die Glaubenskultur von fremden Einflüssen. In dieser Zeit wurde das Bild von Gott im Himmel geprägt, sowie auf den heiligen Sabbat bestanden und das künftig Juden keine Nichtjuden heiraten durften.
Mit Artaxerxes setzte sich wieder ein ordnender Herrscher im Perserreich durch, er unterwarf Ägypten und beließ die jüdische Selbstverwaltung mit der Zusage der Tributtreue. Schließlich setzte Alexander bei den Griechen die Einheit durch und griff das Persische Großreich an.

2. Die Griechen ( 333 – 63 v.Chr.)

Für das Volk im ägäischen Raum gibt es verschiedene Bezeichnungen, am häufigsten werden sie Griechen oder Hellenen genannt. Das Wort Griechen leitet sich von der ehemaligen zentralen Stadt Graikoi ab. Aristoteles soll daraufhin die gesamte Bevölkerung ringsumher Griechen genannt haben. Der Name Hellenen geht auf die Halbinsel Hellas zurück und wird besonders gern für griechischstämmige außerhalb Griechenlands verwendet. Es gibt auch die Version, dass sich das Wort Hellenen von Helios (=Sonne) ableitet und sich somit als Volk der Sonne verstehen (symbolisch als von Gott Zeus bevorzugtes Volk).
Historisch werden alle Siedlungen von Menschen als Griechen gesehen, die im ägäischen Raum eine ähnliche Kultur besaßen. Dabei verstehen sich die vielen Inseln und Städte auf dem Festland als selbstständige Gebiete, deren Regenten sich Könige nennen. Typisch für sie ist ein intensiver Handel, der zu wechselnden Allianzen führte und auch in Notzeiten die Einheit gegen ihre Gegner (z.B.: Troja) herstellte. Zu den größten Zentralen der Macht wurden Athen und Sparta. Während Sparta auf der Halbinsel Peloponnes ein militantes Reich anstrebte, versuchte sich Athen als Handelsmacht.
In der Konkurrenz zu den Phöniziern gründete der Athener Bund zahlreiche Handelsstützpunkte im Mittelmeer und am Schwarzen Meer. Die Invasion der Perser bewirkte maßgeblich den Wunsch nach einem vereinten griechischen Königreich. Speziell den Händlern war klar, dass nur eine zentralistische Macht auf Dauer, gegen die permanente persische Bedrohung bestehen konnte. Nach den Perserkriegen brachen in der Ägäis die Peloponnesischen Kriege zwischen Sparta und Athen, um die Vormacht aus. Die ständigen Kriege laugten das Land aus und führten zum Bürgerkrieg, bei dem das neutrale Makedonien die Initiative ergriff und mit seinen Truppen, im Bündnis mit Athen, die aufständischen Griechen besiegten. König Philipp II. gelang es jedoch nicht, die Griechen komplett unter seine Regie zu bringen und wurde während einer Hochzeitsfeier ermordet.
Sein Sohn Alexander vollendete das Werk seines Vaters. Nachdem König Alexander die letzten Unruhenester in die Knie zwang (335 v.Chr.), erklärte er Persien den Krieg, da die Perser maßgeblich den Bürgerkrieg schürten und immer wieder ins Land einfielen. Bei Issos (333 v.Chr.) schlugen die Griechen die Perser vernichtend.
Für die unterjochten Gebiete keimte die Hoffnung der Freiheit auf und auch Juda genoss seine kurze Unabhängigkeit. König Alexander jagte den Perserkönig Dareios III. und als dieser Tod war, wollte er noch den gesamten Osten erobern. Inzwischen hatten sich die griechischen Truppen geteilt und brachten das persische Imperium unter ihre Kontrolle.
Auch Juda beugte sich ohne großen Widerstand den neuen Herrschern. Schließlich fand Alexanders Machtgier in Indien ein jähes Ende und er starb an den Folgen von Verletzungen, die durch eine indische Fieberkrankheit unheilbar wurden. Da Alexander keine Nachkommen hatte, wurde das riesige Reich unter den vier Feldherren aufgeteilt. Wichtig für die Geschichte Israels sind die Diadochen (Feldherren) Ptolomaios, der das Gebiet um Ägypten bekam und Seleukos, der über Syrien, Mesopotamien und Persien herrschte. Die Diadochenreiche begannen sich in der Folgezeit gegenseitig zu bekämpfen. Das Jordanland befand sich an einer Nahtstelle zweier Diadochen und wurde zur Kampfarena der Ptolomäer und Seleukiden, und gehörte zunächst zum Seleukidenreich. Von 312 bis 198 v.Chr. wurde Juda Teil des Ptolemäerreiches. In dieser Zeit forderten die Priester ihre Gläubigen zum samaritanischen Schisma auf und bildeten jüdische Kultgemeinden. Seit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, lodert der Konflikt zwischen Juden und Samaritaner. Den Nachfahren des Volkes Israel wurde im Schisma der Glaube an Gott abgesprochen.
Zudem lag das Gebiet der Samaritaner territorial im Einflussgebiet der Seleukiden. Nach der Meinung der Priester, waren sie damit zusätzlich mit dem hellenistischen Geist verseucht und deshalb müssen sich die Gläubigen in Judäa vor ihnen schützen. Die Gläubigen in Juda sollten auch kleine feste Gemeinden bilden und in Gebeten und Gesprächen zusammenstehen, um dem Ptolomäer-Einfluss zu trotzen.
In der Schlacht bei Paneas (198 v.Chr.), siegten die Seleukiden und wurden Herren über Juda. Kurz darauf kam es zu massiven Spannungen in der Bevölkerung, zwischen hellenistischen Gruppierungen und streng, frommen Gruppen innerhalb Judas und mündeten in erbitterte Kämpfe. König Antiochus III. schickt daraufhin Besatzungstruppen nach Jerusalem und untersagte den Gottesglauben und deren Rituale (Beschneidung, Sabbat, Opfergabe). Mit der Umwandlung des Tempels, zum Zeustempel, war die offene Rebellion nicht mehr vermeidbar. Nachdem der Priester Mattatias, aus dem Geschlecht der Hasmonäer (auch Makkabäer genannt), aufgefordert wurde eine Opfergabe für Antiochus zu geben, erschlug er die Boten. Mit seinen Söhnen flüchtete er dann in die Wüste und leitete den Aufstand ein.
Mit Judas Makkabäer errangen die Juden im Guerillakrieg gegen die Seleukiden erste Erfolge. Begünstigend kam hinzu, dass die Seleukiden andere größere Aufstände niederzuschlagen hatten. Der Aufstand der Juden war für die Seleukiden nebensächlich, sogar die Eroberung Jerusalems ließen sie zu. Judas ließ als erstes den entweihten Tempel reinigen und setzte als Gesetzesgrundlage wieder die Thora ein. Um 164 v.Chr. starb der Seleukidenkönig Antiochos und Wirren um die Nachfolge setzten ein. Demetrios setzte sich als Herrscher durch und ließ um 160 v.Chr. den jüdischen Aufstand niederschlagen. Judas Makkabäer wurde dabei in einer Schlacht getötet und Jonatan wurde der Anführer des Aufstandes.
Inzwischen entbrannten erneut Machtkämpfe um den Seleukiden-Thron. Die Konkurrenten buhlten dabei um die Hilfe der Makkabäer und gewährten im Gegenzug Juda die Autonomie. Jonatans taktieren führte zu einem Mordanschlag. Simon folgte als neuer Makkabäerführer und neue Kämpfe mit den Seleukiden entbrannten, aber das Seleukidenreich befand sich im Zusammenbruch. Antiochos VII. handelte um 134 v.Chr. den Frieden mit Juda aus und mit dem Tod von Simon, wurde sein Sohn Johannes Hyrkanos I zum ersten regulären Regenten von Judäa. Im Rahmen der Regentschaft setzte sich für den Namen Makkabäer, der Name Hasmonäer durch. Nach Johannes Tod wurde sein Sohn Aristobulos Regent und wurde sogar zum König gekröhnt. Die Herrschaft der Hasmonäer erzürnte jedoch zunehmend die Priester.
Zum einen waren es ihre Kontakte zu den Seleukiden und zum anderen förderten die Hasmonäer eine hellenistische Lebensweise und Kultur. Die Herrscherkaste, erhob sich außerdem zur absoluten Macht und erdreiste sich Hohepriester nach ihrem Willen einzusetzen. Die Herrschaft der Hasmonäer wird deshalb biblisch sehr kritisch gesehen. Die Hasmonäer selbst, sehen in ihren Erfolgen die Gunst Gottes, doch die fromme Priesterschaft bestreitet das und sahen die Hasmonäer als weltliche Macht an, deren Taten Gott lediglich zugelassen hat.

3. Die Römer ( ab 65 v.Chr. )
Der Legende nach wurde Rom etwa um 750 v.Chr. von Romulus und Remus gegründet und sollen Nachfahren des Trojaners Aeneas, dem die Flucht aus Troja gelang. Als die Griechen durch ihre List (Trojanisches Pferd) Troja brandschatzten konnten, gelang es Aeneas mit einer kleinen Gruppe zu fliehen und strandete letztendlich an der Küste des heutigen Roms.
Der militante Charakter Roms führte immer wieder zu Spannungen und Rom lernte daraus und wuchs zu einer Großmacht heran. Rom pflegte bei seinen Konflikten ein besonderes Verhältnis zu den Griechen und als Schutzmacht der griechischen Siedlungen in Italien, war ein Konflikt mit dem mächtigen Karthago unausweichlich. Um 260 v. Chr. begann der erste von drei Kriegen, bei dem Rom das mächtige Karthago vollständig vernichtet.
In der Folgezeit wurde Rom zur Invasionsmacht und eroberte ein riesiges Reich. Neben der Eroberung Galliens sahen sich die Römer als Befreier Griechenlands von der makedonischen Herrschaft und waren bestrebt die makedonisch-griechischen Diadochenreiche zu erobern. Römische Truppen zogen demzufolge auch gegen die Seleukiden und Ptolomäer.
Die Hasmomäer erkannten die Gelegenheit sich endgültig von den Seleukiden zu befreien, von denen sie in gewisser Weise noch abhängig waren. Die angeschlagenen Seleukiden versuchten Judäa für den Verrat zu bestrafen, gerieten dabei aber in eine strategische Zange. Vom Norden her drängte der römische Heerführer Pompeius ins hellenistische Reich und von Süden kamen die jüdischen Truppen.
Im Jahre 65 v.Chr. befand sich der Nahe Osten unter römischer Kontrolle. Obwohl Pompeius den Hasmonäern wohlwollend gegenüberstand, ließ er es sich nicht nehmen Roms Macht zu demonstrieren und marschierte in Jerusalem (63 v. Chr.) ein. Als er dann noch unbedacht mit Waffen den Tempel entweihte, brach ein Aufstand los.
Die aufgebrachten Massen gingen mit Stöcken und Schlägeln auf die Römer los. Das Militär wehrte sich erbarmungslos und richtete ein Blutbad an, das mehr einem Massaker entsprach. Nachdem Rom seine Macht demonstriert hatte zogen sie sich zurück und übergaben die Verwaltung den Hasmonäern. Johannes Hyrkanos II., war bereits Hohepriester und wurde von den Römern zum Regenten bestätigt. Die Spannungen zwischen Hasmonäer-Adel und fromme Priester nahmen zu und wurden nun als Lakeien der Römer betrachtet. Die Priester ignorierten völlig die Tatsache, dass Rom Judäa einen Sonderstatus zu erkannte, aufgrund der Hilfe gegen die Seleukiden, aber unter veränderten Bedingungen.
In Rom entbrannten inzwischen heftige Machtkämpfe. Julius Cäsar versuchte das Chaos zu ordnen und erhob sich zum Imperator. Die Senatoren Roms sahen dadurch die Republik in Gefahr und beteiligten sich an eine Verschwörung gegen Cäsar und ließen ihn ermorden. In den Wirren des römischen Bürgerkriegs wechselte auch der Einfluß auf Judäa. Der Idumäer Antipater wurde zum Prokurator (Herrscher) ernannt und Hyrkanos abgesetzt. Um 40 v.Chr. wird Antipater vergiftet, vermutlich von einem religiösen Attentäter. Sein Sohn Herodes schwört Rache, aber kommt nicht dazu. Aus dem Osten drängen die Parther nach Judäa und erobern Jerusalem. Auch Herodes, der Gouverneur von Galiläa, war in Gefahr, aber er konnte rechtzeitig nach Rom fliehen.
Die Parther setzten Hyrkanos ebenfalls ab und ernannten Antigonos zum Hohepriester. Antigonos war zwar ein Hasmonäer, aber ein weltlicher Adliger und kein Geistlicher, worauf die Entrüstung der Priesterschaft groß war. In Rom setzte sich inzwischen Gaius Octavius durch. Der Neffe von Julius Cäsar jagte die Verräter und besiegte seinen ärgsten Konkurrenten Antonius. Der Senat musste erkennen, dass das Reich eine ordnende Hand brauchte und willigte in eine Monarchie ein. Octavian wurde erster römischer Kaiser und bekam den Ehrentitel Augustus (Erhabener).
Unter seiner Führung erlebte das römische Reich seine Blütezeit. Kaiser Augustus regierte von 27 v. Chr. – 14 n.Chr.
Zwischendurch unterstützte Rom Herodes und er kehrte mit römischen Truppen nach Judäa zurück und verjagte die Parther. Der bisherige Regent Antigonos wurde hingerichtet, obwohl er Hasmonäer war. Da Herodes ein Idumäer war, wurde er als Regent von den Priester Judäas nicht akzeptiert. Im Streit um die Regentschaft sollte das römische Triumvirat entscheiden. Rom sprach sich für Herodes aus und veranlasste seine Krönung. Unter König Herodes (37 v.Chr. - 4 v.Chr.) erlebte das Land seine Blütezeit und eine relative Autonomie. Es waren aber die Anfeindungen der Priesterschaft und der Hasmonäer, die den umsichtigen Herrscher zermürbten und in eine Psychose führten, die ihm zum blutrünstigen Ungeheuer werden ließ. In der biblischen Schrift wird er grundsätzlich negativ gesehen und übertriebene Schauergeschichten von ihm erzählt, aber seine Verdienste werden überhaupt nicht erwähnt. Nach seinem Tod wird sein Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt.

Eine weitere Betrachtung über die Römerzeit und König Herodes finden sie in der Geschichtsbetrachtung zum Neuen Testament!

Anzumerken wäre noch:

1. Das sich die Samaritaner aufgrund des Schismas (ca. 200 v.Chr.) sich in Sichem und Garizim eigene
    Heiligtümer errichtet haben.

2. Die Spannungen zwischen den Hasmonäern und der Priesterschaft stiegen weiterhin an und es bilden sich
    verschiedene religiöse Gruppierungen. Die Hassidim (Frommen), halten 
unbeirrt an der alten Ordnung und
    deren Gesetze fest. Aus dieser Gruppe lösten sich die 
Pharisäer und die Essener.
    Die Pharisäer (Abgesonderten) betonten die strenge Trennung 
von allem Unreinen und Heidnischen, typisch
    für sie ist ihre penible Gesetzestreue. 
Die Essener sind mehr eine rituelle Strömung, mit stark ausgeprägten
    apokalyptischen 
Gedanken. Die Sadduzäer gelten als konservativ Geistliche, die zwar bestimmte
    aufkommende Lehren ablehnten oder kritisch sahen, aber dennoch einen Staat nach hellenistischen Vorbild
    unterstützten und somit den Hasmonäern sehr nahe standen.

3. Da sich Pharisäer als geistige Führer durchsetzten, fanden die Hasmonäer immer weniger Rückhalt in der
    Bevölkerung und bauten zur Machterhaltung ihre Beziehungen zu den 
Römern aus.
4. Wesentlich wird auch der Gedanke der Endzeitvision (Apokalypse), wodurch für die Gläubigen ein Leben
    nach dem Tod an Bedeutung gewinnt.     
     
 


   4. Zusammenfassende Übersicht / Geschichtlicher Kurzüberblick (AT)
                     (alle Jahreszahlen v. Chr. und die Namen benennen Könige!) 

Israel Umfeld
Landnahme
Um  1230     Einbruch der israelischen Stämme unter Josua
1200 –1004  Vereinigung der Stämme und Kämpfe mit den Philistern 
                     und Kanaanäern
1570 – 715  Ägyptisches Reich
1375 –1047  Assyrisches Reich
Um 1200   Trojanischer Krieg
1180  Philister siedeln an der Ostküste und gründen 5-Städtebund
Königszeit
1012 – 1004   Wahlkönig  Saul
1004 -   965    König David, gründet israelisches Großreich
  965 -   926    König  Salomo, kulturelle Blütezeit (Tempelbau)
  926                Teilung  des israelischen Reiches
1047 – 884  Assyrische Krise das Reich schrumpft auf’s
                    Kerngebiet zurück
Judäa Israel Umfeld
926 – 910  Rehabeam
910 – 908  Abia
 
908 – 868  Asa                              
 
 
868 – 847  Josaphat
926 – 907  Jerobeam
907 – 906   Nadab
906 – 883   Babascha
883 – 882   Ela
882 – 871  Omri
876   Gründung  Samarias
871 – 852  Ahab 

 

 

883 – 612    Assyrisches  Reich (Neue Expansion)

883 – 859   Assurnasirpal II, grausamer assyrischer  Herrscher
 
 
 
 
858 – 824   Salmanasser III., festigte assyrische Reich
 
 
 
 
 
814            Gründung Karthagos
810 – 806  Schammuramat, schwacher assyrischer Herrscher
 
 
 
 
750            Gründung Roms
745 –727   Tiglatpilser III., mächtiger assyrischer Herrscher
 
725 – 722   Salmanasser V., wird bei der Belagerung Samarias
                   ermordet
722 – 705   Sargon der II., nimmt Rache
Bündnis zwischen Judäa und Israel und können im Bund mit den Philistern die Invasion der Assyrer um 853 stoppen
847 – 845  Joram
845            Ahassja   
845 – 840   Athalja
840 – 801   Joas
801 –787   Amazja
852 – 851   Ahassja
851 – 845   Joram
845  Revolution von Jehu
845 – 818    Jehu
818 – 802    Joahas
802 – 787    Joas
788  Krieg zwischen Juda und Israel; Israels König plündert Jerusalem
787 – 736  Asarja ( Usia )
 
735  - 726  Ahas
 
725 – 697  Hiskia
787 – 747  Jerobeam II.
747- 736    Menahem
735 – 736  Pekachja
735 – 723   Pakach
731 – 723   Hoschea
722    Untergang  Israels 
Judäa Umfeld
701  Belagerung Jerusalems durch Sanherib; eine verheerende 
        Seuche zwingt die Assyrer zum 
Rückzug (angebl. sterben
       180.000 Soldaten)  

696 – 642  Manasse
641 – 640  Amon
639 – 609  Josia und dessen Reform ⇒ 628 (Prophet 
Zephania);
        627 Wirken des Propheten Jeremia; 
Josia fällt im Kampf 
        gegen die Ägypter, weil er sich ihnen verweigert
        ⇒ Joahas Übergangskönig
608 – 598  Jojakim ⇒ unterwirft sich Babylon 604; schmiedet aber 
        Allianzpläne gegen Babylon, worauf 
die Babylonier am 16.03. 
        
597 Jerusalem einmarschieren und ein Strafgericht halten
597 – 587  Zedikia wird zum König eingesetzt; 594 schmiedet er 
        ebenso eine Koalition mit Ägypten; 
593 versucht der Propheten
        Hesekiel das Unheil a
bzuwenden; aber im Januar 587 beginnt
        die 
Belagerung Jerusalems und fällt im August 587
587 Ende Judäas und beginn der Exilzeit   
704 – 681 Sanherib, ein grausamer assyrischer Despot wird vom
                 eignen Sohn ermordet
680 – 669 Asarhaddon, stabilisiert das assyrische Reich / größte
                 Ausdehnung Assyriens
668 – 626 Assurbanpal, Krise Assyriens
625 – 604  Nabopolasser gründet das Babylonische Reich mit Hilfe
                  der Meder
608 – 570  Ägypterkönig Necho eilt Assyrien zur Hilfe und fordert
                  von Judäa die Vasallentreue
612  Babylon erobert Assyrerhauptstadt Ninive
 
604 – 562  Nebukadnezar II., ein diplomatischer und geschickter
             Herrscher Babylons, bringt sein 
Reich zur Blüte und ist hart
             zu Treuebrechern
594 Reform des Archon Solon in Athen; legt gleiche Rechte aller
        Bürger vor dem Gericht fest

                        

                     Besatzungsmächte des Nahen Osten / Entwicklung der Juden

539 – 333  Persische Besatzung

559  König Kyros wird persischer Herrscher und unterwirft die Meder und Lyder
539  Mit dem Einzug persischer Truppen in Babel endet das babylonische Reich
538  Edikt des Königs Kyros, erlaubt den Exiljuden die Rückkehr nach Judäa
535  Karthago stoppt die griechische Expansion in Nordafrika und expandiert selbt zur Großmacht
529  König Kyros stirbt beim Kampf gegen einem Nomadenstamm; Machtkämpfe um die Thronfolge
521 – 486: Dareios I., Nachfahre Kyros, stellt stabile Ordnung wieder her und erobert ein Weltreich      
52
0  jüdischer Statthalter Serubabel erlangt relative Autonomie für Jerusalem (Hohepriester Josua)
515  Tempelweihe des wiederaufgebauten Gotteshauses, in der heiligen Stadt Jerusalem
509   entledigte sich Rom der Etruskerherrschaft; langsamer Niedergang der Etrusker
500   Konfuzius Lehre von den Idealen wird in China verbreitet
493   Rom bildet mit den Latinischen Städten einen Bund
490   1. Perserkrieges gegen die Griechen; Dareios erleidet in der Schlacht von Marathon eine schmachvolle
         Niederlage und stirbt bei einem Feldzug gegen aufständische Ägypter 486
486 – 465  Xerxes I. schlägt grausam die Aufstände im Reich nieder und beginnt 2. Perserkrieg gegen die
          Griechen, aber die Seeschlacht bei Saramis und die Schlacht bei Plataiai wurden für die Perser ein
          Debakel / diplomatischer Frieden regelt dannach die gegenseitige Akzeptanz
457 u. 410: Peloponnesische Kriege zwischen Sparta und Athen, Persien unterstützt dabei Sparta
387   Die Kelten erobern und plündern Rom, ziehen danach wieder ab
386   Sparta, Athen und Persien handeln einen neuen Friedensvertrag aus
359   Artaxerxes stabilisiert das persischen Reiches, war erschüttert von Nachfolgequerelen und Aufständen
357   Kämpfe zwischen Athen und Persien
356   Im Bürgerkrieg der Griechen steigt König Philipp II. von Makedonien empor, unterwirft die abtrünnigen
         griechischen Städte 338, wird aber auf seiner Hochzeitsfeier 336 ermordet
336   Alexander, Sohn von Philipp II., unterwirft die letzten griechischen Widerstände, erzwingt die Einheit der
         Griechen; wegen der ständigen Einmischung und Attacken erklärt Griechenland Persien den Krieg  

333 – 63   Griechische Besatzungszeit   

333 Schlacht bei Issos, die Griechen schlagen die Perser vernichtend und herrschen über den Nahen Osten
332 Alexander der Große marschiert in Jerusalem ein
330  Alexander erobert das gesamte Perserreich, jagt den Perserkönig Dareios zu Tode und versucht sein
        Reich ostwärts zu erweitern; aber die Invasion in Indien wird zum Fiasko und Alexander stirbt an
        einer unbekannten Infektionskrankheit
323  Da Alexander keine Nachkommen hat, teilen die Feldherren (Diadochen) das Weltreich unter sich auf
323  Judäa ist zunächst unter Seleukiden (Syrien) - Herrschaft und gehörte von 312 -198 zu den Ptolemäern
         (Ägypten), bis zur Schlacht von Paneas (198), nach der Judäa wieder zu den Seleukiden gehörte
198   brachen Glaubensunruhen aus, worauf der König Antiochus III. die Stadt militärisch besetzen ließ
167   Nachdem Antiochus III. den Tempel Gottes zum Zeustempel umwandelte brach der Aufstand aus
166 – 160: Judas Makkabäus wurde Führer im Kampf gegen die Seleukiden und erlangt sogar die Autonomie
         Judäas, weil das Griechenreich existenziellere Aufstände bekämpfen musste
140 – 63: Im Thronfolgestreit der Seleukiden buhlen die Thronanwärter um eine Allianz mit den Makkabäern;
         Hyrkanos I. wird (134) erster anerkannter Regent Judäas; schließlich entflammen erneut Kämpfe und in
         der Allianz mit Rom wird das Seleukidenreich vernichtet / Makkabäer heißen nun Hasmonäer               

65 – 0   Römische  Besatzung   

63    Trotz dem Dank an die Hasmonäer für ihre Hilfe gegen den Seleukiden marschierte der römische Feldherr
        Pompeius in Jerusalem ein und löste Unruhen aus, weil Pompejus den Tempel betrat und ihn entweihte;
        nachdem die Römer den Aufstand niederschlugen überließ er den Hasmonäern die Verwaltung Judäas
53 - 31: Bürgerkrieg in Rom, in deren Folge sich Julius Cäsar (46) zum alleiniger Imperator machte, nachdem
        Cäsar (44) ermordet wurde setzte sich bei den Nachfolgequerelen Augustus durch und gründete gegen den
        Widerstand des Senats eine Monarchie; in der Folgezeit hatte das Imperium seine Blütezeit
63 – 40: Johannes Hyrkanos II., war hasmonäischer Hohepriester und Vasallherrscher über die römische
         Provinz Judäa (inklusive benachbarter Gebiete); nachdem im Bürgerkrieg Roms Cäsar Pompejus besiegte
         wurde in Judäa Antipater zum Prokurator (Herrscher) ernannt, der aber vergiftet worden ist (40)
40    Die Parther drangen in Judäa ein besetzten Jerusalem und auch sie setzten Hyrkanos ab und erklärten
        Antigonos (Hasmonäer) zum Regenten; Herodes, Gouverneur von Galliläa, floh nach Rom
37    Mit Hilfe der Römer befreite Herodes Judäa von den Parthern und wurde Regent der römischen Provinz
37 – 4 Herodes, der Große, wird mit Roms Hilfe König von Judäas; Blütezeit des Landes
4      Herodes Reich wurde unter seinen drei Söhnen in Distrikten aufgeteilt